Kate Winslet: Unterschied zwischen den Versionen
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Das Mitwirken an dem bis dahin erfolgreichsten Film verschaffte ihr jedoch den endgültigen Durchbruch und die Chance auf weitere Hauptrollen in großen Hollywood-Produktionen. Winslet verzichtete aber zunächst auf derartige Angebote; sie bevorzugte kleinere Filmprojekte wie den Low-Budget-Film ''Marrakesch'' von Gillies MacKinnon, der 1999 Platz 10 der deutschen Kino-Charts erreichte. | Das Mitwirken an dem bis dahin erfolgreichsten Film verschaffte ihr jedoch den endgültigen Durchbruch und die Chance auf weitere Hauptrollen in großen Hollywood-Produktionen. Winslet verzichtete aber zunächst auf derartige Angebote; sie bevorzugte kleinere Filmprojekte wie den Low-Budget-Film ''Marrakesch'' von Gillies MacKinnon, der 1999 Platz 10 der deutschen Kino-Charts erreichte. | ||
=== 1998 bis 2005 === | |||
Nach ihrem Auftritt in Jane Campions ''Holy Smoke'' (1999) spielte sie weitere anspruchsvolle Rollen in den Independent-Filmen ''Quills – Macht der Besessenheit'' (2000) und ''Enigma – Das Geheimnis'' (2001). | |||
2001 lieh sie zudem der Figur Belle in der Animations-Verfilmung ''Ein Weihnachtsmärchen'' des Weihnachtsklassikers ''A Christmas Carol'' ihre Stimme und nahm für den Soundtrack den Song ''What If'' auf, der von Steve Mac geschrieben und produziert wurde. Im November 2001 wurde ''What If'' als Single veröffentlicht und erreichte in den Charts in Deutschland, Großbritannien, den Niederlanden und der Schweiz die Top 10, in Irland, Belgien und Österreich den ersten Platz. Den Erlös aus den CD-Verkäufen spendete Winslet wohltätigen Vereinen. Das Video zum Song wurde von Paul Donnellon gedreht und von Chris Horton produziert. Trotz des großen Erfolgs als Sängerin lehnte Winslet eine Karriere im Musikgeschäft ab. | |||
Für den Film ''Iris'' (2001), in dem sie die Schriftstellerin Iris Murdoch in ihren jungen Jahren darstellte, war Winslet erneut als beste Nebendarstellerin für den Oscar nominiert. Auch ihre Filmkollegen Judi Dench und Jim Broadbent erhielten Nominierungen für ihre Leistungen. Bei der Verleihung am 24. März 2002 gewann jedoch nur Broadbent als bester Nebendarsteller einen Oscar, während Dench und Winslet sich Halle Berry ''(Monster’s Ball)'' bzw. Jennifer Connelly ''(A Beautiful Mind – Genie und Wahnsinn)'' geschlagen geben mussten. | |||
Nach ihrem Auftritt in dem Thriller ''Das Leben des David Gale'' an der Seite von Kevin Spacey und Laura Linney war sie 2004 gleich in zwei von Publikum und Kritik gleichermaßen gelobten Kinofilmen zu sehen. Zum einen neben [[Johnny Depp]] und [[Dustin Hoffman]] in dem Drama ''[[Wenn Träume fliegen lernen]]'' und zum anderen neben [[Jim Carrey]] und [[Kirsten Dunst]] in ''Vergiss mein nicht!''. | |||
''Vergiss mein nicht!'' bescherte Winslet ihre nächste Oscar-Nominierung als beste Hauptdarstellerin. | |||
Bei der Preisverleihung am 27. Februar 2005 wurde zwar erneut nicht sie, sondern Hilary Swank für ''Million Dollar Baby'' ausgezeichnet. Kate Winslet war damit die erste Schauspielerin, die vor ihrem 30. Geburtstag vier mal für den Oscar nominiert wurde. | |||
=== 2005 bis 2007 === | |||
In ''Romance & Cigarettes'' spielte sie mit James Gandolfini, Susan Sarandon und Christopher Walken und zeigte nicht nur erneut ihr gesangliches, sondern erstmals auch ihr komödiantisches und tänzerisches Talent. So sang sie unter anderem Connie Francis’ ''Do You Love Me Like You Kiss Me?'' sowie – unter Wasser – Ute Lempers ''Little Water Song''. | |||
2006 drehte sie mit Sean Penn, Jude Law und erneut James Gandolfini den Polit-Thriller ''Das Spiel der Macht''. Bei einem Budget von 55 Millionen US-Dollar spielte der Film in Amerika lediglich 9 Millionen US-Dollar ein und gilt laut dem Forbes-Magazin als größter Flop der Jahre 2004 bis 2009. Ein Erfolg wurde hingegen der Animationsfilm ''Flutsch und weg'', in dem Winslet der Ratte Rita ihre Stimme lieh. | |||
In der Komödie ''Liebe braucht keine Ferien'' der Regisseurin Nancy Meyers verkörperten Winslet und [[Cameron Diaz]] Ende 2006 zwei Frauen, die aus Liebeskummer einen Tapetenwechsel brauchen und einfach ihre Häuser und ihre Lebensverhältnisse tauschen. ''Liebe braucht keine Ferien'' erreichte Anfang 2007 Platz 2 der deutschen Kino-Charts und damit für Winslet die beste Platzierung eines Films mit ihrer Beteiligung seit ''Titanic''. | |||
Ihre fünfte Nominierung für einen Oscar erhielt Winslet Anfang 2007 in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin für den Film ''Little Children'' (2006), in dem sie eine junge Mutter spielt, die zusehen muss, wie ihre Familie zu zerbrechen droht, und sich deshalb in die Arme eines Liebhabers flüchtet. Bei der Oscar-Verleihung am 25. Februar 2007 musste sich Winslet allerdings ihrer britischen Kollegin Helen Mirren geschlagen geben, die mit ihrer Darstellung der britischen Königin Elisabeth II. in ''Die Queen'' schon zuvor als Favoritin gehandelt worden war. Mit fünf Nominierungen im Alter von 32 Jahren brach Winslet den Rekord als jüngste Schauspielerin von Olivia de Havilland, die 1949 ihre fünfte Oscar-Nominierung mit 33 Jahren erhalten hatte. | |||
=== 2007 bis 2009 === | |||
Zehn Jahre nach ''Titanic'' standen Winslet und [[Leonardo DiCaprio]] ab April 2007 wieder gemeinsam vor der Kamera. Unter der Regie von Winslets damaligem Ehemann [[Sam Mendes]] spielten die beiden in dem Film ''Zeiten des Aufruhrs'', der auf dem gleichnamigen Roman von Richard Yates aus dem Jahr 1961 basiert, das Ehepaar Wheeler, das sich in den 1950er Jahren nach außen glücklich und harmonisch zeigt, dessen Liebe jedoch zu verwelken droht. Im selben Jahr war Winslet unter der Regie von Stephen Daldry in der Verfilmung des Bestsellers ''Der Vorleser'' von Bernhard Schlink zu sehen. Winslet wurde für die Rolle der Hanna Schmitz angefragt, jedoch konnte sie wegen Terminkollision nicht annehmen. So wurde Nicole Kidman engagiert, diese musste aber wegen ihrer Schwangerschaft wieder absagen und Winslet wurde ein zweites Mal angefragt. Stephen Daldry führte Regie und David Hare schrieb das Drehbuch. Der Film wurde größtenteils in Deutschland gedreht, mit deutschen Fördergeldern kofinanziert und zudem mit deutschen Schauspielern wie David Kross und Alexandra Maria Lara besetzt. | |||
Die Golden-Globe-Verleihung am 11. Januar 2009 wurde zum überraschenden Triumph für Kate Winslet. Sie wurde nicht nur für ihre Rolle als April Wheeler in ''Zeiten des Aufruhrs'' in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet, sondern erhielt zudem den Preis als beste Nebendarstellerin für ihre Rolle der Hanna Schmitz in ''Der Vorleser''. | |||
Ihren vorläufigen Karrierehöhepunkt erreichte Winslet bei der Oscar-Verleihung am 22. Februar 2009. Im sechsten Anlauf erhielt sie die Trophäe als beste Hauptdarstellerin für ''Der Vorleser''. Der Film, der in Deutschland vier Tage nach der Verleihung startete, erreichte auf Anhieb Platz 1 der deutschen Kino-Charts und avancierte für Winslet zum erfolgreichsten Film seit ''Titanic''. Mit 2,2 Millionen Zuschauern war ''Der Vorleser'' im Jahr 2009 zudem die vierterfolgreichste deutsche Filmproduktion nach Michael Herbigs ''Wickie und die starken Männer'', Til Schweigers ''Zweiohrküken'' und Sönke Wortmanns ''Die Päpstin''. | |||
Am 26. November 2009 erhielt Winslet den Medienpreis Bambi in der Kategorie „Schauspielerin International“. Es ist die zweite wichtige deutsche Auszeichnung für die Oscar-Preisträgerin nach der Goldenen Kamera, die sie 2001 in ebendieser Kategorie überreicht bekam. | |||
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