Juan Rafart Roldán oder auch Joan Rafart i Roldán (* 22. November 1928 in Barcelona, Spanien; † 13. Oktober 1997, ebenda), der unter dem Namen „Raf“ veröffentlichte, war ein spanischer Comiczeichner, der hauptsächlich für den Bruguera-Verlag arbeitete.

Seine bekannteste Figur ist die des „Sir Tim o’Theos“.

Werdegang Bearbeiten

 
Raf in den 1960ern mit einer Zeichnung Tim o’Theos
(© La Vanguardia)

In den 1950er Jahren begann er seine berufliche Karriere mit der realistischen Abenteuerserie „El Zorro“, basierend auf dem Skript von Joan Llarch Roig. Er ließ bald das realistische Genre hinter sich und begann an Comics zu arbeiten.

Raf begann in der spanischen Tageszeitung „La Risa“ mit Charakteren wie La Vida Aborregada de Borrego (1952), Levy Berzotas (1953), Sherlock Gómez (1957) und Mr. Cha-cha-cha, Regisseur de Cine (1958). Er erweiterte seine Produktivität und begann die Zusammenarbeit mit den Zeitschriften „Paseo Infantil“ und „Yumbo“. Im Cliper-Verlag begann er die Serie Barriguete y Larguiracio über zwei Weltraumreisende.

Raf ersetzte den Künstler Martz-Schmidt in der Zeitschrift „Pinocho“ und arbeitete auch für das Magazin „TBO“. Er kündigte alle seine anderen Kollaborationen auf und arbeitete fortan ab 1958 für den Bruguera Verlag. Er war Teil der sogenannten zweiten „Bruguera-Schule“, aus der auch Künstler wie Francisco Ibáñez (alias „Pif“), Roberto Segura und Blas Sanchis hervorkamen. Raf schuf eine Vielzahl von Charakteren, wie Rebrutez, Rodolfito Mantecoso, Casimiro Futbolete, Doña Paca Cotíllez, Doña Lío Portapartes, Don Pelmazo und El Capitán Aparejo. 1959 wurde er freischaffender Künstler. Er begann eine Zusammenarbeit mit der britischen Fleetway-Agentur und veröffentlichte in britischen Zeitschriften wie „Film Fun“ und „Buster“. Zwei Jahre später kehrte er nach Spanien zurück. 1965 kehrte er mit der Figur Don Jerónimo, Jefe de Ocina zu TBO zurück, die er unter dem Namen ‚Roldán‘ schuf.

Ab 1968 war Raf zurück bei Bruguera, wo er Doña Lio und Don Pelmazo fortsetzte und Olegario, Doña Tecla und Manolón schuf. Erst 1971, als er seine berühmte Sir Tim o’Theo-Serie kreierte. Sir Tim o’Theo ist ein Aristokrat, der Detektiv spielt und hilft, absurde Fälle für Scotland Yard und seinen unfähigen Polizeichef zu lösen.

In den 1970er Jahren begann Raf die Zusammenarbeit mit den Satirezeitschriften „Matarratos“, „Muchas Gracias“ und „El Jueves“, wo er unter dem Pseudonym ‚Dino‘ veröffentlichte. 1986 verließen Raf, Ibáñez und Segura Bruguera und schlossen sich den Verlegern von „Grijaldo“ und deren Zeitschrift „Guai!“ an.

Dort schuf Raf Mirlowe y Violeta, einen Comic, der von einem Privatdetektiv und seiner übergewichtigen Assistentin, Violeta, handelt. Mirlowe gilt als Kopie bzw. Weiterentwicklung seines größten Erfolgs um seine ebenfalls geschaffene Figur Tim o’Theo sowie als Parodie auf den bekannten Privatdetektiv Philip Marlowe.

Als das Magazin 1990 eingestellt wurde, arbeitete Raf eine Weile in der Animations­szene bevor er sich dem wiederbelebten TBO-Magazin mit der Figur Florofo anschloss. 1990 kooperierte er auch mit der Zeitschrift „Creepy“ von Josep Toutain.

1992 erhielt er den Gran Premio des „Salón de Barcelona“ für sein Lebenswerk.

Neben seiner Comicarbeit zeichnete er auch Kinderbücher und Cartoons.

Zum Ende seiner beruflichen Laufbahn zeichnete er einige Disney-Comics für Egmont, welche im Duck-Universum handeln.

Juan Rafart Roldán verstarb 1997 in Folge eines Herzinfarkts.

Rezeption Bearbeiten

Im Jahr 2010 veröffentlichte die spanische Ska-Raggae-Band „Transilvanians“ das auf deren Album Vampire Lover enthaltene Lied Sir Tim o’Theo als Hommage an Raf.[1]

Anfang 2016 wurde ein Comicbuch veröffentlicht, das Rafs Lebensweg nachzeichnet. Der Autor Jordi Canyissà arbeitete dafür auch eng mit Rafs Witwe zusammen.[2]

Disney-Comics Bearbeiten

Weblinks Bearbeiten

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. Transilvanians – Sir Tim o’Theo auf YouTube  
  2. Raf, el genio olvidado de Bruguera, auf rtve.es, vom 15. Januar 2016 (spanisch)