LTB 75: Rezension: Unterschied zwischen den Versionen
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{{schlecht}} Die acht öden, von [[Giancarlo Gatti]] gezeichneten Seiten, auf denen es Donald seinem schnöseligen Vetter Gustav mal so richtig zeigen darf, machen natürlich keine Rahmengeschichte, aber mal wieder auf den fragwürdigen Editionszusammenhang eines LTB aufmerksam: Nur zwei Geschichten, die beiden ersten, wurden aus dem [[I Classici di Walt Disney|I Classici]] 44 der Seconda Serie übernommen, hatten dort aber an einer ganz anderen Stelle gestanden, was die fehlende Kontinuität zwischen Vorgeschichte und dem folgenden „Ferienzeit – Urlaubszeit“ erklärt. Das I Classici 44 war die – etwas verspätete – italienische Veröffentlichung zur Olympiade in Moskau 1980, italienisch „Paperin Sansone“, also in etwa „Donald als der starke Samson“. Traditionell wurden diese Olympia-Bände bis dahin von [[Ehapa]] wegen des Zeitverzugs für den deutschen Markt ignoriert (was sich erst mit dem [[LTB 97]] zur Olympiade in Los Angeles 1984 änderte). Obwohl es in „Paperin Sansone“ kaum um Sport ging (vielleicht etwas verschämt wegen des Boykotts der Spiele durch westliche Staaten, dem sich Italien entzog), wurde in Deutschland auch mit diesem Band so verfahren und durch die Integration dreier bislang nur im „Topolino“ erschienener Phantomias-Geschichten in einen völlig neuen Kontext gestellt. Der deutsche Band ist also auch ein Beleg für die anhaltende und wachsende Beliebtheit des Phantomias. Man nahm alle Geschichten dieser Figur aus Italien, derer man habhaft werden konnte. [[Benutzer:Hobrowili|Hobrowili]] ([[Benutzer Diskussion:Hobrowili|Diskussion]]) 15:25, 5. Mai 2025 (CEST) | {{schlecht}} Die acht öden, von [[Giancarlo Gatti]] gezeichneten Seiten, auf denen es Donald seinem schnöseligen Vetter Gustav mal so richtig zeigen darf, machen natürlich keine Rahmengeschichte, aber mal wieder auf den fragwürdigen Editionszusammenhang eines LTB aufmerksam: Nur zwei Geschichten, die beiden ersten, wurden aus dem [[I Classici di Walt Disney|I Classici]] 44 der Seconda Serie übernommen, hatten dort aber an einer ganz anderen Stelle gestanden, was die fehlende Kontinuität zwischen Vorgeschichte und dem folgenden „Ferienzeit – Urlaubszeit“ erklärt. Das I Classici 44 war die – etwas verspätete – italienische Veröffentlichung zur Olympiade in Moskau 1980, italienisch „Paperin Sansone“, also in etwa „Donald als der starke Samson“. Traditionell wurden diese Olympia-Bände bis dahin von [[Ehapa]] wegen des Zeitverzugs für den deutschen Markt ignoriert (was sich erst mit dem [[LTB 97]] zur Olympiade in Los Angeles 1984 änderte). Obwohl es in „Paperin Sansone“ kaum um Sport ging (vielleicht etwas verschämt wegen des Boykotts der Spiele durch westliche Staaten, dem sich Italien entzog), wurde in Deutschland auch mit diesem Band so verfahren und durch die Integration dreier bislang nur im „Topolino“ erschienener Phantomias-Geschichten in einen völlig neuen Kontext gestellt. Der deutsche Band ist also auch ein Beleg für die anhaltende und wachsende Beliebtheit des Phantomias. Man nahm alle Geschichten dieser Figur aus Italien, derer man habhaft werden konnte. [[Benutzer:Hobrowili|Hobrowili]] ([[Benutzer Diskussion:Hobrowili|Diskussion]]) 15:25, 5. Mai 2025 (CEST) | ||
[[Bild:LTB_075-1.jpg| | [[Bild:LTB_075-1.jpg|right|thumb|Abkühlung für diesen Sommerband in Martina/M. De Vitas ansonsten einfallsarmer "Ferienzeit - Urlaubszeit" (© Egmont Ehapa)]] | ||
== Ferienzeit – Urlaubszeit == | == Ferienzeit – Urlaubszeit == | ||
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''„Woher wußten Sie, daß sich der kopflose Totempfahl gerade in diesem Museum befindet?“ – „Schon mal was von Museumsführer gehört, mein Lieber?“'' (Klaas Klever behauptet sich mit Belesenheit gegen Onkel Dagobert) | ''„Woher wußten Sie, daß sich der kopflose Totempfahl gerade in diesem Museum befindet?“ – „Schon mal was von Museumsführer gehört, mein Lieber?“'' (Klaas Klever behauptet sich mit Belesenheit gegen Onkel Dagobert) | ||
[[Bild:LTB_075-3.jpg| | [[Bild:LTB_075-3.jpg|left|thumb|Und schon wieder wird jemand nass, diesmal in Martina/Carpis "Phantomias und der kopflose Totempfahl". (© Egmont Ehapa)]] | ||
{{mm}} [[Onkel Dagobert]] hat 10.000 Taler Belohnung ausgesetzt für denjenigen, der hinter das Geheimnis des „kopflosen Totempfahls“ kommt, mit dessen Hilfe er vor 25 Jahren aus den Händen von Indianern entkam. Doch nicht nur [[Klaas Klever]] und Dagobert machen sich auf den Weg ins Indianergebiet, sondern auch [[Phantomias]], der auf den genauen Ort – „Gold-Town“ – über das Etikett in Dagoberts Zylinder gekommen ist. Auf der Flucht vor Indianern nimmt er offenbar denselben Weg auf dem Fluss, den vor 25 Jahren auch Dagobert im Totempfahl zurückgelegt haben muss. Phantomias macht die Bekanntschaft des Museumswärters im Indianermuseum: Der Totempfahl befindet sich dort!... Außerdem lüftet er das erste Geheimnis: Der Kopf des Totempfahls war wohl nicht abgebrochen, sondern wurde von Dagobert abgesägt. Im Museum kommen ihm Klever und in dessen Verfolgung Dagobert in die Quere. Klever wird als Museumsdieb von der Polizei verhaftet, während es sich Dagobert im Totempfahl auf Phantomias‘ Kopf gemütlich gemacht hat. Dagobert muss mit der Sprache rausrücken: Dort wo damals der Totempfahl stand, ruhte eine Schatztruhe in der Erde. Später nahm er den Schatz im Kopf des Pfahls mit. Phantomias, dem nun die Belohnung zusteht, verpflichtet Dagobert darauf, die 10.000 Taler Donald zu geben: „Er hat sie nötiger als ich“… | {{mm}} [[Onkel Dagobert]] hat 10.000 Taler Belohnung ausgesetzt für denjenigen, der hinter das Geheimnis des „kopflosen Totempfahls“ kommt, mit dessen Hilfe er vor 25 Jahren aus den Händen von Indianern entkam. Doch nicht nur [[Klaas Klever]] und Dagobert machen sich auf den Weg ins Indianergebiet, sondern auch [[Phantomias]], der auf den genauen Ort – „Gold-Town“ – über das Etikett in Dagoberts Zylinder gekommen ist. Auf der Flucht vor Indianern nimmt er offenbar denselben Weg auf dem Fluss, den vor 25 Jahren auch Dagobert im Totempfahl zurückgelegt haben muss. Phantomias macht die Bekanntschaft des Museumswärters im Indianermuseum: Der Totempfahl befindet sich dort!... Außerdem lüftet er das erste Geheimnis: Der Kopf des Totempfahls war wohl nicht abgebrochen, sondern wurde von Dagobert abgesägt. Im Museum kommen ihm Klever und in dessen Verfolgung Dagobert in die Quere. Klever wird als Museumsdieb von der Polizei verhaftet, während es sich Dagobert im Totempfahl auf Phantomias‘ Kopf gemütlich gemacht hat. Dagobert muss mit der Sprache rausrücken: Dort wo damals der Totempfahl stand, ruhte eine Schatztruhe in der Erde. Später nahm er den Schatz im Kopf des Pfahls mit. Phantomias, dem nun die Belohnung zusteht, verpflichtet Dagobert darauf, die 10.000 Taler Donald zu geben: „Er hat sie nötiger als ich“… | ||
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Ja ja, die deutschen Titel: Während es im Italienischen korrekt heißt: „Paperinik e la banda dei dodici“ – also „Phantomias und die Bande der Zwölf“ (im Deutschen werden daraus 13 Panzerknacker, also wohl inklusive Opa Knack), heißt es in der Übersetzung fälschlicherweise, Phantomias sei in die Hände der Panzerknacker geraten. Doch das stimmt ja gar nicht – Donald ist es, der als Geisel genommen wird. Phantomias räumt dann nur noch sauber unter der Bande auf. Die Story von [[Guido Martina]] aus dem Jahr 1980 ist bei weitem nicht die erste, in der Phantomias und die Panzerknacker gemeinsam auftreten (Premiere hatte die Paarung bereits 1973, dt. in [[LTB 102]]), und verlässt auch kaum die ausgetretenen Pfade der längst etablierten Phantomias-Rächer-Geschichten. Mal wieder sind nicht alle Ideen Martinas für den Leser gut nachzuvollziehen, so zum Beispiel die irgendwie abwegigen Anstrengungen der Panzerknacker, Donald an Gewicht zulegen zu lassen, und dann auch noch mit Fischgerichten. Gerade im Vergleich mit der ersten Geschichte des Bandes, „Ferienzeit – Urlaubszeit“ fällt aber auf, was für einen künstlerischen Sprung [[Massimo De Vita]] in der Zwischenzeit gemacht hatte. Statt der etwas schwerfälligen, bodenverwachsenen Figuren aus dem Jahr 1974 „erheben“ sich die schlanker, eleganter wirkenden Figuren nunmehr weiter nach oben, tänzeln geradezu durch die Szenen. Auch seine Panels sind etwas vielgestaltiger und opulenter geworden, wie man zum Beispiel im Vergleich der Szenen an der „Sommerresidenz“ aus der ersten mit jenen an dem Inselspukschloss in dieser Geschichte ersehen kann. De Vita schien zu dieser Zeit viel von [[Scarpa]] und [[Cavazzano]] gelernt und übernommen zu haben, siedelt sich stilistisch irgendwo in ihrer Mitte an, ohne verwechselbar zu werden. So wird „Phantomias in den Händen der Panzerknacker“ doch zur besten Geschichte des Bandes und ist im Grunde ja auch seine Titelgeschichte, erschien sie doch im selben [[Topolino]] wie das Motiv, das zum Cover von Bd. 75 erkoren wurde. [[Benutzer:Hobrowili|Hobrowili]] ([[Benutzer Diskussion:Hobrowili|Diskussion]]) 15:25, 5. Mai 2025 (CEST) | Ja ja, die deutschen Titel: Während es im Italienischen korrekt heißt: „Paperinik e la banda dei dodici“ – also „Phantomias und die Bande der Zwölf“ (im Deutschen werden daraus 13 Panzerknacker, also wohl inklusive Opa Knack), heißt es in der Übersetzung fälschlicherweise, Phantomias sei in die Hände der Panzerknacker geraten. Doch das stimmt ja gar nicht – Donald ist es, der als Geisel genommen wird. Phantomias räumt dann nur noch sauber unter der Bande auf. Die Story von [[Guido Martina]] aus dem Jahr 1980 ist bei weitem nicht die erste, in der Phantomias und die Panzerknacker gemeinsam auftreten (Premiere hatte die Paarung bereits 1973, dt. in [[LTB 102]]), und verlässt auch kaum die ausgetretenen Pfade der längst etablierten Phantomias-Rächer-Geschichten. Mal wieder sind nicht alle Ideen Martinas für den Leser gut nachzuvollziehen, so zum Beispiel die irgendwie abwegigen Anstrengungen der Panzerknacker, Donald an Gewicht zulegen zu lassen, und dann auch noch mit Fischgerichten. Gerade im Vergleich mit der ersten Geschichte des Bandes, „Ferienzeit – Urlaubszeit“ fällt aber auf, was für einen künstlerischen Sprung [[Massimo De Vita]] in der Zwischenzeit gemacht hatte. Statt der etwas schwerfälligen, bodenverwachsenen Figuren aus dem Jahr 1974 „erheben“ sich die schlanker, eleganter wirkenden Figuren nunmehr weiter nach oben, tänzeln geradezu durch die Szenen. Auch seine Panels sind etwas vielgestaltiger und opulenter geworden, wie man zum Beispiel im Vergleich der Szenen an der „Sommerresidenz“ aus der ersten mit jenen an dem Inselspukschloss in dieser Geschichte ersehen kann. De Vita schien zu dieser Zeit viel von [[Scarpa]] und [[Cavazzano]] gelernt und übernommen zu haben, siedelt sich stilistisch irgendwo in ihrer Mitte an, ohne verwechselbar zu werden. So wird „Phantomias in den Händen der Panzerknacker“ doch zur besten Geschichte des Bandes und ist im Grunde ja auch seine Titelgeschichte, erschien sie doch im selben [[Topolino]] wie das Motiv, das zum Cover von Bd. 75 erkoren wurde. [[Benutzer:Hobrowili|Hobrowili]] ([[Benutzer Diskussion:Hobrowili|Diskussion]]) 15:25, 5. Mai 2025 (CEST) | ||
[[Bild:LTB_075-5.jpg| | [[Bild:LTB_075-5.jpg|right|thumb|...und ein eher hüftsteifer in Concina/Scalas "Phantomias und der erste Schultag" (© Egmont Ehapa)]] | ||
== Phantomias und der erste Schultag == | == Phantomias und der erste Schultag == | ||