Carl Barks: Unterschied zwischen den Versionen

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[[Datei:Weihnachtswäsche.jpg|250px|mini|links|Tick, Trick und Track in ''[[Die Weihnachtswäsche]]'' (© Egmont Ehapa)]]
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''Huey, Dewey, and Louie'', 1938. Hier soll Barks zwar nicht ''der'' Erfinder gewesen sein, doch er soll maßgeblich an der Erfindung der drei Neffen Donalds beteiligt gewesen sein. Denn er war in der Storyabteilung des Filmes ''[[Donalds Nephews]]'', für den die drei entwickelt wurden. Eine andere Quelle besagt jedoch, dass Taliaferro die Idee an die Studios verkauft haben soll...<ref>[[Carl Barks – Der Vater der Ducks]], [[Ehapa Comic Collection]], Berlin 2002: S. 28</ref> Klar ist aber, dass Barks es war, der sie zu dem machte, was sie heute sind. Denn in den Cartoons und Strips waren sie immer nur drei ungezogene Bälger, die ihrem Onkel das Leben schwer machten. Doch Barks gab ihnen noch zusätzliche Seiten. Erwähnenswert sind hier vor allem die Neffen als Fieselschweiflinge (siehe unten), die das genaue Gegenteil der alten sind: Sie sind fleißig, hilfsbereit und umweltliebend.  
''Huey, Dewey, and Louie'', 1938. Hier soll Barks zwar nicht ''der'' Erfinder gewesen sein, doch er soll maßgeblich an der Erfindung der drei Neffen Donalds beteiligt gewesen sein. Denn er war in der Storyabteilung des Filmes ''[[Donalds Nephews]]'', für den die drei entwickelt wurden. Eine andere Quelle besagt jedoch, dass Taliaferro die Idee an die Studios verkauft haben soll...<ref>[[Carl Barks – Der Vater der Ducks]], [[Ehapa Comic Collection]], Berlin 2002: S. 28. </ref> Klar ist aber, dass Barks es war, der sie zu dem machte, was sie heute sind. Denn in den Cartoons und Strips waren sie immer nur drei ungezogene Bälger, die ihrem Onkel das Leben schwer machten. Doch Barks gab ihnen noch zusätzliche Seiten. Erwähnenswert sind hier vor allem die Neffen als Fieselschweiflinge (siehe unten), die das genaue Gegenteil der alten sind: Sie sind fleißig, hilfsbereit und umweltliebend.  


<b><big>[[Franz Gans]]</big></b><br>
<b><big>[[Franz Gans]]</big></b><br>
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In ''[[Im Lande der Zwergindianer]]'' thematisiert Barks Umweltprobleme (zu einer Zeit, da dies nur wenige andere interessierte) und das Verhältnis zu den amerikanischen Ureinwohnern, v.&nbsp;a. die Frage, wem das Land gehört. Neben ''[[Weihnachten für Kummersdorf]]'' ist diese Geschichte wohl eine der stärksten Kritiken des Kapitalismus. Die Umweltthematik griff Barks später in seinen Fähnlein-Fieselschweif-Geschichten wieder auf.
In ''[[Im Lande der Zwergindianer]]'' thematisiert Barks Umweltprobleme (zu einer Zeit, da dies nur wenige andere interessierte) und das Verhältnis zu den amerikanischen Ureinwohnern, v.&nbsp;a. die Frage, wem das Land gehört. Neben ''[[Weihnachten für Kummersdorf]]'' ist diese Geschichte wohl eine der stärksten Kritiken des Kapitalismus. Die Umweltthematik griff Barks später in seinen Fähnlein-Fieselschweif-Geschichten wieder auf.


Öfters wurde Barks Rassismus vorgeworfen und dies an stereotypen Darstellungen von Schwarzen besonders in seinem Frühwerk festgemacht. Afrikaner werden in einigen Geschichten als Kannibalen dargestellt, sie haben große Lippen, große Nasen und spitze Zähne.<ref>[https://www.tagesspiegel.de/kultur/comics/comicforschung-wir-gegen-die/4279332.html Wir gegen die (Tagesspiegel)], abgerufen am 21.04.2020.</ref> Am extremsten in dieser Hinsicht ist die Geschichte ''[[Der letzte Moribundus]]'', aber auch in ''[[Wudu-Hudu-Zauber]]'' werden Schwarze stereotypisiert und [[Bombie]], der Zombie hat dicke Lippen, eine große Nase und einen Nasenring. Stereotype Darstellungen von Schwarzen waren allerdings in den 40er-Jahren noch deutlich üblicher und es ist anzuzweifeln, dass Barks seine Geschichten bewusst rassistisch konnotierte. Den möglichen Rassismus der frühen Phase ließ Barks ab ''Wudu-Hudu-Zauber'' hinter sich; wenigen seiner späteren Geschichten kann man diesen unterstellen. Wie oben bereits angesprochen, sympathisierte Barks nun viel stärker mit anderen Kulturen.<ref>Vgl. auch [https://www.publishersweekly.com/pw/by-topic/industry-news/comics/article/49416-ducks-and-disney-the-enduring-humanity-of-carl-barks.html Ducks and Disney: The Enduring Humanity of Carl Barks], abgerufen am 21.04.2020.</ref> Viele dieser stereotypen Darstellungen wurden in Neuauflagen retuschiert, teilweise auch durch die Übersetzung abgeschwächt.
Öfters wurde Barks Rassismus vorgeworfen und dies an stereotypen Darstellungen von Schwarzen besonders in seinem Frühwerk festgemacht. Afrikaner werden in einigen Geschichten als [[Kannibalismus|Kannibalen]] dargestellt, sie haben große Lippen, große Nasen und spitze Zähne.<ref>[https://www.tagesspiegel.de/kultur/comics/comicforschung-wir-gegen-die/4279332.html Wir gegen die (Tagesspiegel)], abgerufen am 21.04.2020.</ref> Am extremsten in dieser Hinsicht ist die Geschichte ''[[Der letzte Moribundus]]'', aber auch in ''[[Wudu-Hudu-Zauber]]'' werden Schwarze stereotypisiert und [[Bombie]], der Zombie hat dicke Lippen, eine große Nase und einen Nasenring. Stereotype Darstellungen von Schwarzen waren allerdings in den 40er-Jahren noch deutlich üblicher und es ist anzuzweifeln, dass Barks seine Geschichten bewusst rassistisch konnotierte. Den möglichen Rassismus der frühen Phase ließ Barks ab ''Wudu-Hudu-Zauber'' hinter sich; wenigen seiner späteren Geschichten kann man diesen unterstellen. Wie oben bereits angesprochen, sympathisierte Barks nun viel stärker mit anderen Kulturen.<ref>Vgl. auch [https://www.publishersweekly.com/pw/by-topic/industry-news/comics/article/49416-ducks-and-disney-the-enduring-humanity-of-carl-barks.html Ducks and Disney: The Enduring Humanity of Carl Barks], abgerufen am 21.04.2020.</ref> Viele dieser stereotypen Darstellungen wurden in Neuauflagen retuschiert, teilweise auch durch die Übersetzung abgeschwächt.
[[Datei:Darkest Africa uncensored.jpg|300px|mini|links|Rassistische Stereotype in ''Der letzte Moribundus'']]
[[Datei:Darkest Africa uncensored.jpg|300px|mini|links|Rassistische Stereotype in ''Der letzte Moribundus'']]
Diese Art von Kritik sorgt dafür, dass einige Werke Barks' stark zensiert oder lange Zeit gar nicht erst veröffentlicht wurden, weil sie für einige, auch für [[Walt Disney]], als politisch unkorrekt galten, beispielsweise ''Im Lande der Zweigindianer''.
Diese Art von Kritik sorgt dafür, dass einige Werke Barks' stark zensiert oder lange Zeit gar nicht erst veröffentlicht wurden, weil sie für einige, auch für [[Walt Disney]], als politisch unkorrekt galten, beispielsweise ''Im Lande der Zweigindianer''.
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=== Verhältnis zu Medien ===
=== Verhältnis zu Medien ===
Barks beobachtete die Entwicklung der Massenmedien in den USA mit großem Unbehagen. Wiederholt wies er in Interviews, die er seinen Fans und Journalisten gab, auf die Gefahren des Fernsehkonsums – besonders in Formen, wie er in den USA auftritt – hin: „Bei uns [in den USA] steht der Fernsehapparat nie still, und was dann geboten wird, ist zu 99 Prozent absoluter Schund! Man kann den Einfluß des amerikanischen Fernsehns auf die Bevölkerung gar nicht genug betonen, es macht die Menschen wirklich kaputt und vergiftet sie!“<ref>Zitiert nach: [[Klaus Strzyz]]/Andreas C. Knigge: „Disney von innen“. Gespräche über das Imperium der Maus. Ullstein, Frankfurt am Main/Berlin 1988: S. 50.</ref> In einigen von Barks' Geschichten lässt sich Kritik an den Massenmedien beobachten. In ''[[Die Zugkatastrophe]]'' ist Donald vom Fernsehen völlig abgestumpft und nimmt reale Katastrophen nicht mehr als solche wahr. Einige Geschichten, beginnend mit ''[[Geld oder Ware]]'', stellen Barks' Meinungen über groteske Quizsendungen dar, die banale Fragen stellen und dafür Leuten viel Geld geben. In ''[[Land unter der Erdkruste]]'' lässt Barks die Kullern über Geld sagen: „Bei den Quizsendungen wollen sie es immer loswerden.“ Dies drückt Barks' Sicht wohl am besten aus.
Barks beobachtete die Entwicklung der Massenmedien in den USA mit großem Unbehagen. Wiederholt wies er in Interviews, die er seinen Fans und Journalisten gab, auf die Gefahren des Fernsehkonsums – besonders in Formen, wie er in den USA auftritt – hin: „Bei uns [in den USA] steht der Fernsehapparat nie still, und was dann geboten wird, ist zu 99 Prozent absoluter Schund! Man kann den Einfluß des amerikanischen Fernsehns auf die Bevölkerung gar nicht genug betonen, es macht die Menschen wirklich kaputt und vergiftet sie!“<ref>Zitiert nach: [[Klaus Strzyz]]/Andreas C. Knigge: Disney von innen. Gespräche über das Imperium der Maus, Ullstein, Frankfurt am Main/Berlin 1988: S. 50.</ref> In einigen von Barks' Geschichten lässt sich Kritik an den Massenmedien beobachten. In ''[[Die Zugkatastrophe]]'' ist Donald vom Fernsehen völlig abgestumpft und nimmt reale Katastrophen nicht mehr als solche wahr. Einige Geschichten, beginnend mit ''[[Geld oder Ware]]'', stellen Barks' Meinungen über groteske Quizsendungen dar, die banale Fragen stellen und dafür Leuten viel Geld geben. In ''[[Land unter der Erdkruste]]'' lässt Barks die Kullern über Geld sagen: „Bei den Quizsendungen wollen sie es immer loswerden.“ Dies drückt Barks' Sicht wohl am besten aus.


=== Radioaktivität ===
=== Radioaktivität ===
In einigen Geschichten fällt ein unbekümmertes Verhältnis zur Radioaktivität auf, das freilich für die Zeit, in der Barks schrieb und zeichnete, durchaus typisch war. Dass allerdings Donald seine Neffen mittels eines Geigerzählers finden kann, weil der Schmutz, mit dem sie gespielt haben, radioaktiv ist, hat den Donaldisten Ernst Horst dazu veranlasst, Entenhausen eine radikale radioaktive Verseuchung zu attestieren, gegen die die Enten offenbar unempfindlich sind.<ref>Ernst Horst: Unser Freund – das Atom. Teil 1: Die Wahrheit über Entenhausen. In: [[Der Hamburger Donaldist]] 34 (1982).</ref>
In einigen Geschichten fällt ein unbekümmertes Verhältnis zur Radioaktivität auf, das freilich für die Zeit, in der Barks schrieb und zeichnete, durchaus typisch war. Dass allerdings Donald seine Neffen mittels eines Geigerzählers finden kann, weil der Schmutz, mit dem sie gespielt haben, radioaktiv ist, hat den Donaldisten [[Ernst Horst]] dazu veranlasst, Entenhausen eine radikale radioaktive Verseuchung zu attestieren, gegen die die Enten offenbar unempfindlich sind.<ref>[[Ernst Horst]]: Unser Freund – das Atom. Teil 1: Die Wahrheit über Entenhausen. In: [[Der Hamburger Donaldist]] 34 (1982).</ref><ref>Ernst Horst: Nur keine Sentimentalitäten! Wie Dr. Erika Fuchs Entenhausen nach Deutschland verlegte, Blessing, München 2010: S. 282-283.</ref>


== Ölgemälde ==
== Ölgemälde ==
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*1983 wurde ein einige Jahre zuvor entdeckter Asteroid nach Barks benannt: [[2730 Barks]]
*1983 wurde ein einige Jahre zuvor entdeckter Asteroid nach Barks benannt: [[2730 Barks]]


Es gibt zahlreiche Hommagen an den Großmeister. So zeichnete zum Beispiel [[Giorgio Cavazzano]] mit ''Der Mann hinter den Ducks'' eine Hommage an Carl Barks und ließ ihn als Comicfigur auf seine Schöpfungen treffen. Ein anderes Beispiel ist das Buch [[Carl Barks – Der Vater der Ducks]], eine Hommage an sein Gesamtwerk. Oder auch [[Don Rosa]], der in jedem seiner Comics eine [[D.U.C.K.-Widmung]] versteckte – eine Widmung an Barks. Und das sind nur einige Beispiele.
Es gibt zahlreiche [[Hommage]]n an den Großmeister. So zeichnete zum Beispiel [[Giorgio Cavazzano]] mit ''Der Mann hinter den Ducks'' eine Hommage an Carl Barks und ließ ihn als Comicfigur auf seine Schöpfungen treffen. Ein anderes Beispiel ist das Buch ''[[Carl Barks – Der Vater der Ducks]]'', eine Hommage an sein Gesamtwerk. Oder auch [[Don Rosa]], der in jedem seiner Comics eine [[D.U.C.K.-Widmung]] versteckte – eine Widmung an Barks. Und das sind nur einige Beispiele.
[[Datei:Uderzo-Hommage-Barks.jpeg|200px|mini|links|Asterix verbeugt sich vor Barks' berühmtester Schöpfung, Onkel Dagobert]]
[[Datei:Uderzo-Hommage-Barks.jpeg|200px|mini|links|Asterix verbeugt sich vor Barks' berühmtester Schöpfung, Onkel Dagobert]]
Nach Barks' Ableben entstand ein [[Thanks, Carl!|Hommage-Band]], für den unter anderen [[Albert Uderzo]] eine Zeichnung beisteuerte, die seine Verehrung für den „duck man“ zum Ausdruck bringt.
Nach Barks' Ableben entstand ein [[Thanks, Carl!|Hommage-Band]], für den unter anderen [[Albert Uderzo]] eine Zeichnung beisteuerte, die seine Verehrung für den „duck man“ zum Ausdruck bringt.
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Erstere beschäftigen sich mit dem Werk an sich. Das heißt, dass sie versuchen herauszufinden, was Barks sich bei verschiedenen Geschichten gedacht hat, was er damit sagen wollte und wie er darauf gekommen ist, wie sich sein Erzählstil geändert hat, was die verschiedenen Perioden seines Schaffens unterscheidet und noch viel mehr. Bekanntester Vertreter dieser Sparte ist zweifelsohne der amerikanische Barks-Forscher [[Geoffrey Blum]]. Nicht zu vergessen sind auch [[Wolfgang J. Fuchs]], der erste deutsche Barks-Forscher (und wohl auch erste deutsche Comic-Forscher allgemein), der den damals noch anonym zeichnenden Barks (fälschlicherweise) als „Barx“ 1976 in seinem comicwissenschaftlichen Werk ''Comics – Anatomie eines Massenmediums'' deutschen Lesern bekannt machte, sowie [[Johnny A. Grote]]. Wolfgang J. Fuchs verfasste für ''[[Barks Comics & Stories]]'', die Artikelreihe ''Entenhausener Geschichte(n)'' im ''[[Donald Duck Sonderheft]]'', das ''[[DDSH Spezial]]'', das ''[[LTB]]'' und viele andere [[Ehapa]]-Publikationen zahlreiche Forschungsbeiträge über Carl Barks.
Erstere beschäftigen sich mit dem Werk an sich. Das heißt, dass sie versuchen herauszufinden, was Barks sich bei verschiedenen Geschichten gedacht hat, was er damit sagen wollte und wie er darauf gekommen ist, wie sich sein Erzählstil geändert hat, was die verschiedenen Perioden seines Schaffens unterscheidet und noch viel mehr. Bekanntester Vertreter dieser Sparte ist zweifelsohne der amerikanische Barks-Forscher [[Geoffrey Blum]]. Nicht zu vergessen sind auch [[Wolfgang J. Fuchs]], der erste deutsche Barks-Forscher (und wohl auch erste deutsche Comic-Forscher allgemein), der den damals noch anonym zeichnenden Barks (fälschlicherweise) als „Barx“ 1976 in seinem comicwissenschaftlichen Werk ''Comics – Anatomie eines Massenmediums'' deutschen Lesern bekannt machte, sowie [[Johnny A. Grote]]. Wolfgang J. Fuchs verfasste für ''[[Barks Comics & Stories]]'', die Artikelreihe ''Entenhausener Geschichte(n)'' im ''[[Donald Duck Sonderheft]]'', das ''[[DDSH Spezial]]'', das ''[[LTB]]'' und viele andere [[Ehapa]]-Publikationen zahlreiche Forschungsbeiträge über Carl Barks.


Die zweite Art der Barks-Forschung beschäftigt sich weniger mit dem Werk an sich, sondern viel mehr mit dem Universum, das Barks schuf und unendlich ausbaute und erweiterte. Hier geht es um allgemeine und theoretische Fragen (wie zum Beispiel: In welcher Zeit spielen die Geschichten der Ducks?), aber auch um konkrete und praktische Forschungsgebiete, zum Beispiel einen exakten  Stadtplan von Entenhausen anzulegen, der alle Geschichten von Carl Barks einbindet. Diese Forschung hat sogar einen eigenen Namen: [[Donaldismus]]. Der bei weitem bekannteste deutsche Vertreter dieses Forschungsgebietes ist die [[D.O.N.A.L.D.]]. Bei der D.O.N.A.L.D. ist zu beachten, dass Barks und Fuchs als eine Art Medium/Mittler angesehen wird, die als einzige Einblick in die Welt der Ducks haben<ref>[[Wolfgang J. Fuchs]], Dr. Susanne Luber: [[DDSH 390|Die tollsten Geschichten von Donald Duck - Sonderheft 390]], [[Egmont Ehapa Media]], Berlin 2019: S. 34. </ref>. Dubioserweise wird dabei der deutschen Übersetzung von [[Erika Fuchs|Dr. Erika Fuchs]] mehr Bedeutung beigemessen als der amerikanischen Originalversion von Barks, auch [[Don Rosa]] ist bestenfalls apokryph und seine Barks-Fortsetzungsgeschichten werden nur selten Thema wissenschaftlicher Auseinandersetzungen<ref>[[Wolfgang J. Fuchs]], Dr. Susanne Luber: [[DDSH 390|Die tollsten Geschichten von Donald Duck - Sonderheft 390]], [[Egmont Ehapa Media]], Berlin 2019: S. 35. </ref>. Laut [[Henner Löffler]] fielen der recht freien Fuchsschen Übersetzung oft „Poesie und Präzision der Barksschen Texte zum Opfer“; Fuchs sei Barks daher nicht überlegen, wie es „eine der schwächsten Thesen der Donaldisten“ behaupte<ref>[[Henner Löffler]]: [[Wie Enten hausen – Die Ducks von A bis Z]], C. H. Beck, München 2004: S. 406.</ref>.
Die zweite Art der Barks-Forschung beschäftigt sich weniger mit dem Werk an sich, sondern viel mehr mit dem Universum, das Barks schuf und unendlich ausbaute und erweiterte. Hier geht es um allgemeine und theoretische Fragen (wie zum Beispiel: In welcher Zeit spielen die Geschichten der Ducks?), aber auch um konkrete und praktische Forschungsgebiete, zum Beispiel einen exakten  Stadtplan von Entenhausen anzulegen, der alle Geschichten von Carl Barks einbindet. Diese Forschung hat sogar einen eigenen Namen: [[Donaldismus]]. Der bei weitem bekannteste deutsche Vertreter dieses Forschungsgebietes ist die [[D.O.N.A.L.D.]]. Bei der D.O.N.A.L.D. ist zu beachten, dass Carl Barks und [[Erika Fuchs]] als eine Art Medium/Mittler angesehen werden, die als einzige Einblick in die Welt der Ducks haben<ref name="luber">[[Wolfgang J. Fuchs]], Dr. Susanne Luber: Entenhausener Geschichte(n), Folge 284: ''Die Donaldisten - Ein Gespräch zwischen Wolfgang J. Fuchs und Dr. Susanne Luber'',  in: [[DDSH 390|Die tollsten Geschichten von Donald Duck - Sonderheft 390]], [[Egmont Ehapa Media]], Berlin 2019: S. 35.</ref>. Dubioserweise wird dabei der deutschen Übersetzung von [[Erika Fuchs|Dr. Erika Fuchs]] mehr Bedeutung beigemessen als der amerikanischen Originalversion von Barks; auch [[Don Rosa]] ist bestenfalls apokryph<ref name="luber"/> und seine Barks-Fortsetzungsgeschichten werden meist gar nicht und somit nur selten Thema wissenschaftlicher Auseinandersetzungen. Laut [[Henner Löffler]] fielen der recht freien Fuchsschen Übersetzung oft „Poesie und Präzision der Barksschen Texte zum Opfer“; Fuchs sei Barks daher nicht überlegen, wie es oft „eine der schwächsten Thesen des Donaldismus“ behaupte<ref name="löffler">[[Henner Löffler]]: [[Wie Enten hausen – Die Ducks von A bis Z]], C. H. Beck, München 2004: S. 406.</ref>. Fuchs' Texte seien anders. [[Entenhausen]] stehe in "einer anderen geographischen und sozialen Landschaft als Barks' Duckburg"<ref name="löffler"/>. Entenhausen bei Fuchs sei "weniger deutsch als Duckburg amerikanisch", es schwebe im "luftleeren Raum einer Nichtidentität", es sei ein "verfremdetes Amerika", denn während das Äußere auf Amerika verweise, täten dies eben Sprache und Bezeichnungen nicht (etwa Taler statt $)<ref>[[Henner Löffler]]: [[Wie Enten hausen - Die Ducks von A bis Z]], C. H. Beck, München 2004: S. 406-407. </ref>. Bei globaler Betrachtung der Arbeit von [[Erika Fuchs]] liege "der Wert ihrer Arbeit stärker in der Bereicherung der deutschen Sprache als in einer angemessenen Übertragung des Originals"<ref>[[Henner Löffler]]: [[Wie Enten hausen - Die Ducks von A bis Z]], C. H. Beck, München 2004: S. 407. </ref>.


== Veröffentlichungen im deutschsprachigen Raum ==
== Veröffentlichungen im deutschsprachigen Raum ==
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== Literatur ==
== Literatur ==
*[[Carl Barks Collection]], hier sind alle Geschichten von Carl Barks mit zahlreichen Hintergrundinformationen und Analysen abgedruckt
*Carl Barks, [[Erika Fuchs|Dr. Erika Fuchs]] (Übersetzung): [[Carl Barks Collection]], [[Ehapa Comic Collection]], Köln 2005-2008: hier sind alle Geschichten von Carl Barks mit zahlreichen Hintergrundinformationen und Analysen abgedruckt
*Uwe Anton und Ronald M. Hahn: Donald Duck – Ein Leben in Entenhausen, München 1994 ISBN 3-910079-55-5  
*Uwe Anton und Ronald M. Hahn: Donald Duck – Ein Leben in Entenhausen, München 1994 ISBN 3-910079-55-5  
*[[Johnny A. Grote]]: Carl Barks. Werkverzeichnis der Comics, Stuttgart 1995 ISBN 3-7704-1898-0  
*[[Johnny A. Grote]]: Carl Barks. Werkverzeichnis der Comics, Stuttgart 1995 ISBN 3-7704-1898-0  
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*[[Geoffrey Blum]], Carl Barks (Abbildungen), [[Jano Rohleder]] (Übersetzung): Carl Barks – Die Ölgemälde, [[Ehapa Comic Collection]], Köln 2012, ISBN 978-3-7704-3685-9
*[[Geoffrey Blum]], Carl Barks (Abbildungen), [[Jano Rohleder]] (Übersetzung): Carl Barks – Die Ölgemälde, [[Ehapa Comic Collection]], Köln 2012, ISBN 978-3-7704-3685-9
*[[Henner Löffler]]: [[Wie Enten hausen – Die Ducks von A bis Z]], C. H. Beck, München 2004, ISBN 3-406-51808-4
*[[Henner Löffler]]: [[Wie Enten hausen – Die Ducks von A bis Z]], C. H. Beck, München 2004, ISBN 3-406-51808-4
*Donald Duck - 50 Jahre und kein bißchen leise, Unipart, Remseck bei Stuttgart 1984 (mit Informationen zu den Comics, Comicheften, Trickfilmen und Ölgemälden von Carl Barks), ISBN 3-8122-0144-5
*Marcia Blitz (übersetzt ins Deutsche): Donald Duck - 50 Jahre und kein bißchen leise, Unipart, Remseck bei Stuttgart 1984 (mit Informationen zu den Comics, Comicheften, Trickfilmen und Ölgemälden von Carl Barks), ISBN 3-8122-0144-5
*[[Michael Czernich]], Lucia Czernich (Übersetzung): Donald Duck - So bin ich und so bleibe ich, Ehapa Buchverlag, München 1986 (mit Informationen zu Carl Barks als Trickfilmzeichner, story man, Comiczeichner und die von ihm erfundenen Figuren), ISBN 3-7704-0320-7
*[[Michael Czernich]] (Übersetzung), Lucia Czernich (Übersetzung): Donald Duck - So bin ich und so bleibe ich, Ehapa Buchverlag, München 1986 (mit Informationen zu Carl Barks als Trickfilmzeichner, story man, Comiczeichner und die von ihm erfundenen Figuren), ISBN 3-7704-0320-7
*[[Klaus Bohn]], [[Monika Bohn]]: Das Erika Fuchs Buch. Disneys deutsche Übersetzerin von Donald Duck und Micky Maus: Ein modernes Mosaik, [[Dreidreizehn]], Lüneburg 1996 (mit Informationen zur deutschen Übersetzung der Barks'schen Originaltexte), ISBN 3-929746-10-7
*[[Klaus Bohn]], [[Monika Bohn]]: Das Erika Fuchs Buch. Disneys deutsche Übersetzerin von Donald Duck und Micky Maus: Ein modernes Mosaik, [[Dreidreizehn]], Lüneburg 1996 (mit Informationen zur deutschen Übersetzung der Barks'schen Originaltexte), ISBN 3-929746-10-7
*[[Ernst Horst]]: Nur keine Sentimentalitäten! Wie Dr. Erika Fuchs Entenhausen nach Deutschland verlegte, Blessing, München 2010 (3. Auflage) (über die Übersetzung von [[Erika Fuchs]] des Barksschen Gesamtwerks, bebildert mit zahlreichen Barks-[[Panel]]s), ISBN 978-3-8667-406-7)
*[[Grobian Gans]]: Die Ducks. Psychogramm einer Sippe, rororo, Reinbek bei Hamburg 1972 (diverse Auflagen) (mit Charakterstudien und psychologischen Untersuchungen zu den [[Duck]]s), ISBN 9-783-499-114-816


== Siehe auch ==
== Siehe auch ==