Die Linsen aus Babylonien: Unterschied zwischen den Versionen
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'''Die Linsen aus Babylonien''' ( | '''Die Linsen aus Babylonien''' (alternativ ''Linsen aus Babylonien/Babylon'' oder ''Donald und die Linsen aus Babylonien'', im italienischen Original ''Paperino e i lenticchie di Babilonia'') ist eine [[Comicgeschichte]] von [[Romano Scarpa]]. Es handelt sich um die zehnte von [[Romano Scarpa]] verfasste und umgesetzte Geschichte mit [[Onkel Dagobert]] in der Hauptrolle. | ||
Das Abenteuer zählt zu den wenigen Geschichten, in denen Onkel Dagobert sein gesamtes Vermögen auf fragwürdige, jedoch nicht kriminelle Art und Weise an die Panzerknacker verliert und schließlich eine Wette gewinnen muss, um es wieder zurück zu erhalten. „Die Linsen aus Babylonien“ zählt zu den besten Geschichten von Romano Scarpa und wurde mehrfach nachgedruckt. | |||
== Figuren == | == Figuren == | ||
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== Hintergrund, Analyse und Bedeutung == | == Hintergrund, Analyse und Bedeutung == | ||
''Die Linsen aus Babylonien'' wird oft als eine | ''Die Linsen aus Babylonien'' wird oft als eine derjenigen Geschichten mit Onkel Dagobert betrachtet, die nicht von [[Carl Barks|Barks]] stammen, aber in puncto Qualität mit seinen Werken mithalten können. Hervorgehoben werden die große Komplexität der Handlung, bei der sich wesentliche Entwicklungslinien erst nach und nach erschließen, sowie der große emotionale Gehalt der Geschichte.<ref name="paperpedia">[https://disney-comics.fandom.com/it/wiki/Paperino_e_le_lenticchie_di_Babilonia Artikel in der italienischen Paperpedia]</ref><ref name="ltb online">[http://www.ltb-online.de/platz25.htm Rezension auf LTB-Online]</ref> Außerdem beinhaltet die Geschichte weitere zentrale Themen und erfordert eine tiefere Interpretation der Figuren. | ||
=== Struktur === | |||
Die Geschichte weist zwei nicht als solche gekennzeichnete Prologe auf, was für damalige Disney-Comic als untypisch hervorzuheben ist. Dieser doppelte Prolog überhöht den Spannungsbogen und stellt bereits die wichtigsten Figuren einander gegenüber: Einerseits den verarmten Onkel Dagobert und seine Neffen, andererseits die unternehmungslustigen Panzerknacker in einer Rückblende in Babylonien. Nach einem weiteren Zeitsprung beginnt die Haupthandlung. Diese entwickelt sich strukturell insofern mehrschichtig, als dass Scarpa sowohl den Ducks und ihren Entscheidungen folgt, als auch immer wieder die Panzerknacker zeigt. So ist dem Leser – im Unterschied zu den Ducks – bereits früh klar, dass die Panzerknacker im Linsengeschäft mit Onkel Dagobert ein doppeltes Spiel treiben. Obwohl hier bereits die Dualität der Parteien angelegt ist, bleibt dem Leser der Grund für die Pläne der Panzerknacker verborgen, sodass es Spannungsmomente auf beiden Seiten gibt. Auch der zweite Teil bedient mehrere Ebenen, da Scarpa erzählerisch sowohl Donald und den Kindern in ihrem Flugzeug auf deren Reise nach Afrika folgt als auch Onkel Dagobert zeigt, um die Familie in präziser Taktung schließlich an denselben Ort zu führen. Was wie ein Zufall aussieht, entspricht allerdings der inneren Logik aus dem wirtschaftlichen Verwirrspiel der Panzerknacker. | |||
Der Schluss ist bewusst offen gehalten und gibt in der aufkeimenden Linse nur den versinnbildlichten Hoffnungsschimmer. Aus erzählerischer Sicht ist es somit für Scarpa nicht notwendig darzustellen, wie Onkel Dagobert die Wette mit den Panzerknackern gewinnt und sein Vermögen zurückerhält, da dieser letzte Schritt dem Leser bekannt sein müsste und nichts Neues mehr bietet. | |||
In dieser Weise erinnert das Ende in der Auflösung des Konflikts an die Barks-Geschichten ''[[Der Selbstschuss]]'' und ''[[Eingefrorenes Geld]]'', in denen Dagobert am Ende der Geschichte von den Panzerkackern bestohlen wird. Auch in ''[[Weihnachten für Kummersdorf]]'', das ebenfalls den drastischen Verlust von Onkel Dagoberts Barvermögen zeigt, offenbart der Autor ebenfalls nur eine Möglichkeit, wie Dagobert sein Geld wiedererlangen kann. Ob dieser Prozess wie geschildert oder in sonstiger Art und Weise erfolgt, bleibt der Fantasie des Lesers überlassen. | |||
===Charaktere=== | |||
Abseits der Struktur ist die Geschichte auch deshalb außergewöhnlich, weil sie an Beginn und Ende das für Disney-Comics eigentlich Undenkbare zeigt: Den kompletten Verlust von Onkel Dagoberts Vermögen und einen gebrochenen, von Schuldeneintreibern verfolgten ehemaligen reichsten Mann der Welt. Interessanterweise liegt die Entscheidung hierzu völlig frei bei Onkel Dagobert, der aus eigener Motivation heraus einen Vertrag unterschreibt und von den Panzerknackern weder unter Druck gesetzt noch in sonstiger Weise hierzu lanciert wird. In dieser Geschichte sind es nicht nur die Aussicht auf ein gewinnversprechendes Geschäft oder Onkel Dagoberts hartnäckiger Ehrgeiz und Selbstbehauptungsdrang, die Onkel Dagoberts Handeln erklären. Vielmehr wird in humorvoller Inszenierung dargestellt, welchen Appetit der Geschäftsmann auf die seltenen Linsen hat und welchen entzückten Hochgenuss ihm der Verzehr bereitet. Insofern gibt es damit noch einen sehr menschlichen und sympathischen, trotzalledem aber auch sehr ungewohnten Charakterzug von Onkel Dagobert für dessen Beweggründe. Die Absurdität der weiteren Entwicklungen aus seinen Entscheidungen wird dadurch in zusätzlichem Maße karikiert. | |||
In ihrer Auslotung emotionaler Tiefe von Onkel Dagoberts Charakter und auch im Verhältnis zwischen den Ducks zählt die Geschichte zu den vielschichtigsten italienischen Comicgeschichten überhaupt. Während in anderen italienischen Comicgeschichten dieser Zeit – besonders jenen von Guido Martina – die Konflikte innerhalb der Familie Duck hervorgehoben wurden und vor allem Onkel Dagobert häufig in seiner grantigen, durchtriebenen und unternehmerisch-rationalen Dynamik in Szene gesetzt wird, beschreitet Scarpa hier andere Wege. | |||
Wie auch in Geschichten wie ''[[Der Fliegende Schotte]]'' oder ''[[Der Südsee-Yeti]]'' wird Onkel Dagobert zwar als ein raffinierter, vordergründig hartherziger Geschäftsmann vorgestellt, jedoch werden im Verlauf der Handlung seine weichen Seiten betont und er ist durchaus in der Lage, sein eigenes Handeln zu reflektieren und sittlich-moralisch zu beurteilen. Sowohl am Anfang als auch am Ende wirkt der Erpel wie ein gebrochener, alter, bemitleidenswerter Mann, der in der modernen Welt keinen Platz mehr zu finden scheint.<ref>[[Leonardo Gori]]: Donald und die Linsen aus Babylonien. In: [[Hall of Fame 3]], S. 14-15.</ref> In diesem Sinne orientiert sich die Geschichte an dem Barks-Klassiker ''[[Der arme reiche Mann]]'', in dem Dagobert durch die Tricks der Panzerknacker ebenfalls kurzfristig gebrochen wird, jedoch dank seiner Familie zu alter Stärke zurückfindet. | |||
Zudem erscheint es bedeutsam, dass Onkel Dagobert nur an seinem manisch-depressiven Tiefpunkt (nachdem er gerade all sein Geld den Panzerknackern überschrieben hat) ohne größere Überlegungen dazu bereit scheint, unlautere Geschäftspraktiken anzuwenden und seine Kunden mit falschen Linsen zu betrügen. In diesem Moment aber wird er von seinen Neffen daran gehindert und mit dem Hinweis, dass er sein Geld jederzeit auf ehrliche Art und Weise durch harte Arbeit verdient hat, zur Räson gerufen. Während Tick, Trick und Track symbolisch Onkel Dagoberts personifiziertes Gewissen darstellen und ihn zu eigenen Handlungsanweisungen verleiten wollen, inszeniert Scarpa Donald Duck als fortschrittlichen Mann der Tat, der selbst Hand anlegt, indem er ohne das Zutun seines Erbonkels kurzerhand das Telefonkabel zertrennt. Donald firmiert zum hilfsbereiten Familienmenschen, der das Wohl der Familie über seine eigenen Ansprüche stellt und trotz eigener knapper Mittel bereit ist, Onkel Dagobert zum Essen einzuladen. | |||
Donald sowie Tick, Trick und Track erweisen sich in der Geschichte als hilfsbereit und unterstützen ihren Onkel. Besonders Donald, der sich in der Werbekampagne für die Linsen wohl auch nicht ganz uneigennützig ins Zeug legt, stellt sich als wertvoller Vertrauter von Onkel Dagobert heraus. Somit erscheint es folgerichtig, dass Onkel Dagobert ihn und seine Neffen mit einem Flugzeug ausschickt, um den Limsenimporteuren auf die Spur zu kommen. Tick, Trick und Track sind nicht so leichtgläubig wie ihr Onkel Donald und überwinden ihre Angst vor dem angeblichen Geist des babylonischen Königs. Sie sind ausgesprochen hartnäckig und intelligent, verfügen über kombinatorische Fähigkeiten und einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. In der direkten Konfrontation mit den Panzerknackern können sie aber auch handgreiflich werden und gehen von einer reinen Verteidigung in eine offensive Taktik über, um die Schurken zur symbolischen Kapitulation (weiße Fahne) zu zwingen. | |||
Die Panzerknackerbande besteht in dieser Geschichte aus sieben Mitgliedern, von denen sich vier in Entenhausen und drei in Babylonien aufhalten und in ständigem Kontakt stehen. Ihre Sträflingsnummern setzen sich aus den Ziffern 1, 3 und 8 zusammen. Bereits bei Carl Barks ware die Bande als eine ökonomisch selbständige Firma erkennbar, in dieser Geschichte wird die Unternehmensform dahingehend konkretisiert, als dass es sich um Aktiengesellschaft handelt. Die Panzerknacker selbst sind mit einer Aktie Anteilseigner an ihrer Gesellschaft. Sie verfügen über weitreichende Betriebsmittel und eigenen Grundbesitz. Um die Werbekampagne von onkel Dagobert zu sabotieren, bedarf es des Einsatzes von Kapital. Die Panzerknacker sind listig, intrigant und geldgierig dargestellt. Allerdings sind sie neben der bemerkenswert guten Ausstattung auch intelligent; beispielsweise kann einer von ihnen die alte Sprache der Babylonier lesen und sie sind in der technischen Lage, den Werbefilm von Onkel Dagobert und Donald zu manipulieren. Wie die Panzerknacker formhalber gegenüber der Familie Duck feststellen, haben sie kein Geld gestohlen und gegen keine Gesetze verstoßen. Ihre unternehmerischen Machenschaften sind allerdings mindestens fragwürdig und dürften unter den Tatbestand der Geldwäsche fallen. | |||
Auch wenn sich Donald zu Beginn der Geschichte schämt, dass er in einem Nobellokal ausgerechnet seinem ehemals reichen Onkel Dagobert nunmehr als Straßensänger begegnet, sind er und Tick, Trick und Track doch die Einzigen, die nach wie vor zu ihrem Onkel halten. Es ist eines der wenigen Male in Disney-Comics, in denen Donald in Abwesenheit von Onkel Dagobert offen sagt, dass er mit seinenem Onkel niemals die Plätze tauschen wöllte und nicht des Geldes wegen beneidet, sondern weil dieser ein erfolgreicher Geschäftsmann und Abenteurer ist, der mit wenigen Mitteln etwas aus sich gemacht hat und nach klaren Prinzipien lebt. Gegen Ende belauscht Onkel Dagobert ein Gespräch seiner Neffen, die ihm nach wie vor zutrauen, noch einmal zu Reichtum zu kommen und unerschütterlich wie eine alte Eiche zu sein. Aus dieser Schlüsselsequenz heraus besinnt sich Onkel Dagobert beim Zubettgehen darauf, dass der biblische König Belsalzar sein Leben und sein Reich für die Linsen gab und es ihn damit immer noch besser getroffen habe. Erst in diesem Momnt der Andacht beginnt die Linse in Onkel Dagoberts Wolkenkratzer zu keimen. | |||
Großen Raum nimmt in der Geschichte eines von Scarpas Lieblingsthemen ein, nämlich die Medien. In gebührender Breite und in Ausnutzung der meisten damals benutzten Publicity-Möglichkeiten | ===Themen=== | ||
Großen Raum nimmt in der Geschichte eines von Scarpas Lieblingsthemen ein, nämlich die Karikatur der Medien und der kommerziellen Werbung. In gebührender Breite und in Ausnutzung der meisten damals benutzten Publicity-Möglichkeiten stellt eine Scarpa eine große Werbekampagne dar, für die sich die Ducks mächtig ins Zeug legen. Die Absurdität der Darstdellung resultiert vor allem daraus, dass mittels der Werbekampagne für die legendären Linsen ein Produkt angepriesen wird und reißenden Absatz findet, das sich letztlich für alle bis auf Dagobert als vollkommen ungenießbar herausstellt. Später gestehen die Panzerknacker sogar, die Linsen mit Leinenöl aufzuweichen. Die Macht der Medien und die Leichtgläubigkeit der Menschen werden dadurch zugleich kritisiert.<ref name="paperpedia"/> Donalds Verkleidung mit Melone, Spazierstock undOberlippenbärtchen in dem von ihm erdachten Werbespot erinnert stark an Charlie Chaplin. | |||
Des Weiteren richtet Scarpa den Fokus auf die Darstellung der gesellschaftlichen Unterschiede zwischen Reichen und Armen und der eklatanten Gegensätze. Offenkundig wird dies vor allem an der Entwicklung von Onkel Dagobert, der sich in nur wenigen Tagen vom reichsten Mann der Welt zu einem verarmten Habenichts entwickelt. Beisüielsweise fährt Onkel Dagobert zu Beginn eine große blaue Limousine. Im Gegensatz zu vielen anderen Geschichten lebt Dagobert weder im Geldspeicher noch in einer Villa, sondern in einem riesigen Wolkenkratzer mit mehreren Balkonen und Terrassen, der bis zum Himmel hinauf ragt. Er steht sinnbildlich für Wohlstand, Einfluss und Macht, aber auch für die Überwindung menschlicher und physikalischer Grenzen und zur Inszenierung des eigenen Selbstverständnisses. Im Inneren sieht man nicht nur ein Bild von Onkel Dagoberts Talerbad, sondern auch ein Porträt des vormals reichsten Mannes der Welt, auf dem sich dieser die Taschen mit Geldscheinen vollgestopft hat und das in dieser Komposition einigen Ölgemälden von Carl Barks aus dem Jahr 1972 erinnert. Im zweiten Teil der Handlung besitzt der mittellose Onkel Dagobert kaum mehr als seine zerschlissenen Kleider am Leib und bescheidene 75 Kreuzer, die er in der Not zu gern für eine Wurst ausgeben würde. Immer wieder trifft er auf gierige und auch körperlich übermächtige Schuldeneintreiber und sogar einen Gerichtsvollzieher, der zu seinem Wolkenkratzer unterwegs ist. Im Mittelpunkt des Geschehens stehen nach wie vor die Linsen aus Babylonien, die für sich genommen ein Lebensmittel für die normale Bevölkerung darstellen, aber erst dem reichen König Belsalzar und nun auch Onkel Dagobert zum Verhängnis werden. | |||
Allerdings ist ''Die Linsen aus Babylonien'' durchaus umstritten | Auch die hochgradig spekulativen Tätigkeiten an der Börse werden von Romano Scarpa überspitzt dargestellt und parodiert. Onkel Dagobert ist sich offenkundig bewusst, dass er als reichster Mann der Welt im Handstreich einen kleinen Börsencrash auslösen kann, da alle anderen Anleger ihn ganz genau beobachten und seine Praktiken ohne selbständiges Nachdenken zügellos übernehmen. Sein Plan geht auf, als er erst einen Run auf die Aktien der Panzerknacker auslöst und den Aktienkurs durch einen plötzlichen Verkauf derartig ins Schwanken bringt, dass die Aktie der Panzerknacker AG ins Bodenlose stürzt. Zu recht bezeichnet Donald diese Praxis als „feindliche Firmenübernahme“. | ||
Nicht zuletzt zeigt Scarpa im zweiten Teil der Geschichte die Folgen der Kolonialisierung Afrikas und die damit verbundenen Probleme der einheimischen Wirtschaftssysteme. Durch die ständigen Umrechnungen zwischen den Währungen findet eine Geldentwertung statt. Es ist für die Bewohner nicht mehr ersichtlich, woher bestimmte importierte Waren eigentlich stammen. Eigene Produktionsmittel sind so gut wie nicht vorhanden, sodass importierte Produkte teurer wieder in andere Länder exportiert werden. Als Donald und die Jungs unterwegs sind, stellen sie fest, dass die eingekauften Linsen überhaupt nicht zum Verzehr und damit zur Deckung der eigenen Bedürfnisse verwendet werden. | |||
=== Künstlerische Gestaltung === | |||
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In der Geschichte sind wiederholt babylonische Reliefs zu erkennen, die meist aus dem unteren Bildrand in die Panels hineinragen. Zu sehen sind tierische Darstellungen, aber auch Personen mit viel Schmuck. Außerdem sind die Panzerknacker im Besitz einer großen Platte mit dem Relief von König Belsalzar. | |||
Des Weiteren tauchen in den Sprechblasen an verschiedener Stelle kleine Noten auf, die den gesprochenen Text als Gesang kennzeichnen. Nicht nur Onkel Dagobert singt als Bänkelsänger im Restaurant, auch die Panzerknacker schmettern aus voller Kehle. | |||
Nicht nur im Hintergrund gibt es Flugzeuge und Ballons zu entdecken, in Teil zwei besteigen sowohl Onkel Dagobert als auch seine Neffen getrennte Flugzeuge. Als eine Maschine von Onkel Dagobert defekt ist und repartiert werden muss, zeigen sich die wundersamen Linsen als magisches Allheilmittel. | |||
===Rezeption=== | |||
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Allerdings ist ''Die Linsen aus Babylonien'' durchaus umstritten. Blogger GeoX z. B. äußerte sich sehr kritisch über die Geschichte, die bereits 1995 in den USA veröffentlicht wurde. GeoX kritisiert vor allem die Unzulänglichkeiten und Willkürlichkeiten des Plots,<ref>http://duckcomicsrevue.blogspot.com/2013/01/the-lentils-from-babylon.html</ref> die auch von anderen angemerkt werden.<ref name="ltb online"/> | |||
== Fortsetzung == | == Fortsetzung == | ||
Die Rahmengeschichte von LTB 74 setzt die Handlung noch ein Stück | Die Rahmengeschichte von LTB 74 setzt die Handlung noch ein Stück weiter fort. | ||
Romano Scarpa selbst dachte wohl nie daran, eine Fortsetzung zu schreiben oder die Geschichte in eine Kontinuität einzubetten. Im Unterschied zu seinen Maus-Geschichten, die wiederholt auf frühere Geschichten Bezüge nehmen, arbeitete Scarpa nie ein „Universum ''in progress''“ für die Ducks aus. Dies dürfte an seiner deutlich geringeren Wertschätzung für Donald und die anderen Ducks im Verhältnis zu Micky liegen.<ref>Luca Boschi, Leonardo Gori and Andrea Sani (1990): ''I Disney Italiani'' (Bologna: Granata Press) S. 102f.</ref> | |||
2022 erschien mit ''Das Spiel des Schicksals'' eine 190-seitige Fortsetzung des Scarpa-Klassikers, das von [[Fabio Celoni]] sowohl geschrieben und gezeichnet wurde und in [[LTB 566]] enthalten ist. | 2022 erschien mit ''Das Spiel des Schicksals'' eine 190-seitige Fortsetzung des Scarpa-Klassikers, das von [[Fabio Celoni]] sowohl geschrieben und gezeichnet wurde und in [[LTB 566]] enthalten ist. | ||
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*Dies ist eine der wenigen Geschichte, in der ein Panzerknacker mit weißer Maske zu sehen ist. | *Dies ist eine der wenigen Geschichte, in der ein Panzerknacker mit weißer Maske zu sehen ist. | ||
*Im [[Splash-Panel]] befindet sich eine Signatur von Romano Scarpa (R. S.). | *Im [[Splash-Panel]] befindet sich eine Signatur von Romano Scarpa (R. S.). | ||
* Für den Höhepunkt der Geschichte, dass Dagobert sein gesamtes Vermögen für eine Aktie Linsen hergibt, ließ sich Scarpa möglicherweise aus der Bibel inspirieren. Esau gibt an Jakob sein Erstgeborenenrecht im Austausch mit einem Teller Linsen.<ref>[[Alberto Becattini]]: Paperino e le lenticchie di Babilonia. In: Le grandi storie Disney – L'opera omnia di Romano Scarpa 5, S. 12.</ref> Zudem ist die Gegend zwischen Euphrat und Tigris für den biblischen Turmbau zu Babel bekannt, bei dessen Errichtung Gott die Menschen mit unterschiedlichen Sprachen straft. Auch Onkel Dagoberts Wolkenkratzer thront wie ein Turm zum Himmel hinauf und bannt die Blicke der Bewohner. Onkel Dagobert erwähnt, dass König Belsalzar ebenfalls eine biblische Gestalt sei. | |||
*Die Geschichte zählt zu den wenigen Comics, zu denen [[Don Rosa]] Titelbilder für Hefte angefertigte, deren enthaltene Geschichten jedoch weder von ihm selbst noch von Carl Barks stammen. Die Cover erschienen im Jahr 1995 für die Ausgaben von ''Uncle Scrooge Adventures'' #31 und #32. Die amerikanische Version des Abteneuers begann allerdings schon in Ausgabe #30, ist also in drei anstelle der ursprünglichen zwei Teile aufgeteilt . | |||
== Deutsche Veröffentlichungen == | == Deutsche Veröffentlichungen == | ||