LTB 39: Rezension: Unterschied zwischen den Versionen
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[[Bild:LTB_039-3.jpg|left|thumb|500px|Onkel Dagobert wird übertölpelt durch Gundel und "seine" Figur aus der sagenumwobenen Sammlung "Verkehrte Persönlichkeiten" in Cimino/Cavazzanos "Gundel in Aktion" (© Egmont Ehapa)]] | [[Bild:LTB_039-3.jpg|left|thumb|500px|Onkel Dagobert wird übertölpelt durch Gundel und "seine" Figur aus der sagenumwobenen Sammlung "Verkehrte Persönlichkeiten" in Cimino/Cavazzanos "Gundel in Aktion" (© Egmont Ehapa)]] | ||
{{gut}} [[Dagobert]]s neuestes elektronisches Abwehrsystem – der Hexenblitzableiter – erweist sich gegen [[Gundel Gaukeley]] als äußerst treffsicher. Die zerzauste Gundel wird deshalb bei ihrer Hexenfreundin [[Mona Menetekel]] auf der Suche nach einer neuen Strategie vorstellig. Zusammen steuern sie ein Orakel und sodann die sagenhafte Sammlung „Verkehrte Persönlichkeiten“ an, wo jene mentalen Teile berühmter Persönlichkeiten aufbewahrt sind, die sie sich während ihres Lebens erfolgreich ausgetrieben hatten. Nachdem Mona und Gundel einige Gefahren wie ein Tor aus lebendigen Schlangen und den Beelzebubsumpf überwunden haben, stoßen sie inmitten der kleinen Statuetten auch auf jene Dagoberts. Zurück in Entenhausen, bringen sie Dagobert dazu, die Dämpfe aus dem Inneren der Figur zu schnuppern – und schon wird aus dem Geizhals ein Verschwender, der Gundel eigenhändig den Glückstaler übergibt. [[Tick, Trick und Track]] bekommen heraus, was Gundel da | {{gut}} [[Dagobert]]s neuestes elektronisches Abwehrsystem – der Hexenblitzableiter – erweist sich gegen [[Gundel Gaukeley]] als äußerst treffsicher. Die zerzauste Gundel wird deshalb bei ihrer Hexenfreundin [[Mona Menetekel]] auf der Suche nach einer neuen Strategie vorstellig. Zusammen steuern sie ein Orakel und sodann die sagenhafte Sammlung „Verkehrte Persönlichkeiten“ an, wo jene mentalen Teile berühmter Persönlichkeiten aufbewahrt sind, die sie sich während ihres Lebens erfolgreich ausgetrieben hatten. Nachdem Mona und Gundel einige Gefahren wie ein Tor aus lebendigen Schlangen und den Beelzebubsumpf überwunden haben, stoßen sie inmitten der kleinen Statuetten auch auf jene Dagoberts. Zurück in Entenhausen, bringen sie Dagobert dazu, die Dämpfe aus dem Inneren der Figur zu schnuppern – und schon wird aus dem Geizhals ein Verschwender, der Gundel eigenhändig den Glückstaler übergibt. [[Tick, Trick und Track]] bekommen heraus, was Gundel da entdeckt hat und machen sich mit ihrem Onkel [[Donald]] selbst auf den Weg in die „verkehrte Welt“. Ihr Plan: Donalds abgestoßenen mentalen Teile müssten ihn, den Faulpelz, zu einem mutigen, draufgängerischen Helden ummodeln. Sie bestehen dieselben Abenteuer wie zuvor Gundel und Mona. Und tatsächlich: Der gewandelte Donald rettet nicht nur die Unternehmen Dagoberts vor der Pleite, sondern erbeutet auf Gundels Zauberberg auch den Glückstaler zurück. Doch bald endet der Spuk und Neffe und Onkel nehmen wieder ihre „eigentliche“ Persönlichkeit an. Trotzdem noch ein nettes Ende für Donald und die Kinder: Dagobert schenkt ihnen einen Sack voller Taler, ist ihm doch klar geworden, „daß auch die Großzügigkeit ihre positiven Seiten hat“… | ||
Nicht ganz so sehr wie das vorige [[LTB 38]] (mit gleich drei Geschichten dieses Gespanns), erhält nun auch dieser Band eine gewisse [[Cimino]]/[[Cavazzano]]-Schlagseite. Cimino lässt in dieser Geschichte aus dem Sommer 1971 erstmals Mona Menetekel auftreten, welche hier bereits auf die Rolle einer Art Supervisorin ihrer Freundin Gundel Gaukeley festgelegt wird. Ihr erstes Erscheinen (S. 183) wird in einem Zwischentext durch Symbole der exakten Wissenschaften und des Ingenieurwesens wie Zirkel und Zeichen-Lineal vorbereitet, womit Cimino den Charakter auf den Typus der „modernen Hexe“ festlegt: In ihrer Hexenküche sieht es aus wie in einem Architekturbüro. Beim Zweitauftritt in der Geschichte „Der Strahlenkäfig“ (1973, [[LTB 61]], mit den Zeichnungen von [[Luciano Gatto]]) wurde die Menetekel deutlicher in das Fach der Erfinderin hinübergeschoben. In ihrem Erstling traut sie sich das noch nicht ohne weiteres zu: „Technisch gesehen ist der Alte unschlagbar! Da kommen wir nicht mit!“ (S 183). Dafür wird ein spannendes Abenteuer um eine Sage „gespaltener“ Persönlichkeiten herum entfaltet. In gewisser Weise wird den Weltberühmtheiten der Geschichte die Geistesgesundheit abgesprochen, hätten sie doch ihre Ganzheitlichkeit irgendwo auf dem Weg ihres Erfolgs verloren und niemals wiedergefunden. Dieser Cimino/Cavazzano endet auch klug, indem Dagobert letztlich einsieht, dass ein noch so geringes Maß an Großzügigkeit zu seiner Persönlichkeit dazugehört – und sich ganz gelegentlich eben auch Bahn brechen darf. Kritisieren darf man mal wieder den deutschen Titel. Der italienische Originaltitel „Le streghe in azione“ macht durch den Plural darauf aufmerksam, dass es sich um mehr als eine Hexe handelt, nämlich eben um Gundel und den „Neuzugang“ Mona Menetekel. Dieses Charakteristikum geht im ersten deutschen Titel „Gundel in Aktion“ verloren. Noch fragwürdiger sogar ist der Titel ab der Neuauflage, „Der Hexenblitzableiter“. Denn der, so imposant, ähnlich wie in der vorherigen Geschichte als riesiger Dagobert, er auch daherkommen mag, trägt eben nur die allerersten Seiten der Geschichte. [[Benutzer:Hobrowili|Hobrowili]] ([[Benutzer Diskussion:Hobrowili|Diskussion]]) 19:12, 10. Mär. 2025 (CET) | Nicht ganz so sehr wie das vorige [[LTB 38]] (mit gleich drei Geschichten dieses Gespanns), erhält nun auch dieser Band eine gewisse [[Cimino]]/[[Cavazzano]]-Schlagseite. Cimino lässt in dieser Geschichte aus dem Sommer 1971 erstmals Mona Menetekel auftreten, welche hier bereits auf die Rolle einer Art Supervisorin ihrer Freundin Gundel Gaukeley festgelegt wird. Ihr erstes Erscheinen (S. 183) wird in einem Zwischentext durch Symbole der exakten Wissenschaften und des Ingenieurwesens wie Zirkel und Zeichen-Lineal vorbereitet, womit Cimino den Charakter auf den Typus der „modernen Hexe“ festlegt: In ihrer Hexenküche sieht es aus wie in einem Architekturbüro. Beim Zweitauftritt in der Geschichte „Der Strahlenkäfig“ (1973, [[LTB 61]], mit den Zeichnungen von [[Luciano Gatto]]) wurde die Menetekel deutlicher in das Fach der Erfinderin hinübergeschoben. In ihrem Erstling traut sie sich das noch nicht ohne weiteres zu: „Technisch gesehen ist der Alte unschlagbar! Da kommen wir nicht mit!“ (S 183). Dafür wird ein spannendes Abenteuer um eine Sage „gespaltener“ Persönlichkeiten herum entfaltet. In gewisser Weise wird den Weltberühmtheiten der Geschichte die Geistesgesundheit abgesprochen, hätten sie doch ihre Ganzheitlichkeit irgendwo auf dem Weg ihres Erfolgs verloren und niemals wiedergefunden. Dieser Cimino/Cavazzano endet auch klug, indem Dagobert letztlich einsieht, dass ein noch so geringes Maß an Großzügigkeit zu seiner Persönlichkeit dazugehört – und sich ganz gelegentlich eben auch Bahn brechen darf. Kritisieren darf man mal wieder den deutschen Titel. Der italienische Originaltitel „Le streghe in azione“ macht durch den Plural darauf aufmerksam, dass es sich um mehr als eine Hexe handelt, nämlich eben um Gundel und den „Neuzugang“ Mona Menetekel. Dieses Charakteristikum geht im ersten deutschen Titel „Gundel in Aktion“ verloren. Noch fragwürdiger sogar ist der Titel ab der Neuauflage, „Der Hexenblitzableiter“. Denn der, so imposant, ähnlich wie in der vorherigen Geschichte als riesiger Dagobert, er auch daherkommen mag, trägt eben nur die allerersten Seiten der Geschichte. [[Benutzer:Hobrowili|Hobrowili]] ([[Benutzer Diskussion:Hobrowili|Diskussion]]) 19:12, 10. Mär. 2025 (CET) | ||