Leonard Hillmann: Unterschied zwischen den Versionen
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Leonard Hillmman wurde 1992 in Berlin geboren, seine Familie hat ihre Wurzeln in Nordrhein-Westfalen. Seine Leidenschaft für Disney-Comics begann früh, als seine Mutter ihm 1997 die Ausgabe 35 des [[Micky Maus Magazin]]s kaufte, deren Comicgeschichten und redaktionellen Seiten dem Jungen auf Anhieb gefielen. Da ihn Woche für Woche die Zeichnungen der Comics in den Bann zogen und er noch nicht richtig lesen konnte, las sein Vater ihm regelmäßig auf dem Wohnzimmersofa vor. Obwohl er noch nicht wusste, wer die Geschichten geschaffen hatte, spürte er bei den Comics von [[Carl Barks]] und [[Don Rosa]] früh das „gewisse Etwas“.<ref name="DDSH">[[Joachim Stahl]]: ''[[Neue Entenhausener Geschichten]] Folge 47: Interview mit Dr. Leonard Hillmann''. [[DDSH 465]], Seite 45–35, [[Egmont Ehapa Media]], Berlin, Februar 2026</ref> Schon als Fünfjähriger begann er, zunächst Figuren abzupausen und später selbst zu zeichnen. | Leonard Hillmman wurde 1992 in Berlin geboren, seine Familie hat ihre Wurzeln in Nordrhein-Westfalen. Seine Leidenschaft für Disney-Comics begann früh, als seine Mutter ihm 1997 die Ausgabe 35 des [[Micky Maus Magazin]]s kaufte, deren Comicgeschichten und redaktionellen Seiten dem Jungen auf Anhieb gefielen. Da ihn Woche für Woche die Zeichnungen der Comics in den Bann zogen und er noch nicht richtig lesen konnte, las sein Vater ihm regelmäßig auf dem Wohnzimmersofa vor. Obwohl er noch nicht wusste, wer die Geschichten geschaffen hatte, spürte er bei den Comics von [[Carl Barks]] und [[Don Rosa]] früh das „gewisse Etwas“.<ref name="DDSH">[[Joachim Stahl]]: ''[[Neue Entenhausener Geschichten]] Folge 47: Interview mit Dr. Leonard Hillmann''. [[DDSH 465]], Seite 45–35, [[Egmont Ehapa Media]], Berlin, Februar 2026</ref> Schon als Fünfjähriger begann er, zunächst Figuren abzupausen und später selbst zu zeichnen. | ||
Seine ersten Bewerbungsmappen mit Zeichnungen verschickte Leonard Hillmann bereits im Alter von 15 Jahren an diverse Mitarbeiter des Disney-Konzerns in unterschiedlichen Ländern. Oftmals erhielt er keinerlei Rückmeldungen oder aber wurde motiviert, es in der Zukunft erneut zu versuchen. Vergeblich bemühte sich Hillmann als Teenager um einen der begehrten Praktikumsplätze bei den Disney-Studios in Burbank, USA. Im Jahr 2021 wagte er einen weiteren Anlauf und verschickte eine von ihm kreierte achtseitige Dagobert-Geschichte unter anderem an die Egmont-Redaktion in Berlin. | Seine ersten Bewerbungsmappen mit Zeichnungen verschickte Leonard Hillmann bereits im Alter von 15 Jahren an diverse Mitarbeiter des Disney-Konzerns in unterschiedlichen Ländern. Oftmals erhielt er keinerlei Rückmeldungen oder aber wurde motiviert, es in der Zukunft erneut zu versuchen. Vergeblich bemühte sich Hillmann als Teenager um einen der begehrten Praktikumsplätze bei den Disney-Studios in Burbank, USA. Im Jahr 2021 wagte er einen weiteren Anlauf und verschickte eine von ihm kreierte achtseitige Dagobert-Geschichte unter anderem an die Egmont-Redaktion in Berlin. Dem damaligen Chefredakteur der Disney-Magazine, [[Marko Andric]], gefiel das eingesandte Material und leitete es an die Hauptverantwortlichen des Medienunternehmens Egmont in Kopenhagen weiter. | ||
Anschließend erhielt Leonard Hillmann E-Mails von drei dänischen Comic-Mitarbeiterinnen und durfte nach einem Videocall mit dem erfahrenen Egmont-Artdirector [[Fernando Güell]] eine „Test-Story“ mit [[Daniel Düsentrieb]] umsetzen. Nachdem er viele intensive Arbeitsstunden in die Geschichte investierte und sie mehrfach umgestaltete, wurde sie vom Kreativteam bei Egmont abgesegnet, womit für Hillmann ein seit 15 Jahren bestehender Lebenstraum in Erfüllung ging.<ref name="DDSH" /> | Anschließend erhielt Leonard Hillmann E-Mails von drei dänischen Comic-Mitarbeiterinnen und durfte nach einem Videocall mit dem erfahrenen Egmont-Artdirector [[Fernando Güell]] eine „Test-Story“ mit [[Daniel Düsentrieb]] umsetzen. Nachdem er viele intensive Arbeitsstunden in die Geschichte investierte und sie mehrfach umgestaltete, wurde sie vom Kreativteam bei Egmont abgesegnet, womit für Hillmann ein seit 15 Jahren bestehender Lebenstraum in Erfüllung ging.<ref name="DDSH" /> | ||
==Stil== | ==Stil== | ||
Leonard Hillmann orientiert sich in seinem Stil an [[Carl Barks]], den er als „Maßstab aller Entenhausen-Kunst“ ansieht. Gleichsam prägte ihn das Werk von [[Don Rosa]] als „offiziellen Chronisten der Familie Duck“.<ref name="DDSH" /> Er begegnete Don Rosa bereits mehrfach, traf ihn bei einer Presseveranstaltung und kam bei einem anschließenden Abendessen mit ihm ins Gespräch. Nach Rosas Vorbild versucht Hillmann, viele Details und Verweise auf die Geschichten von Carl Barks in seine Zeichnungen einzubauen, etwa einen Nebencharakter oder einen bestimmten Gegenstand. Diese Hommagen verleihen seinen Geschichten eine persönliche Note, auch wenn sie nur wenigen Fans auffallen. | Leonard Hillmann orientiert sich in seinem Stil an [[Carl Barks]], den er als „Maßstab aller Entenhausen-Kunst“ ansieht. Gleichsam prägte ihn das Werk von [[Don Rosa]] als „offiziellen Chronisten der Familie Duck“.<ref name="DDSH" /> Er begegnete Don Rosa bereits mehrfach, traf ihn bei einer Presseveranstaltung und kam bei einem anschließenden Abendessen mit ihm ins Gespräch. Nach Rosas Vorbild versucht Hillmann, viele Details und Verweise auf die Geschichten von Carl Barks in seine Zeichnungen einzubauen, etwa einen Nebencharakter oder einen bestimmten Gegenstand. Diese Hommagen verleihen seinen Geschichten eine persönliche Note, auch wenn sie nur wenigen Fans auffallen. | ||
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Das Zeichnen von Disney-Comics ist für Dr. Leonard Hillmann eher eine Nebentätigkeit. Hauptberuflich arbeitet der studierte Mediziner<ref>https://www.tagesspiegel.de/gesundheit/alles-dreht-sich-um-den-menschen-3624592.html abgerufen am 26.07.2026</ref> als Allgemeinarzt in einer Hausarztpraxis und behandelt Patientinnen und Patienten. Nebenbei schreibt er auch journalistische Beiträge, vorwiegend über medizinische Inhalte, immer mal wieder aber auch über Comicthemen, unter anderem für den ''Tagesspiegel'' zur Rückkehr der ''Fantastic Four''.<ref>https://www.tagesspiegel.de/kultur/einst-grundstein-fur-das-marvel-imperium-fantastic-four-kehren-ins-kino-zuruck-14063270.html abgerufen am 26.07.2026</ref> Im März 2026 schrieb Leonard Hillmann einen würdigenden Artikel anlässlich des 125. Geburtstags von Carl Barks und ging dabei auch auf den Comicband [[Erfunden von Carl Barks – Das Erbe des Duck Man]] ein. <ref>https://www.tagesspiegel.de/kultur/comics/vor-125-jahren-wurde-disney-zeichner-carl-barks-geboren-er-ist-der-absolute-massstab-fur-geschichten-aus-entenhausen-15396169.html abgerufen am 26.07.2026</ref> | Das Zeichnen von Disney-Comics ist für Dr. Leonard Hillmann eher eine Nebentätigkeit. Hauptberuflich arbeitet der studierte Mediziner<ref>https://www.tagesspiegel.de/gesundheit/alles-dreht-sich-um-den-menschen-3624592.html abgerufen am 26.07.2026</ref> als Allgemeinarzt in einer Hausarztpraxis und behandelt Patientinnen und Patienten. Nebenbei schreibt er auch journalistische Beiträge, vorwiegend über medizinische Inhalte, immer mal wieder aber auch über Comicthemen, unter anderem für den ''Tagesspiegel'' zur Rückkehr der ''Fantastic Four''.<ref>https://www.tagesspiegel.de/kultur/einst-grundstein-fur-das-marvel-imperium-fantastic-four-kehren-ins-kino-zuruck-14063270.html abgerufen am 26.07.2026</ref> Im März 2026 schrieb Leonard Hillmann einen würdigenden Artikel anlässlich des 125. Geburtstags von Carl Barks und ging dabei auch auf den Comicband [[Erfunden von Carl Barks – Das Erbe des Duck Man]] ein.<ref>https://www.tagesspiegel.de/kultur/comics/vor-125-jahren-wurde-disney-zeichner-carl-barks-geboren-er-ist-der-absolute-massstab-fur-geschichten-aus-entenhausen-15396169.html abgerufen am 26.07.2026</ref> | ||
In seiner knappen Freizeit liest Hillmann gerne und viel, neben Comics auch das ''National Geographic'' (wie schon Carl Barks) sowie Bücher über historische Persönlichkeiten oder zeitgenössische Romane. Als Fan der [[Indiana-Jones-Reihe]] kann er sich zudem für Archäologie begeistern und versucht neben seinem täglichen Fitness-Programm, pro Jahr ein neues Klavierstück einzustudieren. | In seiner knappen Freizeit liest Hillmann gerne und viel, neben Comics auch das ''National Geographic'' (wie schon Carl Barks) sowie Bücher über historische Persönlichkeiten oder zeitgenössische Romane. Als Fan der [[Indiana-Jones-Reihe]] kann er sich zudem für Archäologie begeistern und versucht neben seinem täglichen Fitness-Programm, pro Jahr ein neues Klavierstück einzustudieren. | ||
Version vom 26. Juli 2026, 18:17 Uhr
Dr. Leonard Hillmann (* 1992 in Berlin) ist ein deutscher Comiczeichner, der seit 2022 im Auftrag des Egmont-Konzerns für Disney als Zeichner von Donald Duck-Comics tätig ist.
Werdegang
Leonard Hillmman wurde 1992 in Berlin geboren, seine Familie hat ihre Wurzeln in Nordrhein-Westfalen. Seine Leidenschaft für Disney-Comics begann früh, als seine Mutter ihm 1997 die Ausgabe 35 des Micky Maus Magazins kaufte, deren Comicgeschichten und redaktionellen Seiten dem Jungen auf Anhieb gefielen. Da ihn Woche für Woche die Zeichnungen der Comics in den Bann zogen und er noch nicht richtig lesen konnte, las sein Vater ihm regelmäßig auf dem Wohnzimmersofa vor. Obwohl er noch nicht wusste, wer die Geschichten geschaffen hatte, spürte er bei den Comics von Carl Barks und Don Rosa früh das „gewisse Etwas“.[1] Schon als Fünfjähriger begann er, zunächst Figuren abzupausen und später selbst zu zeichnen.
Seine ersten Bewerbungsmappen mit Zeichnungen verschickte Leonard Hillmann bereits im Alter von 15 Jahren an diverse Mitarbeiter des Disney-Konzerns in unterschiedlichen Ländern. Oftmals erhielt er keinerlei Rückmeldungen oder aber wurde motiviert, es in der Zukunft erneut zu versuchen. Vergeblich bemühte sich Hillmann als Teenager um einen der begehrten Praktikumsplätze bei den Disney-Studios in Burbank, USA. Im Jahr 2021 wagte er einen weiteren Anlauf und verschickte eine von ihm kreierte achtseitige Dagobert-Geschichte unter anderem an die Egmont-Redaktion in Berlin. Dem damaligen Chefredakteur der Disney-Magazine, Marko Andric, gefiel das eingesandte Material und leitete es an die Hauptverantwortlichen des Medienunternehmens Egmont in Kopenhagen weiter.
Anschließend erhielt Leonard Hillmann E-Mails von drei dänischen Comic-Mitarbeiterinnen und durfte nach einem Videocall mit dem erfahrenen Egmont-Artdirector Fernando Güell eine „Test-Story“ mit Daniel Düsentrieb umsetzen. Nachdem er viele intensive Arbeitsstunden in die Geschichte investierte und sie mehrfach umgestaltete, wurde sie vom Kreativteam bei Egmont abgesegnet, womit für Hillmann ein seit 15 Jahren bestehender Lebenstraum in Erfüllung ging.[1]
Stil
Leonard Hillmann orientiert sich in seinem Stil an Carl Barks, den er als „Maßstab aller Entenhausen-Kunst“ ansieht. Gleichsam prägte ihn das Werk von Don Rosa als „offiziellen Chronisten der Familie Duck“.[1] Er begegnete Don Rosa bereits mehrfach, traf ihn bei einer Presseveranstaltung und kam bei einem anschließenden Abendessen mit ihm ins Gespräch. Nach Rosas Vorbild versucht Hillmann, viele Details und Verweise auf die Geschichten von Carl Barks in seine Zeichnungen einzubauen, etwa einen Nebencharakter oder einen bestimmten Gegenstand. Diese Hommagen verleihen seinen Geschichten eine persönliche Note, auch wenn sie nur wenigen Fans auffallen.
Außerdem wurde Hillmann vom dynamischen und ausdrucksstarken Stil Daniel Brancas geprägt und er mag den modernen Stil von Ferioli, Paco Rodriguez und Massimo Fecchi. Außerdem sprechen ihn die karikaturesken Zeichnungen von Flemming Andersen an und er schätzt die humorvollen Skripte von Kari Korhonen.
Schon beim Lesen eines Skripts stellt sich Leonard Hillmann vor, wie man die einzelnen Panels für einen flüssigen und harmonischen Lesefluss am besten anlegen könnte. Anhand eines Rasters richtet er seine Zeichnungen zunächst danach aus, wie viel Raum Sprechblasen und andere Textelemente einnehmen und wie er diese am effizientesten platziert, um die Charaktere und Handlung gut zur Geltung kommen zu lassen. An einer Comicseite arbeitet Hillmann laut eigener Aussage bis zu 40 Stunden, manchmal auch bis tief in die Nacht.[1]
Hillmann arbeitet traditionell und zeichnet per Hand auf Papier, anschießend sendet er die Bleistiftzeichnungen an die zuständigen Redakteure und den Artdirector, die daraufhin ihre Einschätzungen und Wünsche mitteilen. Sind diese umgesetzt, widmet sich Hillmann dem Inken. Die fertige schwarz-weiß-Seite scannt er ein und schickt diese an das Team aus Koloristen, Letterern und Übersetzern.
Des Weiteren fertigte Hillmann selbst zwei Skripte für Geschichten an, die er den Redakteuren in Dänemark anbieten möchte – in der Hoffnung, dass diese eines Tages umgesetzt werden.
Privates, Interessen und Hobbys
Das Zeichnen von Disney-Comics ist für Dr. Leonard Hillmann eher eine Nebentätigkeit. Hauptberuflich arbeitet der studierte Mediziner[2] als Allgemeinarzt in einer Hausarztpraxis und behandelt Patientinnen und Patienten. Nebenbei schreibt er auch journalistische Beiträge, vorwiegend über medizinische Inhalte, immer mal wieder aber auch über Comicthemen, unter anderem für den Tagesspiegel zur Rückkehr der Fantastic Four.[3] Im März 2026 schrieb Leonard Hillmann einen würdigenden Artikel anlässlich des 125. Geburtstags von Carl Barks und ging dabei auch auf den Comicband Erfunden von Carl Barks – Das Erbe des Duck Man ein.[4]
In seiner knappen Freizeit liest Hillmann gerne und viel, neben Comics auch das National Geographic (wie schon Carl Barks) sowie Bücher über historische Persönlichkeiten oder zeitgenössische Romane. Als Fan der Indiana-Jones-Reihe kann er sich zudem für Archäologie begeistern und versucht neben seinem täglichen Fitness-Programm, pro Jahr ein neues Klavierstück einzustudieren.
Dr. Leonard Hillmann lebt und arbeitet in Berlin.
Trivia
- Bei seinem Debüt in DDSH 456 wurde sein Vorname im Heft irrtümlicherweise mit Leonhard angegeben, obwohl dieser ohne „h“ geschrieben wird.
- In DDSH 465 (Februar 2026) wurde Hilmann für Folge 47 der Neuen Entenhausener Geschichten von Joachim Stahl interviewt.
Disney-Comicgeschichten (Auswahl)
- Wie geschmiert jongliert (2022, Story von Jaakko Seppälä, erschienen in Micky Maus Magazin 14/2024)
- Relativ glücklich (2023, Story von Andreas Pihl, erschienen in DDSH 456)
- Regelgerecht (2023, Story von Jaakko Seppälä, erschienen in DDSH 465)
- Im Spielfieber (2024, Story von Holger & Olaf Brox Pötzsch, erschienen in DDSH 465)
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 1,2 1,3 Joachim Stahl: Neue Entenhausener Geschichten Folge 47: Interview mit Dr. Leonard Hillmann. DDSH 465, Seite 45–35, Egmont Ehapa Media, Berlin, Februar 2026
- ↑ https://www.tagesspiegel.de/gesundheit/alles-dreht-sich-um-den-menschen-3624592.html abgerufen am 26.07.2026
- ↑ https://www.tagesspiegel.de/kultur/einst-grundstein-fur-das-marvel-imperium-fantastic-four-kehren-ins-kino-zuruck-14063270.html abgerufen am 26.07.2026
- ↑ https://www.tagesspiegel.de/kultur/comics/vor-125-jahren-wurde-disney-zeichner-carl-barks-geboren-er-ist-der-absolute-massstab-fur-geschichten-aus-entenhausen-15396169.html abgerufen am 26.07.2026