Nimmermehr

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Nimmermehr (engl. Ratface oder Poe) ist ein schwarzer Rabe und ständiger Begleiter Gundel Gaukeleys seit ihrem erstem Auftritt.

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hat sich da wohl jemand im Herrchen geirrt?(© Egmont Ehapa)

Sehr zu der Figur des Raben passend ist der deutsche Name gewählt, der sich auf das berühmte Gedicht von Edgar Allan Poe („quoth the raven 'Nevermore' “/„sprach der Rabe 'Nimmermehr' “) bezieht (siehe Weblink). Im Barks'schen Original wird es lediglich in obengenannter Geschichte zitiert, in der der von Tick, Trick und Track aufgegabelte Rabe fortwährend das Wort „Nevermore“ wiederholt.

Nimmermehr ist nicht zu verwechseln mit seinem Namensvetter aus der vierten Gundel-Geschichte Der Rabe Nimmermehr / Raven Mad. Bei selbigem handelt es sich um einen freilebenden Raben, der Opfer von Gundels Hypnose-Kunst wurde. Dieser Rabe hat zwar nichts mit dem späteren Nimmermehr zu tun, könnte Barks aber dazu inspiriert haben, Gundels Raben als wiederkehrende Nebenfigur weiter auszubauen.

Im Italienischen heißt der Rabe „Gennarino“, was eine Anspielung auf den Schutzpatron Neapels Januarius ist. Neapel liegt am Fuße des Vesuv, auf welchem Gundel Gaukeley gemeinsam mit Nimmermehr lebt.

In älteren Übersetzungen wurde Nimmermehr gelegentlich auch „Rurak“ (z.B. Micky Maus 39 – 41/1976) genannt. Dieser Name hat sich allerdings nicht durchsetzen können und bei Neuveröffentlichungen dieser Geschichten wird „Rurak“ oft gegen „Nimmermehr“ ausgetauscht. In der Geschichte Der goldene Eisberg (Micky Maus 10 – 12/1966) wurde er noch mit Rudi übersetzt.

Nimmermehr heißt in anderen Sprachen:

  • Dänisch: Rottefjæs, Rasputin
  • Englisch: Ratface, Mr. Poe, Poe
  • Finnisch: Korri, Rotannaama
  • Französisch: Algorab
  • Griechisch: Πόε (Po-e), Ποντικομούρης (Pontikomuris = Mausgesicht)
  • Italienisch: Gennarino
  • Norwegisch: Hugin, Nemesis, Krax
  • Schwedisch: Nemesis

Nimmermehr bei Barks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Noch spricht der Rabe nicht

Schon bei Gundels Debüt in Barks' „Der Midas-Effekt" / „The Midas Touch“ sieht man in ihrer Behausung, neben allerlei anderem dem Hexen-Klischee entsprechenden Getier (Fledermäuse, schwarze Katze), einen grimmig dreinblickenden Raben auf einer Stange sitzen. Dieser redet allerdings nicht, interagiert nicht mit Gundel und wird auch nicht beim Namen genannt.

Nach einem gänzlich rabenlosen zweiten Auftritt der Hexe erhält der Leser in „Glück und Glas“ / „The Unsafe Safe“ ein weiteres Mal Einblick in Gundels Zauber-Boutique samt dem dazugehörigen Privatzoo. Der Rabe ist nach wie vor unauffälliger Statist und hockt diesmal in einem Käfig. Damit ist er nur eines von vielen magischen Haustieren, aber schon bald soll er zu Gundels einzigem Helfer werden. Zu Beginn stand er auf gleicher Höhe mit Gundel – er war ebenso frech wie sie und konnte bei der Kommunikation mit anderen Tieren helfen. Doch es dauerte nicht lange, bis Nimmermehr verschiedene demütige Niederlagen für seine Chefin hinnehmen musste, und vielleicht ist genau das der Grund dafür, warum er in vielen Fällen nicht länger den gleichen Enthusiasmus für Gundels hinterlistige Taten zeigt.[1]

Erste Interaktion zwischen Hexe und Rabe

In „Die Irrfahrten des Dagobert Duck“ / „Oddball Odyssey“ ist er nach wie vor stumm, begleitet aber die Hexe zum ersten Mal außerhalb ihres Hexenhauses und imitiert sie in ihrer Gestik. Am Ende spricht Gundel ihren Raben sogar an und verhext ihn: „Raven, become a rat!“ Dies kann als eine Vorausschau auf Nimmermehrs späteren englischen Namen Ratface angesehen werden.

Nimmermehr spricht zum ersten Mal vor den Augen der Leser

Nach einem weiteren und letzten Erscheinen des wortkargen Vorläufers von Nimmermehr in „Anschlag auf den Glückstaler“ / „For Old Dime's Sake“ ist die Figur in „Die Insel der goldenen Gänse“ / „Isle of Golden Geese“ erstmals in ausgereifter Form präsent. Zum ersten Mal spricht Gundel den Raben bei seinem Namen an und zum ersten Mal stellt dieser seine Redekünste zur Schau. Nimmermehr wird in dieser Geschichte damit beauftragt, Dagobert auszuspionieren.

Letztmalig bei Barks kam Gundels Begleiter in „Die vielen Gesichter der Gundel Gaukeley“ / „The Many Faces of Magica de Spell“ zum Einsatz. Hier kommentiert er Gundels Hexenarbeit und muss als Versuchskaninchen für deren neustes Gebräu herhalten: ein Spray, das einer Person die Gesichtszüge desjenigen verleiht, den man gerade anstarrt. Später in der Geschichte hilft Nimmermehr Gundel, das Versteck der Ducks aufzuspüren, indem er andere Vögel per Vogelsprache zu einer großangelegten Suchaktion bewegt (der Gag könnte von einem ähnlichen im Disney-Film 101 Dalmatiner inspiriert sein).

Der Rabe Randolph[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Barks' Zehnseiter Raven Mad (Der Rabe Nimmermehr) von 1962 spielen Tick, Trick und Track mit einem Raben, den Barks Randolph nannte. Gundel macht ihn schließlich mit einem Zauberspruch vorübergehend zu ihrem Handlanger. Verwirrenderweise gab Dr. Erika Fuchs bereits diesem Vogel den Namen „Nimmermehr“. Barks' Ratface erhielt seinen Namen dann ein Jahr später, Erika Fuchs nannte aber auch ihn „Nimmermehr“, obwohl es sich sich dabei um einen anderen Raben handelt. Ob das versehentlich passierte, oder ob ihr der Name für einen Raben einfach zu passend erschien, ist nicht bekannt.

Nimmermehr nach Barks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nimmermehr in einer italienischen Geschichte (© Egmont Ehapa)

Nimmermehrs erster Auftritt außerhalb einer Barks-Geschichte fand vermutlich in „Onkel Dagobert droht Unheil“ / „Zio Paperone e l'orribile ossessione“ von Abramo und Giampaolo Barosso und Giovan Battista Carpi statt.

In den sogenannten „Burggeschichten“, in denen Gundel mit Madame Mim und weiteren, extra für diese Serie konzipierten Figuren auf einer Burg lebt, tauchen statt Nimmermehr zwei andere Raben auf, die im englischen Original „Ed“ und „Al“ genannt werden.

Ganz schön Feder lassen muss Nimmermehr in Das Allerweltsamulett (2000, u. a. LTB 283): Hier verliert Nimmermehr bei einer magischen Verpuffung sein schwarzes Federkleid und ist daraufhin splitterfasernackt – was seiner Herrin Gundel, die sich am Ziel ihrer Träume wähnt, herzlich egal zu sein scheint.

In Glücksrabe Nimmermehr (2013, u.a. LTB 464) verlässt Nimmermehr kurzzeitig die Hexenhütte von Gundel Gaukeley, da er aufgrund eines Fernsehberichts annimmt, er als schwarzer Rabe würde seiner Herrin großes Unglück bringen. Vorübergehend zieht er auf den Bauernhof von Oma Duck und Franz Gans, wo er das Landleben genießt. Nachdem er lange in Erinnerungen geschwelgt und erkannt hat, dass er kein Unglücksbringer sei, kehrt zum Vesuv zurück. Dort wird offenbart, dass Gundel mit ihren magischen Tricks ihre Finger im Spiel hatte.

Seine romantische Ader entdeckt Nimmermehr in Schlaflos am Vesuv (2001, LTB 503, LTB Spezial 120): Er hat sich unsterblich in die zärtliche Rabendame Nigetraud verliebt, die in den Diensten von Gundel Gaukeleys arrogantem Nachbarn Artemus lebt. Der kaltherzige Zaubermeister ist entschieden gegen die romantische Verbindung und untersagt Nimmermehr, Nigetraud zu besuchen. Daher trifft Nimmermehr die schwerwiegende Entscheidung, mit seiner Freundin Nigetraud zu verschwinden und in die Welt hinaus zu ziehen. Gundel, die das Vorhaben zuerst unterstützt, fordert Artemus schließlich zu einem magischen Duell heraus, um dessen Herz zu erweichen.

In der Geschichte Wie alles begann... (2021, LTB 553, LTB Enten-Edition 97) erhält Gundel den Raben Nimmermehr in einer Rückblende von ihrer Mutter als Geschenk. Dieser Rabe ist dort erst noch aus Holz geschnitzt. Erst später, als Gundel alt genug ist, verwendet sie einen Zauber und verwandelt ihn in einen lebendigen Raben.

Poe bei den DuckTales[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nimmermehr und Poe in einer Boom Geschichte

In den DuckTales von 1987 hat Gundel ebenfalls einen Raben. Dieser trägt allerdings einen Hut, gibt zu verstehen, dass er der verwandelte Bruder Gundels sei und trägt den Namen Poe, im Original Poe de Spell. In einer Geschichte tauchen beide Raben gleichzeitig auf. Ob er der Vater von Klein Wanda ist, ist nicht bekannt oder überliefert.

Innerhalb des Leserforums wurde in DDSH 269[2] ein Leserbrief veröffentlicht, worin Gundels Verwandtschaftsgrad zu Nimmermehr hinterfragt wird. Laut der Leserin hat sie eine Geschichte in Erinnerung, in welcher Nimmermehr ihr verzauberter Bruder sei. Die Redaktion antwortete darauf, dass ihr keine Geschichte bekannt sei, die dies bestätigen würde. In weiteren Leserforen wurden allerdings Briefe anderer Leser veröffentlicht, die die Theorie der Leserin zumindest zum Teil bestätigten[3][4][5]. Laut diesen Leserbriefen gibt es eine Folge innerhalb der DuckTales (Staffel 1, Folge 6 (deutsch: Folge 44): „Gundels Gaukelei“/„Send in the clones“) wo Nimmermehr in der deutschen Synchronfassung sagt: „Was ist das? Mich in deinen Bruder zurückzuverwandeln?“. In der englischen Originalversion sagt Nimmermehr folgendes: „What? To turn me back into a man?“ Jener Satz lässt die Vermutung noch nicht exakt korrekt erscheinen. Allerdings geht der Dialog im Englischen noch weiter, wo Gundel dann folgendes sagt: „Once I melt that dime and put it into my amulet, I will be so powerful, not only will I turn you back into my brother, but the world will be mine, aswell“.

Der erste Entwurf des Skripts zur DuckTales-Episode Schattenspiele setzte das Setting fort, dass in Gundels Gaukeli eingeführt worden war, nämlich dahingehend, dass Gundels Rabe wirklich ihr verwandelter Bruder ist. Dieser Aspekt der Figur war jedoch in den Comics nicht zu finden und wird in dieser Version von DuckTales nie wieder erwähnt. Die „Bruder“-Handlungslinie wurde bis zum Reboot im Jahr 2017 nie wieder aufgegriffen.[6] Die Theorie, nach der Gundel und Nimmermehr eigentlich Geschwister sind, beschränkt sich demnach ausschließlich auf dieses Zitat aus den DuckTales.

In der 2017er-Version der DuckTales jedoch sieht man Poes menschliche Gestalt: Poe trat in Die Verbrechen des Dagobert Duck (Staffel 3) in seiner ursprünglichen Gestalt auf. Es wird weiterhin gezeigt, wie er gemeinsam mit Gundel über ein Dorf herrscht, bis es zu einem Konflikt mit Dagobert kommt. Onkel Dagobert nutzt Gundelss aufbrausendes Temperament aus und bringt sie dazu, sich Poes magisches Amulett auszuleihen. Nachdem sie sich Poes Magie angeeignet hat, feuert sie mehrere Verwandlungszauber auf Onkel Dagobert ab. Nach einiger Zeit, als sich der Kampf dem Ende zuneigt, nutzt Dagobert seinen Glückszehner, um den letzten Zauber zurück auf Gundel Gaukeley zu reflektieren. Doch in dem verzweifelten Versuch, seine Schwester zu retten, wirft sich Poe in den Weg, wodurch er sich in einen Raben ohne Bewusstsein verwandelte. Ohne Erinnerung an sein früheres Leben fliegt Poe gedankenlos durch ein Loch, das durch das Handgemenge entstanden ist, und wurde seitdem nicht mehr gesehen.[7]

Im Buch Gaukeley – Das Buch der Verdammnis wird erzählt, dass Poe ein Freund der Familie ist, der von Gundel durch einen Zauber in einen Raben verwandelt wurde.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]