Billy die Maus

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Billy die Maus
Billy, The Mouse
Erstveröffentlichung: 5. März 1945 – 16. Juni 1945
Entstehungsdatum: 1945
Storycode: YM 067
Story: Bill Walsh
Zeichnungen: Floyd Gottfredson & Dick Moores
Seiten: 90 Tagesstrips, 30 Seiten in der FGL
Deutsche Übersetzung: Marc Moßbrugger
Weiterführendes
Liste der Fortsetzungsgeschichten von Floyd Gottfredson
Infos zu Billy die Maus beim I.N.D.U.C.K.S.
← Das Haus der Geheimnisse

Billy die Maus (engl. Billy, The Mouse) ist eine Comicgeschichte von Floyd Gottfredson, Dick Moores und Bill Walsh aus dem Jahr 1945, die unmittelbar an die Geschichte Das Haus der Geheimnisse anschließt.

Figuren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Micky Maus
  • Minnie Maus
  • Mack
  • Pluto
  • YoYo
  • Silberkönig (Pferd)
  • Johnny Jitter
  • Oberst Bulldog
  • Rechtsanwalt Strahelmann
  • Zwei-Finger-Frank
  • Jake, der Pferdedieb
  • Frau Laramie
  • Jonathan Laramie

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Geschichte führt Micky in den Wilden Westen, in eine abgelegene Gegend Arizonas. Ein Hilferuf bringt ihn dorthin. Seine Cousine Kerry, Besitzerin der Margerithen-Ranch, scheint in Schwierigkeiten zu sein. Der Indianer Yoyo bittet Micky, nach dem Rechten zu sehen, und begleitet ihn auf seiner Reise nach Westen. Dort stellt sich heraus, dass Micky dem berüchtigten Banditen Billy die Maus verblüffend ähnlich sieht. Billy sitzt derzeit im Gefängnis, sodass Micky kurzerhand dessen Identität annimmt, um unauffällig herauszufinden, was auf Kerrys Ranch vor sich geht.

In Arizona gerät Micky dadurch mitten in die Machenschaften einer Bande um den zwielichtigen Rechtswanwalt Strahlemann und den Banditen Zwei-Finger-Frank. Auf der Margerithen-Ranch scheint einiges nicht mit rechten Dingen zuzugehen: Kerry ist verschwunden, während Strahlemann behauptet, inzwischen Eigentümer der Ranch zu sein. Micky versucht herauszufinden, was hinter den Vorgängen steckt, und nutzt dabei seine Ähnlichkeit mit Billy, um sich unter den Ganoven umzuhören.

Seine Nachforschungen führen ihn an verschiedene Schauplätze wie das Reservat der Zoot Sioux. Dabei erlebt er zahlreiche gefährliche Situationen. Für eine humorvolle Note sorgt zudem seine Begegnung mit Frau Laramie, einer jungen Lehrerin, mit der sich zeitweise eine kleine Western-Romanze entwickelt.

Die Geschichte spielt dabei konsequent mit dem Motiv der falschen Identität. Micky gibt sich als Billy aus, um die Verbrecher zu täuschen, während diese wiederum glauben, es tatsächlich mit dem berüchtigten Banditen zu tun zu haben.

Am Ende stellt sich jedoch heraus, dass Kerrys Verschwinden anders gelagert ist als zunächst vermutet. Sie ist inzwischen verheiratet und hat die Ranch freiwillig verkauft. Micky muss sie daher nicht aus den Händen der Ganoven befreien, sondern vor allem deren Machenschaften wie den amerikaweiten Schwarzhandel mit Rinderfleisch rund um die Ranch und Billys Identität aufdecken. Schließlich werden Strahlemann und seine Komplizen entlarvt, und Micky kann wieder zu seiner eigenen Identität zurückkehren. Am Ende wird er noch Ehrenhäuptling der Zoot-Sioux-Indianer.

Hintergrund und Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Joe Torvicia zufolge ist „Billy die Maus“ eine abwechslungsreiche und ungewöhnliche Geschichte, die Walsh für Floyd Gottfredsons Micky-Maus-Comicstrip geschrieben habe. Die Geschichte entstand zwischen den frühen Nazi-Kriegsgeschichten und der späteren Saga um den Zukunftsmenschen Gamma. Torvicia erklärt, dass der Titel zunächst erwarten lasse, Micky im Western-Outfit und möglicherweise im Kampf gegen einen Doppelgänger zu sehen. Diese Erwartung werde jedoch schnell enttäuscht, da sich herausstelle, dass der echte Billy im Gefängnis sitze. Stattdessen versuche Micky, seine Cousine aus den Händen eines typischen Western-Bösewichts zu befreien, der eine technisch moderne Verbrecherbande anführe.

Torvicia betont außerdem, dass Walshs unkonventionelle Erzählweise für überraschende Wendungen sorge und Gottfredsons Zeichnungen wieder an frühere Stärke anknüpften. Besonders Mickys heftiger Kampf mit dem korrupten Anwalt Strahlemann erinnere an seinen Kampf gegen Kater Karlo in „Die Insel im Himmel“. Gleichzeitig enthalte die Geschichte moderne und ungewöhnliche Elemente, etwa Mickys auffälliges „Wunderpferd“ Silberkönig. Kritisch erwähnt Torvicia auch das typische Westernklischee des „treuen indianischen Begleiters“. Walsh gebe diesem Motiv jedoch eine ungewöhnliche Wendung, da Yoyo einen für die Jazzära typischen Slang spreche, während Micky selbst den übertriebenen Hillbilly-Dialekt der Westernfiguren übernehme. Insgesamt sei die Geschichte durch ihre überraschenden Ideen und Wendungen besonders unterhaltsam und abwechslungsreich.[1]

Die Geschichte hat eine außerordentlich gute Bewertung auf Inducks und belegt derzeit (Stand August 2026) den Platz 1473.[2]

Deutsche Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Zwei Figuren der Geschichte werden nur erwähnt und sind auf Bildern zu sehen. Zum einen Mickys Cousine Kerri Maus und zum anderen die titelgebende Figur „Billy die Maus.
  • Micky verkleidet sich im Laufe der Geschichte als Häuptling „Heißer Fuß“, hier kommt es auch zu Redfacing. Am Ende wird Micky zum Ehrenhäuptling der Zoot-Sioux-Indianer mit dem Namen „Erst-Alles-Vermasselt-Und-Dann-Raus-Aus-Dem-Schlamassel.
  • Der Begriff „Zoot Sioux“ bezeichnet keinen realen Stamm der indigenen Bevölkerung, sondern eine fiktive Gruppe von Ureinwohnern.
  • Carl Barks kopierte die Idee des Viehdiebs (Blacksnake McQuirt) in Kampf gegen die Viehdiebe.
  • Das Pferd Silberkönig ist genau das Gegenteil von Schlenkerbein aus den frühen Gottfredson Geschichten. Der Indianer YoYo und Silberkönig sind eine Anspielung auf Tonto und Silver aus „Lone Ranger“.
  • Die Verwechslungen von Micky Maus mit Billy die Maus erinnern an eine Episode aus „The Great American Desert Saga“, einer Ende der 1920er-Jahre entstandenen Sonntagsstrip-Serie aus Elzie Crisler Segars „Thimble Theatre“.[3]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. ↑ Torvicia J. (2022). Treffer ins Schwarze. In F. Gottfredson, Floyd Gottfredson Library (A. Voigtmann, Übers., Bd. 8, S. 114). Berlin: Egmont Verlagsgesellschaften mbH.
  2. ↑ https://inducks.org/recommend.php?top100=1
  3. ↑ https://disneycomicguide.wordpress.com/topolino-e-billy-il-topo-1945/