LTB 89: Rezension: Unterschied zwischen den Versionen
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Die drei Erzählteile (wie Gundel Reporterin wird – wie sie Dagobert zu interviewen aufsucht – der Plan mit Nimmermehr) sind nur relativ lose miteinander verzahnt, was aber kaum etwas macht, wenn die Actionszenen und Handgemengen des Schlussteils – Patsch! Bonk! Pling! – so effektvoll sind. Gefreut habe ich mich darüber, dass Nimmermehr endlich mal wieder eine größere Rolle spielen darf. Erwähnenswert darüber hinaus, dass Gundel hier mit [[Madam Mim]] (ursprünglich aus dem Film „Die Hexe und der Zauberer“, 1963) interagiert. Die Gundel-Geschichte von [[Osvaldo Pavese|Pavese]]/[[Chierchini]] bewegt sich völlig im Rahmen des Erwartbaren, buchstabiert aber einige der typischen Motive recht clever aus. (7/15 – Not Bad) [[Benutzer:Hobrowili|Hobrowili]] ([[Benutzer Diskussion:Hobrowili|Diskussion]]) 07:01, 10. Mär. 2026 (CET) | Die drei Erzählteile (wie Gundel Reporterin wird – wie sie Dagobert zu interviewen aufsucht – der Plan mit Nimmermehr) sind nur relativ lose miteinander verzahnt, was aber kaum etwas macht, wenn die Actionszenen und Handgemengen des Schlussteils – Patsch! Bonk! Pling! – so effektvoll sind. Gefreut habe ich mich darüber, dass Nimmermehr endlich mal wieder eine größere Rolle spielen darf. Erwähnenswert darüber hinaus, dass Gundel hier mit [[Madam Mim]] (ursprünglich aus dem Film „Die Hexe und der Zauberer“, 1963) interagiert. Die Gundel-Geschichte von [[Osvaldo Pavese|Pavese]]/[[Chierchini]] bewegt sich völlig im Rahmen des Erwartbaren, buchstabiert aber einige der typischen Motive recht clever aus. (7/15 – Not Bad) [[Benutzer:Hobrowili|Hobrowili]] ([[Benutzer Diskussion:Hobrowili|Diskussion]]) 07:01, 10. Mär. 2026 (CET) | ||
[[Bild:LTB_089-2.jpg|left|thumb|In Pavese/Chierchinis "Die falsche Reporterin" wird Nimmermehr auf "Mission Impossible" in Dagoberts Geldspeicher geschickt (© Egmont Ehapa)]] | |||
== Selbst ist der Mann == | == Selbst ist der Mann == | ||
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Vor einiger Zeit musste ich für meine Rezension zu LTB 79 feststellen, dass [[Romano Scarpa]] auch mal für richtig schlechte Geschichten die Zeichnungen anfertigte – die Chose heißt „Das Ende der Schatzsuche“ (1971). Auch schon vier Jahre vorher, 1967, ging so gut wie alles schief mit dem Skript für „Die Mikrotaler“, für das Scarpa selbst in Koproduktion mit [[Rodolfo Cimino]] verantwortlich war. Die beiden Köche mögen hier den Brei zusätzlich verdorben haben, aber schon die Grundidee mit diesen geschrumpften Talern, die so völlig unsachgemäß in einer Trinkflasche aufbewahrt werden, mit der Dagobert auch noch höchst unachtsam umgeht – so wickelt er sie zum Beispiel anfangs seinem fliehenden [[Donald Duck|Neffen]] wie die Bolas der Gauchos um die Beine – ist komplett verfehlt. Von dem eingeflogenen Röntgengerät über die bescheuerte Kondorjagd und die hier mal wieder völlig unnötigen Panzerknacker bis hin zur seltsam zielgenauen Windhose gehen alle Ausbesserungsarbeiten an der Handlung gnadenlos schief. Die gelegentlich gewitzten und dynamischen Zeichnungen Scarpas kaschieren bloß das Ausmaß der erzählerischen Katastrophe. (4/15 – Bad) [[Benutzer:Hobrowili|Hobrowili]] ([[Benutzer Diskussion:Hobrowili|Diskussion]]) 07:01, 10. Mär. 2026 (CET) | Vor einiger Zeit musste ich für meine Rezension zu LTB 79 feststellen, dass [[Romano Scarpa]] auch mal für richtig schlechte Geschichten die Zeichnungen anfertigte – die Chose heißt „Das Ende der Schatzsuche“ (1971). Auch schon vier Jahre vorher, 1967, ging so gut wie alles schief mit dem Skript für „Die Mikrotaler“, für das Scarpa selbst in Koproduktion mit [[Rodolfo Cimino]] verantwortlich war. Die beiden Köche mögen hier den Brei zusätzlich verdorben haben, aber schon die Grundidee mit diesen geschrumpften Talern, die so völlig unsachgemäß in einer Trinkflasche aufbewahrt werden, mit der Dagobert auch noch höchst unachtsam umgeht – so wickelt er sie zum Beispiel anfangs seinem fliehenden [[Donald Duck|Neffen]] wie die Bolas der Gauchos um die Beine – ist komplett verfehlt. Von dem eingeflogenen Röntgengerät über die bescheuerte Kondorjagd und die hier mal wieder völlig unnötigen Panzerknacker bis hin zur seltsam zielgenauen Windhose gehen alle Ausbesserungsarbeiten an der Handlung gnadenlos schief. Die gelegentlich gewitzten und dynamischen Zeichnungen Scarpas kaschieren bloß das Ausmaß der erzählerischen Katastrophe. (4/15 – Bad) [[Benutzer:Hobrowili|Hobrowili]] ([[Benutzer Diskussion:Hobrowili|Diskussion]]) 07:01, 10. Mär. 2026 (CET) | ||
[[Bild:LTB_089-3.jpg|right|500px|thumb|Nicht die Lektüren im Logbuch, sondern die Kartoffeln aus der Kombüse sorgen für Bauch- und Hirngrimmen in Cimino/Capitanios "Die goldene Laterne" (© Egmont Ehapa)]] | |||
== Die goldene Laterne == | == Die goldene Laterne == | ||
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{{gut}} [[Onkel Dagobert]] zerbricht schier an seinem alljährlichen Steuerbescheid. Doch diesmal ersinnt er einen, wie er hofft, dauerhaften Ausweg: Er spaltet von sich zwei weitere Multimilliardäre namens Nagobert Nuck und Wagobert Wuck mit jeweils eigenen Bilanzen ab. Statt zwei Drittel hofft er so in Zukunft nur knapp ein Drittel Steuern auf sein Gesamtvermögen zu zahlen. Zwar klappt der Plan mit der Steuerersparnis, doch wird Dagobert (ebenso wie seine beiden Alter Egos) dabei so schizophren, dass er die jeweils anderen als Konkurrenten wahrnimmt, die ihm die Geschäfte verderben. Ein kleiner Hammer reicht da nicht, es muss schon ein ganz großer, von [[Donald]] betätigt, sein, der Dagobert Duck wieder zurück in die Wirklichkeit bringt… | {{gut}} [[Onkel Dagobert]] zerbricht schier an seinem alljährlichen Steuerbescheid. Doch diesmal ersinnt er einen, wie er hofft, dauerhaften Ausweg: Er spaltet von sich zwei weitere Multimilliardäre namens Nagobert Nuck und Wagobert Wuck mit jeweils eigenen Bilanzen ab. Statt zwei Drittel hofft er so in Zukunft nur knapp ein Drittel Steuern auf sein Gesamtvermögen zu zahlen. Zwar klappt der Plan mit der Steuerersparnis, doch wird Dagobert (ebenso wie seine beiden Alter Egos) dabei so schizophren, dass er die jeweils anderen als Konkurrenten wahrnimmt, die ihm die Geschäfte verderben. Ein kleiner Hammer reicht da nicht, es muss schon ein ganz großer, von [[Donald]] betätigt, sein, der Dagobert Duck wieder zurück in die Wirklichkeit bringt… | ||
[[Bild:LTB_089-4.jpg|left|500px|thumb|Ein Steuersparfuchs bekommt Dagobert Duck, Nagobert Nuck und Wagobert Wuck zunächst noch unter einen Hut in Cimino/Carpis "Onkel Dagobert hoch drei" (© Egmont Ehapa)]] | |||
Nach dieser Geschichte wissen wir immerhin, dass der Spitzensteuersatz in Entenhausen bei 66,6% liegt, und dass man dort recht schnell nach unten aus der höchsten Steuerklasse zu fallen vermag, gehört der reichste Mann der Welt doch bei einer einfachen Drittelung der Einkünfte schon nicht mehr dazu. Gerechte Steuerprogression geht gewiss anders. Diese pfiffige Dreiteilung Onkel Dagoberts in drei Milliardäre mit jeweils leicht abgewandeltem Äußeren ist eigentlich schon der ganze Witz an der Geschichte – aber zugegebenermaßen ein guter. Überraschungen bleiben in der Geschichte des Gespanns [[Cimino]]/[[Carpi]] fürderhin zwar aus, doch das Grundkonzept überzeugt und trägt eben auch so lange. Trotz aller Persönlichkeitsspaltung besteht übrigens – familien- und zivilrechtlich ziemlich fragwürdig – nie ein Zweifel daran, dass alle drei „Agoberts“ nicht nur die Onkels, sondern auch die Gläubiger ihres Neffen Donald sind – weswegen wir diesen in einem Nebenstrang der Haupthandlung zurecht komplett auf Zinne sehen, was Carpi wie meistens ziemlich überzeugend darzustellen versteht. (9/15 – Fine) [[Benutzer:Hobrowili|Hobrowili]] ([[Benutzer Diskussion:Hobrowili|Diskussion]]) 07:01, 10. Mär. 2026 (CET) | Nach dieser Geschichte wissen wir immerhin, dass der Spitzensteuersatz in Entenhausen bei 66,6% liegt, und dass man dort recht schnell nach unten aus der höchsten Steuerklasse zu fallen vermag, gehört der reichste Mann der Welt doch bei einer einfachen Drittelung der Einkünfte schon nicht mehr dazu. Gerechte Steuerprogression geht gewiss anders. Diese pfiffige Dreiteilung Onkel Dagoberts in drei Milliardäre mit jeweils leicht abgewandeltem Äußeren ist eigentlich schon der ganze Witz an der Geschichte – aber zugegebenermaßen ein guter. Überraschungen bleiben in der Geschichte des Gespanns [[Cimino]]/[[Carpi]] fürderhin zwar aus, doch das Grundkonzept überzeugt und trägt eben auch so lange. Trotz aller Persönlichkeitsspaltung besteht übrigens – familien- und zivilrechtlich ziemlich fragwürdig – nie ein Zweifel daran, dass alle drei „Agoberts“ nicht nur die Onkels, sondern auch die Gläubiger ihres Neffen Donald sind – weswegen wir diesen in einem Nebenstrang der Haupthandlung zurecht komplett auf Zinne sehen, was Carpi wie meistens ziemlich überzeugend darzustellen versteht. (9/15 – Fine) [[Benutzer:Hobrowili|Hobrowili]] ([[Benutzer Diskussion:Hobrowili|Diskussion]]) 07:01, 10. Mär. 2026 (CET) | ||
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Anfang der Siebziger Jahre setzte der „alte Amerikaner“ [[Tony Strobl]] eine ganze Reihe von solchen Stoffen um, in denen es um die Segen und Tücken der modernen Technik, speziell der Robotik geht. Manch einer würde heute der KI eine ähnliche „Karriere“ wünschen wie dem Blechkasten aus Strobls Geschichte… (8/15 – OK) [[Benutzer:Hobrowili|Hobrowili]] ([[Benutzer Diskussion:Hobrowili|Diskussion]]) 07:01, 10. Mär. 2026 (CET) | Anfang der Siebziger Jahre setzte der „alte Amerikaner“ [[Tony Strobl]] eine ganze Reihe von solchen Stoffen um, in denen es um die Segen und Tücken der modernen Technik, speziell der Robotik geht. Manch einer würde heute der KI eine ähnliche „Karriere“ wünschen wie dem Blechkasten aus Strobls Geschichte… (8/15 – OK) [[Benutzer:Hobrowili|Hobrowili]] ([[Benutzer Diskussion:Hobrowili|Diskussion]]) 07:01, 10. Mär. 2026 (CET) | ||
[[Bild:LTB_089-5.jpg|right|thumb|Noch ahnt Dagobert in Cimino/Bordinis "Der schwarze Spiegel" nicht, dass an diesem blanken Stein ein Börsen-Guru verlorengegangen ist (© Egmont Ehapa)]] | |||
== Der erste selbstverdiente Geldschein == | == Der erste selbstverdiente Geldschein == | ||