LTB 89: Rezension

In diesem Artikel wird das LTB 89 rezensiert. Ist dieser Band einen Kauf wert oder sollte er lieber im Kiosk stehen bleiben? Du weißt es nicht? Dann lies das! Einen neutralen enzyklopädischen Artikel findest du unter LTB 89.
Jeder kann hier seine persönliche Meinung zu den in LTB 89 erschienenen Geschichten verfassen. Eine Unterschrift unter jedem Kommentar ist erwünscht (einzufügen mit ~~~~). Die Geschichten können mit Highlight
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bewertet werden. Bei der Bewertung sollten Zeichnungen, Plot und Übersetzungen mit einbezogen werden. Eine genaue Anleitung zum Verfassen einer Rezension findest du hier. Viel Spaß!
Cover
Onkel Dagobert sitzt auf einem Sessel aus Talersäcken. Den linken Arm hält er lässig aufgestützt, mit dem rechten umfasst er einen Glasschrein, der den auf rotem Samt gebetteten, glänzenden Glückstaler birgt. Aus den Gesichtszügen des reichsten Mannes der Welt sprechen Überlegenheitsgefühl und Souveränität…
Ein in seiner Motivfindung geradezu archetypisches Cover für den Charakter Dagobert Duck. Die gelungene Komposition stammt von einem der besten italienischen Cover-Künstler, Marco Rota, gehörte aber (siehe „Fazit“) zu einer anderen Publikation als jener, der die abgedruckten Geschichten entnommen wurden. (12/15 - Great) Hobrowili (Diskussion) 07:01, 10. Mär. 2026 (CET)
Die falsche Reporterin
Gundel Gaukeley findet als berühmte Journalistin Rita Redereich für ein Interview Zugang zu ihrem Lieblingsmilliardär Dagobert Duck. Natürlich hat sie es nur darauf abgesehen, das Sicherheitssystem für den berühmten Glückstaler auszukundschaften. Und das ist schon verdammt perfektioniert. So trainiert sie lieber ihren Raben Nimmermehr, sich durch die Lichtschranken hindurchzuschlängeln. Im Hochgefühl, dass alles geklappt hat, schlägt die Alarmanlage erst auf dem Rückweg an. Nun will Gundel aus ihrem Helfershelfer nur noch Raben-Hack machen…
Die drei Erzählteile (wie Gundel Reporterin wird – wie sie Dagobert zu interviewen aufsucht – der Plan mit Nimmermehr) sind nur relativ lose miteinander verzahnt, was aber kaum etwas macht, wenn die Actionszenen und Handgemengen des Schlussteils – Patsch! Bonk! Pling! – so effektvoll sind. Gefreut habe ich mich darüber, dass Nimmermehr endlich mal wieder eine größere Rolle spielen darf. Erwähnenswert darüber hinaus, dass Gundel hier mit Madam Mim (ursprünglich aus dem Film „Die Hexe und der Zauberer“, 1963) interagiert. Die Gundel-Geschichte von Pavese/Chierchini bewegt sich völlig im Rahmen des Erwartbaren, buchstabiert aber einige der typischen Motive recht clever aus. (7/15 – Not Bad) Hobrowili (Diskussion) 07:01, 10. Mär. 2026 (CET)
Selbst ist der Mann
Dagobert Duck richtet sich nach dem Vorbild seines Neffen eine Werkstatt ein – und hält sich dafür einen Tischler, denn er selber habe „nämlich zwei linke Hände“ (S. 36) – Akzeptabler Zweiseiter von Bob Karp und Al Taliaferro. (6/15 – Mediocre) Hobrowili (Diskussion) 07:01, 10. Mär. 2026 (CET)
Der Kampf um die Krone
Klaas Klever hat ein altes Schlossgut in England und dazu den Titel Earl of Cleverhouse erworben. Dagobert Duck kontert mit seiner Ernennung zum Fürsten von Leuchtenstein durch den damit abdankenden Fürsten Guntram den Guten. Der verfolgt das Ziel, damit neben seinen Rechten auch die finanziell belastenden Pflichten als Herrscher loszuwerden. Dagobert findet zwar – mit unfreiwilliger Unterstützung durch den neidzerfressenen Klever – zwar eine neue Diamantenmine, um die Staatsfinanzen zu sanieren, doch die gehören von Rechtswegen zum Privatbesitz des alten Fürsten. Guntram wird wieder Landesherr und verleiht Dagobert den Herzogstitel. Als Ranghöherer hat nun der wieder gegenüber Klever das Lachen…
1969 realisierte Massimo De Vita diese angenehme Mischung aus Märchen- und Wettkampfgeschichte, von den Autoren Abramo und Giampaolo Barosso allerdings etwas verwirrend aufgegleist: Das Erzählfeld auf S. 39 führt den Leser versehentlich etwas in die Irre, denn obwohl so angekündigt, haben die Staatshändel in Leuchtenstein gar nichts mehr mit Klevers Titelerwerb zu tun. De Vita zeichnet vor allem in den großformatigen, charmant-romantischen Panels besser als in jenen frühen Jahren dieses Zeichners üblich. Es scheint fast so, als habe er hier schon ein wenig die Mittelalter-Fantasy-Settings seiner späteren Asgardland-Saga (seit 1982) erprobt. (8/15 – Alright) Hobrowili (Diskussion) 07:01, 10. Mär. 2026 (CET)
Die Mikrotaler
Dagobert Duck will unbedingt einen Edelstein von unermesslichem Wert haben, den der Gouverneur von Kondorien in den Anden zu verkaufen hat. Er wandelt seine Geldscheine in „Mikrotaler“ um, mit trotz ihrer Winzigkeit demselben Wert wie normale, und transportiert sie in einer Feldflasche nach Südamerika. Diese wird dort aber sofort von einem Kondor stibitzt, und die Ducks müssen nun auf der Suche nach dem Übeltäter die Mägen der dort lebenden Vögel durchleuchten. Die Panzerknacker haben ebenfalls Wind von Dagoberts Plänen bekommen und reisen hinterher. Die Geschichte endet damit, dass sich unter der Wärme eines brütenden Kondors die Geldscheine wieder auf ihre normale Größe ausdehnen, Dagobert durch eine Windhose samt Talern in den Palast des Gouverneurs geweht wird und so das Geschäft doch noch abschließen kann…
Vor einiger Zeit musste ich für meine Rezension zu LTB 79 feststellen, dass Romano Scarpa auch mal für richtig schlechte Geschichten die Zeichnungen anfertigte – die Chose heißt „Das Ende der Schatzsuche“ (1971). Auch schon vier Jahre vorher, 1967, ging so gut wie alles schief mit dem Skript für „Die Mikrotaler“, für das Scarpa selbst in Koproduktion mit Rodolfo Cimino verantwortlich war. Die beiden Köche mögen hier den Brei zusätzlich verdorben haben, aber schon die Grundidee mit diesen geschrumpften Talern, die so völlig unsachgemäß in einer Trinkflasche aufbewahrt werden, mit der Dagobert auch noch höchst unachtsam umgeht – so wickelt er sie zum Beispiel anfangs seinem fliehenden Neffen wie die Bolas der Gauchos um die Beine – ist komplett verfehlt. Von dem eingeflogenen Röntgengerät über die bescheuerte Kondorjagd und die hier mal wieder völlig unnötigen Panzerknacker bis hin zur seltsam zielgenauen Windhose gehen alle Ausbesserungsarbeiten an der Handlung gnadenlos schief. Die gelegentlich gewitzten und dynamischen Zeichnungen Scarpas kaschieren bloß das Ausmaß der erzählerischen Katastrophe. (4/15 – Bad) Hobrowili (Diskussion) 07:01, 10. Mär. 2026 (CET)
Die goldene Laterne
Während eines Überlebenstrainings in der Wildnis stoßen Dagobert Duck mit Neffen und Großneffen auf eine zwischen Felsen eingeklemmte spanische Galeone. Im Logbuch ist die Rede von der Suche nach einer „goldenen Laterne“, während der das Schiff von einer Windhose gepackt und ins Gebirge verfrachtet worden sei. Bald sehen sich die Ducks, nacheinander die Schiffslaterne besteigend, in eben diese Vergangenheit an Bord des damals noch auf hoher See kreuzenden Schiffes versetzt, deren Besatzung sich auf der Jagd nach dieser ominösen Laterne befindet. Zuletzt gelangen sie wieder auf die Galeone in den Bergen und müssen sich dabei eingestehen, dass sie wohl verdorbene Kartoffeln aus der Kombüse gegessen und die letzten Erlebnisse lediglich halluziniert hatten…
Der Plot aus dem Mystery-Genre, der wiederum von Cimino stammt, ist eigentlich ganz in Ordnung. Die außerordentliche Mühe, die Luciano Capitanio damit hat, Ciminos Visionen zeichnerisch adäquat Ausdruck zu verleihen, merkt man der Umsetzung deutlich an, soll aber ausnahmsweise mal im Grundsatz honoriert werden: Dies war eine der letzten Arbeiten Capitanios, bevor er im selben Jahr (1969) starb. (5/15 – Pretty Bad) Hobrowili (Diskussion) 07:01, 10. Mär. 2026 (CET)
Onkel Dagobert und die Unterhaltspflicht
Dagobert Duck lässt seinen Neffen, um eine neue Erfindung Düsentriebs auszuprobieren, einen besonderen Fallschirm, aus 5000 Meter Höhe (im Comic sieht es eher aus wie 50) aus einem Flugzeug springen. Die Panzerknacker bekommen das mit und spannen den erzürnten Donald in einen raffinierten Plan ein, der Dagobert zu Unterhaltszahlungen für seinen Neffen (und dessen Neffen) zwingen soll. Sie spielen dabei alle Rollen in einem vorgetäuschten Krankenhaus und einem ebensolchen Gericht. Am Ende kommt Daisy, die sich um ihren Donald sorgt, der Kulissenschieberei der Bande auf die Schliche…
Wieder Capitanio, diesmal aber nach einem Skript von Dalmasso und zwei Jahre früher. Die Settings werden diesmal vom bröckelnden Putz geprägt, denn selbstverständlich können sich die Panzerknacker keine 1A-Immobilien zur Umsetzung ihrer Betrügereien leisten. Handlung und zeichnerische Qualität erweisen sich ebenfalls als höchst brüchig, aber wenigstens gibt es ab und zu etwas zu lachen, so als ein Pförtner-Knacker den Besucher Dagobert trocken in Kenntnis setzt: „Unsere Privatpatienten liegen nicht gerne ebenerdig!“ (S. 138), oder Dagoberts „mitfühlende“ Reaktion auf den Zustand seines Neffen: „Unglaublich! Benutzt dieser Hypochonder doch tatsächlich einen Sturz aus lächerlichen 5000 Metern Höhe, um womöglich wochenlang krank zu feiern!“ (S. 137) Ansonsten fällt auf, dass bei Capitanio verkleidete Panzerknacker ausnahmsweise nicht sofort als Panzerknacker zu erkennen sind. (4/15 – Poor) Hobrowili (Diskussion) 07:01, 10. Mär. 2026 (CET)
Onkel Dagobert hoch drei
Onkel Dagobert zerbricht schier an seinem alljährlichen Steuerbescheid. Doch diesmal ersinnt er einen, wie er hofft, dauerhaften Ausweg: Er spaltet von sich zwei weitere Multimilliardäre namens Nagobert Nuck und Wagobert Wuck mit jeweils eigenen Bilanzen ab. Statt zwei Drittel hofft er so in Zukunft nur knapp ein Drittel Steuern auf sein Gesamtvermögen zu zahlen. Zwar klappt der Plan mit der Steuerersparnis, doch wird Dagobert (ebenso wie seine beiden Alter Egos) dabei so schizophren, dass er die jeweils anderen als Konkurrenten wahrnimmt, die ihm die Geschäfte verderben. Ein kleiner Hammer reicht da nicht, es muss schon ein ganz großer, von Donald betätigt, sein, der Dagobert Duck wieder zurück in die Wirklichkeit bringt…
Nach dieser Geschichte wissen wir immerhin, dass der Spitzensteuersatz in Entenhausen bei 66,6% liegt, und dass man dort recht schnell nach unten aus der höchsten Steuerklasse zu fallen vermag, gehört der reichste Mann der Welt doch bei einer einfachen Drittelung der Einkünfte schon nicht mehr dazu. Gerechte Steuerprogression geht gewiss anders. Diese pfiffige Dreiteilung Onkel Dagoberts in drei Milliardäre mit jeweils leicht abgewandeltem Äußeren ist eigentlich schon der ganze Witz an der Geschichte – aber zugegebenermaßen ein guter. Überraschungen bleiben in der Geschichte des Gespanns Cimino/Carpi fürderhin zwar aus, doch das Grundkonzept überzeugt und trägt eben auch so lange. Trotz aller Persönlichkeitsspaltung besteht übrigens – familien- und zivilrechtlich ziemlich fragwürdig – nie ein Zweifel daran, dass alle drei „Agoberts“ nicht nur die Onkels, sondern auch die Gläubiger ihres Neffen Donald sind – weswegen wir diesen in einem Nebenstrang der Haupthandlung zurecht komplett auf Zinne sehen, was Carpi wie meistens ziemlich überzeugend darzustellen versteht. (9/15 – Fine) Hobrowili (Diskussion) 07:01, 10. Mär. 2026 (CET)
Im Netz der Spinne
Am Tag als Dagobert Duck mal wieder das Zertifikat „Reichster Mann der Welt“ verliehen bekommt, wird er von jemandem herausgefordert, der sich „Die Spinne“ nennt und sich offenbar ein ganzes Volk auf dem Hatschi-Patschi-Archipel tributpflichtig gemacht hat: Im nächsten Jahr zu dieser Zeit werde er das Zertifikat einstreichen! Das lässt Dagobert natürlich nicht auf sich sitzen und stattet mit den Kindern und Donald als seinem „Notar“ dem Herausforderer einen Besuch ab. Dagobert entlarvt dessen Schätze als ein Pyritlager, also Katzengold, mit welchem kein Staat zu machen ist. Er und Donald werden von der „Spinne“ als Gefangene in Netze gespannt, doch die Kinder, die als „strategisches Rückgrat“ (S. 202) an Bord des Schiffes geblieben waren, greifen ein und durch und erkennen, dass im Kostüm der Spinne nur ein kleines, erbarmungswürdiges Männchen steckt, das unterwürfig seine Geschichte erzählt, wie es so größenwahnsinnig werden konnte. Mal wieder hat Dagobert Duck also einen Angriff auf seinen Rang abwehren können…
Mit der „Spinne“ könnte da nun wirklich ein charismatischer, zu fürchtender Gegner für Dagobert erwachsen sein, so hofft der auf Spannung gefasste Leser, doch schon das für den Autor Rodolfo Cimino so typische Opening Splash verrät (viel zu früh), dass es sich nicht so verhalten wird: Denn die „Spinne“ sieht hier schon aus wie ein – na ja – Männchen in einem ungeschickten Kostüm nicht einmal mit acht Spinnenbeinen, sondern nur mit zwei Käferfühlern. Weiter reichte die „Kunst“ des Zeichners Giorgio Bordini leider nicht. Und da auch dessen Hintergründe und Posen eintönig bleiben und die müden Geschehnisse das Versprechen auf eine spannende Geschichte schnell pulverisieren, steht der Leser am Ende vor dem bloßen italienischen Disney-Nichts. (2/15 – Very Bad) Hobrowili (Diskussion) 07:01, 10. Mär. 2026 (CET)
Der Segen der Technik
Dagobert Duck hat sich von Daniel Düsentrieb einen Roboter konstruieren lassen, der nicht nur seinen Angestellten Donald, sondern auch ihn bald überflüssig macht. Aber das heißt nicht, dass ein solcher Roboter nutzlos ist – jedenfalls hat Donald bald den „intelligentesten Rasenmäher der ganzen Stadt“ (S. 212)…
Anfang der Siebziger Jahre setzte der „alte Amerikaner“ Tony Strobl eine ganze Reihe von solchen Stoffen um, in denen es um die Segen und Tücken der modernen Technik, speziell der Robotik geht. Manch einer würde heute der KI eine ähnliche „Karriere“ wünschen wie dem Blechkasten aus Strobls Geschichte… (8/15 – OK) Hobrowili (Diskussion) 07:01, 10. Mär. 2026 (CET)
Der erste selbstverdiente Geldschein
Der Panzerknacker Vetter Nebel, der sich in einer Wolke unsichtbar zu machen pflegt, entwendet Dagobert Ducks ersten selbstverdienten 5-Taler-Schein aus dessen Geldspeicher. Gemeinsam mit seinen Vettern erpresst er den Multimilliardär, doch der hat sich mit einer Zeitmaschine Düsentriebs bereits in die Vergangenheit bringen lassen, um die fünf Taler noch einmal zu verdienen. Die Panzerknacker folgen mittels einer Erfindung von Hugo Habicht in das Amerika der 1920er Jahre. Dagobert investiert die 5 Taler, die er beim Schuhputzen einstreicht, in einen Strandabschnitt, der in der Gegenwart Millionen wert sein wird…
Jack Manning setzt hier ein ziemlich schwachsinniges Sammelsurium von Einzelideen eines unbekannten Autors um. Gut gefällt mir nur die „Zeitwanne“ des bösen Erfinders Hugo Habicht (engl. Emil Eagle). Den richtigen Duschkopf eingesetzt, und schon reist man durch die Zeit. Anders als die üblichen S-Code-Storys, die in den USA für den europäischen Markt gezeichnet wurden (etwa von Tony Strobl), entstammt diese Geschichte übrigens einem schmalen Heft einer kurzlebigen, nur zwischen 1979 und 1980 erschienenen us-amerikanischen Reihe namens „Beagle Boys vs. Uncle Scrooge“. Es ist wohl nur ein Gerücht, dass das Ding hier das Einstampfen der Serie erleichtert hat. (2/15 – Terrible) Hobrowili (Diskussion) 07:01, 10. Mär. 2026 (CET)
Der schwarze Spiegel
In einem Laden für Zauberbedarf eines orientalischen Basars stöbert Dagobert, der diesmal nur mit seinen Großneffen unterwegs ist, einen schwarzen Spiegel auf, der einem die Börsenkurse voraussagt. Zunächst hält der Spiegel, was er verspricht, doch nachdem die Kerze aus dem Orient heruntergebrannt ist, ist es Sense mit den treffgenauen Prognosen am Aktienmarkt. Verfolgt von einem üblen Ganoven, kehrt Dagobert diesmal mit der ganzen Familie zum Zauberhändler zurück, der ihn an seinen Vetter Ali verweist, der Tausende Meilen entfernt als Eremit lebt. Aber auch der, so erweist sich am Ziel, hat nur noch zwei fast heruntergebrannte Zauberkerzen. Und doch können die Ducks mit diesen die Heimreise antreten, weil sie Ali gegen den Ganoven, der ihnen die ganze Zeit gefolgt ist, verteidigen, und die Kinder ihm ein Exemplar ihres Schlauen Buches sowie eine batteriebetriebene Taschenlampe dalassen, damit er weiterhin seine Schriften studieren kann…
Nur in Spurenelementen versprüht die Geschichte von Rodolfo Cimino und Giorgio Bordini orientalischen Charme, und doch sie sie etwas spannender, etwas besser gezeichnet und vor allem nicht so unfreiwillig komisch wie „Im Netz der Spinne“ desselben Gespanns zwei Jahre früher weiter vorne im Band. Qualitativ fällt das gegenüber dem, was man von Bordini aus diesen Jahren gewohnt ist, jedenfalls nicht ab. Er beherrschte nun einmal ein nur sehr schmales Repertoire an Figuren- und Panel-Typen. Am deutschen Text gefällt mir noch der Name des Soft-Drink-Produzenten „Rülpsi Cola“ (S. 229). (5/15 – Somewhat Bad) Hobrowili (Diskussion) 07:01, 10. Mär. 2026 (CET)
Fazit
Da ich mich seit meiner Jugend immer für die skurrile Geschichte „Onkel Dagobert hoch drei“ von Cimino/Carpi erwärmen konnte und sie in guter Erinnerung hatte, ließ ich es mir nicht nehmen, wenigstens diese Geschichte in den „guten“ Bewertungsbereich zu boxen. Ansonsten gibt es viel zu viel Mittelmaß und Ausschuss, oft von Rodolfo Cimino geskriptet, der schon Ende der 1960er Jahre begann, sein Erzähltalent meistbietend zu verschleudern. Leider zieht er diesmal sogar Romano Scarpa mit herunter („Die Mikrotaler“), der ansonsten immer eine Bank war und in den nächsten Jahren meist auch bleiben sollte.
LTB 89 stellt übrigens eine Art geheimen Einschnitt in der Geschichte der LTBs dar. Die italienische Vorlage, Band 73 der I Classici (der Seconda Serie), „Paperone `83“, erschien mit nur noch 244 statt 260 Seiten (bei höherem Preis!). Damit kompensierte der italienische Verlag ein wenig den gestiegenen Bedarf an bislang noch nicht in den I Classici erschienenen Geschichten, weil man sich kurz zuvor von der wechselnden Erscheinungsweise von Zweitauflagen (von Bänden der Prima Serie) und Erstauflagen verabschiedet hatte, und nunmehr jeden Monat einen neuen Band auf den Markt warf, was gewiss höhere Kosten verursachte, zumal jetzt der ganze Band in Farbe erschien. Für den deutschen Verlag Ehapa hieß das zweierlei: Weil man zum einen die Reduzierung der Seitenzahl (wie auch die durchgängige Kolorierung) nicht nachvollziehen mochte, mussten anderswo erschienene Geschichten in den deutschen Band integriert werden. Grundsätzlich waren das amerikanische Geschichten, die einer meist etwas neueren Ausgabe des „Topolino“ entstammten. Für Bd. 89 waren das „Selbst ist der Mann“, „Der Segen der Technik“ und „Der erste selbstverdiente Geldschein“. Zum anderen konnte Ehapa nun aus dem Vollen der regelmäßig sprudelnden I Classici-Vorlagen schöpfen, womit eine Phase (seit Beginn der Siebziger-Bände) endete, in der viel aus verschiedenen Bänden zusammenkompiliert wurde, bis (Bd. 80, 83) überhaupt keine I Classici-Vorlage mehr erkennbar war. Die neue Fülle hatte wiederum eine negative und eine positive Facette: Negativ war, dass Ehapa, weil keine Notwendigkeit zum Kompilieren mehr bestand, nicht mehr auf italienische Geschichten neueren Datums aus dem „Topolino“ zurückgreifen musste, die aber meist eine bessere Qualität hatten und vor allem zeitgemäßer waren. Positiv war (vielleicht), dass der Charakter der I Classici-Bände als Vorlagen der LTBs wieder deutlicher hervortrat, was mehr oder weniger bis Bd. 116 so blieb. Um auf LTB 89 zurückzukommen: Die Bände der so genannten „Zwischenphase“ begannen jetzt erst, ein deutlicheres Problem mit nachlassender Qualität zu bekommen, was man bereits diesem Band anmerkt. Ironischerweise wird die erneuerte Abhängigkeit von der italienischen Vorlage ausgerechnet von den Aushängeschildern eines Bandes kaschiert: Cover und darauf beruhender Titel wurden gar nicht dem ansonsten vollständig übernommenen CWD SS 73, sondern dem etwas älteren CWD SS 70, „Paperone Boss dei Boss“, entlehnt. Hobrowili (Diskussion) 07:01, 10. Mär. 2026 (CET)