Der Klempnergehilfe

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Der Klempnergehilfe
The Plumber's Helper
Erstveröffentlichung: 2. Juli 1938 – 10. Dezember 1938
Entstehungsdatum: 1938
Storycode: YM 036
Story: Floyd Gottfredson]] & Merrill De Maris
Zeichnungen: Floyd Gottfredson, Bill Wright & Ted Thwaites
Seiten: 139 Tagesstrips, 45 Seiten in der FGL
Deutsche Übersetzung: Erik Rastetter
Weiterführendes
Liste der Fortsetzungsgeschichten von Floyd Gottfredson
Infos zu Der Klempnergehilfe beim I.N.D.U.C.K.S.
Die waghalsigen Walfänger

Der Klempnergehilfe oder auch Die Klempner-Bande (engl. The Plumber's Helper) ist eine Comicgeschichte von Floyd Gottfredson und Merrill De Maris aus dem Jahr 1938, die unmittelbar an die Geschichte Die waghalsigen Walfänger anschließt.

Figuren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem Micky Maus durch eine Bankenpleite sein gesamtes Geld an der Börse verloren hat, sucht er Arbeit und beginnt eine Lehre beim Installateur Rudi Rohrbruch (Beppo Rohr). Rohrbruch erhält vom Bauunternehmer Meerkatz seine Aufträge und Micky stellt bei den einzelnen Aufträgen immer wieder merkwürdige Vorgänge fest. So wirken die Arbeiten seines Meisters laienhaft. Außerdem geschehen in den Häusern der Auftraggeber immer wieder Einbrüche, die den Verdacht schnell auf Rudi Rohrbruch lenken, doch der hat stets ein Alibi. Der Bauinspektor, Herr Stöckel, hat ein strenges Auge auf die Baustellen von Rohrbruch und stellt zwar mangelnde Kompetenz fest, nimmt am Ende das Ergebnis stets ab. Inspektor Issel ermittelt bereits gegen Rohrbruch, kann ihm aber nichts nachweisen. Daher arbeitet er mit Micky zusammen, um sich verdächtige Vorgänge melden zu lassen. Eine weitere Baustelle führt sie zu einer Bank, wo Rohrbruch und Micky im Keller der Bank eine große Badewanne für den Präsidenten Säckel installieren sollen. Der Wachmann beäugt das Vorgehen skeptisch. Micky und Issel wollen die Täter in der Stadtbank stellen, müssen jedoch feststellen, dass die ganze Bande mit der Badewanne aus der Bank entkommen ist. Die Polizei und Micky fahren zu dem Punkt an dem die Abwässer in den Fluss münden und stellen die Räuberbande. Es stellt sich heraus, dass Rohrbruch, Meerkatz, Stöckel und der Wachmann der Bank zusammenarbeiten. Sie sind ehemalige Schauspieler, die arbeitslos wurden und deshalb begangen gemeinsam Diebstähle in Häusern durchzuführen. Am Ende werden sie eingesperrt und wollen im Gefängnis einen Theaterklub gründen.

Hintergrund und Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Andrae erläutert, dass die Geschichte „Der Klempnergehilfe“ oberflächlich zwar wie eine einfache Komödie über Micky Maus und seinen neuen Job wirkt, tatsächlich aber den zunehmend zynischen Ton der Comicstrips der späten 1930er fortsetzt und politische Entwicklungen aufgreift. Sie nehme Bezug auf die Arbeitsmarktpolitik des Franklin D. Roosevelt und dessen „New Deal“, der Arbeitnehmerrechte stärkte und Gewerkschaften mehr Einfluss gab, was wiederum Konflikte mit Arbeitgebern auslöste.

Weiter wird ausgeführt, dass Floyd Gottfredson diese Spannungen in der Figur des Klempners Rudi Rohrbruch verarbeitet: Dieser erscheine zunächst als inkompetenter Handwerker, der durch korrupte Strukturen und ein an gewerkschaftliche Regeln erinnerndes System vor Konkurrenz geschützt werde. Am Ende werde jedoch enthüllt, dass Rohrbruch und seine Komplizen eigentlich arbeitslose Schauspieler seien. Dadurch vermittle die Geschichte eine eher düstere Botschaft, indem sie Korruption und Missstände auf angeblich faule Arbeitslose zurückführe.[1]

Leonardo Gori und Francesco Stajano legen dar, dass Micky Maus nach einem Schatzfund 1937 sehr reich wurde, was jedoch erzählerische Probleme verursachte, weil seine Abenteuer dadurch zu leicht lösbar waren. In der Geschichte „Der Klempnergehilfe“ lässt Autor Floyd Gottfredson Micky durch einen Börsencrash sein Vermögen verlieren. Dadurch wird die Figur wieder zu einem einfachen, menschlichen Helden, der sich mit Mut und Einfallsreichtum durchschlagen muss, ähnlich den Erfahrungen vieler Menschen während der Großen Depression.

Die Geschichte verbindet soziale Themen mit einer Krimihandlung, in der Micky eine Diebesbande unterwandert und erstmals auf Inspektor Issel trifft, wodurch sich seine Rolle als Polizeigehilfe entwickelt. Gleichzeitig markiert sie den letzten Auftritt des „klassischen“ Micky der 1930er, bevor sich Aussehen und Ton der Figur in späteren Geschichten verändern.[2]

Die Geschichte hat eine außerordentlich gute Bewertung auf Inducks und belegt derzeit (Stand Februar 2026) den Platz 80[3]

Deutsche Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Remake und Fortsetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Topolino e la banda dei cablatori, noch nicht auf Deutsch erschienen
  • Das Kalumet, LTB 16

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Diese Geschichte legt den Grundstein zu Mickys Karriere als Polizeigehilfe.
  • Nach dieser Geschichte verändert sich Micky optisch, später auch charakterlich.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Andrae, T. (2021). Von Mäusen und Menschen – 1938–1940: Leichtfüssigkeit und Schwermut. In F. Gottfredson, Floyd Gottfredson Library (A. Voigtmann, Übers., Bd. 5, S. 9-10). Berlin: Egmont Verlagsgesellschaften mbH.
  2. Stajano F. & Gori L. (2022). Reihe Maus, Arme Maus. In F. Gottfredson, Floyd Gottfredson Library (A. Voigtmann, Übers., Bd. 5, S. 64). Berlin: Egmont Verlagsgesellschaften mbH.
  3. https://inducks.org/recommend.php?top100=1