Moby Duck (Geschichte)

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„Wer auf der Pikuod fährt, hat sich weniger als ich selbst der Jagd nach Moby Duck verschrieben!“
– Käpten Quachab
Moby Duck
Moby Dick
Erstveröffentlichung: 18. Juni 2013
Entstehungsdatum: 2013
Storycode: I TL 3003-1P
Story: Francesco Artibani
Zeichnungen: Paolo Mottura
Farben:

Mirka Andolfo

Seiten: 71
Deutsche Übersetzung: unbekannt
Deutsche Erstveröffentlichung: LTB 467
Weiterführendes
Infos zu Moby Duck beim I.N.D.U.C.K.S.


Moby Duck (im italienischen Original Moby Dick) ist eine Literaturadaption aus dem Duck-Universum, die von Francesco Artibani geskriptet und Paolo Mottura zeichnerisch umgesetzt wurde. Die über 70-seitige Geschichte wurde im Juni 2013 erstveröffentlicht und basiert auf dem Roman Moby Dick des amerikanischen Schriftstellers Herman Melville (1819–1891) aus dem Jahr 1851.

Die Geschichte darf als moderner Klassiker verstanden werden und wurde in vielen Ländern publiziert, wo sie auf überwiegend positive Ressonanz stieß.

Illustrationen zu Moby Duck (© Disney)

Figuren

  • Donald Duck als Ismael alias Donald (org. Ismaele, verkörpert Ismael)
  • Onkel Dagobert als Kapitän Quachab (org. Capitano Quackhab, verkörpert Kapitän Ahab)
  • Dussel Duck als Mister Stump, Erster Offizier (org. Signor Stump, verkörpert Mister Stubb)
  • Daniel Düsentrieb als Mister Starkbuck, Zweiter Offizier (org. Signor Starkbuck, verkörpert Mister Starbuck)
  • Franz Gans als Mister Flatch, Dritter Offizier (org. Signor Flask, verkörpert Mister Flask)
  • Tick, Trick und Track als Tik, Trik, Trak (org. Quiig, Quoog e Quaag, verkörpern Queequeg)
  • Gundel Gaukeley als Wahrsagerin Trallalah (org. Fedallah, verkörpert Elias)
  • Panzerknacker als meuternde Matrosen (namenlose Gruppe)

Allgemeines

Die Geschichte gehört zu den neuen Literaturadaptionen, die sich weitestgehend an die Originalvorlagen halten und anders als frühere Adaptionen nur kleinere Änderungen enthalten. Meist werden hier jene Szenen abgeschwächt, die für eine Disney-Comic-Geschichte zu hart wären (z.B. Aussagen von Blut, Tod von Figuren). Diese Literatur-Story zählt zu den besten modernen Disney-Interpretationen und ähnelt in ihrer Gestaltung der (inoffiziellen) dreiteiligen Gothic Trilogie, die zeitgleich von Bruno Enna und Fabio Celoni in den Jahren 2012 bis 2016 entwickelt wurde.

Der Originalroman erzählt von der schicksalhafte Fahrt des Walfangschiffes „Pequod“, dessen Kapitän Ahab mit blindem Hass den weißen Pottwal Moby Dick jagt, der ihn bei einer vorherigen Fahrt schwer verletzt hatte. Seitdem findet der bärbeißige Käpt'n keine Ruhe mehr, ehe er den weißen Wal nicht zur Strecke gebracht hat. Entlang dieses erzählerischen Fadens, der knapp die Hälfte des Romans ausmacht, reiht der Autor Melville zahlreiche philosophische, wissenschaftliche, kunstgeschichtliche und mythologische Exkurse, die manchmal auch mit gewisser Ironie kommentiert werden. Auch im Comic fallen hin und wieder spöttische Sprüche, doch allen Seefahrern ist der Ernst ihrer Reise bewusst.

Melvilles Roman ist ein Briefroman aus der sicht von Ismael – dieses Merkmal wird auch in dem Comic-Abenteuer so weit wie möglich beibehalten. Der einseitige Prolog des Comics endet mit der berühmten Einleitung aus dem Munde des mutigen Matrosen: „Nennt mich Ismael“. Dieser erste Satz eröffnet auch den Originalroman von Melville.

Die bedrückende Atmosphäre des Werks bleibt unverändert, ebenso das Gefühl der im Wasser drohenden Gefahr und der Weite des Meeres.

Handlung

Teil 1

Prolog: Irgendwo in einer verrufenen Hafenkneipe, wo sich zwielichtige Gestalten und wackere Seemänner ohne Lebenssinn nur so tümmeln, sucht ein Offizier eines Walfängers nach neuen Matrosen. Der Offizier namens Mister Stump ist auf der suche nach tüchtigen Seeleuten, die sich freiwillig für eine dreijährige Reise auf einem Walfänger einschreiben wollen. Nur ein Rekrut stellt sich ihm vor und bittet Mister Stump, ihn Ismael zu nennen.

Der potenzielle Freiwillige hat gute Gründe dafür, das Festland so schnell wie möglich zu verlassen und wieder in See zu stechen. Ismael, der seinen wahren Namen lieber vor aller Welt verborgen halten will, hat auf seiner letzten Fahrt für ein Fiasko gesorgt und wird nun von seinem ehemaligen Reeder verfolgt, der die Schulden von Ismael mit entschiedener Härte eintreiben will. Mister Stump verliert keine Zeit damit, Ismael zum Kai zu führen, wo die beiden an Bord des Schiffes „Pikuod“ gehen. Hier lernt Isamel die anderen Besatzungsmitglieder des trutzigen Walfängers kennen.

Mister Starbuck ist als erfahrener Erster Offizier ein ideenreicher Mann des Meeres, der jede Leine kennt und sich mit seiner Vorliebe für die Wissenschaft nicht so einfach von abergläubischem Seemannsgarn einschüchtern lässt. Der Zweite Offizier Mister Stump ist vor allem zuständig für die Moral der Mannschaft, denn die hartgesottenen Harpuniere sind vor allen Dingen gnadenlose Jäger, die keine Rücksicht auf andere nehmen. Der faule Dritte Offizier namens Mister Flatch ist ein ruhiger Geselle, der sich jedoch fortwährend über die karge Verpflegung an Bord beschwert. Zudem befindet sich der geheimnisvolle Inder Trallalah an Bord, der von seinen wahrseherischen Fähigkeiten überzeugt ist und dem Kapitän als Berater zur Seite steht. Der wortkarge Wahrsager Trallalah prophezeit Kapitän Quachab, dass er am Ende seiner Suche erfolgreich sei, doch alles verlieren werde, was er besitzt.

Es dauert nicht lange, bis die Crew der „Pikuod“ mitbekommt, dass Ismael doch nicht über so viel Erfahrung auf hoher See verfügt und eher ein Sprücheklopfer ist, der sich eher schlecht als recht durchs Leben schlägt. So wird Ismael die zweifelhafte ehre zuteil, sich in der Kombüse als Smutje zu verdingen. In seiner Koje an Bord stößt Ismael überrascht auf einen baumhohen Kerl, den er als Wilden von einer Kannibaleninsel abtut. In Wahrheit handelt es sich jedoch um die drei kleinen Jungen aus Ozeanien Tik, Trik und Trak, die als blinde Passagiere an Bord gegangen sind. Nach eigener Aussage sei ihr Vater König von Kokolowo und sie selbst ausgezogen, um ihrem kriegerischen Geschlecht Ehre zu machen. Nach der Entdeckung der Jungen sieht Ismael zum ersten Mal den strengen Kapitän Quachab aus seiner Kabine stapfen, der sein Holzbein hinter sich herzieht und die einzig ernstzunehmende Autorität auf dem Schiff darstellt. Der Käpt’n stellt Tik, Tri kund Trak unter die Aufsicht von Ismael und kommandiert alle in die Kombüse ab.

So nimmt die Reise ihren Lauf. Langsam aber sicher lernen sich Ismael und Tik, Trik und Trak besser kennen und philosophieren über den Sinn des Lebens. Auch zu Mister Starbuck pflegt Ismael nun ein besseres Verhältnis. Der Offizier erklärt ihm, dass der Walfänger auf der suche nach einem riesigen weißen Wal ist, der Moby Duck genannt wird. In dessen Bauch sollen unvorstellbare Schätze lagern, die das Ungeheuer gewissermaßen aus den Laderäumen der Schiffe, die es versenkt hat, gestohlen hat. Weiterhin lüftet Mister Starbuck den Nebel der Vergangenheit und berichtet Ismael davon, dass der bärbeißige Kapitän Quachab deswegen so hartherzig ist, weil Moby Duck einst die erste selbst verdiente Münze, die Quachab auf hoher See verdient hat, verschluckt und mit sich gerissen hat. Seit diesem Tag sei der Kapitän auf sein kümmerliches Holzbein angewiesen. Ismael versteht, dass die Jagd nach Moby Duck etwas Persönliches für den Kapitän ist und beschließt, von nun an sein Bestes zu geben.

An einem Tag im Ausguck richtet Ismael allerdings ein weiteres Unheil an: Er verwechselt einen im Wasser treibenden Eisberg mit dem Rücken von Moby Duck und sorgt damit für Aufruhr an Bord des Schiffes. Die Harpuniere machen sich bereit, das Tier zur Strecke zu bringen. In letzter Sekunde entdecken die Offiziere, dass es sich um eine Fehleinschätzung handelt und es nur ein falscher Alarm war. Um sich vom personifizierten Pech in Gestalt von Ismael zu befreien, beschließt der aufgebrachte Kapitän Quachab, Ismael auf einer kleinen, abgelegenen Insel auszusetzen und ihn mit Nahrung für einen Monat auszustatten. Doch just in diesem Moment wird die „Pikuod“ von einem Riesenkraken angegriffen, der das gesamte Schiff bedroht.

Der wütende Krake will sich Ismael schnappen und unter Wasser ziehen. Während die Matrosen erbittert den Kampf aufnehmen, den sie offensichtlich nicht gewinnen können, zögern Tik, Trik und Trak nicht, um den liebgewonnen Ismael zu retten. Nur dank ihres raschen Eingreifens können sie den Kraken in die Flucht schlagen und diesen in die dunklen Tiefen des Meeres zurückdrängen. Kapitän Quachab, der das Schauspiel mitverfolgt hat, muss sich eingestehen, dass Ismael und die drei Jungs wichtige Verbündete für ihn sind, um Moby Duck endlich zu fassen. Er gibt Ismael eine letzte Chance und die „Pikuod“ segelt dem Sonnenuntergang entgegen.

Teil 2

Es vergehen viele Monate, in denen die Suche der „Pikuod“ ergebnislos verläuft. Eines Tages kreuzen die Walfänger die schnellen Schiffe von raffgierigen Piraten, die keine Skrupel kennen. Da es für eine Flucht zu spät ist, befiehlt Kapitän Quachab, erbittert Widerstand zu leisten. Eine glückliche Fügung ermöglicht es Ismael, die Piraten im Alleingang zu besiegen, ehe diese einen Fuß auf die Planken der „Pikuod“ gesetzt haben. Das Vertrauen von Kapitän Quachab in Ismael wächst. Auch ein entsetzlicher Sturm, der die Segel in Fetzen reißt, kann die tapferen Walfänger nicht aufhalten. Während sich die Harpuniere fürchten und glauben, der Untergang sei nah, retten die Offiziere und Ismael das Schiff aus dem Spiel der Wellen. Der Kapitän, der seinem Ziel endlich näherkommen will, weigert sich, einen sicheren Hafen anzulaufen. Ismael kann die Segel mit Flicken reparieren, was die Stimmung an Bord aber nur geringfügig hebt.

Schließlich stoßen die Abenteurer auf ein beschädigtes Schiff, das von dem weißen Wal gerammt wurde. Der Kapitän des Segelschiffs vertraut Kapitän Quachab an, wohin der Pottwal unterwegs ist, nachdem Quachab seiner Hilfe Ausdruck verliehen hat. Es kann nun nicht mehr lange dauern, bis die „Pikuod“ endlich Moby Duck ausfindig macht. Früh am nächsten Tage entdecken die Späher der Pikuod vor Java den weißen Wal Moby Duck. Die Harpuniere streiten sich um die Golddublone, die Kapitän Quachab demjenigen versprochen hat, der den Wal als erstes gesichtet hat.

Der Kapitän sieht sich endlich am Ziel seiner Träume angekommen und befiehlt den Angriff auf das Ungetüm. Die meisten Mitglieder der Besatzung, darunter einige Harpuniere, der Kapitän, Ismael und die Drillinge verlassen die „Pikuod“ und steigen in kleinere, wendigere Beiboote um. Es scheint, als habe Moby Duck die Auseinandersetzung auf dem Meer im Vorfeld geplant und seine Jäger in eine Falle gelockt. Moby Duck taucht auf und zertrümmert die einst stolze „Pikuod“ nahezu vollständig. Die Offiziere und der Rest der Crew kann sich auf Trümmerteile und umherschwimmende Holzplanken retten.

Ohne, dass sich jemand dagegen zur Wehr setzen könnte, holt Moby Duck zum entscheidenden Schlag aus, taucht aus den Tiefen des Meeres ein weiteres Mal auf und verschluckt einige Personen im Ganzen. So kommt es, dass sich Kapitän Quchab, Ismael, Tik, Trik und Trak, aber auch die Harpuniere und der Prophet Trallalah im Bauch des Ungetüms wiederfinden. Im Magen des mächtigen Monsters kommt es zum Showdown.

Im Bauch des Wals befinden sich tatsächlich unermessliche Reichtümer, die aus Wracks nur so herauspurzeln. Gold, Geschmeide, Fässer und Kisten füllen den Magen von Moby Duck. Die Harpuniere zeigen nun ihr wahres Gesicht, denn sie haben nur auf diesen Moment gewartet, um eine Meuterei anzuzetteln. Sie sind vom Glanz des Goldes verblendet und beginnen eilig, ein Floß zu bauen, das sie sogleich mit schweren Truhen beladen. Kapitän Quachab ist nur auf der Suche nach einer reich verzierten Schatulle, die ihm vor vielen Jahren abhandengekommen ist und die seine erste, selbst verdiente Münze enthält.

Plötzlich stellt sich ihm Trallalah in den Weg und zeigt ebenfalls ihre wahre Gestalt: Der Inder ist in Wirklichkeit eine schwarzhaarige Frau und in begrenztem Umfang der Magie mächtig. Die Hexe verfolgt das niederträchtige Ziele, mithilfe der Münze von Kapitän Trallalah einen bösen Zauber zu vollenden, der sie zur mächtigsten Hexe der Welt macht.

Das kann Kapitän Quachab natürlich nicht zulassen und stellt sich der Hexe in den Weg. Ihm eilen Ismael und Tik, Trik und Trak zur Hilfe. Mit vereinten Kräften schaffen sie es, die gierigen Matrosen und auch die Hexe zu überwältigen, wobei der bärtige Kapitän ungewohnt handgreiflich wird und Bärenkräfte mobilisiert. Nur er besitzt den Schlüssel, um die Schatulle zu öffnen, in der sich die kostbare Münze befindet.

Der Kapitän nimmt das Floß in Besitz und entzündet ein Feuer, um Moby Duck zum Husten zu bringen, damit die Abenteurer aus dem Bauch des Ungetüms ausgespuckt werden. Trotz seiner Abneigung gegen die Verräter lässt es Kapitän Quachab nicht zu, dass seine Feinde dem Untergang geweiht bleiben. Er lässt sie fesseln und auf das Floß binden, nachdem Ismael fast alle Truhen mit Reichtümern von dem Floß entfernt hat.

Der tollkühne Plan ist von Erfolg gekrönt. Moby Duck verschwindet wieder im Meer. An der Wasseroberfläche werden Kapitän Quachab, Ismael, die stolzen Jungs und auch die Harpuniere und die Hexe von den anderen Schiffbrüchigen gerettet. Ismael ist sich sicher, dass jeder bei diesem Abenteuer etwas gesucht und gefunden hat. Nur Moby Duck schwimmt weiterhin ziellos durch die sieben Weltmeere.

Entstehung

„Das Meer ist meine Leidenschaft! Endlose wogende Weiten, das Wimmeln des Windes in den Wanten! Der tägliche Tanz mit den Tücken des Tauwerks! Da ist man Matrose, da möchte man sein.“
– Ismael

Unterschiede zur Vorlage

Die Geschichte hält sich zwar an die Romanvorlage, weicht aber in einigen Punkten von ihr ab, um das Abenteuer im Rahmen des klassischen Disney-Kanons zu halten.


Hintergrund und Bedeutung

„Mein Hass auf den Wahl ist stärker als Blitz und Sturm! So fürchtet denn nicht die Elemente... fürchtet Käpten Quachab!“
– Käpten Quachab

Die Geschichte belegt derzeit (2025) den 320. Platz im Inducks-Ranking.[1]

Trivia

  • Mit der epischen Story Jenseits der Grenzen der Welt (Story von Pietro Zemelo, erschienen in LTB Enten-Edition 75) schuf Paolo Mottura eine weitere Seefahrer-Geschichte aus einer vergangenen Epoche, die fast ausschließlich auf dem Meer spielt.

Veröffentlichungen

Die Geschichte wurde in der italienischen Topolino-Magazin in zwei Teilen erstveröffentlicht. Der erste Teil erschien in Topolino Nummer 3003 vom 18. Juni 2013; der zweite in Topolino Nummer 3004 vom 25. Juni 2013. Im November 2013 wurde die Story in einer einzigen Ausgabe, der Sonderausgabe Disney Time 63 inklusive Bonusmaterial nachgedruckt. Ein weiteres Mal erschien sie als Einzelausgabe in der Topolino Limited De Luxe Edition Nummer 8 im Juni 2016. Im Jahr 2017 wurde Moby Duck in der Parodie Disney Collection 1 sowie im Mottura gewidmeten Band der Autoren-Reihe unter dem Titel T I miti del cinema di Paolo Mottura kompiliert. Ein weiterer Nachdruck erfolgte 2021.

Die deutsche Veröffentlichung erfolgte im Jahr 2015 im LTB 467; nachgedruckt wurde die Literaturadaption in der vierten Ausgabe der LTB Sonderedition – Literatur aus Entenhausen im Jahr 2020.

Moby Duck wurde auch auf dem internationalen Markt häufig publiziert und mit Sonderausgaben bedacht, darunter Brasilien, Griechenland, Frankreich und den USA. Veröffentlicht wurde die Geschichte in weiteren Ländern wie Norwegen, Polen, Island und den baltischen Staaten.

Weblinks

Einzelnachweise