Wie man ein Seemann wird
| Wie man ein Seemann wird | |
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| How to Be a Sailor | |
| © Disney • Quelle: fandom | |
| Uraufführung: | 28. Januar 1944 |
| Titelheld: | Goofy |
| Regie: | Jack Kinney |
| Animation: | Don DaGradi, Hugh Fraser, John Sibley etc. |
| Drehbuch: | Carl Barks, Jack Kinney, Ralph Wright |
| Produktion: | Walt Disney |
| Musik: | Paul Smith |
| Länge: | 7:08 Minuten |
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Der Cartoon Wie man ein Seemann wird (im Original How to Be a Sailor) kam am 28. Januar 1944 in den USA in die Kinos. Gezeigt wird ein amüsant gemeinter Überblick über die Geschichte der Seefahrt.
Figuren
- Goofy in unterschiedlichen Rollen
- Erzähler
Handlung
Nachdem sich auf der Erde das Land vom Wasser getrennt hat und die ersten Menschen durch die Gegend liefen, beginnt die Geschichte des Seemanns bereits in der Steinzeit. Ein Höhlenmensch läuft ins Wasser, wo er beinahe zu ertrinken droht, da er nicht schwimmen kann. Er findet aber Halt auf einem vorbeitreibenden Baumstamm, auf den er sich setzt. Ein Brett, das er aus dem Wasser fischt, dient ihm als Paddel. Im alten Ägypten gab es das Byblosboot, das von einem gesteuert wurde, der mehrere Ruder gleichzeitig schwenken musste. Als die Seefahrer immer weiter aufs Meer rauszogen, orientierten sie sich bei ihrer Reise an den Sternen. Als Beispiel wird ein Wikinger gezeigt, der die Sterne nach dem Weg befragt und prompt einen dezenten Hinweis zur Weiterfahrt von einem Sternbild bekommt. Im dreizehnten Jahrhundert zerbrach man sich den Kopf, wie denn die Form der Erde sei. Auf einem Tisch sind einige Beispielmodelle dazu zu sehen. Die Seefahrer glaubten, dass die Erde eine Scheibe sei und Schiffe vom Rand der Erde fallen könnten, wenn sie zu weit hinausfahren würden.
Gefährlich wurde es für Seefahrer als sie von Piraten angegriffen wurden. Aber auch Piratenkapitäne mussten aufpassen. War die Mannschaft mit ihrem Chef unzufrieden, ließen sie diesen schon mal über die Planke gehen. Gefährlich wurde es für die Seefahrer, wenn ein Gewitter aufzog und die Wellen ein Schiff hin und her schleuderten. Zur Sicherheit bindeten sich einige Seeleute am Mast an. Als nächstes führt Goofy das Flaggenschwenken vor. Dabei muss er so sehr mit den Flaggen herumwedeln, dass er dabei seine Hose verliert. Dies ist ihm zwar peinlich, doch verliert der Tollpatsch seine Laune dadurch nicht. Er tanzt zum nächsten Segel und zieht sich dahinter seine Hose wieder an. Dann kommt er heraus und führt dem Zuschauer traditionielle Seemannstänze vor. Weil Goofy so in seinem Element ist, passt er nicht auf und fällt durch eine Öffnung ins Schiffsinnere.
Als nächstes ist ein Segelschiff auf dem Meer zu sehen. Da die Männer dort angeblich aus Eisen seien, sieht man, wie der Baum eines Segels am Hintern eines Seemanns zerbricht, der gerade das Deck schrubbt. Seemänner haben eine sicheren Gang entwickelt, sodass sie auf dem schwankenden Schiff nicht umkippen oder zur Seite rutschen. So bringt Goofy zwei Mülleimer trotz stark schwankenden Schiffs sicher von der einen zur anderen Seite. In der folgenden Szene führt er dann das Binden von unterschiedlichen Seemannsknoten vor. Goofys Knoten hält allerdings dann nicht, als er ein Teerfass angebunden hat, das am Mast nach oben gezogen werden soll. Der Knoten löst sich, das Fass fällt auf Goofy herab und er wird mir Teer bedeckt.
Als letztes ist ein Kriegsschiff zu sehen, das auf dem Meer schwimmt. An Bord träumen die Matrosen in ihren Hängematten von schönen Frauen. Auch der Kapitän in seinem Hängebett träumt, wie er von vielen hübschen Frauen umgeben ist. Da wird plötzlich zum Gefecht gerufen. Doch der Kapitän schläft so tief, dass er den Ruf nicht hört. Erst durch eine kräftige Ermahnung des Erzählers springt er perfekt angezogen und fit aus dem Bett. Sogleich zieht er an einer Schnur, damit er einen Torpedo erhält. Dieser ist allerdings sehr schwer, sodass Goofy Probleme beim Tragen hat. Als er den Torpedo mit Anlauf in die Schleuse für die Kanone befördern will, stolpert Goofy über einen herumliegenden Anker und landet versehentlich selbst im Kanonenrohr. Die Kanone wird abgeschossen. Goofy fliegt übers Meer und zerstört dabei die Ubootflotte des militärischen Gegners.
Synchronisation
| Rolle | Originalsprecher | Deutsche Sprecher |
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| Goofy | Pinto Colvig | Walter Alich |
| Erzähler | John McLeish | - |
Hintergrund
Mit dem Angriff auf Pearl Harbour 1941 stiegen auch die USA in den laufenden Krieg in Europa und Asien mit ein. Dies hatte auch Auswirkungen auf die Disney Company. So baute die US-Army Teile der Studios in Verteidigungsanlagen um, damit benachbarte Fabriken im Notfall geschützt werden können. Die Navy bestellte Propagandafilme zur Schulung der Soldaten. Obwohl ihm die Herstellung solcher politischer Cartoons nicht gefiel, beugte sich Disney seinem Auftraggeber. Aufgrung des Zweiten Weltkriegs, der bereits 1939 in Europa begann, konnten die Disney-Filme nicht dorthin verkauft werden. Dies betraf Filme wie Pinocchio, Dumbo und Bambi. Das darin investierte Geld konnte nicht wieder eingespielt werden, sodass sich Disney auch deshalb genötigt sah, seine beliebten Zeichentrickfiguren für Propagandazwecke einzusetzen.
So galt es mithilfe der Cartoons einerseits politische Botschaften an die Zuschauer zu bringen (damals schauten sehr viele Erwachsene die Disney-Cartoons), andererseits die Kriegsgegner der USA verächtlich zu machen. Die Ubootflotte des Gegners ist in ihrem Aussehen dem damaligen Kaiser Hirohito nachempfunden. Dieser wird übertrieben stereotyp karikiert. Goofy zerstört bei seinem Angriff nicht nur die japanische Flotte, sondern auch deren Flagge, die im Hintergrund zu sehen ist.
Trivia
- Dieser Cartoon ist auf der DVD-Sammlung Walt Disney Kostbarkeiten: Goofys gesammelte Geschichten zu finden.