LTB 384: Rezension: Unterschied zwischen den Versionen

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*[[Comiczeichner|Zeichnungen]]: [[Giorgio Cavazzano]]  
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Der Band beginnt weniger actionreich, dafür aber weihnachtlich: Ein nostalgischer [[Dagobert]] schwelgt in Erinnerungen an die gute alte Zeit, als er jenes Bärenfell findet, mit dem er seinen Neffen [[Donald]] vor einigen Jahren im klassischen Zehnseiter ''[[Die Mutprobe]]'' von [[Carl Barks]] auf die Probe stellte - seinerzeit der allererste Comic-Auftritt von Dagobert! Nun kommen Dagobert aber doch Zweifel, ob er damals die richtige Entscheidung getroffen hat, seinen Neffen samt [[Tick, Trick und Track]] in sein Leben aufzunehmen. Doch Dagobert ist nicht allein: Der Onkel des Weihnachtsmannes, ebenfalls nicht gerade angetan von seinem "nichtsnutzigen Neffen", durchbricht die Grübelei und mithilfe von Magie reisen die beiden zurück zu jenem verhängnsisvollen Weihnachtsabend, sodass Dagobert ein zweites Mal seinen Neffen prüfen und so eventuell seine damalige Entscheidung revidieren kann. Erneut spielen eine Bärenmama und ihr Junges hier eine gewichtige Rolle...


{{hl}} Der Band beginnt weniger actionreich, dafür aber weihnachtlich: Ein nostalgischer [[Dagobert]] schwelgt in Erinnerungen an die gute alte Zeit, als er jenes Bärenfell findet, mit dem er seinen Neffen [[Donald]] vor einigen Jahren im klassischen Zehnseiter ''[[Die Mutprobe]]'' von [[Carl Barks]] auf die Probe stellte - seinerzeit der allererste Comic-Auftritt von Dagobert! Nun kommen Dagobert aber doch Zweifel, ob er damals die richtige Entscheidung getroffen hat, seinen Neffen samt [[Tick, Trick und Track]] in sein Leben aufzunehmen. Doch Dagobert ist nicht allein: Der Onkel des Weihnachtsmannes, ebenfalls nicht gerade angetan von seinem "nichtsnutzigen Neffen", durchbricht die Grübelei und mithilfe von Magie reisen die beiden zurück zu jenem verhängnsisvollen Weihnachtsabend, sodass Dagobert ein zweites Mal seinen Neffen prüfen und so eventuell seine damalige Entscheidung revidieren kann. Erneut spielen eine Bärenmama und ihr Junges hier eine gewichtige Rolle...
{{hl}} Diese Geschichte stellt also Fortsetzung und Remake eines Barks-Klassikers in einem dar. Man mag über die Notwendigkeit eines solchen Projekts geteilter Meinung sein können, aber immerhin ist ja das Gesamtwerk eines [[Don Rosa]], einem der beliebtesten Duck-Zeichner aller Zeiten, auch eine einzige Hommage an das Werk von Barks. Und an dieser Geschichte ist mit Tito Faraci und Giorgio Cavazzano ein sehr vielversprechendes Duo am Werk: Faraci gehört wohl zu den kreativsten Autoren, Cavazzano zu den fähigsten Zeichnern der italienischen Comic-Riege. Außerdem ist es ganz nett, wenn jüngere oder neue Leser durch solch eine Geschichte angeregt werden, sich mit Barks' Werken und Dagoberts mittlerweile recht ausgedehnten Comic-Geschichte zu beschäftigen. Die Geschichte atmet definitiv den Geist der Vorlage und zeichnet selbst für eine Weihnachtsgeschichte die Charaktere ungewohnt herzlich. Zudem modernisiert die Geschichte das Geschehene trotz der Zeit, die zwischen beiden Geschichten vergangen ist, nur behutsam, indem sie sie zwar erkennbar im italienischen Duck-Kosmos - offensichtlich durch die Einbindung der italienischen Figur [[Baptist]] am Beginn der Geschichte - angesiedelt ist, aber nicht viele Anpassungen vornimmt. Ein sehr gelungener Start in dieses LTB! '''Top'''! [[Benutzer:Professor von Quack|Professor von Quack]] ([[Benutzer Diskussion:Professor von Quack|Diskussion]]) 15:27, 13. Mai 2023 (CEST)
 
Diese Geschichte stellt also Fortsetzung und Remake eines Barks-Klassikers in einem dar. Man mag über die Notwendigkeit eines solchen Projekts geteilter Meinung sein können, aber immerhin ist ja das Gesamtwerk eines [[Don Rosa]], einem der beliebtesten Duck-Zeichner aller Zeiten, auch eine einzige Hommage an das Werk von Barks. Und an dieser Geschichte ist mit Tito Faraci und Giorgio Cavazzano ein sehr vielversprechendes Duo am Werk: Faraci gehört wohl zu den kreativsten Autoren, Cavazzano zu den fähigsten Zeichnern der italienischen Comic-Riege. Außerdem ist es ganz nett, wenn jüngere oder neue Leser durch solch eine Geschichte angeregt werden, sich mit Barks' Werken und Dagoberts mittlerweile recht ausgedehnten Comic-Geschichte zu beschäftigen. Die Geschichte atmet definitiv den Geist der Vorlage und zeichnet selbst für eine Weihnachtsgeschichte die Charaktere ungewohnt herzlich. Zudem modernisiert die Geschichte das Geschehene trotz der Zeit, die zwischen beiden Geschichten vergangen ist, nur behutsam, indem sie sie zwar erkennbar im italienischen Duck-Kosmos - offensichtlich durch die Einbindung der italienischen Figur [[Baptist]] am Beginn der Geschichte - angesiedelt ist, aber nicht viele Anpassungen vornimmt. Ein sehr gelungener Start in dieses LTB! '''Top'''! [[Benutzer:Professor von Quack|Professor von Quack]] ([[Benutzer Diskussion:Professor von Quack|Diskussion]]) 15:27, 13. Mai 2023 (CEST)


==Zu Besuch in Winzelhausen==
==Zu Besuch in Winzelhausen==
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{{gut}} [[Micky]] ist zu Besuch bei seinem alten Freund Ferdi Fabelfein, der Kinderbücher über die Stadt Winzelhausen mit winzigen Bewohnern, die angeblich unter dem Brunnen in Ferdis Garten liegt. Ferdi verrät Micky, dass ihm die Ideen im Schlaf kommen. Als Micky den Heimweg antreten will, fällt Micky durch einen Zusammenprall mit der Katze Tinka in den Brunnen - und stellt fest, dass Winzelhausen nicht nur real ist, sondern er hier selbst eine Berühmtheit ist: Als Comicfigur. So lernt Micky den Chronisten Klecksel kennt, der gesteht, dass er es ist, der Ferdi nachts die Geschichten über Winzelhausen einflüstert, während Ferdi ihm im Schlaf die Abenteuer seines Freundes Micky erzählt...
[[Micky]] ist zu Besuch bei seinem alten Freund Ferdi Fabelfein, der Kinderbücher über die Stadt Winzelhausen mit winzigen Bewohnern, die angeblich unter dem Brunnen in Ferdis Garten liegt. Ferdi verrät Micky, dass ihm die Ideen im Schlaf kommen. Als Micky den Heimweg antreten will, fällt Micky durch einen Zusammenprall mit der Katze Tinka in den Brunnen - und stellt fest, dass Winzelhausen nicht nur real ist, sondern er hier selbst eine Berühmtheit ist: Als Comicfigur. So lernt Micky den Chronisten Klecksel kennt, der gesteht, dass er es ist, der Ferdi nachts die Geschichten über Winzelhausen einflüstert, während Ferdi ihm im Schlaf die Abenteuer seines Freundes Micky erzählt...


Die Egmont-Geschichten über Micky in kurzen Hosen haben (zurecht!) einen eher schlechten Ruf, diese Version von Micky ist auch als [[Kaschperl-Micky]] bekannt, da Micky sich hier oft ausgesprochen dämlich verhält, um einen Kontrast zum vermeintlich perfekten Italo-Micky zu bieten. Das stößt meist auf wenig Gegenliebe beim Leser. Der ursprüngliche Gedanke von Redakteur [[Byron Erickson]] war jedoch, Micky wieder näher an seine Original-Charakterisierung in den Comic-Strips von [[Floyd Gottfredson]] zu bringen. Während das in vielen Geschichten missglückte, gibt es doch einige Ausnahmen, zu der auch diese hier zählt: Micky wird hier nicht zugunsten eines irren Plots zum Kaschperl degradiert, sondern zeichnet sich - wie einst bei Gottfredson - durch seine Neugier und Abenteuerlust aus. Es ist also durchaus möglich, gute Micky-Geschichten ohne Detektiv-Plot zu schreiben, wie diese hier beweist: Die Geschichte und die Charaktere sind grundympathisch, zudem ließen sich die McGreals hier erkennbar von Jonathan Sifts beliebter Satire ''Gullivers Reisen'' inspirieren. Humor kommt auch nicht zu kurz - die Idee, dass Micky ein bekannter Comiccharakter ist, ist ein netter Einfall (und eben auch nicht sooo absurd...). Lediglich die Zeichnungen von Joaquin fallen etwas ab und sind längst nicht so detailliert und charmant wie die einiger seine Italio-Kollegen, kurzweilige Unterhaltung ist diese Geschichte dennoch. Ein klares '''Gut'''. [[Benutzer:Professor von Quack|Professor von Quack]] ([[Benutzer Diskussion:Professor von Quack|Diskussion]]) 15:27, 13. Mai 2023 (CEST)
{{gut}} Die Egmont-Geschichten über Micky in kurzen Hosen haben (zurecht!) einen eher schlechten Ruf, diese Version von Micky ist auch als [[Kaschperl-Micky]] bekannt, da Micky sich hier oft ausgesprochen dämlich verhält, um einen Kontrast zum vermeintlich perfekten Italo-Micky zu bieten. Das stößt meist auf wenig Gegenliebe beim Leser. Der ursprüngliche Gedanke von Redakteur [[Byron Erickson]] war jedoch, Micky wieder näher an seine Original-Charakterisierung in den Comic-Strips von [[Floyd Gottfredson]] zu bringen. Während das in vielen Geschichten missglückte, gibt es doch einige Ausnahmen, zu der auch diese hier zählt: Micky wird hier nicht zugunsten eines irren Plots zum Kaschperl degradiert, sondern zeichnet sich - wie einst bei Gottfredson - durch seine Neugier und Abenteuerlust aus. Es ist also durchaus möglich, gute Micky-Geschichten ohne Detektiv-Plot zu schreiben, wie diese hier beweist: Die Geschichte und die Charaktere sind grundympathisch, zudem ließen sich die McGreals hier erkennbar von Jonathan Sifts beliebter Satire ''Gullivers Reisen'' inspirieren. Humor kommt auch nicht zu kurz - die Idee, dass Micky ein bekannter Comiccharakter ist, ist ein netter Einfall (und eben auch nicht sooo absurd...). Lediglich die Zeichnungen von Joaquin fallen etwas ab und sind längst nicht so detailliert und charmant wie die einiger seine Italio-Kollegen, kurzweilige Unterhaltung ist diese Geschichte dennoch. Ein klares '''Gut'''. [[Benutzer:Professor von Quack|Professor von Quack]] ([[Benutzer Diskussion:Professor von Quack|Diskussion]]) 15:27, 13. Mai 2023 (CEST)


==Eine gelungene Kopie...==
==Eine gelungene Kopie...==
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{{mm}} Anders als der Titel suggeriert, finde ich die Geschichte weniger gelungen, obwohl der Plot durchaus wie eine Kopie von alten Ideen wirkt: Während das Künstlerduo mir unbekannt ist, glaube ich Geschichten dieser Art schon zu Genüge erkennen: [[Donald]] soll mal wieder für seinen [[Onkel Dagobert]] Münzen polieren, hat darauf jedoch wenig Lust. Also schaut er bei Erfinderfreund [[Daniel Düsentrieb]] vorbei, der ihm natürlich sofort einen Roboter-Doppelgänger zusammenbasteln kann. Jedoch programmiert Düsi ihn mit Donalds Eigenschaften, und so hat auch der Doppelgänger nur mäßig Lust aufs Münzpolieren...
[[Donald]] soll mal wieder für seinen [[Onkel Dagobert]] Münzen polieren, hat darauf jedoch wenig Lust. Also schaut er bei Erfinderfreund [[Daniel Düsentrieb]] vorbei, der ihm natürlich sofort einen Roboter-Doppelgänger zusammenbasteln kann. Jedoch programmiert Düsi ihn mit Donalds Eigenschaften, und so hat auch der Doppelgänger nur mäßig Lust aufs Münzpolieren...


Wie schon gesagt, das alles ist ganz und gar nicht neu und weder besonders originell noch mit viel Humor umgesetzt. Die zehn Seiten sind langweilig, weil vorhersehbar, und die Zeichnungen sind auch nicht besonders schön anzusehen. Immerhin ist die Geschichte recht schnell vorbei. '''Mittelmäßig-'''. [[Benutzer:Professor von Quack|Professor von Quack]] ([[Benutzer Diskussion:Professor von Quack|Diskussion]]) 15:27, 13. Mai 2023 (CEST)
{{mm}} Anders als der Titel suggeriert, finde ich die Geschichte weniger gelungen, obwohl der Plot durchaus wie eine Kopie von alten Ideen wirkt: Während das Künstlerduo mir unbekannt ist, glaube ich Geschichten dieser Art schon zu Genüge erkennen, und wie schon gesagt, das alles ist ganz und gar nicht neu und weder besonders originell noch mit viel Humor umgesetzt. Die zehn Seiten sind langweilig, weil vorhersehbar, und die Zeichnungen sind auch nicht besonders schön anzusehen. Immerhin ist die Geschichte recht schnell vorbei. '''Mittelmäßig-'''. [[Benutzer:Professor von Quack|Professor von Quack]] ([[Benutzer Diskussion:Professor von Quack|Diskussion]]) 15:27, 13. Mai 2023 (CEST)


==[[Agent DoppelDuck]]==
==[[Agent DoppelDuck]]==
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{{hl}} [[Donald]] ist irritiert: Auf der Bußgeldstelle wird ihm eröffnet, dass er für ein unbezahltes Knöllchen noch satte 774 Taler zahlen solle! Das Merkwürdige an der Sache: Donald kann sich nicht erinnern, an der ihm genannten Stelle jemals geparkt zu haben - und das ganze drei Tage am Stück! Leider fehlen Donald für diese drei Tage sämtliche Erinnerungen und weder Kalender noch Verwandte können ihn zu diesem Zeitraum Auskunft geben. Da taucht die mysteriöse Kay-K auf und eröffnet ihm per Videoaufzeichnung die unglaubliche Wahrheit: Ganze drei Tage war Donald als knallharter Geheimagent der ominösen "Agentur" tätig, bevor er den Dienst liquidierte und seine Erinnerung an diese drei Tage unwiderruflich gelöscht worden. Doch die Agentur will ihren Agenten wieder zurück und bietet Donald an, seinen Job wiederaufzunehmen. Donald willigt ein. Seine Mission: Einen Koffer aus dem fünfunddreißigsten Stock eines Bürogebäudes holen. Dazu ist einiges an Grips und Taktik vonnöten...  
[[Donald]] ist irritiert: Auf der Bußgeldstelle wird ihm eröffnet, dass er für ein unbezahltes Knöllchen noch satte 774 Taler zahlen solle! Das Merkwürdige an der Sache: Donald kann sich nicht erinnern, an der ihm genannten Stelle jemals geparkt zu haben - und das ganze drei Tage am Stück! Leider fehlen Donald für diese drei Tage sämtliche Erinnerungen und weder Kalender noch Verwandte können ihn zu diesem Zeitraum Auskunft geben. Da taucht die mysteriöse Kay-K auf und eröffnet ihm per Videoaufzeichnung die unglaubliche Wahrheit: Ganze drei Tage war Donald als knallharter Geheimagent der ominösen "Agentur" tätig, bevor er den Dienst liquidierte und seine Erinnerung an diese drei Tage unwiderruflich gelöscht worden. Doch die Agentur will ihren Agenten wieder zurück und bietet Donald an, seinen Job wiederaufzunehmen. Donald willigt ein. Seine Mission: Einen Koffer aus dem fünfunddreißigsten Stock eines Bürogebäudes holen. Dazu ist einiges an Grips und Taktik vonnöten...  


Dies ist er also: Der Auftakt zur legendären DoppelDuck-Reihe! Während mir die Reihe im Verlaufe der Jahre durch viele Episoden, Haupt- und Nebenplots und Figuren im Verlaufe der Jahre immer konfuser und undurchsichtiger wurde und sich der geniale Agent DoppelDuck zu sehr vom Ursprungs-Donald entfernte, ist diese Geschichte ein absolutes Highlight der LTB-Geschichte: Vitaliano liefert hier eine wirklich gelungene, humorvolle Parodie auf das Action- und Spionage-Genre ab! Die neuen Figuren wie die mysteriöse Kay-K, Agentur-Chef Jay-J, der klar an "Q" von ''James Bond'' angelehnte Gizmo oder die feurige Sekretärin Liz werden schön eingeführt und sorgen alle für Spannung und Humor. Wie Donald seine Probemission meistert, erfolgt durch Cleverness, die Donald zwar nicht immer zuzutrauen ist, aber eben auch nicht völlig out-of-character daherkommt. Diese Geschichte liefert definitiv eine bessere Agenten-Parodie als viele Folgen des Duck'schen Geheimdienstes - kurz [[DGD]] - ab. Die Zeichnungen von Freccero sind schön umgesetzt und fallen gerade auch dank der für LTB-Geschichten untypischen Kolorierung auf. '''Top+'''. [[Benutzer:Professor von Quack|Professor von Quack]] ([[Benutzer Diskussion:Professor von Quack|Diskussion]]) 15:27, 13. Mai 2023 (CEST)
{{hl}} Dies ist er also: Der Auftakt zur legendären DoppelDuck-Reihe! Während mir die Reihe im Verlaufe der Jahre durch viele Episoden, Haupt- und Nebenplots und Figuren im Verlaufe der Jahre immer konfuser und undurchsichtiger wurde und sich der geniale Agent DoppelDuck zu sehr vom Ursprungs-Donald entfernte, ist diese Geschichte ein absolutes Highlight der LTB-Geschichte: Vitaliano liefert hier eine wirklich gelungene, humorvolle Parodie auf das Action- und Spionage-Genre ab! Die neuen Figuren wie die mysteriöse Kay-K, Agentur-Chef Jay-J, der klar an "Q" von ''James Bond'' angelehnte Gizmo oder die feurige Sekretärin Liz werden schön eingeführt und sorgen alle für Spannung und Humor. Wie Donald seine Probemission meistert, erfolgt durch Cleverness, die Donald zwar nicht immer zuzutrauen ist, aber eben auch nicht völlig out-of-character daherkommt. Diese Geschichte liefert definitiv eine bessere Agenten-Parodie als viele Folgen des Duck'schen Geheimdienstes - kurz [[DGD]] - ab. Die Zeichnungen von Freccero sind schön umgesetzt und fallen gerade auch dank der für LTB-Geschichten untypischen Kolorierung auf. '''Top+'''. [[Benutzer:Professor von Quack|Professor von Quack]] ([[Benutzer Diskussion:Professor von Quack|Diskussion]]) 15:27, 13. Mai 2023 (CEST)


==Verwirrte Vogelfreunde==
==Verwirrte Vogelfreunde==
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{{schlecht}}: [[Dussel]] hat ein neues Hobby: Er ist unter die Vogelkundler gegangen. Dabei stellt er sich erwartungsgemäß nicht sonderlich geschickt an und droht, aus dem "Verein für Vogelfreunde" zu fliegen. Eine letzte Chance hat er noch: Er soll ausgerechnet [[Primus von Quack]] dabei helfen, den seltenen Zagenden Zauntölpel zu finden und ihm einen Tracker zu verpassen, damit der schräge Vogel verfolgbar wird, damit der Herr Professor seine Gewohnheiten studieren kann. Sie treffen tatsächlich auf besagten Vogel, aber auch auf den pilzesammelnden [[Donald]]. Durch ein Missgeschick Dussels landet der Tracker statt am Vogel an Donald, Onkel und Neffe nehmen also die Verfolgung des Falschen auf...
[[Dussel]] hat ein neues Hobby: Er ist unter die Vogelkundler gegangen. Dabei stellt er sich erwartungsgemäß nicht sonderlich geschickt an und droht, aus dem "Verein für Vogelfreunde" zu fliegen. Eine letzte Chance hat er noch: Er soll ausgerechnet [[Primus von Quack]] dabei helfen, den seltenen Zagenden Zauntölpel zu finden und ihm einen Tracker zu verpassen, damit der schräge Vogel verfolgbar wird, damit der Herr Professor seine Gewohnheiten studieren kann. Sie treffen tatsächlich auf besagten Vogel, aber auch auf den pilzesammelnden [[Donald]]. Durch ein Missgeschick Dussels landet der Tracker statt am Vogel an Donald, Onkel und Neffe nehmen also die Verfolgung des Falschen auf...


Puh. Nicht nur sind Frecceros Zeichnungen hier deutlich weniger ansehnlich als noch in der DoppelDuck-Geschichte zuvor, nein, der Plot ist zudem komplett hanebüchen. Dass Dussel sich komplett dusselig anstellt, ist ja normal, wird hier aber echt an die Spitze des Ertragbaren getrieben. Und von Primus hätte man deutlich mehr Verstand erwartet - dass er erst zum Schluss checkt, dass die beiden nicht den Zauntölpel verfolgt haben, ist echt unglaubwürdig. Die Verfolgungsjagd selbst ist auch nicht wirklich lustig. Doch am Ende wird Dussel sogar noch belohnt und darf weiter rumdusseln. Aus meiner Sicht keine wirklich erfreuliche Geschichte. '''Schlecht'''. [[Benutzer:Professor von Quack|Professor von Quack]] ([[Benutzer Diskussion:Professor von Quack|Diskussion]]) 15:27, 13. Mai 2023 (CEST)
{{schlecht}} Puh. Nicht nur sind Frecceros Zeichnungen hier deutlich weniger ansehnlich als noch in der DoppelDuck-Geschichte zuvor, nein, der Plot ist zudem komplett hanebüchen. Dass Dussel sich komplett dusselig anstellt, ist ja normal, wird hier aber echt an die Spitze des Ertragbaren getrieben. Und von Primus hätte man deutlich mehr Verstand erwartet - dass er erst zum Schluss checkt, dass die beiden nicht den Zauntölpel verfolgt haben, ist echt unglaubwürdig. Die Verfolgungsjagd selbst ist auch nicht wirklich lustig. Doch am Ende wird Dussel sogar noch belohnt und darf weiter rumdusseln. Aus meiner Sicht keine wirklich erfreuliche Geschichte. '''Schlecht'''. [[Benutzer:Professor von Quack|Professor von Quack]] ([[Benutzer Diskussion:Professor von Quack|Diskussion]]) 15:27, 13. Mai 2023 (CEST)


==Das neue Klubhaus==
==Das neue Klubhaus==
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{{mm}} Die ständigen physischen Auseinandersetzungen zwischen [[Dagobert Duck]] und [[Klaas Klever]] bringen das Haus des [[Milliardärsclub]] endgültig zum Einsturz. Eine Renovierung würde viel Zeit und Geld kosten - also muss ein neues Clubhaus her! Wie erwartet wollen sowohl Dagobert als auch Klever diese Aufgabe übernehmen, und so wird wieder mal ein Wettstreit daraus: Wer den überzeugenderen Entwurf abliefert, bekommt den Zuschlag. Klever kämpft wie gewohnt mit unfairen Mitteln, indem sein treuer Angestellter [[Anwantzer]] sich als Architekt verkleidet, doch am Schluss kann Dagobert triumphieren - nicht zuletzt dank des zuvor in Ungnade gefallenen [[Primus von Quack]]...
Die ständigen physischen Auseinandersetzungen zwischen [[Dagobert Duck]] und [[Klaas Klever]] bringen das Haus des [[Milliardärsclub]] endgültig zum Einsturz. Eine Renovierung würde viel Zeit und Geld kosten - also muss ein neues Clubhaus her! Wie erwartet wollen sowohl Dagobert als auch Klever diese Aufgabe übernehmen, und so wird wieder mal ein Wettstreit daraus: Wer den überzeugenderen Entwurf abliefert, bekommt den Zuschlag. Klever kämpft wie gewohnt mit unfairen Mitteln, indem sein treuer Angestellter [[Anwantzer]] sich als Architekt verkleidet, doch am Schluss kann Dagobert triumphieren - nicht zuletzt dank des zuvor in Ungnade gefallenen [[Primus von Quack]]...


Dieser Wirtschaftskampf zwischen Dagobert und Klaas Klever bietet im Grunde nichts Neues. Muster und Aufbau sind alltbekannt. Lediglich die Rolle von Primus bringt etwas frischen Wind in die angestaubten Muster. Die Entwürfe hätte man aber alle auch noch skuriller und kreativer ausgestalten können. So bleibt alles eher zahm und vorhersehbar. Die Zeichnungen von Ottavio Panaro sind zwar nicht die Schlechtesten, aber meiner Meinung nach hat der Gute auch schon mal schöner gezeichnet. '''Mittelmäßig'''. [[Benutzer:Professor von Quack|Professor von Quack]] ([[Benutzer Diskussion:Professor von Quack|Diskussion]]) 15:27, 13. Mai 2023 (CEST)
{{mm}} Dieser Wirtschaftskampf zwischen Dagobert und Klaas Klever bietet im Grunde nichts Neues. Muster und Aufbau sind alltbekannt. Lediglich die Rolle von Primus bringt etwas frischen Wind in die angestaubten Muster. Die Entwürfe hätte man aber alle auch noch skuriller und kreativer ausgestalten können. So bleibt alles eher zahm und vorhersehbar. Die Zeichnungen von Ottavio Panaro sind zwar nicht die Schlechtesten, aber meiner Meinung nach hat der Gute auch schon mal schöner gezeichnet. '''Mittelmäßig'''. [[Benutzer:Professor von Quack|Professor von Quack]] ([[Benutzer Diskussion:Professor von Quack|Diskussion]]) 15:27, 13. Mai 2023 (CEST)


==Zug um Zug==
==Zug um Zug==
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{{mm}}: Bei der folgenden Geschichte sind Autor und Zeichner im Band gar nicht angegeben. Nun gut, Flemming Andersens Stil ist ja unverwechselbar, dafür ist der Plot aus der Feder von Doug Gray dermaßen belanglos und 0815, dass man ihm wohl jedem Egmont-Autor zuordnen könnte: Es handelt sich mal wieder um einen Nachbarschaftsstreit zwischen [[Donald]] und [[Zorngiebel]]. Diesmal geht es um einen Wettbewerb zu Modelleisenbahnen. Wie gewohnt, versuchen die beiden Streithälse sich gegenseitig zu übertrumpfen und zu sabotieren...
Es handelt sich mal wieder um einen Nachbarschaftsstreit zwischen [[Donald]] und [[Zorngiebel]]. Diesmal geht es um einen Wettbewerb zu Modelleisenbahnen. Wie gewohnt, versuchen die beiden Streithälse sich gegenseitig zu übertrumpfen und zu sabotieren...


Schade, dass gleich nach einem x-beliebigen Streit zwischen [[Dagobert]] und [[Klaas Klever]] gleich ein ebenso x-beliebiger Streit zwischen Donald und Zorngiebel folgen muss. Die Geschichte ist mal wieder absolut vorhersehbar und trotz neuer Thematik hat man das Gefühl, sowas schon x-mal gelesen zu haben. Auch die Idee gegen Schluss, dass Donald und Zorngiebel sich zusammenraufen muss, wird schnell und wenig originell abgehandelt, auch sowas hat man schon wesentlich besser gelesen. Pluspunkt sind die Zeichnungen Andersens, dessen dynamischer und zur Brutalität neigender Stil zu einem Plot wie diesem wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge passt und immerhin für den einen oder anderen visuellen Gag sorgt. '''Mittelmäßig'''. [[Benutzer:Professor von Quack|Professor von Quack]] ([[Benutzer Diskussion:Professor von Quack|Diskussion]]) 15:27, 13. Mai 2023 (CEST)
{{mm}} Bei der vorliegenden Geschichte sind Autor und Zeichner im Band gar nicht angegeben. Nun gut, Flemming Andersens Stil ist ja unverwechselbar, dafür ist der Plot aus der Feder von Doug Gray dermaßen belanglos und 0815, dass man ihm wohl jedem Egmont-Autor zuordnen könnte. Schade, dass gleich nach einem x-beliebigen Streit zwischen [[Dagobert]] und [[Klaas Klever]] gleich ein ebenso x-beliebiger Streit zwischen Donald und Zorngiebel folgen muss. Die Geschichte ist mal wieder absolut vorhersehbar und trotz neuer Thematik hat man das Gefühl, sowas schon x-mal gelesen zu haben. Auch die Idee gegen Schluss, dass Donald und Zorngiebel sich zusammenraufen muss, wird schnell und wenig originell abgehandelt, auch sowas hat man schon wesentlich besser gelesen. Pluspunkt sind die Zeichnungen Andersens, dessen dynamischer und zur Brutalität neigender Stil zu einem Plot wie diesem wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge passt und immerhin für den einen oder anderen visuellen Gag sorgt. '''Mittelmäßig'''. [[Benutzer:Professor von Quack|Professor von Quack]] ([[Benutzer Diskussion:Professor von Quack|Diskussion]]) 15:27, 13. Mai 2023 (CEST)


==Klein, aber oho==
==Klein, aber oho==
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{{hl}} Zumindest von der Seitenzahl her gar nicht klein, aber definitiv oho geriet die nächste Geschichte: Nach einem Zwischenfall mit einem Hund, den er beruflich sitten soll, beschließt [[Donald]], dass er Kostüm und Ausrüstung von [[Phantomias]] besser verstauen muss. [[Daniel Düsentrieb|Ingenieur Düsentrieb]] weiß Rat: Seine neuste Erfindung, der "elektronische Verkleinerungsapperat" (kurz E.V.A.). Mit diesem kann Phantomias seine Ausrüstung schrumpfen und besser verstauen. Doch leider zeigt der Apperat noch ein paar Macken, die dem Superhelden nicht gerade gelegen kommen. Zu allem Überfluss werden auch noch die [[Panzerknacker]] auf die Apperatur aufmerksam und stehlen diese, natürlich um ihn für den Raub von [[Dagobert]]s hart ersparten Vermögen zweckzuentfremden...  
Nach einem Zwischenfall mit einem Hund, den er beruflich sitten soll, beschließt [[Donald]], dass er Kostüm und Ausrüstung von [[Phantomias]] besser verstauen muss. [[Daniel Düsentrieb|Ingenieur Düsentrieb]] weiß Rat: Seine neuste Erfindung, der "elektronische Verkleinerungsapperat" (kurz E.V.A.). Mit diesem kann Phantomias seine Ausrüstung schrumpfen und besser verstauen. Doch leider zeigt der Apperat noch ein paar Macken, die dem Superhelden nicht gerade gelegen kommen. Zu allem Überfluss werden auch noch die [[Panzerknacker]] auf die Apperatur aufmerksam und stehlen diese, natürlich um ihn für den Raub von [[Dagobert]]s hart ersparten Vermögen zweckzuentfremden...  


Lucio Leoni ist einer meiner Lieblingszeichner. Besonders häufig und gerne setzt er Donalds Superhelden-Alter-Ego Phantomias um. Auch hier liefer Leoni wieder komplett zufriedenstellend ab. Der Plot dieser Geschichte stammt nicht von ihm, sondern von Sergio Tulipano, kann sich aber durchaus sehen lassen: Sowohl die Idee, Phantomias vor alltägliche Probleme wie das Verbergen seiner Ausrüstung und somit auch seiner Geheimidentität zu stellen als auch der Plan der Knacker sind für sich genommen gute Einfälle, die sehr sinnvoll verknüpft werden. Auch aufgelöst wird das Ganze zufriedenstellend, nur dass Donald/Phantomias am Ende wieder mal der Leidtragende ist, mag man so oder so sehen, und der eigentliche Aufhänger um Donalds Ausrüstung ist zum Schluss auch vergessen. Dafür ist diese Geschichte mit 58 Seiten auch ordentlich lang und kann so ihr volles Potenzial entfalten. '''Top-'''. [[Benutzer:Professor von Quack|Professor von Quack]] ([[Benutzer Diskussion:Professor von Quack|Diskussion]]) 15:27, 13. Mai 2023 (CEST)
{{hl}} Lucio Leoni ist einer meiner Lieblingszeichner. Besonders häufig und gerne setzt er Donalds Superhelden-Alter-Ego Phantomias um. Auch hier liefer Leoni wieder komplett zufriedenstellend ab. Der Plot dieser Geschichte stammt nicht von ihm, sondern von Sergio Tulipano, kann sich aber durchaus sehen lassen: Sowohl die Idee, Phantomias vor alltägliche Probleme wie das Verbergen seiner Ausrüstung und somit auch seiner Geheimidentität zu stellen als auch der Plan der Knacker sind für sich genommen gute Einfälle, die sehr sinnvoll verknüpft werden. Auch aufgelöst wird das Ganze zufriedenstellend, nur dass Donald/Phantomias am Ende wieder mal der Leidtragende ist, mag man so oder so sehen, und der eigentliche Aufhänger um Donalds Ausrüstung ist zum Schluss auch vergessen. Dafür ist diese Geschichte mit 58 Seiten auch ordentlich lang und kann so ihr volles Potenzial entfalten. '''Top-'''. [[Benutzer:Professor von Quack|Professor von Quack]] ([[Benutzer Diskussion:Professor von Quack|Diskussion]]) 15:27, 13. Mai 2023 (CEST)


==Fazit==
==Fazit==