Der letzte Herr von Eldorado: Unterschied zwischen den Versionen
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'''Der letzte Herr von Eldorado''' (auch ''Das Geheimnis von Eldorado'', im Original ''The Last Lord Of Eldorado'') ist eine [[Comicgeschichte]] von [[Don Rosa]] aus dem Jahr 1998. Dabei handelt es sich sowohl um eine Fortsetzung zu ''[[Jagd nach der roten Magenta]]'' von [[Carl Barks]] als auch von ''[[Unter Haien]]'' und ''[[Der Sohn der Sonne]]'' von Don Rosa selbst. Die Ducks folgen darin den historischen Spuren dreier Eroberer Südamerikas, die vor vierhundert Jahren einen geheimen Vertrag über die Entdeckung Eldorados abschlossen, dessen goldene Schätze sowohl Onkel Dagobert als auch sein ewiger Rivale Mac Moneysac wiederfinden wollen. | '''Der letzte Herr von Eldorado''' (auch ''Das Geheimnis von Eldorado'', im Original ''The Last Lord Of Eldorado'') ist eine [[Comicgeschichte]] von [[Don Rosa]] aus dem Jahr 1998. Dabei handelt es sich sowohl um eine Fortsetzung zu ''[[Jagd nach der roten Magenta]]'' von [[Carl Barks]] als auch von ''[[Unter Haien]]'' und ''[[Der Sohn der Sonne]]'' von Don Rosa selbst. Die Ducks folgen darin den historischen Spuren dreier Eroberer Südamerikas, die vor vierhundert Jahren einen geheimen Vertrag über die Entdeckung Eldorados abschlossen, dessen goldene Schätze sowohl [[Onkel Dagobert]] als auch sein ewiger Rivale [[Mac Moneysac]] wiederfinden wollen. | ||
== Figuren == | == Figuren == | ||
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==Handlung== | ==Handlung== | ||
[[Datei:Der letzte Herr von Eldorado (00) Handlung.jpg|mini|rechts|Die Schatzkarte von Käptn Melian (© Egmont Ehapa)]] | |||
Unter dem Kommando ihres Kapitäns Onkel Dagobert sind Donald Duck sowie Tick, Trick und Track auf einer Segelyacht unterwegs in der Karibik, um nach untergegangenen Wracks und deren verlorenen Schätzen zu suchen. Gerade haben die Ducks einen Haufen an zusammenhaftenden Silbermünzen gefunden, an den Onkel Dagobert nicht so recht Freude zu haben scheint, da er das Verlangen verspürt, wieder auf eine Schatzsuche nach Gold zu gehen. | Unter dem Kommando ihres Kapitäns Onkel Dagobert sind Donald Duck sowie Tick, Trick und Track auf einer Segelyacht unterwegs in der Karibik, um nach untergegangenen Wracks und deren verlorenen Schätzen zu suchen. Gerade haben die Ducks einen Haufen an zusammenhaftenden Silbermünzen gefunden, an den Onkel Dagobert nicht so recht Freude zu haben scheint, da er das Verlangen verspürt, wieder auf eine Schatzsuche nach Gold zu gehen. | ||
Beim nächsten Tauchgang entdeckt Donald das gesunkene Wrack des Passagierschiffes „Dukatenesel“, das von Südamerika aus unterwegs nach Hamburg war. Er findet eine goldene Plakette, in die Schriftzeichen in altdeutscher Frakturschrift eingraviert sind. Nach einer kleinen Auseinandersetzung mit einem Hai kann Onkel Dagobert die Plakette übersetzen, die auf die vertraglich gesicherte Errichtung einer Bank der Welser hindeutet. | Beim nächsten Tauchgang entdeckt Donald das gesunkene Wrack des Passagierschiffes „Dukatenesel“, das von Südamerika aus unterwegs nach Hamburg war. Er findet eine goldene Plakette, in die Schriftzeichen in altdeutscher Frakturschrift eingraviert sind. Nach einer kleinen Auseinandersetzung mit einem Hai kann Onkel Dagobert die Plakette übersetzen, die auf die vertraglich gesicherte Errichtung einer Bank der Welser hindeutet. | ||
[[Datei:Der letzte Herr von Eldorado (01) Handlung.jpg|thumb||600px|zentriert|Tauchgang (© Egmont Ehapa)]] | |||
[[Datei:Der letzte Herr von Eldorado (03) Handlung.jpg|mini|rechts|Hartnäckiger Verfolger (© Egmont Ehapa)]] | |||
Onkel Dagobert, Donald und die Jungs reisen nach Deutschland, um in Nürnberg bei einer Beteiligungsgesellschaft mehr über diese ominöse Welser Bank von Augsburg in Erfahrung zu bringen. Der Direktor der Gesellschaft kennt zwar weitere Einzelheiten, hält die Bank jedoch für wertlos und verkauft sie schließlich für 1.000 Dollar an Onkel Dagobert, der nun der neue Eigentümer besagter Bank ist. Telefonisch informiert Direktor Kompa den Konzernchef über das in seinen Augen gute Geschäft. Am anderen Ende der Leitung reagiert Mac Moneysac entsetzt und trägt seinem Angestellten auf, die Übergabe der verbleibenden Dokumente bis zu seiner Ankunft zu verzögern. | Onkel Dagobert, Donald und die Jungs reisen nach Deutschland, um in Nürnberg bei einer Beteiligungsgesellschaft mehr über diese ominöse Welser Bank von Augsburg in Erfahrung zu bringen. Der Direktor der Gesellschaft kennt zwar weitere Einzelheiten, hält die Bank jedoch für wertlos und verkauft sie schließlich für 1.000 Dollar an Onkel Dagobert, der nun der neue Eigentümer besagter Bank ist. Telefonisch informiert Direktor Kompa den Konzernchef über das in seinen Augen gute Geschäft. Am anderen Ende der Leitung reagiert Mac Moneysac entsetzt und trägt seinem Angestellten auf, die Übergabe der verbleibenden Dokumente bis zu seiner Ankunft zu verzögern. | ||
[[Datei:Der letzte Herr von Eldorado (02) Handlung.jpg|mini|links|Der geheime Vertrag der Eroberer (© Egmont Ehapa)]] | |||
Am nächsten Tag untersuchen die Ducks in einer Nürnberger Bierstube die historischen Unterlagen der Welser Bank, zu denen insbesondere die vom Statthalter des spanischen Königs besiegelte Gründungsurkunde der Bank gehört. Zu den Einlagen der Bank zählen die Besitzrechte der Stadt Omagua. Diese wurde von den „drei Herren“ Jiménez de Quesada, Nikolaus Federmann und Sebastián de Belalcázar gegründet. Die drei mächtigen Männer machten sich von verschiedenen Richtungen aus Kolumbien, Venezuela und Ecuador mit ihren Expeditionstruppen auf, um die Hochebene von Cundinamarca zu erreichen. Da alle drei ihre Besitzansprüche auf das Land und dessen Schätze erhoben, schlossen sie einen geheimen Vertrag und kehrten schließlich zu ihren Fürsten in die alte Welt zurück. Die Ausführungen von Tick, Trick und Track enden mit der Information aus dem Schlauen Buch, dass es sich bei Omagua um das indianische Wort für die Stadt aus Gold, also Eldorado, handelt. Die Ducks ahnen nicht, dass ihr Gespräch die ganze Zeit von Mac Moneysac belauscht wurde. | Am nächsten Tag untersuchen die Ducks in einer Nürnberger Bierstube die historischen Unterlagen der Welser Bank, zu denen insbesondere die vom Statthalter des spanischen Königs besiegelte Gründungsurkunde der Bank gehört. Zu den Einlagen der Bank zählen die Besitzrechte der Stadt Omagua. Diese wurde von den „drei Herren“ Jiménez de Quesada, Nikolaus Federmann und Sebastián de Belalcázar gegründet. Die drei mächtigen Männer machten sich von verschiedenen Richtungen aus Kolumbien, Venezuela und Ecuador mit ihren Expeditionstruppen auf, um die Hochebene von Cundinamarca zu erreichen. Da alle drei ihre Besitzansprüche auf das Land und dessen Schätze erhoben, schlossen sie einen geheimen Vertrag und kehrten schließlich zu ihren Fürsten in die alte Welt zurück. Die Ausführungen von Tick, Trick und Track enden mit der Information aus dem Schlauen Buch, dass es sich bei Omagua um das indianische Wort für die Stadt aus Gold, also Eldorado, handelt. Die Ducks ahnen nicht, dass ihr Gespräch die ganze Zeit von Mac Moneysac belauscht wurde. | ||
[[Datei:Der letzte Herr von Eldorado (04) Handlung.jpg|mini|rechts|Spurensuche im Archiv (© Egmont Ehapa)]] | |||
Um ihre Nachforschungen fortzusetzen und herauszufinden, was mit dem verloren gegangenen Vertrag geworden ist, besuchen Onkel Dagobert, Donald und Tick, Trick und Track das Kloster Santo Tomas in Bogotá. Hier soll sich der Nachlass von Quesada befinden, der als einziger nach Südamerika zurückkehrte und der Legende nach als reicher Mann starb. Im Kloster gelingt es Onkel Dagobert, die strenge Mutter Oberin davon zu überzeugen, in den Archiven des Klosters nach Hinweisen zu suchen, in dem er ihr die vor vierhundert Jahren gestohlene Goldplatte aus der „Dukatenesel“ überlässt. Tatsächlich stoßen Tick, Trick und Track auf das geschriebene Vermächtnis von Quesada, das jedoch von dem als Nonne verkleideten Mac Moneysac gestohlen wird. Unter Einsatz seines Lebens und nach einer waghalsigen Einlage auf einer alten Hängebrücke kann Donald das Buch wieder in den Besitz der Ducks bringen. | Um ihre Nachforschungen fortzusetzen und herauszufinden, was mit dem verloren gegangenen Vertrag geworden ist, besuchen Onkel Dagobert, Donald und Tick, Trick und Track das Kloster Santo Tomas in Bogotá. Hier soll sich der Nachlass von Quesada befinden, der als einziger nach Südamerika zurückkehrte und der Legende nach als reicher Mann starb. Im Kloster gelingt es Onkel Dagobert, die strenge Mutter Oberin davon zu überzeugen, in den Archiven des Klosters nach Hinweisen zu suchen, in dem er ihr die vor vierhundert Jahren gestohlene Goldplatte aus der „Dukatenesel“ überlässt. Tatsächlich stoßen Tick, Trick und Track auf das geschriebene Vermächtnis von Quesada, das jedoch von dem als Nonne verkleideten Mac Moneysac gestohlen wird. Unter Einsatz seines Lebens und nach einer waghalsigen Einlage auf einer alten Hängebrücke kann Donald das Buch wieder in den Besitz der Ducks bringen. | ||
Infolgedessen können die Schatzsucher weitere Fakten über den beschlossenen Pakt der drei historischen Herren ergründen. Nun wissen sie, dass sie den „obersten der heiligen Seen“ erreichen müssen, wo das Gold von Eldorado schlummern soll. Nach einem weiteren Intermezzo mit Mac Moneysac, der als Schatzkarten-verkaufender Touristenführer versucht, Onkel Dagoberts hinters Licht zu führen und ihn zum Rückkauf der Welser Bank zu bewegen, erklommen die Ducks in einem riesigen Lastkraftwagen die steilen Klippen der Cordillera Oriental in den Anden. Der in einem kleinen Hubschrauber angelangte Mac Moneysac löst mutwillig einen Steinschlag mit einem gigantischen Geröllfelsen aus, um die Entenhausener aufzuhalten. Abermals ist es an Donald, alle Beteiligten aus einer extrem gefährlichen Situation zu retten. Allerdings rutscht die Familie mitsamt der Ladefläche des Lastkraftwagens und dem sich darauf befindlichen tonnenschweren Bulldozer ins Tal hinab, wo sie unbeschadet in der Nähe eines sumpfigen Sees zum Stehen kommen. | Infolgedessen können die Schatzsucher weitere Fakten über den beschlossenen Pakt der drei historischen Herren ergründen. Nun wissen sie, dass sie den „obersten der heiligen Seen“ erreichen müssen, wo das Gold von Eldorado schlummern soll. [[Datei:Der letzte Herr von Eldorado (05) Handlung.jpg|mini|links|Steil bergauf (© Egmont Ehapa)]]Nach einem weiteren Intermezzo mit Mac Moneysac, der als Schatzkarten-verkaufender Touristenführer versucht, Onkel Dagoberts hinters Licht zu führen und ihn zum Rückkauf der Welser Bank zu bewegen, erklommen die Ducks in einem riesigen Lastkraftwagen die steilen Klippen der Cordillera Oriental in den Anden. Der in einem kleinen Hubschrauber angelangte Mac Moneysac löst mutwillig einen Steinschlag mit einem gigantischen Geröllfelsen aus, um die Entenhausener aufzuhalten. Abermals ist es an Donald, alle Beteiligten aus einer extrem gefährlichen Situation zu retten. Allerdings rutscht die Familie mitsamt der Ladefläche des Lastkraftwagens und dem sich darauf befindlichen tonnenschweren Bulldozer ins Tal hinab, wo sie unbeschadet in der Nähe eines sumpfigen Sees zum Stehen kommen. | ||
Onkel Dagobert beginnt damit, in tagelanger Arbeit einen Abfluss auszubaggern und den See trocken zu legen. Die Fieselschweiflinge Tick, Trick und Track nutzen die Zeit, ihrem Onkel Donald vom verlorenen Volk der Chibchas und deren Bedeutung zu erzählen. Das fiese Spiel von Mac Moneysac scheint ein Ende gefunden zu haben, als Onkel Dagobert offenbart, dass er die Machenschaften seines Rivalen längst durchschaut hat. Nichtsdestotrotz bangt der reichste Mann darum, schlussendlich bloßgestellt zu sein, sollte er wider Erwarten das Gold von Eldorado nicht finden. Seine Sorge mobilisiert seine Kräfte und seine Hartnäckigkeit, in dem stinkenden Schlamm die Suche notfalls auch mit einer Schaufel fortzusetzen. | Onkel Dagobert beginnt damit, in tagelanger Arbeit einen Abfluss auszubaggern und den See trocken zu legen. Die Fieselschweiflinge Tick, Trick und Track nutzen die Zeit, ihrem Onkel Donald vom verlorenen Volk der Chibchas und deren Bedeutung zu erzählen. Das fiese Spiel von Mac Moneysac scheint ein Ende gefunden zu haben, als Onkel Dagobert offenbart, dass er die Machenschaften seines Rivalen längst durchschaut hat. Nichtsdestotrotz bangt der reichste Mann darum, schlussendlich bloßgestellt zu sein, sollte er wider Erwarten das Gold von Eldorado nicht finden. Seine Sorge mobilisiert seine Kräfte und seine Hartnäckigkeit, in dem stinkenden Schlamm die Suche notfalls auch mit einer Schaufel fortzusetzen. | ||
[[Datei:Der letzte Herr von Eldorado (06) Handlung.jpg|thumb|600px|zentriert|Die Trockenlegung des Sees (© Egmont Ehapa)]] | |||
Derweil sind Tick, Trick und Track nicht mehr überzeugt davon, dass sie den richtigen See gefunden haben und klettern auf einen weiteren Krater vulkanischen Ursprunges. Sie entdecken nicht nur die Stelle in einem Hinkelstein, in dem sich ursprünglich die goldene Plakette der drei Vertragspartner befunden haben muss, sondern kommen hinter das Geheimnis des dicht bewachsenen Kraters. Bei diesem handelt es sich nämlich mitnichten um ein grünes Tal, sondern um einen im Laufe der Jahrhunderte überwucherten See aus fruchtbarem Schlamm. Bevor sie ihre Entdeckung an Onkel Dagobert weitertragen können, werden Tick, Trick und Track vom herumlungernden Mac Moneysac gefesselt und geknebelt. | Derweil sind Tick, Trick und Track nicht mehr überzeugt davon, dass sie den richtigen See gefunden haben und klettern auf einen weiteren Krater vulkanischen Ursprunges. Sie entdecken nicht nur die Stelle in einem Hinkelstein, in dem sich ursprünglich die goldene Plakette der drei Vertragspartner befunden haben muss, sondern kommen hinter das Geheimnis des dicht bewachsenen Kraters. Bei diesem handelt es sich nämlich mitnichten um ein grünes Tal, sondern um einen im Laufe der Jahrhunderte überwucherten See aus fruchtbarem Schlamm. Bevor sie ihre Entdeckung an Onkel Dagobert weitertragen können, werden Tick, Trick und Track vom herumlungernden Mac Moneysac gefesselt und geknebelt. | ||
Moneysac ist dem Verbleib des Schatzes ebenfalls auf die Spur gekommen und versucht letztmalig, in tragischer Manier die Bank der Welser von Onkel Dagobert abzukaufen, der angeblich gegen ein deutsches Bankengesetz verstoßen habe und nun ein Bußgeld in Milliardenhöhe fürchtet. Während sich die beiden Kontrahenten weiterhin streiten und um den neuen Verkaufspreis feilschen, bemerkt Donald das Verschwinden seiner drei Neffen und kann Tick, Trick und Track befreien, bevor der völlig untergrabene Hang in sich stürzt und alles unter sich begräbt. In letzter Sekunde unterzeichnete Mac Moneysac den ausgehandelten Kaufvertrag und ist nun wieder Eigentümer der Welser Bank. | Moneysac ist dem Verbleib des Schatzes ebenfalls auf die Spur gekommen und versucht letztmalig, in tragischer Manier die Bank der Welser von Onkel Dagobert abzukaufen, der angeblich gegen ein deutsches Bankengesetz verstoßen habe und nun ein Bußgeld in Milliardenhöhe fürchtet.[[Datei:Der letzte Herr von Eldorado (07) Handlung.jpg|mini|rechts|Zahlungsansprüche (© Egmont Ehapa)]] Während sich die beiden Kontrahenten weiterhin streiten und um den neuen Verkaufspreis feilschen, bemerkt Donald das Verschwinden seiner drei Neffen und kann Tick, Trick und Track befreien, bevor der völlig untergrabene Hang in sich stürzt und alles unter sich begräbt. In letzter Sekunde unterzeichnete Mac Moneysac den ausgehandelten Kaufvertrag und ist nun wieder Eigentümer der Welser Bank. | ||
Der abgerutschte Hang offenbart nun, dass sich das Gold von Eldorado wie von Tick, Trick und Track vermutet unter dem bewaldeten Krater befunden hat. Es hat den Anschein, als würde Mac Moneysac als Inhaber der Welser Bank beim Anblick der vorkolumbianischen Schätze zuletzt Lachen. Jedoch erklärt Onkel Dagobert, dass Moneysac zwar die Bank besäße, er selbst aber am gleichen Tag des Kaufes die Landrechte aus dem Vermögen der Bank ausgegliedert habe. Somit befinden sich die Schätze in Onkel Dagoberts Eigentum und wurden nur in Moneysacs Bank verwahrt – und das jahrhundertelang ohne Zinsen! Onkel Dagoberts Forderung nach den fälligen Zinsen würde Moneysac in den totalen Ruin treiben, da er Dagobert „das gesamte Geld der Welt“ schulde. Großzügigerweise würde sich Onkel Dagobert aber mit dem Inhalt von Moneysacs südafrikanischen Geldspeichers sowie eines lebenslangen Pfändungsrechts auf künftige Einnahmen zufriedengeben. | Der abgerutschte Hang offenbart nun, dass sich das Gold von Eldorado wie von Tick, Trick und Track vermutet unter dem bewaldeten Krater befunden hat. Es hat den Anschein, als würde Mac Moneysac als Inhaber der Welser Bank beim Anblick der vorkolumbianischen Schätze zuletzt Lachen. Jedoch erklärt Onkel Dagobert, dass Moneysac zwar die Bank besäße, er selbst aber am gleichen Tag des Kaufes die Landrechte aus dem Vermögen der Bank ausgegliedert habe. [[Datei:Der letzte Herr von Eldorado (08) Handlung.jpg|mini|links|Keine Rechnung ohne den Staat (© Egmont Ehapa)]]Somit befinden sich die Schätze in Onkel Dagoberts Eigentum und wurden nur in Moneysacs Bank verwahrt – und das jahrhundertelang ohne Zinsen! Onkel Dagoberts Forderung nach den fälligen Zinsen würde Moneysac in den totalen Ruin treiben, da er Dagobert „das gesamte Geld der Welt“ schulde. Großzügigerweise würde sich Onkel Dagobert aber mit dem Inhalt von Moneysacs südafrikanischen Geldspeichers sowie eines lebenslangen Pfändungsrechts auf künftige Einnahmen zufriedengeben. | ||
Am Ende der Geschichte tauchen zwei Männer in einem Geländewagen auf, die sich als Beamte der Steuerbehörde vorstellen und erläutern, dass sich die Welser Bank samt all ihrer Vermögensgegenstände wegen unbeglichener Steuerforderungen seit 1637 im Eigentum des kolumbianischen Staates befinden. Immerhin lassen die Beamten Onkel Dagobert die alte Besitzurkunde für seine Trophäensammlung. Überhaupt empfindet der jugendlich anmutende Onkel Dagobert ausreichend Genugtuung damit, seinem Rivalen Mac Moneysac wieder einmal ein Schnippchen geschlagen zu haben und ihn erneut bei einem Wettrennen um einen legendären Schatz überflügelt zu haben. | Am Ende der Geschichte tauchen zwei Männer in einem Geländewagen auf, die sich als Beamte der Steuerbehörde vorstellen und erläutern, dass sich die Welser Bank samt all ihrer Vermögensgegenstände wegen unbeglichener Steuerforderungen seit 1637 im Eigentum des kolumbianischen Staates befinden. Immerhin lassen die Beamten Onkel Dagobert die alte Besitzurkunde für seine Trophäensammlung. Überhaupt empfindet der jugendlich anmutende Onkel Dagobert ausreichend Genugtuung damit, seinem Rivalen Mac Moneysac wieder einmal ein Schnippchen geschlagen zu haben und ihn erneut bei einem Wettrennen um einen legendären Schatz überflügelt zu haben. | ||
==Hintergrund und Entstehungsgeschichte== | ==Hintergrund und Entstehungsgeschichte== | ||
[[Datei:Der letzte Herr von Eldorado Bezuege (1) Magenta.jpg|mini|rechts|Erinnerungen an Eldorado (© Egmont Ehapa)]] | |||
Diese Geschichte konzipierte Don Rosa zur Feier seines persönlichen Jubiläums im Jahr 1997, da er zu diesem Zeitpunkt vor genau zehn Jahren seine erste Onkel-Dagobert-Geschichte ''[[Der Sohn der Sonne]]'' anfertigte. Für Rosa lag es demnach nahe, eine weitere Abenteuergeschichte auszuarbeiten, in der Onkel Dagobert sowie seine Neffen erneut gegen den bösen Mac Moneysac ein Wettrennen um einen legendären Schatz beginnen, der in Südamerika verborgen lag. Dieses Mal sollte sich die Story um den wohl größten Schatz von ganz Amerika drehen, den Carl Barks nie zum Gegenstand einer Handlung gemacht hatte: Um Eldorado, die Stadt aus Gold. | Diese Geschichte konzipierte Don Rosa zur Feier seines persönlichen Jubiläums im Jahr 1997, da er zu diesem Zeitpunkt vor genau zehn Jahren seine erste Onkel-Dagobert-Geschichte ''[[Der Sohn der Sonne]]'' anfertigte. Für Rosa lag es demnach nahe, eine weitere Abenteuergeschichte auszuarbeiten, in der Onkel Dagobert sowie seine Neffen erneut gegen den bösen Mac Moneysac ein Wettrennen um einen legendären Schatz beginnen, der in Südamerika verborgen lag. Dieses Mal sollte sich die Story um den wohl größten Schatz von ganz Amerika drehen, den Carl Barks nie zum Gegenstand einer Handlung gemacht hatte: Um Eldorado, die Stadt aus Gold. | ||
Zwar hatte Barks Eldorado und den Goldenen Mann bereits in ''[[Jagd nach der roten Magenta]]'' verwendet und auf Donald Duck treffen lassen, jedoch verortete er die Stadt aus Gold in Britisch-Guayana an der Ostküste Südamerikas. Diesen Fauxpas verzieh ihm Rosa, da Barks den Verbleib des Schatzes in „Guyana“ vermutete und im 20. Jahrhundert noch nicht wissen konnte, dass damit der aus dem 16. Jahrhundert stammende historische Name für den größten Teil des oberen Drittels von Südamerika gemeint war. <ref name="Collection">[[Don Rosa]]: Das letzte Aufeinandertreffen. In: [[Don Rosa Collection 7]], S. 61.</ref> Nach Rosas Interpretation stand das Auftauchen des Goldenes Mannes bei Barks nicht im Widerspruch mit dem Umstand, dass sich Eldorado in Kolumbien befinden müsse. Denn der Goldene Mann sei von den spanischen Konquistadoren vertrieben worden und sei nach Britisch-Guyana geflohen, wo er später Donald Duck und dessen Neffen erschien. | Zwar hatte Barks Eldorado und den Goldenen Mann bereits in ''[[Jagd nach der roten Magenta]]'' verwendet und auf Donald Duck treffen lassen, jedoch verortete er die Stadt aus Gold in Britisch-Guayana an der Ostküste Südamerikas. Diesen Fauxpas verzieh ihm Rosa, da Barks den Verbleib des Schatzes in „Guyana“ vermutete und im 20. Jahrhundert noch nicht wissen konnte, dass damit der aus dem 16. Jahrhundert stammende historische Name für den größten Teil des oberen Drittels von Südamerika gemeint war. <ref name="Collection">[[Don Rosa]]: Das letzte Aufeinandertreffen. In: [[Don Rosa Collection 7]], S. 61.</ref> Nach Rosas Interpretation stand das Auftauchen des Goldenes Mannes bei Barks nicht im Widerspruch mit dem Umstand, dass sich Eldorado in Kolumbien befinden müsse. Denn der Goldene Mann sei von den spanischen Konquistadoren vertrieben worden und sei nach Britisch-Guyana geflohen, wo er später Donald Duck und dessen Neffen erschien. | ||
[[Datei:Der letzte Herr von Eldorado Bezuege (11) Expeditionen.jpg|mini|rechts|Die Pfade der Expeditionen (© Egmont Ehapa)]] | |||
Eindrucksvoll recherchierte Don Rosa die historischen Hintergründe um Eldorado und die durchgeführten Expeditionen der der drei spanischen Eroberer, die aus unterschiedlichen geographischen Teilen Südamerikas ihre Posten verließen und nach Eldorado aufbrachen. Später bezeichnete Rosa die zugrundeliegenden Fakten aus den Nachforschungen über „die drei abtrünnigen Schatzjägerarmeen des Jahres 1539“ als die „erstaunlichste wahre Geschichte“, die ihm „jemals begegnet“ sei. Jedes Detail sei absolut authentisch, einschließlich des geheimen Abkommens zwischen diesen Armeen und der deutschen Bank der Welser. Zusätzlich recherchierte Rosa weitere Fakten, die über den Inhalt der Comic-Geschichte hinausgehen und bei denen es sich „um die Handlung eines Filmes“ handeln könne. | Eindrucksvoll recherchierte Don Rosa die historischen Hintergründe um Eldorado und die durchgeführten Expeditionen der der drei spanischen Eroberer, die aus unterschiedlichen geographischen Teilen Südamerikas ihre Posten verließen und nach Eldorado aufbrachen. Später bezeichnete Rosa die zugrundeliegenden Fakten aus den Nachforschungen über „die drei abtrünnigen Schatzjägerarmeen des Jahres 1539“ als die „erstaunlichste wahre Geschichte“, die ihm „jemals begegnet“ sei. Jedes Detail sei absolut authentisch, einschließlich des geheimen Abkommens zwischen diesen Armeen und der deutschen Bank der Welser. Zusätzlich recherchierte Rosa weitere Fakten, die über den Inhalt der Comic-Geschichte hinausgehen und bei denen es sich „um die Handlung eines Filmes“ handeln könne. | ||
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===Bezüge zu Geschichten von [[Carl Barks]]=== | ===Bezüge zu Geschichten von [[Carl Barks]]=== | ||
[[Datei:DonaldDuckGegenDenGoldenenMann1.jpg|mini|rechts|Der Goldene Mann bei Carl Barks © Egmont Ehapa]] | |||
*Die Geschichte baut auf ''Jagd nach der roten Magenta'' von Carl Barks auf, die im Deutschen in der dem diffus hispanoamerikanischen Staat „Carambia“ spielt und sich im englischen Original auf Britisch-Guyana lokalisieren lässt. Dort suchen Donald und Tick, Trick und Track eigentlich eine seltene Briefmarke, lernen aber den alten Greis Carlos kennen, dessen Vater einst von Eldorado-Indianern entführt worden sei und der Eldorado, den Goldenen Mann, gesehen habe. Auch Carlos habe den Goldenen Mann einmal von Weitem erspäht. Die Entenhausener stoßen im Urwald auf eine Tempelanlage, wo sie vom Goldenen Mann und seinen Indianern ertappt und gefangen genommen werden. Indem sie den Goldenen Mann mit Silberfarbe anmalen und sich damit die Gunst der Indianer sichern, können Donald und die Jungs entkommen, doch nicht ohne die goldene Sonntagshose des Goldenen Mannes mitgehen zu lassen. | *Die Geschichte baut auf ''Jagd nach der roten Magenta'' von Carl Barks auf, die im Deutschen in der dem diffus hispanoamerikanischen Staat „Carambia“ spielt und sich im englischen Original auf Britisch-Guyana lokalisieren lässt. Dort suchen Donald und Tick, Trick und Track eigentlich eine seltene Briefmarke, lernen aber den alten Greis Carlos kennen, dessen Vater einst von Eldorado-Indianern entführt worden sei und der Eldorado, den Goldenen Mann, gesehen habe. Auch Carlos habe den Goldenen Mann einmal von Weitem erspäht. Die Entenhausener stoßen im Urwald auf eine Tempelanlage, wo sie vom Goldenen Mann und seinen Indianern ertappt und gefangen genommen werden. Indem sie den Goldenen Mann mit Silberfarbe anmalen und sich damit die Gunst der Indianer sichern, können Donald und die Jungs entkommen, doch nicht ohne die goldene Sonntagshose des Goldenen Mannes mitgehen zu lassen. | ||
*Onkel Dagoberts Bergungsyacht trägt den Namen „Goldene Gans III“, nachdem sowohl die „Goldene Gans“ in Barks‘ ''[[13 Trillionen]]'' als auch die „Goldene Gans II“ in Rosas ''Unter Haien'' auf den Meeresgrund gesunken waren. | *Onkel Dagoberts Bergungsyacht trägt den Namen „Goldene Gans III“, nachdem sowohl die „Goldene Gans“ in Barks‘ ''[[13 Trillionen]]'' als auch die „Goldene Gans II“ in Rosas ''Unter Haien'' auf den Meeresgrund gesunken waren. | ||
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*Das Panel, in dem Moneysac hastig aus seinem afrikanischen Geldspeicher im Tal des Limpopo eilt und an einem überraschten Gärtner vorbeirennt, stammt aus ''[[Der zweitreichste Mann der Welt]]''. Bei den Auseinandersetzungen zwischen den beiden reichen Männern griff Don Rosa auf Gesten und Mimiken aus den vorherigen heftigen Streitgesprächen der Widersacher bei Barks zurück. | *Das Panel, in dem Moneysac hastig aus seinem afrikanischen Geldspeicher im Tal des Limpopo eilt und an einem überraschten Gärtner vorbeirennt, stammt aus ''[[Der zweitreichste Mann der Welt]]''. Bei den Auseinandersetzungen zwischen den beiden reichen Männern griff Don Rosa auf Gesten und Mimiken aus den vorherigen heftigen Streitgesprächen der Widersacher bei Barks zurück. | ||
*Im Gespräch mit dem echten Touristen-Guide, der gefälschte Schatzkarten verkauft, bemerkt Onkel Dagobert trocken, dass er sowohl nach den [[Die Sieben Städte von Cibola|Sieben Städten von Cibola]] als auch nach dem [[Das Gold der Inkas|Gold der Inkas]] gesucht habe, was auf die beiden klassischen Abenteuergeschichten von Barks anspielt. Donald nimmt Bezug zu dem Goldenen Mann, dem er in Britisch-Guyana in Die Jagd nach der roten Magenta begegnete. Onkel Dagobert wundert sich zweimal, woher Donald den Ort kennt, wohin der Goldene Mann geflohen ist. | *Im Gespräch mit dem echten Touristen-Guide, der gefälschte Schatzkarten verkauft, bemerkt Onkel Dagobert trocken, dass er sowohl nach den [[Die Sieben Städte von Cibola|Sieben Städten von Cibola]] als auch nach dem [[Das Gold der Inkas|Gold der Inkas]] gesucht habe, was auf die beiden klassischen Abenteuergeschichten von Barks anspielt. Donald nimmt Bezug zu dem Goldenen Mann, dem er in Britisch-Guyana in Die Jagd nach der roten Magenta begegnete. Onkel Dagobert wundert sich zweimal, woher Donald den Ort kennt, wohin der Goldene Mann geflohen ist. | ||
[[Datei:Der letzte Herr von Eldorado Bezuege (6) Inkas.jpg|mini|rechts|Sticheleien (© Egmont Ehapa)]] | |||
*Einen großen Bulldozer findet man seit ''[[Der arme, reiche Mann]]'' wiederkehrend in Onkel Dagoberts Geldspeicher. | *Einen großen Bulldozer findet man seit ''[[Der arme, reiche Mann]]'' wiederkehrend in Onkel Dagoberts Geldspeicher. | ||
===Bezüge zu Geschichten von [[Don Rosa]]=== | ===Bezüge zu Geschichten von [[Don Rosa]]=== | ||
*Zu Beginn des Abenteuers erzählt Donald, aus dem noch immer kein waschechter Matrose geworden ist, kurz anhand zweier recycelter Panels die Erlebnisse aus Don Rosas ''Unter Haien'' nach. Der Leser erfährt dadurch, wie die Ducks in den Besitz einer fotografierten Karte kommen konnten, die genaue Angaben dazu enthält, wo im Laufe der Jahrhunderte verschiedene Schiffe im Karibischen Meer gesunken sind. Mit der Karte und modernem Bergungsgerät sei es nun ein Leichtes, an die Fracht der Wracks zu kommen. Onkel Dagobert schimpft mit Donald, der kein „Zusammenfassungskasten in einem albernen Comicheft“ sei. | *Zu Beginn des Abenteuers erzählt Donald, aus dem noch immer kein waschechter Matrose geworden ist, kurz anhand zweier recycelter Panels die Erlebnisse aus Don Rosas ''Unter Haien'' nach. Der Leser erfährt dadurch, wie die Ducks in den Besitz einer fotografierten Karte kommen konnten, die genaue Angaben dazu enthält, wo im Laufe der Jahrhunderte verschiedene Schiffe im Karibischen Meer gesunken sind. Mit der Karte und modernem Bergungsgerät sei es nun ein Leichtes, an die Fracht der Wracks zu kommen. Onkel Dagobert schimpft mit Donald, der kein „Zusammenfassungskasten in einem albernen Comicheft“ sei. | ||
*In den Dialogen mit Moneysac geht Onkel Dagobert immer wieder auf dessen harte Niederlage bei der Jagd nach dem Schatz von Manco Capac in ''Der Sohn der Sonne'' ein. Dagobert scheint diesen Triumph voll auskosten und seinen Rivalen demütigen zu wollen. Die Pointe am Schluss der Geschichte bezieht sich ebenfalls auf diesen Rückschlag Moneysacs. | *In den Dialogen mit Moneysac geht Onkel Dagobert immer wieder auf dessen harte Niederlage bei der Jagd nach dem Schatz von Manco Capac in ''Der Sohn der Sonne'' ein. Dagobert scheint diesen Triumph voll auskosten und seinen Rivalen demütigen zu wollen. Die Pointe am Schluss der Geschichte bezieht sich ebenfalls auf diesen Rückschlag Moneysacs. | ||
====Vorlage aus den [[Don_Rosa#Pertwillaby_Papers|Pertwillaby Papers]]==== | ====Vorlage aus den [[Don_Rosa#Pertwillaby_Papers|Pertwillaby Papers]]==== | ||
[[Datei:Der letzte Herr von Eldorado Bezuege (14) Bruecke.jpg|mini|links|Komplizierte Berechnungen (© Egmont Ehapa)]] | |||
[[Datei:Der letzte Herr von Eldorado Bezuege (9) Pertwillaby Papers.jpg|mini|rechts|Wiederverwendete Szenen (© Egmont Ehapa)]] | |||
Für die Szene, in der Donald sich verzweifelt an den letzten Seilen einer eingestürzten Hängebrücke klammert, griff Don Rosa auf eine fast identische Sequenz zurück, die er 1973 für die Zeitung seines Colleges anfertigte. Bereits in der ''Pertwillaby Papers''-Fassung von ''Der Sohn der Sonne'' mit dem Titel „Lost in (Alternate Section) of the Andes“, als Rosa als Fan-Cartoonist tätig war, tauchten Plot-Elemente in den Episoden 102 bis 104 auf, die er für sein Duck-Abenteuer recycelte. | Für die Szene, in der Donald sich verzweifelt an den letzten Seilen einer eingestürzten Hängebrücke klammert, griff Don Rosa auf eine fast identische Sequenz zurück, die er 1973 für die Zeitung seines Colleges anfertigte. Bereits in der ''Pertwillaby Papers''-Fassung von ''Der Sohn der Sonne'' mit dem Titel „Lost in (Alternate Section) of the Andes“, als Rosa als Fan-Cartoonist tätig war, tauchten Plot-Elemente in den Episoden 102 bis 104 auf, die er für sein Duck-Abenteuer recycelte. | ||
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===Bezüge aus Film und Literatur=== | ===Bezüge aus Film und Literatur=== | ||
[[Datei:Der letzte Herr von Eldorado Bezuege (3) Film.jpg|mini|rechts|Anspielung auf den gleichnamigen Film (© Egmont Ehapa)]] | |||
Der Laster, mit dem die Ducks auf einer schmalen Passstraße in den Anden unterwegs sind, entnahm Don Rosa dem Film ''Der Lohn der Angst''<ref>https://de.wikipedia.org/wiki/Lohn_der_Angst</ref> (Le saleire de la peur) von George Clouzot. Donald zitiert den Titel des Films im zweiten Panel von Seite 16. Zu erkennen ist das Fahrzeug an dem Logo mit den Buchstaben „SOC“ auf der Kabinentür der Fahrerseite. | Der Laster, mit dem die Ducks auf einer schmalen Passstraße in den Anden unterwegs sind, entnahm Don Rosa dem Film ''Der Lohn der Angst''<ref>https://de.wikipedia.org/wiki/Lohn_der_Angst</ref> (Le saleire de la peur) von George Clouzot. Donald zitiert den Titel des Films im zweiten Panel von Seite 16. Zu erkennen ist das Fahrzeug an dem Logo mit den Buchstaben „SOC“ auf der Kabinentür der Fahrerseite. | ||
[[Datei:Der letzte Herr von Eldorado Bezuege (7) Micky Maus.jpg|mini|links| Moneysac ohne Verkleidung (© Egmont Ehapa)]] | |||
=== [[D.U.C.K.-Widmung]] und [[Hidden Mickey]]=== | === [[D.U.C.K.-Widmung]] und [[Hidden Mickey]]=== | ||
Die D.U.C.K.-Widmung befindet sich in der unteren linken Ecke des Splashpanels und ist in den Wellen eingearbeitet, wobei vor allem der Buchstabe „K“ gut auszumachen ist. | Die D.U.C.K.-Widmung befindet sich in der unteren linken Ecke des Splashpanels und ist in den Wellen eingearbeitet, wobei vor allem der Buchstabe „K“ gut auszumachen ist. | ||
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===Die Ducks in Deutschland=== | ===Die Ducks in Deutschland=== | ||
[[Datei:Der letzte Herr von Eldorado Bezuege Deutschland (3).jpg|mini|rechts|Die Ducks in Nürnberg (© Egmont Ehapa)]] | |||
Diese Geschichte beinhaltet einen der wenigen Besuche der Entenhausener in Deutschland. Dabei bedient sich Rosa scherzhaft einiger deutscher Klischees und Stereotypen aus der Sicht eines durchschnittlichen US-Amerikaners. | Diese Geschichte beinhaltet einen der wenigen Besuche der Entenhausener in Deutschland. Dabei bedient sich Rosa scherzhaft einiger deutscher Klischees und Stereotypen aus der Sicht eines durchschnittlichen US-Amerikaners. | ||
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Um die historischen Unterlagen aus der Bank zu untersuchen, schlägt Onkel Dagobert vor, in einem Biergarten einzukehren. In der Übersetzung von [[Peter Daibenzeiher]] aus der [[Hall of Fame 16]] heißt die Bierstube „Ottos Biergarten“, in den späteren deutschen Übersetzungen von [[Jano Rohleder]] gab es wie im englischen Original keinen Namenszusatz. Im Inneren stehen massive Tische aus Eichenholz. Auf Regalen an der Wand finden sich zahlreiche Bierkrüge und Humpen, sowohl Walzenkrüge als auch Keferloher aus Steingut. Während die Kinder nur Wasser trinken, lässt Donald sich bayrische Brezeln schmecken und hat ein Bierglas neben seinem Teller stehen, man sieht ihn allerdings nicht daraus trinken. | Um die historischen Unterlagen aus der Bank zu untersuchen, schlägt Onkel Dagobert vor, in einem Biergarten einzukehren. In der Übersetzung von [[Peter Daibenzeiher]] aus der [[Hall of Fame 16]] heißt die Bierstube „Ottos Biergarten“, in den späteren deutschen Übersetzungen von [[Jano Rohleder]] gab es wie im englischen Original keinen Namenszusatz. Im Inneren stehen massive Tische aus Eichenholz. Auf Regalen an der Wand finden sich zahlreiche Bierkrüge und Humpen, sowohl Walzenkrüge als auch Keferloher aus Steingut. Während die Kinder nur Wasser trinken, lässt Donald sich bayrische Brezeln schmecken und hat ein Bierglas neben seinem Teller stehen, man sieht ihn allerdings nicht daraus trinken. | ||
[[Datei:Der letzte Herr von Eldorado Bezuege Deutschland (1).jpg|mini|links|Leichte Kost und schwerer Schock(© Egmont Ehapa)]] | |||
Dagegen hat ein bärtiger Gast ebenfalls Bier und Brezeln bestellt. Als Donald nach der Bedienung ruft, spricht der Mann in einem Mischmasch aus deutsch und englisch: „Sorry, mein Herr, the Waitress has also fainted! Vas ist los mit der Pretzels?“. Einen Moment später, als sowohl die Ducks als auch der sich als Bedienung verkleidete Moneysac nach Bogota aufbrechen wollen, erwidert der Mann: „Das ist gut, Fraulein, but could you get some fresh Pretzels before you go?“. | Dagegen hat ein bärtiger Gast ebenfalls Bier und Brezeln bestellt. Als Donald nach der Bedienung ruft, spricht der Mann in einem Mischmasch aus deutsch und englisch: „Sorry, mein Herr, the Waitress has also fainted! Vas ist los mit der Pretzels?“. Einen Moment später, als sowohl die Ducks als auch der sich als Bedienung verkleidete Moneysac nach Bogota aufbrechen wollen, erwidert der Mann: „Das ist gut, Fraulein, but could you get some fresh Pretzels before you go?“. | ||
In beiden deutschen Übersetzungen spricht der bärtige Bierstubenbesucher mit fränkischem Dialekt. Hierbei gibt es keinerlei Veränderungen zu beobachten (siehe ''Vergleich der deutschen Übersetzungen''). | In beiden deutschen Übersetzungen spricht der bärtige Bierstubenbesucher mit fränkischem Dialekt. Hierbei gibt es keinerlei Veränderungen zu beobachten (siehe ''Vergleich der deutschen Übersetzungen''). | ||
[[Datei:Der letzte Herr von Eldorado Bezuege Deutschland (2).jpg|mini|rechts|Brez′n (© Egmont Ehapa)]] | |||
In der Szene, in welcher Onkel Dagobert beginnt, aus den Unterlagen vorzulesen, freut sich Donald mit den Worten „The Plot thickens!“, woraufhin ein Neffe einen Vergleich zu deutschem Senf zieht: „Like Düsseldorf Mustard!“ Diese Anspielung auf den bekannten Düsseldorfer Mostert fehlt in der deutschen Übersetzung gänzlich. | In der Szene, in welcher Onkel Dagobert beginnt, aus den Unterlagen vorzulesen, freut sich Donald mit den Worten „The Plot thickens!“, woraufhin ein Neffe einen Vergleich zu deutschem Senf zieht: „Like Düsseldorf Mustard!“ Diese Anspielung auf den bekannten Düsseldorfer Mostert fehlt in der deutschen Übersetzung gänzlich. | ||
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===Laguna de Guatavita=== | ===Laguna de Guatavita=== | ||
[[Datei:Der letzte Herr von Eldorado Bezuege (4) See.jpg|mini|rechts|Der Goldsee im Comic (© Egmont Ehapa)]] | |||
Die Laguna de Guatavita (Lagune von Guatavita) ist ein kleiner Bergsee nordöstlich von Bogotá. Der See mit einer Fläche von 19,8 ha liegt in über 3000 m Höhe im Bergland von Cundinamarca auf dem Gebiet der Gemeinde Sesquilé. Die Chibcha-Indianer verehrten ihn als den wichtigsten ihrer fünf heiligen Seen. Der See wurde aufgrund des Eldorado-Mythos berühmt und war bereits Ziel mehrerer Expeditionen, die nach dem Schatz suchten.<ref>https://de.wikipedia.org/wiki/Laguna_de_Guatavita</ref> | Die Laguna de Guatavita (Lagune von Guatavita) ist ein kleiner Bergsee nordöstlich von Bogotá. Der See mit einer Fläche von 19,8 ha liegt in über 3000 m Höhe im Bergland von Cundinamarca auf dem Gebiet der Gemeinde Sesquilé. Die Chibcha-Indianer verehrten ihn als den wichtigsten ihrer fünf heiligen Seen. Der See wurde aufgrund des Eldorado-Mythos berühmt und war bereits Ziel mehrerer Expeditionen, die nach dem Schatz suchten.<ref>https://de.wikipedia.org/wiki/Laguna_de_Guatavita</ref> | ||
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===Personen und Personengruppen=== | ===Personen und Personengruppen=== | ||
[[Datei:Der letzte Herr von Eldorado Personen (1) Goldener Mann.jpg|mini|links|Der Goldene Mann bei Rosa (Rückblende) (© Egmont Ehapa)]] | |||
Vor allem die Rollen der in der Comicgeschichte auftauchenden Eroberer wird heute kontrovers diskutiert. | Vor allem die Rollen der in der Comicgeschichte auftauchenden Eroberer wird heute kontrovers diskutiert. | ||
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====Chibcha-Indianer==== | ====Chibcha-Indianer==== | ||
[[Datei:Der letzte Herr von Eldorado Personen (2) Chibcha.jpg|mini|rechts|Geschichte der Chibchas (© Egmont Ehapa)]] | |||
Die Chibcha waren ein indigenes Volk in Südamerika, die sich aus den Gruppen der Muisca, Guane, Lache und Chitarero zusammensetzten. Sie lebten in den Anden und zum Teil am Río Magdalena in der Nähe der heutigen kolumbianischen Hauptstadt Bogotá. Früher siedelten sie auch im Gebiet des heutigen Panama und auf der östlichen Andenkordillere Kolumbiens. Sie ähnelten in kultureller Hinsicht den Inkas und waren als geschickte Handwerker und Goldschmiede bekannt, vor allem für Schmuckstücke aus Blattgold mit Tier-Darstellungen.<ref>https://de.wikipedia.org/wiki/Chibcha</ref> | Die Chibcha waren ein indigenes Volk in Südamerika, die sich aus den Gruppen der Muisca, Guane, Lache und Chitarero zusammensetzten. Sie lebten in den Anden und zum Teil am Río Magdalena in der Nähe der heutigen kolumbianischen Hauptstadt Bogotá. Früher siedelten sie auch im Gebiet des heutigen Panama und auf der östlichen Andenkordillere Kolumbiens. Sie ähnelten in kultureller Hinsicht den Inkas und waren als geschickte Handwerker und Goldschmiede bekannt, vor allem für Schmuckstücke aus Blattgold mit Tier-Darstellungen.<ref>https://de.wikipedia.org/wiki/Chibcha</ref> | ||
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Nachdem die spanischen Eroberer unter Gonzalo Jiménez de Quesada im Jahr 1536 auf die Chibchas trafen, verleibten sie nach militärischen und politischen Konflikten das Gebiet dem Reich von Karl V. ein und besiegelten damit den Untergang des Volkes. | Nachdem die spanischen Eroberer unter Gonzalo Jiménez de Quesada im Jahr 1536 auf die Chibchas trafen, verleibten sie nach militärischen und politischen Konflikten das Gebiet dem Reich von Karl V. ein und besiegelten damit den Untergang des Volkes. | ||
„Aus einer Chibcha-Tradition ist der Eldorado-Mythos entsprungen, der die Spanier nicht unmaßgeblich zur Erkundung und Eroberung Südamerikas trieb. Die Chibcha hatten den Brauch, ihren neuen König während der Inthronisierung mit Goldstaub zu bedecken. Der neue Herrscher sollte in der Sonne glänzen wie der Sohn der Sonne, als der er galt. Dieser König musste anschließend in dem heiligen Guatavita-See baden, während die Menschenmenge wertvolle Objekte in die Fluten warf.“<ref>https://de.wikipedia.org/wiki/Chibcha</ref> | „Aus einer Chibcha-Tradition ist der Eldorado-Mythos entsprungen, der die Spanier nicht unmaßgeblich zur Erkundung und Eroberung Südamerikas trieb. Die Chibcha hatten den Brauch, ihren neuen König während der Inthronisierung mit Goldstaub zu bedecken.[[Datei:Der letzte Herr von Eldorado Personen (4) Quesada.jpg|mini|rechts|Quesada im Comic (© Egmont Ehapa)]] Der neue Herrscher sollte in der Sonne glänzen wie der Sohn der Sonne, als der er galt. Dieser König musste anschließend in dem heiligen Guatavita-See baden, während die Menschenmenge wertvolle Objekte in die Fluten warf.“<ref>https://de.wikipedia.org/wiki/Chibcha</ref> | ||
====Gonzalo Jiménez de Quesada==== | ====Gonzalo Jiménez de Quesada==== | ||
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====Sebastián de Belalcázar==== | ====Sebastián de Belalcázar==== | ||
[[Datei:Der letzte Herr von Eldorado Personen (5) Belalcazar.jpg|mini|rechts|Belalcazar im Comic (© Egmont Ehapa)]] | |||
Sebastián de Belalcázar (1479 oder 1495 - 1551) war ein spanischer Konquistador und war maßgeblich an der Eroberung der Gebiete der heutigen Staaten Nicaragua, Ecuador sowie des Südwestens Kolumbiens beteiligt. Angeblich nahm er an Kolumbus‘ dritter Reise nach Amerika teil (1498 – 1500) und kämpfte 1507 in Santo Domingo. | Sebastián de Belalcázar (1479 oder 1495 - 1551) war ein spanischer Konquistador und war maßgeblich an der Eroberung der Gebiete der heutigen Staaten Nicaragua, Ecuador sowie des Südwestens Kolumbiens beteiligt. Angeblich nahm er an Kolumbus‘ dritter Reise nach Amerika teil (1498 – 1500) und kämpfte 1507 in Santo Domingo. | ||
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Nach 1536 stieß Belalcázar weiter nach Norden in das heutige Südwest-Kolumbien vor, um in Quito kursierenden Gerüchte um das Goldland Eldorado nachzugehen. Drei Jahre darauf traf er mit Nikolaus Federmann und Gonzalo Jiménez de Quesada zusammen, wobei alle die Herrschaft über das ehemalige Chibcha-Reich beanspruchten. Jiménez de Quesada überzeugte sie, den Disput in Spanien entscheiden zu lassen. Von Karl V. war Belalcázar im Jahr 1540 u.a. zum Statthalter von Popayán und den Äquinoktial-Provinzen ernannt wurden, was ihm die Missgunst anderer Konquistadoren einbrachte. Bevor er sich 1551 nach Spanien einschiffen wollte, um seinen Feinden zu entgehen, starb er schwer erkrankt im Jahr 1551 in der Hafenstadt Cartagena.<ref>https://de.wikipedia.org/wiki/Sebasti%C3%A1n_de_Belalc%C3%A1zar</ref> | Nach 1536 stieß Belalcázar weiter nach Norden in das heutige Südwest-Kolumbien vor, um in Quito kursierenden Gerüchte um das Goldland Eldorado nachzugehen. Drei Jahre darauf traf er mit Nikolaus Federmann und Gonzalo Jiménez de Quesada zusammen, wobei alle die Herrschaft über das ehemalige Chibcha-Reich beanspruchten. Jiménez de Quesada überzeugte sie, den Disput in Spanien entscheiden zu lassen. Von Karl V. war Belalcázar im Jahr 1540 u.a. zum Statthalter von Popayán und den Äquinoktial-Provinzen ernannt wurden, was ihm die Missgunst anderer Konquistadoren einbrachte. Bevor er sich 1551 nach Spanien einschiffen wollte, um seinen Feinden zu entgehen, starb er schwer erkrankt im Jahr 1551 in der Hafenstadt Cartagena.<ref>https://de.wikipedia.org/wiki/Sebasti%C3%A1n_de_Belalc%C3%A1zar</ref> | ||
====Nikolaus Federmann==== | ====Nikolaus Federmann==== | ||
[[Datei:Der letzte Herr von Eldorado Personen (6) Federmann.jpg|mini|rechts|Federmann im Comic (© Egmont Ehapa)]] | |||
Nikolaus Federmann (1506 - 1542) war ein deutscher Konquistador, Entdecker und Feldhauptmann. Als Agent des Augsburger Handelshauses der Welser brachte er um 1529/30 Siedler nach Venezuela. Dort wurde er zum stellvertretenden Statthalter ernannt und erhielt 1530 die Vollmacht über Klein-Venedig (Venezuela). | Nikolaus Federmann (1506 - 1542) war ein deutscher Konquistador, Entdecker und Feldhauptmann. Als Agent des Augsburger Handelshauses der Welser brachte er um 1529/30 Siedler nach Venezuela. Dort wurde er zum stellvertretenden Statthalter ernannt und erhielt 1530 die Vollmacht über Klein-Venedig (Venezuela). | ||
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====Die Welser==== | ====Die Welser==== | ||
[[Datei:Der letzte Herr von Eldorado Bezuege (13) Nonne.jpg|mini|rechts|Wiederholter Diebstahl (© Egmont Ehapa)]] | |||
Die Welser waren eine einflussreiche Patrizierfamilie mit Linien in Augsburg und Nürnberg, deren Ursprünge seit 1246 nachweisbar sind. Als Großkaufleute unterhielten die Welser Faktoreien u.a. in Antwerpen, Lyon, Madrid, Nürnberg, Sevilla, Lissabon, Venedig und Rom sowie Santo Domingo und Venezuela. Durch ihre Handelsgeschäfte kamen sie zu enormen Reichtum und finanzierten Herrscher verschiedener europäischer Staaten.<ref>https://de.wikipedia.org/wiki/Welser</ref> | Die Welser waren eine einflussreiche Patrizierfamilie mit Linien in Augsburg und Nürnberg, deren Ursprünge seit 1246 nachweisbar sind. Als Großkaufleute unterhielten die Welser Faktoreien u.a. in Antwerpen, Lyon, Madrid, Nürnberg, Sevilla, Lissabon, Venedig und Rom sowie Santo Domingo und Venezuela. Durch ihre Handelsgeschäfte kamen sie zu enormen Reichtum und finanzierten Herrscher verschiedener europäischer Staaten.<ref>https://de.wikipedia.org/wiki/Welser</ref> | ||
In einem Generalvertrag vom 27. März 1528 überließ Kaiser Karl V. dem Bankier Bartholomäus V. Welser, der von 1519 bis 1551 die Geschicke der Augsburger Welser-Gesellschaft lenkte, im Gegenzug für eine ihm gewährte Anleihe, die Statthalterschaft über die spanische Überseeprovinz Venezuela. Mit Hilfe dieses Vertrages wollte Karl V., gegen Vergabe entsprechender Konzessionen, die Kolonien schnell und kostenlos erschließen. Welser finanzierte die Schiffsflotte und erhielt dafür Venezuela befristet als Lehen. Für die Welser bedeutete die Kolonialgründung die Schaffung eines sicheren Stützpunktes für ihren Amerika- und Weltfernhandel.<ref>https://de.wikipedia.org/wiki/Welser#Der_Venezuela-Vertrag</ref> | In einem Generalvertrag vom 27. März 1528 überließ Kaiser Karl V. dem Bankier Bartholomäus V. Welser, der von 1519 bis 1551 die Geschicke der Augsburger Welser-Gesellschaft lenkte, im Gegenzug für eine ihm gewährte Anleihe, die Statthalterschaft über die spanische Überseeprovinz Venezuela. Mit Hilfe dieses Vertrages wollte Karl V., gegen Vergabe entsprechender Konzessionen, die Kolonien schnell und kostenlos erschließen. Welser finanzierte die Schiffsflotte und erhielt dafür Venezuela befristet als Lehen. Für die Welser bedeutete die Kolonialgründung die Schaffung eines sicheren Stützpunktes für ihren Amerika- und Weltfernhandel.<ref>https://de.wikipedia.org/wiki/Welser#Der_Venezuela-Vertrag</ref> | ||
[[Datei:Der letzte Herr von Eldorado Personen (3) Direktor.jpg|mini|links|Vision eines Finanzimperiums (© Egmont Ehapa)]] | |||
Zwischen 1529 und 1538 verschleppte die Welser-Gesellschaft 1005 Sklaven und verkaufte diese außerhalb Venezuelas. Für ihren menschenverachtenden Umgang mit den Sklaven bei der Kolonialisierung Klein-Venedigs erlangten die Herrschenden traurige Berühmtheit.<ref>https://de.wikipedia.org/wiki/Klein-Venedig_(Venezuela)#Kolonisierung</ref> Des Weiteren machten sie Geschäfte mit Gold, Perlen, Farbstoffen, Hölzern und Drogen. Die Welser finanzierten durch diese Einnahmequellen und die Ausbeutung der Bodenschätze weitere Handels- und Expeditionsschiffe. | Zwischen 1529 und 1538 verschleppte die Welser-Gesellschaft 1005 Sklaven und verkaufte diese außerhalb Venezuelas. Für ihren menschenverachtenden Umgang mit den Sklaven bei der Kolonialisierung Klein-Venedigs erlangten die Herrschenden traurige Berühmtheit.<ref>https://de.wikipedia.org/wiki/Klein-Venedig_(Venezuela)#Kolonisierung</ref> Des Weiteren machten sie Geschäfte mit Gold, Perlen, Farbstoffen, Hölzern und Drogen. Die Welser finanzierten durch diese Einnahmequellen und die Ausbeutung der Bodenschätze weitere Handels- und Expeditionsschiffe. | ||
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====König Karl V. von Spanien==== | ====König Karl V. von Spanien==== | ||
Karl V. (1500 - 1558) war von seiner Wahl 1530 bis zu seiner Abdankung 1556 Kaiser des Heiligen Römischen Reiches und ab 1519 König von Spanien. Er ging als letzter deutscher Kaiser des Mittelalters und einer der mächtigsten europäischen Herrscher in die Geschichte ein.<ref>https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_V._(HRR)</ref> Immer getreu seines Wahlspruches „plus ultra - immer (noch) weiter“ baute er seine Macht immer weiter aus und regierte über Gebiete in Europa und Amerika – nach seinem Verständnis über ein „Reich, in dem die Sonne niemals unterging“.<ref>https://www.habsburger.net/de/personen/habsburger-herrscher/karl-v</ref> | Karl V. (1500 - 1558) war von seiner Wahl 1530 bis zu seiner Abdankung 1556 Kaiser des Heiligen Römischen Reiches und ab 1519 König von Spanien. Er ging als letzter deutscher Kaiser des Mittelalters und einer der mächtigsten europäischen Herrscher in die Geschichte ein.<ref>https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_V._(HRR)</ref> Immer getreu seines Wahlspruches „plus ultra - immer (noch) weiter“ baute er seine Macht immer weiter aus und regierte über Gebiete in Europa und Amerika – nach seinem Verständnis über ein „Reich, in dem die Sonne niemals unterging“.<ref>https://www.habsburger.net/de/personen/habsburger-herrscher/karl-v</ref> | ||
[[Datei:Der letzte Herr von Eldorado Bezuege (15) Eroberer.jpg|mini|rechts|Vertrag der Eroberer (© Egmont Ehapa)]] | |||
Da er erstmals in einer Person die Kronen von Kastilien, Navarra und Aragon vereinte, gilt Karl als der erste König von Spanien. Zu seinem Herrschaftsbereich gehörten auch die Königreiche von Neapel, Sizilien und Sardinien sowie die Niederlande als Teil des burgundischen Erbes. Später fiel ihm auch Österreich zu. | Da er erstmals in einer Person die Kronen von Kastilien, Navarra und Aragon vereinte, gilt Karl als der erste König von Spanien. Zu seinem Herrschaftsbereich gehörten auch die Königreiche von Neapel, Sizilien und Sardinien sowie die Niederlande als Teil des burgundischen Erbes. Später fiel ihm auch Österreich zu. | ||
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==Vergleich der Übersetzungen== | ==Vergleich der Übersetzungen== | ||
[[Datei:Der letzte Herr von Eldorado Uebersetzung (3).jpg|mini|rechts|Angaben zur Reiseroute (© Egmont Ehapa)]] | |||
Die beiden deutschen Übersetzungen von [[Peter Daibenzeiher]] und später von [[Jano Rohleder]] unterscheiden sich insgesamt kaum voneinander. Wichtigster Unterschied ist die Umbenennung der Geschichte von „Das Geheimnis von Eldorado“ in „Der letzte Herr von Eldorado“ in der deutschen [[Don Rosa Library 7]], um dem Weg zu einer genaueren Übersetzung der Originaltitel zu folgen. | Die beiden deutschen Übersetzungen von [[Peter Daibenzeiher]] und später von [[Jano Rohleder]] unterscheiden sich insgesamt kaum voneinander. Wichtigster Unterschied ist die Umbenennung der Geschichte von „Das Geheimnis von Eldorado“ in „Der letzte Herr von Eldorado“ in der deutschen [[Don Rosa Library 7]], um dem Weg zu einer genaueren Übersetzung der Originaltitel zu folgen. | ||
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*Als Onkel Dagobert in den kleinen Berg geborgener Silbermünzen springt, ruft er bei Daibenzeiher „Ich bitte euch! Das wäre das erste Mal, dass ich mir eine Beule hole!“ und bei Rohleder „Unsinn! Ihr habt mich doch schon oft in Münzen tauchen sehen! Das ist meine Spezialität!“ | *Als Onkel Dagobert in den kleinen Berg geborgener Silbermünzen springt, ruft er bei Daibenzeiher „Ich bitte euch! Das wäre das erste Mal, dass ich mir eine Beule hole!“ und bei Rohleder „Unsinn! Ihr habt mich doch schon oft in Münzen tauchen sehen! Das ist meine Spezialität!“ | ||
*Nur in der Rohleder-Übersetzung findet sich Donalds Angabe, dass die abenteuerlustigen Ducks die Karte von Käpt’n Melian „vor einem Jahr“ gefunden haben (nämlich in [[Unter Haien]]). | *Nur in der Rohleder-Übersetzung findet sich Donalds Angabe, dass die abenteuerlustigen Ducks die Karte von Käpt’n Melian „vor einem Jahr“ gefunden haben (nämlich in [[Unter Haien]]). | ||
[[Datei:Der letzte Herr von Eldorado Uebersetzung (1).jpg|mini|links|Gekauft ist Verkauft (© Egmont Ehapa)]] | |||
*Nur in der Rohleder-Übersetzung findet sich Onkel Dagoberts Ausführung aus dem alten Logbuch, dass die Dukatenesel von „Coro, Venezuela nach Hamburg“ unterwegs gewesen war. | *Nur in der Rohleder-Übersetzung findet sich Onkel Dagoberts Ausführung aus dem alten Logbuch, dass die Dukatenesel von „Coro, Venezuela nach Hamburg“ unterwegs gewesen war. | ||
*Als Onkel Dagobert dem Direktor die 1.000 US-Dollar bzw. Taler auf den Tisch klatscht, antwortet er bei Daibenzeiher „Gekauft!“ und bei Rohleder „Verkauft!“ | *Als Onkel Dagobert dem Direktor die 1.000 US-Dollar bzw. Taler auf den Tisch klatscht, antwortet er bei Daibenzeiher „Gekauft!“ und bei Rohleder „Verkauft!“ | ||
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*Als Onkel Dagobert aus dem Vertrag der drei Parteien vorliest, urteilt Donald bei Daibenzeiher mit „Was für eine Mischung“ und bei Rohleder mit „Nettes Team“. | *Als Onkel Dagobert aus dem Vertrag der drei Parteien vorliest, urteilt Donald bei Daibenzeiher mit „Was für eine Mischung“ und bei Rohleder mit „Nettes Team“. | ||
*Auf der Suche nach der Anschrift des goldenen Mannes blättert der einheimische Touristenguide hektisch und verkehrt herum im „Guia Telefonica“, bei Rohleder im „El Phono Book“. Im Original steht „Libre de Telephono“ auf dem Umschlag. | *Auf der Suche nach der Anschrift des goldenen Mannes blättert der einheimische Touristenguide hektisch und verkehrt herum im „Guia Telefonica“, bei Rohleder im „El Phono Book“. Im Original steht „Libre de Telephono“ auf dem Umschlag. | ||
[[Datei:Der letzte Herr von Eldorado Uebersetzung (2).jpg|mini|rechts|Wieselschweiflinge (© Egmont Ehapa)]] | |||
*Bei Daibenzeiher ist der Lastkraftwagen, der keinen Kratzer bekommen darf, nur „geliehen“, bei Rohleder dagegen ist er „gemietet“. | *Bei Daibenzeiher ist der Lastkraftwagen, der keinen Kratzer bekommen darf, nur „geliehen“, bei Rohleder dagegen ist er „gemietet“. | ||
*In dem Panel, in dem der grüne Lastkraftwagen auf der Flucht vor dem rollenden Felsbrocken die steile Bergstraße herunterrast, fliegt der Kondor vorbei. Seine Sprechblase wurde in der Hall of Fame wohl übersehen, bei Rohleder wundert sich der Vogel mit einem Fragezeichen. | *In dem Panel, in dem der grüne Lastkraftwagen auf der Flucht vor dem rollenden Felsbrocken die steile Bergstraße herunterrast, fliegt der Kondor vorbei. Seine Sprechblase wurde in der Hall of Fame wohl übersehen, bei Rohleder wundert sich der Vogel mit einem Fragezeichen. | ||
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==Einordnung und Rezeption== | ==Einordnung und Rezeption== | ||
[[Datei:Der letzte Herr von Eldorado Bezuege (2) Schatten.jpg|mini|rechts|Onkel Dagobert im Schatten der Konquistadoren (© Egmont Ehapa)]] | |||
Die Geschichte ''Der letzte Herr von Eldorado'' ist nicht nur als klassische Abenteuergeschichte von Don Rosa einzuordnen, sondern enthält zum anderen auch einen intensiven Zweikampf zwischen Onkel Dagobert und Mac Moneysac. Insofern sind die Kernelemente wesensgleich zu Don Rosas erster Schatzsuch-Geschichte ''[[Der Sohn der Sonne]]'', welches ebenfalls in Südamerika spielt und einen im Laufe der Zeit verloren gegangenen Goldschatz einer präkolumbianischen Zivilisation, die von den spanischen Konquistadoren und anderen europäischen Mächten ausgelöscht wurde. In beiden Geschichten findet Onkel Dagobert einen entscheidenden Hinweis auf den Verbleib des Schatzes, verfolgt historische Spuren weiter und begibt sich auf eine gefährliche Expedition in einem felsigen Gebirge. Wie bereits dargelegt dient die Geschichte einerseits als Fortsetzung zu ''Der Sohn der Sonne'', sondern knüpft inhaltlich an ''[[Unter Haien]]'' an, deren weiterführendes Potenzial Rosa bereits bei Erstellung jener Geschichte vorausahnte.<ref name="DRL" >[[Don Rosa]] in ''Hinter den Kulissen von „Unter Haien“'', [[Don Rosa Library 3]], S. 55 (2020)</ref> | Die Geschichte ''Der letzte Herr von Eldorado'' ist nicht nur als klassische Abenteuergeschichte von Don Rosa einzuordnen, sondern enthält zum anderen auch einen intensiven Zweikampf zwischen Onkel Dagobert und Mac Moneysac. Insofern sind die Kernelemente wesensgleich zu Don Rosas erster Schatzsuch-Geschichte ''[[Der Sohn der Sonne]]'', welches ebenfalls in Südamerika spielt und einen im Laufe der Zeit verloren gegangenen Goldschatz einer präkolumbianischen Zivilisation, die von den spanischen Konquistadoren und anderen europäischen Mächten ausgelöscht wurde. In beiden Geschichten findet Onkel Dagobert einen entscheidenden Hinweis auf den Verbleib des Schatzes, verfolgt historische Spuren weiter und begibt sich auf eine gefährliche Expedition in einem felsigen Gebirge. Wie bereits dargelegt dient die Geschichte einerseits als Fortsetzung zu ''Der Sohn der Sonne'', sondern knüpft inhaltlich an ''[[Unter Haien]]'' an, deren weiterführendes Potenzial Rosa bereits bei Erstellung jener Geschichte vorausahnte.<ref name="DRL" >[[Don Rosa]] in ''Hinter den Kulissen von „Unter Haien“'', [[Don Rosa Library 3]], S. 55 (2020)</ref> | ||
[[Datei:Der letzte Herr von Eldorado Bezuege (5) der Dumme.jpg|mini|links|Imagesorgen (© Egmont Ehapa)]] | |||
Sein Widersacher Mac Moneysac setzt alles daran, Dagobert zunächst diesen Hinweis abzuluchsen und als er merkt, dass dies nicht gelingt, ändert er seine Taktik hin zu brutalen Mordanschlägen. Außerdem entführt er Tick, Trick und Track, die ihm zuvorgekommen sind. Für Onkel Dagobert ist das Wettrennen mit Moneysac ein wichtiger Antrieb, der ihn noch mehr motiviert als der Wert des Schatzes selbst. Aufgrund seiner Hartnäckigkeit und Schläue, aber auch dank der Hilfe seiner Neffen, versucht Dagobert, seinem Rivalen stets einen Schritt voraus zu sein. Beispielhaft lässt er die Ländereien noch am Tag des Kaufes der Bank aus dessen Vermögen ausgliedern und gesondert eintragen. Wann genau Dagobert durchschaut, dass Moneysac der ehemalige Besitzer der Bank gewesen ist, wird leider nicht genau benannt. So sehr er auch den Triumph genießt und Moneysac am Boden sehen will, umso mehr sorgt er sich aber auch vor dem Scheitern und dem Verlust seines Prestiges. Dies spricht er in dieser Geschichte sogar aus, als er zugibt, am Ende nicht | Sein Widersacher Mac Moneysac setzt alles daran, Dagobert zunächst diesen Hinweis abzuluchsen und als er merkt, dass dies nicht gelingt, ändert er seine Taktik hin zu brutalen Mordanschlägen. Außerdem entführt er Tick, Trick und Track, die ihm zuvorgekommen sind. Für Onkel Dagobert ist das Wettrennen mit Moneysac ein wichtiger Antrieb, der ihn noch mehr motiviert als der Wert des Schatzes selbst. Aufgrund seiner Hartnäckigkeit und Schläue, aber auch dank der Hilfe seiner Neffen, versucht Dagobert, seinem Rivalen stets einen Schritt voraus zu sein. Beispielhaft lässt er die Ländereien noch am Tag des Kaufes der Bank aus dessen Vermögen ausgliedern und gesondert eintragen. Wann genau Dagobert durchschaut, dass Moneysac der ehemalige Besitzer der Bank gewesen ist, wird leider nicht genau benannt. So sehr er auch den Triumph genießt und Moneysac am Boden sehen will, umso mehr sorgt er sich aber auch vor dem Scheitern und dem Verlust seines Prestiges. Dies spricht er in dieser Geschichte sogar aus, als er zugibt, am Ende nicht „als der Dumme“ dastehen zu wollen. | ||
Wider Erwarten gibt es nach dem Finale doch noch eine dritte Partei, die sich den Schatz aneignet: Nämlich die Regierung des Staates, in dem sich der Schatz befindet. In der bayrischen Bierstube sieht Onkel Dagobert bereits voraus, dass der Schatz ohne den Vertrag der drei Eroberer sowieso dem kolumbianischen Staat zustehen würde. Einen ähnlichen Konflikt baute Rosa bereits in ''[[Die Botschaft der Säulen]]'' (1998) auf, wo die türkische Regierung sogar mit einer Armee und Panzern anrückt. Auch in ''[[Die Insel am Rande der Zeit]]'' (1991) liefern sich Onkel Dagobert und Mac Moneysac ein erbittertes Wettrennen um ein Stück Land und streiten um die Eigentumsfrage, die jedoch durch einen Dritten aufgelöst wird. | Wider Erwarten gibt es nach dem Finale doch noch eine dritte Partei, die sich den Schatz aneignet: Nämlich die Regierung des Staates, in dem sich der Schatz befindet. In der bayrischen Bierstube sieht Onkel Dagobert bereits voraus, dass der Schatz ohne den Vertrag der drei Eroberer sowieso dem kolumbianischen Staat zustehen würde. Einen ähnlichen Konflikt baute Rosa bereits in ''[[Die Botschaft der Säulen]]'' (1998) auf, wo die türkische Regierung sogar mit einer Armee und Panzern anrückt. Auch in ''[[Die Insel am Rande der Zeit]]'' (1991) liefern sich Onkel Dagobert und Mac Moneysac ein erbittertes Wettrennen um ein Stück Land und streiten um die Eigentumsfrage, die jedoch durch einen Dritten aufgelöst wird. | ||
[[Datei:Der letzte Herr von Eldorado Bezuege (8) Steuerbehoerde.jpg|thumb|600px|rechts|Staatliche Eigentumsfragen (© Egmont Ehapa)]] | |||
Überhaupt ist die Frage der Eigentumsverhältnisse, die teilweise nach Jahrhunderten wieder gestellt werden muss, um die Besitzansprüche eines Landes und/oder eines Schatzes zu klären, ein wiederkehrendes Motiv bei Rosa. Von Bedeutung ist dieses abseits der o.g. Geschichten auch in ''[[Seine Majestät Dagobert I.]]'' (1989), wo sogar eine ähnlich geformte Besitzplakette des vormaligen Eigentümers angebracht wurde, die von Onkel Dagobert wiedergefunden wird; sowie in ''[[Die Karten des Christoph Kolumbus]]'' (1994), wo insbesondere Tick, Trick und Track die historischen Spuren über verschiedene Epochen zurückverfolgen. Dass die Ducks hierfür in einem Kloster die Archive durchsuchen wollen, war schon in ''[[Auf der Suche nach der verlorenen Bibliothek]]'' (1993) der Fall. Mit der Entdeckung der neuen Welt und der damit verbundenen Ausbeutung der indigenen Bevölkerung und anderen Gruppen setzte sich Rosa später noch in ''[[Die Krone der Kreuzfahrerkönige]]'' (2001) auseinander. Bei ihm zieht es die abenteuerlustige Familie Duck also immer wieder auf den südamerikanischen Kontinent und dessen Verbindungen überall in die Welt hinaus, nicht selten auch nach Entenhausen. | Überhaupt ist die Frage der Eigentumsverhältnisse, die teilweise nach Jahrhunderten wieder gestellt werden muss, um die Besitzansprüche eines Landes und/oder eines Schatzes zu klären, ein wiederkehrendes Motiv bei Rosa. Von Bedeutung ist dieses abseits der o.g. Geschichten auch in ''[[Seine Majestät Dagobert I.]]'' (1989), wo sogar eine ähnlich geformte Besitzplakette des vormaligen Eigentümers angebracht wurde, die von Onkel Dagobert wiedergefunden wird; sowie in ''[[Die Karten des Christoph Kolumbus]]'' (1994), wo insbesondere Tick, Trick und Track die historischen Spuren über verschiedene Epochen zurückverfolgen. Dass die Ducks hierfür in einem Kloster die Archive durchsuchen wollen, war schon in ''[[Auf der Suche nach der verlorenen Bibliothek]]'' (1993) der Fall. Mit der Entdeckung der neuen Welt und der damit verbundenen Ausbeutung der indigenen Bevölkerung und anderen Gruppen setzte sich Rosa später noch in ''[[Die Krone der Kreuzfahrerkönige]]'' (2001) auseinander. Bei ihm zieht es die abenteuerlustige Familie Duck also immer wieder auf den südamerikanischen Kontinent und dessen Verbindungen überall in die Welt hinaus, nicht selten auch nach Entenhausen. | ||
Die Bedeutung des Schatzes wird in ''Der letzte Herr von Eldorado'' nicht nur dadurch hervorgehoben, dass es sich auch im Verständnis von Rosa um den größten Schatz Südamerikas handeln müsse. Im Gegensatz zu dem Schatz aus ''Der Sohn der Sonne'' oder ''Die Botschaft der Säulen'' geht es nicht nur um die Schätze einer bestimmten Zivilisation. Stattdessen vervielfältigt sich der Wert vor allem dadurch, dass der Schatz aus Gegenständen mehrere Kulturen besteht, die Handel miteinander getrieben haben. Diesen Punkt kommentieren Tick, Trick und Track beim Auffinden des Schatzes, aber auch Donald scheint ihn anzuerkennen, da er annimmt, die Chibcha-Indianer hätten heutzutage ein Vermögen mit Kartoffelchips machen können. Im Hinblick auf den Schatz und weitere Geschichten von Don Rosa werden insofern Parallelen zu ''Auf der Suche nach der verlorenen Bibliothek'' deutlich, wo es ebenfalls um das gesammelte Wissen mehrerer Kulturen geht. | Die Bedeutung des Schatzes wird in ''Der letzte Herr von Eldorado'' nicht nur dadurch hervorgehoben, dass es sich auch im Verständnis von Rosa um den größten Schatz Südamerikas handeln müsse. Im Gegensatz zu dem Schatz aus ''Der Sohn der Sonne'' oder ''Die Botschaft der Säulen'' geht es nicht nur um die Schätze einer bestimmten Zivilisation. Stattdessen vervielfältigt sich der Wert vor allem dadurch, dass der Schatz aus Gegenständen mehrere Kulturen besteht, die Handel miteinander getrieben haben. Diesen Punkt kommentieren Tick, Trick und Track beim Auffinden des Schatzes, aber auch Donald scheint ihn anzuerkennen, da er annimmt, die Chibcha-Indianer hätten heutzutage ein Vermögen mit Kartoffelchips machen können. Im Hinblick auf den Schatz und weitere Geschichten von Don Rosa werden insofern Parallelen zu ''Auf der Suche nach der verlorenen Bibliothek'' deutlich, wo es ebenfalls um das gesammelte Wissen mehrerer Kulturen geht. | ||
[[Datei:Der letzte Herr von Eldorado Bezuege (12) grosszuegig.jpg|mini|links|Anfall von Großzügigkeit (© Egmont Ehapa)]] | |||
In Rosas letzter Schatzsuchgeschichte ''[[Ein Brief von daheim]]'' (2004) ist Onkel Dagobert auf der Suche nach dem größten Schatz der Menschheitsgeschichte, nämlich dem [[Ein_Brief_von_daheim#Der_Templerschatz|Schatz der Tempelritter]], der ebenfalls aus Gegenständen und Wissen verschiedener Kulturen besteht. Übrigens scheint Don Rosa den Gedanken des Bankdirektors aufzugreifen, wie es wäre, wenn eine Bank im Besitz eines ganzen Kontinents wäre. Denn das entspricht in etwa dem Machteinfluss der [[Ein_Brief_von_daheim#Der_Templerorden|Tempelritter]] im Europa des 12. und 13. Jahrhunderts, die durch ihre Geschäfte mit Bank-Wechseln enorme Ländereien vereinnahmen konnten. | In Rosas letzter Schatzsuchgeschichte ''[[Ein Brief von daheim]]'' (2004) ist Onkel Dagobert auf der Suche nach dem größten Schatz der Menschheitsgeschichte, nämlich dem [[Ein_Brief_von_daheim#Der_Templerschatz|Schatz der Tempelritter]], der ebenfalls aus Gegenständen und Wissen verschiedener Kulturen besteht. Übrigens scheint Don Rosa den Gedanken des Bankdirektors aufzugreifen, wie es wäre, wenn eine Bank im Besitz eines ganzen Kontinents wäre. Denn das entspricht in etwa dem Machteinfluss der [[Ein_Brief_von_daheim#Der_Templerorden|Tempelritter]] im Europa des 12. und 13. Jahrhunderts, die durch ihre Geschäfte mit Bank-Wechseln enorme Ländereien vereinnahmen konnten. | ||
Interessanterweise zeigt sich Onkel Dagobert in ''Der letzte Herr von Eldorado'' überraschend großzügig, als er der Mutter Oberin im Kloster die goldene Plakette der „Dukatenesel“ überlässt. Dass er dabei aus edleren Motiven heraus handelt, wird lediglich impliziert. Auch in ''Seine Majestät Dagobert I.'' gibt Onkel Dagobert die Besitz-Plakette auf. In ''[[Expedition nach Shambala]]'' (1995) denkt Onkel Dagobert ebenfalls nicht nur an sich selbst, sollte er den Schatz finden, sondern will vor allem Arbeitsplätze und gute Bezahlung für die notleidende Bevölkerung im ausgebeuteten Land des Maharadschas schaffen. Am Ende des Abenteuers reicht es ihm, ein Andenken an die Schatzsuche für seine Trophäenkammer zu haben, genau wie in ''Seine Majestät Dagobert I.'' oder ''Die Botschaft der Säulen'' oder ''Die Krone der Kreuzfahrerkönige''. | Interessanterweise zeigt sich Onkel Dagobert in ''Der letzte Herr von Eldorado'' überraschend großzügig, als er der Mutter Oberin im Kloster die goldene Plakette der „Dukatenesel“ überlässt. Dass er dabei aus edleren Motiven heraus handelt, wird lediglich impliziert. Auch in ''Seine Majestät Dagobert I.'' gibt Onkel Dagobert die Besitz-Plakette auf. In ''[[Expedition nach Shambala]]'' (1995) denkt Onkel Dagobert ebenfalls nicht nur an sich selbst, sollte er den Schatz finden, sondern will vor allem Arbeitsplätze und gute Bezahlung für die notleidende Bevölkerung im ausgebeuteten Land des Maharadschas schaffen. Am Ende des Abenteuers reicht es ihm, ein Andenken an die Schatzsuche für seine Trophäenkammer zu haben, genau wie in ''Seine Majestät Dagobert I.'' oder ''Die Botschaft der Säulen'' oder ''Die Krone der Kreuzfahrerkönige''. | ||
Das Panel, in dem Onkel Dagobert und Donald den See an der Seite von sich sehen, erinnert an Gundel Gaukeleys Gravitationszauber in ''[[Alles schwer verquer]]''(1995). | Das Panel, in dem Onkel Dagobert und Donald den See an der Seite von sich sehen, erinnert an Gundel Gaukeleys Gravitationszauber in ''[[Alles schwer verquer]]'' (1995). | ||
==Veröffentlichungen== | ==Veröffentlichungen== | ||