LTB 49: Rezension

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© Egmont Ehapa
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In diesem Artikel wird das LTB 49 rezensiert. Welche Geschichten erfreuen das Fan-Herz und welche sollte man dem Gemütszustand halber lieber weglassen? Das erfährst du hier! Einen neutralen enzyklopädischen Artikel findest du unter LTB 49.

Jeder kann hier seine persönliche Meinung zu den in LTB 49 erschienenen Geschichten verfassen. Eine Unterschrift unter jedem Kommentar ist erwünscht (einzufügen mit ~~~~). Die Geschichten können mit Highlight Highlight, Gut Gut, Mittelmaß Mittelmaß oder Schlecht Schlecht bewertet werden. Bei der Bewertung sollten Zeichnungen, Plot und Übersetzungen mit einbezogen werden. Eine genaue Anleitung zum Verfassen einer Rezension findest du hier. Viel Spaß!

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Cover

Mittelmaß So großzügig kannte man ihn noch nicht: Onkel Dagobert teilt den Spaß eines Goldbades mit seinen Anverwandten Tick, Trick und Track, Daisy und Donald, der verzückt die Augen zusammenkneift. Bei Dagobert und seinen Großneffen sieht das Ganze allerdings eher wie ein Sackhüpfen aus. Der gelbe Schriftzug kommt klassisch daher auf ebenso zeittypischem rotem Grund…

So arg viel spricht nicht für dieses Motiv Giancarlo Gattis, der damals fast schon standardmäßig das I Classici-Cover betreute. Es sei denn die sentimentalen Gefühle – denn ziemlich wahrscheinlich handelt es sich um das erste LTB, das ich jemals in den Händen halten durfte. (5/15 – Pretty bad) Hobrowili (Diskussion) 15:52, 1. Aug. 2026 (CEST)

Rahmengeschichte

Schlecht Zumeist leiten die Zwischengeschichten nur vergleichsweise geradlinig aus einer Geschichte heraus und in die nächste hinein – aufgrund der hier besonders beklagenswerten zeichnerischen Leistung Giuseppe Peregos aber keineswegs ein Grund zur Freude. Andeutungen von eigenständigen Handlungen bieten ein Ausflug Donalds und der Kinder zu Oma Duck (die sonst in keiner Geschichte des Bandes vorkommt) sowie die Bereitstellung eines neuen Hauses für Donalds Familie durch Dagobert – das alte war ja am Ende von Martina/M. de Vitas „Tonne des Diogenes“ in die Luft gejagt worden. (3/15 – Really bad) Hobrowili (Diskussion) 15:52, 1. Aug. 2026 (CEST)

Die eiskalte Stoppelbande

„Keine unnötigen Sorgen! Noch ist Wind genug da!“ (Glanz und Elend der Segelschifferei – mal ist zu wenig Wind da, und dann wieder zu viel)

Mittelmaß Stolz führt Onkel Dagobert seinen Neffen sein neues „Sparschiff“ vor, das zu Wasser und zu Land fahren kann. Doch die Freude währt nur kurz: Eine Windhose befördert die Ducks bis an den Südpol. Dort stoßen sie auf recht seltsame „Eskimos“, die sich als die berüchtigte Stoppelbande entpuppen, bestehend aus „dem Schwarzen“, „dem Roten“, „dem Blonden“ und „dem Grauen“, die sich wahrlich einen global sehr abgelegenen Schlupfwinkel ausgesucht haben, um ihre Bankeinbrüche zu planen. Als sie erfahren, wer ihnen da in ihrem Iglu ins Netz gegangen ist, reift in ihnen ein neuer Plan einer gewinnträchtigen Geiselnahme. Die Ducks können jedoch ihrer Gefangenschaft entfliehen und, auf einer Eisscholle Segel setzend, in heimatliche Gefilde aufbrechen. Zurück in Entenhausen, behält der durch seinen Onkel wieder einmal übervorteilte Donald die auf Ergreifung der Bande ausgesetzten 10.000 Piepen ganz für sich und die Kinder…

Junge gewitzte Geister bei der Schnitzeljagd in Martina/Gattos "Das Geheimnis der Meerjungfrau" (© Egmont Ehapa)

Wie oben schon gesagt: Vermutlich war dies mein erstes LTB, das ich jemals las, und deshalb legt sich auch im Rückblick des Rezensenten über diese ganze, erste Geschichte ein Schleier der Verzauberung. Im Gegensatz zur später folgenden, hyper-typischen „Tonne des Diogenes“ bleibt nach der Sezierung dieses Stoffes hier so viel Substanz auch wieder nicht übrig: Das Verwehen in andere Weltgegenden, das gemischte Doppel aus Gefangenschaft und Flucht sowie das Ringen um den höheren finanziellen Ertrag zwischen Donald und Dagobert stammen offensichtlich aus der Skriptkiste Guido Martinas, der in den Jahren zuvor mit Massimo de Vita einen geeigneten Zeichner gefunden hatte, diese Bücher in 1:1-Manier umzusetzen, ohne viel eigene Kreativität hinzuzufügen. Immerhin ist es diese „neue“ Bande, deren Mitglieder sich nach ihrer Haarfarbe bezeichnen, die einige Aufmerksamkeit auf sich zieht, auch wenn man sagen muss, dass sie auch nicht so fürchterlich über die von den Panzerknackern gesetzten Entenhausener Bandenstandards hinauswächst. Man hätte auch die Panzerknacker an den Südpol setzen können – dann hätte man vier Seiten gespart, weil man sich nicht hätte vorstellen müssen. (7/15 – Not bad) Hobrowili (Diskussion) 15:52, 1. Aug. 2026 (CEST)

Das Geheimnis der Meerjungfrau

„Er war Pirat, der gleichzeitig Poet war. Das heißt, wenn er nicht gerade Schiffe kaperte, dichtete er!“ (Romantik pur im LTB-Format)

Mittelmaß Onkel Dagobert macht sich mit einem heidenteuren Solar-Hochleistungsakku unabhängig vom E-Werk, hat aber glatt vergessen, dass dieses ihm gehört. Wird er etwa senil?... Um dies zu überprüfen, geht er mit seinen Neffen alle seine Unternehmen durch, vergisst aber eines, nämlich eine kleine Insel mitten im Ozean. Dort hatte Onkel Dagobert nämlich vor Jahren vergeblich nach dem Schatz des „Piratpoeten“ gesucht, mithin diese Insel, Nr. 77793654897b seines Unternehmensverzeichnisses, nicht vergessen, sondern verdrängt. Doch jetzt stellt sich heraus, dass er nicht gut genug gesucht hatte: Aus Wut gegen Donald zerbricht er eine kleine Meerjungfrauenstatuette, die damals der einzige Ertrag seines Abenteuers war. Sie enthält einen – natürlich gedichteten – wertvollen Hinweis auf den Schatzhort. Natürlich fliegen die Ducks, dicht gefolgt von den Panzerknackern, sofort auf die Insel, werden dort durch immer neue Gedichte des Piratpoeten jedoch in eine Art Schnitzeljagd verwickelt, an deren Ende freilich der Schatzfund steht. Jetzt müssen nur noch die Panzerknacker besiegt werden, was dank dem Einfallsreichtum von Tick, Trick und Track auch gelingt…

Erstes LTB heißt dadurch auch: erste derartige Schatzsuche, denn in der Micky Maus die ich wahrscheinlich schon vorher kannte, gab es so etwas damals nicht. Auch hier ist wieder Guido Martina federführend, diesmal unterstützt von Luciano Gatto. Ich war fasziniert von dem geheimnisvollen Schriftstück, das in der zerbrochenen Meerjungfrauen-Statuette verborgen war, von dem „weißen Stein, wie eine Palette“, das Dagobert in der Höhle einst zerhackt hatte, um den Zugang zum Schatz freizulegen, ohne dessen eigentliche Bedeutung dechiffrieren zu können, oder von den Wortspielen und dem im Morsealphabet verknoteten Draht, wodurch sich die für einen 10-jährigen selbstverständlich total vorbildlichen Kinder an den Schatz herantasten und sich dabei ihren Altvorderen überlegen erweisen. Dass die Panzerknacker von Martina gewohnheitsmäßig eingesetzt werden, um Dramatik zu stiften, wodurch die Geschichte als Ganze aber in Routinen erstarrt, konnte ich damals noch nicht wissen. Ich bleibe auch hier in meiner Bewertung subjektiv. (8/15 – OK) Hobrowili (Diskussion) 15:52, 1. Aug. 2026 (CEST)

Familienbande der italienischen Ducks auf dem Siedepunkt in Martina/M. de Vitas "Donald und die Tonne des Diogenes" (© Egmont Ehapa)

Donald und die Tonne des Diogenes

„Wenn man den Esel nennt, kommt er gerennt!“ (Donald weiß sich auch mit einem Sprichwort nicht gegen seinen Onkel zu wehren)

Gut Onkel Dagobert will, dass Donald auf der Isla de la Cueva in der Karibik Bäume für ihn fällt. Donalds notorische Verschuldung bei ihm ist zwar ein starkes Druckmittel, kann aber nicht verhindern, dass sich Donald mit den Kindern im Haus verschanzt und den Kampf mit seinem ihn belagernden Onkel aufnimmt. Schließlich gibt Donald auf, nachdem Dagobert seine Neffen über den Schornstein ausgeräuchert hatte. Also geht’s nun doch gemeinsam mit dem Helikopter auf die besagte Insel. Wie sich herausstellt, ist Dagobert dort auf der Suche nach dem berühmten Schatz des Käpt’n Morgan, worüber sich wiederum Tick, Trick und Track beömmeln, wissen sie doch aus ihrem Schlauen Buch, dass dieser Schatz längst auf dem Meeresgrund ruht. Donald ist außer sich und wirft seine Fackel gegen die dort lagernden Pulverfässer, woraufhin die ganze Höhle explodiert und in sich zusammenstürzt. Dagobert dreht daraus einen Strick, den auch der alte Rum aus der Höhle hätte ein gutes Geschäft ergeben können. Doch damit nicht genug: Zurück in Entenhausen, finden sie Donalds Haus explodiert vor – die Öllappen der Ausräucherungsaktion hatten eine Camping-Gasflasche zur Explosion gebracht…

Eingerahmt wird die Handlung durch Bezüge zur titelgebenden „Tonne des Diogenes“: Zu Beginn spielen die Kinder darin antike Philosophen, Donald versteckt sich darin vor seinem anrückenden Onkel, während er die Kinder ihn verleugnen lässt, er sei „bei den Ping-Pong-Meisterschaften in China“ (S. 95). Am Ende, nach der Explosion seines Hauses, verbleibt Donald die Tonne als neues Heim: „Haha! Jetzt leb‘ ich auch wie Diogenes“, worauf die Kinder resignieren: „Ach du Schreck! Jetzt tarnt er seine Faulenzerei auch noch als Philosophie!“ (S. 130) Viel geht es also nicht um diese Tonne, doch hat Guido Martina den Rahmen geschickt gesetzt, unterstreicht das Motiv doch, was mir neben dem horrenden Wissen an den Neffen Tick, Trick und Track damals besonders gefiel: ihre Vernünftigkeit. „Erwachsene sollten nicht solchen Blödsinn machen! – „Benehmen wir uns wenigstens wie vernünftige Leute!“ (S. 114) Ansonsten ist diese Geschichte wohl auch dadurch, dass ich sie so früh las, zu einem geradewegs prototypischen Beispiel für eine Zusammenarbeit von Martina mit Massimo de Vita geronnen, gerade aufgrund der beiden Teile (Familienzwist und Schatzsuche), die so wenig zueinander zu passen scheinen – wäre da nicht dieser feine Rahmen. Vollends klassischer Charakter hat für mich diese anfängliche „Schlacht ums Haus“. Ich war etwas überrascht zu erfahren, dass die ersten ihrer Phantomias-Abenteuer längst geschrieben waren, als diese Geschichte im Juni 1972 im Topolino ersterschien – so gut greift hier eine Grundkonstellation, die durch den „maskierten Rächer“ aber auch einer Weiterentwicklung bedurfte. Hingegen sind einige ähnlich gelagerte Abenteuer, die auf mich eher wie weiter auffächernde Variationen wirken (etwa die schwächere „Geschichte vom fliegenden Zelt“ in LTB 35 von 1969), bereits deutlich älter. Was man jedoch durchaus merkt, ist der enge künstlerische Zusammenhang zur ersten Geschichte des Bandes, die nur zwei Monate früher ersterschien. (10/15 – Above Average) Hobrowili (Diskussion) 15:52, 1. Aug. 2026 (CEST)

Der Kalif des Halbmonds

„Nobelpreis für diese Idee! Na! Einen unnoblen Preis für Betrug hat er verdient!“ (Tick, Trick und Track bestätigen Kants Diktum, dass das Gute das Vernünftige ist)

Mittelmaß Onkel Dagobert hat den Auftrag, dem märchenhaften „Kalifat des Halbmonds“ 100.000 Goldmünzen zu liefern – entsprechend der dortigen Staatsräson in zwei halbmondartige Hälften geteilt. [[Donald kommt die Idee, weiteren ordentlichen Gewinn herauszuschlagen, indem Dagobert nicht nur etwas Goldstaub, der im Zerteilvorgang anfällt, auffängt, sondern ein ordentliches Mittelstück herausschneidet. Durch den Schatzminister des Kalifats freilich bleibt der Betrug nicht unbemerkt, wodurch Dagobert und Donald die Hinrichtung droht. Glücklicherweise bleiben die Kinder auf freiem Fuß – und auch ihre Befreiungsaktion gelingt…

Giorgio Cavazzano auf einem ersten Höhepunkt seiner kreativen Bildfindungen in "Die Münze am Mast" (mit Rodolfo Cimino) (© Egmont Ehapa)

Und noch ein viertes und letztes Mal Guido Martina: Obwohl das meiste in sehr bekannten Bahnen verläuft (siehe weiter oben das etablierte „Doppel aus Gefangenschaft und Flucht“), ist die eigentliche, initiierende Plot-Substanz, nämlich das Herausschneiden eines schmalen Mittelstreifens aus der dadurch ganz und gar nicht „halbierten“ Münze, einige Ehren wert. Eine Parabel über die Gier, nahtlos auf die heute real existierende Digitalität übertragbar: Wer gibt zum Beispiel eigentlich den Banken das Recht, aus jeder digitalen Transaktion zwischen Anbieter und Nachfrager noch einen kleinen Teil auf ihr eigenes Konto zu schreiben?... Kein Wunder, dass Bargeld in Deutschland immer noch lacht. (6/15 – Mediocre) Hobrowili (Diskussion) 15:52, 1. Aug. 2026 (CEST)

Die Münze am Mast

„Der Bootsmann hat ein Leck, Käpt’n!“ (So kann man es auch ausdrücken, dass der leckstopfende Donald unfreiwillige Begegnung mit einem spitzigen Narwal gemacht hat)

Gut Dagobert Duck und Klaas Klever legen ihre Münzsammlungen in Auranien vor, um einen dortigen Wettbewerb zu gewinnen. Beide Sammlungen werden von der Jury für gleichwertig erklärt und, noch schlimmer: Bis einer der Konkurrenten eine den Wert seiner Sammlung entscheidend gegenüber der anderen steigern könne, verblieben beide Sammlungen im Palast. Dagobert sucht jetzt nach einer Münze, die wirklich einmalig und damit unschlagbar ist. Primus erzählt von einem Waleikos, den ein kauziger Kapitän einst an den Mast eines Segelschiffes nagelte, als Preis für denjenigen, der als erstes Moby Dick, den weißen Wal, sichtet. Und da die Stelle, an der das Schiff einst sank, so ungefähr bekannt ist, machen sich Dagobert mit Neffen und Großneffen an Bord eines alten Seelenverkäufers gleich auf die Suche. Doch auch Klaas Klever hat sich in Person des Walspezialisten Professor Walfahrt fachkundige Unterstützung gesichert. Mittels eines künstlichen Wals machen sie den Ducks und ihrem Schiff das Leben schwer. Doch als ein echter, größerer Wal auftaucht, muss der Fake-Wal mit seiner Besatzung das Feld räumen. Die Ducks erobern also „die Münze am Mast“, drohen aber die von der auranischen Jury gesetzte Frist zu verpassen. Klever hat mittlerweile einen Sack wenig aufregender Münzen beigebracht, die ihn gleichwohl zum Sieger machen würden. Die Gongschläge zum Ablauf der Frist ertönen schon, als Dagobert als Akt der Verzweiflung den gelochten Waleikos in Richtung Jury wirft, dieser aber beim Aufprall auf einen preisrichterlichen Schädel zerbricht. Resultat: Beide Sammlungen bleiben gleichwertig und werden zugunsten des Staates eingezogen. Sowohl Klever als auch Dagobert machen jetzt Donald für ihr Fatum verantwortlich und jagen ihn über Stock und Stein…

„Schaut her! Seht ihr diese spanische Goldunze? […] Wer von euch einen Wal mit weißem Kopf und runzeliger Stirn und krummem Maul zu Gesicht bekommt, wer von euch mir diesen weißköpfigen Wal mit den drei steuerbords in den Schwanz gestochenen Löchern sichtet – […], der soll diese Goldunze haben, Leute!“ Mit dieser Ansprache an seine Besatzung lässt Hermann Melville im berühmten Roman „Moby Dick“ (in der Übersetzung von Alice und Hans Seiffert) den wahnhaften Käpt’n Ahab das Geschehen initiieren, das gut 120 Jahre später von den beiden italienischen Comic-Künstlern Rodolfo Cimino und Giorgio Cavazzano nicht eben kongenial, aber eben doch interessant aufgegriffen wird. In der deutschen Übersetzung wird aus der ecuadorianischen Golddublone rätselhafterweise ein „Waleikos“, ein Wort, das außer in Bezügen zu dieser LTB-Geschichte bei Google keine Treffer ergibt. Wie mag die Übersetzerin Gudrun Penndorf darauf gekommen sein? Zwar ist das Geschehen in dieser Geschichte gelegentlich etwas „over the top“ (etwa so gut wie alle Wal-Szenen), aber Cavazzanos Zeichnungen sind damals, 1972, bereits super-dynamisch, auch wenn die Unterwasserszenen noch nicht das Niveau der Jahre ab 1973 („Operation Galeone“, LTB 64) erreichen. Und auch Cimino trägt mit seinem quirligen Skript seinen Teil zu dem Vergnügen bei. Wobei: Es ist erst der liebevolle „Moby Dick“-Bezug mit der schönen Idee, Ahabs Preisgeld zur numismatischen Rarität zu erklären, was hier den Unterschied zu ähnlich gelagerten Skripts ausmacht. (10/15 – Above Average) Hobrowili (Diskussion) 15:52, 1. Aug. 2026 (CEST)

Panzerknacker-Narzissmus aus Cimino/Bordinis "Der eingebaute Abwehrmechanismus" (© Egmont Ehapa)

Der eingebaute Abwehrmechanismus

„Der Abstand regelt sich automatisch durch rotierend zuckelndes Trippeln, hervorgerufen durch einen körperlich transzendenten Ekel“ (Dagobert macht den „eingebauten Abwehrmechanismus“ gleich viel klarer)

Schlecht Onkel Dagobert baut seinen Geldspeicher in einen blau-metallenen Würfel mit einer äußeren Hülle und einer inneren, in einer Flüssigkeit schwebenden Kugel um, der die Panzerknacker auf immer und ewig fernhalten soll. Doch diese machen es sich zunutze, dass sie von dem neuen Bau abgestoßen werden, und leiten ihn in einen Vulkankegel voll brodelnder Lava, der sich direkt über Opa Knacks Haus befindet. Onkel Dagobert entkommt mit Donald und den Kindern, ohne zu verbrennen, kann vom Eulenrichter aber keine Verfügung gegen die Gauner erwirken – sie haben alles so gedeichselt, dass es legal aussieht und sie nicht das schmelzende Gold aus dem Geldspeicher, sondern ihre eigene Mine ausbeuten. Letztlich macht sich Dagobert die Spiellust der Panzerknacker zunutze: Er verwendet einen von Daniel Düsentrieb präparierten Spielautomaten, der niemals die Bilder der „drei Lümmel“ (aka Panzerknacker) gleichzeitig zeigt. So verlieren sie ihr ganzes Gold und am Ende – wieder einmal – ihre Freiheit…

Mindestens ein von Giorgio Bordini gezeichneter Duck-Comic pro Band (in Micky-Bänden findet man ihn übrigens gar nicht) war Mitte der 1970er Jahre, als auch LTB 49 erschien, Standard. Die Bücher, die er umzusetzen hatte, mussten schon etwas Besonderes haben, wenn ein Bordini mit seinen eindimensional gezeichneten Ducks mal aus dem schlechten oder unteren mittelmäßigen Bereich ausbrechen wollte (so etwa in der zwei Bände zuvor, in LTB 47, erschienenen Othello-Adaption „Der Mohr von Venedig“). Dieser Geschichte von Rodolfo Cimino gelingt solch ein Durchbruch nicht. Die x-te Variation des Motivs vom (vermeintlich) unbezwingbaren Geldspeicher ist nur rhetorisch, nie aber gestalterisch aufgemotzt – wäre ja schön gewesen, wenn wir all das Wunderwerk, das da behauptet wird, auch hätten sehen dürfen. Fast das Beste bleibt deshalb das für einen Cimino-Comic typische Opening Splash, das einen in einem blauen Kubus gefangenen Dagobert zeigt, der von den ihn umringenden Panzerknackern „gegrillt“ wird. (3/15 – Unsatisfactory) Hobrowili (Diskussion) 15:52, 1. Aug. 2026 (CEST)

Fazit

Ich kann in der Bewertung des LTB nicht ganz objektiv sein, war es doch wohl das erste meiner Sammlung (auch wenn in meiner Erinnerung einige Bände dem nahezu gleichkommen). Der Samen war in mir jedenfalls gesetzt, auch was meine kindliche Vorliebe gerade für Schatzsuchgeschichten betrifft (hier repräsentiert durch die Geschichten 2, 3 und 5). Mag sein, dass ich einige der Geschichten mit neutralerer Brille etwas skeptischer beurteilt hätte. Für mich aber bleibt LTB 49 ein zeitloser Klassiker!... Hobrowili (Diskussion) 15:52, 1. Aug. 2026 (CEST)