Mozarts verblüffendes Geheimnis

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Mozarts verblüffendes Geheimnis
Topolino e l'eredità di Mozart
Erstveröffentlichung: 08.12.1991
Entstehungsdatum:
Storycode: I TL 1880-A
Story: Bruno Sarda
Zeichnungen: Franco Valussi
Seiten: 34
Deutsche Übersetzung: unbekannt
Deutsche Erstveröffentlichung: DD 447
Weiterführendes
Infos zu Mozarts verblüffendes Geheimnis beim I.N.D.U.C.K.S.


„Ich vermache euch die Basis für diese neue Art von Musik.“
Wolfgang Amadeus Mozart

Mozarts verblüffendes Geheimnis (oder auch Mozarts süßes Geheimnis; im Original Topolino e l'eredità di Mozart) ist eine im Dezember 1991 erstveröffentlichte Comicgeschichte von Comicautor Bruno Sarda und dem Comiczeichner Franco Valussi aus dem Maus-Universum. Es handelt sich um ein Zeitreise-Abenteuer der Comicserie um die Zeitmaschinen-Geschichten. Darin reisen Micky Maus und Goofy in Begleitung von Professor Zapotek in das historische Wien des Jahres 1782, um Professor Zapoteks musikalisches Idol Wolfgang Amadeus Mozart persönlich zu treffen und dessen Geheimnis zu lüften.

Figuren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Musikalischer Generationenkonflikt (© Egmont Ehapa)

Heute hat Professor Zapotek, der freundliche Direktor des Entenhausener Völkerkundemuseums, Geburtstag. Aus diesem freudigen Anlass haben Micky, Goofy und Professor Marlin eine kleine Geburtstagsfeier vorbereitet und sogar einen leckeren Kuchen gebacken, da sie wissen, dass der Professor auch gerne einmal etwas Süßes nascht.

Der gerührte Professor Zapotek steuert zum Nachtisch eine Schachtel Mozartkugeln bei, die berühmte Pralinen-Spezialität aus Österreich. Allein die Erwähnung seines großen Idols Wolfgang Amadeus Mozart führt zu einem der üblichen kindischen Zänkereien zwischen den sonst so friedlichen Gelehrten Zapotek und Marlin. Während Ersterer eine Vorliebe für klassische Musik hat, mag Marlin stattdessen fetzige Rockmusik. Goofy will die Gelegenheit nutzen und sich eine Mozartkugel in den Mund schieben, aber dazu kommt er gar nicht. Schnell versucht Micky Maus, die beiden Streithähne zu besänftigen, indem er versichert, dass jede Form von Musik – ob klassisch oder modern – seine Anhänger hat.

Doch just in diesem Moment tönt aus dem Zimmer von Mack und Muck lautstarke Popmusik und die beiden Jungs stürmen ins Wohnzimmer, wo sie sich flott die Pralinen unter den Nagel reißen, ohne etwas für die Erwachsenen übrig zu lassen. Auf den Namen Mozart hin reagieren Mack und Muck irritiert, da sie angeblich gar nicht wissen, wer das sei. Angesichts der Entmutigung von Professor Zapotek, der nie ein Autogramm seines Vorbild ergattern kann, schlägt Mickey vor, ihm statt eines Buches ein schöneres Geschenk zu machen: Nämlich den Professor mit der Zeitmaschine zu Mozart persönlich zu bringen.

Nachdem die Vorbereitungen abgeschlossen sind und sich Micky, Goofy und Professor Zapotek in die passenden Kleider geschmissen haben, schickt Marlin die drei Freunde mit der Zeitmaschine im Geheimkeller des Museums zurück in die Vergangenheit. Genauer gesagt in das historische Wien des 16. Juli 1782, dem Tag der Uraufführung der Oper „Die Entführung aus dem Serail“ im Burgtheater.

Mozarts wahres Vermächtnis (© Egmont Ehapa)

Angesichts der prachtvollen Architektur ist Professor Zapotek sogleich begeistert, aber noch begieriger ist Goofy, als er in der Auslage einer Konditorei Pralinen, Törtchen und andere Leckereien entdeckt. Auf sehr galante Art und Weise erkundigt sich Professor Zapotek bei einer Dame nach dem Weg zum Burgtheater, das gar nicht weit entfernt ist. Im Theater angekommen, suchen die drei Mozarts Garderobe auf und finden ihn dabei vor, wie er eine Schokoladencreme zubereitet. Der bereits zu Lebzeiten berühmte Komponist öffnete ihnen selbst die Tür und lädt die Zeitreisenden, die sich als Reporter ausgeben, in seine Garderobe ein.

Die von Mozart zubereitete Schokoladencreme duftet köstlich, doch der hungrige Goofy kann sie wieder einmal nicht probieren, weil eine Katze in den Schokoladentopf fällt und den gesamten Inhalt verschüttet. Der junge Mozart hat sich eine Schürze umgebunden und erzählt, dass er in seinen wenigen Pausen gern bäckt, auch wenn seine musikalischen Kreationen ihm meistens besser gelingen. Micky und der Professor sind überrascht, da sie von Mozarts Hobby zuvor noch nie etwas gehört haben und dessen Kochkünste in keiner Biographie erwähnt werden.

Schließlich geht die Oper los, Mozart dirigiert im Orchestergraben und „Die Entführung aus dem Serail“ wird ein großer Erfolg. Doch als der sichtlich erschöpfte Mozart in seine Garderobe zurückkehrt, entdeckt er, dass ihm eine Schatulle mit geheimen Inhalt gestohlen wurde, das Ergebnis vieler abendlicher Arbeit. Der Dieb klettert gerade aus dem Fenster und will fliehen, allerdings nehmen Micky und Goofy sofort die Verfolgung auf. Die beiden erreichen das Haus, in das der Flüchtige eingedrungen ist und hören wenige Minuten später unzufriedene Schreie aus einem Fenster, aus dem die Schatulle des Komponisten herausfliegt. Nachdem sie die Beute geborgen haben, kehren die beiden zum Theater zurück und stellen fest, dass die Schatulle keine wertvollen Noten enthielt, wie der Auftraggeber des Diebstahls sicherlich erwartet hatte, sondern handgeschriebene Kochrezepte aus der Feder Mozarts. Dankbar für die Hilfe beherbergt Mozart seine drei neuen Freunde.

In der Nacht schleicht sich der junge Komponist allerdings ohne Perücke, dafür aber mit einer Maske im Gesicht aus dem Haus und steigt in eine Kutsche. Das entgeht Goofy nicht, der auf der Suche nach einem nächtlichen Mitternachtshappen ist. Nachdem er die anderen in Kenntnis über Mozarts Verschwinden gesetzt hat, nimmt eine zweite Verfolgungsjagd ihren Lauf.

Mozarts Boy Band (© Egmont Ehapa)

Nach einer kurzen Fahrt betritt Wolfgang Amadeus Mozart einen abgelegenen Bauernhof am Stadtrand von Wien. Er ahnt nicht, dass die neugierigen Abenteurer Micky, Goofy und Professor Zapotek ihn durch ein kleines Fenster beobachten, wie er zusammen mit einer kleinen Band aus Freunden eine laute Rockmusik-Nummer auf dem Klavier begleitet. Neben ihm besteht die Band aus einem Kontrabass, einem selbstgebauten Schlagzeug aus Fässern und kleinen Bottichen und einer wie eine Gitarre gespielten Laut. Offensichtlich ist sich Mozart dessen bewusst, dass die gegenwärtige Zeitepoche noch nicht reif ist für diese moderne Form der Musik. Doch er vertraut darauf, der Welt neben Konzerten, Opern und Sinfonien noch etwas anderes hinterlassen zu haben. Die neue Musik heißt Rock, benannt nach dem Bauernhof, auf dem sie entstanden ist und gespielt wurde.

Professor Zapotek zeigt sich verwirrt, gibt aber schließlich zu, dass Micky zu Beginn der Geschichte Recht hatte: Wer Musik liebt, liebt sie in ihrer ganzen Vielfalt. In diesem Sinne kehren die drei Zeitreisenden in die Gegenwart zurück und Professor Zapotek räumt ein Unentschieden zwischen Marlin und ihm ein. Doch Goofy ist anderer Meinung: Er hat endlich die Pralinen probiert und ist sich sicher, dass die „Rolling Bones“ nie etwas so Köstliches geschaffen haben wie der heimliche Chocolatier Wolfgang Amadeus Mozart.

Entstehung und Einordnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cover von Topolino Nr. 1880 (© Panini)

Am 5. Dezember 1991 jährte sich der Todestag von Wolfgang Amadeus Mozart zum zweihundertsten Mal. Zu diesem Anlass wurde ihm eine besondere Ehre zuteil: Der berühmte Komponist sollte mit einer besonderen Disney-Comicgeschichte geehrt werden. Damit zählt er zu den wenigen historischen Persönlichkeiten, die an der Seite der Ducks oder Mäuse zu sehen sind.[1] In diesem Sinne vermittelt die Geschichte nicht nur Unterhaltung, sondern auch einige Hintergründe zum Leben und Wirken von Mozart im Wien des Jahres 1782. Mozarts verblüffendes Geheimnis wurde am 8. Dezember 1991 im italienischen Topolino-Heft Nr. 1880 erstveröffentlicht.

Die mit der Zeitmaschine reisenden Freunde Micky, Goofy und Professor Zapotek kehren jedoch nicht zu dem traurigen Todestag Mozarts im Jahr 1791 zurück, sondern zu dem Tag der Uraufführung von Die Entführung aus dem Serail im Jahr 1782, einem deutschsprachigen Singspiel in drei Akten, dessen Libretto Johann Gottlieb Stephanie verfasste. Die Uraufführung fand am 16. Juli 1782 im Burgtheater in Wien unter der Leitung des Komponisten statt.

Dies ist eine der wenigen Geschichten der Zeitmaschinen-Saga, in denen einer der beiden Professoren mit Micky und Goofy in die Vergangenheit reist – denn für gewöhnlich treten Micky und Goofy die Zeitreise allein an, während die Professoren Zapotek und Marlin die Zeitmaschine in der Gegenwart überwachen und lediglich die Vorbereitung der Zeitreise planen. Die wenigen Male, die Professor Zapotek selbst in die Vergangenheit reist, liegen vor allen Dingen darin begründet, dass der neugierige Professor seine historischen Vorbilder „live“ treffen möchte, wie zum Beispiel Kleopatra (Die Nase der Kleopratra, u. a. DD 381), Picasso (Mickys Kunstgeschichte: Paradoxe Meisterwerke, LTB Spezial 73) oder Einstein (Einsteins Geheimnis, u. a. LTB 206). In Das Geheimnis der Dolmen (1986, u. a. LTB 131) tritt der Museumsdirektor die Zeitreise eher unfreiwillig aufgrund höherer Gewalt an. Noch seltener sind allerdings Geschichten, in denen beide Professoren die Begleitung von Micky und Goofy antreten, zum Beispiel Die Streitwagen des Pharaos (1991, u. a. LTB 166).

Weitere Hinweise auf den unterschiedlichen Musikgeschmack von Professor Zapotek und Marlin finden sich in der auf Deutsch unveröffentlichten Story Zapotec & Marlin alla ricerca del tempo perduto[2] aus dem Jahr 2016 von Giorgio Fontana und Giorgio Cavazzano, in welcher aus früheren Comicgeschichten bekannte Informationen über das Privatleben und die Vergangenheit der beiden Wissenschaftler wieder aufgegriffen wird.[3]

Historische Hintergründe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wolfgang Amadeus Mozart[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mozarts heimliche Leidenschaft (© Egmont Ehapa)

Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791) war ein österreichischer Komponist der Wiener Klassik und ein musikalisches Wunderkind. Geboren in Salzburg, schuf er über 600 Werke, darunter weltberühmte Opern, Sinfonien und Konzerte. Er lebte als freischaffender Musiker in Wien, heiratete Constanze Weber und starb mit nur 35 Jahren.

Angesichts seines frühreifen Talents begann der junge Österreicher bereits im zarten Alter von 5 Jahren zu komponieren und schaffte es so, innerhalb von nur drei Jahrzehnten eine ungeheure Anzahl an Werken zu schaffen. Und das alles, ohne sich auf eine einzige Musikform zu beschränken. Mozart bewegte sich nämlich zwischen allen damals angesagten Genres, schrieb Sinfonien, Konzerte und sogar Serenaden und präsentierte sich damit als einer der vielseitigsten Musiker, die es je gab. Noch heute bleibt jedoch die Bitterkeit über den frühen Tod des österreichischen Genies, der im Alter von 35 Jahren eintrat, als ihn offenbar alle vergessen hatten und Mozart folglich eine sehr schwierige Zeit durchlebte.[4]

Dass Mozart überaus beliebt ist (und in der Werbung, in der Konditorei usw. ausgiebig verwertet wird), ist bekannt, ebenso wie sein außergewöhnlich vielseitiges Talent Anknüpfungspunkte bot, um Elemente seines Schaffens mit Rockmusikern zu verbinden. Dennoch ist Bruno Sarda nicht der Erste, der Bezüge zwischen Mozart und Rockmusik herstellte. Weitere Informationen und Interpretationsansätze stellte L. Lipperini 2006 im Essay Mozart in rock zusammen, der neben den Simpsons auch auf Mozarts verblüffendes Geheimnis eingeht.[5]

Es gibt keine direkten, historisch belegten Berichte darüber, dass Wolfgang Amadeus Mozart zu Lebzeiten aktiv Notenblätter gestohlen wurden. Jedoch war die Situation rund um seine Kompositionen, Abschriften und Veröffentlichungen zu dieser Zeit oft unsicher. Mozarts Vater, Leopold Mozart, war sehr darauf bedacht, Wolfgangs frühe Werke zu schützen. Er kopierte diese oft selbst, um einen möglichen Diebstahl oder eine unerlaubte Verbreitung zu verhindern.[6] Nach Mozarts frühem Tod 1791 wurden viele seiner Werke verstreut, kopiert oder gingen verloren. Das ist jedoch eher dem damaligen Umgang mit Musikmanuskripten als einem gezielten Diebstahl während seiner Lebenszeit zuzuschreiben. Ein spezifischer „Noten-Diebstahl“, wie er im Comic geschildert wird, ist nicht dokumentiert. Bis heute tauchen immer wieder verschollene oder unbekannte Skizzen und Abschriften Mozarts in Bibliotheken und Archiven auf, wie zum Beispiel 2008 in Nantes oder 2024 in Leipzig.

Die Entführung aus dem Serail[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Welt liegt Wolfgang Amadeus Mozart zu Füßen (© Egmont Ehapa)

Die mit der Zeitmaschine reisenden Freunde Micky, Goofy und Professor Zapotek kehren jedoch nicht zu dem traurigen Todestag Mozarts im Jahr 1791 zurück, sondern zu dem Tag der Uraufführung von Die Entführung aus dem Serail im Jahr 1782, einem deutschsprachigen Singspiel in drei Akten. Die Uraufführung fand am 16. Juli 1782 im Burgtheater in Wien unter der Leitung des Komponisten statt.

Die Entführung aus dem Serail entstand in den Jahren 1781 bis 1782 nach einem Libretto von Johann Gottlieb Stephanie. Die Oper verbindet gesprochene Dialoge mit musikalischen Nummern und gehört zu den bekanntesten Werken der Wiener Klassik. Für Mozart hatte die Oper eine große persönliche Bedeutung. Nachdem er sich vom Dienst beim Salzburger Erzbischof gelöst hatte, wollte er sich in Wien als freier Komponist etablieren. Die Uraufführung fand am 16. Juli 1782 im Wiener Burgtheater statt und wurde vom Publikum begeistert aufgenommen. Besonders die lebendige Musik, die virtuosen Arien und die exotisch wirkenden „türkischen“ Klänge beeindruckten die Zuhörer. Die Oper wurde schnell populär und machte Mozart weit über Wien hinaus bekannt. Der Erfolg der Aufführung zeigte, dass deutschsprachige Opern ebenso erfolgreich sein konnten wie die damals beliebten italienischen Werke.

Die Entführung aus dem Serail war sein erster großer Erfolg in Wien und half ihm dabei, sich als Opernkomponist einen Namen zu machen. Außerdem entstand das Werk in einer wichtigen Phase seines Lebens: Kurz vor der Uraufführung heiratete Mozart Constanze Weber, weshalb die Themen Liebe, Treue und Befreiung in der Oper oft auch mit seiner eigenen Lebenssituation in Verbindung gebracht werden.[7] Im Comic dagegen taucht Constanze Weber nicht auf, hier scheint Mozart allein zu leben oder seine Frau ist einfach nicht zu sehen.

In der Comicgeschichte wird auf der Theaterbühne die Anfangspartitur der Arie von Konstanze aus dem zweiten Akt „Marter aller Arten“ (Torture d’ogni genere) wiedergegeben. Während Micky und Goofy gebannt lauschen, teilt ein müder Ehemann in der Loge neben ihnen nicht gerade ihre Begeisterung, sehr zum Unmut seiner werten Gattin.

Burgtheater zu Wien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Burgtheater im Comic (© Egmont Ehapa)

Das Burgtheater ist eines der bekanntesten Theater Europas und gilt als wichtigste Sprechbühne Österreichs. Es befindet sich (wie im Comic korrekt gezeigt) an der Wiener Ringstraße gegenüber dem Rathaus. Das ursprüngliche Burgtheater wurde bereits im Jahr 1741 eröffnet und war eng mit dem österreichischen Kaiserhof verbunden. Das heutige Gebäude entstand jedoch erst im 19. Jahrhundert und wurde 1888 eröffnet.[8]

Architektonisch gehört das Burgtheater zum Stil des Historismus. Entworfen wurde es von den Architekten Gottfried Semper und Karl von Hasenauer. Die Fassade wirkt besonders prunkvoll und erinnert an barocke und Renaissance-Bauten. Auffällig sind die großen Rundbögen, Säulen, Figuren und reich verzierten Fassaden. Auch im Inneren beeindruckt das Theater durch seine prachtvolle Ausstattung mit Treppenhäusern, Deckenmalereien und goldenen Verzierungen. Berühmt sind außerdem die Deckengemälde von Gustav Klimt und seinem Bruder Ernst Klimt. [9]

Das Burgtheater war über viele Jahrzehnte ein Zentrum der deutschsprachigen Theaterkultur. Zahlreiche bedeutende Autoren wie Johann Wolfgang von Goethe oder Friedrich Schiller wurden dort aufgeführt. Bis heute steht das Theater für klassische und moderne Schauspielkunst auf höchstem Niveau.

Mozartkugeln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Himmlischer als Musik: Mozartkugeln (© Egmont Ehapa)

Die Mozartkugel ist eine berühmte österreichische Praline, die nach dem Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart benannt wurde. Sie besteht traditionell aus einem Kern aus Pistazienmarzipan und Nougat, der mit dunkler Schokolade überzogen wird. Erfunden wurde die Süßigkeit wahrscheinlich 1890 vom Salzburger Konditor Paul Fürst.[10]

Besonders bekannt ist die auffällige Verpackung der Mozartkugeln. Die Kugeln werden meist in glänzende Folie eingewickelt – oft in Gold, Silber oder Rot – und tragen fast immer ein Porträt von Mozart. Die originale „Salzburger Mozartkugel“ der Konditorei Fürst erkennt man an der silbernen Verpackung mit blauer Schrift. Die Verpackung sollte nicht nur edel wirken, sondern machte die Praline auch zu einem beliebten Souvenir aus Salzburg. Im italienischsprachigen Original wird der Marknname „Mozartkugel“ nicht ausgesprochen, der Name ist nur auf der originalgetreuen Verpackung der Pralinenschachtel zu sehen. Bei der Veröffentlichung im deutschen LTB schien man sich damals um die Schleichwerbung keine Gedanken zu machen.

Ob Mozart selbst Schokolade mochte, ist übrigens nicht genau bekannt. Zur Zeit Mozarts im 18. Jahrhundert war Schokolade zwar bereits in Europa bekannt, sie wurde aber meist als heißes Getränk konsumiert und galt als Luxusprodukt für wohlhabende Menschen. Es gibt keine überlieferten Briefe oder Berichte, die eindeutig zeigen, dass Mozart ein großer Schokoladenliebhaber war. Da er jedoch gerne gut aß und feine Getränke schätzte, ist es gut möglich, dass er auch Schokolade probiert hat. Die Mozartkugel selbst entstand allerdings erst etwa 100 Jahre nach seinem Tod.[11]

Weitere Musiktitel und Übersetzungsunterschiede[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der deutschsprachigen Übersetzung von Mozarts verblüffendes Geheimnis lassen sich einige Veränderungen im Vergleich zum italienischsprachigen Original feststellen:

  • Im Original ist Marlin Fan der Beatles, im Deutschen von den Rolling Bones, eine Anspielung auf die Rolling Stones. Dessen Frontsänger Mick Jagger wurde im deutschen Comic zu Micky Jäger. Tatsächlich sollten Micky und Goofy später auch eine weitere Zeitreise aus der Feder von Bruno Sarda antreten, um die Mitglieder der Beatles zu treffen, nämlich in der Story Bingo ist der Star (1993, LTB Sonderedition 4/2018).
  • Im Original hören Mack und Muck den bekannten Song Born in the U.S.A. von Bruce Springsteen, im Deutschen dagegen den Schlager Verdammt, ich lieb dich von Matthias Reim alias Matthias Schleim.
  • Als Mozart sich vorstellt, wie Rock-Msuik knapp zweihundert Jahre später in einem Stadion gespielt wird, ertönt im Deutschen Beinhart wie 'n Rocker, beinhart wie 'n Chopper, der Soundtrack-Titelsong von Torfrock zum Animationsfilm Werner – Beinhart!, der tatsächlich 1991 die deutschen Singlecharts erstürmte.[12] Im Original wird ein großes Rock’n’Roll-Konzert zum Song Go Johnny Go, Go! wiedergegeben.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine außergewöhnliche Zeitreise nimmt ihren Anfang... (© Egmont Ehapa)

Mozarts verblüffendes Geheimnis zählt zu den beliebtesten Episoden der Saga um die Zeitmaschinen-Geschichten. Sie beginnt mit einer gelungenen Rahmenhandlung um Professor Zapoteks Geburtstag – ein vergleichsweise seltenen Ereignis in Disney-Comics. Die Geschichte unterstreicht die tiefe Freundschaft zwischen Micky, Goofy, Marlin und Professor Zapotek. Dass sich vor allem die beiden Professoren, die auf ihrem jeweiligen Wissensgebiet einmalige Koryphäen sind, sich ausgerechnet wegen ihres verschiedenen Musikgeschmacks in die Haare kriege, ist auf sympathische Art und Weise amüsant und lebensnah. In dem Streit versucht sich Micky Maus als unparteiischer Vermittler, der keinem von beiden absolut Recht gibt, sondern zu bedenken gibt, dass jede Form der Musik ihre Fans hat. Zapotek, der sich als Anhänger von Wolfgang Amadeus Mozart zu erkennen gibt, freut sich wie ein Kind darauf, seinem Idol tatsächlich in der Vergangenheit gegenüberzutreten. Obwohl er sich als Kenner betrachtet, überrascht ihn Mozarts verblüffendes Geheimnis am meisten, und am Ende der Geschichte steht eine willkommene Moral, die den Lesern beiläufig vermittelt wird.

„Ich musste erst in die Vergangenheit reisen, um zu lernen, Musik ohne Vorurteile zu lieben.“

Die Geschichte wird dem Anspruch gerecht, Wolfgang Amadeus Mozart einem jüngeren Publikum bekannt zu machen. Der Umstand, dass selbst Mickys pfiffige Neffen Mack und Muck den österreichischen Komponisten nicht kennen, dient dazu, damit sich auch sehr junge Leser dazu eingeladen fühlen, in die Welt von Mozart einzutauchen. Der junge Komponist mit den strahlend blauen Augen gibt sich im Comic nicht aufdringlich und arrogant, sondern gewinnt dank seiner Freundlichkeit sofort die Sympathie der Gruppe. Mozart wirkt jugendlich, frisch und dynamisch. Auf den letzten Seiten nimmt er sogar seine graue Perücke ab, die ihn und sein strohblondes Naturhaar einzuengen scheint und aus ihm eine öffentliche Person macht, die er eigentlich gar nicht ist.

... und ihr Ende (© Egmont Ehapa)

Die Entdeckung einiger Rockkompositionen des Meisters, die – wie sich erst im späteren Verlauf der Story zeigt – den Dreh- und Angelpunkt der Handlung bildet, grenzt an Absurdität, ist aber ein unerwarteter und unterhaltsamer Einfall. Eine ganz andere Version zum Ursprung des Rock wird einige Jahre später in der Comicgeschichte Die Geburtsstunde des Rock ’n’ Roll dargestellt. Aber auch Mozarts Vorliebe für süße Naschereien und seine geheime Freizeitbeschäftigung als Chocolatiers lassen den Komponisten sympathisch und nahrbar wirken. Das Ganze wird mit einem Running Gag verbunden, nämlich Goofys Appetit auf die berühmten Mozartkugeln, der aber die ganze Zeit über keine Gelegenheit dazu erhält, eine Praline zu probieren.

Aus künstlerischer Sicht kann sich Mozarts verblüffendes Geheimnis ebenfalls sehen lassen. Hervorzuheben sind sie sehr gelungenen Ansichten der historischen Stadt Wien des Jahres 1782, die sehr authentisch gestaltet sind: Die Stadt ist belebt, es laufen Gendarmen umher, ein Trinkbrunnen tropft in einen feuchten Abfluss und die ahnsehnlichen Wohnhäuser haben hohe Türen mit schweren Türklopfern. Es gelingt Zeichner Franco Valussi, die historischen Bauwerke korrekt darzustellen. Nicht nur das Wiener Hoftheater ist gut wiederzuerkennen, auch der Stephansdom ist ein wahrer Blickfang. Die Kostüme von Micky, Goofy und Professor Zapotek spiegeln den modischen Zeitgeist wider. Insbesondere die Physignomie von Wolfgang Amadeus Mozart ist außergewöhnlich gut gelungen, denn der junge Musiker sieht im Comic genau so aus, wie man es von zeitgenössischen Gemälden her kennt.

Letztendlich stellt die Geschichte Mozarts verblüffendes Geheimnis eine liebevolle und ironische Hommage an eine große Persönlichkeit dar.[13]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutschsprachige Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Veröffentlichungen in anderen Ländern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Italien:
    • Topolino 1880 (1991)
    • Le più belle storie Disney 12 – Rock (2014)
    • I Classici di Walt Disney (seconda serie) 351 (2006)
    • La Storia Universale Disney 26 - Aramouse e altre storie (2011)
    • Disney BIG 48 (2012)
    • Le più belle storie Disney 12 -Rock (2014)
    • Disney BIG 131 (2019)
  • Die Geschichte wurde auch in weiteren Egmont-Staaten veröffentlicht, darunter Dänemark, Schweden, Norwegen, Polen, den Niederlanden und Polen; aber auch in Island, Portugal, Ungarn und Indonesien.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]