Alice im Wunderland (1951): Unterschied zwischen den Versionen

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==Produktionsgeschichte==
==Produktionsgeschichte==
[[Walt Disney]] war schon früh von der Geschichte um Alice, die in ein kurioses Wunderland gerät, fasziniert. Nachdem er mit den [[Alice Comedies]] eine Reihe von Kurzfilmen machte, in denen [[Virginia Davis]] als junges Mädchen in einem Cartoonwunderland Abenteuer erlebte und auch [[Micky Maus]] in ''[[Thru the Mirror]]'' in ein Wunderland geriet, plante Disney in den 30er und 40er Jahren einen abendfüllenden Film auf Grundlage des Lewis-Carroll-Klassikers.
[[Walt Disney]] war schon früh von der Geschichte um Alice, die in ein kurioses Wunderland gerät, fasziniert. Nachdem er mit den [[Alice Comedies]] eine Reihe von Kurzfilmen machte, in denen [[Virginia Davis]] als junges Mädchen in einem Cartoonwunderland Abenteuer erlebte und auch [[Micky Maus]] in ''[[Thru the Mirror]]'' in ein Wunderland geriet, plante Disney in den 1930er und 1940er Jahren einen abendfüllenden Film auf Grundlage des Lewis-Carroll-Klassikers.
[[Bild:Alice in wonderland 1951.jpg|thumb|left|Die berühmte Teeparty-Sequenz (© Disney)]]
[[Bild:Alice in wonderland 1951.jpg|thumb|left|Die berühmte Teeparty-Sequenz (© Disney)]]
Es brauchte jedoch drei Anläufe, bis man sich entschied, den Film als reinen Zeichentrickfilm zu drehen. Zuvor plante man ihn, ähnlich den [[Alice Comedies]], als [[Mischfilm]]. 1933 war [[Mary Pickford]] als Alice im Gespräch, 1945 kündigte man offiziell an, dass [[Ginger Rogers]] der Star werden sollte, und ein Jahr später plante man den Film als Vehikel für seinen neuen, noch jungen Star [[Luana Patten]] aus ''[[Onkel Remus' Wunderland]]''.
Es brauchte jedoch drei Anläufe, bis man sich entschied, den Film als reinen Zeichentrickfilm zu drehen. Zuvor plante man ihn, ähnlich den [[Alice Comedies]], als [[Mischfilm]]. 1933 war [[Mary Pickford]] als Alice im Gespräch, 1945 kündigte man offiziell an, dass [[Ginger Rogers]] der Star werden sollte, und ein Jahr später plante man den Film als Vehikel für seinen neuen, noch jungen Star [[Luana Patten]] aus ''[[Onkel Remus' Wunderland]]''.
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Während vor dem zweiten Weltkrieg und der durch ihn resultierenden Produktionsverzögerung noch ausschließlich das Buch „Alice's Adventures in Wonderland“  als Vorlage dienen sollte, so entschied sich [[Walt Disney]] nach dem Krieg, Figuren aus beiden ''Alice'' Büchern für den Film zu verwenden. Für den Film wurden zwischen 30 und 40 Songs geschrieben, wovon zwei Drittel abgelehnt wurden. Die meisten verschwanden in den Archiven, andere wurden mit neuen Texten wiederverwendet (siehe auch: ''[[Peter Pan]]''). Da Disney mit den Liedern teils unzufrieden war, zog er [[Oliver Wallace]] und [[Frank Churchill]] zu Rate. Da auch diese keine so genannten "novelty Songs" schreiben konnten, wurde schließlich die [[Tin Pan Alley]], die  an ''[[Cinderella]]'' mitarbeitete, in die Arbeit mit eingebunden.
Während vor dem zweiten Weltkrieg und der durch ihn resultierenden Produktionsverzögerung noch ausschließlich das Buch „Alice's Adventures in Wonderland“  als Vorlage dienen sollte, so entschied sich [[Walt Disney]] nach dem Krieg, Figuren aus beiden ''Alice'' Büchern für den Film zu verwenden. Für den Film wurden zwischen 30 und 40 Songs geschrieben, wovon zwei Drittel abgelehnt wurden. Die meisten verschwanden in den Archiven, andere wurden mit neuen Texten wiederverwendet (siehe auch: ''[[Peter Pan]]''). Da Disney mit den Liedern teils unzufrieden war, zog er [[Oliver Wallace]] und [[Frank Churchill]] zu Rate. Da auch diese keine so genannten "novelty Songs" schreiben konnten, wurde schließlich die [[Tin Pan Alley]], die  an ''[[Cinderella]]'' mitarbeitete, in die Arbeit mit eingebunden.


Während der Produktion, für die zum ersten Mal seit den 40er Jahren auch wieder ein „[[Spielfilm]]“ als Zeichenvorlage gedreht wurde, entbrannte laut [[Ward Kimball]] ein Wettstreit zwischen den einzelnen Regisseuren, wer die verrückteste und größte Szene im Film hat.
Während der Produktion, für die zum ersten Mal seit den 1940er Jahren auch wieder ein „[[Spielfilm]]“ als Zeichenvorlage gedreht wurde, entbrannte laut [[Ward Kimball]] ein Wettstreit zwischen den einzelnen Regisseuren, wer die verrückteste und größte Szene im Film hat.


==Rezeption==
==Rezeption==
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Aufgrund der skurrilen Art des Films, die zugleich den Intellekt ansprach, wurde er zu einem der meistgefragten Filme auf Universitäten. Allerdings nicht nur von Filmzirkeln, die ihn analysieren wollten oder ihn auf einer intellektuellen Ebene angesprochen haben, sondern auch als Drogenkultfilm, den man gemeinsam auf Drogenpartys sah, um entweder die Wirkung der Drogen durch den Film zu verstärken oder umgekehrt.
Aufgrund der skurrilen Art des Films, die zugleich den Intellekt ansprach, wurde er zu einem der meistgefragten Filme auf Universitäten. Allerdings nicht nur von Filmzirkeln, die ihn analysieren wollten oder ihn auf einer intellektuellen Ebene angesprochen haben, sondern auch als Drogenkultfilm, den man gemeinsam auf Drogenpartys sah, um entweder die Wirkung der Drogen durch den Film zu verstärken oder umgekehrt.


So kam es auch, dass Disney seine eigene 16mm-Kopien, die man aufgrund der hohen Nachfrage erst stolz auf den Markt brachte, später wieder zurückzog. Man wollte nicht mit Drogen assoziiert werden. Dennoch brachte man den Film, der auch außerhalb der Drogenszene an Ansehen gewann, in den 70er Jahren erneut ins Kino. Mittlerweile feierte man ihn aufgrund der gelungenen einzelnen Szenen, was den Ruf, der Film sei zu episodisch und hätte einen schwachen roten Faden, bestätigte.
So kam es auch, dass Disney seine eigene 16mm-Kopien, die man aufgrund der hohen Nachfrage erst stolz auf den Markt brachte, später wieder zurückzog. Man wollte nicht mit Drogen assoziiert werden. Dennoch brachte man den Film, der auch außerhalb der Drogenszene an Ansehen gewann, in den 1970er Jahren erneut ins Kino. Mittlerweile feierte man ihn aufgrund der gelungenen einzelnen Szenen, was den Ruf, der Film sei zu episodisch und hätte einen schwachen roten Faden, bestätigte.


Die damals aufgekommene Welle der „Synchronisationsenthusiasten“, die Übereinstimmungen zwischen Musikalben und Filmen hinsichtlich Bild, Ton, Aussage und Stimmung entdeckten, nahm sich ebenfalls diesem Film vor. Häufig vergleichen diese den Film mit ''Pink Floyd''s Alben ''The Wall'' und ''Dark Side oft the Moon''.
Die damals aufgekommene Welle der „Synchronisationsenthusiasten“, die Übereinstimmungen zwischen Musikalben und Filmen hinsichtlich Bild, Ton, Aussage und Stimmung entdeckten, nahm sich ebenfalls diesem Film vor. Häufig vergleichen diese den Film mit ''Pink Floyd''s Alben ''The Wall'' und ''Dark Side oft the Moon''.