Leonard Hillmann: Unterschied zwischen den Versionen
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[[Datei:Leonard Hillmann.jpg|300px|mini|rechts|Dr. Leonard Hillmann (bei einer Signierstunde von [[Don Rosa]] in Leipzig im Juli 2026)]] | |||
'''Dr. Leonard Hillmann''' (* 1992 in Berlin) ist ein deutscher [[Comiczeichner]], der seit 2022 im Auftrag des [[Egmont]]-Konzerns für [[The Walt Disney Company|Disney]] als Zeichner von [[Donald Duck]]-Comics tätig ist. | '''Dr. Leonard Hillmann''' (* 1992 in Berlin) ist ein deutscher [[Comiczeichner]], der seit 2022 im Auftrag des [[Egmont]]-Konzerns für [[The Walt Disney Company|Disney]] als Zeichner von [[Donald Duck]]-Comics tätig ist. | ||
== Werdegang == | == Werdegang == | ||
Leonard Hillmman wurde 1992 in Berlin geboren, seine Familie hat ihre Wurzeln in Nordrhein-Westfalen. Seine Leidenschaft für Disney-Comics begann früh, als seine Mutter ihm 1997 die Ausgabe 35 des [[Micky Maus Magazin]]s kaufte, deren Comicgeschichten und redaktionellen Seiten dem Jungen auf Anhieb gefielen. Da ihn Woche für Woche die Zeichnungen der Comics in den Bann zogen und er noch nicht richtig lesen konnte, las sein Vater ihm regelmäßig auf dem Wohnzimmersofa vor. Obwohl er noch nicht wusste, wer die Geschichten geschaffen hatte, spürte er bei den Comics von [[Carl Barks]] und [[Don Rosa]] früh das „gewisse Etwas“.<ref name="DDSH">[[Joachim Stahl]]: ''[[Neue Entenhausener Geschichten]] Folge 47: Interview mit Dr. Leonard Hillmann''. [[DDSH 465]], Seite 45–35, [[Egmont Ehapa Media]], Berlin, Februar 2026</ref> Schon als Fünfjähriger begann er, zunächst Figuren abzupausen und später selbst zu zeichnen. | Leonard Hillmman wurde 1992 in Berlin geboren, seine Familie hat ihre Wurzeln in Nordrhein-Westfalen. Seine Leidenschaft für Disney-Comics begann früh, als seine Mutter ihm 1997 die Ausgabe 35 des [[Micky Maus Magazin]]s kaufte, deren Comicgeschichten und redaktionellen Seiten dem Jungen auf Anhieb gefielen. Da ihn Woche für Woche die Zeichnungen der Comics in den Bann zogen und er noch nicht richtig lesen konnte, las sein Vater ihm regelmäßig auf dem Wohnzimmersofa vor. Obwohl er noch nicht wusste, wer die Geschichten geschaffen hatte, spürte er bei den Comics von [[Carl Barks]] und [[Don Rosa]] früh das „gewisse Etwas“.<ref name="DDSH">[[Joachim Stahl]]: ''[[Neue Entenhausener Geschichten]] Folge 47: Interview mit Dr. Leonard Hillmann''. [[DDSH 465]], Seite 45–35, [[Egmont Ehapa Media]], Berlin, Februar 2026</ref> Schon als Fünfjähriger begann er, zunächst Figuren abzupausen und später selbst zu zeichnen. | ||
[[Datei:Wie geschmiert jongliert.jpg|350px|mini|links|Hillmanns Comic-Debüt ''Wie geschmiert jongliert'' ([[Egmont Ehapa]])]] | |||
Seine ersten Bewerbungsmappen mit Zeichnungen verschickte Leonard Hillmann bereits im Alter von 15 Jahren an diverse Mitarbeiter des Disney-Konzerns in unterschiedlichen Ländern. Oftmals erhielt er keinerlei Rückmeldungen oder aber wurde motiviert, es in der Zukunft erneut zu versuchen. Vergeblich bemühte sich Hillmann als Teenager um einen der begehrten Praktikumsplätze bei den Disney-Studios in Burbank, USA. | |||
Im Jahr 2021 wagte er einen weiteren Anlauf und verschickte eine von ihm kreierte achtseitige Dagobert-Geschichte unter anderem an die Egmont-Redaktion in Berlin. Dem damaligen Chefredakteur der Disney-Magazine, [[Marko Andric]], gefiel das eingesandte Material und leitete es an die Hauptverantwortlichen des Medienunternehmens Egmont in Kopenhagen weiter. | |||
Anschließend erhielt Leonard Hillmann E-Mails von drei dänischen Comic-Mitarbeiterinnen und durfte nach einem Videocall mit dem erfahrenen Egmont-Artdirector [[Fernando Güell]] eine „Test-Story“ mit [[Daniel Düsentrieb]] umsetzen. Nachdem er viele intensive Arbeitsstunden in die Geschichte investierte und sie mehrfach umgestaltete, wurde sie vom Kreativteam bei Egmont abgesegnet, womit für Hillmann ein seit 15 Jahren bestehender Lebenstraum in Erfüllung ging.<ref name="DDSH" /> | Anschließend erhielt Leonard Hillmann E-Mails von drei dänischen Comic-Mitarbeiterinnen und durfte nach einem Videocall mit dem erfahrenen Egmont-Artdirector [[Fernando Güell]] eine „Test-Story“ mit [[Daniel Düsentrieb]] umsetzen. Nachdem er viele intensive Arbeitsstunden in die Geschichte investierte und sie mehrfach umgestaltete, wurde sie vom Kreativteam bei Egmont abgesegnet, womit für Hillmann ein seit 15 Jahren bestehender Lebenstraum in Erfüllung ging.<ref name="DDSH" /> | ||
==Stil== | ==Stil== | ||
[[Datei:Regelgerecht.jpg|350px|mini|rechts|[[Splashpanel]] von ''Regelgerecht'' mit Barks′ Figur Arnold Bürzli im Hintergrund ([[Egmont Ehapa]])]] | |||
Leonard Hillmann orientiert sich in seinem Stil an [[Carl Barks]], den er als „Maßstab aller Entenhausen-Kunst“ ansieht. Gleichsam prägte ihn das Werk von [[Don Rosa]] als „offiziellen Chronisten der Familie Duck“.<ref name="DDSH" /> Er begegnete Don Rosa bereits mehrfach, traf ihn bei einer Presseveranstaltung und kam bei einem anschließenden Abendessen mit ihm ins Gespräch. Nach Rosas Vorbild versucht Hillmann, viele Details und Verweise auf die Geschichten von Carl Barks in seine Zeichnungen einzubauen, etwa einen Nebencharakter oder einen bestimmten Gegenstand. Diese Hommagen verleihen seinen Geschichten eine persönliche Note, auch wenn sie nur wenigen Fans auffallen. | Leonard Hillmann orientiert sich in seinem Stil an [[Carl Barks]], den er als „Maßstab aller Entenhausen-Kunst“ ansieht. Gleichsam prägte ihn das Werk von [[Don Rosa]] als „offiziellen Chronisten der Familie Duck“.<ref name="DDSH" /> Er begegnete Don Rosa bereits mehrfach, traf ihn bei einer Presseveranstaltung und kam bei einem anschließenden Abendessen mit ihm ins Gespräch. Nach Rosas Vorbild versucht Hillmann, viele Details und Verweise auf die Geschichten von Carl Barks in seine Zeichnungen einzubauen, etwa einen Nebencharakter oder einen bestimmten Gegenstand. Diese Hommagen verleihen seinen Geschichten eine persönliche Note, auch wenn sie nur wenigen Fans auffallen. | ||
Außerdem wurde Hillmann vom dynamischen und ausdrucksstarken Stil [[Daniel Branca]]s geprägt und er mag den modernen Stil von [[Ferioli]], [[Paco Rodriguez]] und [[Massimo Fecchi]]. Außerdem sprechen ihn die karikaturesken Zeichnungen von [[Flemming Andersen]] an und er schätzt die humorvollen Skripte von [[Kari Korhonen]]. | Außerdem wurde Hillmann vom dynamischen und ausdrucksstarken Stil [[Daniel Branca]]s geprägt und er mag den modernen Stil von [[Ferioli]], [[Paco Rodriguez]] und [[Massimo Fecchi]]. Außerdem sprechen ihn die karikaturesken Zeichnungen von [[Flemming Andersen]] an und er schätzt die humorvollen Skripte von [[Kari Korhonen]]. | ||
[[Datei:Im Spielfieber.jpg|350px|mini|links|[[Splashpanel]] von ''Im Spielfieber'' mit [[Dicky, Dacky und Ducky]] ([[Egmont Ehapa]])]] | |||
Schon beim Lesen eines [[Comic-Skript|Skripts]] stellt sich Leonard Hillmann vor, wie man die einzelnen [[Panel]]s für einen flüssigen und harmonischen Lesefluss am besten anlegen könnte. Anhand eines Rasters richtet er seine Zeichnungen zunächst danach aus, wie viel Raum Sprechblasen und andere Textelemente einnehmen und wie er diese am effizientesten platziert, um die Charaktere und Handlung gut zur Geltung kommen zu lassen. An einer Comicseite arbeitet Hillmann laut eigener Aussage bis zu 40 Stunden, manchmal auch bis tief in die Nacht.<ref name="DDSH" /> | Schon beim Lesen eines [[Comic-Skript|Skripts]] stellt sich Leonard Hillmann vor, wie man die einzelnen [[Panel]]s für einen flüssigen und harmonischen Lesefluss am besten anlegen könnte. Anhand eines Rasters richtet er seine Zeichnungen zunächst danach aus, wie viel Raum Sprechblasen und andere Textelemente einnehmen und wie er diese am effizientesten platziert, um die Charaktere und Handlung gut zur Geltung kommen zu lassen. An einer Comicseite arbeitet Hillmann laut eigener Aussage bis zu 40 Stunden, manchmal auch bis tief in die Nacht.<ref name="DDSH" /> | ||