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== Der Traum vom Schwarzen Korsaren ==
== Der Traum vom Schwarzen Korsaren ==
[[Bild:LTB_088-1.jpg|right|thumb|Daisy als Grande Dame des Piraten(un)wesens in Bottaros "Der Traum vom Schwarzen Korsaren" (© Egmont Ehapa)]]
{{gut}} [[Donald]] schuldet [[Onkel Dagobert]] einen Taler und flüchtet sich in eine von [[Daniel Düsentrieb]] konstruierte Zeitmaschine – für Hinreisen. Donald findet sich auf einem Piratenschiff wieder und wird von dessen Besatzung mit einer [[Daisy]] ähnelnden Kommandantin an der Spitze als blinder Passagier gebrandmarkt und für niedrigste Arbeiten missbraucht. Ihm folgt Onkel Dagobert, an seiner Seite Polizeihund Hektor, auf dem Fuße. Doch er wird für den Onkel der Daisy-Piratin, den eigentlichen, lange gefangengehaltenen Kommandanten des Schiffes, den [[Dagobert-Pirat|Schwarzen Korsaren]], gehalten, und entsprechend eingekleidet. Die Ober-Seeräuberin findet allerdings Gefallen an Donald und stiehlt sich mit ihm des Nachts in einem Beiboot davon. Parallel dazu kann aber, am Tag seiner geplanten Hinrichtung, der echte Schwarze Korsar aus seiner Haft entfliehen. Er steuert geradewegs die Insel an, auf der er, unbemerkt von seiner Besatzung, ein Geheimvermögen gehortet hatte. Er kommt sich dabei mit seiner Nichte und Donald in die Quere, die es zufällig an die Gestade derselben Insel verschlagen hatte. Der Schwarze Korsar will den Eindringling loswerden und in die Luft sprengen. Doch währenddessen hatte Düsentrieb im zukünftigen Entenhausen die Zeitmaschine perfektioniert. So kommen [[Tick, Trick und Track]], die in einer Flugmaschine auf Rettungsmission für ihre Onkels geschickt werden, gerade noch zurecht, die Zündschnur zu löschen. Auch Dagobert wird gerettet und das Piratenschiff, auf dem er bis zuletzt als Kommandant agierte, gesprengt. Die Seeräuber retten sich auf die nämliche Insel, auf der sie ihrem Kommandanten, der sie betrogen hatte, hinterherjagen. Die Ducks aber können in ihre Gegenwart zurückkehren – hier geht die Jagd weiter, denn die Schulden von einem Taler hat Donald ja schließlich immer noch nicht beglichen…
{{gut}} [[Donald]] schuldet [[Onkel Dagobert]] einen Taler und flüchtet sich in eine von [[Daniel Düsentrieb]] konstruierte Zeitmaschine – für Hinreisen. Donald findet sich auf einem Piratenschiff wieder und wird von dessen Besatzung mit einer [[Daisy]] ähnelnden Kommandantin an der Spitze als blinder Passagier gebrandmarkt und für niedrigste Arbeiten missbraucht. Ihm folgt Onkel Dagobert, an seiner Seite Polizeihund Hektor, auf dem Fuße. Doch er wird für den Onkel der Daisy-Piratin, den eigentlichen, lange gefangengehaltenen Kommandanten des Schiffes, den [[Dagobert-Pirat|Schwarzen Korsaren]], gehalten, und entsprechend eingekleidet. Die Ober-Seeräuberin findet allerdings Gefallen an Donald und stiehlt sich mit ihm des Nachts in einem Beiboot davon. Parallel dazu kann aber, am Tag seiner geplanten Hinrichtung, der echte Schwarze Korsar aus seiner Haft entfliehen. Er steuert geradewegs die Insel an, auf der er, unbemerkt von seiner Besatzung, ein Geheimvermögen gehortet hatte. Er kommt sich dabei mit seiner Nichte und Donald in die Quere, die es zufällig an die Gestade derselben Insel verschlagen hatte. Der Schwarze Korsar will den Eindringling loswerden und in die Luft sprengen. Doch währenddessen hatte Düsentrieb im zukünftigen Entenhausen die Zeitmaschine perfektioniert. So kommen [[Tick, Trick und Track]], die in einer Flugmaschine auf Rettungsmission für ihre Onkels geschickt werden, gerade noch zurecht, die Zündschnur zu löschen. Auch Dagobert wird gerettet und das Piratenschiff, auf dem er bis zuletzt als Kommandant agierte, gesprengt. Die Seeräuber retten sich auf die nämliche Insel, auf der sie ihrem Kommandanten, der sie betrogen hatte, hinterherjagen. Die Ducks aber können in ihre Gegenwart zurückkehren – hier geht die Jagd weiter, denn die Schulden von einem Taler hat Donald ja schließlich immer noch nicht beglichen…


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== Alte Liebe rostet nicht ==
== Alte Liebe rostet nicht ==
{{gut}} Ritter [[Dagobert Duck|Dagobald zu Dagoburg]], ein eingefleischter Junggeselle, muss sich der Nachstellungen [[Gitta|Brigittas von Berlingen]] erwehren. Da kommt ihm der Einfall, den fahrenden Sänger [[Donald]] von der Antenweide seine Verehrerin ansingen zu lassen. Unter dem Vorwand, der Minnesänger habe dadurch das Edelfräulein kompromittiert, lässt Dagobald durch seine Dienerschaft Donald zur Heirat mit Brigitta drängen. Dieser steht nun vor seiner Verlobten [[Daisy|Daislinde]] dumm da. In seiner Not wendet er sich an einen [[Daniel Düsentrieb|Alchemisten]], der rät, durch ein Streikelixier die Leibgarde Dagobalds schachmatt zu setzen. Doch die Ampulle zerbricht und der Wind treibt die Dämpfe in Richtung der Stadt, in der folglich die Bewohner alles stehen und liegen lassen. Derweil flüchtet sich Donald zu seinem Vetter [[Gustav Gans]] jenseits der Eisach, wo [[Klaas Klever|Claus von Cleveland]] herrscht, ein Neider und Konkurrent Dagobalds. Im letzten Moment sabotiert Claus die bereits abgemachte Auslieferung des fahrenden Sängers. Donald berichtet Brigitta alles, und die verbündet sich jetzt mit Daislinde gegen den hinterlistigen Ritter und setzt die Steuerbehörden gegen ihn in Bewegung. Am Ende wird Dagobald auf dem Marktplatz der Stadt an den Pranger gestellt…
{{gut}} Ritter [[Dagobert Duck|Dagobald zu Dagoburg]], ein eingefleischter Junggeselle, muss sich der Nachstellungen [[Gitta|Brigittas von Berlingen]] erwehren. Da kommt ihm der Einfall, den fahrenden Sänger [[Donald]] von der Antenweide seine Verehrerin ansingen zu lassen. Unter dem Vorwand, der Minnesänger habe dadurch das Edelfräulein kompromittiert, lässt Dagobald durch seine Dienerschaft Donald zur Heirat mit Brigitta drängen. Dieser steht nun vor seiner Verlobten [[Daisy|Daislinde]] dumm da. In seiner Not wendet er sich an einen [[Daniel Düsentrieb|Alchemisten]], der rät, durch ein Streikelixier die Leibgarde Dagobalds schachmatt zu setzen. Doch die Ampulle zerbricht und der Wind treibt die Dämpfe in Richtung der Stadt, in der folglich die Bewohner alles stehen und liegen lassen. Derweil flüchtet sich Donald zu seinem Vetter [[Gustav Gans]] jenseits der Eisach, wo [[Klaas Klever|Claus von Cleveland]] herrscht, ein Neider und Konkurrent Dagobalds. Im letzten Moment sabotiert Claus die bereits abgemachte Auslieferung des fahrenden Sängers. Donald berichtet Brigitta alles, und die verbündet sich jetzt mit Daislinde gegen den hinterlistigen Ritter und setzt die Steuerbehörden gegen ihn in Bewegung. Am Ende wird Dagobald auf dem Marktplatz der Stadt an den Pranger gestellt…
[[Bild:LTB_088-2.jpg|left|thumb|550px|Noch wählt Donald von der Antenweide schmeichelnde Töne in Segantini/Chierchinis Canzonen-Spektakel "Alte Liebe rostet nicht" - bald ist er aber der Gelackmeierte (© Egmont Ehapa)]]


Der Zeichner [[Giulio Chierchini]] hat im Verlauf seiner jahrzehntelangen Tätigkeit für Disney Italia wahrlich manche Tiefen durchwatet. Da kommt diese lange, aber nie langweilige Geschichte geradezu als ein unerwarteter kleiner Meilenstein in der Karriere des Genuesers daher. Wie für eine zweite Geschichte aus demselben Jahr 1976 holte sich Chierchini, der überhaupt erst 1975 seine erste Geschichte sicher selbst geschrieben hatte, den jungen [[Edoardo Segantini]] (*1950) als Co-Autor mit ins Boot, der dem Gesamtergebnis merklich guttut. Durchgängig hat „Alte Liebe rostet nicht“ einen erfrischenden Witz in Bild und Text, ohne auf den für diesen Zeichner typischen Hauruck-Humor zu verzichten. Unter vielen Highlights seien mal nur die vor unausgetragener Post überquellende mittelalterliche Stadt, Claus von Clevelands „Minne-Rocker“ mit Beat-Frisuren und die käferartigen „Super-Eintreiber“ genannt. Die Dämpfe aus dem Elixier werden fein zur „Streikwelle“ abstrahiert. Das italienische Original nimmt – auch wenn die Handlung wirklich nur vage Anleihen enthält – Bezug zum historischen Roman „I Promessi sposi“ („Die Verlobten“) von Alessandro Manzoni aus den Jahren 1825–27, der die englischen Romane Walter Scotts zum Vorbild genommen hatte. [[Gudrun Penndorf]] gibt der deutschen Übersetzung einen Drive in Richtung deutsches Mittelalter, indem Chierchinis Held Paperenzo zu einer Persiflage auf den berühmten Minnesänger Walther von der Vogelweise wird. Penndorf nutzt auf S. 94–96 Auszüge aus dessen Minnelied „Under der linden“, wo es unter anderem heißt: „Under der linden an der heide,/dâ unser zweier bette was,/Dâ muget ir vinden/schône beide/gebrochen bluomen unde gras.“ Penndorf ändert hauptsächlich „Bette“ zu „Lager“, wohl um den Text weitestmöglich zu desexualisieren. Hingegen ist das Lied, das Daislinde auf S. 102 singt („Wenn ich ein Vöglein wär‘… und auch zwei Flügel hätt‘“), zwar thematisch verwandt, aber nicht von Walther, sondern ein deutsches Volkslied, das erst seit dem 18. Jahrhundert überliefert wurde. Alle drei – Chierchini, Segantini und Penndorf – machen in „Alte Liebe rostet nicht“ einfach sehr, sehr vieles richtig. (12/15 – Really Good) [[Benutzer:Hobrowili|Hobrowili]] ([[Benutzer Diskussion:Hobrowili|Diskussion]]) 22:02, 4. Okt. 2026 (CEST)
Der Zeichner [[Giulio Chierchini]] hat im Verlauf seiner jahrzehntelangen Tätigkeit für Disney Italia wahrlich manche Tiefen durchwatet. Da kommt diese lange, aber nie langweilige Geschichte geradezu als ein unerwarteter kleiner Meilenstein in der Karriere des Genuesers daher. Wie für eine zweite Geschichte aus demselben Jahr 1976 holte sich Chierchini, der überhaupt erst 1975 seine erste Geschichte sicher selbst geschrieben hatte, den jungen [[Edoardo Segantini]] (*1950) als Co-Autor mit ins Boot, der dem Gesamtergebnis merklich guttut. Durchgängig hat „Alte Liebe rostet nicht“ einen erfrischenden Witz in Bild und Text, ohne auf den für diesen Zeichner typischen Hauruck-Humor zu verzichten. Unter vielen Highlights seien mal nur die vor unausgetragener Post überquellende mittelalterliche Stadt, Claus von Clevelands „Minne-Rocker“ mit Beat-Frisuren und die käferartigen „Super-Eintreiber“ genannt. Die Dämpfe aus dem Elixier werden fein zur „Streikwelle“ abstrahiert. Das italienische Original nimmt – auch wenn die Handlung wirklich nur vage Anleihen enthält – Bezug zum historischen Roman „I Promessi sposi“ („Die Verlobten“) von Alessandro Manzoni aus den Jahren 1825–27, der die englischen Romane Walter Scotts zum Vorbild genommen hatte. [[Gudrun Penndorf]] gibt der deutschen Übersetzung einen Drive in Richtung deutsches Mittelalter, indem Chierchinis Held Paperenzo zu einer Persiflage auf den berühmten Minnesänger Walther von der Vogelweise wird. Penndorf nutzt auf S. 94–96 Auszüge aus dessen Minnelied „Under der linden“, wo es unter anderem heißt: „Under der linden an der heide,/dâ unser zweier bette was,/Dâ muget ir vinden/schône beide/gebrochen bluomen unde gras.“ Penndorf ändert hauptsächlich „Bette“ zu „Lager“, wohl um den Text weitestmöglich zu desexualisieren. Hingegen ist das Lied, das Daislinde auf S. 102 singt („Wenn ich ein Vöglein wär‘… und auch zwei Flügel hätt‘“), zwar thematisch verwandt, aber nicht von Walther, sondern ein deutsches Volkslied, das erst seit dem 18. Jahrhundert überliefert wurde. Alle drei – Chierchini, Segantini und Penndorf – machen in „Alte Liebe rostet nicht“ einfach sehr, sehr vieles richtig. (12/15 – Really Good) [[Benutzer:Hobrowili|Hobrowili]] ([[Benutzer Diskussion:Hobrowili|Diskussion]]) 22:02, 4. Okt. 2026 (CEST)
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== Carmen olé ==
== Carmen olé ==
{{hl}} Der junge Sänger [[Donald|Don Dosé]] hat sich Hals über Kopf in die schöne Tabakhändlerin [[Daisy|Carmen]] verliebt. Doch die nutzt ihn nur aus – ausstaffiert wie ein Dragoner, soll er dafür sorgen, dass das Schmugglerboot nicht von den Grenzpolizisten aufgebracht wird. Doch das funktioniert nicht und Carmen lässt Don Dosé über die Klinge springen. Als der Sänger aus der Haft entlassen wird, schwört er Rache an Carmen und dem Torero [[Gustav|Gustavillo]], mit dem sie heimlich liiert ist. Er ersetzt für den nächsten Stierkampf dessen Schwert durch eine Klinge aus Kristall, die er aus dem Privatmuseum seines Onkels, des Zigarettenfabrikanten [[Dagobert Duck|Don Berto y Duckas]], entwendet hat. Zwar wird Gustavillo mit Schimpf und Schande aus der Arena gejagt, doch Don Dosé ergeht es auch nicht besser, weil er sich vor seinem Onkel in Sicherheit bringen muss – die im Kampf zerbrochene Klinge war einmalig und überaus wertvoll…
{{hl}} Der junge Sänger [[Donald|Don Dosé]] hat sich Hals über Kopf in die schöne Tabakhändlerin [[Daisy|Carmen]] verliebt. Doch die nutzt ihn nur aus – ausstaffiert wie ein Dragoner, soll er dafür sorgen, dass das Schmugglerboot nicht von den Grenzpolizisten aufgebracht wird. Doch das funktioniert nicht und Carmen lässt Don Dosé über die Klinge springen. Als der Sänger aus der Haft entlassen wird, schwört er Rache an Carmen und dem Torero [[Gustav|Gustavillo]], mit dem sie heimlich liiert ist. Er ersetzt für den nächsten Stierkampf dessen Schwert durch eine Klinge aus Kristall, die er aus dem Privatmuseum seines Onkels, des Zigarettenfabrikanten [[Dagobert Duck|Don Berto y Duckas]], entwendet hat. Zwar wird Gustavillo mit Schimpf und Schande aus der Arena gejagt, doch Don Dosé ergeht es auch nicht besser, weil er sich vor seinem Onkel in Sicherheit bringen muss – die im Kampf zerbrochene Klinge war einmalig und überaus wertvoll…
[[Bild:LTB_088-3.jpg|right|thumb|500px|Erst in den späten 1970er Jahren bildete Giovan Battista Carpi seinen schwungvollen Strich voll aus - hier beispielhaft in der Opernadaption "Carmen olé"  (© Egmont Ehapa)]]


Jetzt erst, auf S. 146, erhält der bereits so erbaulich gestartete Band noch einmal einen neuen Drive. [[Giovan Battista Carpi]] zeichnete am Ende der 1970er Jahre nicht mehr gerade viele Geschichten – drei seiner literarischen Adaptionen aus diesem Zeitraum präsentiert LTB 88. Den Anfang macht „Carmen olé“ (1979), eine Parodie auf die Oper von George Bizet, die jedoch mit einigen Motiven des Figaro-Stoffs (verarbeitet von Mozart und Rossini) gekreuzt werden. Auch einige musikalische Nummern aus der Oper werden in deutscher Übersetzung präsentiert – so bereits im Eingangspanel der Chor der Tabakarbeiterinnen aus dem 1. Akt, „Sehet, wie Raucheswolken ziehn“, hier allerdings gesungen von Don Dosé, oder die berühmte Blumenarie, „Dein ist mein Herz und ewig dir gehör ich an“, aus dem 2. Akt (S. 151). Ansonsten ist der Zugang zum Opernstoff naturgemäß eher oberflächlich, aber nichtsdestoweniger genussvoll. Leider hat Texter [[Guido Martina]] niemand auf die Finger geklopft, als der mal wieder eine für ihn typische Dagobert-Donald-Handlung hineinschrieb, die niemand vermisst hätte. So lebt der Comic von diesen ungemein schwungvollen, sinnlichen Zeichnungen des späten Carpi. Speziell die spielerischen, „erotischen“ Szenen zwischen Don Dosé und Carmen sind eine Klasse für sich. (13/15 – Awesome) [[Benutzer:Hobrowili|Hobrowili]] ([[Benutzer Diskussion:Hobrowili|Diskussion]]) 22:02, 4. Okt. 2026 (CEST)
Jetzt erst, auf S. 146, erhält der bereits so erbaulich gestartete Band noch einmal einen neuen Drive. [[Giovan Battista Carpi]] zeichnete am Ende der 1970er Jahre nicht mehr gerade viele Geschichten – drei seiner literarischen Adaptionen aus diesem Zeitraum präsentiert LTB 88. Den Anfang macht „Carmen olé“ (1979), eine Parodie auf die Oper von George Bizet, die jedoch mit einigen Motiven des Figaro-Stoffs (verarbeitet von Mozart und Rossini) gekreuzt werden. Auch einige musikalische Nummern aus der Oper werden in deutscher Übersetzung präsentiert – so bereits im Eingangspanel der Chor der Tabakarbeiterinnen aus dem 1. Akt, „Sehet, wie Raucheswolken ziehn“, hier allerdings gesungen von Don Dosé, oder die berühmte Blumenarie, „Dein ist mein Herz und ewig dir gehör ich an“, aus dem 2. Akt (S. 151). Ansonsten ist der Zugang zum Opernstoff naturgemäß eher oberflächlich, aber nichtsdestoweniger genussvoll. Leider hat Texter [[Guido Martina]] niemand auf die Finger geklopft, als der mal wieder eine für ihn typische Dagobert-Donald-Handlung hineinschrieb, die niemand vermisst hätte. So lebt der Comic von diesen ungemein schwungvollen, sinnlichen Zeichnungen des späten Carpi. Speziell die spielerischen, „erotischen“ Szenen zwischen Don Dosé und Carmen sind eine Klasse für sich. (13/15 – Awesome) [[Benutzer:Hobrowili|Hobrowili]] ([[Benutzer Diskussion:Hobrowili|Diskussion]]) 22:02, 4. Okt. 2026 (CEST)
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Die kleine Fingerübung von [[Guido Martina]] und [[Giovan Battista Carpi]], gestrickt um den 5. Gesang des „Infernos“ aus der „Göttlichen Komödie“ des italienischen Nationaldichters Dante, macht durchaus Freude, auch wenn das erzählerische Konzept deutlich weniger aufgeht als in „Carmen olé“. So einen richtigen Anfang und Schluss hat der Comic von 1980 eigentlich nicht. Positiv formuliert: Das Episodische der Dichtung Dantes ist gut wiedergegeben. Darin begegnet der Dichter im zweiten Höllenkreis, dem Ort der Wollüstigen, der legendären Francesca da Rimini und ihrem Liebhaber Paolo. Sie waren von Francescas eifersüchtigem Ehemann getötet worden. Martina/Carpi nehmen sich hier selbstverständlich ihre eigene dichterische Freiheit und stellen nicht die mörderische Gewalttat, sondern „nur“ den Sturz der Liebenden durch einen wilden Höllensturm dar. Weniger klar ist, warum bei den italienischen Comic-Künstlern aus dem schönen Paolo ein Spielmann im Narrenkostüm wird. Wie bereits aus den anderen Comics des Bandes gängig, ist auch „Die schöne Francesca“ durchsetzt mit ins Deutsche übersetzten Zitaten aus dem Originalwerk, vorgetragen von Daniel Düsentrieb, der einen grüblerischen, wirklich trefflichen Dante abgibt. (9/15 – Somewhat good) [[Benutzer:Hobrowili|Hobrowili]] ([[Benutzer Diskussion:Hobrowili|Diskussion]]) 22:02, 4. Okt. 2026 (CEST)
Die kleine Fingerübung von [[Guido Martina]] und [[Giovan Battista Carpi]], gestrickt um den 5. Gesang des „Infernos“ aus der „Göttlichen Komödie“ des italienischen Nationaldichters Dante, macht durchaus Freude, auch wenn das erzählerische Konzept deutlich weniger aufgeht als in „Carmen olé“. So einen richtigen Anfang und Schluss hat der Comic von 1980 eigentlich nicht. Positiv formuliert: Das Episodische der Dichtung Dantes ist gut wiedergegeben. Darin begegnet der Dichter im zweiten Höllenkreis, dem Ort der Wollüstigen, der legendären Francesca da Rimini und ihrem Liebhaber Paolo. Sie waren von Francescas eifersüchtigem Ehemann getötet worden. Martina/Carpi nehmen sich hier selbstverständlich ihre eigene dichterische Freiheit und stellen nicht die mörderische Gewalttat, sondern „nur“ den Sturz der Liebenden durch einen wilden Höllensturm dar. Weniger klar ist, warum bei den italienischen Comic-Künstlern aus dem schönen Paolo ein Spielmann im Narrenkostüm wird. Wie bereits aus den anderen Comics des Bandes gängig, ist auch „Die schöne Francesca“ durchsetzt mit ins Deutsche übersetzten Zitaten aus dem Originalwerk, vorgetragen von Daniel Düsentrieb, der einen grüblerischen, wirklich trefflichen Dante abgibt. (9/15 – Somewhat good) [[Benutzer:Hobrowili|Hobrowili]] ([[Benutzer Diskussion:Hobrowili|Diskussion]]) 22:02, 4. Okt. 2026 (CEST)
[[Bild:LTB 088-4.jpg|left|thumb|500px|Die geschwätzige Daislina weiß in Gazzarri/Carpis "Die Perle von Labuan" zu diesem Zeitpunkt noch nicht so recht, was sie vom liebestollen Sandonald halten soll (© Egmont Ehapa)]]


== Die Perle von Labuan ==
== Die Perle von Labuan ==