Goofy Holmes: Eine Soße in Scharlachrot
| Goofy Holmes: Eine Soße in Scharlachrot | |
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| Pippo Holmes in: una salsa in rosso | |
| Erstveröffentlichung: | 8. Mai 2024 |
| Entstehungsdatum: | 2024 |
| Storycode: | I TL 3572-2P |
| Story: | Bruno Enna |
| Zeichnungen: | Paolo Mottura |
| Farben: | |
| Seiten: | 64 |
| Deutsche Übersetzung: | unbekannt |
| Deutsche Erstveröffentlichung: | LTB Crime 27 |
| Weiterführendes | |
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- „Ein kluger Schachzug, Holmes! Ich werde dafür sorgen, dass die Nachwelt von Ihrem einzigartigen kriminalistischen Gespür erfährt.“– Dr. Mauson zu Goofy Holmes
Goofy Holmes: Eine Soße in Scharlachrot (im italienischen Original Pippo Holmes in: una salsa in rosso) ist eine Literaturadaption aus dem Maus-Universum, deren Skript von Bruno Enna stammt und die Paolo Mottura zeichnerisch umgesetzt wurde, für die Kolorierung zeichnete Emanuele Virzi verantwortlich. Die über 60-seitige Comicgeschichte basiert auf dem Kriminalroman Eine Studie in Scharlachrot des britischen Schriftstellers Sir Arthur Conan Doyle, der erstmals im Jahr 1887 publiziert wurde und den Auftakt der beliebten Erzählungen um den genialen Detektiv Sherlock Holmes und dessen treuen Freund Dr. Watson bildet.
Figuren Bearbeiten
- Goofy als Goofy Holmes (org. Pippo Holmes verkörpert Sherlock Holmes)
- Micky Maus als Dr. Mick Y. Mauson (org. Dr. John Topson, verkörpert Dr. John Watson)
- Kommissar Hunter als Inspektor Lehunter (org. Inspector Basettstrade, verkörpert Inspektor Lestrade)
- Inspektor Issel als Inspektor Grissel (org. Sergente Smanetson, verkörpert Inspektor Gregson)
- Mack als Miggins (org. Tappins, verkörpert den Jungen Higgins)
- Tante Linda als Mrs. Hundson (org. Mrs. Hudsdog, verkörpert Mrs. Hudson)
Handlung Bearbeiten
Teil 1 Bearbeiten
Der angesehene Arzt Mick Y. Mauson schreibt seit kurzer Zeit seine Erinnerungen und bemerkenswerte Geschichten in ein Tagebuch. Zu Beginn versucht er, sich an seine erste Begegnung mit dem ruhmreichen Privatdetektiv Goofy Holmes zu erinnern und schreibt nieder, wie er und Mr. Holmes in ihren ersten gemeinsamen Kriminalfall verwickelt wurden, der eine bemerkenswerte Hintergrundgeschichte ans Tageslicht brachte.
Der Beginn der tief verbundenen Freundschaft zwischen Goofy Holmes und Mick Y. Mauson geht zurück auf das Jahr 1881. Der als Arzt praktizierende Mauson hatte sich bei einer langjährigen Mission im Ausland einen Namen gemacht und zahlreiche Verdienste für das Britische Empire geleistet. Nun aber zog es ihn zurück in sein Mutterland Großbritannien, wo er in London Ausschau nach einer komfortablen, aber nicht allzu teuren Unterkunft hielt. Er stieß dabei auf eine großzügige Wohnung in der Bäcker Street 221 B, wo ihn die aparte Vermieterin und Haushälterin Mrs. Hundson sogleich das Apartment im ersten Stock zeigte, das bereits von einem anderen Mieter bewohnt wurde. Da die Wohnung jedoch zu groß für eine einzelne Person war, suchte Mrs. Hundson einen gut situierten zweiten Mieter, der sich das Apartment mit Blick über die belebte Bäcker Street teilen wollte.
So trafen Dr. Mauson und Goofy Holmes erstmals aufeinander; wenngleich die erste Begegnung mit dem exzentrischen Charakter Holmes den neugierigen Dr. Mauson vornehmlich verwirrte. Dennoch erkannte Mick Y. Mauson sehr schnell die messerscharfe Beobachtungsgabe von Mr. Holmes, der scheinbar blitzschnell kombinieren konnte und kein noch so kleines Detail außer Acht ließ, bevor er sich seine Theorien bildete. So war es für Mr. Holmes ein Leichtes, zu erkennen, dass Dr. Mauson vor kurzem aus Quackistan zurückgekehrt sein musste, als Arzt praktizierte und auf der Suche nach einer günstigen Bleibe war.
In den ersten Tagen ihres Zusammenlebens erstellt Mauson, um die Berufung und verschiedenen Talente seines neuen Freundes zu verstehen, eine Liste all seinen Fähigkeiten. Bewundernd legte er nieder, dass Goofy Holmes ausgezeichnet auf dem Gebiet der Chemie war, sich auf Botanik verstand und auch beim Fechten eine gute Figur machte. Sein Hobby, das Geigenspiel, war zwar ausbaufähig, aber bei weitem nicht so miserabel wie Holmes‘ Kenntnisse in Astronomie. Schon bald klärte sich das Geheimnis auf, womit Mr. Holmes eigentlich sein Geld verdiente. Nach dem Eintreffen einer eiligen Depesche wird Goofy Holmes zu dem Tatort eines absonderlichen Verbrechens gerufen, und Dr. Mauson stellt fest, dass sein Zimmergenosse mit Scotland Yard zusammenarbeitet.
Die beiden begeben sich in Klauriston Gardens Nummer 3, wo Mr. Holmes bereits von dem schrulligen Inspektor Grissel erwartet wird, der dem erfahreneren Inspektor Lehunter unterstellt ist. Nachdem Mr. Holmes seinen Begleiter Dr. Mauson als Assistenten vorgestellt hat, finden sich die Anwesenden in einem düsteren Raum in einer seltsamen Szene wieder. In der Kammer sitzt ein erstarrter Mann vollkommen bewegungslos an einem Tisch mit einem Teller dampfender Nudeln darauf, die mit einer blutroten Flüssigkeit übergossen wurde. Ein schnell vorgenommener Geschmackstest von Holmes bestätigt die Vermutung, dass es sich um eine Tomatensoße handelt, die Holmes rasch als amerikanisches Ketchup identifiziert, die erst vor Kurzem in Mode gekommen ist.
Mit dem roten Ketchup hat eine unbekannte Person eine unmissverständliche Nachricht an der Wand hinterlassen: „RACHE“. Im Gespräch mit den anderen fasst Mr. Holmes zusammen, dass die Tomatensoße gerade nicht nach dem originalen neapolitanischen Rezept hergestellt worden sei und schlussfolgert, dass der Mann US-Amerikaner sein muss, da er stattdessen (mittelmäßig schmeckenden) Ketchup benutzt habe. Des Weiteren entdeckt Goofy Holmes in den Nudeln einen schmalen Damenring und bittet die Inspektoren darum, das Schmuckstück vorerst an sich zu nehmen, um weitere Schlussfolgerungen daraus zu ziehen. Im Anschluss daran befragt Mr. Mauson befragt die Nachbarn, von denen er erfährt, dass vor kurzem ein großer, junger Mann in der Nähe herumlungerte und mit einer öffentlichen Kutsche davonfuhr.
Zu Mr. Mausons Verwunderung taucht am Abend eine Bande verschmutzter Straßenjungen in der Bäcker Street auf, die Goofy Holmes überzeugend als seine „Spezialeinheit“ bezeichnet. Er trägt dem jungen Anführer der Bande namens Miggins auf, für den Lohn eines halben Shillings nach bestimmten Gewürzen in London zu suchen. Von Dr. Mauson erhält Miggins heimlich den Auftrag, die Kutsche und den dazugehörigen Fahrer aufzuspüren, die am Abend zuvor in der Klauriston Gardens Nummer 3 gehalten haben soll.
Die beiden hartnäckigen Ermittler verfolgen weiterhin unterschiedliche Spuren: Holmes probiert sich an bizarren Experimenten mit Gewürzen und Soßen, wogegen Dr. Mauson sich auf das Wort „Rache” konzentriert und nach wie vor über den mysteriösen Damenring grübelt. Kurzerhand lässt er eine Annonce in der Zeitung schalten, dass er den Ring gefunden habe und dieser in der Bäcker Street 221 B abgeholt werden könne.
Dieser letzte Ausweg erweist sich als effektiv, als am nächsten Tag ein geheimnisvoller alter Mann erscheint und den Ring beansprucht, der angeblich seiner Tochter Molly gehöre. Auch wenn diese Behauptung den misstrauischen Mr. Mauson kein bisschen überzeugt, überlässt er dem Greis den Ring und nimmt sogleich die Verfolgung auf, um den Mann nicht aus den Augen zu lassen. Infolgedessen nimmt eine Verfolgungsjagd durch die Gassen seinen Lauf, bei der Dr. Mauson schnell feststellt, dass der angeblich alte Mann gar keinen Gehstock benötigt, sondern in Wahrheit sehr agil ist, über Hindernisse springt und seinen Verfolger schließlich abschütteln kann, in dem er in eine Kutsche steigt und davonfährt.
Beschämt über den Misserfolg seiner Mission kehrt Mauson zurück in die Bäcker Street und berichtet Mr. Holmes von seinen Erlebnissen, welche den Detektiv sichtlich unbeeindruckt lassen. Just in diesem Moment treten plötzlich die Inspektoren Grissel und Lehunter ein, die aufgeregt von einem zweiten Tatort erzählen, der dem ersten Fall ausgesprochen ähnlich sei. In einer heruntergekommenen Pension in der Big George Street wurde ein weiteres bewegungsloses Opfer entdeckt, dass ebenfalls eine Tomatensoße gegessen haben muss. Allerdings ist die Soße nicht scharlachrot, wie Dr. Mauson bemerkt, sondern viel heller. Daraus zieht Goofy Holmes den Schluss, dass der zweite Mann die scharfe Soße mit Mayonnaise gestreckt haben muss, um den Geschmack abzumildern.
Außerdem macht Dr. Mauson eine weitere Entdeckung: Aus den Kleidern und dem falschen Bart, die in der Kammer gefunden wurden, schlussfolgert er korrekt, dass das zweite Opfer niemand anderes ist als der angebliche alte Mann ist, dem Mauson wenige Stunden zuvor den Ring überlassen hat. Die Spur zum Täter ist also noch nicht erkaltet.
Teil 2 Bearbeiten
Noch immer am Tatort in der Pension muss Dr. Mauson den Ermittlern von Scotland Yard gestehen, dass er den Ring ungefragt für seine eigene Ermittlungsmethode verwendet hat, was besonders bei Inspektor Grissel für sarkastisches Unverständnis sorgt. Allerdings gelingt es dem schlauen Mick Y. Mauson, die Situation sofort zu entspannen, als er Inspektor Lehunter von dem jungen, sonnengebräunten Mann berichtet, der am ersten Tatort gesichtet worden ist. Nun ist Lehunter wütend, dass sein Kollege Grissel schlampig gearbeitet hat und diese Zeugenaussage nicht verfolgt hat. Der Besitzer der Pension hat indes zu Protokoll gegeben, dass die Kammer kurz zuvor von einem alten und einem jungen Mann mit dunklem Teint betretet worden ist. Sowohl Inspektor Lehunter und Dr. Mauson stellen daraufhin die These auf, dass der besagte junge Mann mit der gebräunten Haut etwas mit der mysteriösen Angelegenheit zutun haben muss. Doch leider konnte der Gesuchte über die Regenrinne und eine Leiter entkommen und scheint auf und davon zu sein.
Währenddessen hat sich Goofy Holmes nicht um die Gespräche um ihn herum gekümmert, sondern begutachtet weiterhin die rosarote Tomatensoße, die nicht eine so scharlachrote Farbe aufweist wie am ersten Tatort. Die Vermischung mit Mayonnaise habe nicht nur den Geschmack, sondern auch den Farbton abgemildert. Wieder vor den Türen der Pension angekommen verabschiedet sich Holmes von Mauson, da er ein dringendes Telegramm an den Königlichen Botanischen Garten absetzen will. Wenig später treffen sich Mauson und Holmes wieder in der Bäcker Street 221 B, wo Letzterer noch einmal den jungen Miggins und dessen Kumpane empfängt, um ihnen einen weiteren Auftrag zuzuflüstern, den der neugierige Dr. Mauson nicht belauschen kann. Danach zieht sich Goofy Holmes in sein Arbeitszimmer zurück und greift zur Violine, um darauf zu spielen.
Am späten Nachmittag besuchen Inspektor Lehunter und sein Gehilfe Grissel von Scotland Yard die Bäcker Street 221 B und wollen weitere Informationen von Mick Y. Mauson über den gesuchten Mann erhalten. Dr. Mauson kann allerdings nur hinzufügen, dass er davon ausgeht, dass der junge Herr schmutzige Schuhe mit einem Loch darin habe, was die Fußspuren in der Diele der Pension erklären würde. Nur wenige Augenblicke später hält eine Kutsche vor dem Stadthaus und ein schlanker, sonnengebräunter Mann steigt heraus, der von den Straßenjungen zu Mr. Holmes geführt wurde. Unter dem Vorwand, eine Kiste abholen zu sollen, wird der junge Mann in das Apartment von Holmes und Mauson gelockt, wo er von Inspektor Lehunter und Grissel bereits erwartet wird. Es kommt zu einem kurzen Kampf, doch der Fluchtversuch scheitert. Der junge Mann, der den geheimnisvollen Damenring bei sich trägt, nimmt in seinem Sessel Platz, um seine Geschichte zu erzählen und seine Perspektive der Geschehnisse darzulegen.
Alles beginnt in Amerika, genauer gesagt in der unwegsamen Wüstenlandschaft von Colorado. Der einsame Cowboy Jeff hat genug von seinem Job und reitet in die Stadt ein, wo ein hübsches Mädchen sein Interesse weckt. Die bildschöne Susy lebt mit ihrer Großmutter zusammen und verkauft an einem Stand Gewürze und allerlei Soßen. Ihr bislang erfolgreichstes Rezept ist eine scharfe Tomatensoße, die mit einem besonderen Chili gewürzt ist. Der zwielichtige Marktschreier Wim Weber hat nicht nur ein Auge auf Susy geworfen, sondern will auch das Rezept der Chilisoße in die Finger bekommen, um es überall vermarkten zu können. Allerdings weigert sich Susy entschieden, mit dem schmierigen Wim Weber zu kooperieren.
Mittlerweile haben sich Susy und Jeff miteinander angefreundet und vertrauen sich blind. Susy erklärt Jeff, dass das Geheimnis der würzigen Soße in einer bestimmten Chilischote steckt, die den Beinamen „Rache“ erhalten hat, da sie so scharf ist. Jeff gesteht Susy seine Liebe und steckt ihr einen Verlobungsring an den Finger, der die baldige Hochzeit besiegeln soll. Das traute Glück schien unzertrennlich.
Doch der gierige Wim Weber verbündete sich mit dem akrobatischen Ganoven Josef Stranger, der ihm unter die Arme greifen sollte, um an das Rezept zu kommen. Eines Nachts brachen die beiden Kumpanen in das Haus von Susys Großmutter ein und stahlen nicht nur das Rezept, sondern auch das Schmuckkästchen von Susy, in dem sich der Verlobungsring von Jeff befand. Daraufhin schwur Jeff, sich auf die Suche nach den beiden Schurken zu machen und diese notfalls bis ans Ende der Welt zu verfolgen, um Susys Ring zurückzubringen. Die abenteuerliche Reise führte Jeff nach London, wo er sich als Kutscher verdingte und hoffte, dass er eines Tages auf Wim Weber oder Josef Stranger treffen würde.
Diese hatten mittlerweile erkannt, dass das gestohlene Rezept unvollständig war, da die Geheimzutat darin nicht benannt wurde. Endlich hatte Jeff Glück, als er Josef Stranger aufspüren konnte und sich ihm als Koch anbot, der die Soße zu vollenden wusste. Der Ganove bestand darauf, dass Jeff den Namen der Geheimzutat an die Wand schrieb, damit er diese in das verschriftliche Rezept übernehmen konnte. Deswegen schrieb Jeff in großen roten Lettern „Rache“ an die Wand und beabsichtigte, den Gauner mit einer ordentlichen Portion des geheimen Chilis eine scharfe Lektion zu erteilen, die bei diesem wie geplant eine Schockstarre auslöste. In einer kleinen Tasche fand Jeff zwar das Rezept, konnte aber den gesuchten Ring nicht entdecken, der unbemerkt aus dem Täschchen gefallen und in den Nudeln gelandet war.
Aber war Jeff froh, als er die Annonce von Dr. Mauson in der Zeitung entdeckte. Aber er war nicht der Einzige, denn Wim Weber war ebenfalls hinter dem Ring her und verkleidete sich als alter Mann, um unauffällig zu erscheinen. Jeff folgte ihm anschließend schnurstracks in die Pension, um sein rechtmäßiges Eigentum zurückzufordern. Da Mr. Weber im Gegenzug das Rezept forderte, wendete Jeff seinen Kochtrick das zweite Mal an und setzte Wim Webe mit seiner scharlachroten Chilisoße außer Gefecht, die trotz der Zugabe von Mayonnaise noch immer viel zu stark für die Geschmacksnerven des Ganoven war. Von der Brigade von Miggins und seinen Jungs aufgespürt, folgte Jeff der Einladung von Mr. Holmes um herauszufinden, was dieser bereits wusste.
Noch bevor der junge Mann seine Ausführungen beenden konnte, griff Goofy Holmes selenruhig zur Geige, bis Mrs. Hundson ein Telegramm vom Leiter des Botanischen Garten vorbeibrachte. Aus dem Schriftstück geht eine Information hervor, die Holmes dazu veranlasst, sofort in seinem Labor mit der Herstellung eines Elixiers aus seltenen Blättern zu beginnen. Das Resultat führt nicht nur zu einer wunderlichen Verpuffung, sondern wird von Holmes stolz als Gegenmittel angepriesen, welches er Inspektor Lehunter überreicht. Das Elixier soll dazu dienen, die Lähmung der beiden Schurken zu kurieren – wenngleich die Medizin als Nebenwirkung eine mittelgradige Amnesie auslöst, die alles vergessen macht. Nach wenigen Tagen wird Jeff von einem milden Untersuchungsrichter freigesprochen, erhält das Soßenrezept und seinen Verlobungsring zurück und reist endlich nachhause, um seine geliebte Susy in Colorado in den Stand der Ehe zu führen.
Mick Y. Mauson hat noch ein paar wenige Fragen zu dem komplizierten Fall und erhält von seinem Freund Goofy Holmes die fehlenden Antworten, die teilweise gar nichts mit den Ermittlungen zutun haben. Obwohl sich Dr. Mauson Vorwürfe macht, erachtet Mr. Holmes ihn als klugen Ermittler und möchte ihn als Partner bei seinen folgenden verzwickten Fällen an seiner Seite wissen. So kompliziert die Fälle auch seien mögen – in den Worten von Goofy Holmes sei die Lösung stets „elementar“.
Einordnung in den Disney-Kosmos Bearbeiten
Für zahlreiche Fans von klassischen Kriminalgeschichten stellt Sherlock Holmes die ikonischste Ermittlerfigur aller Zeiten dar. Daher kommt es nicht von ungefähr, dass der britische Gentleman seit über einem Jahrhundert als Privatdetektiv in verzwickten Fällen ermittelt und dabei tatkräftig von seinem Assistenten, Freund und Biograph Dr. Watson begleitet wird.
Angefangen von den einzelnen Geschichten aus der Feder von Sir Arthur Conan Doyle über unzählige Film- und Fernsehadaptionen, literarische Fortsetzungen und kurios anmutende Apokryphen bis hin zu humorvollen Parodien und Variationen des Themas – der Mythos des größten Spürhundes Englands lebt weiter und stößt dank der besonderen Charakterisierung der Figur und deren vielfältigen Interpretationsmöglichkeiten immer wieder auf das Interesse des Publikums. In diesem Sinne kam auch das Disney-Universum nicht um die beliebte Detektiv-Figur herum, von der vor allem zwei Erscheinungsformen in unterschiedlichen Medien bis heute in Erinnerung geblieben sind.
Der Zeichentrickfilm Basil, der große Mäusedetektiv (US-Titel: The Great Mouse Detective) feierte am 2. Juli 1986 seine US-Prämiere und reiht sich als 26. offizielle Walt Disney Meisterwerk ein. Unter der Regie von Ron Clements und John Musker entstand ein neuartiger Disneyfilm, der wiederum selbst eine Adaption der Romanreihe „Basil of Baker Street“ von Eve Titus, welche die Handlung der Romane um den Meisterdetektiv Sherlock Holmes in die Welt der Nagetiere verlegt. Die Handlung spielt im viktorianischen Zeitalter in London und Basil, Dr. Wasdenn und Mrs. Minna leben (verborgen) im Haus von Sherlock Holmes in der Baker Street 221b.
Die anthropomorphen Protagonisten sind der schlaue Mäuserich Basil und sein Freund Dr. Wasdenn, deren visuelle Ähnlichkeit mit den Schauspielern Basil Rathbone und Nigel Bruce, die Sherlock Holmes und Dr. Watson in einer Reihe von Universal-Filmen darstellten, sehr offensichtlich erscheint. Basils Name ist sogar eine Hommage an Rathbone, zudem benutzt Sherlock Holmes in einigen Romanen den Decknamen „Captain Basil“. Für Sherlock Holmes Stimme, der nur aus dem Off spricht und nicht zu sehen ist, verwendete man altes Tonmaterial des verstorbenen Basil Rathbone.[1]
Von Basil, der große Mäusedetektiv erschienen zwei verschiedenen Adaptionen als Comicgeschichten. Die erste erschien bereits 1986 in US-amerikanischen Zeitungsstrips unter dem Titel The Great Mouse Detective“. Die zweite Version wurde im selben Jahr für den europäischen Comicmarkt produziert, von Giorgio Cavazzano gezeichnet und auf Deutsch u.a. in der Reihe Die schönsten Disney-Geschichten Nr. 16 veröffentlicht.
Abgesehen von diesem Disney-Zeichentrickfilm wurde die literarische Figur des Sherlock Holmes für die Comicreihe Mickey and the Sleuth bzw. Micky und Sir Dionys persifliert, die zwischen 1975 und 1985 für den US-Markt entwickelt wurde und etwa achtzig Geschichten umfasst. Diese humorvollen Gagstorys wurden hauptsächlich von Carl Fallberg und Al Hubbard entwickelt. Der englischsprachige Name „The Sleuth“ ergibt im Original Sinn, da es sich um einen anthropomorphisierten Hund handelt. Im deutschsprachigen Raum heißt der Titelheld „Sir Dionys Dobermann“, was zum einen den Bezug zur literarischen Vorlage verkennt und andererseits befremdlich erscheint, da eine Beziehung des Detektivs zum griechischen Gott Dionysos nicht erkennbar ist.
Die ohne Zweifel originellste Namensgebung trägt der Detektiv in Portugal, Frankreich, Italien und Spanien: Dort nennt man ihn „Sir Lock“ (Portugiesisch und Französisch) bzw. „Ser Lock“ (Italienisch und Spanisch). Neben der phonetischen Nähe zu Sherlock besteht ein inhaltlicher Sinnzusammenhang, da er kriminelle Elemente hinter Schloss und Riegel bringt. Aus diesem Grund findet sich im internationalen Kontext häufig diese Bezeichnung für die Comicreihe, in der Sir Dionys als Privatdetektiv im London des späten 19. Jahrhunderts ermittelt und durch Kleidung und Verhalten ohne Zweifel eine Hommage an Sherlock Holmes darstellt, jedoch nicht allzu klug und vorausblickend agiert und nicht selten nur durch die Hartnäckigkeit seines Freundes Micky Erfolge feiern darf. Seinen ersten Auftritt hatte Sir Dionys 1975 im US-amerikanischen Disney Magazine. Später erschienen die Comicstrips ausschließlich außerhalb der USA.[2]
Unter diesem Gesichtspunkt handelt es sich bei der Reihe um Sir Dionys alias Sir Lock eher um eine seichte Parodie der Sherlock-Holmes-Romane, die zwar aus sehr unterhaltsamen, aber skurrilen Geschichten bestand und die sowohl in der Handlung als auch in den Charakteren der Protagonisten nur sporadische, oberflächliche Ähnlichkeiten mit dem Original aufwiesen. Gleiches gilt für den an Sherlock Holmes erinnernden Hund Arnold Spürli (engl. Shamrock Bones), der vor allem im Maus-Kosmos seit seinem Debüt 1952 auf Verbrecherjagd ging.
Zudem waren Disney-Versionen von Sherlock Holmes auch in für das Nachmittagsprogramm geschaffenen Zeichentrickserien zu sehen. In der Serie Goofy & Max) geht es in der 76. Episode Goofy Holmes gegen Professor Marabuse aus dem Jahr 1992 um einen von Goofys Vorfahren, der große Ähnlichkeit mit Sherlock Holmes hat. Darin gibt es auch einige Anspielungen auf die echten Holmes-Abenteuer, zum Beispiel spielt das große Finale unmittelbar vor einem Wasserfall, wobei der Oberbösewicht Professor Marabuse, der auf Professor Moriaty anspielt, eine verblüffende Ähnlichkeit mit Kater Karlo aufweist.[3]
Schon 1987 tauchte in der 25. Episode der beliebten Serie DuckTales namens Dr. Jekyll & Mr. McDuck, in der Onkel Dagobert und seine Neffen Tick, Trick und Track nach London reisen, ein gewisser Detektiv „Shedlock Jones“ (im Deutschen „Derek Holmes“) auf. Er ist ein berühmter Detektiv in London und zudem Junior-Mitglied im Fähnlein Fieselschweif. Shadlock Jones wird von Tick, Trick und Track in dessen Detektei aufgesucht und gebeten, ihnen zu helfen, das Gegenmittel zu einem wundersamen Elixier zu finden, das aus ihrem sonst eher geizigen Onkel Dagobert einen freigiebigen Geldverschenker macht. Anfangs weigert sich Shadlock Jones zu helfen, da er den gefährlichen Professor Moody Doody jagt, doch als er erkennt, dass dieser nicht unwesentlich mit der wundersamen Veränderung Dagobert Ducks in Verbindung steht, greift er ins Geschehen ein und findet sogar das Gegenmittel. Name, Kleidung, Verhalten und Wirkungsstätte lassen ohne Zweifel die Orientierung an Sherlock Holmes erkennen – allerdings inhaliert er den Rauch seiner Pfeife nicht, da er dafür „viel zu intelligent sei“.[4]
Die häufig als „allererste Disney-Detektivgeschichte überhaupt“ bezeichnete Comicgeschichte Micky und die drei Diebe stammt von Floyd Gottfredson und stammt aus dem Jahr 1933. Darin eröffnen Micky Maus und Dippy Dawg (alias Goofy) eröffnen Detektivbüro und haben sogleich eine Reihe komischer Verbrechensfälle auf dem Tisch liegen. Ironischerweise ist es hier aber Dippy Dawg, der die Initiative ergreift, die Sherlock-Holmes-Jagdmütze trägt und das entsprechende detektivische Handwerkszeug mitbringt.[5] Die Comic-Parodie The Walt Disney Theater: Der Hund von Basketville von Vic Lockman und Tony Strobl spielen Micky und Goofy die Handlung aus dem bekanntesten Holmes-Roman Der Hund von Baskerville nach, der – wenn auch spärlich – schon eine Grundlage für Carl Barks‘ Der Hund der Whiskervilles bildete.
Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang vor allem die Comicgeschichte „Aus den Tagebüchern von Daisy Holmes: Das Rote Zimmer“ aus dem Jahr 1995, die von Claudia Salvatori erdacht und bereits in LTB 227 auf Deutsch veröffentlicht wurde. Darin übernimmt eine Vorfahrin von Daisy Duck die Rolle der fiktiven Gouvernante des ebenso jungen wie neugierigen Arthur Conan Doyle, der schließlich von ihr dazu ermutigt wird, später Detektivgeschichten zu schreiben.[6] Die eigenständige Geschichte enthält einige Anspielungen und Bezüge zu publizierten Sherlock-Holmes-Erzählungen, hat aber inhaltlich nichts mit „Eine Studie in Scharlachrot“ zu tun.
Innerhalb der Comicserie Die Legende des ersten Phantomias ließ der italienische Autor und Zeichner Marco Gervasio seinen Gentlemandieb in einigen Episoden gegen den britisch stämmigen Herlock Sholmes und dessen Assistenten Dr. Whatson antreten. Sholmes und Whatson erscheinen in den Kapiteln 8 (LTB 476), 10 (LTB 489), 20 (LTB 571) und 25 (LTB 592). Obwohl sich Holmes vom ersten Phantomias häufiger in die Irre führen lässt, ist er vermutlich der Einzige in der gesamten Serie, der hinter der Maske des raffinierten Diebes den galanten Sir John Quackett erblickt, das Geheimnis über die Geheimidentität jedoch für sich behält.
Einige Parodie-Geschichten um Sherlock Holmes mit den Ducks und den Mäusen wurden 2018 von der Egmont Comic Collection im Sammelband Micky Holmes & Donald Watson mit Vorwort von Wolfgang J. Fuchs kompiliert, der auch Auftritte von Sir Dionys und Basil, dem Mäusedetektiv enthält.
Im Rahmen der Neuen Entenhausener Geschichten (DDSH 426) widmet sich der Redakteur Markus von Hagen dem Thema „Sherlock Holmes in Entenhausen“.
Hintergrund und Entwicklung Bearbeiten
Die Tradition, Klassiker der Literatur, des Kinos und des Fernsehens in Form von Disneycomics zu huldigen, hat eine lange Geschichte. Als Ausgangspunkt wird oft die von Guido Martina mit Mickys Inferno geschaffene Adaption von Dantes Göttlicher Komödie aus dem Jahr 1949 herangezogen, die in der Ausgabe Nr. 7 des italienischen Topolino-Heftes ihre Weltprämiere feierte. Seitdem ist es üblich, von Zeit zu Zeit bekannte Werke aus Literatur oder Film in das Disney-Universum zu übertragen und sich dabei oft nur lose an den Originalen zu orientieren (beispielsweise Das Geheimnis der Silberleuchter, als Gegenbeispiel mit sehr originalgetreuer Nacherzählung wäre dagegen Duckenfaust zu nennen).
Als einer der engagiertesten und fähigsten Autoren widmete sich der 1969 geborene Comicautor Bruno Enna in den vergangenen Jahrzehnten verschiedenen Literaturadaptionen. Dabei versteht sich Enna darauf, die Handlungen, die Atmosphäre und die inhaltlichen Themenschwerpunkte der Originalwerke behutsam, aber sehr detailnah in den Disneycomic-Kosmos zu übertragen.
Es überrascht daher nicht, dass der Autor beschloss, sich auch mit Sherlock Holmes zu beschäftigen. Trotz einiger anderer Darstellungen der Detektiv-Figur in der Disney-Welt (mit dem komödiantischen „Sir Dionys“ oder dem übereifrigen, arroganten „Herlock Sholmes“), die zwar gelegentlich Elemente des literarischen Schöpfers Doyle aufgreifen, ist es das erste Mal, dass die Sherlock-Holmes-Romane eine möglichst originalgetreue Umsetzung im Libretto finden und damit mit Eine Soße in Scharlachrot in die Kategorie der Disney-Parodien aufgenommen werden. Nach verschiedenen Parodieversionen erhob Bruno Enna erstmalig den Anspruch, dass Micky Maus und sein Freund Goofy in seiner Comicgeschichte den kanonischen Holmes-Abenteuern aus der Feder von Sir Arthur Conan Doyle treu bleiben sollten.
Daraus resultierte zwar keine leichte Aufgabe, jedoch hatte Bruno Enna im Vorfeld genug Erfahrung damit gesammelt, anspruchsvolle literarische Werke aus dem vergangenen Jahrhundert als Comic zu realisieren. So schuf er mit der sogenannten Gothic Trilogie, die er in Kooperation mit Fabio Celoni in den Jahren 2012 bis 2016 entwickelte, bereits drei von Fans und Kritikern gleichermaßen hoch gelobte Literaturadaptionen im modernen Gewand der zeitgenössischen Disney-Comics. Die inoffizielle Gothic Trilogie stellte Bruno vor die nicht einfache Aufgabe, Donald Duck, Micky Maus und Goofy in gleich drei Klassikern der Horrorliteratur auftreten zu lassen: Ein Thema, das bekanntermaßen aufgrund der strengen Disney-Leitlinien immer schwierig in Disney-Comics zu integrieren ist. Dennoch schuf Bruno Enna sehr positiv aufgenommene Interpretationen der Schauergeschichten in Comic-Formaten, namentlich Graf Phantula, Lo strano caso del Dottor Ratkyll e di Mister Hyde sowie Duckenstein von Mary Shelduck.
Aufgrund seiner Erfahrungen mit diesen früheren Adaptionen schlug die Redaktion des Topolino-Hefts vor, eine Parodie auf Eine Studie in Scharlachrot, dem literarischen Debüt von Sherlock Holmes, zu kreieren. Dabei wollte der Skriptautor Bruno Enna seine Version bewusst von früheren Sherlock-Holmes-Parodien unterscheiden und sich mehr am Originalwerk orientieren. Zu diesem Zweck verfolgte er einen eher philologischen Ansatz und passte das Original zwar an den Kodex und den Humor der Disney-Comics an, hielt sich jedoch streng an die literarische Vorlage von Doyle, was insbesondere die Struktur der Handlung betraf.
- „Als Fan der Figur war ich überrascht, dass es im „Topolino“ noch nie ein Projekt gab, das Holmes‘ berühmtesten Abenteuern gewidmet war. Oder besser gesagt, Sherlock Holmes hatte verschiedene Ausprägungen und Auftritte (zum Beispiel die unterhaltsame Serie „Ser Lock“, die von 1975 bis 1990 veröffentlicht wurde), aber bis jetzt hat sich noch niemand daran gewagt, ihm entsprechend der Originalromane treu zu bleiben.“– Bruno Enna (Interview in Topolino 3572
Für die künstlerische Umsetzung von Ennas Skript wurde der Zeichner Paolo Mottura von der Redaktion ausgewählt, der wegen seines ähnlich hohen Qualitätsniveaus seines unverkennbaren Stils von manchen Verehrern auch als „der Michelangelo der Disney-Comics“ bezeichnet wird. Auch Mottura wurde zusammen mit Enna interviewt und erzählte darin, für Eine Studie in Scharlachrot umfangreiche Recherchen angestellt zu haben, um die Atmosphäre Londons im späten 19. Jahrhundert einzufangen.
Analyse Bearbeiten
„Wenn man das Unmögliche ausgeschlossen hat, muss das, was übrig bleibt, so unwahrscheinlich es auch sein mag, die Wahrheit sein.“ (Original: „When you have eliminated the impossible, whatever remains, however improbable, must be the truth.“).[7] Dieses bekannte Zitat, dem man etwas poetische Übersetzungsfreiheit zugestehen sollte, stammt von Sherlock Holmes persönlich und wurde sinnbildlich zum Leitspruch der Kriminalliteratur. Holmes äußert diesen Satz (oder Variationen davon) mehrfach, zum Beispiel in „Das Zeichen der Vier“ (1890) und „Das Abenteuer des Beryl-Crowned“ (1892). Der Ausspruch bildet den Kern seiner deduktiven Methode. Anders formuliert: Wenn man alle rational ausgeschlossenen Lösungen (das Unmögliche) eliminiert, bleibt die Lösung übrig, die zwar unwahrscheinlich klingt, aber zwangsläufig wahr sein muss.
In der deutschsprachigen Übersetzung von Eine Soße in Scharlachrot ging das von Goofy Holmes an Dr. Mauson gerichtete Zitat verloren, ansonsten liegen Originalwerk und Comic-Adaption ziemlich dicht beieinander, wie die folgende Analyse verdeutlichen soll.
Erzählerische Gestaltung und Struktur Bearbeiten
Die Geschichte folgt ziemlich genau dem Aufbau und der Struktur des Originals und behält verschiedene Details bei, wie der Autor selbst im Interview zum Abdruck des ersten Teils der Adaption erklärte. Geprägt ist das Werk von seiner grundsätzlichen Zweiteilung, sie sich dem Leser jedoch erst ganz am Ende erschließt.
Die erste Hälfte spielt in der Gegenwart, genauer gesagt dem viktorianischen London des Jahres 1887. Der gebildete Dr. Mauson kehrt nach langen Reisen um die Welt in seine Heimatstadt zurück, sucht nach einer neuen Unterkunft und trifft schließlich und in seiner neuen Wohnung in der Bäcker Street 221B, die der alten und scharfzüngigen Mrs. Hundson gehört, auf Goofy Holmes, seinen Mitbewohner. Goofy Holmes präsentiert sich als eine Persönlichkeit mit den unterschiedlichsten und scheinbar weit voneinander entfernten Leidenschaften: Botanik, Musik, Fechten. Mauson lernt Holmes als eine echte Persönlichkeit mit einer undurchschaubaren Seele und einer extravaganten, exzentrischen Ausstrahlung kennen. Es gelingt ihm trotz intensiver Beobachtungen und heimlicher Charakterstudien nicht, sich einen Reim auf Goofy Holmes zu machen – vor allem beschäftigt ihn die Frage, womit Holmes eigentlich seinen Lebensunterhalt verdient.
Aus erzählerischer Sicht wird deutlich, dass es sich bei der Geschichte um eine Nacherzählung von Mick Y. Mauson handelt, der die Geschehnisse in seinem Tagebuch niederschreibt. Er ist schon vom ersten Moment an geradezu verblüfft von Holmes‘ außerordentlichen Gabe der Deduktion, da dieser selbst kleinste Beobachtungen und Details mit messerscharfer Logik in einen korrekten Zusammenhang zu bringen vermag. Gleichsam ist Mauson überrascht davon, dass Holmes zwar eine begnadete Koryphäe auf den Gebieten der Botanik und der Chemie zu sein scheint, von Astronomie aber beispielsweise nicht die geringste Ahnung zu haben scheint.
Außerdem wird deutlich, dass Goofy Holmes kein einfacher Zeitgenosse ist, der sich gesellschaftlichen Regeln undeiner wie auch immer vorgegeben Kontinuität unterwirft: Er schläft, isst und spielt Geige, wann er will und gerät dadurch nicht selten in Streitereien mit der strengen, aber sehr zuvorkommenden Hausherrin Mrs. Hundson. Wenn Holmes in seinem Studierzimmer seinen Experimenten nachgeht, will er auf gar keinen Fall gestört werden, wie der energisch zurückgewiesene Dr. Mauson am eigenen Leib erfahren muss. Als freier Detektiv unterstützt Goofy Holmes zwar die Polizisten bei Scotland Yard, macht aber gegenüber Dr. Mauson keinen Hehl daraus, dass der die Berufsermittler auch zu gern vorführt und sich außerhalb der kriminalistischen und rechtlichen Leitplanken bewegt. Er hält es auch nicht für nötig, die anwesenden Personen zu jeder Zeit über seine Entdeckungen, Gedanken und Pläne umfassend zu informieren. Erst in Dr. Mauson sieht Holmes einen Freund und Partner, der ihm laut eigener Aussage „den Rücken stärkt“.
Der erste Teil endet mit einem Spannungshöhepunkt, nämlich der Entdeckung des zweiten Opfers. Nach den eher textlastigen Passagen zu Beginn der Geschichte ging dem Cliffhanger am Ende eine actiongeladene Verfolgungsjagd zwischen Dr. Mauson und einem unbekannten Herren in den Straßen von London voraus. Es hat den Anschein, als würde Holmes geradezu teilnahmslos in seinem Sessel in der Bäcker Street sitzen und Dr. Mauson die schweißtreibende Arbeit vor Ort machen lassen. Mausons Ermittlungsmethoden bezeichnet Holmes als „linear“.
Zu Beginn des zweiten Teils wird der Verdächtige in eine Falle gelockt und gestellt. Es folgt ein Handgemenge unter Beteiligung der Inspektoren von Scotland Yard, Dr. Mauson und dem Verdächtigen: Wieder zeigt sich Holmes gänzlich unbeteiligt und spielt sogar in seliger Ruhe Geige, während um ihn herum der hektische Kampf vonstattengeht. Im Anschluss daran beginnt der zur Vernunft gekommene Mann, seine Lebensgeschichte und damit die Hintergründe seiner Taten zu erzählen. Diese als Rückblenden geschilderte Erzählung nimmt die zweite Hälfte fast vollständig ein. Aus literarischer Perspektive wechselt nun der Erzähler, das Verhältnis zwischen Dialogen und Action ist genau spiegelbildlich zur ersten Hälfte gestaltet.
Nach den Schilderungen des jungen Mannes wird die Handlung zu einem Ende geführt, wobei die meisten Punkte von Dr. Mauson nur kurz gegenüber dem Leser benannt werden. Die letzten offenen Fragen werden in einem Dialog zwischen Dr. Mauson und Goofy Holmes aufgeklärt, der der Auffassung ist, dass die beiden von nun an noch viele gemeinsame Fälle lösen werden. Im Gegensatz zu den tragischen Ereignissen im Originalwerk besticht die Comic-Adaption mit einem fröhlichen Happy End, wie man es wohl von einer Disney-Comicgeschichte erwartet.
Rollen von Goofy Holmes und Dr. Mauson Bearbeiten
In der Comicadaption von Eine Studie in Scharlachrot, dem 1887 erstveröffentlichten Debütroman mit dem ersten Abenteuer des begnadeten Privatdetektiv Sherlock Holmes und dessen Assistenten Dr. John H. Watson, schlüpfen Goofy und Micky Maus in die Hauptrollen. Das grundsätzliche Verhältnis der beiden wird wie im Roman geschildert: Dr. Watson ist Arzt und sucht nach einer längeren Auslandsreise eine neue Bleibe in London, die er schließlich bei Sherlock Holmes findet, dessen von Mrs. Hundson gemietete Wohnung viel zu groß für ihn selbst ist. Zwischen dem gelehrigen, bürgerlichen und neugierigen Dr. Mauson und dem brillanten, meist zurückhaltenden und etwas exzentrischen Holmes entsteht im Laufe der Zeit eine freundschaftliche Kameradschaft, die vor allem in Gefahrensituationen über das kollegiale Maß hinausgeht. Im Comic verläuft diese Entwicklung etwas schneller als in den ersten Holmes-Romanen.
Bei der Besetzung der Rollen für die Comicadaption fiel die Wahl des Protagonisten Sherlock Holmes auf Goofy: Ein Schritt, der auf den ersten Blick überraschend erscheint und den Eindruck erwecken könnte, die Detektivgeschichte mehr als lustige Parodie auf den richtigen Sherlock Holmes zu interpretieren (wie es bereits mehrfach zuvor der Fall gewesen ist).
Bei näherer Betrachtung muss sich diese Annahme jedoch zwangsläufig als falsch herausstellen, denn das Duo Bruno Enna und Paolo Mottura verfolgten mit der Wahl von Goofy als Helden eine klare Richtung. Denn neben der körperlichen Erscheinung, das heißt der großgewachsenen, schlaksigen Gestalt von Goofy, die dem charismatischen Goofy Holmes ähnelt (oft wird erwähnt, dass dieser nicht weiß, wie er seine langen Beine positionieren soll), gibt es noch weitere gute Gründe, die für Goofy als Meisterdetektiven sprechen.
Sowohl Goofy als auch Sherlock Holmes nehmen in ihren jeweiligen Universen häufig die Rolle des stillen Beobachters ein, die scheinbar peripher das Geschehen beobachten, denen aber bestimmte Details nicht entgehen, die für andere nicht auf den ersten Blick hervortreten. Sie kommentieren Dinge, die andere gar nicht wahrzunehmen vermögen. Beide reagieren manchmal recht spontan und ernten damit Unverständnis von ihren Begleitern – und nicht selten geben sie erst im Nachhinein eine verblüffende Erklärung für ihre Taten ab. So überrascht auch Goofy seinen Freund Micky Maus und alle anderen mit seinen Einfällen, die scheinbar albern sind, aber oft aus einer einfach anderen und unverstellten Art der Betrachtung der Welt um ihn herum resultieren. Sowohl Goofy als auch Holmes Persönlichkeiten sind durch untrügliche Intuition gekennzeichnet, die ihrem persönlichen Duktus entspricht. Sie folgen ihrer eigenen Philosophie und leben im Hier und Jetzt, sie machen, was ihnen Spaß macht und beugen sich gesellschaftlichen Konventionen nur selten freiwillig.
Demzufolge lag die Entscheidung nahe, Goofy zum Titelhelden Sherlock Holmes zu machen und beide Universen zu entschlüsseln, teilweise zu überlagern und schließlich eine glaubwürdige Disney-Version von Sherlock Holmes zu erhalten, die alles andere als oberflächlich, sondern ausgesprochen passend erscheint. Außerdem ist es nicht das erste Mal, dass Goofy in den Comics der heimliche Held des Abenteuers ist: Das bekannteste Beispiel hierfür dürfte die Asgardland-Saga sein.[8]
In dem vertauschten Rollengefüge kommt Micky Maus – der sonst in Entenhausen als stadtbekannter Privatdetektiv auf Verbrecherjagd geht – allenfalls die Aufgabe des hilfsbereiten Begleiters von Holmes zu. An der Seite von Goofy Holmes tritt Dr. Mauson als wertvolle Hilfe bei der Lösung des Falls auf, dessen Hintergründe aber einzig von dem Ermittler selbst durchschaut werden. Mausons Methoden bezeichnet er als „linear“, demnach als vorhersehbar und naheliegend, geradezu konventionell. Erst im Verlauf späterer Abenteuer lernt Watson, wie Holmes zu denken und auf scheinbar kleinste Details zu achten, um Logikketten zu bilden. Anders als in vorherigen Comic-Parodien von Holmes und Watson ist es damit nicht Micky Maus, der wie in der „Sir Dionys“-Serie der eigentliche Kopf des Duos ist, sondern Goofy Holmes Einfälle erweisen sich doch nicht als unbegründet und tragen schlussendlich zur Aufklärung des Rätsels bei.[9]
In Eine Soße in Scharlachrot scheinen die Betroffenen Opfer einer freiwilligen kulinarischen Entscheidung geworden zu sein, doch Goofy Holmes beginnt nervös, aber dennoch mit einer ihm innewohnenden Systematik, den Tatort genau zu untersuchen, was seinen Kollegen im Raum äußerst rätselhaft erscheint. Als Leser verfolgt man neugierig, wie Holmes‘ Spürsinn (den man schon zu Beginn der Geschichte auf triviale Art und Weise bei der ersten Begegnung zwischen Holmes und Mauson kennengelernt hat) nun auf Hochtouren arbeitet, um sich vor seinem geistigen Auge den Tathergang zu erschließen. Hingegen sammelt Mauson die offensichtlichen Beweise, klärt Zeugenaussagen und übernimmt damit zwar auch einen nicht unwichtigen Teil der Ermittlungsarbeit, überlässt die Schlussfolgerungen jedoch seinem neuen Freund Holmes.
Das Geheimnis der roten Soße scheint nicht unbedeutend zu sein, sondern weckt vor allem die Neugier des Ermittlers: So kann Goofy Holmes nicht anders, als aufgeregt nach Hause zurückzukehren und sich an die Arbeit zu machen, indem er sein Wissen voll ausschöpft und seine mehr oder weniger geheimen Methoden einsetzt.
Graphische Gestaltung und Stil Bearbeiten
Der 1968 geborene Paolo Mottura erweist sich als treffende Wahl für die optische Inszenierung der Comicadaption „Eine Soße in scharlachrot“. Motturas eleganter, weicher und eindringlich fließender Stil, der den Künstler auszeichnet, kommt bei der grafischen Gestaltung der Geschichte voll zur Geltung. Sein Stil harmoniert hervorragend mit den Schauplätzen der Handlung, der Ausgestaltung der Figuren und der Struktur der in Etappen erzählten Handlung.
Motturas geschwungener Stil kommt vor allem bei der Darstellung der besonderen Schauplätze der Geschichte zum Tragen, vor allem bei der Darstellung des viktorianische London mit seinen dicht bebauten Gassen, großen Plätzen und Palästen und den schäbigen Kaschemmen. Tiefe Einblicke in den Alltag der einfachen Bevölkerung erhält man bei der Verfolgungsjagd von Dr. Mauson und dem unbekannten Greis. Für die Hauptstadt des Vereinigten Königreichs präsentiert Mottura verschiedene Ansichten von Straßen und Häusern, welche die Atmosphäre dieser pulsierenden Metropole hervorragend wiedergeben. Eindrucksvolle Bildausschnitte, dank derer er auch das geschäftige Stadtleben zwischen Geschäftsleuten, Arbeitern, Streunern und Kutschern, die durch die Straßen sausten, zeigt, lassen den Leser in die Welt von Sherlock Holmes und Dr. Watson eintauchen.[10]
Die Gestaltung von Sherlock Holmes‘ Wohnung entspricht sehr genau den literarischen Vorgaben aus den Geschichten von Doyle und wurde offensichtlich auch von TV-Adaptionen inspiriert: augenscheinlich der detailverliebten Fernsehproduktionen mit Jeremy Brett als Sherlock Holmes. Nicht nur das Gebäude in der Bäcker Street 221B, sondern auch das großzügige Wohnzimmer mit den Sesseln, dem stattlichen Kamin und der bemerkenswerten Fensterfront mit Blick auf die belebte Straße, erinnern an die TV-Serie. Gleiches gilt für Holmes Studierzimmer mit den Laborgeräten, Fläschchen, Büchern und scheinbar willkürlich verstreuten Notizzetteln. Es liegt nahe, dass Bruno Enna und Paolo Mottura genaue Vorstellungen davon entwickelten, was in den Comicpanels zu sehen sein sollte. Für die prägende Kolorierung arbeitete Paolo Mottura zudem eng mit Emanuele Virzì zusammen, der sich bei der Farbwahl auf gedämpfte, erdige Farben fokussierte.
- „Brunos Texte sind so tiefgründig und so reichhaltig, dass ich mich einfach davon mitreißen lassen muss.“– Paolo Mottura in einem Interview für die französische Veröffentlichung
Was die Figuren angeht, hält sich Mottura bei den beiden Protagonisten an die klassischsten Kostüme und zeigt bei den vielen Nebenfiguren eine Vorliebe für die Kleidung der damaligen Zeit. Selbstverständlich trägt Holmes einen langen dem Inverness-Mantel und die für ihn so typische Deerstalker-Mütze – obwohl Jagdhüte üblicherweise nicht in der Stadt getragen wurden und dieser Hut nur in einer einzigen Geschichte erwähnt wird.[11]
Auch Mauson bleibt der ikonischen Melone treu und lässt nach der anstrengenden Verfolgungsjagd auch seinen Stock nicht vermissen, auf den er sich erschöpft stützt (ein Detail, das in den Büchern immer dann erwähnt wird, wenn Watson nach einer Verausgabung Schmerzen im Knie aufgrund seiner alten Kriegsverletzung hat und das von Enna und Mottura daher wohl nicht zufällig wiedergegeben wird).
Insbesondere für die Gestaltung von Goofy Holmes greift Mottura mit der Ausdruckskraft und der verspielten Schauspielkunst jene Elemente wieder auf, die Goofy in den Zeichentrickkurzfilmen der 1950er Jahre auszeichneten, während Micky mit einer wirklich bemerkenswerten Intensität und Ausstrahlung dargestellt wird.
Besonders erwähnenswert hinsichtlich der grafischen Arbeit von Paolo Mottura sind die speziellen Vignetten, die Rückblenden oder Erzählungen einiger Figuren enthalten. Für diese Sequenzen, verwendete Mottura beeindruckende Aquarell- und Pastelltechniken, die den Szenen eine besondere Eleganz verleihen. Einerseits dient der deutlich veränderte Stil dem praktischen Zweck, diese Passagen vom Rest der gegenwärtigen Geschichte abzugrenzen. Andererseits wird ein bemerkenswerter künstlerischer Effekt erzeugt, der mit den historischen Illustrationen aus einigen Ausgaben der Sherlock-Holmes-Bücher vergleichbar ist. Die verblüffende Ähnlichkeit im Stil ist unverkennbar an eine Hommage an die Romane.
Die Zeichnungen für den ersten Sherlock-Holmes-Roman „Eine Studie in Scharlachrot“ wurden von David Henry Friston angefertigt. Seine Illustrationen begleiteten die Erstveröffentlichung der Geschichte im Jahr 1887 in der Zeitschrift „Beeton’s Christmas Annual“. Obwohl Sidney Paget heute als der berühmteste Sherlock-Holmes-Illustrator gilt und das klassische Aussehen des Detektivs prägte, begann seine Arbeit erst 1891 mit den Kurzgeschichten im Strand Magazine. Paget wählte seinen Bruder Walter als Modell für den Detektiv und zeigte Holmes als einen schlanken, hochgewachsenen Ästheten mit prägnanten Gesichtszügen und zunehmenden Geheimratsecken darstellt.[12]
Die erwähnten Rückblende-Sequenzen, die den zweiten Teil der Geschichte prägen, erscheinen in eindrücklich kunstvollen Vignetten, die einem Bilderbuch nahekommen. Die Panels sind durch geschwungene Rahmen gekennzeichnet und kommen mit einer reduzierten Farbpalette daher, die vorwiegend mit Rot- und Grautöne in verschiedenen Nuancen besticht. Des Weiteren wurde die originale Veröffentlichung eine gesonderte, schnörkelige Schriftart für die Bildunterschriften ausgewählt, die einer stilsicheren Handschrift gleicht. Für den deutschsprachigen Abdruck begnügte man sich jedoch mit der normalen Schriftart (in Fettdruck), wodurch die besondere Ästhetik dieser Passagen im LTB Crime 27 nicht in seiner Gänze zum Tragen kommt.
Gemeinsamkeiten und Unterschiede zur literarischen Vorlage Bearbeiten
In den meisten Holmes-Geschichten fungiert der praktisch veranlagte, bodenständige Dr. Watson, der enge Freund und zeitweilige Mitbewohner des Detektivs, als Chronisten, der die Ereignisse in Tagebuchform zusammenfasst. In vier Abenteuern wird Holmes sogar selbst zum Erzähler: „In The Lion’s Mane“ (dt. Die Löwenmähne) und „The Blanched Soldier“ (dt. Der erbleichte Soldat) ist Holmes der alleinige Ich-Erzähler; „The Musgrave Ritual“ (dt.: Das Musgrave-Ritual) und „The Gloria Scott“ (dt. Die Gloria Scott) sind in Form einer Schachtelgeschichte gestaltet: die Binnenhandlung ist eine von Holmes erzählte Erinnerung, Watson wird zum Zuhörer und Erzähler der kurz einleitenden Rahmenhandlung. Zwei weitere Geschichten, „His Last Bow“ (dt. Seine Abschiedsvorstellung) und „The Mazarine Stone“ (dt. Der Mazarin-Stein) werden in der dritten Person erzählt. Im Roman „A Study in Scarlet“ (dt. Eine Studie in Scharlachrot) wird die Ich-Erzählung Watsons durch einen längeren Einschub über Ereignisse der Vergangenheit unterbrochen, der ebenfalls in der dritten Person erzählt wird.
Im Ergebnis fand Doyle immer den richtigen Ansatz, um den Lesern der Wochenzeitschrift die Handlungen zu präsentieren, ohne sie zu verfälschen. Indem er einfach mit den Spielräumen spielte, die ihm die Werke boten, um bestimmte Elemente in „weichere“ Elemente zu übertragen, veränderte er die narrative Entwicklung der Geschichten nicht entscheidend.
Diesen Ansatz griff Bruno Enna erneut auf, als er das Skript für die Comicadaption Eine Soße in scharlachrot entwickelte. Die Treue zu der von Conan Doyle vorgegebenen Abfolge der Ereignisse ist nach wie vor vorhanden. Lediglich moduliert der sardische Comicautor einige Elemente, die die Geschichte weniger gut funktionieren lassen könnten, wenn sie absolut identisch in die Disney-Adaption übertragen worden wären.
So wird bei Eine Studie in Scharlachrot die Gestaltung des gesamten zweiten Teils des Abenteuers von einer nacherzählten Rückblende eingenommen. Die lange Rückblende im Originalomans, die als Geschichte innerhalb der Geschichte fungiert, wird im Comic deutlich gestrafft und mit dem richtigen Ton erzählt, um den Leser nicht zu langweilen. In diesem Sinne ist die Arbeit des Zeichners Paolo Mottura entscheidend, der eine malerische Illustrationstechnik einsetzt, um diese Seiten auf faszinierende Weise von den anderen Panels unterscheidbar zu machen.
Die größten Abweichungen zwischen Original und Comic bestehen in ebenjener Rückblende, die in den USA spielt. Während es im Roman um Ereignisse des jungen Trapper Jefferson Hope im Bundesstaat Utah geht, wurde die Handlung im Comic nach Colorado verlegt, wo Jeff als einfacher Cowboy gezeigt wird. Das komplizierte Thema um die Polygamie und Zwangsverheiratung unter den Angehörigen der Mormonen wird im Comic vollständig umgangen, hier konzentriert sich alles auf das Rezept der roten Chili-Soße.
Vor besondere Herausforderungen stellte die Comic-Künstler wahrscheinlich das im Roman mit echtem Blut an die Wand geschmierte Wort „Rache“. Dies führt die Scotland-Yard-Kriminalbeamten im Originalroman zu der Mutmaßung, es könnte sich entweder um den englischen Vornamen „Rachel“ handeln oder um das deutsche Wort „Rache“, wobei letzteres vom Goethe-Kenner Holmes, der auch ansonsten des Deutschen mächtig ist, als wahrscheinlicher angesehen wird. In der humorvollen Comic-Version bekam die wichtigste Zutat der roten Soße den Namen „Peperoncino Race-horse“.
Dieses starke Chili sollte nur mit äußerster Sparsamkeit verwendet werden, weil es Lähmung verursachen konnte, wie Jeff später erklärt. Er stellte sich mit der Peperoni zuerst dem betrügerischen Händler vor und dieser bat darum, den Namen der Zutat an die Wand zu schreiben, damit er ihn richtig abschreiben konnte. Der junge Mann Jeff war damit einverstanden, machte aber einen Rechtschreibfehler (das machte er immer) und drehte die Position des H: So wurde aus „race“ irrtümlicherweise „rache“.
Im Gegensatz zum Originalroman, in dem das erste Opfer durch die Einnahme einer Giftpille verstirbt, kommt entsprechend der Disney-Leitlinien im Comic niemand zu Tode. In der Disney-Parodie werden beide Opfer lediglich durch eine Überdosis der extremscharfen Chilisauce in eine anhaltende Schockstarre versetzt und quasi gelähmt. Im Roman wird Mister Stangersons nicht vergiftet, sondern wurde durch einen tiefen Einstich auf der linken Seite umgebracht.
Auch andere Personen versterben im Comic nicht. Beispielsweise wird auch Lucys Vater im Originalroman ermordet und auch Lucy verstirbt kurz darauf, woraufhin Jefferson auf ewig Rache schwört. Er selbst eröffnet Holmes, Watson und den beiden Polizisten zudem, dass er an einer schweren Herzerkrankung leidet. Gleich am ersten Tag nach seiner Festnahme erliegt Jefferson Hope seiner Krankheit und wird, noch bevor es zu einer Verurteilung kommt, mit einem Lächeln im Gesicht tot in seiner Zelle aufgefunden. Für den Täter Jeff gibt es im Comic ein Happy End, denn er wird freigesprochen, erhält Rezept und ring zurück und kehrt zurück nach Amerika, wo er Lucy zur Frau nimmt und sich damit seinen Lebenstraum erfüllt.
In Eine Studie in Scharlachrot kommt nach der Veröffentlichung der Zeitungsannonce eine alte Frau namens „Mrs. Sawyer“ in die Baker Street, um den Ring abzuholen, den angeblich ihre Tochter verloren hat. Holmes folgt ihr, indem er auf ihre Droschke springt, da er sicher ist, dass sie ihn zum Mörder führt. Später folgert Sherlock Holmes, dass die alte Dame ein junger Mann ist, der sich verkleidet hat, um ihn zu täuschen. Zu dieser Erkenntnis kommt im Comic auch Dr. Mauson, der hier die Verfolgungsjagd übernommen hat und anstelle einer alten Frau einen alten Mann mit Bart verfolgt.
Während dieser Verfolgungsjagd gibt es ein Panel, in dem ein rothaariger Mann mit dichtem roten Bart beim Barbier sitzt und sich die Haare schneiden lässt. Dabei könnte es sich um eine Anspielung auf die kuriose Holmes-Geschichte „Die Liga der Rotschöpfe“ handeln.
Sowohl im Original auch im Comic ist es am Ende die Polizei, die laut Dr. Mauson „die Lorbeeren einheimst“. Da die Zeitungen hauptsächlich die Leistungen der b Polizisten würdigen, Holmes jedoch nur beiläufig erwähnen, zeigt sich der Meisterdetektiv im Roman von Doyle enttäuscht. Watson entschließt sich daher, die wahre Geschichte hinter der Lösung des Falls zu veröffentlichen. Goofy Holmes dagegen kommentiert diesen Umstand nicht und wirkt dadurch bescheidener.
In einer Szene trägt Goofy Holmes einen ausgereiften Camouflage-Anzug, der ein Streifenmuster wie dem auf der Tapete seines Zimmers aufweist und ihn dadurch „unsichtbar“ vor den Blicken von Mrs. Hundson machen lässt. Einen solchen Anzug trägt Holmes am Ende des Kinofilms „Sherlock Holmes: Spiel im Schatten“ aus dem Jahr 2011 mit Robert Downey Jr. in der Hauptrolle. Im Videospiel „Sherlock Holmes: Chapter One“ ist Camouflage ein zentrales Element, das Spieler nutzen, um mit Passanten zu interagieren oder unauffällig Informationen zu beschaffen können – und auch hier probiert Holmes diese Fähigkeit zuvor in seinen eigenen vier Wänden aus. Auch eine Puppe von Holmes selbst, mit der der Comic-Holmes Fechten übt, taucht im Film auf und nimmt Bezug auf die Puppe mit dem Wachsgesicht aus dem Roman „Das leere Haus“, mit der Sherlock Holmes einen gefährlichen Scharfschützen überlistet.[13]
Im Comic stellt Goofy Holmes dem verdutzten Dr. Mauson eine Zimmerpflanze namens Benjamin vor. Dass Holmes ein ausgewiesener Experte für Botanik ist und zum Beispiel eine große Vorliebe für Rosen hegt, wird vor allem in der Erzählung „Der Flottenvertrag“ deutlich.[14]
Abweichungen in der deutschsprachigen Übersetzung Bearbeiten
In der deutschsprachigen Übersetzung wurden einige Sachverhalte teilweise im Stile des deutschen Disneycomic-Universums leicht verändert. Dies betrifft insbesondere Namen: So wurde aus „John H. Topson“ der Doktor „Micky Y. Mauson“ und aus dem Jungen „Tappins“ der Junge „Higgins“. Im italienischen Original hat der unbekannte US-Amerikaner keinen Namen, im deutschen heißt er „Jeff“ – in Anlehnung an den Originalnamen Jefferson im Roman. Außerdem wurde aus nicht ersichtlichen Gründen seine Freundin umbenannt: Von „Lucy“ wie im Original zu „Susy“.
Die Wohnung von Goofy Holmesy liegt in der italienischen Version in der „Ratker Street 221 B“ statt in der eingedeutschten „Bäckerstraße 221B“. Der erste Tatort wird im Stadtteil „Ratkinston Gardens“ entdeckt, im Deutschen dagegen in den unaussprechlichen „Klauriston Gardens“.
Im Originalroman von Doyle war Dr. Watson in Afghanistan als Feldarzt stationiert. Im italienischsprachigen Comic wurde daraus „Trullallerhistan“ und im Deutschen „Quackistan“.
Als der als Greis verkleidete Jeff bei Holmes und Dr. Mauson erscheint, gibt er sich als „Großvater seiner Enkelin Molly“ aus. Im Italienischen ist allerdings ihr Vater.
Auch zeigt sich der geniale Sherlock Holmes im Deutschen weniger spendabel gegenüber dem Anführer seiner Bäckerstreet-Patrouille: Anstelle eines ganzen Shillings verspricht er Miggins nur einen halben Shilling als Lohn für seine Dienste.
Anders als in der italienischen Version wird in den letzten Panels des Abenteuers von Dr. Mauson nicht auf Holmes' Besessenheit von „Professor M.“ (gemeint ist sein Erzfeind Professor Moriarty) hingewiesen. Zuletzt notiert Dr. Mauson in sein Tagebuch später mannigfaltig wiederverwendete Bemerkung von Sherlock Holmes, dass die Lösung des Falls stets „elementar“ sei. Im Deutschenhielt man sich dabei nicht an den exakten Wortlaut.
Fortsetzung Bearbeiten
Nicht zuletzt wegen der Beliebtheit von Eine Soße in Scharlachrot wagten sich Bruno Enna und Paolo Mottura schon nach kurzer Zeit an eine Fortsetzung. Diese erschien in September 2025 und wurde in Topolino 3642 erstveröffentlicht. Bei dem zweiteiligen Abenteuer Pippo Holmes in: Il gattino dei Bauskerville (auf Deutsch so viel wie: „Das Kätzchen von Bauskerville“) handelt sich um eine Parodie auf Der Hund von Baskerville. Das Original von Sir Arthur Conan Doyle entstand im Jahr 1901 und wurde als Fortsetzungsgeschichte im Strand Magazine veröffentlicht.
Mit Il gattino dei Bauskerville kehrt Autor Bruno Enna zu der beunruhigenden und beklemmenden Atmosphäre zurück, die in den meisten seiner vorherigen Schauergeschichten-Parodien von zentraler Bedeutung ist. Ganz im Sinne des ursprünglichen Werks bleiben die unheimlichen Elemente ohne besondere Abschwächungen im Comic wirkungsvoll erhalten. Einzig die Auflösung ist gewohnt etwas ruhiger, weniger katastrophal und gewaltfrei.
Wie bei Eine Soße in Scharlachrot gibt es jedoch auch hier eine Überarbeitung der beiden Künstler, die eine Handlung zwischen Humor und Drama schaffen und die düsteren Schauplätze und unheilkündenden Episoden des Romans in eindrucksvolle szenografische Akzente verwandeln. Amüsant ist der Gegensatz zwischen dem monströsen Hund und den verschmusten Kätzchen, ganz zu schweigen von der ängstlichen Pantherin.
Die Rückblenden sind mit derselben Technik wie in der vorherigen Parodie gelöst: Vignetten mit gewellten Rändern und zweifarbigen Farben. Was die trostlose, nebelverhangene Landschaft betrifft, so wird der Zeichenstil hier verstörender. Dank der Überwachung der Kolorierung durch den Künstler, die von Irene Fornari realisiert wurde, entsteht ein faszinierender Effekt, der den Leser in diese ästhetischen Gefilde eintauchen lässt. Auch in dieser faszinierenden Produktion des Duos finden sich wieder filmähnliche Szenen von oben oder im Schnitt, Bilder im Gegenlicht und raffinierte Hell-Dunkel-Kontraste.
Die letzte Seite der Geschichte impliziert eine weitere Fortsetzung, die an den Wasserfällen bei Reichenbach ihr Finale finden soll[15] – und damit Bezug auf den letzten Kurzroman von Sir Arthur Conan Doyle mit dem Titel „Das letzte Problem“ nimmt.
Veröffentlichungen Bearbeiten
Die Geschichte wurde im italienischen Topolino-Magazin in zwei Teilen erstveröffentlicht. Der erste Teil erschien in Topolino Nummer 3572 vom 8. Mai 2024; der zweite in Topolino Nummer 3573 vom 15. Mai 2024.
Anlässlich der Turiner Buchmesse erschien am 15. Mai 2024 zudem eine Variant-Version des Topolino mit einem speziell gestalteten Variant-Cover von Paolo Mottura, welches durch einen speziellen „Goldlack”-Effekt im Kontrast zum Tuschestrich verziert ist. „Die Redaktion schlug den Stil alter Stiche aus dem 19. Jahrhundert vor und ich habe daher eine Zeichnung im Retro-Stil in Sepiafarben angefertigt, auf der Goofy Holmes auf den Dächern steht und den Horizont absucht, während in der Ferne die Skyline von London und ein Gebäude zu sehen sind, aus dessen Fenster Micky alias Dr. Watson schaut. Die Farben sind warm und gedämpft“, erklärte Mottura den Entstehungsprozess. [16]
Ab 29. Mai 2024 konnte online und im Handel eine weitere Edition mit dem Titel Sherlock Holmes raccontato da Topolino als Ausgabe 44 des Disney Special Event erworben werden, die bereits zur Turiner Buchmesse als Preview aufgelegt wurde und eine Auswahl von Disneycomics um Sherlock Holmes beinhaltet. Diese verfügt über ein neues Cover von Paolo Mottura, das Goofy Holmes (und Dr. Mauson) beim Experimentieren in seinem Studierzimmer zeigt.
Schließlich erschien am 11. September 2025 der Sammelband Le avventure di Pippo Holmes, der beide Holmes-Abenteuer Eine Soße in Scharlachrot und Il gattino dei Bauskerville vereint, als 18. Ausgabe der Literaturadaption-Reihe Letteratura Disney Panini Nr. 18 in Italien. Dieser leinenbzogene Luxusband zum Preis von 24,00 Euro enthält neben einem Vorwort von Massimo Polidoro zwei lange Interviews mit Enna und Mottura sowie eine großzügige Anzahl von Skizzen und Illustrationen.[17]
Die deutsche Veröffentlichung der ersten Detektivgeschichte um Goofy Holmes und Dr. Mauson erfolgte im Herbst 2025 in LTB Crime 27 und damit innerhalb der prominenten Nebenreihe des Lustigen Taschenbuchs, die ausschließlich Kriminalgeschichten enthält.
Im November 2024 war die Geschichte bereits in Frankreich und Brasilien erschienen.
Rezeption Bearbeiten
Der erste Fall von Goofy Holmes und seinem Assistenten Dr. Mauson kommt auf Basis der bisherigen „Disney“-Variationen dem Vorbild der Figur außergewöhnlich nahe. Die Grundlage der Detektivgeschichte von Doyle prägte die moderne Literatur nicht nur im Krimi-Genre, sondern war auch ausschlaggebend für viele spätere Produktionen für die große und kleine Bühne. Autor Bruno Enna entwirft für seine Comic-Adaption eine Handlung, die gekonnt die klassischen Dynamiken des Genres mit denen seiner beiden Darsteller verbindet. Wie es der Tradition entspricht, verlieren die Figuren aus dem Maus-Universum und damit die heimlichen Protagonisten der Parodien ihre klassischen Eigenheiten nicht, sondern bringen sie auch dann zum Tragen, wenn sie zu „Schauspielern” einer Adaption werden.
Der erste und offensichtlichste Schachzug mag daher zunächst trügerisch erscheinen, erweist sich aber im Verlauf der Geschichte als absolut erfolgreich: Im Gegensatz zu den mittlerweile archetypischen Rollen innerhalb der Disney-Comics ist es nicht Micky Maus, der Sherlock Holmes spielt. Sein Kumpel Goofy fungiert nicht als Sidekick, sondern die Rollen sind dieses Mal miteinander vertauscht. Nun tritt Goofy Holmes als brillanter, wohl überlegender, kühler Taktiker mit Weitsicht auf, wogegen Micky geradezu vorschnell, impulsiv und gefühlsgetrieben agiert.
Dies ermöglicht es dem Skriptautor, die scheinbare Extravaganz von Goofy als wahren Schlüssel zum Verständnis der Welt zu nutzen und damit Goofy Holmes als einen divergierenden Denker darzustellen, der folglich authentischer und sensibler für die Situationen ist, die sich ihm bieten. Sowohl Goofy als auch Sherlock Holmes sind in gewisser Weise exzentrisch, werden von anderen wegen ihrer Fähigkeit, die Dinge aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten, als „seltsam” bezeichnet und sind daher als Fantasiefiguren ewig faszinierend. Die Figur des Goofy Holmes ist gut konstruiert, ein bisschen der geniale Ermittler und ein bisschen der normale schrullige Goofy, den man schon immer kennt. Auch bei Micky Maus alias Dr. Mauson ist es gelungen, eine überzeugende Rolle zu schaffen, die sicherlich weit entfernt ist von der tollpatschigen Rolle, die Nigel Bruce als Dr. Watson in den Filmen mit Basil Rathbone um die 1940er Jahre spielte.[18]
Die Entscheidung von Enna, daher Goofy und seine Dynamik mit dem rationaleren Dr. Mauson zusammenzubringen, ist im Ergebnis sehr wirkungsvoll. Das ungleiche Duo, das sich noch nicht so gut kennt, fesselt sofort den Leser, der gespannt ist, wie sich die beiden in dieser neuen Erzählwelt schlagen werden. Gleichsam bietet die Kombination viel Potenzial für Humor und markige Sprüche in den Dialogen der beiden.
Abgesehen von den notwendigen Anpassungen gelingt es dem Autor, sich auch in den weniger einfach zu bewältigenden Passagen an den Aufbau und die Struktur des Originalromans zu halten und dem Publikum eine liebevolle Hommage an den Debüt-Roman von Sherlock Holmes und Dr. Watson bieten.
In den Zeichnungen verleiht Paolo Motturas kinetischer und fast nervöser Strich mit schlanken Figuren der Geschichte viel Dynamik, Pragmatismus und Ausdruckskraft. Bei intensiver Durchdringung mancher Szenen wird man auch von einer gewissen Lyrik ergriffen, die gut zum Setting des stets nebligen Londons passt. Hervorzuheben sind vor allem die wunderbaren Rückblenden, die künstlerisch auf einem noch höheren Niveau zu würdigen sind.
Eine Soße in Scharlachrot ist ein guter Auftakt für eine neue Reihe von Parodie-Geschichten, die Spektakel, Unterhaltung, Humor und Treue zur Vorlage versprechen. Auch wenn die Handlung in der Disney-Welt ziemlich absurd und unwahrscheinlich erscheint, wird es mit einer Figur wie Goofy Holmes sicherlich niemals langweilig.
Weblinks Bearbeiten
Einzelnachweise Bearbeiten
- ↑ https://de.wikipedia.org/wiki/Basil,_der_gro%C3%9Fe_M%C3%A4usedetektiv#Hintergr%C3%BCnde abgerufen am 28.03.2026
- ↑ https://sherlockholmes.fandom.com/de/wiki/Sir_Dionys abgerufen am 28.03.2026
- ↑ https://sherlockholmes.fandom.com/de/wiki/Sherlock_Goof_gegen_Professor_Marabuse abgerufen am 22.03.2026
- ↑ https://sherlockholmes.fandom.com/de/wiki/Shedlock_Jones abgerufen am 22.03.2026
- ↑ Markus von Hagen: Neue Entenhausener Geschichten – Sherlock Holmes in Entenhausen‘‘ (DDSH 426)
- ↑ https://disney-comics.fandom.com/it/wiki/Pippo_Holmes_in:_Una_salsa_in_rosso#Curiosit%C3%A0 abgerufen am 25.01.2026
- ↑ abgerufen am 22.03.2026
- ↑ https://www.meganerd.it/recensione/pippo-holmes-in-una-salsa-in-rosso/ abgerufen am 21.03.2026
- ↑ https://www.meganerd.it/recensione/pippo-holmes-in-una-salsa-in-rosso/ abgerufen am 21.03.2026
- ↑ https://www.meganerd.it/recensione/pippo-holmes-in-una-salsa-in-rosso/ abgerufen am 21.03.2026
- ↑ https://de.wikipedia.org/wiki/Deerstalker-M%C3%BCtze abgerufen am 07.02.2026
- ↑ https://de.wikipedia.org/wiki/Sherlock_Holmes#Holmes_in_den_Illustrationen abgerufen am 07.02.2026
- ↑ https://de.wikipedia.org/wiki/Sherlock_Holmes:_Spiel_im_Schatten abgerufen am 22.03.2026
- ↑ https://sherlockholmes.fandom.com/de/wiki/Rose abgerufen am 22.03.2026
- ↑ https://www.lospaziobianco.it/pippo-holmes-un-detective-dal-pensiero-laterale/ abgerufen am 28.01.2026
- ↑ https://www.globalstorytelling.it/2024/05/06/topolino-a-paperopoli-arriva-quacknik-spinner/ abgerufen am 27.01.2026
- ↑ https://www.lospaziobianco.it/pippo-holmes-un-detective-dal-pensiero-laterale/ abgerufen am 28.01.2026
- ↑ https://www.sherlockmagazine.it/9600/pippo-holmes-in-una-salsa-in-rosso abgerufen am 22.03.2026