Eiertanz im Alpenland
| Eiertanz im Alpenland | |
|---|---|
| Münich | |
| Erstveröffentlichung: | 1992 |
| Entstehungsdatum: | 1992 |
| Storycode: | G A 10 |
| Story: | Adolf Kabatek |
| Zeichnungen: | Francesc Bargadà Studio |
| Farben: | |
| Seiten: | 44 |
| Deutsche Übersetzung: | Susanne Walter |
| Deutsche Erstveröffentlichung: | Disneys Big Fun Comics 4 |
| Weiterführendes | |
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Eiertanz im Alpenland ist die chronologisch betrachtet siebte Geschichte der Comicserie Abenteuer aus Onkel Dagoberts Schatztruhe und entstand im Jahr 1992. In Deutschland erschien sie im Jahr 2004 als erster Band der Neuauflage der Reihe. In diesem Abenteuer verfolgen die Ducks die Panzerknacker durch Bayern und die Schweiz, da Onkel Dagobert einer Maschine nachjagt, die aus Bananenschalen Eier machen soll.
Figuren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
- Onkel Dagobert
- Donald Duck
- Tick, Trick und Track
- Panzerknacker
- Rita Rührig
- Daniel Düsentrieb (Cameo)
- Gustav Gans (Cameo)
Inhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Onkel Dagobert, Donald Duck sowie die Neffen Tick, Trick und Track besuchen das Münchner Oktoberfest, wo es vor Menschen nur so wimmelt. Während Donald und die Jungs ein Fahrgeschäft besuchen, legt sich Onkel Dagobert mit einem Wirt an, von dem er ausgerechnet Eierkuchen verlangt. Der wütende Schankwirt aber argumentiert, dass es auf dem Oktoberfest nun mal keine Eierkuchen gäbe. Zeitgleich tummeln sich auch die fünf Panzerknacker auf der Wiesn, aber die Langfinger haben kein Glück. Sie haben die Ducks verfolgt, da Onkel Dagobert in der Schweiz im Zillertal einen neuen Geldspeicher errichten lassen hat. Die Panzerknacker wollen den neuen Geldspeicher knacken und hoffen, dass dieser weniger gut gesichert ist als das Original in Entenhausen. Um in die Schweiz zu kommen, wollen sie ein Fahrzeug stehlen – was sich jedoch als schwieriger herausstellt als gedacht.
Inzwischen hat Onkel Dagobert endlich seinen Eierkuchen serviert bekommen, feilscht nun aber mit dem Wirt um den Preis. Der Bayer ist so verärgert über Onkel Dagoberts Geiz, dass er ihm erläutert, wie teuer Eier geworden sind. Dagobert erwidert, dass man dann eben eine Erfindung kreieren müsste, die Eier herstellt, wenn es zu wenige Legehennen gibt. Der Wirt berichtet daraufhin, dass eine solche Erfindung bereits von einem gewissen Herrn Vergesselhuber in die Realität umgesetzt worden sei. Onkel Dagobert schnappt sich Donald und Tick, Trick und Track und rennt in die Werkstatt des Wirrkopfes Vergesselhuber, der tatsächlich eine „Eiserne Henne“ konstruiert hat. Diese benötigt zur Herstellung von Eiern handelsübliche Bananenschalen, sodass sich der Betrieb der Erfindung in seinen Augen nicht rechnet. Trotzdem kauft Onkel Dagobert ihm die Eiserne Henne und deren Patent für gerade einmal drei Taler ab und ordert per Telegramm eine Schiffsladung Bananen bei seiner Sekretärin Rita Rührig in Entenhausen.
Um die Eiserne Henne sicher für eine Nacht zu lagern, inszeniert sich Onkel Dagobert als großer Förderer und leiht die Erfindung, die er als Satelliten deklariert, dem Direktor des Technischen Museums. Im Saal der Oldtimer legt Dagobert die kugelförmige Erfindung in eines der Fahrzeuge und trägt Donald auf, den Bauplan der Eisernen Henne sicher zu verstecken. Weder die Ducks noch der Direktor ahnen, dass die Panzerknacker noch immer auf der Suche nach einem fahrbaren Untersatz sind und sich ganz in der Nähe des Museums befinden. In der Nacht brechen sie in das Technische Museum ein, setzen die Wachleute mit Lachgas außer Gefecht und stehlen drei Oldtimer.
Am Morgen nach dem Diebstahl ist der Direktor zu keinem Wort mehr imstande. Als Onkel Dagobert von dem dreisten Diebstahl erfährt, ist er außer sich vor Wut und fordert von den Donald die Baupläne ein. Jedoch hat der naive Donald die Pläne unter den Sitz eines Oldtimers geschoben, der zu den entwendeten Automobilen zählt. Der leitende Kommissar spielt den Einbruch herunter und hält Onkel Dagobert mit dessen Erzählung über eine Eiserne Henne für einen Spinner. Folglich bleibt den Ducks nichts anderes übrig, als auf eigene Faust die Verfolgung aufzunehmen und sich an die Fersen der Panzerknacker zu heften, die bereits in Richtung der Schweizer Grenze unterwegs sind.
Nach einem Luftkampf mit einem Helikopter benötigen Onkel Dagobert, Donald und Tick, Trick und Track ein neues Transportmittel. Glücklicherweise erhalten sie Hilfe von einem einfältigen Bauern, der sie mit seinem Traktor und einem Wagen voller Mist zur Pension „Edelweiß“ bringt. Hier erhalten die Ducks nicht nur ein Zimmer für die Nacht, sondern auch ein dringend benötigtes Bad. Am nächsten Morgen stößt Dagobert mit einem Panzerknacker zusammen und fühlt sich nun mit seinem Verdacht bestätigt. Die Pensionswirtin namens Zenzi leiht der Familie Duck ein Tandem für fünf Personen. Als ältestes Mitglied spornt Onkel Dagobert seine Neffen tüchtig an, in die Pedale zu treten. Mit dem Fahrrad schaffen es die Ducks trotz einiger Strapazen, die Alpen zu überqueren. In Entenhausen stapeln sich schon Berge von Bananen, die in der Sonne anfangen zu stinken.

Inzwischen haben es die Panzerknacker bereits über die Grenze in die Schweiz geschafft, indem sie den Grenzern vorgegaukelt haben, an einer Rallye für historische Fahrzeuge teilzunehmen. Erst als Onkel Dagobert die Grenzpolizisten auf ihren Fehler aufmerksam macht, leiten die Grenzer die Großfahndung nach den Panzerknackern ein. Diese haben mittlerweile die Stadt Zügli erreicht, wo gerade eine Art Karneval stattfindet und wo daher überall Leute in historischen Kostümen unterwegs sind. Um nicht aufzufallen und um dem Zorn von Onkel Dagobert zu entgehen, stibitzen die Panzerknacker fünf Kostüme, die sie wie Gaukler aussehen lassen. Damit versuchen die Autodiebe, in der Menge unterzutauchen.
Der Tumult entgeht jedoch Tick, Trick und Track nicht. Zwar können Onkel Dagobert und Donald die Eiserne Henne sowie die Baupläne wiederbeschaffen, aber die Panzerknacker sind noch immer auf freiem Fuß. Familie Duck hetzt die Ganoven quer durch die Stadt, bis diese erschöpft aufgeben. Damit den Panzerknackern Gerechtigkeit widerfährt, werden sie direkt vor Gericht gestellt, doch der Strafprozess wird in Ermangelung von Geburtsurkunden der Verbrecher eingestellt. Onkel Dagobert erhält die Rechnung für das vergangene Abenteuer, die Steuer-Nachforderung für seinen Geldspeicher und muss auch noch den Rücktransport der Oldtimer ins Technische Museum München bezahlen. Um wenigstens ein bisschen für Gerechtigkeit zu sorgen, müssen die Panzerknacker im Geldspeicher schwere Geldsäcke schleppen.
Wieder in Entenhausen erleidet Onkel Dagobert den nächsten Schock. Die Eiserne Henne benötigt nämlich nicht nur Bananenschalen, sondern auch den Kraftstoff Metabiozyklin, der sündhaft teuer ist. Nicht einmal Daniel Düsentrieb ist in der Lage, die Flüssigkeit künstlich herzustellen. Dennoch gelingt es Herrn Düsentrieb, die Maschine mit Batterien auszustatten. Die modifizierte Eiserne Henne hat nur einen Nachteil: Das Eidotter leuchtet im Dunkeln. Aus diesem Fiasko schlägt Onkel Dagobert schlussendlich Profit, indem er leuchtende Eier an einem Stand verkauft, die reißenden Absatz finden.
Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Diese Geschichte wurde als weitere Geschichte der Reihe um Abenteuer aus Onkel Dagoberts Schatztruhe konzipiert, deren sechstes Abenteuer bereits 1988 erschien (Der Tartan der Familie Duck). In dem nun folgenden siebten Abenteuer aus dem Jahr 1992 schickte Adolf Kabatek die Familie Duck nach Abstechern rund um die Welt in das Alpenvorland, genauer gesagt nach Deutschland und die Schweiz. Dies bot die Gelegenheit, die Entenhausener auf das Oktoberfest in München treffen zu lassen und allerhand Klischees über Bayern einzubauen. Um mehr über die Schauplätze der Reisegeschichten herauszufinden, schickte Kabatek seinen Redakteur Andreas Börschel zu den Orten, die in der Comicserie zentrale Orte der Handlung sind.
Einige Jahre später besuchten die Ducks erneut die bayerische Landeshauptstadt, nämlich als Station der Comicserie Die Ducks in Deutschland.
Reale Bezüge und Schauplätze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Das Oktoberfest ist ein traditionelles Volksfest, das regelmäßig Ende September bis Anfang Oktober auf der Theresienwiese in München stattfindet. Jedes Jahr pilgern tausende Besucher auf die Wiesn, um Teil dieses heiteren Festes zu sein. Im Laufe der Zeit wurde das Oktoberfest zu einem Massenveranstaltung, die Jahr für Jahr Rekorde bricht und zum internationalen Exportschlager wurde. Die 42 Hektar große Festwiese prägt das Bild Deutschlands im Ausland lockt Besucher aus der ganzen Welt an. Daher lag es nahe, auch die Familie Duck für die Comicreihe zu diesem Event nach Deutschland einzuladen.
Im Comic werden zahlreiche typische Klischee des Oktoberfests bedient. Zahllose Figuren sind in der Tracht zu sehen: Die Damen in Dirndln, die strammen Herren in Lederhose und Trachtenhemd. Zu sehen sind die großen Festzelte der Traditionsbrauereien sowie zahlreiche Spezialitätenzelte und -stände, darunter ein Hutstand und ein Stand, an dem Lebkuchenherze verkauft werden (jedoch fast ohne Beschriftung). Der Festumzug wird von der Blaskapelle begleitet und die Leute jubeln den Wagen zu. Während sich Onkel Dagobert mit der bayerischen Küche auseinandersetzt (im Comic tauchen Brezeln, Bratwürste und sogar eine Riesenwurst auf), haben Donald und Tick, Trick und Track Spaß auf einem der historischen Fahrgeschäfte. Die obligatorischen Bierkrüge sieht man vermutlich aus Jugendschutzgründen nicht – die Figuren trinken ausschließlich aus weißen Bechern.
Neben dem Oktoberfest besuchen Onkel Dagobert, Donald und die Jungs das Deutsche Museum mit seinem Hauptstandort in München, dieses wird im Comic aber ausschließlich „Technisches Museum“ genannt. Das Museumsgebäude liegt auf der Münchner Museumsinsel nahe der Isar. Hier werden seit seiner Gründungs- und Aufbauphase Exponate aus allen Bereichen der Technik sowie der Naturwissenschaften gesammelt. Nach schwerwiegenden Zerstörungen im Zweiten weltkrieg wurde das Museum in seiner ursprünglichen Form wieder aufgebaut, jedoch im Laufe der Zeit umfangreich umgestaltet und ergänzt. Das Deutsche Museum ist heute nach Ausstellungsfläche eines der größten Wissenschafts- und Technikmuseen der Welt. Die Ausstellungen zum Thema „Verkehr, Mobilität, Transport“, die den Landverkehr betreffen (unter anderem Automobile und Eisenbahn) befinden sich im Verkehrszentrum auf der Münchner Theresienhöhe.

Obwohl das Museum über eine beeindruckende Sammlung historischer Automobile verfügt (darunter den ersten erschwinglichen Kleinwagen von Willibald Gatter, ein weltweites Unikat), orientierten sich die Künstler des Comicabenteuers nur indirekt an den Ausstellungsstücken. Einer der Panzerknacker fährt ein Fahrzeug der Marke Ford vom Model T Touring Car. Fords Model T aus dem Jahr 1922 war das erste am Fließband gefertigte Auto. Ein Fahrzeug sieht dem „Wettfahrtwagen“ der Berliner Firma Protos ähnlich, einem robusten Wagen aus dem Jahr 1907, mit dem ein deutsches Team ein Jahr später an der ersten Rallye um die nördliche Hälfte der Erdkugel teilnahm.
Außerdem stoßen die Panzerknacker vor (oder im) Museum, auf ein U-Boot, bei dem es sich wahrscheinlich um das originale „U1“ handelt, das erste deutsche Militär-U-Boot der Kaiserlichen Marine von 1906. Es wurde 1919 vor der Verschrottung gerettet und 1921 ins Museum gebracht. Als eines der größten Exponate (über 40 Meter) ist es heute in der Schifffahrtsabteilung im Untergeschoss und kann dort besichtigt werden. Außerdem bemerken die Panzerknacker einen ausgedienten Eisenbahnwaggon deutschen Fabrikats.
Der Züri Carneval oder auch die Zürcher Fasnacht ist das große Karnevalsfest in Zürich, das die Stadt in eine bunte Welt aus Kostümen, Paraden, Musik und Feiern verwandelt, um die Zeit vor der Fastenzeit zu zelebrieren. Diese ausgelassene Tradition mit vielen Veranstaltungen für die ganze Familie, stellt eine Alternative zur berühmten Basler Fasnacht dar. Zu dem farbenfrohen Fest gehören Guggenmusik, Paraden und Kostüme, was im Comic humorvoll in Szene gesetzt wird.
Zügli ist ein kleinerer Ort bzw. Flurname im Kanton Zug. Er befindet sich in der Nähe von Allenwinden. Möglicherweise spielt der Ortsname im Comic auf die Stadt Zürich an oder bezieht sich auf eine touristische Sehenswürdigkeit, nämlich das „Spiezer Zügli“ – eine bekannte Touristenbahn in Spiez am Thunersee (Kanton Bern).
Besonderheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
- Als die Panzerknacker mit ihren Oldtimern über den Platz in der Stadt fahren, versichert Donald, dass es fünf Panzerknacker gäbe. Allerdings sieht man auf dem Panel sechs von ihnen, da in den letzten Oldtimer versehentlich ein zweiter Panzerknacker hineingezeichnet worden ist.
- Die im Comic gezeigten Nebenfiguren werden allesamt als dümmlich und einfältig dargestellt: Die Polizisten und Grenzbeamten sind viel zu gutgläubig, der Museumsdirektor ist von dem Diebstahl sprachlos geworden, der Kommissar verweigert die Ermittlungen und der dicke Bauer lässt sich vom abstürzenden Hubschrauber der Ducks die Kleider vom Leib reißen und bleibt fortan in Unterwäsche.
Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
- Disneys Big Fun Comics 4 (1999)
- Abenteuer aus Onkel Dagoberts Schatztruhe 1 – Eiertanz im Alpenland (2004)
- Micky MaXX 5 (2005)
- LTB präsentiert 2 (2015)
- Onkel Dagobert – Alle Abenteuer aus Onkel Dagoberts Schatztruhe (2015)
- LTB Mundart 1 – Eiadanz im Oibnland (2016)
- Donald Duck in München (2020)
- LTB Premium 47 (2025)
Besonderheiten zu den Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
- Im Album Abenteuer aus Onkel Dagoberts Schatztruhe 1 – Eiertanz im Alpenland wurde die Geschichte mit einem allgemein gehaltenen Vorwort von Harald Saalbach eingeleitet, welches sich dem Wirken und Schaffen von Adolf Kabatek widmet.
- Für die Kompilierung im LTB präsentiert 2 sowie dem Sammelband Alle Abenteuer aus Onkel Dagoberts Schatztruhe (2015) wurde eine Seite Hinter den Kulissen gestaltet, die Informationen über die Alpen und das Oktoberfest enthält, jedoch keine Bezüge zur Geschichte herstellt. Dieser redaktionelle Teil wurde in LTB Premium 47 nicht wieder abgedruckt.
- Bei der Veröffentlichung in LTB Mundart 1 wurde die Geschichte vollständig in Bairischer Mundart übersetzt.
- Für die Veröffentlichung in Donald Duck in München (2020) wurde ein Cover von Jan Gulbransson aus dem Jahr 2012 wiederverwendet, welches ursprünglich für die Station in München der Comicserie Die Ducks in Deutschland angefertigt wurde und Donald in typisch bayerischer Folklore vor der Frauenkirche in München zeigt.