LTB 82: Rezension

In diesem Artikel wird das LTB 82 rezensiert. Ist dieser Band einen Kauf wert oder sollte er lieber im Kiosk stehen bleiben? Du weißt es nicht? Dann lies das! Einen neutralen enzyklopädischen Artikel findest du unter LTB 82.
Jeder kann hier seine persönliche Meinung zu den in LTB 82 erschienenen Geschichten verfassen. Eine Unterschrift unter jedem Kommentar ist erwünscht (einzufügen mit ~~~~). Die Geschichten können mit Highlight
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Cover[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Donald, in Trikots und Hosen der international seltenen Farbkombination rot-hellblau, kickt einen Ball mit seiner rechten Klebe senkrecht ins obere Bilddrittel. Der Ball ist mit den Flaggen von Teilnehmern der Fußball-WM von 1982, Spanien, Italien, Argentinien, Brasilien und Peru, bestückt…
Neben dem gewohnheitsmäßig leeren Blick von Giancarlo Gattis Donald gehen hier noch ein paar weitere Dinge schief: kein Hintergrund (nicht einmal ein „Untergrund“), keine Dynamik. Auf dem italienischen Originaltitel konnte zumindest noch die Idee gefallen, das „o“ in „Paperino“ durch den in die Luft geschossenen Fußball bilden zu lassen. Das von Marco Rota gestaltete Cover des I Classici 54 der „Prima Serie“ von 1974, von dem dieser Band hier eine Neuauflage ist, zeigte Donald, Goofy und Micky im spielerischen Kampf um den damals neuen FIFA World Cup und war deutlich besser. (4/15) Hobrowili (Diskussion) 22:50, 25. Mai 2026 (CEST)
Das erste Fußballspiel der Welt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
„Ich weiß was viel Besseres! Wie wär’s mit einem lustigen Kürbisspiel für beide Clans?“ (eine Hexe aus dem schottischen Hochland revolutioniert das Fehdewesen aka die Sportwelt)

Dagobert Duck und Klaas Klever sprechen beim einflussreichen Fußball-Funktionär Heuberger vor, um die Übertragungsrechte für die anstehende Fußball-WM zu ergattern. Im Gepäck haben beide, um ihre Ansprüche zu untermauern, je einen spektakulären Fußball-Film: Doch während Dagoberts Film-Opus, das die Erfindung des Fußballspiels in den schottischen Highlands imaginiert, bei Heuberger durchfällt, gefällt ihm Klevers Streifen „Ein Tag im Leben des Franz Dribbelbauer“ ganz vorzüglich. Doch wie groß die Überraschung bei Heuberger und Dagobert, als Klever verkündet, diesen Dribbelbauer, der mit seinen Fußballkünsten die ganze jodlersteinische Nationalmannschaft vernascht, gebe es wirklich! Und Klever ist nur zu bereit, gegen Einräumung der Fernsehrechte seinen neuen Star an die hiesige Nationalmannschaft zu „verleihen“. Der verzweifelte Dagobert weiht seine Verwandten in den Sachstand ein, und es sind natürlich die Kinder, die als erstes merken, dass mit diesem „Franz Dribbelbauer“ etwas nicht stimmt. Und tatsächlich: Er ist, wie uns Scarpa zeigt, ein Instrument von dessen Bruder Hans, einem Elektronikgenie, der Franz mittels eingesetzter Elektroden nach Belieben aus einem hohlen Berg heraus fernsteuerbar gemacht hat. Währenddessen hat Gundel Gaukeley Dagobert ausspioniert und einen Hebel erahnt, mit dem sie endlich den Glückstaler ergattern könnte: Sie verspricht, Donald zum Super-Torwart zu machen, und tatsächlich bekommt der ehemalige Fußballstar Uli Seiler keinen Ball mehr an Donald vorbei in die Maschen. Sodann werden Hans und Franz, in Wahrheit beides keine schlechten Menschen, von den Kindern, Dagobert und Heuberger enttarnt. Dennoch will der Fußball-Funktionär an dem Vertrag mit Klever festhalten. Obwohl Dagobert unter diesen neuen Bedingungen nur noch wenig Lust verspürt, Gundel seinen Glückstaler auszuliefern, legt er ihn wie verabredet eines Abends an sein offenes Fenster. Doch Klever, weiterhin im Wettkampfmodus, tauscht den Glückstaler gegen einen alten schottischen Pechpenny von seinem Speicher aus. Gundel sieht sich verraten und entzieht Donald seine Superkräfte, der daraufhin in einer eigens organisierten Demonstration seiner Fähigkeiten eben doch von den durch alle Spieler der Nationalmannschaft gleichzeitig abgefeuerten Fußbällen über den Haufen geschossen wird. Dagobert verdonnert den Versager dazu, Klevers Fernmeldesatelliten zu sabotieren – wenn er die Übertragungsrechte für die Fußball-WM nicht bekommt, soll sie eben keiner sehen. Doch nebenbei demoliert Donald auch Dagoberts eigenen Satelliten und geht sodann „als erster lebender Satellit in die Geschichte des Fernsehens“ (S. 95)…

Der Nebel wabert mystisch über das Kürbisfeld zwischen den beiden Burgen zweier verfeindeter schottischer Clans… Die Gewitterhexen – ganz offenbar Shakespeares „Macbeth“ entlehnt, obwohl es hier vier statt drei sind – machen sich einen Spaß: Die der Kürbiskost überdrüssigen McDuckleys und die hungrigen McClevers sollen ihr Anrecht über die Anbaufläche ausspielen. Und da die Hexen einige Kürbisse vergiftet haben und die Clan-Angehörigen höllische Angst, sie zu berühren, soll der Kampf eben mit den Füßen erfolgen. Wer den Kürbis mit dem Pechpenny am Ende hinter seinem Burgtor liegen hat, ist Verlierer. So kam also das Fußballspiel in die Welt, und wahrscheinlich wäre die Geschichte von Romano Scarpa bereits dann unter seinen Top-Werken zu listen, wenn es dabei sein Bewenden gehabt hätte. Aber es ist ja nur der „Vorfilm“ für die weiteren Geschehnisse, die der bunten, verrückten Welt des „Calcio“, wie der Sport in Italien heißt, ein bleibendes Disney-Denkmal setzt. Die Erzählstruktur, hier offenbar nur einer Filmvorführung beigewohnt zu haben, welche Teil eines Geschäftskampfes zwischen Dagobert Duck und Klaas Klever ist, kann auch diejenigen Scarpa-Fans vollends begeistern, welche den späteren Scarpa immer etwas zu routiniert und überraschungsarm fanden. Auch die deutschen Übersetzer muss das initiierende Filmopus derart berauscht haben, dass sie die anschließenden drei Viertel der Handlung glatt übersahen und gleich die ganze Geschichte „Das erste Fußballspiel der Welt“ tauften (ital. schlichter und treffender „Paperino ai Mondiali di Calcio“, also „Donald bei den Fußball-Weltmeisterschaften“). Glänzend die Idee Scarpas, gegen Ende des Comics den ursprünglichen Clan-Wettkampf in einer entzückenden Verschiebung der Erzählebenen wieder in die Handlung zurückzuholen und Klever mit genau jenem „schottischen Pechpenny“ hantieren zu lassen, den sein Vorfahr McClever – aber schließlich ja nur in einem von Dagobert produzierten Film – zu seinem Verdruss einst hinter seinem Burgtor fand. Dass überhaupt Gundel Gaukeley eine Rolle bekommt und somit den mittelbaren Wettstreit der Fußball-Superstars Franz Dribbelbauer und Donald Duck forciert, ist ebenfalls ein überaus glücklicher Einfall zu nennen. Und was ist ihr Gegenspieler, der technisch begnadete Fußballer-Bruder Hans Dribbelbauer, eigentlich anderes als ein Vorläufer jener heutigen „E-Sportler“, die seltsame Avatare tatsächlicher Superstars durch ihre Fußballsimulationen wie die der bekannten FIFA-Reihe schicken? „Franz Dribbelbauer“ erinnert übrigens nur in der deutschen Übersetzung an den deutschen Fußballer-Prototypen Franz Beckenbauer, der kurz vor dem Erscheinen des LTB 82 mit dem Hamburger SV seine fünfte deutsche Meisterschaft feiern und sein Abschiedsspiel bestreiten durfte. Scarpa hatte ihn im italienischen Original als „Franz Paperott“ stärker in die „Paperi“, also die Gattung der Disney-Enten eingeordnet, und ihm darüber hinaus eine allgemeiner gehaltene deutsche Namensendung zugewiesen. Es macht auch Spaß zu sehen, wie mit den anderen Namen aus der Handlung verfahren wurde: Aus dem ehemaligen Meisterspieler Rolf Ball wird ein Uli Seiler, aus dem Funktionär „Mister Stopper“ ein „Herr Heuberger“, darin den damaligen DFB-Präsidenten Hermann Neuberger assoziierend. Auch im italienischen Original scheint die Figur – trotz des englischen Namens – für Fußball-Italien zu sprechen, träumt er doch von einem Titel für sein Heimatland – „noi – campioni del mondo!“ (S. 41). So kann interpretiert werden, dass Scarpa den Bergmenschen „Franz Paperott“ als Südtiroler avant la lettre konzipiert hatte, welcher den Italienern zum Titel verholfen hätte. In der Realität schafften es die Azzurri 1982 auch ohne einen Franz Paperott, den FIFA-Pokal aus Spanien mit nach Hause zu nehmen. Freilich war, wie man dabei bedenken muss, Scarpas Geschichte erstmals bereits 1974 erschienen, und zwar anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland, was die vielen deutschen Bezüge erklärt. So finden auch die Verhandlungen um die WM-Übertragungsrechte offenbar in München statt (S. 30, 43). Immerhin wird von der deutschen Übersetzung auch nicht behauptet, dass man sich der Zwiebeltürme der Münchner Frauenkirche zum Trotz in Madrid befinde. (15/15 – Outstanding) Hobrowili (Diskussion) 22:50, 25. Mai 2026 (CEST)
Donald, der Libero[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
„Tormeier, Rasenhauer, Knochenbrecher, Stoppauer, Flankenberger, Schussinger, Lachberger, Dribblinger, Donald Duck, Kopfinger, Treffauer“ (die Mannschaftsaufstellung des FC Entenhausen im „Spiel des Jahres“ gegen den 1. FC Bolzenhausen)

Kochend vor Wut schießt Donald, als er an einem Fußballplatz vorbeikommt, den Holzstreben eines Fangnetzes entzwei. Die dort trainierenden Spieler des FC Entenhausen glauben, einen kommenden Mitspieler gesehen, zu haben, und lassen ihn im Büro ihres Präsidenten einen Vertrag unterschreiben. Zunächst müssen ihn die Kinder noch durch allerlei Tricks und Hilfsmittel unterstützen, doch die merken bald, dass er auch ohne sie dabei ist, sich zu einem echten Fußballstar zu entwickeln. Das sieht auch der fiese Präsident von Rot-Blau Gänsebach so, der nicht einmal vor einer Entführung zurückschreckt, um Donald zu seinem Club zu lotsen. Meister wird aber doch der FC Entenhausen, und der rechtzeitig wieder eingetroffene Donald ist Held des Tages. Gemeinsam mit dem ehemaligen Helfershelfer des Gänsebacher Präsidenten, Hanno, der sich ebenfalls als Könner am Ball erweist, bricht der FC Entenhausen samt Donald, den die Kinder begleiten, zu einer Tournee rund um die Welt auf. In Australien spielen sie mit Bumerang-„Bällen“, in Indien wird Hanno als Gottheit Rhamatrucha verehrt, in Grönland finden die Partien unter Einsatz von Schnee- statt Fußbällen statt. Nach Rückkehr in die Heimat erfährt Donald, wie schnell der Ruhm der Welt verblasst: Hanno ist jetzt der angesagtere Fußballstar und wird von den Entenhausenern auf Händen getragen…
In der Vorlage von LTB 1982, „Paperino ai Mondiali“, CWD SS 65 (Mai 1982) hatte es, wie in dessen Erstauflage zur WM in Deutschland, CWD PS 54 (Mai 1974), nur zwei Comics gegeben: Neben Scarpas „Paperino ai Mondiali di Calcio“ dieses ebenfalls extrem lange Werk „Paperino Calciatore“, das bei den jungen Fußballfans ähnliche Hochstimmung ausgelöst haben dürfte. Sowohl Erst- als auch Zweitauflage enthielten darüber hinaus Informationen zu den unmittelbar anstehenden Fußball-Weltmeisterschaften: Spielpläne, Mannschaftsporträts, Steckbriefe der Stadien, WM-Historie. Anders als bei den I Classici üblich, waren beide Comics vorher nicht im „Topolino“ erschienen, sondern Maßanfertigungen für den dem größten Sportereignis der Welt gewidmeten Band. Vielleicht noch bemerkenswerter ist, dass die deutsche Übersetzung erstmals mit nur geringem zeitlichen Verzug von etwa einem Monat gegenüber dem italienischen Original erschien: Disney-Europa begann damals enger zusammenzuwachsen. Gewiss kein Zufall ist, dass „Paperino Calciatore“ – also „Donald, der Libero“ – von Gian Giacomo Dalmasso und Marco Rota stammten, die als Texter und Illustrator besonders eng in das I Classici-Tagesgeschäft eingebunden waren und eine naheliegende Wahl waren, eine solche Sonderausgabe zu gestalten und zu füllen. Der flotte Fußballtrubel zeigt Rota gerade erst auf dem Weg zu seinem zeichnerischen Zenit, und gewiss kein Scarpa ist Dalmasso, der sich sichtlich schwertut, dramaturgisch plausibel einen roten Faden durch pralle 80 Comic-Seiten zu legen. Dennoch gibt es genügend unvergessliche Momente: Donald mit verknoteten Beinen im Strafraum (S. 101), als verschämter Nackedei und im Frack einer Vogelscheuche (S. 129), das Fußballspiel zweier Fakirmannschaften (S. 150) und die Inder, die zu Ehren Hannos den Ball in das eigene Tor tragen: „Juhuu! Die Mannschaft Rhamatruchas hat gewonnen! Bravo!“ (S. 160). Gerade aufgrund seiner Bruchstückhaftigkeit hat manches an diesem Werk eine ganz erfrischende Comic-Strip-Anmutung – mal ganz abgesehen davon, dass wohl viele Jungens davon geträumt haben mögen, ohne Erfahrung, ohne Talent und ohne Training vom Fleck weg als quasi „geborener“ Fußballstar erkannt und verehrt zu werden. (12/15 – Really Good) Hobrowili (Diskussion) 22:50, 25. Mai 2026 (CEST)
Donald und der Traumjob[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Donald ist gerade dabei, einen Bettelbrief an Onkel Dagobert abzufassen, als ihn Ahörnchen und Behörnchen zu nerven beginnen und er ihnen, auf das Hausdach kletternd, in ihrem Astloch mit der Baumsäge zu Leibe rückt. Gerade in diesem Moment kommt Onkel Dagobert vorbei und liest den auf dem Schreibtisch liegenden, angefangenen Brief…
Als Ehapa im Mai 1982 begann, das CWD SS 65 für den deutschen Markt zu bearbeiten, verzichtete man wohlweislich auf den redaktionellen WM-Teil der Italiener. Das LTB war nun mal eine reine Comic-Publikation und wollte es auch bleiben. Deshalb griff man auf andere Quellen zurück, so auf ältere Topolino-Bände, denen unter anderem diese dröge, trotz ihrer nur 6 Seiten völlig disparate S-Code-Geschichte entstammt. (2/15 – Terrible) Hobrowili (Diskussion) 22:50, 25. Mai 2026 (CEST)
Donald, der Schrecken aller Hunde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Donald fürchtet sich als Vertreter für Fältchen-Balsam vor allem vor den Hunden, die vor den Einfamilienhäusern, an deren Türen er klingelt, Wache schieben. Vom Verkaufsdirektor erhält er einen elektronischen Pieper, der ihm selbst die schärfsten Köter des Viertels vom Halse hält. So sehr der Fältchen-Balsam ein Ladenhüter bleibt, erweckt „dieses Wundergerät“ (S. 188) das Interesse von Zeitungsjungen und Briefträgern…
Solide, gut gezeichnete und leidlich humorvolle S-Code-Geschichte aus dem Hause Tony Strobl. (8/15 – Satisfactory) Hobrowili (Diskussion) 22:50, 25. Mai 2026 (CEST)

Zuviel Geld ist ungesund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
„Auch wir wollen Ihnen zu Ihren großen Verlusten…“ – „…herzlich gratulieren!“ (zwei Polizisten wissen, was sich gehört)
Weil er sich von den weißen Doktoren des Medico-Centers ausgebootet sieht, verflucht Humba-Humba, Medizinmann der Plattfußindianer, deren Arbeitgeber Dagobert Duck: Von nun an solle dieser „immer reicher“ werden. Zunächst frohlockt der reichste Mann der Welt, er wisse nicht, was daran schlimm sein soll, doch Stück für Stück begreift er es: Mitmilliardäre, Bürger, Journalisten, bald sogar die öffentliche Ordnung und die eigenen Mitarbeiter wenden sich von ihm ab, weil allein er profitiert und alle anderen immer ärmer werden. Nicht einmal Asyl erhält er – selbst ins Ausland ist ihm sein schlechter Ruf bereits vorausgeeilt. Dagobert bleibt nichts anderes übrig, als bei Humba-Humba zu Kreuze zu kriechen. Dessen brennende Hütte rettet er mithilfe seines Glückstalers, worauf Humba-Humba den Fluch löst. Zurück in Entenhausen, laufen die Geschäfte wieder, wie sie sollen: „normal“… (S. 219)
Das ist schon ein kleines Mystery-Meisterstück von Jerry Siegel, der die gängigen Sorgen Onkel Dagoberts einfach mal kräftig gegen den Strich bürstet. So ganz glauben wir es zwar noch nicht, dass die Akkumulation märchenhaften Reichtums diese gesellschaftlichen Nachteile nach sich zöge. Zumindest lohnt es sich auch heutzutage, darüber zu philosophieren, was wohl passieren würde, wären Elon Musk, Bill Gates, Jeff Bezos und Mark Zuckerberg ein- und dieselbe Person. Wie dem auch sei: Es ist schon schön schauderhaft, Dagobert dabei zuzuschauen, wie er von einem Fluch verfolgt wird, der von dem Medizinmann bis ins kleinste Detail durchdacht wurde. Es gelingt Dagobert, als es ihm dämmert, dass ihm ein Restleben als Parias droht, nicht einmal, die erworbenen Firmen wieder abzustoßen, weil die Zauberhand auch die Kaufverträge hatte verschwinden lassen. Der interessante Stoff hätte allerdings einen Scarpa verdient gehabt, der Humba-Humba vermutlich noch bedrängendere Züge verliehen hätte, als Luciano Gatto in seinem eher statischen Stil es vermag. Die Figur, gerade in den Momenten ihrer spukhaften Erscheinung, hätte mehr sein können als ein halbnackter, zynisch grinsender Nussknacker. (11/15 – Pretty Good) Hobrowili (Diskussion) 22:50, 25. Mai 2026 (CEST)
Die versteinerte Ananas[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
„Heißt dieser ohnmächtige Herr Donald Duck?“ (Bob Aloha trifft gerade ein, als Donald eine umwerfende Bekanntschaft mit Schlangen geschlossen hat)
Die Früchte auf den hawaiianischen Ananasplantagen Onkel Dagoberts, des größten Ananaskonservenfabrikanten der Welt, scheinen von einer geheimnisvollen Krankheit befallen. Davon können sich Donald, Tick, Trick und Track, in dessen Auftrag unterwegs, mit eigenen Augen überzeugen: des Nachts versteinern die Früchte auf den Feldern. Die eingeborenen Beschäftigten glauben an das wirken eines bösen Berggeists und laufen in Scharen davon – nur der Vorarbeiter Bob Aloha hält die Stellung. Tick, Trick und Track bekommen heraus, dass der fliegende Totempfahl, der die versteinernde Flüssigkeit versprüht, ein getarntes Flugzeug ist. Hinter der Sabotage steckt ein übler, der [[Carl Barks|Carl-Barks-Schöpfung Borstinger nachgebildeter Geschäftsmann, der die Leute durch diese Nummer versucht als Kunden für sein Apfelmus zu gewinnen. Nach der Enttarnung durch die Kinder landet er im Krankenhaus (aka Irrenhaus), in dem er fürderhin mit einer Spielzeugpistole auf künstliche Ananas zu schießen pflegt…
So sympathisch die italienische Wiederbelebung Borstingers auch sein mag: Osvaldo Pavese und Giulio Chierchini gelingt in diesem Comic ansonsten nicht viel. Allzu routiniert, ja dröge ist Paveses Storytelling, während Chierchini das Hawaii-Flair misslingt. Kulturhistorisch interessant ist, dass der Entenhausener Heißhunger auf Ananas lediglich den Konserven, nicht frischen Ananas gilt. Vermutlich war es auch in Italien 1973 noch eine Seltenheit, in den Obst- und Gemüsegeschäften die frischen Früchte zu finden. Noch in meiner deutschen Jugend der 80er Jahre war es gängig, die überzuckerten Ananasstückchen aus den Dosen zu verarbeiten und zu „genießen“. Dennoch verkörpert die tropische Frucht in dem Werk offenbar die kulinarische Moderne, während Borstingers Apfelmus für das Altbackene und deshalb Unrentable steht. (3/15 – Rubbish) Hobrowili (Diskussion) 22:50, 25. Mai 2026 (CEST)
Rahmengeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Ja, so etwas gibt es auch hier, sei aber diskret an das Ende dieser Rezension verbannt. Der überflüssige zweiseitige Rausschmeißer aus der Geschichte „Die versteinerte Ananas“ wurde wie diese dem Band „Paperparade“, CWD SS 34 (Oktober 1979) übernommen. So etwas muss man zum Glück nur selten sagen: Besser, wenn die Seiten 253 und 254 dieses eigentlich sehr schönen LTBs 82 weiß geblieben wären. (1/15 – Abysmal) Hobrowili (Diskussion) 22:50, 25. Mai 2026 (CEST)
Fazit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
In wenigen Wochen startet die Fußball-WM 2026 in Kanada, den USA und Mexiko. Tatsächlich habe ich mir die Rezension des legendären LTB 82 für einen solchen passenden Moment aufgespart. Wer wie ich als 11-jähriger im Jahr 1982 Fußballfan und LTB-Leser war, für den war „Donald vor! Noch ein Tor!“ wie der Eingang in das irdische Paradies. Die Ducks waren meine Popstars, und die in Spanien auflaufenden Männer der 24 Nationalteams waren nicht einfach nur Spieler, sondern Helden, manche auch, wie die Brasilianer, echte Künstler. Man kann sich kaum meine Zerknirschung ausmalen, als sich die Halbgötter in den weiß-schwarzen deutschen Nationaltrikots in der „Schande von Gijon“ als gewöhnliche, ja verachtenswerte Betrüger erwiesen, die sogar mich, der ansonsten alles anschaute, vom Fernseher fliehen ließen. Dann doch lieber, viel lieber Franz Dribbelbauer und Donald, der Libero. Weltmeister wurden dann die Italiener und der Torschützenkönig Paolo Rossi und der enthemmt jubelnde Marco Tardelli des Finals gegen die hässlichen Deutschen ihre Fußball-Ikonen. Wehmütig wird mir beim Gedanken, dass die damaligen Champions, die sich comic-technisch mit so viel Liebe den Weltmeisterschaften 1974 und 1982 widmeten, 2026 nun schon zum dritten Mal in Folge zuschauen müssen. Es ist nur Spekulation, dass so ein Schicksal vor 30 Jahren noch deutlich mehr dicke italienische Tränen hätte rollen lassen als in der heutigen durchkommerzialisierten Fußball-Moderne. Hobrowili (Diskussion) 22:50, 25. Mai 2026 (CEST)