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== Onkel Dagoberts Arche Noah ==
== Onkel Dagoberts Arche Noah ==
''„Ich überlasse Ihnen den Plan für ‘‘einen‘‘ Taler! Ich gehe ja bei der Sintflut auch unter…/was nützen mir da noch 50 Millionen! Schluchz!“ – „Vollkommen richtig!/Was nützt Ihnen dann überhaupt noch 1 Taler?“'' (Onkel Dagobert seziert den Panzerknacker-Plan – doch angebissen hat er dennoch)
''„Ich überlasse Ihnen den Plan für'' einen ''Taler! Ich gehe ja bei der Sintflut auch unter…/was nützen mir da noch 50 Millionen! Schluchz!“ – „Vollkommen richtig!/Was nützt Ihnen dann überhaupt noch 1 Taler?“'' (Onkel Dagobert seziert den Panzerknacker-Plan – doch angebissen hat er dennoch)


{{gut}} Ein als Orientale verkleideter [[Panzerknacker]] präsentiert [[Onkel Dagobert]] eine Berechnung, nach der alsbald die ganze Welt in einer gigantischen Sintflut versinken werde. Doch er offeriert auch die Lösung: eine Arche Noah, auf die er sein Geld werde retten können. Bald baut der Milliardär an der Arche, [[Donald]] und die [[Tick, Trick und Track|Kinder]], im falschen Glauben, er werde wie auf die biblische Arche ein Tierpaar jeder Art aufnehmen, helfen ihm. In der Nacht verfrachten die Panzerknacker die mittlerweile mit Geld und Gold vollgestopfte Arche mit dem Hubschrauber auf die hohe See. Für die Ducks ist es ein unerfreuliches Erwachen, scheint doch die Überschwemmung schneller gekommen als erwartet. Es folgen schwere Tage für die kleine Besatzung, weil Onkel Dagobert aus Geldgier keinerlei Proviant mit an Bord genommen hatte. Als die Panzerknacker auf einem Schiff voller Köstlichkeiten auftauchen und einen Tausch der Schiffe vorschlagen, willigen Donald und die Kinder ein – nur ihr Onkel muss während der Abwicklung des Handels an den Großmast festgebunden werden. Bald darauf erfahren die Ducks auch, dass eine Sintflut gar nicht stattgefunden und die Bande sie reingelegt hatte. Sie stöbern sie auf dem Piraten-Eiland auf, wo sie angelegt haben mussten, um Proviant aufzunehmen. Die Panzerknacker wählten die Insel aber auch deshalb aus, weil ihr Schulfreund Glotzauge dort das Regiment über eine Horde Piraten führt. Da diese nicht recht im Training ist, verfehlen sie das Schiff der Ducks, die die Panzerknacker, die derweil das Geld von der Arche über die Insel verteilt hatten, auf der Insel aufsuchen. Glotzauge hat mittlerweile Verdacht gegen die „Schulfreunde“ geschöpft, dass er und seine Leite sauber hinter die Fichte geführt werden sollten, denn natürlich hatten sie von dem neuen Reichtum der Knacker gar nichts mitbekommen. Aber auch Dagobert hält Glotzauge zum Narren: Er verspricht dessen Piratenbande die Hälfte aller vergoldeten Taler, die sie auf der Insel finden, aber da Dagoberts Schätze natürlich sämtlich aus purem Gold sind, steht Glotzauge auch hier wieder ziemlich dämlich da. Während die Panzerknacker die Erde auf der Insel umgraben, um vielleicht doch noch eine Krume Goldes für sie übriggeblieben ist, macht sich Glotzauge an die Verfolgung der Ducks…  
{{gut}} Ein als Orientale verkleideter [[Panzerknacker]] präsentiert [[Onkel Dagobert]] eine Berechnung, nach der alsbald die ganze Welt in einer gigantischen Sintflut versinken werde. Doch er offeriert auch die Lösung: eine Arche Noah, auf die er sein Geld werde retten können. Bald baut der Milliardär an der Arche, [[Donald]] und die [[Tick, Trick und Track|Kinder]], im falschen Glauben, er werde wie auf die biblische Arche ein Tierpaar jeder Art aufnehmen, helfen ihm. In der Nacht verfrachten die Panzerknacker die mittlerweile mit Geld und Gold vollgestopfte Arche mit dem Hubschrauber auf die hohe See. Für die Ducks ist es ein unerfreuliches Erwachen, scheint doch die Überschwemmung schneller gekommen als erwartet. Es folgen schwere Tage für die kleine Besatzung, weil Onkel Dagobert aus Geldgier keinerlei Proviant mit an Bord genommen hatte. Als die Panzerknacker auf einem Schiff voller Köstlichkeiten auftauchen und einen Tausch der Schiffe vorschlagen, willigen Donald und die Kinder ein – nur ihr Onkel muss während der Abwicklung des Handels an den Großmast festgebunden werden. Bald darauf erfahren die Ducks auch, dass eine Sintflut gar nicht stattgefunden und die Bande sie reingelegt hatte. Sie stöbern sie auf dem Piraten-Eiland auf, wo sie angelegt haben mussten, um Proviant aufzunehmen. Die Panzerknacker wählten die Insel aber auch deshalb aus, weil ihr Schulfreund Glotzauge dort das Regiment über eine Horde Piraten führt. Da diese nicht recht im Training ist, verfehlen sie das Schiff der Ducks, die die Panzerknacker, die derweil das Geld von der Arche über die Insel verteilt hatten, auf der Insel aufsuchen. Glotzauge hat mittlerweile Verdacht gegen die „Schulfreunde“ geschöpft, dass er und seine Leite sauber hinter die Fichte geführt werden sollten, denn natürlich hatten sie von dem neuen Reichtum der Knacker gar nichts mitbekommen. Aber auch Dagobert hält Glotzauge zum Narren: Er verspricht dessen Piratenbande die Hälfte aller vergoldeten Taler, die sie auf der Insel finden, aber da Dagoberts Schätze natürlich sämtlich aus purem Gold sind, steht Glotzauge auch hier wieder ziemlich dämlich da. Während die Panzerknacker die Erde auf der Insel umgraben, um vielleicht doch noch eine Krume Goldes für sie übriggeblieben ist, macht sich Glotzauge an die Verfolgung der Ducks…  
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[[Bild:LTB_004-2.jpg|right|thumb|500px|Pirat Glotzauge zieht den Kürzeren in Gazzarri/Carpis "Onkel Dagoberts Arche Noah" (© Egmont Ehapa)]]
[[Bild:LTB_004-2.jpg|right|thumb|500px|Pirat Glotzauge zieht den Kürzeren in Gazzarri/Carpis "Onkel Dagoberts Arche Noah" (© Egmont Ehapa)]]


Für mich als Jugendlicher war diese Geschichte von [[Giovan Battista Carpi]] nach einem Skript von [[Michele Gazzarri]] ein echter Hit, wovon heute noch die vier Bleistift-Sterne, die ich neben den Titel ins Inhaltsverzeichnis kritzelte, noch heute zeugen. Tatsächlich gibt es einige Textzeilen, die während der Jahre meiner Disney-Rezeption zu Klassikern von redensartlichem Format wurden: „Europäische Hauptstadt mit drei Buchstaben! Fängt mit R an! Hm! Keine Ahnung! Dabei darf der Gewinner 1 Gratiswoche im Gebirge verbringen!“ (Donald, S. 60) Im Nachhinein relativiert sich vieles, wobei es trotzdem eine durchweg gute Geschichte bleibt. Nur peripher wird die Stimmung von einem Helikopter getrübt, der eine randvoll mit Goldtalern befüllte Arche in die Luft zu heben in der Lage sein soll, und vom hypermodernen „Seetaler“ aus Dagoberts Fischereiflotte, der am Ende zu einem gemütlich schippernden kleinen Kutter mutiert zu sein scheint. Auch dass der zweite Teil mit der Glotzauge-Handlung nicht so recht zum Rest passen mag – so what. Die Initialzündung mit der Arche-Handlung passt, auch wenn sich Dagobert nach diesem Reinfall nicht so arg weit aus dem Fenster lehnen sollte, Donald möge das Denken doch ihm überlassen: „Ich habe ein größeres Gehirn!“ (S. 90) Im Schaffen Carpis markiert dieser Comic einen Übergang von den noch etwas klobig-großkopfigen Ducks seiner zweiten Schaffensphase (1958-63) hin zu den feingliedrigeren Gestalten der zweiten Hälfte der Sechziger Jahre. Bereits in der nächsten in einem der frühen Lustigen Taschenbücher erschienenen Geschichte, „Onkel Dagobert droht Unheil“ ([[LTB 28]]), ziemlich genau ein Jahr später (April 1964), wirken die Figuren deutlich schlanker, frischer und hübscher, während die Hintergründe zunehmend stiefmütterlich behandelt werden. (11/15 - Good) [[Benutzer:Hobrowili|Hobrowili]] ([[Benutzer Diskussion:Hobrowili|Diskussion]]) 23:11, 16. Dez. 2025 (CET)
Für mich als Jugendlicher war diese Geschichte von [[Giovan Battista Carpi]] nach einem Skript von [[Michele Gazzarri]] ein echter Hit, wovon die vier Bleistift-Sterne, die ich neben den Titel ins Inhaltsverzeichnis kritzelte, noch heute zeugen. Tatsächlich gibt es einige Textzeilen, die während der Jahre meiner Disney-Rezeption zu Klassikern von redensartlichem Format wurden: „Europäische Hauptstadt mit drei Buchstaben! Fängt mit R an! Hm! Keine Ahnung! Dabei darf der Gewinner 1 Gratiswoche im Gebirge verbringen!“ (Donald, S. 60) Im Nachhinein relativiert sich vieles, wobei es trotzdem eine durchweg gute Geschichte bleibt. Nur peripher wird die Stimmung von einem Helikopter getrübt, der eine randvoll mit Goldtalern befüllte Arche in die Luft zu heben in der Lage sein soll, und vom hypermodernen „Seetaler“ aus Dagoberts Fischereiflotte, der am Ende zu einem gemütlich schippernden kleinen Kutter mutiert zu sein scheint. Auch dass der zweite Teil mit der Glotzauge-Handlung nicht so recht zum Rest passen mag – so what. Die Initialzündung mit der Arche-Handlung passt, auch wenn sich Dagobert nach diesem Reinfall nicht so arg weit aus dem Fenster lehnen sollte, Donald möge das Denken doch ihm überlassen: „Ich habe ein größeres Gehirn!“ (S. 90) Im Schaffen Carpis markiert dieser Comic einen Übergang von den noch etwas klobig-großkopfigen Ducks seiner zweiten Schaffensphase (1958-63) hin zu den feingliedrigeren Gestalten der zweiten Hälfte der Sechziger Jahre. Bereits in der nächsten in einem der frühen Lustigen Taschenbücher erschienenen Geschichte, „Onkel Dagobert droht Unheil“ ([[LTB 28]]), ziemlich genau ein Jahr später (April 1964), wirken die Figuren deutlich schlanker, frischer und hübscher, während die Hintergründe zunehmend stiefmütterlich behandelt werden. (11/15 - Good) [[Benutzer:Hobrowili|Hobrowili]] ([[Benutzer Diskussion:Hobrowili|Diskussion]]) 23:11, 16. Dez. 2025 (CET)


== Onkel Dagoberts Unterschrift ist Gold wert! ==
== Onkel Dagoberts Unterschrift ist Gold wert! ==
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[[Bild:LTB_004-4.jpg|right|thumb|500px|Anstatt auf seine drei defätistischen Unglücksengel zu hören, hat "Donald Aschenputtel" mal wieder seinen Koller in Missaglia/Capitanios gleichnamigem "Märchen" (© Egmont Ehapa)]]
[[Bild:LTB_004-4.jpg|right|thumb|500px|Anstatt auf seine drei defätistischen Unglücksengel zu hören, hat "Donald Aschenputtel" mal wieder seinen Koller in Missaglia/Capitanios gleichnamigem "Märchen" (© Egmont Ehapa)]]


{{mm}} Unter Graf [[Dagobert]] muss dessen Neffe [[Donald]] derart niederste Arbeiten verrichten, dass das Volk ihm den Spottnamen „Donald Aschenputtel“ gegeben hat. Der ehrgeizige Donald sieht seine Chance gekommen, als der König des Landes das Amt des Schatzmeisters neu ausschreibt, diesem ein Jahresgehalt von 50.000 Gulden verspricht sowie einen Diamantenschrein, wenn es ihm gelingt, das Land aus der Finanzkrise zu führen. Eine ihm wohlgesonnene [[Hicksi|Hexe]] macht Donald zum „schwarzen Ritter“ auf prachtvollem Pferd und zum Rechengenie – allerdings nur bis die Uhr Mittag schlägt. Obwohl auch Graf Dagobert unter seinen Gegnern ist, schlägt sich Donald phantastisch und wird bereits zum Sieger ausgerufen, als er sich unter den Glockenschlägen der Turmuhr aus dem Staub machen muss. Zurück bleibt sein schwarzer Helm, den der König allen Bewerbern anpassen will. So wird zwar Donald doch noch zum Schatzmeister, aber Graf Dagobert sinnt schon auf Rache und verbündet sich mit den Herren von der [[Panzerknacker AG. Diese schwatzen dem neuen Schatzmeister für eine halbe Million Gulden ein wertloses Schloss auf, von dem dieser glaubt, es würde enorme Diamantenvorkommen bergen. Doch es sind, als Donald nach Abschluss des Kaufs mit seinen Neffen und dem König das neue Krongut inspiziert, doch nur unechte Edelsteine gewesen, welche die Panzerknacker auf Betreiben des Grafen dort verstreut hatten. Nun soll Donald nach Willen des entsetzten Königs zeit seines Lebens hinter Kerkermauern schmoren – doch Graf Dagobert löst ihn aus und bietet ihm an, wieder für ihn zu arbeiten, womit die Geschichte gleichsam endet, wie sie begonnen hat…
{{mm}} Unter Graf [[Dagobert]] muss dessen Neffe [[Donald]] derart niederste Arbeiten verrichten, dass das Volk ihm den Spottnamen „Donald Aschenputtel“ gegeben hat. Der ehrgeizige Donald sieht seine Chance gekommen, als der König des Landes das Amt des Schatzmeisters neu ausschreibt, diesem ein Jahresgehalt von 50.000 Gulden verspricht sowie einen Diamantenschrein, wenn es ihm gelingt, das Land aus der Finanzkrise zu führen. Eine ihm wohlgesonnene [[Hicksi|Hexe]] macht Donald zum „schwarzen Ritter“ auf prachtvollem Pferd und zum Rechengenie – allerdings nur bis die Uhr Mittag schlägt. Obwohl auch Graf Dagobert unter seinen Gegnern ist, schlägt sich Donald phantastisch und wird bereits zum Sieger ausgerufen, als er sich unter den Glockenschlägen der Turmuhr aus dem Staub machen muss. Zurück bleibt sein schwarzer Helm, den der König allen Bewerbern anpassen will. So wird zwar Donald doch noch zum Schatzmeister, aber Graf Dagobert sinnt schon auf Rache und verbündet sich mit den Herren von der [[Panzerknacker]]  AG. Diese schwatzen dem neuen Schatzmeister für eine halbe Million Gulden ein wertloses Schloss auf, von dem dieser glaubt, es würde enorme Diamantenvorkommen bergen. Doch es sind, als Donald nach Abschluss des Kaufs mit seinen Neffen und dem König das neue Krongut inspiziert, doch nur unechte Edelsteine gewesen, welche die Panzerknacker auf Betreiben des Grafen dort verstreut hatten. Nun soll Donald nach Willen des entsetzten Königs zeit seines Lebens hinter Kerkermauern schmoren – doch Graf Dagobert löst ihn aus und bietet ihm an, wieder für ihn zu arbeiten, womit die Geschichte gleichsam endet, wie sie begonnen hat…


Zum einen mag man, wenn man diese 60 wiederum von [[Luciano Capitanio|Capitanio]] 1961 gezeichneten Seiten denn durchgelesen hat, erleichtert aufatmen: Erzählerisch hat sich der Autor [[Ennio Missaglia]] halt so durchgewurstelt. Die Wendung hin zum Geschäftsbetrug im letzten Story-Drittel hat natürlich gar nichts mehr mit dem Aschenputtel-Stoff zu tun und zapft nur noch unverhohlen die zeitgenössischen italienischen Plot-Routinen an. Zum anderen kann man das Trashige der Geschichte, anders als in Capitanios anderem Beitrag in diesem Band, auch durchaus zu schätzen gelernt haben. Vor allem durchzieht das „Märchen von Donald Aschenputtel“ eine merkwürdig düstere, nun ja, Ästhetik. So kommen die [[Tick, Trick und Track|Neffen]], mit seltsam kleinen, leeren Äuglein, nicht nur wie schwarzgekleidete Pagen in Kostümierung der Zeit des englischen Königs Heinrich VIII. daher, sondern wirken dabei fast schon wie dräuende Unglücksengel. Auch sonst dominieren schwarze Silhouetten und erdige Farbtöne die Gestaltung. Die Umsetzung des märchenhaften Königreichs ist, wenn man sich einmal an dieses Konzept gewöhnt hat, auch gar nicht einmal so schlecht gelungen. Und anders als das Grimmsche Märchen oder auch Disneys Zeichentrick-Umsetzung [[Cinderella]] von 1950 wird diese Version natürlich den Realitäten der Ständegesellschaft viel eher gerecht: In zyklischer Struktur kann Donald aus seiner dienenden Stellung einfach nicht entkommen: „Ich Armer! Was gelingt mir schon?“ stöhnt Donald in seiner Küchenarbeit, und die Unglücksengel haben auch kein aufbauendes Wort für ihn übrig: „Nur Mut! Du hast noch 23 Jahre, 364 Tage und 23 Stungen Küchenarbeit vor dir!“ (S. 252) (7/15 – Not Bad) [[Benutzer:Hobrowili|Hobrowili]] ([[Benutzer Diskussion:Hobrowili|Diskussion]]) 23:11, 16. Dez. 2025 (CET)
Zum einen mag man, wenn man diese 60 wiederum von [[Luciano Capitanio|Capitanio]] 1961 gezeichneten Seiten denn durchgelesen hat, erleichtert aufatmen: Erzählerisch hat sich der Autor [[Ennio Missaglia]] halt so durchgewurstelt. Die Wendung hin zum Geschäftsbetrug im letzten Story-Drittel hat natürlich gar nichts mehr mit dem Aschenputtel-Stoff zu tun und zapft nur noch unverhohlen die zeitgenössischen italienischen Plot-Routinen an. Zum anderen kann man das Trashige der Geschichte, anders als in Capitanios anderem Beitrag in diesem Band, auch durchaus zu schätzen gelernt haben. Vor allem durchzieht das „Märchen von Donald Aschenputtel“ eine merkwürdig düstere, nun ja, Ästhetik. So kommen die [[Tick, Trick und Track|Neffen]], mit seltsam kleinen, leeren Äuglein, nicht nur wie schwarzgekleidete Pagen in Kostümierung der Zeit des englischen Königs Heinrich VIII. daher, sondern wirken dabei fast schon wie dräuende Unglücksengel. Auch sonst dominieren schwarze Silhouetten und erdige Farbtöne die Gestaltung. Die Umsetzung des märchenhaften Königreichs ist, wenn man sich einmal an dieses Konzept gewöhnt hat, auch gar nicht einmal so schlecht gelungen. Und anders als das Grimmsche Märchen oder auch Disneys Zeichentrick-Umsetzung [[Cinderella]] von 1950 wird diese Version natürlich den Realitäten der Ständegesellschaft viel eher gerecht: In zyklischer Struktur kann Donald aus seiner dienenden Stellung einfach nicht entkommen: „Ich Armer! Was gelingt mir schon?“ stöhnt Donald in seiner Küchenarbeit, und die Unglücksengel haben auch kein aufbauendes Wort für ihn übrig: „Nur Mut! Du hast noch 23 Jahre, 364 Tage und 23 Stungen Küchenarbeit vor dir!“ (S. 252) (7/15 – Not Bad) [[Benutzer:Hobrowili|Hobrowili]] ([[Benutzer Diskussion:Hobrowili|Diskussion]]) 23:11, 16. Dez. 2025 (CET)