Benutzer:Mattes/Spielwiese
Von Barks gezeichnete Geschichten mit Gundel.
| Titel | Storycode | Entstehungs- und Erscheinungsdatum | Anzahl der Verwandlungen | Einsatz von Bombastik-Buff-Bomben |
|---|---|---|---|---|
| Der Midas-Effekt | W US 36-01 | Apr - Sep 1961 | zwei mal, an den Flughäfen | ja |
| Glück und Glas (1962) | W US 38-02 | Okt 1961 - Mär 1962 | kein mal | nein |
| Der Rabe Nimmermehr | W WDC 265-02 | Feb - Okt 1962 | kein mal | ja |
| Die Irrfahrten des Dagobert Duck | W US 40-02 | Apr - Okt 1962 | ein mal (Circe) | ja |
| Durch den Fleischwolf gedreht | W WDC 258-01 | Jun 1962 - Mär 1963 | zwei mal (Sekretärin und Joggerin) | ja |
| Anschlag auf den Glückstaler | W US 43-01 | Jul 1962 - Apr 1963 | vier mal | ja |
| Die Insel der goldenen Gänse (DDSH 100) | W US 45-01 | Jan - Aug 1953 | ||
| Die vielen Gesichter der Gundel Gaukeley (DDSH 136) | W US 48-01 | Okt 1963 - Jan 1964 | ||
| Der fliegende Teppich (DDSH 63) | W US 50-01 | Dez 1963 - Mai 1964 |
| Die Irrfahrten des Dagobert Duck | |
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| Oddball Odyssey | |
| Erstveröffentlichung: | 4. Oktober 1962 |
| Entstehungsdatum: | 12. April 1962 |
| Storycode: | W US 40-02 |
| Story: | Carl Barks |
| Zeichnungen: | Carl Barks |
| Seiten: | 19 |
| Deutsche Übersetzung: | Dr. Erika Fuchs |
| Deutsche Erstveröffentlichung: | MM 33 – 35/1963 |
| Weiterführendes | |
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(© Egmont Ehapa)
Die Irrfahrten des Dagobert Duck (im englischen Original Oddball Odyssey) ist eine 19-seitige Comicgeschichte von Carl Barks aus dem Jahr 1962. Sie gilt als Vorgeschichte zur später, ebenfalls von Carl Barks geschriebenen und gezeichneten Geschichte Anschlag auf den Glückstaler.
Figuren
Handlung
Dagobert bekommt einen Brief von einer Nachfahrin Circes zugestellt. Sie sei bereit, Odysseus’ sagenumwobenen Schatz, den sie als Nachfahrin geerbt hat und immer noch besitzt, ihm billigst zu überlassen. Er müsse dafür nur nach Italien kommen und ihn abholen. Einzige Bedingung: Er soll sein erstes selbstverdientes Zehnerlein als Erkennungszeichen mitbringen, dass er der ist, der er vorgibt zu sein.
Zunächst glaubt auch Donald noch an einen Schwindel. Aber kaum nimmt er den mysteriösen Brief selbst in die Hand, ist auch er ganz hin und weg, von der Idee unverzüglich nach Italien zu reisen. Einzig die drei Neffen können widerstehen, den Brief in die Hand zu nehmen. Aber jegliche Versuche, ihre Onkel vom Betrug zu überzeugen schlagen fehl: Zu stark ist der betörende Duft, der auf dem Briefpapier haftet, den nur Gundel Gaukeley darauf geträufelt haben kann. Auf der Überfahrt ist es den Kindern möglich, Dagobert immerhin den Brief mithilfe ihrer Steinschleuder aus der Hand ins offene Meer zu befördern. So hoffen sie, dass die Wirkung des betörenden Duftes langsam aber sicher nachlassen wird.
(© Egmont Ehapa)
In Italien angekommen verkleidet Gundel sich geschickt als die wunderschöne Circe, der die beiden Herren nicht widerstehen können. In ihren Gemächern liegt ein Goldschatz, der jegliche Vorstellungskraft der beiden zu sprengen vermag. Tick erkennt aus sicherer Entfernung, dass es sich bloß um Modeschmuck aus Neu-Gablonz[Anm. 1] handelt; sprich, sehr minderwertigen Produkten. Doch Dagobert bietet Gundel eine utopisch hohe Summe Geld, die er bei üblicher Geistesgegenwart niemals bieten würde. Allerdings ist Gundel alias Circe an Geld keineswegs interessiert. Sie möchte nur eins: Den Glückstaler, um aus ihm ein magisches Amulett zu schmelzen! Jedoch ist hier Dagoberts Geist stärker als jegliches Mittel, das Gundel auszugeben vermag. Den Zehner legt er auch in dieser Situation auf keinen Fall ab.
Selbst mehr Gold (bzw. „Gablonzer Modeschmuck“), das Gundel (bzw. „Circe“) bereit ist zu opfern, kann den Willen Dagoberts nicht überwinden. Gerade als sie daraufhin Dagobert und Donald erneut mit dem betörenden Duft besprühen will, trifft die Flasche ein Stein – geschleudert von den Neffen aus deren Steinschleuder.
Nun zeigt Gundel ihr wahres Gesicht. Sie zerreißt ihr Kostüm und schmeißt mit Bombastik-Buff-Bomben – ihrer größten und zerstörerischsten Waffe, die sie zu bieten hat. Davon werden Donald und Dagobert benommen und sind nun gänzlich weggetreten und bekommen nichts mehr mit. Als Gundel feststellen muss, dass sie die Kette, an der Dagobert den Glückstaler trägt, unzerstörbar ist, möchte sie telefonisch einen Schneidbrenner ordern. Diesen Moment nutzen Tick, Trick und Track flugs aus und fangen ihre beiden Oheime ein und wollen sie zum Schiff bringen.
Als Gundel bemerkt, dass sie jetzt gänzlich alleine ist, tritt sie vor Wut gegen eine Wand, die sogleich birst. Auf diese Weise entdeckt sie einen antiken Raum mit seltsamen Gefäßen, in welchen Kräuter und Salben gehalten sind. Es stellt sich heraus, dass die Räume tatsächlich Circe, der Tochter des Apoll, gehörten und es ihre Werkstatt war.
(© Egmont Ehapa)
Sogleich geht Gundel auf die Suche nach dem Zauberstab, mit dem Circe der Sage nach Menschen in Tiere verwandelt haben soll. Tatsächlich findet sie ihn und auch ein erster Test, ihren treuen Raben Nimmermehr in eine Ratte zu verwandeln, funktioniert.
Währenddessen gelingt es den Kindern ihre Onkel mit Hilfe von Meerwasser wieder in die Realität zurückzuholen. Jedoch wirken sie immernoch recht benommen.
Gerade als die Kinder das Boot wieder zu Wasser lassen wollen, kommt Gundel angerannt und verzaubert die Drillinge in Schweine. Donald ergeht es nicht besser. Ihn verwandelt die Hexe in eine Ziege. Jedoch beißt sie bei Dagobert förmlich auf Granit: Bei der Verwandlung Dagoberts in einen Esel, wird auch der Zehner mitverwandelt. Also muss sie Dagobert zurückverwandeln. Jetzt heißt es: Verhandeln!
Dagobert steht nun vor der Wahl: Entweder seine Anverwandten bleiben für immer Tiere, oder er rückt den Zehner raus.
Hier wird auch der härteste Geschäftsmann ganz weich. Er kann seine Familienangehörigen nicht im Stich lassen. So gibt er den Taler frei. Allerdings rennt Gundel mit dem Taler weg, ohne die Kinder und Donald zu befreien. Gundel möchte sich an nichts erinnern und Dagobert in eine Kirchenmaus verwandeln. Jedoch gelingt es Dagobert, dem Zauberstrahl auszuweichen.
Bei der anschließenden Verfolgung gelingt es Donald (der Ziege), Gundel umzustoßen, sodass der zweite Verzauberungsversuch gegen Dagobert wirkungslos bleibt. Nun verwandelt sie allerdings Donald in eine Schildkröte, sodass er keine Möglichkeit mehr hat, einzugreifen.
Derweil hat Dagobert sich in einer antiken Vase versteckt. Gundel denkt pragmatisch, und möchte dann zunächst den Glückszehner einschmelzen um ihn für ihre Zwecke nutzen zu können. Dabei lässt sie den Zauberstab stehen. Dies sehen die drei zu Schweinen verwandelten Jungs. Jedoch können sie mit ihren lauten Hufen nicht eingreifen. Ein versuchter Diebstahl des Stabs würde umgehend auffliegen. Hier kann aber Donald (die Schildkröte) wunderbar seine verzauberte Form nutzen. Jedoch fliegt auch er auf, kurz nachdem er den Stab mit seinem Maul übernommen hat.
Als Gundel den Zauberstab wieder an sich reißen möchte, stürmen die drei Schweinchen los und überrumpeln so die Hexe. Diesen Moment weiß Dagobert zu nutzen: Er springt aus der Vase heraus und übernimmt den Zauberstab. Auch er möchte die Macht des Stabs nutzen und mit ihm Gundel in eine Katze verwandeln. Jedoch kann nicht jedermann einfach so zaubern und der vermeintliche Zauber bleibt wirkungslos. Aus Trotz zerbricht Dagobert den Stab in „tausend Stücke“. Damit wird auch der Bann gebrochen und die Kinder und Donald zurückverwandelt.
Gundel wird erneut wütend und schmeißt mit Bombastik-Buff-Bomben, jedoch halten sich alle die Augen zu, sodass deren Einsatz wirkungslos bleibt. Donald schnappt sich eine antike Vase und stülpt sie Gundel über. Derweil kann Track den Zehner mit Hilfe einer Kneifzange aus dem Feuer nehmen und die Ducks flüchten gemeinschaftlich zum Boot, während Gundel, die sich aus der Vase befreien konnte, Schmuck der schönen Helena, made in Neu-Gablonz, hinterherwirft.
Hintergrundinformationen und Trivia
Carl Barks und andere Zeichner erhielten von Western Publishing die Vorgabe für ein einheitliches Layout, um sich besser von Gold Key abgrenzen zu können. So mussten die Panels eine gewisse Größe erfüllen, sowie die Sprechblasen gewisse Abstände zum Panelrand einhalten. Auch durften die Sprechblasen nicht rund sein sondern waren rechteckig zu gestalten. Aus diesem Grund musste er die zweite Seite der Geschichte komplett neu zeichnen. Allerdings waren die Änderungen marginal, da es letzten Endes in diesem Fall lediglich um die Platzierung der Sprechblasen ging, die zu nah am Panelrand lagen. Ein noch existierendes, „falsch“ gezeichnetes Panel wurde restauriert und ergänzend in der Carl Barks Collection XXIV abgedruckt. Des Weiteren bestand Western darauf, dass die Panels keine Ränder haben sollen.[1] Dies wurde in den deutschen Veröffentlichungen ignoriert und die Ränder nachträglich hinzugefügt. Von Barks gibt es neben Die Irrfahrten des Dagobert Duck nur noch eine weitere Geschichte mit eben jener Layout-Vorgabe („Erfinden tut not“; erschienen u. a. im DDSH 172), ehe er rebellierte.[2]
Die Unterschiede zu Barks üblicherweise gezeichneten Panels werden bei Ansicht dieser Bilder deutlich: Links ist das, laut Verlag, falsch gezeichnete Panel, wo die Sprechblasen zu nah am Rand sind. In der Mitte sind sie dann korrekt gezeichnet. Rechts das fertige Panel, wie es im Heft, in Uncle Scrooge 40, abgedruckt wurde.
Carl Barks kündigte bereits im Vorfeld der Geschichte in einem Brief an Malcolm Willits an, die Figur der Gundel Gaukeley erneut in einer Geschichte nutzen zu wollen. Als Grund nannte er, sie sei absolut unpolitisch – ganz gleich in welcher Sprache.[1]
Ursprünglich sollte die Geschichte 20 Seiten umfassen.[2]
Im Gegensatz zu den anderen acht Geschichten die Barks mit Gundel Gaukeley zeichnete, ist sie hier nur wenig wandlungsfähig und verkleidet sich nur zu einer anderen Person aus der griechischen Mythologie. Ein weiterer Unterschied ist, dass sie in den anderen Geschichten sich mittels Zauber in eine andere Figur verwandelt. Hier, jedoch, geht sie außer Sichtweite des Lesers (und der Protagonisten) und verkleidet sich als Circe. Dies wird auch am Ende deutlich, als sie sich die Verkleidung vom Leib reißt.
Barks ließ Gundel bereits im Comic Durch den Fleischwolf gedreht einen parfümierten Brief, um sich anzukündigen, nutzen.
Er erklärte Gundels Magie in den vier Comics, in denen sie zuvor erschien, immer mit technischen Spielereien oder ließ sie Taschenspielertricks anwenden. In Die Irrfahrten des Dagobert Duck lässt er sie hingegen übernatürliche Magie nutzen. Sie nutzt in der später erschienenen Geschichte Anschlag auf den Glückstaler die Substanzen, die sie hier in Circes Höhle vorfindet für ihre magischen Tricks.
Bei beiden Abdrucken in der Micky Maus, sowohl 1963 als auch 1980, wurden wegen Überleitungstexten ein Panel verkleinert, und ein weiteres gänzlich rausgekürzt. Dadurch entfällt insbesondere die Szene, in der Gundel sich lasziv auf ihrer Chaise-longue räkelt und Dagobert und Donald empfängt.[3]
Die Figur des Nimmermehr war hier noch in den Anfängen, sodass er hier nur einen Cameo darstellt. Die einzig erwähnenswerte Szene mit ihm ist die, in welcher Gundel ihn in eine Ratte verwandelt. Ansonsten ist er ein stummer Begleiter seiner Herrin.
In der Geschichte befindet sich Circes Höhle auf einer Insel vor Italien. Forschungen zufolge könnte Odysseus aber im Nordatlantik angelandet sein und nicht auf irgend einer Insel im Mittelmeer. Das würde auch die lange Dauer der beschriebenen Reise Odysseus’ erklären.[4] Bei der Überfahrt spricht Dagobert vom veilchenblauen Meer, welches auch bei Homers Odysseus erwähnt wird, aber wohl der Pazifik gemeint ist.[5]
Noch vor Beginn der Reise der Ducks nach Italien lässt Erika Fuchs die Drillinge Gustav Schwab (1792 – 1850) erwähnen, der zu Lebzeiten Sagen aller Art erforscht hat.
Eine weitere Erwähnung, die Erika Fuchs in dieser Geschichte tätigt, ist die Erwähnung des Goldvogels, als sie das Boot der Ducks auf dem Meer erblickt. Damit bezieht die Übersetzerin auf ein Märchen der Brüder Grimm. Im Englischen ist an derselben Stelle die Rede von einem pigeon, also einer Taube. Dies spricht Gundel im Englischen auch später erneut aus, bevor sie Dagobert schlussendlich in einen Esel verwandelt. Dort nutzte Fuchs allerdings dann den Begriff, den auch Barks verwendete; also Taube.
Gundel bietet Dagobert neben dem Erbe aus Odysseus’ sagenumwobenen Schatz auch noch weiteres Gold an. Dieses soll, so Gundel Gaukeley, aus den Gemächern der schönen Helena stammen. Im englischen Original ist aber die Rede von Athene, laut griechischer Mythologie, der Göttin der Weisheit.
Zaubersprüche
Gundel nutzt in Die Irrfahrten des Dagobert Duck mehrmals an Goethe angelehnte Zaubersprüche[6], die im Original von Barks so nicht genutzt wurden. So lässt er Gundel beispielsweise schlicht sagen „Raven become a rat“. Einzig als Gundel Dagobert in einen Esel und wieder zurückverwandelt, nutzt sie keinen Zauberspruch. Dort hält sie lediglich den, in diesem Fall an ein Bootspaddel befestigten, Zauberstab in Dagoberts Richtung und er verwandelt sich. Dies beweist, dass es genügt, den Zauberstab in die Richtung des Opfers zu halten, verbunden mit dem Wunsch. Sich reimende Zaubersprüche sind daher eigentlich nicht vonnöten.
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Im Gegensatz zum englischen Original baute Erika Fuchs auch noch einen weiteren Witz in die Zaubersprüche ein. Bei der Verwandlung Dagoberts in einen Esel erwähnt er zuvor, dass er als Taube wegfliegen könne. Dies gibt Gundel zu denken und sie verwandelt ihn in einen Esel.
Ein weiterer Unterschied eines Zauberspruchs besteht beim Einschmelzen des Glückszehners. So spricht Gundel im englischen Original die Worte:
- „Abracadabra, and a Fi Fe Fo Fum! When the old dime melts, my time will come! I’ll live in a palace with jewels and mink, and handmaids and butlers! … Fi Fe Fo Fink!“
Im Deutschen liest es sich wie folgt:
- „Ich blase in das Feuer, daß er zischt und singt. Ich habe einen Zehner, der so lieblich klingt. Klingt so klar, ist so rar. Bringet Glück mir sieben Jahr!“
Geoffrey Blum nimmt in seiner Analyse The Meaning of Magica (übersetzt durch Johnny A. Grote, abgedruckt in der Barks Library Special Onkel Dagobert 24[7]) darauf Bezug.
Analyse
Zu Beginn der Geschichte mutet Dagobert noch als Haupt-Protagonist an. Das ändert sich aber bereits bei der Überfahrt mit dem Schiff nach Italien. Auch Donald oder Gundel können hier eher als Nebenfiguren betitelt werden, wenn man die Rolle der drei Neffen sich betrachtet.
So sorgen die Kinder dafür, dass das mit Gundels Dufttonikum bestäubte Schriftstück über Bord geht und so die Wirkung des Tonikums bei Dagobert und Donald nachlässt, kurz nachdem sie vor Circes Insel anlanden. Auch sind die Kinder es, die dafür Sorgen, dass ihre Onkel die Chance bekommen – wenn auch noch schwer benommen – aus den Fängen der Hexe zu entkommen.
Zwar gelingt es ihr kurze Zeit später noch ein Mal die Gewalt über Dagobert zu erlangen, allerdings sind es praktisch wieder die Kinder die ihn befreien, als Dagobert sich in der Vase versteckt hält. Erst durch Tick, Trick und Tracks (verwandelt zu Schweinen) Einsatz kann Dagobert aus seinem Versteck herauskommen und sogar Gundels Zauberstabs habhaft werden.
Des Weiteren ist es in dieser Geschichte bemerkenswert, wie ausgeprägt der Familiensinn bei allen Ducks zu sein scheint.
Schon mit Beginn der Geschichte zeigt sich die Enge Bande zwischen Donald und Dagobert, wo sie doch sonst eher Gegner sind (auf der einen Seite der Kapitalist, der nichts von Freizeit hält, auf der anderen Seite, der Faulpelz, der sein Dasein am Liebsten in der Hängematte fristen würde).
Auch die Neffen sind bereits von Beginn an voller Sorge, da sie als einzige erkennen, welch „Gaukelei“ hinter dem Brief steckt.
Nicht zu vergessen auch der Moment, in welchem Gundel Dagobert einen Handel vorschlägt und ihm so die sprichwörtliche Pistole an die Brust hält: Entweder der Glückszehner geht in ihren Besitz über, oder seine Familienangehörigen bleiben auf ewig Tiere.
In diesem Moment ist Dagobert bereit, für seine Familie, seinen höchsten materiellen und ideellen Wert – seinen Glückszehner – aus der Hand zu geben und in ewigem Pech zu leben.
Auch die Entwicklung von Gundel Gaukeley schreitet hier bereits voran, ist allerdings noch nicht so weit wie in der Folgegeschichte Anschlag auf den Glückstaler. So sind ihre größte Waffe hier nach wie vor die „Bombastik-Buff-Bomben“, die man aus heutiger Sicht am Ehesten noch mit Blendgranaten vergleichen kann. So sind die Protagonisten stets geblendet und für eine Weile benommen, wenn sie in der Nähe der explodierenden Bomben sind. Gundel setzt diese Waffe in der Geschichte zwei Mal ein. Beim zweiten Mal wissen die Ducks sich zu schützen, indem sie ihre Augen mit ihren Armen bedecken.
Außerdem ist auffällig, dass auch Carl Barks mit der erotischen Note der Hexe bewusst zu spielen weiß. Barks, der ohnehin ein Faible für ein wenig Erotik in seinen Geschichten hatte, zeigte Gundel (alias Circe) ganz offensiv sehr lasziv in ihrer Chaise-longue liegend, als die Ducks in Italien anlanden. (siehe dazu auch den Artikel zur Geschichte „Helden und Haie“)
Mit der Verwandlung der Ducks in Tiere mit Hilfe von Circes Zauberstab, zieht Barks eine Parallele zu Odysseus’ Irrfahrten. Der Familie ist es aufgrund des Zaubers nicht in der Lage, von der Insel zu entkommen. Ähnlich, wie Odysseus es im Bann der Circe ebenfalls nicht konnte. Allerdings zeigt sich hier ein weiteres mal, dass Gundel eigentlich eine gewöhnliche Ente ist. So ist ihr Zauber sofort gebrochen, als der Zauberstab zerbricht. Wäre sie eine „echte“ Magierin, könnte sie die Protagonisten tatsächlich für immer in Tiere verwandeln, und nicht nur so lange, wie der Zauberstab existiert. Die tatsächliche Macht geht damit vom Zauberstab aus.
Zwar besitzt Gundel damit später nicht mehr Circes Zauberstab, jedoch ist sie in der Nachfolgegeschichte wieder im Besitz eines Zauberstabs. Auch dieser wird, genau wie hier, in „tausend Stücke“ zerschlagen. Dort allerdings durch eines der Kinder. Auch ist sie dort schon weiter entwickelt und kann dann, im Gegensatz zu Die Irrfahrten des Dagobert Duck, auch noch mit den Bruchstücken zaubern – wenn auch nicht mehr so effektvoll, wie mit dem „großen” Zauberstab.
Rezeption
Mehrere Geschichten nehmen Bezug auf Die Irrfahrten des Dagobert Duck. So nennt Gundel Gaukeley beispielsweise in Anschlag auf den Glückstaler Kräuter, die sie zuvor in Circes Höhle fand. Und auch in Die vielen Gesichter der Gundel Gaukeley verwendet sie eine Zauberformel von einer Steintafel, die sie in jener Höhle fand.
Zwei Szenen aus Die Irrfahrten des Dagobert Duck verwendete Don Rosa in seinem elften Pin-up anlässlich Dagoberts 60. Jubiläum 2007, „Magica De Spell“. Zum einen wird die lasziv liegende, verkleidete Gundel, zum anderen wird sie beim Einschmelzen des erstverdienten Zehners in Circes Höhle aus dem Comic gezeigt.[8]
Eine weitere Szene des Comics wurde in Kari Korhonens Ein bildgewaltiges Leben (erschienen in Disney 100 Jahre Comics) integriert. In der vierseitigen Geschichte versucht Donald, seine Abenteuer als Comics an Verlage zu verkaufen. In einem doppelseitigen Panel wird unter anderem der in eine Schildkröte verwandelte Donald gezeigt, während er Gundel Circes Zauberstab stiehlt.
Veröffentlichungen
- Micky Maus 33 – 35/1963[Anm. 4]
- Micky Maus 35 – 37/1980[Anm. 5]
- DDSH 120 (1992)[Anm. 5]
- Die tollsten Geschichten von Donald Duck – Sammelband 12 (~1992)[Anm. 5]
- Die tollsten Geschichten von Donald Duck – Sammelband 20 (~1994)[Anm. 5]
- DDSH 120 (1998, Zweitauflage)[Anm. 5]
- Die tollsten Geschichten von Donald Duck – Sammelband 28 (~2000)[Anm. 5]
- Barks Library Special Onkel Dagobert 24 (2002)[Anm. 4]
- Carl Barks Collection XXIV (2006)[Anm. 5]
- Barks Onkel Dagobert 9 (2011)
- Entenhausens Most Wanted – Schwere Jungs und leichte Beute (2016)
- LTB Classic Edition 17 (2022)
- Entenhausen-Edition 98 (Juni 2026, angekündigt)[Anm. 4]
Siehe auch
- Weiterführendes zu den Erwähnungen rund um die griechische Mythologie in der deutschsprachigen Wikipedia
Weblinks
- Die Geschichte im Inducks
- Die Geschichte in der Barksbase
- Die Irrfahrten des Dagobert Duck, auf YouTube; vorgelesen aus der Micky Maus 33 – 35/1963
- weitere Hintergrundinformationen zur Geschichte auf arche-arc.blogspot.com, vom 24. Februar 2020, abgerufen am 28. Januar 2026 (englisch)
Anmerkungen
- ↑ sowohl in der ersten Fuchs-Übersetzung, als auch im englischen Original, ist hier die Rede von Hongkong
- ↑ Diesen Spruch nutzt sie in der deutschen Übersetzung auch in der Geschichte Der Rabe Nimmermehr zur Verwandlung des dort auftretenden Raben, die Barks nur zwei Monate zuvor gezeichnet hat. Allerdings soll er dort ein Zauberwesen sein, statt des Rattenwesens.
- ↑ Buttinsky lässt sich nicht direkt übersetzen. Es kann allerdings mit Störenfried definiert werden.
- ↑ 4,0 4,1 4,2 Erste Fuchs-Übersetzung.
- ↑ 5,0 5,1 5,2 5,3 5,4 5,5 5,6 Überarbeitete Fuchs-Übersetzung.
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 W US 40-02 Oddball Odyssey, auf seriesam.com
- ↑ 2,0 2,1 27 April 1962 letter to Joseph Cowles, auf seriesam.com
- ↑ Die Irrfahrten des Dagobert Duck, bei YouTube; die gekürzten Stellen sind bei Min. 5:25 und 8:44 zu sehen.
- ↑ Aiaia (Insel), „Verschiedene Gelehrte haben gemutmaßt, dass Aiaia irgendwo vor der Westküste Italiens, nördlich und westlich des Berges Vesuvius gelegen haben könne […] Es gibt zahlreiche moderne Karten, welche die Reisen des Odysseus und der Argonauten zeigen, und sie alle platzieren Aiaia irgendwo vor die Westküste Italiens. Diese Platzierung von Aiaia ist willkürlich und steht im Widerspruch zu den Details, welche in der Odyssee und der Argonautika […] vorgebracht werden. Es ist wichtig hervorzuheben, dass die Örtlichkeit von Aiaia völlig unbekannt ist.“, auf atlantisforschung.de
- ↑ Die Odyssee – Eine antike Weltumsegelung, auf atlantisforschung.de
- ↑ Der Zauberlehrling, „Besen! Besen! Seid’s gewesen. Denn als Geister ruft euch nur, zu seinem Zwecke, erst hervor der alte Meister.“, auf gedichte7.de
- ↑ Die Bedeutung der Gundel Gaukeley, im Inducks
- ↑ Jubiläumsposter, auf blog.duckmania.de