Das große Rennen

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Das große Rennen
La grande corsa
Erstveröffentlichung: 07.07.2015 - 28.07.2015
Entstehungsdatum: 2015
Storycode: I TL 3110-1P
Story: Bruno Enna
Zeichnungen: Alessandro Perina (Teil 1 und 4), Paolo De Lorenzi (Teil 2), Giampaolo Soldati (Teil 3)
Seiten: 144
Deutsche Übersetzung:
Deutsche Erstveröffentlichung: LTB 500
Weiterführendes
Infos zu Das große Rennen beim I.N.D.U.C.K.S.

Das große Rennen (ital. La grande corsa, später La grande corsa contro il tempo) ist eine italienische Comicgeschichte von Comicautor Bruno Enna und den drei Comiczeichnern Alessandro Perina (Teil 1 und 4), Paolo De Lorenzi (Teil 2) und Giampaolo Soldati (Teil 3) aus dem Jahr 2015. Bei der 144-seitigen Story, die in vier Teile untergliedert ist, handelt es sich um ein Science-Fiction-Zeitreise-Abenteuer mit fantastischen Elementen und einem actiongeladenen Wettkampfcharakter zwischen verschiedenen Figuren aus dem Duck-Universum, die sich einem futuristischen Grand Prix durch das Entenhausen der Gegenwart, der Vergangenheit und der Zukunft stellen müssen.

Figuren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Allgemeines[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hauptgeschichte des Heftes ist der erste Teil der Langgeschichte „Das große Rennen“, geschrieben von Bruno Enna und gezeichnet von Perina, De Lorenzi und Soldati. Im Mittelpunkt der Geschichte steht der Kobold Tschinn, der Onkel Dagoberts Glückszehner stiehlt und dann die Zeit in Entenhausen anhält. Er verspricht, die selbst verdiente Münze des reichsten Mannes der Welt nur dann zurückzugeben, wenn er ein Autorennen gegen Gegner wie Gundel Gaukeley, Klaas Klever, die Panzerknackerund Destruktor gewinnt – ein Wettkampf, der sich auch durch die Sphären der Zeit ziehen wird. Damit beginnt der wohl außergewöhnlichsten Große Preis von Entenhausen aller Zeiten.[1]

Teilnehmer und Teams[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An dem großen Rennen durch Raum und Zeit treten sowohl Vertreter der Familie Duck, die gemeinsam für Onkel Dagobert an den Start gehen, als auch böse Widersacher an, die jeweils eigene Pläne verfolgen und den Glückszehner in ihren Besitz bringen wollen. Jedes Team besteht nach den von Kobold Tschinn aufgestellten Regeln sowohl aus einem Fahrer und einem Navigator. Da Helferlein und Baptist bei der Aufteilung übrig bleiben, erklären sie sich bereit, solange über das Entenhausen der Gegenwart zu wachen, in dem die Zeit stillsteht.

Die Teams der „Guten“ und ihre Fahrzeuge:

  • Onkel Dagobert und Daniel Düsentrieb: Dagoberts Limousine der Marke „Rolls Ruckler“
  • Donald und Daisy: Donalds 313er bzw. 313-X
  • Primus von Quack und Tick, Trick und Track: Primus‘ Safari-Jeep
  • Gustav Gans und Dussel Duck: Gustavs Cabrio

Die Teams der „Bösen“ und ihre Fahrzeuge:

  • Gundel Gaukeley und Nimmermehr: Gundels PKW der Marke „Vesuv“
  • Klaas Klever und Anwantzer: Klevers moderne Limousine
  • zwei Panzerknacker: ein Baggerfahrzeug
  • Destruktor und ein Panzerknacker: Destruktors Monstertruck

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Teil 1[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Große Preis von Entenhausen (© Egmont Ehapa)

Ganz Entenhausen ist voller Vorfreude auf den legendären Großen Preis von Entenhausen, das seit Jahrzehnten traditionell durchgeführte Autorennen quer durch die Straßen der Stadt. Auch im Haus von Donald Duck haben sich Freunde und Verwandte eingefunden, um dem Rennen beizuwohnen, das in Kürze beginnt und dessen Verlauf genau an Donalds Haus vorbeiläuft. Während Donald und Dussel von den Motorengeräuschen begeistert sind und auch Herr Düsentrieb die technisch getunten Fahrzeuge bestaunt, ist Primus von Quack von dem Lärm und dem Feinstaub wenig begeistert und auch Gustav Gans zeigt keinerlei Interesse für das Autorennen, das ihm viel zu anstrengend wäre. Die Neffen Tick, Trick und Track freuen sich vor allem auf die leckeren Häppchen, die Daisy Duck für alle zubereitet hat.

Kurz nachdem das Rennen beendet und das Siegerteam über die Ziellinie gebrettert ist, erklingt ein lautstarker Schrei der Verzweiflung aus dem Geldspeicher, der durch die gesamte Gumpenmetropole hallt und sämtliche Bewohner in helle Aufregung versetzt. Für Familie Duck ist klar, dass es sich nur um ein Wehklagen von Onkel Dagobert gehandelt haben kann, und daher machen sich alle schleunigst auf den Weg zum Geldspeicher. Hier hat Baptist bereits alle Hände voll damit zu tun, den verrückt gewordenen Onkel Dagobert wieder zu beruhigen, denn der reichste Mann der Welt ist außer sich vor Wut und beschimpft ein nicht existentes Fabelwesen. Nun stellen auch die anderen Ducks mit Verwunderung fest, dass Onkel Dagoberts geliebter Glückszehner verschwunden ist. Diplom-Ingenieur Düsentrieb untersucht das Sicherheitssystem und bemerkt, dass das Hexenabwehrsystem nicht ausgelöst wurde, sodass die Hexe Gundel Gaukeley dieses Mal nicht die Schuldige sein kann.

Daraufhin beginnt Onkel Dagobert von einer furchtbaren Begegnung mit einem kleinen, neunmalklugen und selbstgefälligen Kobold zu erzählen, der vor ein paar Nächten in Dagoberts Schlafgemach aufgetaucht ist. Der kleine Kobold Tschinn stellte sich ihm als Zeithüter vom Amt für Zeitordnung vor und forderte von Onkel Dagobert die Herausgabe seines Zehners Nummer eins. In den Augen des Zeithüters sei der Glückszehner eine Anomalie, die das Raum-Zeit-Kontinuum beeinflusse, da die Münze über besondere Kräfte verfüge. Als Onkel Dagobert darauf beharrt, dass er seinen Glückszehner als Schuhputzjunge durch eigene Hände Arbeit verdient habe und die amerikanische Münze nichts weiter als ein persönlicher Talisman sei, glaubt Tschinn ihm kein Wort. Stattdessen verkündet er, dass er am Tag des großen Rennens von Entenhausen zurückkehren und den Glückszehner in seinen Besitz bringen werde, wenn Onkel Dagobert sich weiterhin weigert, seinen Talisman abzuliefern.

Nun ist der entscheidende Moment gekommen, obwohl Onkel Dagobert die Begegnung mit Tschinn nur für einen schlimmen Albtraum gehalten hat. Der verschwundene Glückszehner beweist jedoch, dass der hinterlistige Kobold seine Drohung wahrgemacht hat. Auf Grundlage von Onkel Dagoberts Aussage, dass der Zeithüter „zwischen den Flüssen der Zeit mäandert“, konstruiert Herr Düsentrieb schnell einen tragbaren Detektor zum Aufspüren tachyonischer Energie. Damit gelingt es ihm, ein leuchtendes Energiefeld aufzubauen, in dem Tschinn wie in einer Seifenblase gefangen wieder im Geldspeicher auftaucht. Nur mit Mühe können die Ducks Onkel Dagobert zurückhalten, der von Tschinn seinen Glückszehner einfordert, aber der Kobold behauptet weiterhin steif und fest, dass es in der Datenbank der Zeit keinen Eintrag zum Glückszehner geben würde. Er droht mit seiner Fähigkeit, Materialien wieder in ihren Urzustand zurückversetzen und damit den Glückszehner unwiederbringlich zu vernichten.

Das Rennen beginnt! (© Egmont Ehapa)

Schließlich ergreift Donald mutig das Wort und bittet Tschinn, doch zu einer anderen Lösung zu kommen und Onkel Dagobert wenigstens eine richtige Chance zu geben. Daraufhin verfällt der verspielte Tschinn auf eine Idee: Er verlangt von allen Ducks, an einem großen Rennen teilzunehmen, da er selbst ein Fan des Großen Preis von Entenhausen sei. Der Sieger erhält den Glückszehner zurück. In der Aussicht, das Autorennen zu gewinnen, muss Onkel Dagobert notgedrungen zustimmen.

Allerdings hat er die Rechnung ohne den närrischen und zerstreuungssüchtigen Kobold Tschinn gemacht, der außer der Familie Duck noch weitere Teilnehmer zum Rennen eingeladen hat. Am Startpunkt haben sich auch die Panzerknacker, Gundel Gaukeley und Klaas Klever mit seinem schmierigen Schergen Anwantzer eingefunden, die allesamt das Autorennen für sich entscheiden wollen. Mit Entsetzen muss Daniel Düsentrieb mitansehen, wie auch sein böser Alter Ego Destruktor in seinem furchteinflößenden Monstertruck angerast kommt. Der komische Kobold Tschinn teilt alle Anwesenden in Zweierteams aus Fahrern und Navigatoren ein und bestreut die Fahrzeuge mit Zeitmagie, um sie für sein großes Rennen zu tunen. Außerdem zwingt er Onkel Dagobert dazu, einen Vertrag zu unterschreiben, in welchem der reichste Mann der Welt erklärt, seine Erzfeinde nach Ausgang des Rennens nicht zu verfolgen.

Nachdem die Vorbereitungen abgeschlossen sind, gibt Tschinn den Startschuss und alle Rennteilnehmer starten die Motoren – ohne zu wissen, auf was für ein Rennen sie sich überhaupt eingelassen haben.

Teil 2[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie die Teilnehmer kurz darauf am eigenen Leib und mit Blick auf ihre Fahrzeuge zu sehen bekommen, hat Tschinn einen Raum-Zeit-Tunnel geöffnet und alle Teams in die Vergangenheit katapultiert. Genauer gesagt wandeln sie nun auf den Spuren des allerersten Großen Preis von Entenhausen, der 1929 ausgefochten wurde. Sämtliche Gefährte passen sich der Zeit an – nur Onkel Dagoberts Limousine bleibt als echter Oldtimer unverändert.

Allerdings lässt Tschinn das Rennen nicht gewöhnlich verlaufen, sondern schickt die Konkurrenten mithilfe verschiedener Karten auf die Suche nach dem Glückskreuzer. Dadurch spalten sich die genommenen Wege und zeitgleich erleben die Teams verschiedene Stationen. Gustav Gans und Dussel Duck suchen die Münze in der Bank von Entenhausen, auf welche die Panzerknacker spontan einen Überfall verüben wollen. Der Bankangestellte sieht sich gezwungen, den Räubern Zugang zum Tresorraum zu verschaffen, sodass Gustav und Dussel hilflos mit ansehen müssen, wie die Panzerknacker sich an das Knacken des historischen Safes machen.

Die Villa Rosa (© Egmont Ehapa)

Inzwischen werden Onkel Dagobert und Daniel Düsentrieb auf dem Weg zum Geldspeicher des Jahres 1929 von Klaas Klever und Anwantzer verfolgt, die jedoch gegen einen Laternenmast prallen und damit vorerst außer Gefecht sind. Bedauerlicherweise passen Onkel Dagobert gegenwärtige Schlüssel nicht in das Türschloss des alten Geldspeichers, der damals von seiner Schwester geleitet wurde. Dafür funktioniert das damalige Sicherheitssystem tierisch gut, sodass Onkel Dagobert und Herr Düsentrieb die Flucht ergreifen müssen. Während sich Onkel Dagobert und Klaas Klever am Fuße des Glatzenkogels wieder einmal in die Haare bekommen, hilft der freundliche Herr Düsentrieb dem schüchternen Anwantzer dabei, die Klever’sche Limousine zu reparieren.

Inzwischen sind Primus von Quck und Tick, Trick und Track am Entenhausener Museum angelangt, wo sie den Glückszehner unter den Ausstellungsstücken suchen wollen. Allerdings sind Gundel Gaukeley und ihr nervöser Rabe Nimmermehr bereits vor ihnen angekommen und schleichen durch die Gänge der Ägyptischen Sammlungen. Tick, Trick und Track greifen zu einem schaurigen Trick, um Gundel und ihren ängstlichen Raben aus dem Museum zu vertreiben. Es hat den Anschein, als könnten sie zuerst in das Geheimnis eines ausgestellten Sarkophags kommen.

Eine ganz besondere Reise in die Vergangenheit treten Donald und Daisy an, deren Karte sie zur Villa Rosa führt, die damals noch gut in Schuss und von Lord John Quackett und dessen liebreizender Gefährtin Detta von Duz bewohnt wurde. Die beiden verhalten sich zunächst vorsichtig gegenüber den fremden Besuchern, die erstaunlich viel über das Anwesen und ihre Geheimnisse zu wissen scheinen. Nicht zuletzt ist Donald sehr aufgeregt, sein historisches Vorbild vis-à-vis gegenüber zu treten und er vermutet, dass der Erste Phantomias den Glückszehner in seinem Geheimversteck im Keller der Villa Rosa in Sicherheit gebracht hat. Bevor er sich auf die Suche macht, bittet er Daisy, ein kleines Ablenkungsmanöver zu starten, sodass diese mit Detta von Duz eine Diskussion über zeitgenössische Modefragen vom Zaun bricht. Als dann auch noch Destruktor erscheint und vom Ersten Phantomias überrascht wird, der sich mittlerweile seine blaue Maske übergezogen hat, ist das Chaos perfekt.

Alle Beteiligten, die glauben, bei ihren Haltepunkten den Glückszehner gefunden zu haben, werden jedoch bitter enttäuscht. Denn der spitzbübische Tschinn hat alle an der Nase herumgeführt und mit seiner inszenierten Schatzsuche dafür gesorgt, dass der reguläre Ablauf des ersten Großen Preis von Entenhausen nicht durch die Zeitreisenden gestört wurde. Tschinn hat nämlich ganz andere Pläne für seine Version des Großen Preises von Entenhausen, denn er befördert alle Renn-Teilnehmer kurzerhand in die Zukunft.

Teil 3[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Zukunft (© Egmont Ehapa)

Sämtliche Teams finden sich wie aus dem Nichts im 23. Jahrhundert wieder, wo der 319. Große Preis von Entenhausen von Hologramm-Moderatoren kommentiert wird. Alle Fahrzeuge verwandeln sich in fliegende Shuttles, was für die meisten Teilnehmer mit Ausnahme von Donald ziemlich ungewohnt ist; denn schließlich hat Donald in seiner Geheimidentität als Phantomias längst Erfahrung mit fliegenden Autos. Außerdem erhält jedes Duo ein ultramodernes Navi von Tschinn, welches den weiteren Streckenverlauf vorgibt.

In all dem Trubel am Himmel nutzt der diabolische Destruktor die Gunst der Stunde, um dem vorlauten Tschinn die Zeitsteuerung aus den Händen zu reißen, um selbst Herr über Raum und Zeit zu werden. Der kleine Kobold stürzt ab, wird aber in letzter Sekunde von Onkel Dagobert und Daniel Düsentrieb gerettet, die ihn in ihr Limousinen-Shuttle ziehen, nachdem Herr Düsentrieb seinem Fahrer noch einmal ins Gewissen geredet hat. Tschinn bedankt sich für seine Rettung, gesteht aber gegenüber dem fest entschlossenen Onkel Dagobert, dass der Glückszehner in Wahrheit dematerialisiert wurde und nur mithilfe der Zeitsteuerung wieder verfestigt werden kann. Demzufolge gilt es, Destruktor die Zeitsteuerung-Fernbedienung wieder abzujagen, sonst ist der Zehner Nummer Eins für immer und ewig verloren.

In der Zwischenzeit düsen Klaas Klever und Anwantzer zum Klub der Milliardäre, wo sie den nächsten Hinweis finden wollen. Auch Dussel und Vetter Gustav Gans sind unterwegs dorthin, werden aber genau wie Herr Klever und Anwantzer von der Tatsache überrascht, dass der Klub der Milliardäre längst keine geschlossene Gesellschaft mehr ist, sondern ein öffentlich zugängliches Museum mit einem Wachsfigurenkabinett der Milliardäre. Hier wird die Erinnerung daran hochgeladen, wie oft der reichste Mann der Welt Dagobert Duck seinem Rivalen Klaas Klever immer und immer wieder zuvorgekommen ist. Niedergeschlagen verliert Klaas Klever jeglichen Kampfesgeist, da die Nachwelt ihn nur als ewige Nummer Zwei neben Onkel Dagobert sieht – sein Scherge Anwantzer aber muntert ihn mit den Worten auf, dass er die Zukunft immer noch neuschreiben kann, wenn es ihm nur gelingt, den Glückszehner zu finden. Allerdings sind ihnen Dussel und Gustav mit seinem glücklichen Händchen schon zuvorgekommen.

Destruktor glaubt, seinen Augen nicht zu trauen (© Egmont Ehapa)

Bei den anderen Teilnehmern wird ebenfalls deutlich, dass das alte Entenhausen nur noch ein verblassender Schatten der Vergangenheit ist. Selbst das Entenhausener Opernhaus, wo noch immer Aufführungen im Stile des vergangenen Jahrhunderts dargeboten werden, wird von aufdringlichen Robotern bewacht, die Donald und Daisy den Zutritt verwehren, und auch Gundel und Nimmermehr müssen zu einem weiteren Zaubertrick greifen, um sich auf die Bühne zu schleichen. Währenddessen verfolgen Primus von Quack und Tick, Trick und Track die Spur zum baufälligen Fort Fliegentrutz, einem ehemaligen Gefängnis. Hier führt der Geist von Pap Pillon, dem neunmal ein Ausbruch gelang, als Hologramm durch die Anlage und glaubt zu wissen, wo der Glückszehner versteckt ist. Die Panzerknacker folgen der Fährte ebenfalls, sind aber ziemlich schreckhaft in dem düsteren Gemäuer.

Zeitgleich landen Onkel Dagobert, Daniel Düsentrieb und Tschinn vor dem Haus von Donald Duck, welches ebenfalls ein Museum geworden ist, zu dem dutzende Besucher strömen, da hier der legendäre Superheld Phantomias zuletzt gesichtet worden sein soll. Allerdings halten es in der Zukunft alle für einen geradezu lächerlichen Irrglaube, dass ausgerechnet der chronische Pleitegeier Donald Duck der echte Phantomias gewesen sein soll. Das Auftauchen der Zeitreisenden aktiviert jedoch den Phantomias-Androiden, der seit Jahrzehnten im geheimen, unterirdischen Unterschlupf von Phantomias schlummert und darauf programmiert ist, das Haus vor Eindringlingen zu verteidigen. Der Phantomias-Android erscheint auf dem Dach des Hauses und nimmt Destruktor ins Visier, dem im Gefecht mit Onkel Dagobert die Zeitsteuerung aus der Hand gleitet und kaputt geht.

Die Zerstörung der Zeitsteuerung bewirkt unvorhersehbare Störungen im Raum-Zeit-Gefüge. Der Glückszehner materialisiert sich plötzlich an jedem Ort, wo die Renn-Teilnehmer gerade nach ihm gesucht haben. Plötzlich steht die Zeit komplett still und alle Münzen verschwinden wieder wie von Geisterhand.

Alle Zeitreisenden landen an einem zeitlosen Ort unendlicher Leere, wo sie bereits vom übergroßen Hüter der Zeit erwartet werden. Es stellt sich heraus, dass Tschinn in Wahrheit nur einer von vielen gleich aussehenden Dienern ist, die dem wahrhaftigen Hüter der Zeit zur Seite stehen, der in seinem mobilen Chefsessel jederzeit sämtliche Realitäten auf Bildschirmen beobachten kann. Verbotenerweise las Tschinn in den Akten des Herrn der Zeit über den Glückszehner und verstand dessen Bewandtnis nicht, sodass er ihn für eine Anomalie hielt, die ausradiert werden müsste und damit hoffte, vor seinem Meister als mehr als nur ein weiterer Tschinn anerkannt zu werden.

Teil 4[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gespräch klärt der Herr der Zeit darüber auf, dass er in seinen Aufzeichnungen eigentlich davon ausging, dass der erste selbstverdiente Zehner von Dagobert Duck Stimmungen und den Charakter beeinflusst – er habe sich nur aus Neugierde dafür interessiert, nicht, weil das Objekt gefährlich sei. Die Entenhausener wollen nach all der vertanen Zeit endlich wieder in ihre Gegenwart zurückkehren. Allerdings hat der übermütige Tschinn mit seinem inszenierten Großen Rennen dafür gesorgt, dass Unmengen an kostbarer Zeitenergie aufgebraucht wurde und alle Fahrer sehr, sehr lange im Reich zwischen den Zeiten gefangen bleiben müssen.

Tachyonen-Energie (© Egmont Ehapa)

Da auch der Herr der Zeit überfragt ist, bieten Daniel Düsentrieb und sein böses Gegen-Ich Destruktor an, sämtliche Fahrzeuge mit speziellen Bürsten an den Reifen auszustatten, die beim Fahren Zeitenergie aufnehmen können. Dies bedeutet jedoch auch, dass das Große Rennen fortgesetzt werden muss, um ausreichend Energie aufzubauen. Der Vorschlag wird unter der Bedingung angenommen, dass Tschinn sich dieses Mal nicht ins Geschehen einmischen darf, sondern das Rennen nur live kommentieren darf. Damit begeben sich alle Teams wieder in Startposition für das große Finale.

Das Rennen beginnt in der Gegenwart und Tschinn kommentiert es live, während die anderen Kobolde und der Herr der Zeit gespannt hören. Schon kurz nach dem Start wird deutlich, dass sich Destruktor, Gundel Gaukeley und die Panzerknacker nun miteinander verbündet haben, um ihren gemeinsamen Rivalen Dagobert Duck aus dem Rennen zu werfen. Sämtliche Schurken versuchen, Onkel Dagobert und Herrn Düsentrieb zu überholen, doch dieser weicht ihnen mit einem zusätzlichen Turbo aus – vielleicht ohne es überhaupt zu merken.

Derweil legt es Anwantzer darauf an, Gustav Gans und Dussel Duck auszuschalten, trifft dabei jedoch seinen eigenen Autoreifen, woraufhin Klaas Klever ihm die Schuld gibt. Die Hexe Gundel Gaukeley lässt Primus von Quack mit Hilfe einer heraufbeschworenen Schlange gegen einen Hydranten prallen, doch die einfallsreiche Daisy bringt sie mit Puder zum Niesen, sodass auch Gundel erneut von der Straße abkommt. Destruktor und die Panzerknacker wollen Gustav Gans in die Zange nehmen, krachen aber schließlich ineinander. Dank Gustavs sprichwörtlichem Glück kommen er und Dussel jedoch unversehrt aus dem Zusammenstoß heraus. Auf der Fahrt zur Villa Rosa versucht Destruktor, Donald auszuschalten, doch dieser setzt den Anti-Schwerkraft-Strahler von Phantomias ein und drängt ihn von der Strecke. In diesem Moment werden sämtliche Werte der Tachyonenwerte wiederhergestellt – das Rennen ist nun eigentlich nicht mehr nötig, doch der mitfiebernde Schiedsrichter fordert dennoch, dass es weitergeht.

Am Ziel (© Egmont Ehapa)

Das Ziel ist nun ganz nah. Die böse Gundel spricht einen magischen Zauberspruch nach dem anderen und greift damit Onkel Dagoberts Limousine an, doch in diesem Moment niest sie und spricht einen Zauber auf den Motor, wodurch sich das Auto in eine Kürbiskutsche wie die von Aschenputtel verwandelt. Dadurch bleiben Onkel Dagobert und Daniel Düsentrieb an der Spitze und erreichen siegessicher vor allen anderen die Ziellinie.

Wie vereinbart, gibt Tschinn Dagobert den Glückszehner zurück und repariert mit seinen Kräften sämtliche Fahrzeuge. Weiterhin sorgt Tschinn dafür, dass alle Rennteilnehmer ihre Erinnerung an das Geschehene verlieren. Destruktor wird wieder gestellt und wandert zurück hinter Gitter.

Nachdem Tschinn die Rennfahrer ohne Erinnerung an die Ereignisse wieder in die Gegenwart gebracht hat, verlangt sein Meister als „Strafe", dass Tschinn von nun alle Großen Preise von Entenhausen kommentiert. Dank dieser Beförderung verdingt sich Tschinn von nun an als persönlicher Kommentator des Herren der Zeit, da nur er es geschafft habe, ihn gut zu unterhalten. In Entenhausen kehrt damit endlich wieder Ruhe ein.

Tschinn und der Herr der Zeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kobold Tschinn (© Egmont Ehapa)

Tschinn ist ein Kobold im Dienste des mächtigen Schiedsrichters, dessen Aufgabe es ist, den ordnungsgemäßen Ablauf der Zeit zu überwachen. Er liebt es, seinem Chef dabei zuzusehen, wie dieser den Lauf der Zeit beobachtet. Zum anderen hat er eine große Leidenschaft für den Großen Preis von Entenhausen und die dazugehörigen Rennwagen. Er trägt einen Bob-Haarschnitt und eine Pilotenbrille und hat immer eine Uhr dabei. Sein Anzug kann anscheinend je nach Belieben des Kobolds die Farbe wechseln.

Der durch Raum und Zeit reisende Kobold Tschinn hat ein etwas verspieltes, schelmisches und überschwängliches Wesen. Bei seinen alttäglichen Routineaufgaben für den Herren de Zeit wird ihm schnell langweilig und er fühlt sich angesichts der vielen anderen Zeit-Kobolde nicht ernsthaft wahrgenommen. Da ihm ein Alleinstellungsmerkmal fehlt, will er allen beweisen, was in ihm steckt und das er etwas Besonderes ist. Sein Übermut sorgt jedoch dafür, dass er sich in Angelegenheiten verstrickt, die er nicht vollständig überblicken kann und die ihn irgendwann überfordern.

Zu seinem persönlichen Großen Preis von Entenhausen lädt Tschinn nicht nur die Ducks ein, sondern auch deren größte Widersacher, um dem Rennen etwas Würze zu verleihen. Er scheint keinen Augenblick darüber nachzudenken, was Onkel Dagobert im Falle eine Niederlage droht. Und solange das Rennten nur spaßig und unterhaltsam ist, nimmt er es mit den Rennregeln und Fairplay nicht so ernst, wie er am Anfang weißmachen will. Er schickt die Teilnehmer eigenmächtig und ohne deren Zustimmung in die Vergangenheit und dann in die Zukunft, wo er für jedes Team individuelle Strecken und Aufgaben entwirft.

Als der Schiedsrichter jedoch alles bemerkt, muss Tschinn erklären, warum er die Zeitsteuerung gestohlen und das Rennen ins Leben gerufen hat. Heimlich hat er einen Bericht über den Glückszehner gelesen, aber nicht verstanden, dass dem Objekt keine besondere Kraft innewohnt, die gefährlich für das Raum-Zeit-Kontinuum werden könnte. In diesem Punkt fehlen ihm das Wissen und die Erfahrung.

Am Ende muss Tschinn einsehen, dass er sich geirrt hat und die Entenhausener in Gefahr gebracht hat. Er wird verpflichtet, alles wieder ins Reine zu bringen und mit der Tachyonenenergie das Raum-Zeit-Gefüges wiederherzustellen. Tschinn hat seine Lektion gelernt, aber trotz allem hat der Schiedsrichter Spaß an der Live-Berichterstattung gehabt und erlaubt Tschinn, zukünftig neben ihm zu sitzen, damit er ihn im Auge behalten kann.[2]

Der Herr der Zeit (© Egmont Ehapa)

Der Herr der Zeit ist ein großer, kräftiger Mann mit langem weißem Bart und vollem Schnurrbart, dessen Aufgabe es ist, den ordnungsgemäßen Fluss der Zeit zu überwachen. In dieser Rolle fungiert er gewissermaßen als unparteiischer Schiedsrichter. Er trägt einen großen Wikingerhut mit einer kleinen Uhr in der Mitte und eine Art Rüstung mit Umhang, die ihn wie eine nordische Gottseit aussehen lassen. Meist sitzt stets auf seinem persönlichen Zeitstuhl, der eine Mischung aus Thron und elektrischem Rollstuhl ist.

Er wirkt sehr ernst und mürrisch, ist aber in Wirklichkeit sehr weise, geduldig, aufrichtig, beschützend und gutherzig. Als sprichwörtlicher Schiedsrichter über die Zeit führt eine Gruppe von Zeit-Kobolden wie Tschinn an, die ihn unterstützen und die kleinere Aufgaben übernehmen.

Nachdem Tschinn die Teilnehmer seines persönlichen Großen Rennen erst in die Vergangenheit und dann in die Zukunft geschleudert hat, beschließt der Schiedsrichter, dass es an der Zeit ist, einzugreifen und von seinem Diener eine Erklärung für sein Handeln zu verlangen.

Wie sich später zeigt, ist er der Einzige, dem die Kontrolle über die Regelmäßigkeit der Zeitströme obliegt. Er erläutert den wahren Grund für die Untersuchung zum Glückszehner, der keine zeitliche Anomalie darstellt, sondern über eine besondere moralische Kraft verfügt.[3]

Einordnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Große Rennen ist nicht die erste Comicgeschichte mit den Entenhausenern, die sich um das Thema Rennsport dreht – sicherlich ist sie aber einer der Ungewöhnlichsten.

Bereits im Jahr 1984 schufen Giorgio Pezzin und Giorgio Cavazzano mit Der große Preis vom Erpelheimring (u. a. LTB 118) eine Parodie auf das actionreiche Spektakel auf und neben der Rennstrecke. Onkel Dagobert setzt sich in den Kopf, Sponsor eines Rennstalls zu werden, obwohl ihm dafür die Erfahrung fehlt und er bestrebt darin ist, überall Kosten zu sparen. Da auch sein Konkurrent Klaas Klever einen Rennstall finanziert, bekommen sich die beiden Fantastilliardäre schnell in die Haare und wollen sich gegenseitig übertrumpfen. Obwohl diese Geschichte die Welt das Rennsports humorvoll parodiert und viele Dinge auf die Spitze treibt, orientiert sie sich dennoch an realistischen Anknüpfungspunkten. So gibt es einige Anspielungen auf bekannte Firmen und Fahrer und auch zeichnerisch sind die Rennwagen sehr originalgetreu wiedergegeben, sodass „Der große Preis vom Erpelheimring“ zu einem echten Klassiker geworden ist.

Auf die Idee, die verschiedenen Entenhausener in einem Autorennen antreten zu lassen, verfielen Luca Boschi und Enrico Faccini 1998 und schufen mit Ein denkwürdiges Rennen (u. a. LTB 267) einen weiteren Meilenstein. Die Freundinnen Daisy Duck, Klara Kluck, Gitta Gans und sogar die quirligen Dicky, Dacky und Ducky beabsichtigen darin, ein großes Autorennen zu organisieren, welches einzig wohltätigen Zwecken zugutekommen soll. Mit dem großen Preis von Entenhausen wollen sie so viele Leute wie möglich erreichen, um mit den Einnahmen ein Tierheim Hunde zu bauen. Selbstverständlich wollen viele Entenhausener an dem Rennen teilnehmen, darunter auch Hubert Bogart mit Quacky vom Planeten Ducky oder Dummy Duck. Über das Spektakel berichtet exklusiv Dettmar Duck in seinem Rasenden Kurier, was Onkel Dagobert zuerst nicht in den Kram passt, doch der reichste Mann der Welt findet doch noch Gefallen daran, als Sponsor im Rampenlicht zu stehen. Der Kfz-Fachmann Donald dagegen ist sich unsicher, ob er sich überhaupt anmelden soll, wenn doch sowieso sein vom Glück verwöhnter Vetter Gustav Gans ebenfalls an dem Rennen teilnimmt. Daher will er zu einem kleinen Trick mit besonderem Treibstoff greifen, wird aber von den Kindern enttarnt. In dieser Geschichte stehen insoweit Teamgeist und Fairplay im Vordergrund, das eigentliche Rennen wird nur relativ kurz dargestellt und zeigt von den Entenhausenern aufgemotzte Seifenkiste, keine klassischen Rennwagen.

Gerade einmal ein Jahr vor der Veröffentlichung von Das Große Rennen machten Roberto Gagnor und Claudio Sciarrone mit ihrem fünfteiligen Epos „Raceworld“ auf sich aufmerksam, der 2019 unter dem Titel Das Rennen durch die Elemente auf Deutsch erschien (LTB Premium 23). Dieses Science-Fiction-Abenteuer weist zahlreiche Parallelen zu Das Große Rennen auf und zeigt, wie rennsportbegeistert die italienischen Künstler sind, die aber gerne avantgardistisch das Altbekannte verlassen.

In Das Rennen durch die Elemente fordern sich zwei übernatürliche, gottgleiche Wesen gegenseitig zum Wettstreit heraus. Ein Wagenrennen soll entscheiden wer von den beiden – das heißt Schöpfung oder Zerstörung – die Kontrolle über den Kosmos haben soll. Der Austragungsort des alles entscheidenden Rennes soll ausgerechnet die Erde sein. Für dieses ungleiche Rennen werden sowohl Figuren aus dem Duck- als auch dem Maus-Universum rekrutiert und dem „Team Funken“ (für die Guten) oder dem „Team Flamme“ (für die Bösen) eingeteilt. Auch hier mischen die Initiatoren des Rennen kräftig mit und verändern nach Belieben Strecken, Regeln und Fahrzeuge.

Die Bedeutung des Glückszehners[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zentrum des Renn-Abenteuers steht der Glückszehner als Ding-Symbol, um den sich die Handlung aufbaut. Während die erste von Onkel Dagobert selbst verdiente Münze in vielen Geschichten zuvor schon unterschiedlich interpretiert und mit verschiedenen Bedeutungsebenen aufgeladen wurde – etwa als Symbol oder Glücksbringer – fügt Das große Rennen eine weitere Option hinzu.

Tschinn erklärt Dagobert die Bedeutung des Glückszehners (© Egmont Ehapa)

In der Geschichte wird die Frage aufgeworfen, ob der Glückszehner eine Anomalie ist, die in der Lage ist, das Raum-Zeit-Kontinuum zu verändern. Wenn dies der Fall wäre, so schlussfolgert der Kobold Tschinn, dann hätte der Verdienst der Münze durch den jungen Dagobert überhaupt erst dafür gesorgt, dass sich das Weltgeschehen um ihn herum zu seinen Gunsten beeinflusst hätte. Kurzum: Sein eigenes Handeln wäre vollkommen bedeutungslos, da allein die Nummer Eins über den Erfolg entschied und ohne zum reichsten Mann der Welt machte.

Onkel Dagobert weigert sich, dieser These auch nur Glauben zu schenken, denn für ihn ist der Glückszehner nichts mehr als ein gegenständlicher Ansporn, auf harte und vor allem ehrliche Art und Weise zu Wohlstand zu kommen, der allen Leuten eine echte Chance und Perspektive bietet. Insofern steht der Glückszehner für Willens- und Schaffenskraft seines Besitzers. Die Münze ist damit keine unnatürliche Störung im Zeitfluss, die es laut Tschinn auszumerzen gelte.

Der weise Herr der Zeit fasst seine Vorstellung über den Glückszehner wie folgt zusammen:

„Seine Macht ist ideeller Art. Er beeinflusst die Stimmungen, Befindlichkeiten und den Charakter. Doch es gibt nichts, was sich wissenschaftlich erklären ließe. […] Die wunderbare Wirkung ist wohl nur im Zusammenhang mit der unbändigen Willenskraft des Besitzers der Münze zu erklären.“
der Hüter der Zeit über den Glückszehner

Analyse und Anspielungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das große Rennen ist eine 140 Seiten füllende Comicgeschichte aus vier zusammenhängenden Kapiteln, die mit Cliffhangern enden. An vielen Stellen gibt es Anspielungen und Bezüge zu anderen Comicgeschichten oder ganzen Disney-Comic-Universen.

Die Struktur der Story ist insoweit ungewöhnlich, als dass es so gut wie keine Textboxen gibt, die den Wechsel zwischen den Orten und Zeiten erklären. Beispielsweise gibt es keine Überleitungen zwischen den Geschehnissen der verschiedenen Teams. In den Kapiteln 2 und 3 stellt jede Comicseite das gegenwärtige Geschehen eines Teams dar. Auf der nächsten Seite wird dann sofort ein anderes Team gezeigt. Dieses Vorgehen sorgt dafür, dass der Lesefluss nicht ins Stocken gerät, sondern die Geschwindigkeit konstant hochgehalten wird. Außerdem wird unterstreichen, dass die Geschehnisse alle zeitgleich und parallel stattfinden.

Nur im ersten Kapitel wird die Handlung nicht chronologisch dargestellt: So beginnt die Geschichte in Donalds Garten kurz nach dem Großen Preis von Entenhausen. Der erschütternde Schrei von Onkel Dagobert ruft alle Ducks in den Geldspeicher, wo Onkel Dagobert aufgeregt über seine nächtliche Begegnung mit Tschinn vor einigen Wochen berichtet. Erst nach den Rückblenden setzt die Handlung wieder im Jetzt ein.

Ein interessantes Detail ist, dass die Neffen Tick, Trick und Track in diesem Abenteuer nicht ihr Schlaues Buch zur Hand haben, das ihnen in mancherlei Situationen hätte weiterhelfen können.

Des Weiteren liefert Das Große Rennen eine Reihe von Informationen über Entenhausen und dessen bekannteste Bewohner.

Das Rennen endet mit dem Überfahren der Ziellinie, die sich genau neben der berühmten Emil-Erpel-Statue befindet und damit dem eindrucksvollen Wahrzeichen von Entenhausen, das wie kein anderes Symbol für die Geschichte der Gumpenmetropole steht.

Es wird erwähnt, dass das Entenhausener Museum und damit viele Kunstwerke im Jahre 1936 einem schrecklichen Brand zum Opfer gefallen ist. Hierfür ist allerdings kein Beleg ersichtlich.

Fort Fliegentrutz (© Egmont Ehapa)

Primus von Quack und Tick, Trick und Track statten Fort Fliegentrutz einen Besuch ab, dem ehemaligen Gefängnis von Entenhausen an den Klippen der Stadt. Hier treffen sie auf den Geist von Pap Pillon, einem freundlichen Ausbrecherkönig, dem neunmal ein Ausbruch aus dem Fort gelang, das ein wenig an das berüchtigte Gefängnis Alcatraz erinnert.

Im Entenhausen der Zukunft werden die meisten Gebäude der Stadt nur noch als Museum genutzt, die an längst vergangene Zeiten erinnern sollen. Daher dient auch der Milliardärsklub als Museum, der sich in einer Sonderausstellung Dagobert Duck widmet. Eine Wachsfigur von Onkel Dagobert zeigt ihn dabei, wie er „wie ein Maulwurf durch sein Geld gräbt und es sich auf die Glatze prasseln lässt“: Genau wie in der berühmten Szene aus Carl Barks‘ Der arme reiche Mann, die seitdem sowohl zeichnerisch als auch sprachlich immer wieder zitiert wird.

Gundel Gaukeley Auto verwandelt sich durch ihren eigenen Zauberspruch in eine Kutsche aus Kürbissen – eine eindeutige Anspielung auf die bekannte Kürbiskutsche aus dem Disney-Meisterwerk Cinderella.

Onkel Dagobert erklärt, dass er im Jahre 1998 alle Schlösser des Geldspeichers austauschen lassen hat. Hierfür ist allerdings kein Beleg ersichtlich.

Der erste Phantomias alias Lord Quackett erwähnt beiläufig, dass er gerade erst eine unbezahlbare antike Dublone entwendet habe. Hierfür ist allerdings kein Beleg ersichtlich, da auch die zuvor erschienenen Episode der Die Legende des ersten Phantomias-Serie inhaltlich nicht zu dieser Aussage passt.

Erst ganz am Ende sieht man Tschinnis vollständiges Gesicht, als er vor Scham über seine Missetat seine Mütze abnimmt.

Abweichungen und Anachronismen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Onkel Dagobert und Herr Düsentrieb bei ihrer Station in der Vergangenheit den Geldspeicher erreichen, erklärt Onkel Dagobert, dass sein Vergangenheits-Ich zurzeit auf Geschäftsreise sei und erst im Jahr 1930 zurückkehren werde. Diese Schilderungen sind eine direkte Anspielung auf Der Großmagnat aus Calisota, das elfte Kapitel der Sein Leben, seine Milliarden-Saga von Don Rosa aus dem Jahr 1992. Darin wird gezeigt, wie der aufstrebende Dagobert rund um den Globus reist, um überall Geschäfte abzuschließen, dabei aber seine eigene Familie vernachlässigt, die seinetwegen nach Entenhausen gezogen ist.

In Das Große Rennen behauptet Onkel Dagobert in der deutschen Übersetzung, dass seine Schwester an seiner Stelle den Geldspeicher hüte, aber gerade in Quackhausen sein müsse. Hier wird im deutschsprachigen Raum der Konflikt zwischen Don Rosas Duck-Kosmus und dem italienischen Duck-Universum des LTB deutlich: Während es bei Don Rosa um Dagoberts Schwester Mathilda Duck geht, die den Geldspeicher leitet, ist es im italienischen Verständnis Oma Dorette Duck, die noch ihren Bauernhof in Quckhausen betreibt. Dadurch ist die Anspielung im Deutschen offenbar bewusst abgewandelt worden, denn im Original ist von Mathilda Duck die Rede.

In der Vergangenheit erinnert sich Onkel Dagobert während eines gefährlichen Überholmanövers von Klaas Klever und Anwantzer, dass das Schlagloch auf der Straße vor dem Geldspeicher „erst im Jahr 2012“ ausgebessert wurde. Allerdings ist das besagte Loch in der Gegenwart (2015) noch immer da.

Donald, Daisy, Lord Quackett und Detta von Duz (© Egmont Ehapa)

Die mit Abstand interessanteste Begegnung in Das Große Rennen ist das Aufeinandertreffen von Donald Duck und Daisy mit Lord John Lamont Quackett und dessen Gefährtin Detta von Duz. Bekanntlich trat Donald die Nachfolge von Lord Quackett als Phantomias an. Während der erste Phantomias als Gentlemandieb die Reichen und Mächtigen vorführte, nahm Donald die Rolle als Superheld erst später an, nachdem er das Tagebuch von John Quackett gelesen hatte und sich als zunächst als Rächer der Schutzlosen präsentierte.

Zwar sollte es nicht die einzige Begegnung zwischen Donald und dem ersten Phantomias sein, da Marco Gervasio die beiden Helden später mehrfach zusammenarbeiten ließ, aber das Treffen in „Das Große Rennen“ ist dennoch sehr komisch. Schließlich weiß Donald ganz genau, dass hinter der Fassade des Aristokraten John Quackett der erste Phantomias schlummert, wogegen der Lord keine Ahnung hat, mit wem er es zu tun bekommt. Entsprechend versteht John auch keine der Anspielungen, die Donald macht. In der Villa Rosa nimmt Donald auf dem roten Ohrensessel Platz und behauptet, dieser sei weicher als der grüne Sessel – eben jener Sessel, unter dem Donald viele Jahre später in Die Verwandlung das versteckte Tagebuch des ersten Phantomias finden wird.

Donald glaubt, dass Tschinn den Glückszehner im unterirdischen Geheimversteck der Villa Rosa versteckt hat, sodass nur er die Münze finden könne. Das wiederum impliziert, dass Tschinn die Geheimidentität von Donald als Phantomias kennen müsste – was er aber nicht tut. Denn als Tschinn das Treiben von Donald beobachtet, sagt er mürrisch, er habe den Glückszehner in einer Schachtel im Garten vergraben. Demzufolge kann auch Tschinn nicht die schicksalhafte Begegnung von Donald und John Quackett einordnen – ebenso wenig wie die Damen Daisy Duck und Detta von Duz, die sich nach anfänglicher Skepsis miteinander anfreunden und über Mode schwatzen.

Später zeigt sich, dass der Schurke Destruktor ebenfalls nicht weiß, welche Bedeutung die Villa Rosa hat. Er erkennt nicht einmal den ersten Phantomias mit der blauen Maske, obwohl er Phantomias als seinen Erzfeind betrachtet. Dies könnte daran liegen, dass Destruktor nichts weiter als ein künstlich geschaffener, durchgeknallter Klon von Daniel Düsentrieb ist und damit über keinerlei Erinnerungsvermögen verfügt, das den ersten Phantomias betrifft, von dem er noch nie etwas gehört hat. Der ersten Phantomias hält Destruktor wiederum für einen „armen Irren“.

Ein offensichtlicher Anachronismus zeigt sich in der Gegenwart, als das Große Rennen im vierten Kapitel stattfindet. Hier verläuft die Rennstrecke direkt an der intakten Villa Rosa vorbei – obwohl diese am Ende von Die Verwandlung bekanntlich von Gustav Gans in die Luft gesprengt wurde.

Das dritte Kapitel spielt im Entenhausen der Zukunft, nämlich im 23. Jahrhundert. In dieser Zeitschiene gibt es Anspielungen auf das Universum des Neuen Phantomias aus Paperinik New Adventures (PKNA). Obwohl wir uns im 23. Jahrhundert befinden, wird Entenhausen nicht so dargestellt wie in PKNA. Es tauchen auch keine Figuren der Saga auf (zum Beispiel Klarissa, der Plünderer oder Konrad Kiwi).

Doch zumindest hat der neue Phantomias mit seinem Schild einen Gastauftritt: Oder besser gesagt, der Extransformer, als der als Androide im Keller von Donalds Haus schlummert. Der Droidenwächter wird durch die Tachyonenenergie der Zeitsteuerung aufgeweckt wird, den geheimen Unterschlupf verlässt und Destruktor als Eindringling bekämpfen will. Überhaupt ähneln die Zeitreise-Elemente mit der Energie aus Tachyonen, den Raum-Zeit-Krümmungen und den durch Gegenstände hervorgerufene Anomalien stark dem PKNA-Kosmos. Übrigens wird Phantomias von seinen jungen Fans „Held der Jugend“ genannt, genau wie in der Zukunft bei PKNA.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Wettlauf der Ducks durch die Zeit, um den Glückszehner von Onkel Dagobert zu retten, führt durch die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft. Das Zusammenspiel der Figuren in den unterschiedlichen Zeitepochen an den bekannten Schauplätzen Entenhausens bildet den Reiz von Das Große Rennen.

Die Geschichte gewinnt ihre Spannung vor allen Dingen aus der Unvorhersehbarkeit der Ereignisse, die erst vom Kobold Tschinn manipuliert werden, sich aber zunehmend verselbstständigen und unkontrollierbar werden. Die Dichte der Ereignisse hält das Tempo konstant auf einem sehr hohen Niveau. Dreh- und Angelpunkt bleibt neben all der Action die Frage, ob der Glückszehner eine glücksbringende Anomalie ist, was einen interessanten Diskurs anstößt.

Für Bruno Enna bietet der zeitliche Rahmen die Gelegenheit, sich ironisch mit dem Vergehen der Zeit und den sozialen und technologischen Veränderungen auseinanderzusetzen, die sich in mehr als siebzig Jahren in Entenhausen vollzogen haben. Vor allem aber bietet sich die reizvolle Möglichkeit, eine Art Crossover im Disneycomic-Kosmos zu inszenieren. Denn auch wenn Onkel Dagobert die Figur ist, von der die Handlung ausgeht und alle Entenhausener sich in das große Rennen einfügen müssen, so ist es doch Donald in seiner Rolle als Phantomias, der die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft prägt. Folglich bietet die 140-seitige Geschichte eine humorvolle Mischung aus verschiedenen Welten, Anspielungen und Generationskonflikten.

Viele Figuren treten auf (© Egmont Ehapa)

Das Skript von Bruno Enna funktioniert trotz der Schwierigkeit, ein Rennen mit zahlreichen Figuren zu erzählen, sehr gut, da es locker und ungezwungen ist. Es schafft es, allen Personen den richtigen Raum zu geben, ohne unübersichtlich zu werden – wobei in diesem Punkt die Meinungen auseinander gehen können. Vor allem im ersten Teil gibt es noch sehr viele Erklärungen, wogegen den folgenden Kapiteln eine gewisse Hektik inne liegt.

Enna bedient sich geschickter Kniffe, wie zum Beispiel des gemeinsamen Dialogs, den die verschiedenen Figuren in einem einzigen Bild führen, was es dem Leser ermöglicht, die Geschehnisse aller Protagonisten mühelos und gleichzeitig zu verfolgen. Zudem lenkt der mysteriöse Kobold Tschinn die Figuren wie Schachfiguren und bringt die Rennstrecke auf kreative Weise durcheinander.[4]

Der Autor Bruno Enna entwirft eine Handlung, die nicht besonders bedeutungsvoll ist, denn die zugrunde liegenden Motive sind eher banal (Rückgewinnung des Glückszehners bei den Ducks, Rache und Böswilligkeit auf Seite der Gegenspieler). Doch das rasante Tempo, die unterhaltsamen Anspielungen und die bissigen Sprüche machen das mehr als wett. Langjährige Disneyfans werden bemerken, dass das dargestellte Entenhausen auch auf den klassischen Comicgeschichten von Carl Barks und der Fortentwicklung von Don Rosa basiert.

Dem Autor gelingt es, das Potenzial der Disney-Figuren zu zeigen und auch mit relativ wenig Screentime (beispielsweise von Primus von Quack) ihren ganzen Charme zum Ausdruck. Die Entschlossenheit von Onkel Dagobert und die psychologischen Facetten der verschiedenen Figuren – von Gundel Gaukeley bis Daisy, von Primus von Quack bis Daniel Düsentrieb, über Klaas Klever und Gustav Gans – werden gut dargestellt, wobei er die umfangreiche Besetzung präzise und gekonnt inszeniert. Besonders aufregend sind die Auftritte des Superschurken Destruktor und des Superhelden Phantomias in erster, zweiter und – wenn man so will – dritter Generation.

Das Große Rennen findet ein glückliches Ende und bringt die sportliche Seite des Motorsports besonders gut zur Geltung. Der Autor beschreibt das letzte Rennen auf spannende und mitreißende Weise, hin und hergerissen zwischen unfairen Manövern, Unfällen, wahnsinnigen Geschwindigkeiten und gefährlichen Kurven.

Für die Zeichnungen waren Alessandro Perina, Giampaolo Soldati, Paolo de Lorenzi verantwortlich. Was die künstlerische Seite betrifft, sticht Alessandro Perina unter Paolo De Lorenzi und Giampaolo Soldati sicherlich durch seinen klaren und sanften Stil hervor, der gleichzeitig bei den Hintergründen und Mimiken sehr detailreich ist. Im Kapitel von Paolo De Lorenzi sind die Hintergründe etwas minimalistischer, da er sich mehr auf die Gestaltung der Figuren konzentrierte. Alessandro Perina leistet wie gewohnt gute Arbeit und charakterisiert neue Figuren wie den Schiedsrichter und die Zeit-Kobolde sehr ansprechend.[5]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das große Rennen wurde in Italien in den Ausgaben des Topolino-Heftes im Zeitraum vom 7. Juli 2015 bis 28. Juli in den vier Kapiteln erstveröffentlicht. Im Jahr 2018 erfolgte ein Nachdruck im Sammelband Disney Time 84 - Vroooom! Paperi in pista. Bei dieser Veröffentlichung erhielten alle vier Kapitel eigenständige Titel, sodass La Grande Corsa nur noch den ersten Teil bezeichnete. Die anderen folgenden Titel lauten La grande corsa contro nel passato (Teil 2), La grande corsa contro nel futuro (Teil 3) und La grande corsa contro nel presente (Teil 4).

In Deutschland wurde die Geschichte vollständig im Jubiläumsband LTB 500 veröffentlicht, wo sie circa die erste Hälfte der Ausgabe einnimmt.

Weitere Veröffentlichungen erfolgten im Jahr 2017 in den Egmont-Ländern Dänemark, Schweden, Norwegen, Finnland, Estland, Tschechische Republik, Island und Lettland, aber auch in den Niederlanden und Portugal.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]