Micky Maus in geheimer Mission
| Micky Maus in geheimer Mission | |
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| MM On a Secret Mission | |
| Erstveröffentlichung: | 19. Juli 1943 – 23. Oktober 1943 |
| Entstehungsdatum: | 1943 |
| Storycode: | YM 057 |
| Story: | Bill Walsh |
| Zeichnungen: | Floyd Gottfredson & Dick Moores |
| Seiten: | 84 Tagesstrips, 28 Seiten in der FGL |
| Deutsche Übersetzung: | Arne Voigtmann |
| Weiterführendes | |
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| ← Das Nazi-U-Boot | |
Micky Maus in geheimer Mission (engl. Micky Maus in geheimer Mission) ist eine Comicgeschichte von Floyd Gottfredson und Bill Walsh aus dem Jahr 1943, die unmittelbar an die Geschichte Das Nazi-U-Boot anschließt.
Figuren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
- Micky Maus
- Amerikanische Agenten:
- Kommando Sieben
- Joe Smith
- Amtsarzt
- Nazi Agenten:
- General Karlo
- Von Wiesel (Agent 17)
- Oberst von Oje
- Marschall von Stör
- Geheime Staatspolizei
- Adolf Hitler ist in drei Panel als Portrait zu sehen
Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Micky Maus wird zunächst von vermeintlichen Nazi-Spionen entführt, die sich jedoch als amerikanische Agenten entpuppen, die ihn lediglich auf die Probe stellen wollten. Mickey besteht diesen Test mit Bravour, woraufhin ihn die US-Armee damit beauftragt, die „Fledermaus“, einen hochmodernen Überschallbomber, zu erproben.
Nachdem er die Eignungsprüfung erfolgreich absolviert hat, tritt Mickey seinen Testflug an. Während des Überschallflugs stellt er jedoch überrascht fest, dass er sich über dem von den Nazis besetzten Frankreich befindet. Er erkennt dies unter anderem an einem Hakenkreuz auf dem Eiffelturm. Sofort kehrt er um, in der Hoffnung, unentdeckt geblieben zu sein.
Doch die Nazis sind bereits auf den geheimen Bomber aufmerksam geworden. Sie beauftragen Kater Karlo sowie den Agent 17 (Von Wiesel), die Fledermaus zu stehlen. Karlo, der sich gemeinsam mit seinem Komplizen in die Militärbasis eingeschleust hat, versucht, das Flugzeug an sich zu bringen. Nach einem heftigen Kampf gelingt es Mickey jedoch, den Plan zu vereiteln.
Die beiden Spione geben dennoch nicht auf: Mithilfe eines riesigen Magneten gelingt es ihnen schließlich, den Bomber samt Mickey einzufangen. Er wird daraufhin nach Nazi-Deutschland verschleppt. Nach einer Reise per U-Boot erreichen sie stark zerstörte deutsche Städte, insbesondere Berlin, das von alliierten Bombenangriffen weitgehend in Trümmern liegt, sehr zu Mickeys Genugtuung. Die nationalsozialistische Propaganda unter Göbbels jedoch leugnet die Zerstörung und schreibt sie angeblich Termiten zu.
Unter der Drohung von Folter durch Oberst von Oje willigt Mickey scheinbar ein, den Nazis das Fliegen beizubringen. In Wirklichkeit nutzt er jedoch die Gelegenheit, um seine Gegner auszuschalten: Durch waghalsige Flugmanöver setzt er die Besatzung außer Gefecht. Anschließend bombardiert er gezielt wichtige deutsche Städte (Bremen, Kiel, Hannover, Berlin, Frankfurt Oder, Stargard, Stolp) und beschädigt sogar eine von Hitlers Residenzen in Berchtesgaden.
Schließlich kehrt Mickey triumphierend in seine Heimat zurück. Es gelingt ihm nicht nur, mehrere hochrangige Mitglieder der Luftwaffe gefangen zu nehmen, darunter Marschall von Stör, sondern auch einen Attentatsversuch von Kater Karlo auf seinen Vorgesetzten, Kommando Sieben, zu vereiteln.
Die Geschichte endet somit mit Mickeys Sieg: Er hat seinem Land bedeutende Kriegsgefangene gesichert, den Bomber zurückerobert und erfolgreich an die Alliierten zurückgebracht.
Hintergrund und Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Thad Komorowski zufolge hätten popkulturelle Figuren (Donald Duck, Bugs Bunny, Daffy Duck, Popeye, ….) im Zweiten Weltkrieg meist humorvoll Propaganda betrieben, indem sie die Nazis verspotteten und moralisch besiegten, während ernsthafte filmische Auseinandersetzungen eher selten gewesen seien. Die Geschichte von Floyd Gottfredson werde dabei als weniger gelungen beschrieben, da er zwar Action und Humor verbinde, aber erzählerisch schwächele und erst spät an Spannung gewinne. Besonders die Figur Kater Karlo erscheine interessanter als Micky Maus selbst, während die Nazis insgesamt als inkompetent und ungefährlich dargestellt würden. Zudem enthalte die Geschichte heute problematische Darstellungen (Blackfacing, Japaner), die damals jedoch üblich gewesen seien. Letztlich habe der Comic keine tiefere Aussage, sondern fungiere vor allem als einfache Kriegspropaganda mit der Botschaft, dass die Nazis schwach seien und man selbst auf der Seite des Guten stehe.[1]
Thomas Andrae zufolge werde in der Geschichte die Bedrohung durch Nazideutschland in einer von Paranoia geprägten Handlung fortgeführt, in der nichts so sei, wie es zunächst erscheine. Die Geschichte verbinde schwarzen Humor mit einer ausgeprägten Technikbegeisterung und stelle mit der „Fledermaus“ ein Symbol amerikanischer Überlegenheit im technologischen Wettlauf des Zweiten Weltkriegs dar. Zugleich werde durch Figuren wie Kater Karlo und scheinbar überlegene deutsche Technologien kurzfristig Spannung erzeugt, ehe sich die Erzählung klar als Propagandainstrument entfalte: Deutschland erscheine trotz technischer Stärke als geschwächt und dem Untergang nahe. Letztlich zeige die Geschichte, dass Micky Maus als einfacher Held mithilfe amerikanischen Erfindergeists die gegnerischen Streitkräfte nahezu allein besiegen könne.[2]
Deutsche Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
- Floyd Gottfredson Library 7 (2022)
Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
- In der Geschichte sind Symbole und Zeichen sowie Phrasen der nationalsozialistischen Ideologie zu sehen. Grundsätzlich ist das nach dem Strafgesetzbuch (§ 86a StGB, Deutschland) oder dem Verbotsgesetz (VerbotsG) bzw. Abzeichengesetz (AbzG) in Österreich strikt verboten und mit drakonischen Strafen belegt. In diesem Fall ist die Abbildung aber erlaubt, da es Ausnahmen für die Verwendung im Rahmen von Lehre, Forschung, Dokumentation oder Kunst gibt, sofern keine Verherrlichung oder Verharmlosung stattfindet.
- Die Geschichte belegt einen hinteren Platz aller bisher veröffentlichten Geschichten im Inducks. Hier hat die Geschichte im März 2026 Platz 45419 von 46190 und ist damit Gottfredsons unbeliebteste Geschichte.
- Aufgrund der Thematik und auch gesetzlichen Lage, wurde die Geschichte bis 2022 nie im deutschsprachigen Raum veröffentlicht. Ein weiterer Abdruck ist aufgrund problematischer Darstellungen unwahrscheinlich.
- Einer von Alberto Becattini überlieferten Vermutung zufolge könnte Adolf Hitler von der Geschichte erfahren und deshalb über seinen italienischen Verbündeten Benito Mussolini die Einstellung der Zeitung „Topolino “ im Dezember 1943 angeordnet haben, obwohl die „Topolino“-Comics bereits seit Februar 1942 nicht mehr erschienen waren. Aufgrund der Kriegslage und der daraus resultierenden Papierknappheit, mussten ohnehin fast alle italienischen Comics in dieser Zeit eingestellt werden. Allerdings musste der Verleger Arnoldo Mondadori im Herbst 1943 in die Schweiz fliehen, da ein kompromittierender Glückwunschbrief an Badoglio ihn bei den Nationalsozialisten unbeliebt gemacht hatte.[3]
- Kommando Sieben hatte in zwei weiteren Geschichten einen Auftritt.
Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
- ↑ Komorowski, T. (2022). Mickys Höhenflüge. In F. Gottfredson, Floyd Gottfredson Library (A. Voigtmann, Übers., Bd. 7, S. 150). Berlin: Egmont Verlagsgesellschaften mbH.
- ↑ Andrae, T. (2022). Von Mäusen und Menschen, 1942-1944: Die Welt steht Kopf. In F. Gottfredson, Floyd Gottfredson Library (A. Voigtmann, Übers., Bd. 7, S. 10-11). Berlin: Egmont Verlagsgesellschaften mbH.
- ↑ Fabio Gadducci, Leonardo Gori und Sergio Lama in Eccetto Topolino. Lo scontro culturale tra fascismo e fumetti, S. 341-350