Robert Iger: Unterschied zwischen den Versionen
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Bob Iger studierte am New Yorker Ithaca College und wurde dann Wetter-Experte für einen lokalen Fernsehsender. Im Jahr 1974 begann er seine Karriere beim Fernsehsender [[ABC]], der damals noch nicht Teil der Disney Company war. Durch seine erfolgreiche Arbeit erreichte Iger stetig höhere Positionen innerhalb des Unternehmens. So war er von 1989 bis 1992 Präsident von ABC Entertainment und von 1993 bis 1994 Präsident der ABC-TV Network Group. Igers Ansehen in der Wirtschaftswelt stieg durch TV-Hits wie [[Hör mal, wer da hämmert]] und [[America's Funniest Home Videos]], die er bei ABC eingeführt oder weitergeführt hatte. Die immer profitabler werdenden Kabelsender des Unternehmens wie [[ESPN]] und Lifetime waren ein maßgeblicher Grund für den Erfolg, den ABC in den | Bob Iger studierte am New Yorker Ithaca College und wurde dann Wetter-Experte für einen lokalen Fernsehsender. Im Jahr 1974 begann er seine Karriere beim Fernsehsender [[ABC]], der damals noch nicht Teil der Disney Company war. Durch seine erfolgreiche Arbeit erreichte Iger stetig höhere Positionen innerhalb des Unternehmens. So war er von 1989 bis 1992 Präsident von ABC Entertainment und von 1993 bis 1994 Präsident der ABC-TV Network Group. Igers Ansehen in der Wirtschaftswelt stieg durch TV-Hits wie [[Hör mal, wer da hämmert]] und [[America's Funniest Home Videos]], die er bei ABC eingeführt oder weitergeführt hatte. Die immer profitabler werdenden Kabelsender des Unternehmens wie [[ESPN]] und Lifetime waren ein maßgeblicher Grund für den Erfolg, den ABC in den 1990er Jahren hatte. ABC schaffte es in dieser Zeit, sich als eines der drei großen US-TV-Networks neben NBC und CBS zu etablieren. | ||
Von 1994 bis 1996 war Iger Präsident und Chief Operating Officer (COO) von Capital Cities/ABC, dem Mutterkonzern des Fernsehsenders, der nach der Fusion von Capital Cities und ABC im Jahr 1985 entstanden war. Im Jahr 1995 übernahm die Disney Company den ABC-Konzern für eine Milliardensumme. In die vorherigen Übernahmeverhandlungen war Bob Iger maßgeblich involviert. Kurz bevor der Deal zwischen Tom Murphy, dem Vorsitzenden von Cap Cities/ABC, und [[Michael Eisner]], CEO von Disney, abgeschlossen wurde, versuchte Eisner Bob Iger zu überreden, bei einer Übernahme weiter im Konzern zu verbleiben. Iger entgegnete in diesem Gespräch allerdings, dass er noch nicht wisse, ob er überhaupt in dem Unternehmen verbleiben wolle. Tom Murphy, der sich nach dem Deal als Spitzenmanager zurückziehen wollte, legte Eisner später nahe, Iger unbedingt im Konzern zu halten. Am 6. August 1995 wurde die Übernahme beschlossen. Bob Iger hatte sich dazu entschieden, bei Disney zu arbeiten. | Von 1994 bis 1996 war Iger Präsident und Chief Operating Officer (COO) von Capital Cities/ABC, dem Mutterkonzern des Fernsehsenders, der nach der Fusion von Capital Cities und ABC im Jahr 1985 entstanden war. Im Jahr 1995 übernahm die Disney Company den ABC-Konzern für eine Milliardensumme. In die vorherigen Übernahmeverhandlungen war Bob Iger maßgeblich involviert. Kurz bevor der Deal zwischen Tom Murphy, dem Vorsitzenden von Cap Cities/ABC, und [[Michael Eisner]], CEO von Disney, abgeschlossen wurde, versuchte Eisner Bob Iger zu überreden, bei einer Übernahme weiter im Konzern zu verbleiben. Iger entgegnete in diesem Gespräch allerdings, dass er noch nicht wisse, ob er überhaupt in dem Unternehmen verbleiben wolle. Tom Murphy, der sich nach dem Deal als Spitzenmanager zurückziehen wollte, legte Eisner später nahe, Iger unbedingt im Konzern zu halten. Am 6. August 1995 wurde die Übernahme beschlossen. Bob Iger hatte sich dazu entschieden, bei Disney zu arbeiten. | ||
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====Offensive gegen Michael Eisner==== | ====Offensive gegen Michael Eisner==== | ||
Das [[The Walt Disney Company#Board of Directors|Board of Directors]] war nach den schlechten Ergebnissen zunehmend unzufrieden mit der Arbeit von [[Michael Eisner]]. Vor allem zwei der mächtigsten Board-Mitglieder, [[Stanley Gold]] und [[Roy E. Disney]] kreideten Eisner zunehmend Amtsmüdigkeit an. Gold beschwerte sich über die schlechten ABC-Zahlen und das Desaster einer milliardenschweren Übernahme des Senders [[FOX Family]], der im Jahr 2000 von Disney scheinbar ohne erkennbares Verwertungskonzept und ohne Integrierungsplan in das ABC-Network gekauft wurde. Roy Disney, die [[Image:Roy_Disney_02.jpg|thumb|left|Roy E. Disney]]letzte verbliebene Person im Unternehmen, die mit Walt Disney verwandt war, beschwerte sich über die Misserfolge und die mangelde Kreativität im Trickfilmsektor. Filme wie ''[[Fantasia 2000]]'', ''[[Ein Königreich für ein Lama]]'' oder ''[[Atlantis – Das Geheimnis der verlorenen Stadt]]'' waren entweder Flops an den Kinokassen oder konnten nicht annähernd die Erfolge feiern, die Disney in den | Das [[The Walt Disney Company#Board of Directors|Board of Directors]] war nach den schlechten Ergebnissen zunehmend unzufrieden mit der Arbeit von [[Michael Eisner]]. Vor allem zwei der mächtigsten Board-Mitglieder, [[Stanley Gold]] und [[Roy E. Disney]] kreideten Eisner zunehmend Amtsmüdigkeit an. Gold beschwerte sich über die schlechten ABC-Zahlen und das Desaster einer milliardenschweren Übernahme des Senders [[FOX Family]], der im Jahr 2000 von Disney scheinbar ohne erkennbares Verwertungskonzept und ohne Integrierungsplan in das ABC-Network gekauft wurde. Roy Disney, die [[Image:Roy_Disney_02.jpg|thumb|left|Roy E. Disney]]letzte verbliebene Person im Unternehmen, die mit Walt Disney verwandt war, beschwerte sich über die Misserfolge und die mangelde Kreativität im Trickfilmsektor. Filme wie ''[[Fantasia 2000]]'', ''[[Ein Königreich für ein Lama]]'' oder ''[[Atlantis – Das Geheimnis der verlorenen Stadt]]'' waren entweder Flops an den Kinokassen oder konnten nicht annähernd die Erfolge feiern, die Disney in den 1990er Jahren mit [[Meisterwerk]]en wie ''[[Die Schöne und das Biest (1991)|Die Schöne und das Biest]]'' oder ''[[Der König der Löwen]]'' hatte, welche zur Renaissance des klassischen Zeichentrick geführt hatten. Er kritisierte grundsätzlich die Arbeitsmoral in den Animationsabteilungen. Tom Murphy, der seit der ABC-Übernahme ebenfalls Board-Mitglied war, sprach sich auch gegen Eisner aus. Es wurde vereinbart, dass nun Sondierungsgespräche geführt werden sollten, um auszuloten, wer im Board of Directors noch hinter Eisner stand und wer sich von ihm distanzierte. Michael Eisner aber wusste schon nach kurzer Zeit von den Gesprächen: Der offene Kampf um das Unternehmen Disney war voll entbrannt. Von den Kritiken war Iger allerdings weitgehend unbetroffen. | ||
Im Jahr 2002 weitete Robert Iger seine Arbeiten um die TV-Abteilung Disneys aus. Im Zuge des rapiden Zuschauerrückgangs bei ABC in den Jahren 2001 und 2002 entließ Iger [[Steven Bornstein]], der Präsident von ABC-TV Network war, obwohl er diesen Posten erst im Jahr 2001 angenommen hatte. Bornstein war vorher Chef des extrem erfolgreichen Sport-Networks ESPN und wurde jetzt für Fehler zur Verantwortung gezogen, die er nicht begangen hatte. Doch als oft gehandelter Nachfolger von Michael Eisner an der Spitze von Disney war Bornstein für Iger eine Bedrohung und wurde daher entlassen. | Im Jahr 2002 weitete Robert Iger seine Arbeiten um die TV-Abteilung Disneys aus. Im Zuge des rapiden Zuschauerrückgangs bei ABC in den Jahren 2001 und 2002 entließ Iger [[Steven Bornstein]], der Präsident von ABC-TV Network war, obwohl er diesen Posten erst im Jahr 2001 angenommen hatte. Bornstein war vorher Chef des extrem erfolgreichen Sport-Networks ESPN und wurde jetzt für Fehler zur Verantwortung gezogen, die er nicht begangen hatte. Doch als oft gehandelter Nachfolger von Michael Eisner an der Spitze von Disney war Bornstein für Iger eine Bedrohung und wurde daher entlassen. | ||