LTB 40: Rezension: Unterschied zwischen den Versionen
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[[Bild:LTB_040-5.jpg|right|500px|thumb|Eine mysteriöse Atmosphäre prägt auch die Erinnerung des überfallenen und ausgeraubten Professor Pollen in Martina/Carpis "Micky und die Schattendiebe" (© Egmont Ehapa)]] | [[Bild:LTB_040-5.jpg|right|500px|thumb|Eine mysteriöse Atmosphäre prägt auch die Erinnerung des überfallenen und ausgeraubten Professor Pollen in Martina/Carpis "Micky und die Schattendiebe" (© Egmont Ehapa)]] | ||
Das Motiv der Trennung eines Menschen von seinem Schatten hatte erstmals Adelbert von Chamisso in „Peter Schlemihls wundersame Geschichte“ im Jahr 1813 verwendet. In dem romantischen Kunstmärchen ist es eine Teufelsgestalt, die Schlemihl dazu verführt, seinen Schatten gegen einen nie versiegenden Sack voller Gold einzutauschen. Schlemihl erfährt bitter, dass ihn die Schattenlosigkeit aus der Gemeinschaft der Menschen ausstößt. In den italienischen Disney-Comics hatte bereits 1960 [[Ennio Missaglia]] das Motiv in „Micky und die Rebellion der Schatten“ ([[LTB 11]]) aufgegriffen. [[Giovan Battista Carpi]], der bereits die damalige Geschichte zeichnete, wurde von [[Guido Martina]] 1968 auch für diesen Comic herangezogen. Der Schauder, der die Opfer des Schattendiebstahls in dem Moment überkommt, in dem sich der Schatten von seinem Körper löst, überträgt sich ziemlich eindrucksvoll auf den Leser. Im atmosphärischen Setting von Mondlicht, spukhafter Nacht, abgeschiedener Küstenlinie und verfallener Villa entsteht vor allem in der ersten Hälfte der Geschichte ein wirkungsvoller Grusel, der in dem blinden Bettler mit Ziehharmonika eine starke Personifikation findet. Auch die vier Bandenmitglieder sind noch durchaus charakteristisch und interessant gestaltet. Ähnlich wie in der „Seebarbenbucht“ in diesem LTB kann auch hier das letzte Drittel mit den Vorgängen um die letztliche Überwältigung der Bande nicht mehr mithalten. Die Recherche nach „Solidox“, einer Pille aus festem Sauerstoff, die das | Das Motiv der Trennung eines Menschen von seinem Schatten hatte erstmals Adelbert von Chamisso in „Peter Schlemihls wundersame Geschichte“ im Jahr 1813 verwendet. In dem romantischen Kunstmärchen ist es eine Teufelsgestalt, die Schlemihl dazu verführt, seinen Schatten gegen einen nie versiegenden Sack voller Gold einzutauschen. Schlemihl erfährt bitter, dass ihn die Schattenlosigkeit aus der Gemeinschaft der Menschen ausstößt. In den italienischen Disney-Comics hatte bereits 1960 [[Ennio Missaglia]] das Motiv in „Micky und die Rebellion der Schatten“ ([[LTB 11]]) aufgegriffen. [[Giovan Battista Carpi]], der bereits die damalige Geschichte zeichnete, wurde von [[Guido Martina]] 1968 auch für diesen Comic herangezogen. Der Schauder, der die Opfer des Schattendiebstahls in dem Moment überkommt, in dem sich der Schatten von seinem Körper löst, überträgt sich ziemlich eindrucksvoll auf den Leser. Im atmosphärischen Setting von Mondlicht, spukhafter Nacht, abgeschiedener Küstenlinie und verfallener Villa entsteht vor allem in der ersten Hälfte der Geschichte ein wirkungsvoller Grusel, der in dem blinden Bettler mit Ziehharmonika eine starke Personifikation findet. Auch die vier Bandenmitglieder sind noch durchaus charakteristisch und interessant gestaltet. Ähnlich wie in der „Seebarbenbucht“ in diesem LTB kann auch hier das letzte Drittel mit den Vorgängen um die letztliche Überwältigung der Bande nicht mehr mithalten. Die Recherche nach „Solidox“, einer Pille aus festem Sauerstoff, die das Tauchen ermöglicht, führt übrigens ins Nichts – das haben sich Missaglia/Carpi einfach mal so ausgedacht. | ||
Am Rande noch eine Beobachtung zu Mickys Kleidung: Obwohl Micky in italienischen Comics, unter anderem auch bei Carpi, bereits in den Fünfziger Jahren gelegentlich diesen grünen Hut trug, geht hier dahingehend einiges schief. Am Anfang sieht der Hut nämlich noch aus wie eine Eisenbahnermütze, die Micky noch nie getragen hatte. Man muss dazu wissen, dass die Tradition des grünen Hutes in diesen Jahren vor allem von [[Romano Scarpa]] bewahrt und sogar noch ausgebaut und stilbildend wurde. Micky trägt ihn in diesem Band sowohl in „Kompaß des Khan“ als auch in der späteren, von [[Massimo De Vita|M. de Vita]] gezeichneten „Seebarbenbucht“. Carpi allerdings scheint in der Zwischenzeit vergessen zu haben, wie der Hut tatsächlich auszusehen hat. Er „fängt“ sich erst im Laufe der Geschichte – Erst ab S. 210 nimmt der Hut die lange etablierte Gestalt an. [[Benutzer:Hobrowili|Hobrowili]] ([[Benutzer Diskussion:Hobrowili|Diskussion]]) 19:17, 10. Mär. 2025 (CET) | Am Rande noch eine Beobachtung zu Mickys Kleidung: Obwohl Micky in italienischen Comics, unter anderem auch bei Carpi, bereits in den Fünfziger Jahren gelegentlich diesen grünen Hut trug, geht hier dahingehend einiges schief. Am Anfang sieht der Hut nämlich noch aus wie eine Eisenbahnermütze, die Micky noch nie getragen hatte. Man muss dazu wissen, dass die Tradition des grünen Hutes in diesen Jahren vor allem von [[Romano Scarpa]] bewahrt und sogar noch ausgebaut und stilbildend wurde. Micky trägt ihn in diesem Band sowohl in „Kompaß des Khan“ als auch in der späteren, von [[Massimo De Vita|M. de Vita]] gezeichneten „Seebarbenbucht“. Carpi allerdings scheint in der Zwischenzeit vergessen zu haben, wie der Hut tatsächlich auszusehen hat. Er „fängt“ sich erst im Laufe der Geschichte – Erst ab S. 210 nimmt der Hut die lange etablierte Gestalt an. [[Benutzer:Hobrowili|Hobrowili]] ([[Benutzer Diskussion:Hobrowili|Diskussion]]) 19:17, 10. Mär. 2025 (CET) | ||