LTB 90: Rezension

In diesem Artikel wird das LTB 90 rezensiert. Ist dieser Band einen Kauf wert oder sollte er lieber im Kiosk stehen bleiben? Du weißt es nicht? Dann lies das! Einen neutralen enzyklopädischen Artikel findest du unter LTB 90.
Jeder kann hier seine persönliche Meinung zu den in LTB 90 erschienenen Geschichten verfassen. Eine Unterschrift unter jedem Kommentar ist erwünscht (einzufügen mit ~~~~). Die Geschichten können mit Highlight
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Cover[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Mickys Mondfahrt findet vor einem tiefblauen, von unzähligen Sternen und Planeten durchsäten Weltall statt. Freudig erregt und pfiffig, mit einem orange-rot-blauen (!) Raumfahrerhelm angetan, schaut Micky aus seiner rot-gelb-blauen Mondfähre, die offenbar ein Cabrio ist. Der weiße Strahl, der hinten aus dem „Auspuff“ kommt, deutet an, dass das Raumfahrzeug in Bewegung ist…
In der Reihe „kindlicher Micky auf kindlichen Verkehrsmitteln“ ist nach der Lokomotive in LTB 84 nun also eine Art Raumfähre dran. Ein tiefschwarzer Hintergrund, wie es eher den Weltall-Realitäten eher entsprochen hätte, kam den Redakteuren damals vielleicht noch zu depri vor. Kein gigantischer Wurf, aber doch ein gut gelauntes, sympathisches Motiv. Fast ein Wunder, dass es in raumfahrtbegeisterter Zeit trotz vieler solcher Geschichten 16 Jahre bis zum ersten Weltraum-Cover gedauert hatte. (9/15 – Somewhat good) Hobrowili (Diskussion) 23:07, 23. Mai 2026 (CEST)
Die Landung auf dem Mond[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Micky soll auf Geheiß eines guten Bekannten, General Lunas, auf einer Mondbasis nach dem Rechten sehen. Anschließend an einen SOS-Ruf der Wissenschaftler dort war die Funkverbindung ganz ausgefallen. Micky und seine Neffen Mack und Muck, die sich mit an Bord geschlichen hatten, bekommen nach ihrer Mondlandung heraus, dass sich Professor Robbe der ganzen Mondbasis bemächtigt und mit seinen Robotern zwecks Weltbeherrschungsplänen ein „Robotland“ geschaffen hatte. Ganz schnell kann der verrückte Wissenschaftler aus realen Personen Androiden machen, die nur seinen Befehlen gehorchen. Das widerfährt auch Micky, doch die Neffen und die beiden gefangenen echten Wissenschaftler durchschauen das Manöver. Robbe muss konzedieren: „Die erste Runde ging an dich!“ und entkommt mit einer Mondrakete, ehe auch Micky, Mack und Muck wieder festen Erdboden unter den Füßen spüren dürfen…

Die erste von zwei „Titelgeschichten“ des Bandes, die sich also um die Raumfahrt drehen, wurde äußerst konventionell erdacht, und zwar von Franco Asteriti, der 1974/75 lediglich drei Disney-Geschichten schrieb, alle realisiert von seinem Bruder Sergio. Der wiederum ist ja schon in seinen „Erdgeschichten“ ein Meister der Nachtszenen, da kann er sich im Weltraum-Setting nur umso nachdrücklicher austoben – großartig einfach die tiefschwarzen „Wände“ seiner Weltall-Imaginationen. Sowohl die lebensechten Roboter als auch die optischen Täuschungen des Professors tun einige wirkungsvolle Sci-Fi-Gruseleffekte hinzu. Asteriti ist wirklich einer der wenigen italienischen Zeichner, den man zuerst in Schwarz-Weiß genossen haben sollte. Selten gab es in den LTBs im Weltall so viel „Atmosphäre“!... (10/15 - Decent) Hobrowili (Diskussion) 23:07, 23. Mai 2026 (CEST)
Frühlingsgefühle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Micky ist von Frühlingsgefühlen durchströmt und lässt sie an Minni aus… …deren abweisende Reaktion dagegen im letzten Panel wir kaum verstehen können und müssen. Trotzdem irgendwie schön, dass es im LTB auch mal um „körperliche“ Liebe gehen darf. Der amerikanische Zeitungsstrip stammt aus dem Jahr 1969 und der „Summer of Love“ hatte nun einmal schon stattgefunden. (7/15 – Not Bad) Hobrowili (Diskussion) 23:07, 23. Mai 2026 (CEST)
Micky und die Raumstation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Kater Karlo und sein Kumpan Ratze lassen sich anstelle der ausgeschalteten echten Wissenschaftler mit einer Rakete an Bord einer Raumstation schießen. Mit dabei sind aber auch Professor Spiegelmann sowie Micky und Goofy als Geiseln. Der Plan der beiden Gauner: Mit Hilfe der beiden Teleskopspiegel der Raumstation der Erde mit Verbrennen drohen! Micky und Goofy, als Küchenpersonal missbraucht, gewinnen kurzzeitig wieder die Oberhand, aber von einem Weltraumspaziergang mit Karlo und Ratze kehrt Micky wieder als Gefangener zurück. Rustikal knockt Goofy schließlich die beiden Kaperfahrer mit dem Nudelholz aus. Mickys und Goofys Rückflug zur Erde verläuft ohne Zwischenfälle…
Martina/Asteritis SciFi-Ambiente der ersten Geschichte hat gewiss ein ganz anderes Niveau, doch auch dieses Weltraumabenteuer lässt sich, bei aller dramaturgischen Unbedarftheit, gelegentlich ganz gut an, vor allem im Gag-Potenzial. Bis zu Ende durchdacht haben Kater Karlo und Ratze ihren Plan übrigens dann doch nicht: Nirgends ist man ja so abhängig von irdischen Gegebenheiten wie auf einer Raumstation. Irgendwie nicht absehbar, wie die beiden Gauner unverhaftet zurück auf die Erde hätten kommen sollen. Als Texter dieses Comics firmiert Osvaldo Pavese, als Zeichner aber Luciano Bottaro und Giorgio Rebuffi gemeinsam. Ribuffi, drei Jahre älter als Bottaro, war mit diesem und Carlo Chendi Mitbegründer des Studio Bierreci. Aus dem unbeholfeneren Artwork lässt sich schließen, dass die Bleistiftzeichnungen von ihm stammten und Bottaro lediglich inkte. Kater Karlos Kumpan Ratze heißt übrigens im Original Professor Sornionis (ital. „sornione“, listig), wodurch anders als in der deutschen Übersetzung die Klugheit als Wissenschaftler hervorgehoben wurde. Es war dies der (erste) italienische Name für die Carl-Barks-Figur Professor Slyrat („listige Ratte“), die 1961 ebenfalls als Saboteur von Raumfahrtprogrammen (dt. als Der geheimnisvolle Professor) erstmals in Erscheinung getreten war. (6/15 – Below average) Hobrowili (Diskussion) 23:07, 23. Mai 2026 (CEST)
Frisch gekauft ist schnell gefangen![Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Goofy ist gar kein so großer „Pechvogel beim Angeln“, wie Micky meint, denn die Dinge, die er da aus dem Wasser fischt, verkauft er aus „Goofys Fischgrube“ mit Gewinn… Der Kurz-Comic von Connell/Gonzales bietet sogar noch einen kleinen „Vor-Gag“, der Micky und einen Fischverkäufer im Gespräch zeigt. Da gibt es schlechtere Zweiseiter. (8/15 - Alright) Hobrowili (Diskussion) 23:07, 23. Mai 2026 (CEST)

Das Überraschungsei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Irgendwann hatte ein gewisser Herr Eiermann in Old-Time-City eine geniale Geschäftsidee: Kunden schicken ihm Geschenkgegenstände zu, die er in Eier passender Größe verpackt. Wenn die Eier nicht bis zu einem vereinbarten Termin abgeholt werden, gehen sie in seinen Besitz über und kommen als „Überraschungsei“ in den freien Verkauf. Genau an dieser Klausel scheitert nun Kater Karlo: Vor drei Monaten hatte er bei Juwelier einen Saphir, genannt „das Osterei“, gestohlen und zur Verschleierung an Herrn Eiermann geschickt. Wegen einer Lappalie wurde er dann trotzdem verknackt und kommt mit seinem Komplizen Jockel nun nicht mehr rechtzeitig nach Old-Time-City, um es abzuholen. Das nämliche Ei wurde mittlerweile an Goofy und Micky verkauft, der ein außergewöhnliches Geschenk für seine Neffen Mack und Muck suchte. Geschenkt sei die folgende Hatz nach dem richtigen Ei, an dem sich auch Kommissar Hunter und Inspektor Issel beteiligen – jedenfalls haben die Hüter des Gesetzes das bessere Ende für sich…
Das Geschäftsmodell des Herrn Eiermann ist ja nun ähnlich halbseiden wie das eines jeden Pfandleihers. Die Barossos schaffen es mit Luciano Capitanio nur schwergängig, die Hypothek dieses seltsamen Plots vergessen zu machen, und doch ist es eine bescheidene Stärke, dass die Geschichte mit der Festnahme Kater Karlos eben noch nicht ganz aus ist, sondern die Jagd nach dem (richtigen) Ei weitergehen muss und deshalb am Ende Issels Leute sogar noch über Hunter und Micky herfallen (die sie für Komplizen Kater Karlos halten). Trotzdem ausschließlich was für die Osterzeit, was auch den Wiederabdruck im 2018er Feiertagsband LTB Ostern 10 rechtfertigt. (5/15 – Pretty Bad) Hobrowili (Diskussion) 23:07, 23. Mai 2026 (CEST)
Das Postkutschenrennen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Micky, Goofy und Minni sind in der Wildwest-Stadt Bull-City zu Besuch bei deren Tante Dorothee. Deren Mann McMousy wird von einem miesen Typen namens Krocker herausgefordert, er, und nichts McMousys Dauersieger Fred und Bill, würden das diesjährige Postkutschenrennen gewinnen. Wetteinsatz: McMousys Zuchtbulle Alfi, den Krocker unbedingt haben will. Dafür engagiert der Schurke Kater Karlo und seine Bande. Der gelingt es zwar, Fred und Bill aus dem Rennen zu nehmen, doch dafür springen – wir können es uns denken – Micky und Goofy ein. Auch Minni schleicht sich in das Innere der Kutsche und nimmt somit an dem Rennen teil. Verschiedene Anschläge von Karlos Bande gehen schief und am Ende kann Micky als erster über die Ziellinie fahren und auch den Urheber des Ganzen – den üblen Krocker – stellen…
Auch Asteritis Zeichenkunst ist hier nur selten in der Lage, dem Subgenre des „sabotierten Wettrennens“ wenigstens ein paar neue Seiten abzugewinnen. Durch die Vorhersehbarkeit der Handlung wird auch jegliches Western-Feeling, das womöglich hätte aufkommen können, aufgesogen. Interessanter ist diese Seite des Mäuse-Stammbaums, die man noch gar nicht kannte. Physiognomisch mag Minnis Tante Dorothee eine Cousine ersten Grades von Mickys Tante Linda bei Scarpa sein (vgl. Micky Maus und die Irokesenkette, LTB 9), aber ihren Ehemann McMousy halte ich nun keineswegs für identisch mit Minnis Onkel Mortimer Mouse. Gewiss ist auch er Rancher, wie Mortimer bei seinen ersten Auftritten in den Zeitungsstrips von Floyd Gottfredson. Doch die Autoren Abramo und Giampaolo Barosso hätten ihm ohne Weiteres den in Italien zu diesem Zeitpunkt noch gängigen Namen „Zio Martino“ geben können, nennen ihn aber beziehungslos Procopio McTopy. Also offenbar, wie das Äußere bereits nahelegt, doch eine ganz andere Figur. (5/15 – Somewhat Bad) Hobrowili (Diskussion) 23:07, 23. Mai 2026 (CEST)

Goofys verkehrte Welt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Goofy arbeitet neuerdings als Drucker. Sein nächtlicher Auftrag ist es, zwei Plakatserien zu drucken, eine, die den brasilianischen Millionär Pesetas in Entenhausen willkommen heißt, die andere, auf der nach dem Ausbrecher Gauner-Gully gefahndet wird. Natürlich vertauscht er die Konterfeis und hält dann den Ausbrecher, der ihm beim nächtlichen Kleben vor die Füße läuft, für den südamerikanischen Krösus. Gauner-Gully nutzt die Gunst der Stunde, setzt den vertrauensseligen Goofy schachmatt und sich in der Druckerei fest. Micky, mit Kommissar Hunter und den Spürhunden Romulus und Remus dem Ausbrecher auf der Spur, braucht am nächsten Morgen seinen ganzen detektivischen Spürsinn, um zu rekonstruieren, was geschehen sein muss. Zusammen mit Goofy überwältigt er Gauner-Gully und übergibt ihn als sorgfältig verschnürtes Paket der Polizei…
Bereits auf der zweiten Seite dieses Comics von Guido Martina und Giulio Chierchini erahnen wir, was die folgenden 30 Seiten wird tragen müssen: die Idee mit den vertauschten Plakaten. Es verhält sich ein wenig wie in der Keller-Novelle „Kleider machen Leute“: Micky kann nicht glauben, dass der adrette Mann mit Fliege und Monokel ein Ausbrecherkönig ist (S. 134). Ob sich Ehapa da eine Möglichkeit durch die Lappen hat gehen lassen, den jungen Lesern kapitalismuskritisch zu kommen und ihnen den Unterschied zwischen Klein- und Großkriminalität zu erklären?... Eine weitere etwas maue Pointe lasse ich noch als Pluspunkt der Geschichte gelten: Als Drucker hat es Goofy tagtäglich mit seitenverkehrten Lettern zu tun, weswegen er auch alles andere in seinem Leben durcheinanderbringt, ob ihm nun Fuß oder Kopf weh tun, zum Beispiel. Oder eben die Sache mit den Plakaten… (3/15 - Unsatisfactory) Hobrowili (Diskussion) 23:07, 23. Mai 2026 (CEST)
Micky und die fliegende Kiste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Auf dem Weg zurück in die Stadt stoßen Micky und Goofy auf einem abgelegenen Anwesen auf eine verwüstete Inneneinrichtung – und auf einen gefesselten und geknebelten Unbekannten im Schrank. Beide machen die Bekanntschaft eines Gummiknüppels, und als sie erwachen, werden sie von der Polizei für die Entführung des Raketenforschers Professor Tüftel gehalten. Es gelingt ihnen, die Polizisten abzuhängen und sich auf eigene Faust auf die Suche nach den echten Entführern des Wissenschaftlers zu machen. Sie stöbern die Bande, deren Chef ein gewisser Baron Weinstein ist, der dem Professor die Formel des von ihm erfundenen pulverisierten Raketen-Treibstoffs entlocken wollte, auf und überwältigen sie…

So mau diese Binnen-, so beziehungsreich ist die Rahmenhandlung. Sie zeigt Micky auf dem Weg zu einem Flughafenhangar, in dem er vor vielen Jahren, von ihm selbst völlig vergessen, ein Flugzeug untergestellt hatte. Die Flughafenverwaltung brauche jetzt den Lagerplatz, weswegen Micky auf die Idee kommt, den Flieger dem Technischen Museum Entenhausen zu stiften. Weil ein Mechaniker das Flugzeug über all die Zeit tadellos in Schuss gehalten hatte, können Micky und Goofy gleich losfliegen, was damit endet, dass Goofy auf den Beifahrersitz des Autos von Baron Weinstein fällt. Am Ende des Comics dürfen Micky und Goofy den Raketen-Treibstoff Professor Tüftels ausprobieren, der sie an den Südpol katapultiert. Autor Carlo Chendi versteckt in der Rahmenhandlung liebevolle Reminiszenzen an gleich zwei frühe Werke Floyd Gottfredsons: „The Mail Pilot“ (dt. Im Netz der Luftpiraten) von 1933 und „Island in the Sky“ (dt. Die Insel im Himmel) von 1936. Im Hangar wird Micky von zwei Figuren empfangen, die beide in „The Mail Pilot“ ihren ersten Auftritt hatten: Captain Doberman (ital. Capitano Setter), der bei Gottfredson als Fluglehrer eingeführt wurde, und Gloomy (ital. Musone), der bereits in den amerikanischen Comic-Strips die Flugzeuge in Schuss hielt. Ein eigenes Flugzeug hatte Micky allerdings erst in „Island in the Sky“. Auch hier tauchte wieder Doberman auf, mittlerweile zum Hauptmann der amerikanischen Luftwaffe aufgestiegen. Chendis Plot nutzt ähnliche Wissenschafts- und Spionage-Diskurse wie Gottfredson, der allerdings bereits vorausschauend die Massenvernichtungsmacht der Atomenergie thematisierte, was Chendi zum „Supertreibstoff“ abschwächte. Schade, dass Giulio Chierchinis zeichnerische Fähigkeiten kaum ausreichen, um Chendis nostalgischem Ansatz angemessenen Ausdruck zu verleihen. Da Gottfredsons Werk in Deutschland selbst 1983, als LTB 90 von Gudrun Penndorf übersetzt wurde, noch zu unbekannt war, gehen diese Bezüge verloren. Aus Gloomy wird ein „Tommy“, während Captain Doberman, der im Laufe seiner deutschen Benennungsgeschichte verschiedene Namen bekam, in „Micky und die fliegende Kiste“ gänzlich namenlos bleibt. Penndorf hat vermutlich nicht verstanden (oder verstehen können), dass es sich auch bei „General Lunas“ aus der deutlich späteren Geschichte der Brüder Asteriti „Die Landung auf dem Mond“ um denselben „Capitano Setter“ wie bei Chendi/Chierchini handelte. (6/15 - Average) Hobrowili (Diskussion) 23:07, 23. Mai 2026 (CEST)
Die gestohlene Insel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Micky und Goofy treiben nach einem Flugzeugunglück im Flugzeugheck durch das Nordpolarmeer. Da stoßen sie auf eine offenbar schwimmende Insel, bewohnt von einem gewissen John Hopkins. Die Insel gehört zu einem neuen Ganovenstück Kater Karlos: Der verkauft das Eiland immer wieder an Milliardäre, ist dann aber, als diese es am folgenden Tag in Besitz nehmen wollen, mit ihm bereits wieder davongeschippert. Hopkins selbst ist, wie sich herausstellt, einer dieser Milliardäre, der aber unerklärlicherweise auf der Insel verblieben ist. Micky, Goofy und Hopkins locken Karlo in eine Falle, und die Angestellten von Hopkins staunen nicht schlecht, als ihr verschollener Chef mit einer Insel in den Hafen von Nukork einläuft. Kater Karlo wird vom Eulenrichter dazu verurteilt, auf dem zur „Pirateninsel“ umbenannten Eiland als Spielkamerad für Kinder zur Verfügung zu stehen…
Die ersten optischen Eindrücke von der Geschichte sind vielversprechend: Vor allem die Szenen vom Flugzeugunglück und dem Treiben des Hecks wie vom Sektkorken in der Badewanne gelingen Zeichner Sergio Asteriti ganz ausgezeichnet. Die Kontraste zwischen Feuer und Eis auf den ersten Seiten sind ähnlich reizvoll wie die Schwarzmalereien desselben Künstlers in der „Landung auf dem Mond“. Leider ist die Story von Andrea Fanton ein Spielverderber: Völlig undenkbar, dass Hopkins fünf Jahre auf der Insel gehaust hat, ohne gemerkt zu haben, dass diese eigentlich ein Schiff ist und einen Maschinenraum hat, in den ein Kater Karlo ein- und ausgeht – ganz abgesehen davon, dass dem entgangen sein könnte, dass sein Vehikel da einen blinden Passagier beherbergt. Es ist alles ein bisschen zu viel – eine einfache Rettungsgeschichte auf hoher See hätte es, bei diesen Fähigkeiten Asteritis, gewiss auch getan. Gefreut habe ich mich dann erst wieder über die letzten beiden Seiten, auf denen Kater Karlo mal nicht einfach eingelocht, sondern einer nützlichen Tätigkeit zugeführt wird – die offenbar sogar ihm selbst Spaß macht. (7/15 – Fair) Hobrowili (Diskussion) 23:07, 23. Mai 2026 (CEST)

Goofy und der Pferdesattel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Ein Zweiseiter rund um die Materialität von Pferdesatteln – Goofy meint Holz, Micky Rindsleder… Das Straßengespräch zwischen den beiden Freunden ist ein öder Lückenfüller – und das ist noch nett ausgedrückt. (2/15 - Awful) Hobrowili (Diskussion) 23:07, 23. Mai 2026 (CEST)
Der realistische Film[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Produzent McCamera verpflichtet Micky und Goofy für eine Detektivfilmserie. Da der Streifen unter der Regie von Ted Tosselini hyperrealistisch werden soll, wird sogar ein echter Juwelier mit seinen echten Steinen verpflichtet. Hingegen werden Kater Karlo, Schnauz und Stoppel nur von Schauspielern verkörpert – aber nur, bis die echten Gauner Wind von der Sache bekommen und aus dem Film-Raubüberfall Ernst werden lassen. Ihre Flucht im Motorboot wird von Micky und Goofy gestoppt. Das Filmprojekt scheitert gleichwohl – der Juwelier will seine Steine nun nicht mehr hergeben und eine Doku über die realen Geschehnisse lehnt der Produzent als „viel zu realistisch“ ab…
Als kleiner Rundumschlag zum Thema „Typen am Set“ funktioniert die Geschichte von den Barossos und Giulio Chierchini ganz ordentlich, während alles andere weitestgehend in Routinen erstickt. Die dritte Geschichte von Chierchini in diesem Band ist mindestens eine zu viel. Doch auch für ihn gilt nur das, was McCamera weiß: „Publicity ist alles, wetten?“ (S. 226) (5/15 – Pretty Bad) Hobrowili (Diskussion) 23:07, 23. Mai 2026 (CEST)
Die Einladung zum Abendessen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Goofy nutzt Minnis Küche, um sie und Micky zum Essen einzuladen. Aber natürlich geht alles schief… Der Achtseiter, mit ganz sympathischer Pointe, ist eigentlich ein etwas aufgeplusterter Vierseiter. Hobrowili (Diskussion) 23:07, 23. Mai 2026 (CEST)
Fazit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Wie im Micky-Vorgänger LTB 87 finden sich auch hier drei Geschichten von Sergio Asteriti, dessen Zeichnungen in jenen Jahren um 1983 immer wieder mal dafür herhalten mussten, LTB-Ausgaben zu „retten“. Spaß macht das initiierende Raumfahrt-Motiv, das immerhin zwei Geschichten hergibt (und sich später in zwei halben Luftfahrt-Geschichten ausläppert), und für den Rezensenten waren auch die Nachforschungen zu den wiederbelebten Disney-Nebenfiguren aufschlussreich. Dennoch zieht LTB 90 im naheliegenden Vergleich mit LTB 87 den Kürzeren. Hobrowili (Diskussion) 23:07, 23. Mai 2026 (CEST)