LTB 50: Rezension
In diesem Artikel wird das LTB 50 rezensiert. Welche Geschichten erfreuen das Fan-Herz und welche sollte man dem Gemütszustand halber lieber weglassen? Das erfährst du hier! Einen neutralen enzyklopädischen Artikel findest du unter LTB 50.

Jeder kann hier seine persönliche Meinung zu den in LTB 50 erschienenen Geschichten verfassen. Eine Unterschrift unter jedem Kommentar ist erwünscht (einzufügen mit ~~~~). Die Geschichten können mit Highlight
, Gut
, Mittelmaß
oder Schlecht
bewertet werden. Bei der Bewertung sollten Zeichnungen, Plot und Übersetzungen mit einbezogen werden. Eine genaue Anleitung zum Verfassen einer Rezension findest du hier. Viel Spaß!
Cover
Onkel Dagobert „thront“, an einen Geldsack angelehnt, auf dem Hinterteil seines jämmerlich niedergestreckten Rivalen Klaas Klever. Entsprechend dem Bandtitel nimmt der strahlende Dagobert, die Hände in die Seiten gestützt, eine triumphierende Pose ein...
Seine mit Rubinen und Smaragden verzierte Krone und der tonnengewölbte Hintergrund unterstreichen Dagoberts quasi-königliches Herrschertum. Kapitalismus und Feudalismus vertragen sich auf diesem Cover von Giancarlo Gatti ziemlich gut. Vor dem diesmal zwischen dunkelblau und violett changierenden Hintergrund hebt sich der blaue Gehrock Dagoberts besonders gut ab. (7/15 – Not bad) Hobrowili (Diskussion) 15:57, 1. Aug. 2026 (CEST)
Rahmengeschichte
Mit dem Aufhänger von „Onkel Dagobert auf Sensationssuche“ an ihrer Seite, vertieft die Rahmengeschichte in der ersten Hälfte des Bandes das Thema des Verleger-Wettstreits zwischen Onkel Dagobert und Klaas Klever (mit hohem Redeanteil), während das letzte Stück den gescheiterten Versuch der Kinder zeigt, die „Inka-Ziege“ Blauchen im eigenen Garten heimisch zu machen. Zwischen den beiden letzten Geschichten und am Bandende gibt es keine Zwischengeschichten mehr…
Der letzte Band der italienischen „Prima Serie“, „I Megapapero“ (November 1976), der Vorlage für LTB 50, wartete trotzdem noch mit einer spannenden Neuerung auf: einem neuen Rahmengeschichtszeichner, nämlich [[Giancarlo Gatti. Gatti, der zuvor nur als Illustrator und Coverzeichner hervorgetreten war, hatte erst im Olympiaband fünf Monate zuvor seine erste vollgültige Geschichte in einem I Classici veröffentlichen dürfen. Dalmassos Skript führt seinen neuen Zeichner kaum einmal von den Inhalten der abgedruckten Geschichten weg, in die Gattis Zeichnungen lediglich einigermaßen unbeholfen ein- und wieder ausführen. Einmal, nämlich bei der Vorbereitung von Pavese/M. de Vitas „Inkaziege“, nehmen Dalmasso/Gatti sogar Dagoberts Pose aus dem ersten Panel dieser Geschichte eins zu eins vorweg, was für die Rahmengeschichten ungewöhnlich ist. (2/15 – Very bad) Hobrowili (Diskussion) 15:57, 1. Aug. 2026 (CEST)
Onkel Dagobert und die Smaragde von Hatschipur
„Hier stinkt’s nach Betrug, nicht nur nach frischer Farbe!“ (Tick, Trick und Track mal wieder auf Du und Du mit der Auflösung eines Rätsels)
Klaas Klever kann sich nur noch verschämt an den Häusern Entenhausens entlangschleichen, nachdem die dortige Journaille ein Foto von ihm veröffentlicht hat, wie er gerade mit unsanftem Tritt in den Bürzel von Bord eines Schiffes komplimentiert wird. Er hatte auf dem geheimnisvollen Kahn aus dem Orient ein Geschäft gewittert – ein Geschäft, das Bikko Bakko, der vorgebliche Minister für Bergbau von Hatschipur, aber offenbar nur mit Onkel Dagobert tätigen will: 100 Taler pro Kilo Smaragde, von dem es in seinem Heimatland so viele gebe, dass man nicht wisse wohin damit. Hinter der ministerialen Maske steckt aber selbstverständlich ein Panzerknacker. Der Plan: Während Dagobert mit Neffen und Großneffen zum Geschäftsabschluss an Bord des Flaggschiffes von Hatschipur weilt, sollen andere Bandenmitgieder den Geldspeicher Dagoberts plündern, den „Bikko Bakko“ bei seinem Besuch ausgekundschaftet hat. Es sind die Kinder, die sehr bald Verdacht schöpfen, vor allem weil der Minister eine für einen Moslem seltsame Lebensart mit Schweinefleisch & Alkohol an den Tag legt. Mit Enttarnung der Bande stürzen die Ducks zurück zum Geldspeicher und Donald ist es vorbehalten, den LKW, mit dem die Bande dabei ist Dagoberts Vermögen abzutransportieren, mit einer Ladung Nägel zu stoppen…
Der Anfang dieses 1972 von Guido Martina geschriebenen und von Luciano Gatto gezeichneten Comics ist eigentlich fein gewoben: Erst einmal ist der Leser gespannt, was denn Klaas Klever so Peinliches zugestoßen ist, und es wird erst auf S. 9 dieser Geschichte aufgelöst. Beziehungsweise: Der italienische Erstleser des Topolino konnte gespannt sein, denn sowohl das I Classici als auch das darauf fußende LTB nimmt durch die Vorgeschichte zu viel der Spannung weg. Auch die Szenen mit den als Muselmanen verkleideten Panzerknackern und den Kindern, die ihnen pfiffig auf der Spur sind, sind noch ganz schön zu lesen und anzuschauen. Die letzten Seiten aber sind wieder einmal ein typischer Martina, also mit einer zu hastig und routiniert zum Ende geführten Storyline. Passend zu einem Band, der zu fast der Hälfte dem Zeichner Luciano Gatto „gehört“, macht die Geschichte mit einem für ihn typischen Opening Splash auf, also mit einem sich wie betrunken im Bildvordergrund bewegenden Kater (Gatto=ital. „Katze“). (8/15 – Alright) Hobrowili (Diskussion) 15:57, 1. Aug. 2026 (CEST)
Onkel Dagobert auf Sensationssuche
„Welche Ereignisse interessieren denn unsere Leser, du hirnloser Pseudoreporter?“ („Zeitungszar“ Dagobert weiß seine Belegschaft trefflich zu motivieren)
Während die „Laterne“ von Klaas Klever eine gute Story nach der anderen ausspuckt, bleibt Onkel Dagobert auf der gesamten Auflage seiner Zeitung „Duckecho“ sitzen. Kein Wunder, schneiden doch die beiden einzigen Reporter Donald und Dussel lediglich die Artikel aus der „Laterne“ aus, um sie dann drei Tage später zu bringen. Doch nun soll ein neuer Wind wehen: Dagobert rüstet sein Team mit einer Kamera aus und schickt sie auf „Sensationssuche“. So knippst Dussel zwar tolle Bilder von einem Donald, der einen Juwelendieb stellt, doch aus dem Fotolabor kommen ganz andere Bilder, die von einem bereits belichteten Film in der 30 Jahre alten Kamera stammen. Dagobert erinnert sich an seine Zeit auf Bali, als er mit einem Gauner namens Sancho Grabscho Geschäfte machte, und kombiniert, die Bilder aus dem durch Grabscho zurückgelassenen Apparat müssten den Weg zur Beute aus dessen damaligem letzten Juwelenraub zeigen. Über Bali springen Dagobert, Dussel und Donald mit dem Fallschirm ab, doch die Enttäuschung Dagoberts ist groß, als er merkt, dass er genau an jenem Tag auf die Insel zurückgekehrt ist, an dem auch der bejahrte Häftling Grabscho die Polizei zum Juwelenschatz geführt hat. Doch Onkel Dagobert gibt nicht auf und inszeniert einen Wettlauf zwischen einem jungen, in vollstem Saft stehenden Polizisten und dem mit seiner Fitness prahlenden Grabscho. Das sensationelle Foto von einem Häftling, der scheinbar einen Polizisten verfolgt, verkauft Dagobert mit Gewinn an die Weltpresse und veröffentlicht es natürlich auch im eigenen „Duckecho“, das dadurch endlich mal wieder schwarze Zahlen schreibt...
Schon drei Bände vorher (LTB 47) hatte das Autor-Zeichner-Gespann Martina/Gatto das Trio Dagobert, Donald und Dussel in Richtung Südsee geschickt, doch diese Geschichte hier, einen Monat früher im Jahr 1972 erstveröffentlicht, ist ein anderes Kaliber. Negativ könnte man anmerken, dass das Genre etwas laviert zwischen Gag-Geschichte und Schatzsuche, doch das Skript kriegt zwischen Humor und Abenteuer ziemlich gut die Kurve und schafft es am Ende auch prima, die Klammer um das zwischenzeitlich in Vergessenheit geratene Motiv des journalistischen „Mann beißt Hund“-Aphorismus zu schließen und auf Onkel Dagoberts Ausgangsproblem, wie denn der Zeitungsverkauf anzukurbeln sei, zurückzuführen. Die Idee mit der in der Kamera verborgenen Spur, einer Art alternativer Schatzkarte, die mit Reminiszenzen an die Zeiten von Onkel Dagoberts zwielichtigem geschäftlichen Aufstieg verbunden werden (die hier gerade noch gefehlt haben), ist aller Ehren wert. Dieser Gatto ist also völlig anders gestrickt als der erste, in dem im Grunde die Panzerknacker und Tick, Trick und Track die tragenden Rollen haben. Martina scheint auch im Sinn gehabt zu haben, einen italienischen Beitrag zur seit 1970 in den USA von Dick Kinney und Tony Strobl aufgelegten Reihe von Geschichten um den Entenhausener Kurier mit seinen minderbemittelten Redakteuren Donald und Dussel zu leisten – was durchaus gelungen ist. (10/15 – Quite good) Hobrowili (Diskussion) 15:57, 1. Aug. 2026 (CEST)
Onkel Dagobert und das Sauriermoos
„Das gefällt mir an Mexiko immer wieder, die zivilen Preise!“ (Donald freut sich über eine Medizinerrechnung von fünf Dollar bar auf die Hand – ist sechs Seiten später trotzdem von Mexiko „bitter enttäuscht“)
Donald und Tick, Trick und Track kümmern sich rührend um ihren sichtlich gealterten Onkel Dagobert, der, wie Professor Schneebart diagnostiziert, an einer besonderen Form der Anorexie leidet. In Mexiko ist die Behandlung durch den Medizinmann El Magico eine Enttäuschung. Weiter bringt die Ducks da schon der einer Art Vogelhaus in den Rocky Dockies beheimatete Doktor Krummschnabel: Dagobert könne nur die Einnahme des „Sauriermooses“ helfen, das sich viel Meilen weiter nördlich im Gebiet der Eisnasenindianer finden lasse. Donald durchgräbt dort einen massiven Eispanzer und gelangt so zum Moos, dessen Einnahme als Tee Dagobert tatsächlich sofort wieder in die Spur bringt. Und auch dessen Geschäftssinn ist gleich wieder geweckt: Nur ein paar Tage später rückt er mit geeigneten Maschinen und einem Bautrupp an, um das Eis ganz abzutauen, das Moos abzuschöpfen und teuer an reiche Patienten zu verkaufen. Wahrscheinlich aus einem unterirdischen Stollen kommend, vertreibt ein Saurier das Team und die Ducks aus der Senke und beginnt begeistert, das Moos aufzuschlecken. Recht behält damit ein Indianer, der davor gewarnt hatte, die Ruhe der Saurier und ihres Mooses zu stören. Doch Dagobert hat schon umdisponiert, lässt ein Fernschreiben an eine seiner Fabriken durchgeben, die per Helikopter alsbald ein monstergeprüftes Monsterstahlnetz über der Grube herablässt. Der Saurier ist damit gefangen und Dagobert kann es gegen Eintrittsgelder für Touristen ausstellen…
Wie schon in der Geschichte zuvor gewinnt Dagobert auch in diesem Plot von Rodolfo Cimino, indem er seine Pläne flexibel den veränderten Gegebenheiten anpasst. Donald und die Kinder geben voller Bewunderung für ihren Onkel dem Band seinen Titel: „Onkel Dagobert kann wirklich noch so tief in der Patsche sitzen… er gewinnt immer!“ (S. 137) Ohne den Familiensinn von Donald und den Kindern hätte er es allerdings nicht so weit gebracht – sie hätten sich also durchaus selbst ein wenig mehr auf die Schulter klopfen dürfen. Die Mission der Ducks, ihren Onkel zu retten, hat etwas von einer Fantasy-Reise: Wird das erste Ziel (Mexiko) noch klar benannt, lösen sich die realen Bezüge in der Folge auf und schwingen in Anverwandlungen von Märchenmotiven weiter: Die „Rocky Dockies“ sind noch als Rocky Mountains erkennbar, während das Gebiet der Eisnasenindianer bereits Bedürfnisse einer mythischen Ferne bedient, auch wenn wir kombinieren können, dass es wohl weiter in die Kälteregionen Kanadas am Polarkreis gegangen sein muss. Dort kristallisiert sich mit dem Saurier, der nicht zufällig eher wie ein Drache aussieht, das Märchenhafte und Fantasy-Selige in seiner reinsten Form. Dieses Abenteuer-Crescendo wäre nicht von Cimino, wenn es nicht auch Schwächen hätte: Das große Gerät, mit dem Dagoberts Ingenieure in der Eiswüste anrücken, zerstören zu einem guten Teil die schöne Illusion einer Mythen- und Monsterwelt, und auch die merkwürdig dominante Rolle, die der Alkoholkonsum spielt (sowohl El Magico als auch der prophetische Eisnasenindianer sprechen stark den geistigen Getränken zu) scheint zu einem gewichtigen Teil fehl am Platz. All die schönen Erfindungen Ciminos wären ferner nur die Hälfte wert ohne die zeichnerische Finesse Giorgio Cavazzanos, dem es gelingt, den seltsamen Geschöpfen wie dem Arzt Professor Schneebart oder dem wie ein Vogel lebenden Eigenbrötler Doktor Krummschnabel, aber auch den wechselnden Landschaftsbildern pulsierendes Leben einzuhauchen. (12/15 – Great) Hobrowili (Diskussion) 15:57, 1. Aug. 2026 (CEST)
Onkel Dagobert und die Inkaziege
„Mußt du dich denn überall einmischen?“ – „Wenn ich allein bin, krieg ich immer meinen Melancholischen!“ (Donald, nachdem er mit den Kindern in den Brunnen gefallen ist)
Onkel Dagoberts schöner blauer Gehrock – gerade einmal fünfzig Jahre alt – reißt an zwei Stellen und ist jetzt endgültig hinüber. Hätte er doch nur Anziehsachen aus dem Fell der ausgestorbenen blauen Inkaziege, die als quasi unzerstörbar galten!... Donald fingiert aus Jux eine Radiosendung, in welcher er davon berichtet, dass in den Anden überraschend solch ein Tierchen gesichtet worden sei. Sofort besorgt Dagobert fünf Flugtickets nach Peru. Dort werden die Ducks durch das Gauner-Duo Pacho und Carlos belauscht und betrogen: Sie führen sie zu einer blau eingefärbten Ziege und streichen dafür eine satte Provision ein. Der erste Regenguss wäscht „Blauchen“, wie Tick, Trick und Track ihren neuen Spielkameraden taufen, wieder porentief weiß. Doch von zu Tode betrübt zu himmelhochjauchzend, stoßen die Ducks nur wenig später am Fuße eines tiefen Brunnens auf eine Tempelanlage, in der offenbar die blaue Ziege verehrt wurde, und entdecken einen lange verschollenen Inkaschatz. Erneut schalten sich Paco und Carlos ein und versuchen den Entenhausener Schatzsuchern ihren Fund zu entwenden, werden aber von Blauchen zur Strecke gebracht…
„Blaue Ziegen“ gibt es übrigens wirklich, allerdings nicht bei den Inkas: Die „Blobe Goaß“ sind eine alte Ziegenrasse aus Tirol und zeichnet sich durch ein auffälliges graublaues Fell aus – „wie die von Chagall“ (siehe Artikel auf welt.de), also nicht gerade „himmelblau“, wie es im revidierten Titel der Geschichte in dem späteren (2010) LTB Spezial 37 mit Inka-Geschichten heißt. Ich kann das hier so breit erzählen, weil es so viel anderes Bemerkenswerte an dieser Geschichte nun auch wieder nicht gibt – es ist eine für das Jahr 1972 typische, ganz sympathische Abenteuergeschichte des Autors Osvaldo Pavese und seines Zeichners Massimo de Vita. Mir gefällt, dass dem Gehrock Dagoberts mal eine größere Bedeutung zukommt – wenn sich etwas um die Kleidung des Multimilliardärs dreht, dann eigentlich meistens um den Zylinder. Moderates Highlight ist das Auffinden des Schatzes. Ziemlich gewaltsam werden hingegen die Gauner Pacho und Carlos am Ende wieder in die Handlung zurückgeholt, nachdem sie merken, dass ihnen beinahe die reichste Ente der Welt ins Netz gegangen war: „Dem erzählen wir was von den gestiegenen Preisen für Ziegen auf dem Weltmarkt! Dann muß er mehr rausrücken!“ (S. 177). (6/15 – Average) Hobrowili (Diskussion) 15:57, 1. Aug. 2026 (CEST)
Onkel Dagobert und die Physik
„Eigentlich liebe ich ja die Arbeit, nur die damit verbundene Mühe, die ist mir zuwider!“ (ein typischer – italienischer – Donald Duck)
Der in dieser Geschichte besonders faule Donald verspricht seinen Neffen und Onkel Dagobert, er werde für einen Job im Umkreis von 500 Metern auch umsonst arbeiten – wohl wissend, dass es in der Umgebung seines Hauses gar keine Arbeitsstellen gibt. Doch Onkel Dagobert schmiedet finstere Pläne: ein Düsentriebscher Zeppelin mit Greifarmen verschleppt gleich das ganze Haus Donalds auf offene See. Dort eröffnet er seinem Neffen, dieser solle in einer Taucherglocke zum Meeresgrund 500 Meter unter der Wasseroberfläche tauchen, um auszukundschaften, ob dort wie vermutet tatsächlich eine Schatzkiste mit Golddublonen liegt. Die eigentliche Bergung übernimmt sodann ein starker Magnet – denn die Kiste hat Eisenbänder. Es geschieht, was die Kinder bereits vorhergesehen haben: Das Gewicht des Goldes sprengt die morschen Bohlen und die Münzen sinken auf den Meeresgrund zurück…
Der deutsche Titel dieser wie alle Comics des Bandes im Jahr 1972 erstveröffentlichten Geschichte verweist auf die Tatsache, dass Gold nicht magnetisch ist, was Onkel Dagobert hätte wissen müssen, wurde dann aber, vielleicht weil die Namen von Schulfächern bei jungen Lesern notorisch schlechte Laune erzeugen, in der Neuauflage in „Das Gold der Galeone“ abgeändert. Es handelt sich um das relativ schwächste von drei Zeugnissen der Zusammenarbeit von Guido Martina und Luciano Gatto in diesem Band. Nicht nur Martina/Gatto betreiben ziemlich viel Aufwand, um den (kürzeren) Schatzsuche-Teil dieser Geschichte zu initiieren, auch Onkel Dagobert stürzt sich ja in komplett unnötige Unkosten für den Haustransport, weil er ja unbedingt auch irgendwen anders mit dieser Aufgabe, in einer Taucherglocke schlicht die Augen offenzuhalten, hätte betrauen können (am günstigsten wäre er selbst gewesen). Jedenfalls ist Donalds „Arbeitskraft“ an dieser Stelle nahezu überflüssig. Immerhin bietet die Geschichte in ihrem ersten „häuslichen“ Teil noch ein paar flotte Sprüche (Track, S. 196: „Vorige Woche haben wir dir unsere letzten zehn Taler geborgt. Meinst du, das Geld hat Junge gekriegt?“) Interessant ist, dass Tick, Trick und Track am Anfang von ihren Onkels 30 Taler erbitten, um sie für die „Aktion Sorgenkind“ spenden zu können, womit die Übersetzerin Alexandra Ardelt den Namen einer tatsächlich existierenden deutschen Sozialorganisation benutzt, die bereits 1964 auf Betreiben des ZDF gegründet worden war. Die Initiative existiert immer noch, wurde aber im Jahr 2000 in „Aktion Mensch“ umbenannt. (5/15 – Somewhat bad) Hobrowili (Diskussion) 15:57, 1. Aug. 2026 (CEST)
Onkel Dagobert und das Zauberelixier
„Ein Hoch dem Fernsehen!“ (Gustav Gans ist so was von Siebziger)
Gundel Gaukeley braut einen Kräuterlikör, der Glückspilze zu Pechvögeln macht und umgekehrt. Dagobert, Donald und Gustav trinken davon, und während Donald von nun an den armen Gustav aus allen möglichen unangenehmen Situationen retten muss und dafür eine Fernsehsamaritermedaille nach der anderen ans Revers gesteckt bekommt, ereilt Dagobert eine geschäftliche Katastrophe nach der anderen. Gundel bietet ihm einen weiteren Schluck Likör, der den Zauber aufheben würde, im Tausch gegen den Glückstaler. Doch wo ist der vermaledeite Likör? Bei Donald und Gustav, die sich völlig entkräftet und nichtsahnend jeweils einen Schluck genehmigen, woraufhin die alte Ordnung wiederhergestellt ist. Doch auch Dagobert hat Glück, indem er die Dämpfe aus der im allgemeinen Handgemenge zu Bruch gegangenen Likörflasche einatmet und ihn daraufhin ein Glücksfall nach dem anderen ereilt. Gundel aber ist mal wieder die Gelackmeierte…
Eine etwas wirre Geschichte ist das, die sich die Barosso-Brüder da ausgeknobelt haben. Im Storytelling erinnert die ganze sensationelle Anlage ein wenig an den Autor Jerry Siegel, der im Jahr 1972 aber gerade erst die ersten Schritte auf dem europäischen Disney-Markt unternahm, also noch nicht als Vorbild gewirkt haben kann. Humoristisch am besten funktionieren die Sequenzen zu Beginn, als Dagobert seine Neffen mit überzähligen Werbegeschenken als „Oster-, Weihnachts- und Geburtstagsgeschenk auf einmal“ (S. 224) bedenkt, und diese als Erben gute Miene zum bösen Spiel machen müssen, und alle Szenen mit dem Raben Nimmermehr, speziell in seiner Verwandlung als Berner Sennenhund („Krah! Krah!“). Romano Scarpa arbeitet solide, man hat aber vom Beginn der Siebziger Jahre auch schon Geschichten mit besseren Zeichnungen von ihm gesehen. (7/15 – Not bad) Hobrowili (Diskussion) 15:57, 1. Aug. 2026 (CEST)
Fazit
Dies ist das erste und das einzige LTB, dem der Zeichner Luciano Gatto eindeutig seinen Stempel aufgedrückt hat. Zwar war er auch in vielen anderen Bänden dieser Jahre meistens mit einer Geschichte vertreten, doch auf eine Quote von 3 von 6 kam er sonst nie. Sein Zeichenstil ist oft, und so auch hier, etwas statisch, aber doch noch verlässlich professionell. Und da die wirklich schlecht(er) zeichnenden Bordini, Capitanio, Lostaffa oder Perego in diesem Band fehlen, und die drei anderen Beiträge von den Meistern Cavazzano, Massimo de Vita und Scarpa stammen, ist damit schon eine deutlich positive Aussage über Band 50 getroffen. Der zweite Zeichner, dessen Name mit diesem Band verknüpft bleiben wird, ist der ebenfalls limitierte Giancarlo Gatti, dessen erste Rahmengeschichte wir hier vor uns haben. Gatto (*1934) und Gatti (*1936) sind zufälligerweise auch die ältesten italienischen Disney-Künstler, die zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Rezension noch am Leben sind. Hobrowili (Diskussion) 15:57, 1. Aug. 2026 (CEST)