LTB 5: Rezension

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© Egmont Ehapa
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In diesem Artikel wird das LTB 5 rezensiert. Ob dieser Band tolles Top, ein fataler Flop oder einfach nur müdes Mittelmaß ist, erfährst du hier. Dranbleiben ;-) Einen neutralen enzyklopädischen Artikel findest du unter LTB 5.

Jeder kann hier seine persönliche Meinung zu den in LTB 5 erschienenen Geschichten verfassen. Eine Unterschrift unter jedem Kommentar ist erwünscht (einzufügen mit ~~~~). Die Geschichten können mit Highlight Highlight, Gut Gut, Mittelmaß Mittelmaß oder Schlecht Schlecht bewertet werden. Bei der Bewertung sollten Zeichnungen, Plot und Übersetzungen mit einbezogen werden. Eine genaue Anleitung zum Verfassen einer Rezension findest du hier. Viel Spaß!

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Cover[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schlecht Da kommt Onkel Dagobert ganz schön ins Schwitzen: Ein Krake hatte es sich offenbar in einer Schatzkiste gemütlich gemacht und ist höchst verärgert, vom Multimilliardär in seiner Ruhe gestört worden zu sein. Noch sieht es entgegen dem LTB-Titel so aus, dass der Krake Sieger bleiben würde…

Eine Premiere: Dieses Cover ist tatsächlich der allererste „künstlerische“ Egmont Ehapa-Eigenbeitrag zu einem Lustigen Taschenbuch! Das Cover zum I Classici, das Vorlage für diesen Band war, Prima Serie 26, wartete nämlich mit exzessiv über die Umschlagseite verteilten Dollarzeichen auf. Zu viel des Materialismus für die nordeuropäische Verlagsgruppe!... Doch das Ergebnis, von Nils Rydahl verantwortet, der seit 1950 als Freelancer arbeitete und als „der erste Künstler des Egmont-Verlags“ gilt, kann man nur als außerordentlich schauderhaft bezeichnen. Als hätte man mit der Covergestaltung einen künstlerisch unbegabten 10-jährigen LTB-Erstleser beauftragt, der nun natürlich erst einmal beginnt, Vorlagen abzupausen. Überdies funktioniert die Beziehung zwischen Dagobert und dem Kraken auch deshalb gar nicht, weil das Unterwasser-Setting der Geschichte „Onkel Dagobert allein auf einer Insel“, auf die sich die Szene bezieht, gar nicht übernommen wird. Es wirkt deshalb so, als hätte sich der Krake, der ja das nasse Element benötigt, urplötzlich in Onkel Dagoberts staubigem Geldspeicher materialisiert. Wobei man auch das eigentlich gar nicht sagen kann, denn einen Hintergrund gibt es natürlich auch nicht. (1/15 - Appalling) Hobrowili (Diskussion) 06:50, 10. Mär. 2026 (CET)

Rahmengeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schlecht Die meisten Szenen der Rahmengeschichte zeigen Dagobert Duck im Millionärsclub, wo er versucht, die Tageszeitung „Millionenblatt“ umsonst zu lesen. Einen besonderen Narren haben die Macher Dalmasso/Perego an der Figur Lord Harrap aus der ersten Scarpa-Geschichte „Onkel Dagoberts alte Schreibmaschine“ gefressen, den die auch noch im letzten Zwischenstück des Bandes auftreten und von Dagobert unter hilfreicher Unterstützung Donalds übers Ohr hauen lassen, insofern er am Ende statt mit einer Kiste wertvoller chinesischer Antiquitäten mit einer Sammlung Scherben dasteht. Ansonsten gibt es eine Menge finanzielle Feilscherei zwischen Donald, Dagobert und Gustav, für welche die eigenartige Comic-Gattung der LTB-Rahmengeschichte schon bald berüchtigt werden sollte. (3/15 - Rubbish) Hobrowili (Diskussion) 06:50, 10. Mär. 2026 (CET)

Siesta-Manuel als würdiger Gegner eines Geizhalses in Barosso/Scarpas "Onkel Dagoberts alte Schreibmaschine" (© Egmont Ehapa)

Onkel Dagoberts alte Schreibmaschine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Kostet 1000 Francs! Aber Sie sind mir sympathisch, sagen wir 10 000!“ (Wie der Franzose mit Donald um alte Schreibmaschinen feilscht)

Highlight Der schwerreiche britische Industrielle Lord Harrap schnappt Onkel Dagobert dessen kaputte antike Schreibmaschine weg, über deren Wert sich dieser nicht im Klaren ist. Der übertölpelte Dagobert nimmt Donalds Idee, alle anderen weltweit verstreuten Schreibmaschinen dieses Typs aufzukaufen, um Harraps Exemplar im Wert zu mindern, begeistert auf. Als beide schon glauben, jetzt alle vorhandenen 27 Maschinen erworben zu haben, bekommen sie Nachricht, dass noch zwei weitere existieren. Ihre Besitzer im alpenländischen Oberauwang und im lateinamerikanischen Buena Noche lassen sich ihre Willigkeit teuer bezahlen. Noch schlimmer: Die Ducks erfahren, dass es noch ein weiteres Exemplar gibt, das jetzt beide nach Talerstadt führt. Aufgrund ihrer Sicherheitsvorkehrungen ahnen sie nicht, dass sie sich dort gegenseitig überboten haben. Zusätzliche Motivation schöpft Dagobert aus Lord Harraps Fehlinformation, Onkel Dagobert sei pleite. Als dieser schließlich die 30 Schreibmaschinen der Öffentlichkeit präsentiert, ist dies eine Sensation. Doch die Hoffnung Dagoberts, insgesamt einen Gewinn gemacht zu haben, erfüllt sich nicht, denn jede einzelne Schreibmaschine dieses Typs ist jetzt natürlich nur noch ein Bruchteil wert, weil eben nicht mehr selten. Dagobert macht Donald als Schuldigen aus und schickt ihn als Vertreter zu den Schönen und Reichen, um deren Bedürfnis nach antiken Schreibmaschinen zu wecken…

Es gibt hier natürlich diese eine Schwäche im Plot: Onkel Dagobert hätte als Finanzgenie klar sein müssen, dass sich der Wert einer einzelnen Schreibmaschine dieses Typs mindert, wenn es sie plötzlich dutzendfach gibt. Ob sich dieser Fehler auch in das Skript hineingeschlichen hätte, wenn es nicht von den Barossos, sondern von Romano Scarpa selbst stammen würde?... Eine mögliche Lösung wäre gewesen: Dagobert selbst hätte diese Maschinenentwertung vielleicht sogar gleichgültig sein können – wenn er dadurch nur Lord Harrap eins auswischt. Dass der englische Adlige am Ende der Geschichte gar nicht mehr auftaucht, mag manchen Leser enttäuschen, war das doch eine klasse Nebenfigur, den wir gerne wie einen vorzeitigen Klaas Klever seine Melone hätten verspeisen sehen wollen. Aber Barosso/Scarpa kompensieren das mühelos durch weitere interessante Nebenfiguren wie den bauernschlauen Bürgermeister von Oberauwang und den verschlafenen Pflanzer Manuel, die den Aufkäufern Donald respektive Dagobert kräftig contra geben und für sich beziehungsweise ihre Gemeinde das Optimum herausholen. Und welche Wirkung derselbe lapidare Satz „Er hat nämlich selber so eine!“ (nämlich so eine Schreibmaschine) auf beide Ducks ausübt, spätestens da hat der Spannungsbogen uns durch seine Gewitztheit gewonnen. Herrlich dann auch noch einmal das parallele Einchecken Dagoberts und Donalds in dasselbe Hotel in Talerstadt, wie in den Parallelmontagen auf den Seiten 47-49, welche nebenbei die Charaktere trefflich illustrieren: Während Donald dem Hotelpagen einen Taler in die aufgehaltene Hand drückt, erhält er von Dagobert nur einen feuchten Händedruck. Eine raffinierte Geschichte, wie nur wenige, die Scarpa mit anderen Szenaristen realisiert hat. (14/15 - Brillant) Hobrowili (Diskussion) 06:50, 10. Mär. 2026 (CET)

Onkel Dagobert sucht Schutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Was? Deine Tiere bleiben wo sie sind! Das ist doch keine Arche Noah!“ (Für Onkel Dagobert endet die Familienbande dort, wo es um andere Tiere als Enten geht)

Mittelmaß Eine Wolke mit Schädlingsbekämpfungsmittel treibt Richtung Entenhausen und wird in nur wenig später dort ankommen. Dagobert, als Familienoberhaupt und in Sorge um seine Taler, lässt Daniel Düsentrieb einen unterirdischen Bunker konstruieren, in dem die ganze Sippe bei Alarm Zuflucht suchen kann. Durch einen Trick werden die Panzerknacker für die Zeit der Aktion aus Entenhausen weggelockt. Oma Duck und ihr Franz widersetzen sich dem Plan, weil für die Farmtiere im Bunker kein Platz vorgesehen ist. Auch Daisy gesellt sich zu ihnen, um auf dem Bauernhof Marmelade einzukochen. Da kommt Gustav eine Idee: Er simuliert eine Giftwolke, woraufhin der Warn-Apparat Düsentriebs Alarm schlägt und alle Ducks in den Bunker strömen. Er allerdings hat dadurch bei Daisy endlich einmal freie Bahn! Donald hält es aber nicht aus, Oma und Daisy in Gefahr zu wissen, und eilt ihnen durch einen Geheimgang ins Freie, der durch den Geldspeicher führt, zu Hilfe. Da er vergisst, die Tür zum Geldspeicher zu schließen, können die zurückgekehrten Panzerknacker mühelos zu Dagoberts Gold vordringen. Derweil hören Daisy und Donald bei Oma von Gustavs fiesem Plan und kehren in die Stadt zurück, um ihren Verwandten von dem Fehlalarm zu berichten. Die Polizei kann die Panzerknacker festnehmen, aber Gustav und Donald, von ihrem Onkel zu Schuldigen erkoren, müssen für ihn alle Talerchen zählen, ob nicht vielleicht doch einer fehlt…

LTB 5 wartet mit einem hochinteressanten Doppel von Geschichten von Luciano Bottaro auf, die unterschiedlicher nicht sein können: Bevor der Genuese mit „Onkel Dagobert allein auf einer Insel“ (1964) zusammen mit seinem kongenialen Szenaristen Carlo Chendi ein wahres Gag-Feuerwerk abbrennt, gibt es zunächst diese irgendwie labbrig anmutende Story „Onkel Dagobert sucht Schutz“ (1962), geschrieben von Gian Giacomo Dalmasso. Die Grundidee, mal alle Ducks Entenhausens in einem Bunker „zusammenzusperren“, und auch die Panzerknacker aus aller Herren Länder haben zwar was, aber dafür ächzt und knirscht der schematisch gezimmerte Plot an allen Ecken und Enden. Wozu der komplizierte, die Panzerknacker aus Entenhausen fernhaltende Plan, wenn diese keine Stunde nach Beginn der Rettungsaktion schon wieder in der Stadt eintreffen? Was ist das bloß für ein seltsamer übelriechender „Stein“, mit dem es Gustav gelingt, die Wirkung eines Schädlingsbekämpfungsmittels zu imitieren? Wie sind später Daisy und Donald eigentlich wieder in den Bunker zurückgelangt, wenn nicht durch den Geldspeicher, in dem sie unweigerlich den Panzerknackern hätten in die Arme laufen müssen? Wenn man es recht bedenkt, ist eigentlich die gesamte Motivation all dieser Geschehnisse durch die übelriechende Giftwolke eine ganz schöne Luftnummer. Zeichnerisch scheint Bottaro geradewegs an die Limitationen des dürftigen Skripts gefesselt und bekommt kaum Gelegenheit, sich in seinen phantasievollen Bildfindungen auszutoben. (6/15 - Mediocre) Hobrowili (Diskussion) 06:50, 10. Mär. 2026 (CET)

Onkel Dagobert allein auf einer Insel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Sobald er an Bord ist, haben wir gewonnenes Spiel!“ (Das Schwierige an Prognosen ist, dass sie die Zukunft betreffen – das gilt auch für die Panzerknacker)

Eine der bezaubernden Panel-Folgen in Chendi/Bottaros Robinsonade "Onkel Dagobert allein auf einer Insel" (© Egmont Ehapa)

Highlight Donald, sich von einer Einstellung zur nächsten Entlassung hangelnd, ist neuerdings Vertreter eines Buchklubs. Als solcher lässt er seinem Onkel Dagobert den Roman „Allein auf einer Insel“ zur Leseprobe da. Der ist derart angefixt von dessen Inhalt, dass er selbst gerne einmal zu einem solchen Aussteiger werden würde. Er lässt Daniel Düsentrieb ein Elektronengehirn konstruieren, das ihn für die Zeit seiner Anwesenheit bei seinen Geschäften vertreten soll, und setzt sich in einem Boot über das Meer in Bewegung. Die Panzerknacker wittern ein Geheimnis und folgen ihm in einem U-Boot. Dagobert muss miterleben, wie ein Sturm sein Boot zerstört und eine Windhose ihn auf eine Insel weht. Da er dort alleine mit seiner Versorgung überfordert ist, greifen ihm die Panzerknacker unter die Arme. Irgendwann stellen sie sich ihm verkleidet als Menschenfreunde vor, die mit ihrem U-Boot um die Welt fahren, um Schiffbrüchige zu retten. Derweil in Entenhausen: Düsentriebs Helferlein war im Elektronengehirn zurückgeblieben und hatte dort Kurzschlüsse ausgelöst, woraufhin die Maschine, die alle, auch Dagoberts Sekretär, für den Chef persönlich halten, Unsinnsantworten ausspuckt. So gibt sie dem Vertreter Donald einen Auftrag über 10 Millionen Exemplare desselben Buchs „Allein auf einer Insel“. Um Platz dafür zu machen, muss, auch das eine Anweisung des irregewordenen Computers, wohl oder übel das ganze sonstige Inhalt des Geldspeichers im Meer versenkt werden. Und während Donald schon als Meistervertreter gefeiert wird, stoßen Dagobert und die vermeintlichen Menschenfreunde auf der Suche nach Unterwasser-Schätzen auf eben diesen Talerberg. Die Panzerknacker wähnen sich am Ziel und geben sich zu erkennen, tricksen sich aber selbst aus, indem sie den Orangensaft mit Schlafmittel, den sie Dagobert angedacht hatten, nun selber trinken. Nach Entenhausen zurückgekehrt, übergibt Dagobert die Bande der Polizei, bevor er sich in seinem eigenen Geldspeicher ein erfrischendes Goldbad genehmigen will. Doch o Schreck – darin sind nur Bücher! Nun wird deutlich, was eigentlich im Inneren des Elektronengehirns vorgegangen ist, die Maschine zerstört und das Helferlein befreit. Dagobert zieht unerbittlich die Schuldigen Donald, Düsentrieb und das Helferlein zum Bergen seiner Taler aus tiefsten Tiefen heran…

Zugegeben: Auch hier passt in punkto plausiblem Storytelling bei weitem nicht alles – aber was macht das schon, wenn Carlo Chendi und Luciano Bottaro derart aus dem Vollen absurder Ideen und unbändiger Fabulierlust schöpfen!?... Dafür beanspruchen sie zwar ganz schön viel Raum, nämlich volle 76 Seiten, aber dafür entfaltet sich die Geschichte auch sehr schön in diesen zwei parallelen Strängen in Entenhausen, wo sich die Groteske um das Elektronengehirn Donalds Vertreter-Größenwahn, und auf und unter der einsamen Insel, wo sich Dagoberts Robinsonade unter tatkräftiger Mithilfe der Panzerknacker abspielt. Ich habe hier eine Menge Lieblingsszenen, schon ganz zu Beginn, als im heißen August Donald ein kühlender Eisblock auf dem Kopf wegschmilzt (S. 107), die Inszenierung von Dagoberts Leseerlebnis und seiner nicht beendeten Morgenroutine (S. 113-116), sein katastrophal endender Hüttenbauversuch (S. 125), und so weiter und so fort, bis hin zur schmerzhaften Begegnung der Panzerknacker mit einem Kraken (S. 157), der Szene mit dem betrübten Dagobert, der, aus dem Hintergrund von den Panzerknackern beobachtet, doch gefälligst den Saft mit dem Schlafmittel trinken soll (S. 159), und den vielen Seiten, in denen der zornzerfressene Dagobert mit dem immer gleich in die Höhe gereckten Prügel seinem Neffen Donald hinterherstellt (S. 167-170). Charmant auch die Schlusspointe, nach welcher das Verlagshaus, das aufgrund der nun ausgebliebenen Zahlung für 10 Millionen Bücher pleite gegangen ist, Dagobert gehört, und Donald, Düsentrieb und das Helferlein – mit größerer Rolle als gewohnt – die Gelegenheit nutzen, um sich aus dem Staub zu machen und vorerst am Südpol unterzutauchen (S. 173) – samt freundlich Gesellschaft leistendem Pinguin. Der Plot packt mehr als der vorige, doch hauptsächlich sind es doch diese kreativen, witzigen Bildfolgen, die den Unterschied zur vorigen Geschichte machen. Trotz aller Anspielungen im Verlauf des Comics, die auf bestimmte Handlungsfolgen Bezug nehmen, scheint das Buch, das Onkel Dagobert zu seinem Insel-Abenteuer animiert hat (und das im italienischen Original „L’isola solitaria“ heißt), von Chendi/Bottaro erfunden worden zu sein – eigentlich schade. (13/15 - Fantastic) Hobrowili (Diskussion) 06:50, 10. Mär. 2026 (CET)

Onkel Dagobert als Alleinerbe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Das ist eine Kralle! Aber von welcher Pfote?“ (Dagobert versucht sich im letzten Panel in Porzellanklitterung)

Mittelmaß Onkel Dagobert ist von seiner entfernten Cousine Edelbertha Duck „aus Bewunderung“ zum Alleinerben eingesetzt worden. Doch unverzichtbarer Teil der Erbschaft sind zwei Hauskatzen, die in der Folge durch ihre Wildheit Koch Anton, Gärtner Eduard, Dienstmädchen Emma und den Chauffeur in die Flucht treiben, sodass Butler Johann keine Wahl bleibt, als diese Rollen auch noch zu übernehmen. Kaum hat Dagobert die Pussikätzchen seinem Neffen Donald in Pflege gegeben (zu dem sie sich im Übrigen äußerst lieb und zutraulich verhalten), erfährt er Details zu der Erbschaft: Drei Millionen Taler sind explizit an den Tierhalter auszuzahlen. Kaum hat Dagobert von seinem Neffen die Katzen zurückerhalten, stellen die Panzerknacker ihnen nach, um, letztlich erfolglos, ein Lösegeld zu erpressen. Und trotzdem steht diese Erbschaft für Dagobert weiterhin unter keinem guten Stern, bis schließlich auch der Testamentsvollstrecker kein Vertrauen in die Katzenhalterqualitäten des reichsten Mannes der Welt zurückbe- und ihm das Erbe vorenthält. Aus Trost schickt ihm die beauftragte Anwaltskanzlei zumindest eine wertvolle Porzellan-Katze aus der Ming-Dynastie, die Dagobert allerdings achtlos und wutentbrannt in tausend Scherben zerspringen lässt…

Fast schon so etwas wie ein Maskottchen des Bandes: Donald als Gondoliere auf dem Wüstenschiff in Cimino/Scarpas "Onkel Dagobert leidet am Ölfieber" (hier als Innenillustration) (© Egmont Ehapa)

Die relativ schwächste Geschichte des Bandes stammt von den Barossos und Luciano Capitanio. Spätestens mit dem Auftauchen der Panzerknacker trocknet die ohnehin dürre Story vollends aus. Beachtenswert ist freilich zweierlei: Erstens hatte Dagobert wohl selten in einem Comic so viel Hauspersonal. Dramaturgisch ist das hier notwendig, denn wo nichts ist, kann auch nichts kündigen. Zweitens gefällt mir der (allerdings eher unfreiwillig komische) Einfall, dass der Tierschutzverein so etwas wie einen gewaltbereiten Schutzgelderpresser aussendet, der den Tierquäler Dagobert gleich dreimal selbst quält, bis dieser nur noch an Krücken laufen kann. Interessant, dass dadurch Dagobert hier mal ähnliches Unbill erleidet wie sonst meist nur sein Neffe Donald. Beim Betrachter will Sympathie mit dem lieben Katzenvieh hingegen nie entstehen, sehen diese doch selbst als handzahme Schmusekatzen noch hinterhältig und gemein aus. (5/15 – Quite Bad) Hobrowili (Diskussion) 06:50, 10. Mär. 2026 (CET)

Onkel Dagobert leidet am Ölfieber[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Mir geht’s erst wieder gut, wenn ich meine Bohrtürme in seine Salatbeete gepflanzt habe!“ (Onkel Dagobert macht sich wirklich gut als klischeehafter Repräsentant fossiler Industrien)

Gut Onkel Dagoberts hohe Körpertemperatur bringt selbst die Thermometer zum Schmelzen – der Arzt diagnostiziert „hochgradiges Ölfieber“. In den Griff meint dies der Kranke nur zu bekommen, wenn er auf seinen Ölfeldern in Petrolistan nach dem Rechten schaut. Dort droht jedoch schon neues Ungemach: Nachbar Ali Ben Baba will seine Ländereien, auf denen das „schwarze Gold“ nur so sprudeln würde, nicht an Dagobert verkaufen, sondern baut dort lieber Gemüse an. Der Scheich mache sich nichts aus Geld, heißt es. Da stoßen die Ducks auf dem Volksfest auf einen Magier, der mit einer Pille die Gier nach Geld entfachen kann. Donald wird auserkoren, diese Pille Ali Ben Baba anzudrehen. Mit allen Utensilien eines venezianischen Speiseeisverkäufers ausgestattet, dringt er auch zu ihm vor – doch ehe der Scheich die Pille schluckt, fällt sie in eine Öllache. Nun wird auch Ali Ben Baba von der Gier nach Öl übermannt und beginnt selbst in die Ölförderung einzusteigen und Dagobert Konkurrenz zu machen. Beide übertrumpfen sich in der Gigantomanie ihrer Tanks und zapfen sich das Öl sogar gegenseitig ab, bis sie schließlich nach Vorschlag von Tick, Trick und Track auf die Idee kommen, gemeinsame Sache zu machen. Der Großtank der Duck-Ben-Baba AG wird zum größten der Welt…

Es ist zwar nicht ganz so eindeutig wie bei den beiden Bottaros des Bandes, doch auch von Romano Scarpa gibt es in diesem Band eine stärkere (die „alte Schreibmaschine“) und eine schwächere Geschichte (dieses „Ölfieber“). Einige Szenen sind nicht geduldig genug auserzählt, sondern einen Tic zu überdreht. Die medizinische Motivation mit dem „Ölfieber“ ist Autor Rodolfo Cimino auch nicht so optimal gelungen. Interessant ist hingegen, wie Cimino/Scarpa die Entwicklung der Ölindustrie nach dem Zweiten Weltkrieg comicgerecht bearbeiten: In diesem Sinne kann Dagobert als ein Vertreter der westlichen Ölmultis wie BP oder Shell gelesen werden, während Ali Ben Baba für die 1960 gegründete, sich von den großen Konzernen unabhängig machen wollende OPEC steht. Letztlich egal, denn wenn die Gewinnmargen stimmen, kommen beide (siehe letzte Seite) wieder wunderbar miteinander aus… Auf einem anderen Blatt als diese globale wirtschaftsgeschichtliche Dimension steht die heimatselige Stimmung, in die Romano Scarpa seit ca. 1962 verfallen zu sein scheint. Bereits in seiner etwas älteren „Schreibmaschine“ gibt es einen peripheren Venedig-Bezug (S. 28), der hier in Richtung eines regelrechten Venedig-Imperialismus ausgebaut wird: Donald als ein das Venezianertum exportierender Gondoliere in der Wüste gibt jedenfalls tolle Bilder ab. Und mit italienischem Speiseeis, so scheint uns Scarpa sagen zu wollen, wurde noch jeder Finsterling gefügig gemacht. Es sollte danach nur noch ein halbes Jahr dauern, bis Scarpa – endlich – seine Heimatstadt zum Handlungsmittelpunkt eines Duck-Comics machte („Der Schatz der Dogen“, LTB 12). (11/15 - Good) Hobrowili (Diskussion) 06:50, 10. Mär. 2026 (CET)

Fazit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zeichner Romano Scarpa und Luciano Bottaro prägen diesen Band jeweils mit jeweils einer sehr guten und einer etwas magereren Geschichte. Im Falle Bottaro ist es interessant zu sehen, in welchen Szenarien sich der Genuese offenbar wohlfühlt und in welchen er sich Fesseln angelegt sieht, im Falle Scarpa, wie er gerade beginnt, sich das Thema seiner venezianischen Heimat zu erschließen. Ein Makel: Das LTB leidet an dem höchst mangelhaften „hausgemachten“ Cover. Hobrowili (Diskussion) 06:50, 10. Mär. 2026 (CET)