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Sir Dagobert Duck

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Sir Dagobert Duck (Artwork von Marco Rota, © Egmont Ehapa)

Sir Dagobert Duck (englisch Malcolm „Matey“ McDuck, * 1530; † 9. September 1564)[1] ist ein Vorfahre von Dagobert Duck aus dem schottischen Clan der Ducks, der mit dem gegenwärtigen Onkel Dagobert nicht nur den deutschen Namen gemeinsam hat. Erfunden wurde er von Carl Barks für dessen Geschichte Reise in die Vergangenheit und taucht später gelegentlich auch bei anderen Autoren auf, bis der italienische Autor Vito Stabile ihm 2024 zwei zusammenhängende Abenteuergeschichten widmete.

Entwicklung bei Carl Barks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sir Dagobert Duck war ein schottischer Marineoffizier und Maat des legendären Francis Drake. Er bereiste die sieben Weltmeere, unter anderem die Karibik, und debütierte in Carl Barks' Reise in die Vergangenheit. Darin sollte er zusammen mit Bootsmann Bottervogel (vermutlich einem Urahn von Donald Duck) einen Schatz der britischen Königin auf einer einsamen Insel verstecken.

Sir Dagobert und Bootsmann Bottervogel in Reise in die Vergangenheit (© Egmont Ehapa)

Malcolm diente in der englischen Marine und wurde 1563 Erster Offizier der Fregatte „HMS Falcon Rover“ unter dem Kommando von Kapitän Loyal Hawk. Die „Falcon Rover“ überfiel zwischen 1563 und 1564 spanische Ziele in der Karibik.[2] Der englische Kapitän Loyal Hawk erteilte Sir Dagobert und Bootsmann Bottervogel den Auftrag, eine versiegelte Truhe auf einer Insel in der Karibik zu vergraben (die, ohne dass sie es wussten, lediglich Kartoffeln enthielt, eine damalige Neuheit). Drei Tage später wurde die „Falcon Rover“ von der spanischen Marine versenkt, angeblich mit der gesamten Besatzung. Das Schiff sollte auf Sir Dagoberts Geheiß versuchen, zur Schatzinsel zurückzukehren. Dieser soll am 9. Dezember 1564 ums Leben gekommen sein, als die spanische Flotte die „HMS Falcon Rover“ versenkte.[3]

Laut Reise in die Vergangenheit ist Sir Dagobert nicht nur Dagoberts Vorfahr, sondern regelrecht Dagobert selbst, da Barks hier Seelenwanderung thematisiert und Dagobert eine spätere Reinkarnation des Seemanns sein soll – dieser Aspekt wurde später von anderen Autoren nicht wieder in dieser Form aufgegriffen. Allerdings lassen sich bei genauerer Betrachtung durchaus Parallelen in der Charakterisierung von Sir Dagobert und Onkel Dagobert feststellen: Zwar sind beide abenteuerlustige und neugierige Schatzsucher, die hart für ihre Ziele kämpfen und für die ihr Ehrgefühl unverletzlich scheint, haben aber auch eine weiche und sentimentale Seite und schätzen die Schönheit der Natur.

Entwicklung bei Don Rosa[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Don Rosa 1992 mit der chronologischen Ausarbeitung für sein Magnum Opus Sein Leben, seine Milliarden begann, fertigte er auf Grundlage der bisher bekannten Fakten um den Clan der McDucks eine Historie an, die er anschließend mit weiteren Details untersetzte. Für das erste Kapitel Der Letzte aus dem Clan der Ducks entwarf Rosa ein erstes Skript, dass die Geschichte verschiedener Mitglieder der Familie McDuck (oder MacDuich) im Laufe der Jahrhunderte in kurzen Episoden veranschaulichte: Angefangen bei dem MacDuich, der die Steine für den Bau des Hadrianswalls verkaufte, bis hin zum kleinen Dagobert Duck selbst.

Sir Dagobert im ersten Skript von Rosas Der Letzte aus dem Clan der DucksEgmont Ehapa)

Diese sieben Seiten lange Sequenz sollte eigentlich den Auftakt zur ersten Folge von Don Rosas Sein Leben, seine Milliarden bilden. Sein Redakteur Byron Erickson schlug jedoch vor, dass sich die Geschichte stärker auf Dagobert konzentrieren sollte. Daher wurde der Prolog The History of the Clan McDuck gestrichen und der eigentliche Aufbau der Handlung von Rosa überarbeitet. Seit der späteren Veröffentlichung dieses abgelehnten Skripts wurden die darin enthaltenen Szenen und Details von Fans diskutiert.

Einerseits heißt es in diesem Prolog, dass Sir Dagobert der Erste Offizier von Sir Francis Drake auf der „Golden Hind“ war. Als Sir Drake 1578 die amerikanische Küste erreichte und dort das gut befestigte Fort Drachenfels errichtete, übertrug er Sir Dagobert das Kommando über das Fort und ließ ihn dort zurück. Dies würde Sir Dagobert Duck sprichwörtlich zum ersten Herren von Fort Drachenfels machen, aus dem später Fort Entenhausen und schließlich dank Emil Erpel die Stadt Entenhausen wurde.

Sir Dagobert in Don Rosas Der Retter der DuckenburghEgmont Ehapa)

Einen nennenswerten Auftritt hat Sir Dagobert erst in Don Rosas Der Retter der Duckenburgh aus dem Jahr 1993 (Kapitel 5 von Sein Leben, seine Milliarden). Hier landet der ungestüme Dagobert im Jenseits und soll von seinen historischen Urahnen errettet werden, um den Kampf um die Duckenburgh (und im Übrigen sein Leben) nicht zu verlieren. Sir Dagobert ist jedoch schwer enttäuscht von Dagoberts Lebenslauf und will ihn lieber im Jenseits lassen. Allerdings ändert er seine Meinung, als er hört, dass Dagobert später ein „geiziger Pfennigfuchser“ wird. Laut beiläufiger Aussage von Sir Donnerbold Duck soll Sir Dagobert mit seinem eigenen Schiff, der „Falcon Rover“, untergegangen sein (was sich wiederum mit dem Ende von Reise in die Vergangenheit deckt).

Außerdem heißt es in Don Rosas Jagd Auf der Suche nach der verlorenen Bibliothek, dass die ranghöchste Person, die zu dieser Zeit in Fort Drachenfels verblieben war, der treue Fenton Penworthy gewesen sein soll. Über diesen geheimnisvollenn letzten Hüter der Blibliothek ist nur wenig bekannt. Es ist jedoch möglich, dass Sir Dagobert starb[4] oder weiterreiste und hierdurch Fenton der Nächste in der Rangfolge war, dem die Befehlsgewalt über Fort Drachenfels übertragen wurde. Nicht von der Hand zu weisen ist auch die Theorie, dass Sir Dagobert zwar der Kommandeur des Forts war, Fenton Penworthy aber als geheimes Mitglied der Hüter der Blibliothek von Alexandria den Wissensschatz mit seinen eingeweihten Getreuen auf Befehl von Francis Drake ganz bewusst im Verborgenen verbarg und seinen Kommandeur in Unkenntnis ließ.

Erst im Jahr 1818 übernahm Emil Erpel die Führung über Fort Drachenfels, schlug (quasi im Alleingang) die angreifenden Spanier in die Flucht und benannte die Anlage in Fort Entenhausen um – die Geburtsstadt der späteren Gumpenmetropole Entenhausen.

Es ist aufgrund der zeitlichen Diskrepanz zwischen Barks' und Rosas' Geschichten jedoch umstritten, ob Sir Francis Drake überhaupt irgendetwas mit Sir Dagobert zu tun hatte und die geschilderte Abfolge der Ereignisse tatsächlich stattgefunden hat.[5] Schließlich ist fraglich, inwieweit ein unfertiges und vom zuständigen Redakteur abgelehntes Skript als verlässliche Quelle herangezogen werden kann, auch dieses Skript von Don Rosa im Geiste von Carl Barks als „Vater der Ducks“ verasst wurde.

Revival[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die fantastische Abenteuergeschichte Die Krone der Wünsche (erschienen u. a. in LTB 540) ließen der Autor Vito Stabile und der Zeichner Alessandro Perina den gerissenen Seemann Sir Dagobert Duck anlässlich des 70. Jubiläums von Onkel Dagobert im Dezember 2017 zurückkehren und machten ihn zum Hauptcharakter der Story.[6] Demzufolge handelt es sich bei Die Krone der Wünsche nicht nur um eine Art Fortsetzung zu Reise in die Vergangenheit, in welcher Onkel Dagoberts historischer Vorfahre Sir Dagobert Duck bei Carl Barks debütierte, sondern um ein regelrechtes Revival der Figur.

Die Biographie von Sir Dagobert Duck wird darin wie folgt beschrieben.

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Sir Dagobert in Die Krone der WünscheEgmont Ehapa)

Sir Dagobert Duck, ein Mitglied des Clans McDuck, war im Jahr 1564 ein hochrangiger Offizier auf dem Segelschiff „Falcon Rover“ unter britischer Flagge. In jenem Jahr wurde Sir Dagobert von Königin Elisabeth I. beauftragt, die sagenumwobene Krone der Wünsche aufzuspüren und ins englische Mutterland zu bringen. Nachdem er die Insel entdeckt hatte, auf der sich die Krone befand, tauchte Sir Dagobert in ein Becken mit angeblich verzaubertem Wasser, auf dessen Grund sich ein geheimer Hebel befand, der die Krone zum Vorschein bringen würde. Als er Stimmen hinter sich hörte, schwamm Sir Dagobert durch einen Tunnel hinaus, anstatt zu riskieren, dass die Krone entdeckt würde. Als er wieder auftauchte, stellte Sir Dagobert fest, dass er sich langsam in Gold verwandelte und erkannte, dass das Wasser tatsächlich verzaubert war, bevor er zu einer Statue aus massivem Gold erstarrte.

453 Jahre später räumte Sir Dagoberts Nachfahre Dagobert Duck einige Felsen beiseite, die den Eingang zu der Höhle verdeckten. Das einfallende Sonnenlicht fiel direkt auf den eingefrorenen Sir Dagobert Duck und der Fluch urde dadurch gebrochen. Sir Dagobert lernte seinen Nachfahren kennen und half ihm, zwei Piraten abzuwehren, die versuchten, die Krone der Wünsche zu stehlen – dieselben beiden Piraten, deren Stimmen Sir Dagobert vor Jahrhunderten gehört hatte und die diesem Morgen ebenso von Dagobert befreit worden waren. Die Piraten nahmen schließlich die Krone an sich und wünschten sich zurück in ihre eigene Zeit, wobei sie versäumten, sich zu wünschen, dass die Krone mit ihnen kommen würde. Der gutherzige Sir Dagobert benutzte die Krone anschließend, um Onkel Dagoberts Neffen zurückzubringen (Dagobert hatte sie versehentlich früher an diesem Tag verschwinden lassen), anstatt sich selbst in seine eigene Zeit zurückzuschicken, wie er es geplant hatte.

Da Sir Dagobert glaubte, er müsse für immer im 21. Jahrhundert bleiben, nachdem alle drei Wünsche der Krone bereits erfüllt waren, hob er die Krone auf, woraufhin der Stein auf ihrer Spitze herunterfiel und aus dem eine kleine Meeresschildkröte schlüpfte. Die Schildkröte kroch zum Meer, wuchs zu einer enormen Größe heran und erfüllte Onkel Dagobert als Dank an die Familie Duck, die ihr die Wiedergeburt ermöglicht hatte, einen letzten Wunsch. Onkel Dagobert wünschte sich, dass Sir Dagobert in seine eigene Zeit zurückkehren könne, zusammen mit der nun steinlosen Krone als Geschenk für seine Königin. Bei seiner Ankunft im Jahr 1564 prallte Sir Dagobert gegen einen Baum, verlor das Bewusstsein und beschloss beim Aufwachen, dass das Ganze wohl ein Traum gewesen sein musste. Als Sir Dagobert zu seinem Schiff zurückkehrte, sah er, dass seine Besatzung die beiden Piraten gefangen genommen hatte, die versucht hatten, die Krone zu stehlen.

In der Gesamtschau betrachtet steht Stabiles Die Krone der Wünsche nicht zwangsläufig im Widerspruch zu den Ereignissen aus Barks' Reise in die Vergangenheit. Unter Berücksichtigung der Zeitreise von Sir Dagobert erscheint es nicht unmöglich, dass dieser 1564 erst die Krone der Wünsche fand, fast 500 Jahre zu einer Goldstatue erstarrte, und dank Dagoberts Wunsch wieder in seine Zeit zurückkehrte – ohne, dass sein Fernbleiben dort aufgefallen sein muss. Im Anschluss an dieses Abenteuer müssen sich im gleichen Jahr die Ereignisse aus Reise in die Vergangenheit abgespielt haben, denn ohne den vergoldeten Sir Dagobert hätte Bootsmann Bottervogel die Schatztruhe alleine vergraben müssen.

Dilogie von Vito Stabile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für den wackeren Seemann schrieb Vito Stabile im Jahr 2024 zwei eigene Abenteuergeschichten, nämlich Der Korsar: Libertulla und Der Korsar: Die richtigen Worte (beide veröffentlicht in LTB Spezial 127). Beide spielen in der Mitte des 16. Jahrhunderts und zeichnen den Weg des jungen und unerfahrenen Dagobert nach, der auf hoher See endlich Abenteuer erleben will. Die beiden knapp 60-seitigen Geschichten bilden dabei einen aufeinander aufbauenden Zweiklang.

Der Traum eines künftigen Korsaren (© Egmont Ehapa)

Zu Beginn von Der Korsar: Libertulla wird geschildert, wie in der der junge Dagobert Duck in der beschaulichen Grafschaft Featherton auf dem Cottage seiner strengen Eltern lebt, die das einzige Gasthaus weit und breit betreiben. Dagoberts Eltern halten ihn zur harten Arbeiten an – genau so, wie es schon Generationen aus dem stolzen Clan der McDucks vorher getan haben und es dadurch zu Wohlstand gebracht haben. Der neugierige Dagobert aber steckt seinen Schnabel lieber in Bücher und ist in der freien Natur unterwegs, um die Schönheit der Landschaft voll und ganz in sich auf zu nehmen. Außerdem träumt er von Abenteuern in fernen Länden und davon, auf Reisen zu gehen. Seine Eltern aber sind entschieden gegen dieses Vorhaben und Dagoberts Vater verkündet, dass sein Sohn niemals ein richtiger Duck werden wird, wenn er weiter seinen Tagträumen hinterherhängt.

Als der deprimierte Dagobert davon erfährt, dass der angesehene Kapitän Henry Greenbottle eine neue Mannschaft zusammengestellt hat, zögert er nicht, um bei dem Korsaren auf unkonventionelle Weise vorzusprechen. Der Kapitän stellt Dagobert kurzerhand als Schiffsjungen an und erfüllt damit dessen Traum. Nach einem weiteren Streitgespräch mit seinen Eltern sagt sich Dagobert von seinen Eltern los, verlässt Featherton mit nichts als einem Bündel und kehrt im Hafen ein, wo das stolze Flaggschiff „Falcon Rover“ vor Anker liegt. Wenig später lernt Dagobert die Crew des Schiffes kennen und trifft auf einige Gleichgesinnte. Noch am Hafen hat Dagobert schnell Vertrauen zu dem Seemann Joe Smith gefasst, der schon oft spontan auf Reisen ging und kein Problem damit zu haben scheint, alles hinter sich zu lassen, was Dagobert sichtlich imponiert. Die „Falcon Rover“ nimmt schließlich auf Kurs auf das sagenumwobene Eiland Libertulla, wo sich schon seit Jahrhunderten die besten Piraten tummeln und sogar eine eigene Stadt gegründet haben, die voller Reichtümer stecken soll. Die Aussicht auf Gold und Geschmeide ist der Antrieb für Joe Smith, sich überhaupt an der Expedition zu beteiligen, wogegen Dagobert noch immer mit seiner Entscheidung hadert und sich noch nicht sicher ist, ob er wirklich einen ähnlich ausgeprägten Geschäftssinn wie seine Vorfahren aus dem Clan der McDucks entwickeln wird. Für Dagobert beginnt eine abenteuerliche Fahrt voller Entbehrungen, doch Joe Smith lehrt ihn, fortan „härter als die Härtesten und schlauer als die Schlauesten“ zu sein.

Dagobert und Elaine in den Fängen der Piraten (© Egmont Ehapa)

Nach dem Abenteuer auf der Pirateninsel Libertulla schließt sich Der Korsar: Die richtigen Worte an. Um eine Erfahrungen reicher lastet das Zerwürfnis mit seinen Eltern noch immer schwer auf Dagobert, doch er kann sich nicht dazu durchringen, seinen Eltenr einen Brief zu schreiben und ihnen zu verzeihen. Kapitän Greenbottle erklärt seiner Mannschaft um Kartografin Elaine Vanderbeak, Smutje Basil Cinnamon, Steuermann Sawyer Scuttle und den hinzugestoßenen Dagobert, dass er vom König mit der Mission betraut wurde, eine Kiste mit prächtigen Rubinen von einer Insel abzuholen und sicher ins englische Mutterland zu bringen – wohl wissend, dass der berüchtigte Pirat Billy Blackwing mit seinem schwarzen Schiff vor den Küsten Englands kreuzt und nur darauf wartet, fette Beute zu machen und damit die englische Admiralität zu demütigen.

Während die anderen Crewmitglieder dem gesponnenen Seemannsgarn um den legendären Freibeuter Billy Blackwing durchaus Gehör schenken, ist sich Dagobert sicher, dass die vereinte Mannschaft stärker ist als der Pirat. Allerdings dauert es nicht lange, bis der gewissenlose Billy Blackwing mit seinem nachtschwarzen Schiff auftaucht, von Kapitän Greenbottle die Herausgabe der Seekarte fordert und zu allem Überfluss auch noch Dagobert und Elaine auf sein eigenes Schiff verschleppt. Hier müssen die beiden Frondienste verrichten und unter den scharfen Augen des Piratenkapitäns das Deck schrubben. Nun muss Dagobert dem zwielichtigen Piraten die Stirn bieten und einen Weg finden, sich und Elaine aus den Fängen der Piraten zu befreien und wieder wohlbehalten an Bord der "Falcon Rover" zu bringen.

Die Dilogie „Der Korsar“ reiht sich in den aktuellen Trend ein, in der Vergangenheit der Figuren zu graben und ihre Mythologie zu ergründen, um Geschichten zu erzählen, die wahrscheinlich mehr poetische Freiheiten bieten als solche, die im Alltag von Entenhausen spielen. Die Vergangenheit der Welt von Entenhausen bildet einen Gegenpol zu den Fantasy-Schauplätzen. Zwar sind derartige historische Abenteuer keine gänzlich neue Idee – man denke nur an Glanz und Gloria derer von Duck oder an Sein Leben, seine Milliarden. Allerdings bleibt zu bemerken, dass den historischen Schauplätzen in den letzten Jahren mehr Bedeutung beigemessen wurde (und zwar nicht nur im rein italienischen Kontext), wie die skandinavische Serie Damals von Kari Korhonen und die internationale Serie History & Glory of Clan McDuck zeigen.[7]

Das erste Abenteuer um den jugendlichen Dagobert dient als Einführung in das Piraten-Setting mit seinen Leitmotiven und in den Charakter der Protagonisten. Die Figur des Sir Dagobert Duck wurde bereits bei seinem Debüt im Klassiker von Carl Barks als Doppelgänger von Dagobert Duck verstanden – wenn auch mit gewissen Unterschieden, wie schon bei seiner Einführung im Zweiteiler von Vito Stabile deutlich wird. Unterschiede, die im Vergleich zur Charakterisierung der anderen Ducks zu ständigen Konflikten zwischen dem jungen (späteren Sir) Dagobert und seinen Eltern führen, die seinen Ambitionen ablehnend gegenüberstehen. [8]

Generationenkonflikt (© Egmont Ehapa)

Stabile skizziert in seinen Abenteuern bewusst ein Spiel der Spiegelungen zwischen den Erfahrungen von des historischen Korsaren Dagobert und dem heutigen Geschäftsmann und Schatzsucher Onkel Dagobert. Wenn der eine ein Abbild des anderen ist, dann beeinflusst sich jeweils auch die Gesamtheit seiner Erfahrungen und die Etappen, die zur Herausbildung der Charaktere geführt haben. Bestimmte Elemente haben beide Dagoberts gemeinsam: Den schweren Abschied von der Heimat, den schweren Aufstieg ins Arbeitsleben und die schweren Enttäuschungen und Niederlagen, die es zu überwinden gilt. So lässt sich erkennen, dass es vor allem im ersten Abenteuer für den Korsaren Dagobert viel Raum gibt, um zu lernen und sprichwörtlich „der Härteste der Harten und der Schlaueste der Schlauen zu sein“. Im zweiten Abenteuer vermittelt Autor Stabile, wie der Korsar Dagobert seinen Groll abschüttelt und die Kraft findet, sich mit seinen Lieben zu versöhnen; folglich einem emotionalen Berührungspunkt, der auch in manchen moralischen Situationen bei Onkel Dagobert vorkommt.

Im Interview mit dem Blogger Simone Cavazzuti antwortete Vito Stabile auf die Frage, ob er glaube, dass der Natur der McDucks gewisse Eigenschaften innewohnen oder ob es sich vielmehr um zufällige Merkmale handelt, die über die individuelle Erfahrung jedes Einzelnen hinausgehen, dass er nicht glaube, dass es Menschen gibt, die „auf eine bestimmte Art und Weise gemacht“ sind. Die McDucks bildeten da keine Ausnahme. Aber es gäbe gewisse Erwartungen, ein Zugehörigkeitsgefühl und die „Ehre“, einen bestimmten Namen zu tragen. Wenn man wie Sir Dagobert „McDuck“ heiße, könne man das nicht einfach ignorieren. Der junge Sir Dagobert spüre die Last dieses Namens und daher erkenne man eine mit sich im Konflikt stehende Figur: Auf der einen Seite der Kummer, nicht als ehrenwertes Mitglied des Clans angesehen zu werden, auf der anderen Seite der Wunsch, sich um all das nicht zu scheren und seinen eigenen Zielen zu folgen. Am Ende der Geschichte wollte Vito Stabile „genau diesen Aspekt hervorheben: Er sieht sich selbst als großen Freibeuter, was sein Traum ist, aber er glaubt, dass er eines Tages der Stolz der McDucks sein wird, um noch einmal diesen Wunsch nach elterlicher Anerkennung zu unterstreichen, der ihn nicht losgelassen hat.“[9]

Bei der Entwicklung der beiden Korsaren-Abenteuer sei es reiner Zufall gewesen, dass der Autor Alessandro Sisti fast zeitgleich eine Serie historischer Abenteuer um den jungen Emil Erpel begann, die unter dem Titel Die Legende von Emil Erpel erschien. Darauf angesprochen, dass Emil Erpel dort ebenfalls einen familiären Konflikt mit seinen Eltern ausficht, wies Vito Stabile darauf hin, dass es sich um ein klassisches Motiv handele, das „in Hunderten von Bildungsgeschichten vorkommt, die junge Charaktere zeigen wollen, die mit dem Wunsch nach Emanzipation und Selbstbestätigung ringen“. [10]

„In meinem Fall dachte ich, dass der Konflikt zwischen Eltern und Kindern ein Thema ist, das in Disney-Comics im Allgemeinen eher selten vorkommt (wo „weniger enge“ Verwandte im Gegensatz zu Onkeln und Vettern reichlich vorhanden sind). Diesen Konflikt mit einem Mitglied des Duck-Clans zu verknüpfen, erschien mir von Anfang an als eine spannende Idee.““
Vito Stabile [11]

Am Ende des Interviews zeigte sich Vito Stabile positiv darüber, in Zukunft noch weitere Abenteuer aus dem Leben von Sir Dagobert Duck zu erzählen, den er „gerne auf seinem gesamten Weg des Erwachsenwerdens, bis hin zur elisabethanischen Zeit, begleiten würde. Dabei reize ihn die Vorstellung zu sehen, was Sir Dagobert dazu bringen wird, ein echter Onkel Dagobert des 16. Jahrhunderts zu werden, denn er habe das Gefühl, dass dies kein einfacher Weg ohne Stolpersteine sein werde. Allerdings reagierte Stabile zögerlich auf die Frage, ob er auch die Taten anderer „vergessener“ oder wenig erforschter Figuren des Duck-Clans nachzeichnen würde. Denn seiner Meinung nach sei Sir Dagobert Duck der interessanteste Vorfahrer der Ducks, „gerade wegen seiner engen Verbindung zu Dagobert“.[12]

Sir Dagobert (3. v.l.) mit den anderen Geistern des Clans der McDucks in DuckTales (2017)Disney)

Auftritte in Cartoons[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sir Dagobert Duck hatte 2018 seinen ersten animierten Auftritt (wenn auch nur Gemälde) in Surprise!, einem Cartoon der Micky-Maus-Serie , der am 18. November 2018 anlässlich des 90. Jubiläums von Micky Maus veröffentlicht wurde.[13] Hier sieht man ein Porträt von Sir Dagobert an der Wand von Donalds Haus (bei Minute 2:27).[14]

Zudem wird Sir Dagobert in Nickys Stammbaum in der Neuauflage der Serie DuckTales aus dem Jahr 2017 erwähnt.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lebensdaten basierend auf Don Rosas erster Stammbaum-Skizze und/oder Daten aus seiner Angabe für die Disney-Comics-Mailing-List. Siehe auch Stammbaum der Ducks (Don Rosa)#Lebensdaten.
    Das Todesdatum stammt aus Barks′ „Reise in die Vergangenheit“.
  2. https://en.wikipedia.org/wiki/Clan_McDuck#Malcolm_%22Matey%22_McDuck abgerufen am 24.03.2026
  3. https://en.wikipedia.org/wiki/Clan_McDuck#Malcolm_%22Matey%22_McDuck abgerufen am 24.03.2026
  4. https://www.e-ducks.gr/p/malcolm-mcduck.html abgerufen am 24.03.2026
  5. https://scrooge-mcduck.fandom.com/wiki/Malcolm_McDuck#Trivia abgerufen am 24.03.2026
  6. https://disney-comics.fandom.com/it/wiki/Malcolm_de%27_Paperoni abgerufen am 24.03.2026
  7. https://www.papersera.net/wp/2025/07/07/le-storie-di-topolino-2/ abgerufen am 24.03.2026
  8. https://www.papersera.net/wp/2025/07/07/le-storie-di-topolino-2/ abgerufen am 24.03.2026
  9. https://ecodelmondo.blogspot.com/2024/01/si-parla-de-il-corsaro-stabileferracina.html abgerufen am 24.03.2026
  10. https://ecodelmondo.blogspot.com/2024/01/si-parla-de-il-corsaro-stabileferracina.html abgerufen am 24.03.2026
  11. https://ecodelmondo.blogspot.com/2024/01/si-parla-de-il-corsaro-stabileferracina.html abgerufen am 24.03.2026
  12. https://ecodelmondo.blogspot.com/2024/01/si-parla-de-il-corsaro-stabileferracina.html abgerufen am 24.03.2026
  13. https://scrooge-mcduck.fandom.com/wiki/Malcolm_McDuck abgerufen am 24.03.2026
  14. https://www.e-ducks.gr/p/malcolm-mcduck.html abgerufen am 24.03.2026