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Eines der für den Comic bezeichnenden Stilmittel ist die [[Lautmalerei]]. Dabei werden Laute, Geräusche und [[Musik]] direkt bildlich dargestellt, sei es durch Schrift oder Zeichen wie Noten. Sehr laute Geräusche, vor allem bei Explosionen, werden oft in eine gezackte Fläche geschrieben, die nicht selten ein ganzes Panel einnimmt.
Eines der für den Comic bezeichnenden Stilmittel ist die [[Lautmalerei]]. Dabei werden Laute, Geräusche und [[Musik]] direkt bildlich dargestellt, sei es durch Schrift oder Zeichen wie Noten. Sehr laute Geräusche, vor allem bei Explosionen, werden oft in eine gezackte Fläche geschrieben, die nicht selten ein ganzes Panel einnimmt.


Außerdem werden gerne [[Erika Fuchs#Inflektiv („Erikativ“)|Inflektive]] (z.B. „SÄG!“, „HOBEL!“, „ÄCHZ!“, „GRUMMEL!“, „FAUCH!“, „ZETER!“) und [[Interjektion|Interjektionen]] (z.B. ''bäh!'', ''igitt!'', ''huch!'', ''hurra!'', ''hoppla!'', ''nanu?'', ''oha!'', ''aha!'', ''hey!'', ''ähm...'', ''nun ja...'', ''tja...'') verwendet. Der Inflektiv, scherzhaft auch ''Erikativ'' genannt, wurde dabei durch die [[Micky Maus Magazin|Micky-Maus]]-Comics Übersetzerin [[Dr. Erika Fuchs]] im deutschsprachigen Raum bekannt und wird bis heute noch in Comics verwendet.
Außerdem werden gerne [[Erika Fuchs#Inflektiv („Erikativ“)|Inflektive]] (z.B. „SÄG!“, „HOBEL!“, „ÄCHZ!“, „GRUMMEL!“, „FAUCH!“, „ZETER!“) und [[Interjektion|Interjektionen]] (z.B. ''bäh!'', ''igitt!'', ''huch!'', ''hurra!'', ''hoppla!'', ''nanu?'', ''oha!'', ''aha!'', ''hey!'', ''ähm...'', ''nun ja...'', ''tja...'') verwendet. Der Inflektiv, scherzhaft auch ''[[Erikativ]]'' genannt, wurde dabei durch die [[Micky Maus Magazin|Micky-Maus]]-Comics Übersetzerin [[Dr. Erika Fuchs]] im deutschsprachigen Raum bekannt und wird bis heute noch in Comics verwendet.


Bei einem weiteren Mittel zur Vereinfachung der bildlichen Erzählung handelt es sich um die Art und Weise der Einbindung von Schrift. Hierbei sind vorrangig [[Sprechblase|Sprech- und Denkblasen]] sowie Textboxen und -felder zu nennen.
Bei einem weiteren Mittel zur Vereinfachung der bildlichen Erzählung handelt es sich um die Art und Weise der Einbindung von Schrift. Hierbei sind vorrangig [[Sprechblase|Sprech- und Denkblasen]] sowie Textboxen und -felder zu nennen.
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King Features machte [[Walt Disney]] im Januar 1930 das Angebot, Zeitungsstrips mit den Figuren aus seinen Trickfilmen zu produzieren.<ref>Wolfgang J. Fuchs: ''Entenhausener Geschichte(n) Folge 111: Italiens Entenhausen''. In: ''[[DDSH 217|Die tollsten Geschichten von Donald Duck – Sonderheft 217]]''</ref> Dieser nahm begeistert an, da die Veröffentlichungen die Popularität seiner Filme erhöhten.<ref name="EG 125">Wolfgang J. Fuchs: ''Entenhausener Geschichte(n) Folge 125: Werbung mit Disneycomics''. In: ''[[DDSH 231|Die tollsten Geschichten von Donald Duck – Sonderheft 231]]''</ref> Mickys Strips und Sonntagsseiten waren also die ersten Disneycomics.
King Features machte [[Walt Disney]] im Januar 1930 das Angebot, Zeitungsstrips mit den Figuren aus seinen Trickfilmen zu produzieren.<ref>Wolfgang J. Fuchs: ''Entenhausener Geschichte(n) Folge 111: Italiens Entenhausen''. In: ''[[DDSH 217|Die tollsten Geschichten von Donald Duck – Sonderheft 217]]''</ref> Dieser nahm begeistert an, da die Veröffentlichungen die Popularität seiner Filme erhöhten.<ref name="EG 125">Wolfgang J. Fuchs: ''Entenhausener Geschichte(n) Folge 125: Werbung mit Disneycomics''. In: ''[[DDSH 231|Die tollsten Geschichten von Donald Duck – Sonderheft 231]]''</ref> Mickys Strips und Sonntagsseiten waren also die ersten Disneycomics.


In eigene Hefte kamen die Comics erstmals, als Firmen speziell gedruckte sogenannte [[Giveaway]]s verschenkten. So bekamen beispielsweise Kunden von Milchfirmen Micky-Maus-Hefte, und auch Frühstücksflocken-Hersteller warben um die junge Kundschaft mit Disneys Geschichten.<ref name="EG 125" /><ref>Wolfgang J. Fuchs: ''Entenhausener Geschichte(n) Folge 72: Giveaways – Gratis-Comics''. In: ''[[DDSH 178|Die tollsten Geschichten von Donald Duck – Sonderheft 178]]''</ref> Im Juni 1935 entstand aus den unregelmäßigen Werbeheften das reguläre [[Mickey Mouse Magazine]], der Vorläufer der [[Walt Disney's Comics and Stories]]. Diese sind bis heute das wichtigste Disneyheft der USA.
In eigene Hefte kamen die Comics erstmals, als Firmen speziell gedruckte sogenannte [[Giveaway]]s verschenkten. So bekamen beispielsweise Kunden von Milchfirmen Micky-Maus-Hefte, und auch Frühstücksflocken-Hersteller warben um die junge Kundschaft mit Disneys Geschichten.<ref name="EG 125" /><ref>Wolfgang J. Fuchs: ''Entenhausener Geschichte(n) Folge 72: Giveaways – Gratis-Comics''. In: ''[[DDSH 178|Die tollsten Geschichten von Donald Duck – Sonderheft 178]]''</ref> Im Juni 1935 entstand aus den unregelmäßigen Werbeheften das reguläre [[Mickey Mouse Magazine]], der Vorläufer der [[Walt Disney’s Comics and Stories]]. Diese sind bis heute das wichtigste Disneyheft der USA.


[[Bild:Micky Maus Nr. 1.jpg|138px|thumb|left|Erste Ausgabe der „Micky Maus“.]]
[[Bild:Micky Maus Nr. 1.jpg|138px|thumb|left|Erste Ausgabe der „Micky Maus“.]]
In den USA publizierten die Verlage „[w]egen der Weitläufigkeit des Landes und der damit verbundenen Schwierigkeit, Comic-Hefte [...] pünktlich [...] auszuliefern und nicht verkaufte Exemplare zurückzuholen“<ref>Wolfgang J. Fuchs: ''Entenhausener Geschichte(n) Folge 39''. In: ''[[DDSH 145|Die tollsten Geschichten von Donald Duck – Sonderheft 145]]''</ref> nicht häufiger als im Monatstakt. Stattdessen wurden bei Erfolg Nebenreihen gestartet, in denen weitere Geschichten mit den beliebten Charakteren veröffentlicht wurden. So entstanden u. a. die US-Hefte ''Donald Duck'', ''Mickey Mouse'' und ''Uncle $crooge''. Durch diesen neugeschaffen Freiraum der einzelnen Figuren konnten sich auch längere Storys etablieren und [[Abenteuer]]geschichten entstanden.
In den USA publizierten die Verlage „[w]egen der Weitläufigkeit des Landes und der damit verbundenen Schwierigkeit, Comic-Hefte [...] pünktlich [...] auszuliefern und nicht verkaufte Exemplare zurückzuholen“<ref>Wolfgang J. Fuchs: ''Entenhausener Geschichte(n) Folge 39''. In: ''[[DDSH 145|Die tollsten Geschichten von Donald Duck – Sonderheft 145]]''</ref> nicht häufiger als im Monatstakt. Stattdessen wurden bei Erfolg Nebenreihen gestartet, in denen weitere Geschichten mit den beliebten Charakteren veröffentlicht wurden. So entstanden u. a. die US-Hefte ''Donald Duck'', ''Mickey Mouse'' und ''Uncle $crooge''. Durch diesen neugeschaffen Freiraum der einzelnen Figuren konnten sich auch längere Storys etablieren und Abenteuergeschichten entstanden.


[[Bild:DDSH 218 Werbung.jpg|160px|thumb|right|''Der Sommer wird Neon'' - Drei-Linien-Strategie von Ehapa]]
[[Bild:DDSH 218 Werbung.jpg|160px|thumb|right|''Der Sommer wird Neon'' - Drei-Linien-Strategie von Ehapa]]
Die erste deutschsprachige Disney-Publikation war die wenig erfolgreiche [[Micky Maus Zeitschrift]] in der Schweiz 1937. Im NS-Deutschland wurden die amerikanischen Bildergeschichten abgelehnt. So erschien in Deutschland erst 1951 ein „buntes Monatsheft“ mit Comics – die [[Micky Maus Magazin|Micky Maus]]. Wenige Jahre später kamen Sonderhefte auf den Markt und die Hauptreihe wechselte auf Wochenrhytmus.
Die erste deutschsprachige Disney-Publikation war die wenig erfolgreiche [[Micky Maus Zeitschrift]] in der Schweiz 1937. Im NS-Deutschland wurden die amerikanischen Bildergeschichten abgelehnt. So erschien in Deutschland erst 1951 ein „buntes Monatsheft“ mit Comics – die [[Micky Maus Magazin|Micky Maus]]. Wenige Jahre später kamen Sonderhefte auf den Markt und die Hauptreihe wechselte auf Wochenrhytmus.


In den 60ern starteten [[Die tollsten Geschichten von Donald Duck Sonderheft|Die tollsten Geschichten von Donald Duck]], [[Mickyvision]] und das [[Lustiges Taschenbuch|Lustige Taschenbuch]].
In den 1960ern starteten [[Die tollsten Geschichten von Donald Duck Sonderheft|Die tollsten Geschichten von Donald Duck]], [[Mickyvision]] und das [[Lustiges Taschenbuch|Lustige Taschenbuch]].


In den 1970ern und 1980ern erlebten die deutschen Disneycomics einen wahren Boom. Immer mehr Heftreihen wurden auf den Markt gebracht, oft nach einzelnen Figuren benannt. Der Inhalt war meistens „Massenware“ aus den großen Fließbandproduktionen in Italien, Brasilien und auch den USA. Beispiele für typische Serien aus dieser Zeit sind [[Donald Duck (Taschenbuch)|Donald Duck]], [[Onkel Dagobert (Taschenbuch)|Onkel Dagobert]] und [[Panzerknacker & Co]].
In den 1970ern und 1980ern erlebten die deutschen Disneycomics einen wahren Boom. Immer mehr Heftreihen wurden auf den Markt gebracht, oft nach einzelnen Figuren benannt. Der Inhalt war meistens „Massenware“ aus den großen Fließbandproduktionen in Italien, Brasilien und auch den USA. Beispiele für typische Serien aus dieser Zeit sind [[Donald Duck (Taschenbuch)|Donald Duck]], [[Onkel Dagobert (Taschenbuch)|Onkel Dagobert]] und [[Panzerknacker & Co]].


Mitte der 90er konnte sich die Menge der Reihen nicht mehr halten, viele wurden eingestellt. Seit Anfang der 2000er verfolgte Egmont Ehapa weitgehend eine Drei-Linien-Strategie, die sich auf die Reihen Lustiges Taschenbuch, Micky Maus Magazin und Donald Duck Sonderheft stützt. Seit den 2010er-Jahren werden wieder vermehrt [[Nebenreihe]]n gestartet.
Mitte der 1990er konnte sich die Menge der Reihen nicht mehr halten, viele wurden eingestellt. Seit Anfang der 2000er verfolgte Egmont Ehapa weitgehend eine Drei-Linien-Strategie, die sich auf die Reihen Lustiges Taschenbuch, Micky Maus Magazin und Donald Duck Sonderheft stützt. Seit den 2010er-Jahren werden wieder vermehrt [[Nebenreihe]]n gestartet.


==Einzelnachweise==
==Einzelnachweise==