LTB 52: Rezension

In diesem Artikel wird das LTB 52 rezensiert. Ist dieser Band einen Kauf wert oder sollte er lieber im Kiosk stehen bleiben? Du weißt es nicht? Dann lies das! Einen neutralen enzyklopädischen Artikel findest du unter LTB 52.
Jeder kann hier seine persönliche Meinung zu den in LTB 52 erschienenen Geschichten verfassen. Eine Unterschrift unter jedem Kommentar ist erwünscht (einzufügen mit ~~~~). Die Geschichten können mit Highlight
, Gut
, Mittelmaß
oder Schlecht
bewertet werden. Bei der Bewertung sollten Zeichnungen, Plot und Übersetzungen mit einbezogen werden. Eine genaue Anleitung zum Verfassen einer Rezension findest du hier. Viel Spaß!
Cover
Diesmal verschlägt es Micky als Sheriff auf ein Westerncover. Er ist in einem seltsamen Luftsprung festgehalten, sein Gesicht strahlt passend dazu. Gesellschaft leistet ihm ein Pferd, dessen Hals durch einen geschickten Lassowurf Mickys vom Seil doppelt umschlungen ist. Aber auch das fröhliche Pferdeantlitz zeigt uns, dass das kein Ernst, sondern nur ein lustiges Spiel ist. Im Hintergrund öffnet sich die landschaftliche Weite des amerikanischen Westens…
„Um in ein Westernmotiv ein wenig Dynamik zu bringen, brauch’s eigentlich nur ein Lasso“, scheint sich Covergestalter Giancarlo Gatti gedacht zu haben, und weitgehend Recht behalten. Mickys Körper nimmt eine so typische Gatti-Pose ein, dass man kaum noch weiß, wo vorne und hinten, was das linke und was das rechte Bein ist. Das Pferd freilich ist Gatti gut gelungen. Eine ganz sympathische Bildfindung! (8/15 - Alright) Hobrowili (Diskussion) 06:56, 10. Mär. 2026 (CET)
Rahmengeschichte
Von Thema und Settings her sind das in diesem Band schon so weit auseinanderliegende Geschichten, dass sich vielleicht auch ein fähigerer Rahmengeschichtsgestalter als Giuseppe Perego damit schwergetan hätte, zwischen ihnen Kohärenz zu stiften. Kann man die Zwischengeschichten auch deshalb fast komplett vergessen, ist die Vorgeschichte, als einziges Stück, das etwas Eigengewicht hat, eigentlich ganz interessant: Micky erlebt mit, wie Kater Karlo ein Kaufhaus mithilfe eines Spielzeugmaschinengewehrs aus dem Warensortiment ausrauben will. Dem Schurken wird das Handwerk gelegt und man trifft sich vor Gericht wieder: Hier erhält der LTB-Leser eine Lektion in Kuschel-Justiz. Karlos Anwalt schützt die unglückliche Kindheit des Angeklagten vor, bis dieser selbst dem diensthabenden Wachpersonal leidtut. Und da der Richter von seiner Frau zu Hause zum Essen erwartet wird, findet sich ein salomonisches Urteil: „In Anbetracht der Einlassungen Ihres vortrefflichen Herrn Verteidigers sowie der Tatsache, daß der Angeklagte sowieso bald wieder vor diesem Gericht erscheinen wird, ist Kater Karlo ausnahmsweise freigesprochen! Guten Appetit allesamt!“ (S. 19) Stark – selbst wenn es nicht als Satire gemeint sein sollte. (5/15 – Pretty Bad) Hobrowili (Diskussion) 06:56, 10. Mär. 2026 (CET)
Die Kasel
Na, wegen der Kasel! Was ist das eigentlich? Vielleicht ein kleiner Käse? Harhar! Kasel! Kasel! Oder spricht man’s Kasell? Vielleicht ist’s ein Kastell? Ein Schloß! Ein Vorhängeschloß! Harhar! Kasel! Kasell? So ein Quatsch!“ (Kater Karlo wird den gefrühstückten Clown nicht mehr los)
Trudi hat die Idee, ihr Katerchen könne doch mal nach Madeira fahren, um dort die Kasel, ein liturgisches Gewand, aus einer Kirche zu stehlen. Doch der Gauner hat Pech: Auf der Schiffspassage trifft er Micky und Minni, die an der portugiesischen Atlantikinsel als Urlaubsparadies interessiert sind. Und obwohl er sich als Maler verkleidet hat, kommt ihm die Mäusepolizei natürlich in die Quere, als er sich mit dem Diebesgut bereits verdrücken will. Eine wilde Verfolgungsjagd mit dem Carrito, einem traditionellen madeirischen Karren ohne Räder, mündet in einen Verkehrsunfall. Micky und Minni werden selbst des Diebstahls bezichtigt, doch durch die Analyse der Fingerabdrücke auf dem Gewand ist Kater Karlo überführt. Mickys Wunsch nach erholsamen Ferientagen auf Madeira erfüllt sich trotzdem nicht, denn er soll nun auf Minnis Wunsch den Karren selbst fahren…
Ob Autor Gian Giacomo Dalmasso die Idee zu dieser Geschichte einem einmaligen Urlaubserlebnis verdankt?... Der Gedanke daran liegt nahe, merkt man doch wie nur selten in jener Zeit (ersterschienen 1970) geographischen und kulturhistorischen Realitätsbezug. Sowohl für das Lokalkolorit als auch für die Actionmomente sorgen vor allem die „Carritos“, die traditionellen Korbschlitten. Der Zeichner Sergio Asteriti tut seinen Teil zu dem liebevoll gestalteten Setting bei, setzt dekorative Botanik dort ein, wo es passt, und die Kirche „Nossa Senhora do Monte“ hübsch auf einen Hügel nahe dem Hafen der Hauptstadt Funchal. Ich finde auch die Handlung ziemlich überzeugend: Mal nicht wie in einem dieser überkomplizierten Asteriti-Krimis, sondern ohne viel Tamtam die einfache Geschichte eines vereitelten Diebstahls. Ein starker Start in diesen Band, aber auch einer, der mir im kalten deutschen Winter die Tränen des Fernwehs in die Augen treibt. (12/15 - Great) Hobrowili (Diskussion) 06:56, 10. Mär. 2026 (CET)
Das Meeresungeheuer
„Wenn ich könnte, würd‘ ich den Hai bestechen, damit er ihn hierbehält!“ (Goofy hat Sohnemann schon ganz in sein Herz geschlossen)
Die dicken Freunde Micky und Goofy mal wieder in der Sommerfrische: Nach einem gemeinsamen Tauchgang werden sie vom Personal von Hans Habermoos aufgegriffen. Zum Glück kennt Micky den Milliardär, der sich um ein ganz besonderes Schmuckstück sorgt: seinen Sohn „Schatzi“, der sich als waschechter Kotzbrocken entpuppt. Ein spontaner Motorbootausflug endet mit dessen Entführung. Bald meldet sich der „Hai“, der ein atombetriebenes Meeresungeheuer gebaut hat und auf die Diamantensammlung der Herrn Habermoos scharf ist. Micky und Goofy folgen einem geheimnisvollen Telefonkabel in die tiefe See und finden sich bald ausgeknockt an Bord des Roboter-Fischs wieder. Dort treffen sie auch den verzogenen Sprössling „Schatzi“ wieder. Gemeinsam entkommen sie schwimmend aus ihrem Gefängnis und kehren zu Habermoos‘ Anwesen zurück. Jetzt muss nur noch der „Hai“ ausgeschaltet werden: Staat eines Sacks mit Diamanten wirft Micky aus dem Flugzeug einen Torpedo ab, der das „Meeresungeheuer“ zerstört. Der „Hai“ kann nur noch fluchen: „Verräter! Schurke! Na, warte…“ (S. 109)…
Die Geschichte von Guido Martina und Romano Scarpa wäre ja außerordentlich konventionell, wäre da nicht die Figur des „Schatzi“, der äußer- und charakterlich wie der jüngere Bruder von Majestix‘ Neffen Grautvornix aus dem Album „Asterix und die Normannen“ daherkommt. Der Unsympath traktiert seine Umgebung mit Dartpfeilen, gibt dem nichtsahnenden Goofy Elektroschocks, ist ein begeisterter Dynamitfischer, ein absolut verwöhntes Bürschchen und außerdem der so ziemlich furchtbarste Rotzlöffel, der je die Seiten zwischen den zwei Umschlagcovern eines „Lustigen Taschenbuchs“ betreten hat, in dessen altersmäßige Klientel er andererseits so hervorragend passt. Wenn Goofy ihn schließlich mit Handschellen an die Außenmauern des im modernistischen Jet-Set-Stil erbauten Eigenheims des Herrn Papa fesselt, freut sogar der sich über den Erziehungstipp: keine schwarze Pädagogik, nur reine Notwehr. Die Unterwasserwelten des routiniert zeichnenden Romano Scarpa sind etwas enttäuschend – im selben Jahr 1973 schlug der neue Meister Giorgio Cavazzano schon ganz andere Funken aus dem nassen Element („Operation Galeone“, LTB 64). Auch der „Hai“ lässt als neuer Gegenspieler Mickys eine Menge zu wünschen übrig. Vier Jahre will er mit den Vorbereitungen auf diese Erpressung zugebracht haben – ein Armutszeugnis, dass er im Laufe dieses Zeitraums nicht einmal einen einzigen Helfershelfer an sich hatte binden können. Alleine kann man so ein Mammutprojekt nun einmal nicht erfolgreich zu Ende bringen. (9/15 – Somewhat Good) Hobrowili (Diskussion) 06:56, 10. Mär. 2026 (CET)
In diplomatischer Mission
„Wir haben also unser Leben für einen leeren Koffer aufs Spiel gesetzt?“ – „Ja! Das ist defensive Strategie, Goofy!“ (Micky und Goofy im Agentenplauderton)
Und schon wieder ein Schurke mit einem Tiernamen: diesmal „der Fuchs“, ein internationaler Spion, den Micky mit Goofy nun austricksen soll. Der Botschafter ihres Heimatlandes setzt alle Hebel in Bewegung, um ihnen unauffällig einen Koffer mit Geheimdokumenten zu übergeben, den sie nun an dem Meisterspion zurück in die Heimat vorbeischleusen sollen. Doch der Fuchs ist längst auf Achse und verhindert erfolgreich die Ausreise der beiden mit Flugzeug oder mit dem Schiff. Also mit der Bahn: Der Bummelzug bringt Micky langsam, aber sicher nach Hause. Doch er erfährt auch, warum der Botschafter den Fuchs als „Chamäleon“ bezeichnet hat: Unterwegs hat sich der Fuchs geschickt verkleidet an die Stelle Goofys gesetzt und erzwingt nun mit einer Pistole die Herausgabe des Koffers. Doch der ist leer – der Botschafter hatte beide reingelegt, die Dokumente sind gewiss längst in Sicherheit. Nachdem Micky den „Fuchs“ mit einem Betäubungsgas gefügig gemacht hat, können auch die Komplizen festgenommen und der echte Goofy aus deren Hand befreit werden. Micky hat trotz mehrfach falschen Spiels seiner Auftraggeber Geschmack am Geheimdienst gefunden: „Ich stehe jederzeit wieder zur Verfügung!“ (S. 148)
Die älteste Geschichte in diesem Band (aus dem Sommer 1967) stammt ebenfalls aus der Feder von Guido Martina, der sich dem in diesem Jahr bereits florierenden Genre des Spionage-Comics widmet. Und eigentlich hantiert er mit den bekannten Versatzstücken des Agenten-Business – Koffer mit doppeltem Boden, Glasröhrchen mit Betäubungsgas, perfekt sitzende Masken, raffinierte Hinterhalte, falsche Verdächtigungen – ganz virtuos. Auch die Botschafterfigur, die Geheiminstruktionen erteilt, dabei aber „ein reichlich kompliziertes Vorgehen“ (Micky, S. 127) wählt, entspricht den in Romanen, Filmen und Fernsehserien eingeübten Topoi. Luciano Capitanio zeichnet allerdings immer am Rande des Überfordertseins – es gibt immer wieder Panels, die sind einfach so ungeschickt arrangiert, dass man eher erahnt, was da gerade passiert, als dass man es tatsächlich sieht. Und doch passt sein Stil noch halbwegs gut gerade zu diesem Genre. (6/15 - Average) Hobrowili (Diskussion) 06:56, 10. Mär. 2026 (CET)
Auf eiskalter Verbrecherjagd
„Erst schalt‘ ich Gertrud aus! Dann bist du dran, Karl!“ (ein ganz normaler Dialog in der Skatrunde des Herrn Bankdirektor)
Micky und Goofy heuern als Polizeireporter bei Minnis Patenonkel Manfred Maus an, dessen kleiner „Stadtanzeiger“ vor der Pleite steht. Es müsste mal wieder ein echter Knüller her… Erstmal setzen sich die frischgebackenen Journalisten mit zwei aufeinanderfolgenden Banküberfällen auseinander. Inspektor Issel steht vor einem Rätsel, doch Micky fällt wenigstens auf, dass das ganze Personal einen höllischen Schnupfen hat. Als ein Schnappschuss von Fotoreporter Goofy einen Eiswürfel im Wasserspender zeigt, glaubt sich Micky auf der richtigen Spur. Durch eine Sonderausgabe des Stadtanzeigers, in der sensationelle Enthüllungen angekündigt werden, ruft er den Räuber auf den Plan, der Micky unschädlich machen will. Zwar ist es reiner Zufall, dass Goofy zur Stelle ist, Micky zu befreien, doch der Plan funktioniert: Micky hat noch mitbekommen, dass das nächste Ding in der „Mehrwert-Bank“ gedreht werden soll. Dort nimmt die Polizei den Bankräuber fest. Der Täter hat eine Winterschlafmaschine erfunden, mit welcher die Raumtemperaturen derart gesenkt werden, dass alles blitzschnell schockgefrostet wird – der dagegen gewappnete Räuber musste in den Tresoren nur noch zugreifen. Da ist er also, der notwendige Knüller, durch den die Zeitung des Manfred Maus erst einmal saniert ist...
Der solide Krimi von Osvaldo Pavese besticht nicht gerade durch Kreativität, arrangiert aber alle möglichen Versatzstücke solcher Micky-Geschichten mehr oder weniger neu. Den (aufgrund seines Unverschnupftseins) Verdächtigen, der auf die falsche Fährte führt, weil er sich lediglich zu kleinen Kartenspielchen mit seinen Freundinnen verabredet hat, kennen wir so ähnlich zum Beispiel aus Scarpas Kralle der Göttin Kali. So wenig überraschend letztlich die Auflösung ist, so effektvoll ist doch das Splash Panel mit den unter dünnen Eispanzern eingefrorenen Bankangestellten und -kunden. Fast wie bei Dornröschen. Hat da etwa jemand gesagt, dass die Figuren bei Luciano Gatto ja schon immer etwas steif aussahen?... An einer Stelle scheint sich übrigens ein Übersetzungsfehler eingeschlichen zu haben: Angeblich soll Goofys Foto, das zur Lösung des Falles beiträgt, laut Übersetzerin Gudrun Penndorf ein „Wasserglas“ zeigen, doch in einem Panel (S. 167) sehen wir, zwar sehr klein, aber doch deutlich, dass es sich eher um einen Wasserspender handelt. Würde auch mehr Sinn machen, denn ein Eiswürfel im Glas ist ja im Nu geschmolzen, während es im Wasserspender schon etwas dauern kann, bis alles wieder aufgetaut ist. (7/15 - Fair) Hobrowili (Diskussion) 06:56, 10. Mär. 2026 (CET)
Auf Piratenjagd
„Wieso unternimmt der Staat denn nichts?“ (Minni noch ganz wie ein unmündiges, gutgläubiges Kind)
Der Marine ist ein Torpedoboot abhandengekommen, mit dem, nachdem einige Zeit vergangen ist, spektakuläre Piratenüberfälle auf Zivil- und Kriegsschiffe durchgeführt werden. Micky soll an Bord der Yacht des Milliardärs Tony Tümpel als Köder die Verantwortlichen aufspüren. Doch zunächst geht alles schief: Micky und sein Goofy landen statt auf dem Torpedoboot in den Beibooten des von den Piraten überrumpelten Tümpel und seiner Mannschaft. Ist bloß zu hoffen, dass die Gauner möglichst schnell beginnen, die von ihnen auf diesem Raubzug erbeuteten Banknoten auszugeben, deren Seriennummern dokumentiert sind und sie somit verraten würden. Doch zunächst werden die Schiffbrüchigen von einem völlig unverdächtigen Fischerboot aus ihrer Seenot gerettet. Was macht bloß Kater Karlo an Bord dieses Schiffes? Er versteckt sich in der Kombüse und sieht es gar nicht gern, dass Goofy Fotos von der Mannschaft schießt. Karlo bestimmt den Kapitän, Goofy den Apparat abzukaufen. Als Micky den Geldschein überprüft, stellt er fest, dass er aus der kürzlich erbeuteten Serie stammt: Die vermeintlich harmlosen Fischer sind die Piraten! Doch diese sind nicht einfach „umgestiegen“, wie Micky zunächst annimmt, sondern es handelt sich um ein Boot, das sich in der eigenen Achse drehen kann und so nach Bedarf zum Torpedoboot oder zum Fischkutter wird. Nun kann Micky zusammen mit der angeforderten Küstenwache der Bande den Garaus machen…
Diese Geschichte von Ennio Missaglia und Pier Lorenzo de Vita ist schon ausgesprochen merkwürdig. De Vita, der sowieso zeitlebens einen eigenartigen Stil pflegte, vermasselt in einigen Panels die logischen und zeitlichen Abläufe, in sehr vielen anderen die Proportionen und Größenverhältnisse. Kein Wunder, muss sich der Zeichner hier doch verschiedenste Schiffstypen vom Torpedoboot über die Millionärsyacht bis zum Fischkutter durcharbeiten. Das Skript Missaglias hilft de Vita gar nicht weiter und strotzt nur so vor Ungereimtheiten: Vor allem die Panik, die Kater Karlo überkommt, weil er möglicherweise von Menschen in Seenot wegen unterlassener Hilfeleistung angezeigt werden könnte, nachdem seine Bande gerade einige Kriegsschiffe aufgebracht, andere Zivilboote geentert und ein weiteres in die Luft gesprengt hat, macht irgendwie gar keinen Sinn. Und der eine Gauner auf S. 203… Ist das nicht ein Panzerknacker? Wo kommt der denn her? Über ihn wundern wir uns – über Kater Karlo, der wenig später auftaucht, kein Stück. Schade, fing auf den ersten Seiten mit den altmodischen Admirälen und Schiffskapitänen und dem spektakulären Opening Splash von einer Marinebasis im Aufruhr eigentlich ganz manierlich an… (4/15 – Quite Bad) Hobrowili (Diskussion) 06:56, 10. Mär. 2026 (CET)
Zirkus Kleptomani
„Warum werfen Sie Ihre falsche Nase gegen meinen Panzerschrank?“ (Dämliche Frage des Herrn Bankdirektor, wenn der mit der falschen Nase dem „Zirkus Kleptomani“ angehört)
Micky und Goofy, die ein Detektivbüro betreiben, kommen dahinter, dass der neu in der Stadt angekommene Zirkus eigentlich eine Verbrecherorganisation beherbergt. Nicht nur die Brieftaschen der beiden Detektive kommen während der Einzugsparade abhanden, sondern bald darauf auch Schmuck aus Juweliergeschäften und einer Luxusvilla, usw. Die arglosen Micky und Goofy lassen sich ausgerechnet vom Zirkusdirektor als Hilfskräfte anstellen, um Näheres zu erfahren. Eine Serie schier unglaublicher Unglücksfälle bedroht die Rechercheure im Zirkus ein gutes halbes Dutzend Male mit dem Tode. Der Direktor, natürlich der Kopf der Bande, sperrt die beiden in den Leopardenkäfig, von wo aus Micky aber per falsch gespielter Trompete eine Polizeistreife zu Hilfe holen kann. Der letzte geplante Einbruch des „Zirkus Kleptomani“ ausgerechnet in den Asservatenraum der Polizei scheitert also…
Beim Thema hilflos arrangierter Panels landen wir geradewegs bei Giulio Chierchini, der 1973 ein Textbuch von Jerry Siegel, der zuvor kaum durch Micky-Abenteuer hervorgetreten war, umsetzte. Rätselhaft zum Beispiel die aus dem Nichts auftauchende füllige Dame, die einen sinnlos mit Zirkusutensilien hantierenden Micky unter sich begräbt, oder die Achterbahn, die es normalerweise ja eher gerade nicht in Zirkussen gibt. Und: Chierchini kann leider immer noch keine Tiere zeichnen, womit er im Zirkus-Sujet auf verlorenem Posten steht. Natürlich gibt es eine Ebene, auf der man die abstruse Anschlagsserie auf Micky und Goofy theoretisch genießen könnte, aber will man das wirklich?... (4/15 - Bad) Hobrowili (Diskussion) 06:56, 10. Mär. 2026 (CET)
Fazit
Von Geschichte zu Geschichte geht diesem Band immer mehr die Puste aus, bis er bei den abschließenden, von Pier Lorenzo de Vita und Giulio Chierchini realisierten Micky-Geschichten nur noch aus dem letzten Loch pfeift. Erinnerungswürdig bleibt der Band hingegen auf Dauer durch die irgendwie elegante Madeira-Memorabilia „Die Kasel“ von Dalmasso/Asteriti zum Einstieg. Trotz seiner Vielgestaltigkeit einer der schlechteren Micky-Bände der ersten 80 LTB-Nummern. Hobrowili (Diskussion) 06:56, 10. Mär. 2026 (CET)