Die Duckipedia wünscht allen Besuchern schöne Feiertage!

Die Insel im Himmel

Aus Duckipedia
Version vom 3. Februar 2026, 14:12 Uhr von 88.116.51.166 (Diskussion) (Hipp Hipp Hurra, mein zweiter Duckipedia Artikel ist da! Hoffentlich ist das so recht, ich habe mich akribisch an die Vorlagen gehalten. Leider konnte ich das von Kater Karlo gesungene Lied nicht eruieren.)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Die Insel im Himmel
Island in the Sky
Erstveröffentlichung: 30. November 1936 – 3. April 1937
Entstehungsdatum: 1936
Storycode: YM 032
Story: Floyd Gottfredson]] & Ted Osborne
Zeichnungen: Floyd Gottfredson & Ted Thwaites
Seiten: 108 Tagesstrips, 54 Seiten in der FGL
Deutsche Übersetzung: Manuela Buchholz
Weiterführendes
Liste der Fortsetzungsgeschichten von Floyd Gottfredson
Infos zu Die Insel im Himmel beim I.N.D.U.C.K.S.
Das Haus der sieben Gespenster

Die Insel im Himmel oder auch Micky Maus auf der Wolkeninsel (engl. Island in the Sky) ist eine Comicgeschichte von Floyd Gottfredson]] und Ted Osborne aus dem Jahr 1936, die unmittelbar an die Geschichte Das Haus der sieben Gespenster anschließt.

Figuren

Handlung

Nach dem Erfolg der Aufklärung des Spukhauses von Lord Mops kaufen sich Micky und Goofy mit ihrer Belohnung ein eigenes Flugzeug. Goofy ist zunächst ängstlich und skeptisch, lässt sich jedoch mit einem Fliegeranzug und Flugstunden überzeugen. Während mehrerer Flüge entdecken die beiden schließlich einen mysteriösen Mann in einem fliegenden Auto. Obwohl dieser zunächst entkommt, gelingt Goofy ein Beweisfoto. Gemeinsam mit Hauptmann Dobermann nimmt Micky die Verfolgung wieder auf bei einem weiteren Flug stoßen Micky und Goofy schließlich auf eine schwebende Insel mit einer fliegenden Residenz.

Dort begegnen sie Professor Mandacus Wunderlich, einem exzentrischen Wissenschaftler mit der Fähigkeit, Atome gezielt auszurichten und enorme Energiemengen freizusetzen. Wunderlich erklärt, dass Regierungen weltweit bereits um seine Entdeckung konkurrieren, er selbst jedoch kein Interesse an Reichtum habe und sich aus Angst vor militärischem Missbrauch in die Lüfte zurückgezogen hat. Während Micky und Hauptmann Wunderlich anfangs noch vom wissenschaftlichen Fortschritt begeistert sind, wird im Verlauf der Handlung zunehmend deutlich, wie gefährlich diese Technologie sein könnte.

Die Situation eskaliert, als der angeblich geläuterte Verbrecher Kater Karlo auftaucht, der im Auftrag einer fremden Macht Wunderlichs Formel stehlen will. Er nutzt die Gunst der Stunde und entwendet die Formel aus einem zeitgesteuerten Safe und fesselt Micky, Goofy und Wunderlich. Wunderlich hat jedoch eine letzte Sicherheitsmaßnahme eingebaut: Wird seine Maschine nicht rechtzeitig betankt, stürzt die Insel ab und zerstört alles. Micky kann sich befreien und rettet die Insel in letzter Sekunde, während draußen ein dramatischer Countdown läuft und die Architektur der Wolkenstadt bereits zu zerfallen droht.

© Egmont Ehapa

In intensiven Kämpfen kommt es mehrfach zu Verrat, Rettung und erneuter Konfrontation zwischen Micky und Karlo. Gleichzeitig verfällt Wunderlich zunehmend in Resignation und sieht die mögliche Selbstzerstörung seiner Insel fast als Erlösung von der Verantwortung seiner Entdeckung. Am Ende entlässt er den Bösewicht und scheint kurz davor, Micky und Dobermann die Formel anzuvertrauen. Doch im letzten Moment entscheidet er sich dagegen, da er die Welt noch nicht für reif genug hält. Stattdessen verlässt er die Erde und reist zu einem anderen Planeten.

„Diese Formel könnte die Welt verändern und jeden reich und glücklich machen. Aber… sie könnte auch die Welt zerstören! Sie könnte jeden zum Sklaven machen… außer den, der sie besitzt! Deshalb war ich so vorsichtig damit.“
Professor Mandacus Wunderlich

Micky kehrt ernüchtert zurück: Sein anfänglicher Optimismus gegenüber Wissenschaft und Technik ist erschüttert, und gemeinsam mit Dobermann gibt er sogar seine patriotischen Ideale auf. Dobermann verabschiedet sich mit einem Handschlag, während Micky und Goofy unfähig sind, ihre unglaubliche Geschichte glaubhaft zu erzählen.

Hintergrund und Bedeutung

Gerstein und Andrae erläutern, dass Gottfredsons Geschichte „Die Insel im Himmel“ vor dem Hintergrund rasanter technischer Entwicklungen und der wachsenden Angst vor Massenvernichtungswaffen entstanden sei. Sie führen aus, dass der Comic früh das zerstörerische Potenzial der Atomenergie thematisiert habe, obwohl diese in den 1930er-Jahren noch weitgehend theoretisch gewesen sei. Der Autor habe sich dabei von zeitgenössischer Science-Fiction (Flash Gordon) inspirieren lassen und eine schwebende Insel mit futuristischer Architektur entworfen, deren Erfinder bewusst an reale Wissenschaftsfiguren angelehnt gewesen sei. Weiter stellen sie dar, dass die Geschichte die damaligen politischen Spannungen widerspiegele, insbesondere die Sorge vor einer möglichen nationalsozialistischen Atombombe und den Wettlauf um technologische Vorherrschaft. Im Zentrum stehe die moralische Frage, ob die Menschheit reif für eine solche Waffe sei: Während Kater Karlo die Atomformel gewinnbringend verkaufen wolle und Micky eine abschreckende Nutzung im Sinne der USA vertrete, habe Professor Wunderlich als Idealist jede Weitergabe der Technologie abgelehnt. Laut Gerstein und Andrae zeige sich darin eine pazifistische Grundbotschaft, da die Atomenergie als zu gefährlich für staatliche Machtinteressen dargestellt werde. Abschließend heben sie hervor, dass Gottfredson selbst die Geschichte später als besonders gelungen empfunden habe und dass sie einen Wendepunkt in der erzählerischen Komplexität und der Weiterentwicklung der Figur Micky markiert habe.[1]

Leonardo Gori und Francesco Stajano betonen, dass „Die Insel im Himmel“ nicht nur ein spannendes Abenteuer darstelle, sondern zugleich eine der vorausschauendsten Science-Fiction-Geschichten im Micky-Maus-Universum sei. Sie heben hervor, dass die Geschichte bereits vor dem Zweiten Weltkrieg die ambivalente Macht der Atomenergie thematisiere: Einerseits verspreche sie Lösungen für globale Energieprobleme, andererseits berge sie enormes Zerstörungspotenzial. Zudem sehen die Autoren in der Figur des Professors Wunderlich ein Symbol für wissenschaftliches Genie und grenzenlose Möglichkeiten, während die düstere Grundstimmung grundlegende Zweifel an der moralischen Natur des Menschen aufwerfe. Schließlich würdigen sie die erzählerische und kreative Leistung Gottfredsons, der mit dieser epischen Geschichte sowohl ethische Fragen als auch die Faszination des Weltraums eindrucksvoll miteinander verbinde. [2]

Die Geschichte hat eine außerordentlich gute Bewertung auf Inducks und belegt derzeit (Stand Februar 2026) den Platz 128 [3]

Deutsche Veröffentlichungen

Remake und Fortsetzung

Trivia

(© Egmont Ehapa)
  • Das Cover des ersten Micky Maus Heftes bezieht sich auf diese Geschichte.
  • Floyd Gottfredson schuf 1979 ein Aquarell zur Geschichte (CG WAT 8)
  • Floyd Gottfredson bezeichnete die Geschichte im Nachgang (1982) als seine Lieblingsgeschichte, wenn auch nicht seine beste.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Andrae, T. und Gerstein, D. (2022). Von Mäusen und Menschen – 1936–1938: Schwierige Zeiten. In F. Gottfredson, Floyd Gottfredson Library (A. Voigtmann, Übers., Bd. 4, S. 12-13). Berlin: Egmont Verlagsgesellschaften mbH.
  2. Stajano F. & Gori L. (2022). No Man’s Island. In F. Gottfredson, Floyd Gottfredson Library (A. Voigtmann, Übers., Bd. 4, S. 118). Berlin: Egmont Verlagsgesellschaften mbH.
  3. https://inducks.org/recommend.php?top100=1&page=10