LTB 83: Rezension

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© Egmont Ehapa
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In diesem Artikel wird das LTB 83 rezensiert. Ist dieser Band einen Kauf wert oder sollte er lieber im Kiosk stehen bleiben? Du weißt es nicht? Dann lies das! Einen neutralen enzyklopädischen Artikel findest du unter LTB 83.

Jeder kann hier seine persönliche Meinung zu den in LTB 83 erschienenen Geschichten verfassen. Eine Unterschrift unter jedem Kommentar ist erwünscht (einzufügen mit ~~~~). Die Geschichten können mit Highlight Highlight, Gut Gut, Mittelmaß Mittelmaß oder Schlecht Schlecht bewertet werden. Bei der Bewertung sollten Zeichnungen, Plot und Übersetzungen mit einbezogen werden. Eine genaue Anleitung zum Verfassen einer Rezension findest du hier. Viel Spaß!

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Cover[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mittelmaß Phantomias und Daisy Duck schwofen über eine imaginäre Tanzfläche. Könnte von der Handhaltung her ein Lindy Hop sein. Klobige Schuhe, Gummianzug und wehendes Cape behindern den maskierten Rächer erstaunlich wenig…

Cover und Titel halten einen vagen Bezug zu einer Tanzszene (S. 240) in „Onkel Dagobert und die Verschwörung“ weiter hinten im Band. Meine Skepsis hinsichtlich des Motivs hat sich zuletzt etwas gelegt: Statt das fünfte Phantomias-Cover, das den Helden vor oder über den Dächern Entenhausens zeigt, nun eben diese Neuerung, die ihm zwar einiges von seinem Charisma nimmt, durch ein Stellen in ein Alltagssetting aber eben auch unverbraucht und überraschend wirkt. Ein besserer Zeichner hätte der Gestaltung sicher gutgetan, aber immerhin deuten die Bewegungslinien tatsächlich einen Tanzrhythmus an. Schriftzug und Notensymbole schwingen nicht unangenehm mit. (7/15 – Not Bad) Hobrowili (Diskussion) 23:20, 16. Dez. 2025 (CET)

Phantomias contra „Schwarze Maske“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mittelmaß Obwohl die „Schwarze Maske“, ein trickreicher Verwandlungskünstler, gerade gefasst wurde und hinter schwedische Gardinen gekommen ist, beginnen nur wenige Tage später wieder dreiste Raubzüge durch Entenhausen. Die Polizei steht vor einem Rätsel, zumal auch alle anderen namhaften Verbrecher Entenhausens gerade einsitzen. Phantomias greift ein und verfolgt die Diebe, doch rätselhafterweise steht er jedes Mal letztlich einem Gefängniswagen gegenüber. Selbst Onkel Dagoberts Geldspeicher, angegriffen von den Panzerknackern, bleibt nicht verschont. Die Spur führt zurück ins Gefängnis: Phantomias bekommt heraus, dass alle einsitzenden Kriminellen die Wachmannschaft überwältigt und gegen einige der ihren ausgetauscht hatten. Seitdem ist das ganze Gefängnis eine einzige Räuberhöhle: Die Gefängniswagen lassen die „Gefangenen“ nachts in der Stadt raus und bringen sie gleich nach den Einbrüchen ungesehen wieder zurück. Nun befreit aber Phantomias die echten, in Kellerverliesen schmorenden Wächter und setzt mit deren schlagkräftiger Hilfe dem Spuk ein Ende. Die „Schwarze Maske“ hatte sich nicht nur an die Stelle des Gefängnisdirektors gesetzt, sondern sich sogar anfangs willentlich verhaften lassen, um genau diesen Plan auszuführen…

Auch kein Knaller ist die Pistole mit Munition aus einer geballten Ladung Musik, die gleich gegen das Diebsgesindel gerichtet werden wird in Pezzin/Colomer Fonts' "Phantomias gegen schwarze Maske" (© Egmont Ehapa)

Die Disney-Laufbahn des Zeichners dieser Geschichte, José Colomer Fonts, verlief gleichsam verkehrtherum: Er begann um das Jahr 1981 herum mit einigen längeren Geschichten, darunter als Höhepunkt eine 70-seitige Version von Dickens‘ Weihnachtsgeschichte – natürlich mit Scrooge als Scrooge –, um dann nur noch einige kürzere Gag-Geschichten umsetzen zu dürfen. Anfang der 2000er Jahre lief seine Tätigkeit für mehrere spanische Studios unspektakulär aus. Insgesamt reichte das Handwerkszeug Fonts‘ für das komplexere, Abwechslung erfordende Langformat kaum aus, wie man an „Phantomias contra ‚Schwarze Maske‘“ merkt. Wenn der Auftakt zu diesem Band nicht komplett in den Sand gesetzt ist, dann liegt das an dem Buch von Giorgio Pezzin, dessen Pointe zwar auf nicht einmal halber Strecke absehbar, aber durch die vage Vorwegnahme einiger Motive aus späteren Thrillern wie „Das Schweigen der Lämmer“ oder „Shutter Island“ auch nicht ganz uninteressant ist. Wirklich gern mit eigenen Augen gesehen hätte ich, wie sich anfangs die „Schwarze Maske“ als Saurierskelett verkleidet Einlass ins Naturkundemuseum zu verschaffen versuchte. Aber das erzählt der verantwortliche Inspektor ja nur. (6/15 - Average) Hobrowili (Diskussion) 23:20, 16. Dez. 2025 (CET)

Eine unnachahmliche Idee[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gut Postsendungen erreichen Donald manchmal nicht, weil „ein Haus aussieht wie das andere“ (S. 67) Er denkt sich nun das eine oder andere aus, um sich von den Nachbarn abzuheben, doch die machen ihm alles nach: streichen die Tür rot, bauen einen Zaun und eine Garage, pflanzen einen Baum, bringen einen Wetterhahn auf dem Dach an. Erst ein Autounfall legt Donalds Garage in Trümmer und macht sein Grundstück damit ununterscheidbar… Wie die letzte Geschichte dieses Bandes stammt auch diese aus der reifen Hochzeit des umstrittenen Zeichners Tony Strobls Anfang der 70er Jahre. Was will man mehr für dieses Format: Die Pointe passt und dann gibt es auch noch eine Portion Kulturkritik und Psychologie der Massen. (10/15 - Decent) Hobrowili (Diskussion) 23:20, 16. Dez. 2025 (CET)

Verschollen im Weltraum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mittelmaß Daniel Düsentrieb präsentiert Dagobert Duck eine Rakete, die ihn, seinen Neffen und seine Großneffen auf den von ihm entdeckten und benannten Planeten Danius bringen soll. Dort will Dagobert ein auf der Erde bislang unbekanntes Mineral bergen und ausbeuten. Klaas Klever verfolgt durch eine unter dem Flügel eines begleitenden Papageis angebrachte Wanze die Vorbereitungen. Als die Ducks dann abgehoben haben, ist es ihm ein Leichtes, als Besitzer des Elektrizitätswerks einen Blackout auszulösen und damit den Laser-Strahl, der die Reisenden an Ziel lotsen sollte, auszuschalten. Torkeln die Ducks jetzt also hilflos durchs All, ohne Aussicht, ihr Entenhausen jemals wiederzusehen?... Keineswegs, notlanden sie doch auf dem Polarstern als Teil des Sternbilds „Kleiner Bär“. Dieser ist nicht nur bitterkalt, sondern auch von einem Stamm sprechender, freundlicher Bären bevölkert. Gequält wird er von Piraten, die immer wieder vom „Großen Bären“ herüberkommen, um sie zu scheren und aus ihrer Wolle schicke Bärenmäntel herzustellen. Doch bei deren nächstem Besuch scheinen die Freibeuter es eher auf die Federn der Ducks abgesehen zu haben. Noch kleidsamer freilich könnten die grünen Federn dieses rätselhaften Papageis sein... Auf der Jagd nach ihm fliegt Klevers Spionage-Vorrichtung auf. Da Dagobert vom Kleinen Bären auch säckeweise Diamanten abtransportieren darf, lässt er Danius Danius sein und kehrt – auch der Strom ist mittlerweile wieder da – zurück nach Entenhausen. Dort muss Dagobert jedoch zu seinem Leidwesen feststellen, dass die Diamanten, vermutlich beim Eintritt in die Erdatmosphäre, geschmolzen sind…

Dagobert und Donald binden der Urbevölkerung des Polarsterns einen Bären auf in Martina/Scalas "Verschollen im Weltraum" (© Egmont Ehapa)

Es fängt an mit einem klassischen Motiv vieler Dagobert-Abenteuer-Stories: Dagobert steht vor einem Globus, gespickt mit besitzanzeigenden Fähnchen, und hadert mit dem Schicksal, dass es für ihn in irdischen Gefilden nichts mehr zu holen gebe. Und da wir das schon so häufig gelesen haben, meint offenbar Autor Guido Martina, man müsse nur alle möglichen Unwahrscheinlichkeiten aufeinanderhäufen, um etwas Neues und Aufregendes zu kreieren. Doch nur als Groteske hätte es möglicherweise funktionieren können, die Ducks nicht nur auf einem bitterkalten Polarstern landen zu lassen (nicht etwa einem seiner Planeten), sondern auch noch bei einem Bärenvolk (auf dem „Kleinen Bären“, haha), das von einer Piratenbande heimgesucht wird, die aussieht, als wäre sie einem Kinderbuch über die Karibische See entsprungen. Um zarte Kinderseelen zu schonen, werden diese Bären auch nicht gehäutet, sondern, wolletragend, wie Schafe geschoren. Und dann verflüssigen sich auch noch Diamanten durch den Druck der Erdatmosphäre, während alle raumfahrenden Enten ungebraten und quack-fidel bleiben. Doch für all den Quatsch ist dies etwas zu ernsthaft vorgetragen, Lacher bleiben Mangelware. Positiv lässt sich freilich vermelden, dass Guido Scala besser zeichnet als noch ein paar Jahre zuvor und dass Weltraumabenteuer natürlich immer gehen. (5/15 – Somewhat Bad) Hobrowili (Diskussion) 23:20, 16. Dez. 2025 (CET)

Das verschmähte Vogelbad[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schlecht Donald montiert in seinem Vorgarten ein Vogelbad, doch die gefiederten Freunde lassen sich viel lieber auf der Wasseroberfläche seiner Badewanne nieder. Welche Idee Donald da wohl kommt?... So viel sei vorweggenommen: Am Ende hat Donald selbst keine Badewanne mehr. Wie häufig bei Karp/Taliaferro zu viel Aufwand für eine gezwungene Pointe. (3/15 – Rubbish) Hobrowili (Diskussion) 23:20, 16. Dez. 2025 (CET)

Die schwimmenden Felder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gut Da ist Onkel Donald schon mal bereit, mit seinen Neffen in Urlaub zu fahren, und dann das: Schnee an der Küste, Hitze im Gebirge, und als die Ducks die Skiklamotten gegen die Wanderausrüstung getauscht haben, fließen dort plötzlich nur noch Sturzbäche aus dem Himmel. Donald macht seinen Onkel Dagobert für die unstete Witterung verantwortlich, denn irgendwie habe, vermuten die Meteorologen, „die zunehmende Luftverschmutzung“ (S. 148) damit zu tun, und schließlich besitze Dagobert ja viel Fabriken. Doch Dagobert leidet selbst: Seine Hotels stehen leer und auch die Ernten seiner landwirtschaftlichen Betriebe drohen vernichtet zu werden. Auf eine Anregung Donalds kommt Dagobert die rettende Idee. Nach sorgfältiger Planung schippern in der Folge schwimmende Strände und Felder immer nach dem aktuellen Wetterbericht hierhin oder dorthin, wie auch immer es gerade gebraucht wird. Sogar die Landarbeit verkauft der Multimillionär den sonnenhungrigen Touristen als Animationsprogramm. Das geht so lange gut, bis der von Neid zerfressene Klaas Klever die Panzerknacker engagiert, die Geschäfte seines Konkurrenten zu sabotieren. Nach Anschlägen mit Abfällen, die Haie anlocken, Müll und Gummi-Seeschlangen sind Dagoberts Badegäste bereits auf den Barrikaden, Nebel und Kälte geben ihnen derart den Rest, dass sie sich mit den schwimmenden Stränden Richtung Heimat absetzen. Doch die Panzerknacker planen bereits den nächsten Streich: Sie setzen Meteorologen außer Gefecht, die so Dagobert nicht mehr rechtzeitig vor einem Hurrikan warnen können, der nun auch noch die ganze Ernte zerstört. Die Ducks werden vor dem Sturm von Insulanern gerettet, die ihr Hab und Gut aufgeben mussten. Dagobert tauscht nun seine schwimmenden Felder gegen die steinige Insel der Eingeborenen, die nach seiner untrüglichen Nase voller Erdöl, Kohle, Kupfer und Uran steckt…

In einem Land vor unserer Zeit der Bewertungsportale: Pauschaltouristen erleben Katastrophenferien in Pezzin/M. de Vitas "Die schwimmenden Felder" (© Egmont Ehapa)

Ob man’s glaubt oder nicht: Den „menschengemachten Klimawandel“ gab es schon vor über 45 Jahren – aber anders, als man heute denken mag: Zum einen wurde damals noch nicht vor der Erwärmung, sondern von einer rasanten Abkühlung gewarnt. 1978 warf sich etwa TV-Spock Leonard Nimoy für das US-Doku-Drama „In Search of the Coming Ice Age“ in einen schicken Kamelhaarmantel und durfte auf einer sturm- und autoverkehrsumtosten Brücke seine Prophezeiungen in die frostkalte kalifornische Luft blasen. Zum anderen schien man, wie in dieser 1981 ersterschienenen Disney-Geschichte von Giorgio Pezzin und Massimo De Vita, damit eher die totale Umkehr klimatischer Gewissheiten verbunden zu haben: Und Schnee am sommerlichen Badestrand und tropische Hitze im Hochgebirge sind ja nicht gerade das, womit man heutzutage unter dem Label „Klimakatastrophe“ den Menschen Angst einjagt. Gerade zur Stunde, in der ich das schreibe, ruht mein Viertel unter einer maßvollen, aber immerhin doch zentimeterdicken Schneedecke, die es nach den Expertenmeinungen vor 25 Jahren schon längst nicht mehr geben dürfte. Nun gut, Pezzin und De Vita sind sowieso anfangs eher an dem Gag-Potenzial nicht von Klima-, sondern von Wetterkapriolen interessiert: Sonnenhungrige Badegäste, die über offenem Feuer aufgetaut werden, weil sie trotz allem auf ihren Sprung ins „kühle“ Nass nicht verzichten mochten (S. 142), Donald als Gebirgswanderer mit Tirolerhut, der mit einem Mal entenkeulentief in Pfützen groß wie Teiche versinkt (S. 147). Höhepunkt in dieser Hinsicht ist gewiss die treffliche Meteorologen-Satire auf S. 152-154: Doktor Frosch vom Meteorologischen Institut trägt, weil er keine Voraussage mehr wagt, in der linken Körperhälfte Winter- und in der rechten Sommerkleidung. Der von ihm befragte Wettercomputer, gleichsam eine Frühform der heutigen klimatologischen Modellierungen, wehrt sich gegen die Unmöglichkeit diese Aufgabe mit Fausthieb und herausgestreckter Zunge. Da bleibt es Doktor Frosch nur übrig, eine Münze zu werfen… Und da fängt die Geschichte ja erst an, ebenfalls sehens- und lesenswert, aber leider auch immer ein Stückchen „over the top“. Gut gefallen mir dann vor allem noch die selbsttätig nach Hause rudernden, sich betrogen fühlenden Badegäste auf den schwimmenden Stränden des Touristik- und Agrar-Tycoons Dagobert. Vielleicht müssen sie aber auch deshalb schnell nach Hause, weil Pezzin vergessen hat, ihnen ein Hotel zum Übernachten auf die Insel zu schreiben... (11/15 – Good) Hobrowili (Diskussion) 23:20, 16. Dez. 2025 (CET)

Donald und die Sicherheitskette[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schlecht Donald will seinen für eine Gebühr von 50 Talern ausdressierten Hund Wuffi vor Dieben schützen, indem er ihn mit einer Sicherheitskette an einem Pfahl anleint. Doch der Code für das Vorhängeschloss ist so kompliziert, dass er zu rabiateren Methoden greifen muss… Zwanzig Jahre nach ihrem müden „Vogelbad“ erspart die Axt im Haus dem Duo Karp/Taliaferro zwar nicht den Zimmermann, aber doch eine sinnvollere und geschmeidigere Pointe. (3/15 – Really Bad) Hobrowili (Diskussion) 23:20, 16. Dez. 2025 (CET)

Onkel Dagobert und die Verschwörung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mittelmaß Im Park stoßen, während sie über Dagobert Duck nachgrübeln, Gitta Gans und Klaas Klever mit den Köpfen zusammen. Indem sie sich ihr Leid klagen, kommt Klever eine Idee: Er will Dagobert spielsüchtig machen. Aus einer geplanten Entmündigung solle er nur durch eine Hochzeit mit Gitta entkommen können, während Klever einmal den Erfolg über seinen Konkurrenten genießen dürfe. Tatsächlich läuft Klevers Plan zunächst wie am Schnürchen: Dagobert wird im Spielkasino mit Gewinnen geködert und dann fallengelassen. Er wird nun süchtig danach, die erlittenen Verluste wieder wettzumachen. Gitta aber hadert mit ihrem Gewissen und vertraut sich Tick, Trick und Track an. Und auch Phantomias fühlt sich durch das Geschehen herausgefordert: Er betäubt Dagobert und lässt ihm, der glaubt, er träume, eine Schocktherapie angedeihen, indem er ihn ein Casino betreten lässt, in dem er niemals würde gewinnen können und am Ende auch noch einen gigantischen Scheck auszustellen gezwungen ist. Tags darauf weihen Phantomias und Tick, Trick und Track deren Großonkel in das Geschehene ein und versöhnen ihn dadurch mit Gitta. Derweil engagieren sie Gustav Gans als falschen Dagobert, der durch sein Glück Klevers Casino in den Ruin treibt. Daraus macht Dagobert einen Tanzpalast, vor dem nicht nur Klever, sondern auch der zurückgesetzte Donald Trübsal blasen, denn drinnen tanzt Daisy mit Gustav. Erst als Phantomias stürmt Donald erfolgreich die Tanzfläche und sticht seinen Vetter aus…

Als Meister der Schattenspiele erweist sich gelegentlich auch Tony Strobl, hier in seiner gelungenen Geschäftssatire "Donald, der Börsenspekulant" (© Egmont Ehapa)

Da gibt es schon lediglich zwei Phantomias-Geschichten in diesem „Phantomias-Band“, und dann hat der maskierte Rächer in dieser Co-Produktion von Massimo Marconi und Guido Scala erst auf S. 25 von 43 seinen ersten Auftritt. Erstmals schrieb 1974 mit Marconi übrigens ein anderer Autor als Guido Martina ein Phantomias-Abenteuer, was allein offenbar schon einen Hauptartikel in der Duckipedia rechtfertigt. So recht passen will es übrigens nicht, dass Phantomias in der Heilung Dagoberts von seiner Spielsucht ein Betätigungsfeld erblickt. Jedenfalls war das Therapeutische an der Gestalt bei Martina nie hervorgetreten. Und auch dass hier, wenn man vom Tonband mit Schnarchgeräuschen absieht, mit einem Betäubungsmittel nur ein Phantomias-Gadget zum Einsatz kommt, spricht dafür, dass das Donald gemeinsam mit den Kindern und Gitta auch so hätte lösen können. Während die Kooperation von Klever und Gitta nicht so spannend dargestellt wird, ist es schon interessant, den Geizkragen Dagobert Duck spielsüchtig werden zu sehen. Am besten gerät Marconi und Scala jedoch das von Phantomias erdachte Heilungsszenario, mit Tick Trick und Track als Croupiers unter an den Ku-Klux-Klan erinnernden Kapuzen, in einem Traumraum, den wir selbst eher mit den Augen des „Träumenden“ Dagobert verzerrt wahrnehmen. Dass der diesmal so hilfreiche Gustav am Ende auf die Straße zum hutverspeisenden Klever geschubst wird, ist unverdient und wird der „Moral von der Geschichte“ dann wieder weniger gerecht. (5/15 – Somewhat Bad) Hobrowili (Diskussion) 23:20, 16. Dez. 2025 (CET)

Donald, der Börsenspekulant[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gut Dagobert Duck hat eine fürchterliche Grippe. Doch da am nächsten Tag die Jahresversammlung im Milliardärsklub stattfindet, soll Donald auf der Tagung möglichst unauffällig dessen Identität übernehmen und darüber hinaus alle Anliegen mit „nein“ beantworten. Tatsächlich kann Donald alle täuschen, auch die Milliardäre, sie sich von ihrem Vorbild Börsentipps erhoffen. Und doch kann er nicht verhindern, dass er an die Börse geschleppt wird, wo jedes seiner Geräusche auf die Goldwaage gelegt wird. Als er auffällig schluckt, meinen die Mitmilliardäre, darin eine versteckte Aufforderung zu erkennen, Aktien des Schuhsohlenfabrikanten „Schlucker AG“ zu kaufen. Als die Aktien ins Bodenlose fallen, jagen sie ihren Tippgeber auf der Straße hinterher. Andere Börsianer merken, dass, wenn selbst Milliardäre ihre Autos stehen lassen und zu Fuß gehen, Schuhsohlen wohl das neue „große Ding“ auf dem Aktienmarkt sein müssen, was den Kurs sofort wieder nach oben treibt. Also noch einmal alles gut gegangen für den falschen Dagobert, und auch der kranke, echte verzeiht ihm, dass er seine Kompetenzen überschritten hatte und belohnt ihn mit einem Taler…

Eine ziemlich lange Zusammenfassung für eine kleine, 11-seitige Gag-Geschichte aus dem Jahr 1973, aber die hat sie verdient. Wie schon in dem anderen, noch kleineren Werk Strobls weiter vorne im Band ist die Professionalität von Erdichtung und Ausführung eigentlich nur zu loben. Sicherlich, Strobls Name ruft in Fankreisen mancherlei Abwehrreaktionen hervor, aber auch der „Börsenspekulant“ beweist, dass diese nicht immer gerechtfertigt sind. Manches in der Erzählung hat das Format eines Carl Barks, nur dass dieser das Börsengeschehen wohl niemals mit diesem satirischen Blick aufgespießt hätte. „Als ich im letzten Winter ein einziges Mal in der Öffentlichkeit niesen mußte“, so Dagobert, bevor die Charade so richtig ins Rollen kommt, „kamen sofort drei Banken in Liquiditätsschwierigkeiten. Das will ich nicht nochmal riskieren!“ (S. 246). (11/15 – Pretty Good) Hobrowili (Diskussion) 23:20, 16. Dez. 2025 (CET)

Fazit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der 2017 erstellten LTB-Topliste rangiert LTB 83 auf Platz 30, womit es das bestplatzierte der so genannten „Zwischenphase“ von ca. Band 80 bis 116 ist. Die hohe Platzierung dieses LTB, das in meiner Kindheit keine besonders prominente Rolle spielte, überrascht auch nach nochmaligem Lesen. Eigentlich ist der Titel ein Etikettenschwindel, denn Phantomias lässt sich in überhaupt nur zwei Geschichten blicken. Und er ist auch noch das kleinste Licht in diesem Band, denn die „Schwimmenden Felder“ von Pezzin/De Vita und selbst die kleinen Gag-Geschichten von Tony Strobl sind besser. Hobrowili (Diskussion) 23:20, 16. Dez. 2025 (CET)