Alice’s Day at Sea: Unterschied zwischen den Versionen
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| URDATUM = | | URDATUM = 1. März 1924 | ||
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| PRODUKTION = [[Margaret J. Winkler]] | | PRODUKTION = [[Margaret J. Winkler]] | ||
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Nach der Gründung des [[Disney Brothers Cartoon Studio]] produzierten Walt und sein Bruder Roy Disney einige Kurzfilme mit animierten Elementen, die als [[Alice Comedies]] bekannt wurden. Der erste Kurzfilm [[Alice's Wonderland]] war bereits Monate zuvor in Kansas City (Missouri) produziert worden. Nach dem Bankrott der [[Laugh-O-Gram-Studio]] sollte dieser Kurzfilm dazu dienen, mögliche Verleiher zu finden, die für Walt weitere Produktionen finanzieren sollten. Doch Disney war sehr vorsichtig und suchte nach weiteren Geschäftsmöglichkeiten in Hollywood. So plante er, für den Theaterbesitzer Alexander Pantages ein sogenanntes "joke reel" zu produzieren. An ähnlichen Projekten hatte er bereits in Kansas City gearbeitet. Walt produzierte den animierten Kurzfilm in der Garage seines Onkels Robert, der aber nie veröffentlicht werden sollte. Der Grund dafür war, dass Disney eine Nachricht von Margaret J. Winkler erhielt, die damals eine bekannte Verleiherin von Zeichentrickkurzfilmen war. Sie hatte bereits Verträge sowohl mit den Fleischer Studios als auch mit den Sullivan Studios (bekannt durch "Felix, the Cat") ausgearbeitet. Da die Fleischer Studios jedoch eigene Wege gingen, brauchte Winkler ein neues Aushängeschild, das sie in Disney fand. Der Kurzfilm über das kleine Mädchen Alice, das in einer Zeichentrickwelt Abenteuer erlebt, überzeugte Winkler. Walt schickte Winkler ein Telegramm, in dem er das Angebot annahm. Noch in derselben Nacht besuchte Walt das Veteranenkrankenhaus in Sawtelle, wo sich sein Bruder Roy von einer Tuberkuloseerkrankung erholte. Walt informierte seinen Bruder und bot ihm an, mit ihm ins Geschäft einzusteigen. Roy willigte ein. Am 16. Oktober unterzeichneten die beiden Disney-Brüder den Einjahresvertrag mit Winkler. Sie gründeten das Disney Brothers Cartoon Studio, das erste Trickfilmstudio in Hollywood. | Nach der Gründung des [[Disney Brothers Cartoon Studio]] produzierten Walt und sein Bruder Roy Disney einige Kurzfilme mit animierten Elementen, die als [[Alice Comedies]] bekannt wurden. Der erste Kurzfilm [[Alice's Wonderland]] war bereits Monate zuvor in Kansas City (Missouri) produziert worden. Nach dem Bankrott der [[Laugh-O-Gram-Studio]] sollte dieser Kurzfilm dazu dienen, mögliche Verleiher zu finden, die für Walt weitere Produktionen finanzieren sollten. Doch Disney war sehr vorsichtig und suchte nach weiteren Geschäftsmöglichkeiten in Hollywood. So plante er, für den Theaterbesitzer Alexander Pantages ein sogenanntes "joke reel" zu produzieren. An ähnlichen Projekten hatte er bereits in Kansas City gearbeitet. Walt produzierte den animierten Kurzfilm in der Garage seines Onkels Robert, der aber nie veröffentlicht werden sollte. Der Grund dafür war, dass Disney eine Nachricht von Margaret J. Winkler erhielt, die damals eine bekannte Verleiherin von Zeichentrickkurzfilmen war. Sie hatte bereits Verträge sowohl mit den Fleischer Studios als auch mit den Sullivan Studios (bekannt durch "Felix, the Cat") ausgearbeitet. Da die Fleischer Studios jedoch eigene Wege gingen, brauchte Winkler ein neues Aushängeschild, das sie in Disney fand. Der Kurzfilm über das kleine Mädchen Alice, das in einer Zeichentrickwelt Abenteuer erlebt, überzeugte Winkler. Walt schickte Winkler ein Telegramm, in dem er das Angebot annahm. Noch in derselben Nacht besuchte Walt das Veteranenkrankenhaus in Sawtelle, wo sich sein Bruder Roy von einer Tuberkuloseerkrankung erholte. Walt informierte seinen Bruder und bot ihm an, mit ihm ins Geschäft einzusteigen. Roy willigte ein. Am 16. Oktober unterzeichneten die beiden Disney-Brüder den Einjahresvertrag mit Winkler. Sie gründeten das Disney Brothers Cartoon Studio, das erste Trickfilmstudio in Hollywood. | ||
Walt und sein Bruder zogen nach Los Angeles, wo sie in einem kleinen Büro arbeiteten. Teile des Teams sollten später nachfolgen. Disney konnte schließlich auch die Familie Davis überzeugen, von Kansas City nach Hollywood zu ziehen. Ihre Tochter Virginia spielte im ersten Alice-Kurzfilm die Hauptrolle und sollte diese auch in den weiteren Kurzfilmen übernehmen. Während Walt für die kreative Entwicklung der Kurzfilme verantwortlich war, kümmerte sich Roy um die Finanzen. So erreichte er beispielsweise, dass sie bereits im Februar 1924 in ein größeres Büro umziehen konnten. Während am ersten Alice-Kurzfilm noch sieben Künstler beteiligt waren, war Walt Disney bei dieser Produktion allein für Drehbuch, Animation und Regie verantwortlich. Die erste Mitarbeiterin, Kathleen Dollard, war zusammen mit der etwas später eingestellten Künstlerin Ann B. Loomis für die Kolorierung und Tusche zuständig. Roy Disney war der Kameramann des Teams, obwohl er keinerlei Erfahrung auf diesem Gebiet hatte. Die Kamera hatte Walt bereits im August 1923 gekauft. Aus gefundenem Material baute er sich ein Stativ für die Kamera. Der Film wurde innerhalb von acht Wochen fertiggestellt. Der Schäferhund Peggy, der im Film zu sehen ist, gehörte Walts Onkel Robert. Die Dreharbeiten am Strand fanden in Santa Monica statt. Um den Schnitt kümmerte sich Margaret Winkler selbst. Sie übernahm diese Aufgabe nicht nur für diesen Film, sondern auch für die weiteren Alice-Produktionen. Im Vergleich zu ähnlichen Produktionen dieser Zeit machte Disney etwas völlig anderes. Während bei den Fleischer oder den Sullivan Studios Zeichentrickfiguren in der realen Welt zurechtkommen mussten, erlebte eine reale Person in der Zeichentrickwelt Abenteuer. Damit setzte sich Disney von der Konkurrenz ab. Einen Tag nach Weihnachten lieferte Disney seinen Kurzfilm beim Verleih in New York ab. Walt gab sich selbstkritisch und versprach, sich noch mehr Mühe zu geben. Winkler stimmte dieser Kritik zu, zeigte sich aber mit dem ersten Kurzfilm zufrieden. Sie riet dem jungen Künstler, möglichst viele Gags in die Kurzfilme einzubauen. Schlussendlich wurde der Kurzfilm am | Walt und sein Bruder zogen nach Los Angeles, wo sie in einem kleinen Büro arbeiteten. Teile des Teams sollten später nachfolgen. Disney konnte schließlich auch die Familie Davis überzeugen, von Kansas City nach Hollywood zu ziehen. Ihre Tochter Virginia spielte im ersten Alice-Kurzfilm die Hauptrolle und sollte diese auch in den weiteren Kurzfilmen übernehmen. Während Walt für die kreative Entwicklung der Kurzfilme verantwortlich war, kümmerte sich Roy um die Finanzen. So erreichte er beispielsweise, dass sie bereits im Februar 1924 in ein größeres Büro umziehen konnten. Während am ersten Alice-Kurzfilm noch sieben Künstler beteiligt waren, war Walt Disney bei dieser Produktion allein für Drehbuch, Animation und Regie verantwortlich. Die erste Mitarbeiterin, Kathleen Dollard, war zusammen mit der etwas später eingestellten Künstlerin Ann B. Loomis für die Kolorierung und Tusche zuständig. Roy Disney war der Kameramann des Teams, obwohl er keinerlei Erfahrung auf diesem Gebiet hatte. Die Kamera hatte Walt bereits im August 1923 gekauft. Aus gefundenem Material baute er sich ein Stativ für die Kamera. Der Film wurde innerhalb von acht Wochen fertiggestellt. Der Schäferhund Peggy, der im Film zu sehen ist, gehörte Walts Onkel Robert. Die Dreharbeiten am Strand fanden in Santa Monica statt. Um den Schnitt kümmerte sich Margaret Winkler selbst. Sie übernahm diese Aufgabe nicht nur für diesen Film, sondern auch für die weiteren Alice-Produktionen. Im Vergleich zu ähnlichen Produktionen dieser Zeit machte Disney etwas völlig anderes. Während bei den Fleischer oder den Sullivan Studios Zeichentrickfiguren in der realen Welt zurechtkommen mussten, erlebte eine reale Person in der Zeichentrickwelt Abenteuer. Damit setzte sich Disney von der Konkurrenz ab. Einen Tag nach Weihnachten lieferte Disney seinen Kurzfilm beim Verleih in New York ab. Walt gab sich selbstkritisch und versprach, sich noch mehr Mühe zu geben. Winkler stimmte dieser Kritik zu, zeigte sich aber mit dem ersten Kurzfilm zufrieden. Sie riet dem jungen Künstler, möglichst viele Gags in die Kurzfilme einzubauen. Schlussendlich wurde der Kurzfilm am 1. März 1924 veröffentlicht und war ein Erfolg. | ||
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