Die falsche Flasche: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Die falsche Flasche''' (engl. unbenannt, manchmal jedoch ''Serum to Codfish Cove'' oder ''Mission to Codfish Cove''<ref>[http://www.barksbase.de/deutsch/wdc114.htm#wdc_114_1 Internet-Eintrag] zur Geschichte in der [[Barksbase]]</ref>) ist eine zehnseitige [[Comicgeschichte]], die von [[Carl Barks]] geschrieben, gezeichnet und am 13. Oktober 1949 bei der Redaktion einreichte.
'''Die falsche Flasche''' (engl. unbenannt, manchmal jedoch ''Serum to Codfish Cove'' oder ''Mission to Codfish Cove''<ref>[http://www.barksbase.de/deutsch/wdc114.htm#wdc_114_1 Internet-Eintrag] zur Geschichte in der [[Barksbase]]</ref>) ist eine zehnseitige [[Comicgeschichte]], die von [[Carl Barks]] geschrieben, gezeichnet und am 13. Oktober 1949 bei der Redaktion eingereicht wurde.
[[Datei:Die falsche Flasche-1.jpg|thumb|right|460px|Der eisige Winter hat Entenhausen fest im Griff. (© Egmont Ehapa)]]
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== Figuren ==
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Interessanterweise zeigt ''Die falsche Flasche'' einige deutliche Parallelen; sowohl in Bezug auf die Umstände, die damals in den USA herrschten als auch in Bezug auf den Micky-Maus-Strip, der die sowjetischen Spione mit gewitztem Humor dumm aussehen lassen will. Bereits in seinem vorhergegangenen Zehnseiter (''[[Ein toller Schwindel]]'') lässt Barks einen Bezug auf den Kalten Krieg erkennen, indem er sich Trick eine Zukunft vorstellen lässt, in der es „Gebäude[] aus Gummi [gibt], die sich bei Atombombeneinsätzen wegbiegen können“.<ref name="CBC">[[Geoffrey Blum]]: Barks dunkle Vision. [[Carl Barks Collection 7]], S. 9–10.</ref> Diese Vorstellungen werden in ''Die falsche Flasche'' konkreter. Es tauchen echte Spione auf, die im englischen Original „Nieder mit Amerika!“ („Down with H’America!“) rufen, bewaffnet sind und geheime Dokumente schmuggeln, ähnlich, wie es die Sowjetunion mit den Konstruktionsplänen für die Atombombe gemacht hat. Gleichermaßen unwohl fühlt sich der Leser mit dem Erscheinen der Spione im Comic, denn sie sind bewaffnet und würden im Zweifelsfall auch nicht vor Mord zurückschrecken – ganz im Sinne der Sowjetunion. Der Ausruf ''rocket ship'', der sich im englischsprachigen Original findet, ist eine weitere Anspielung auf die Atombombe und wurde in der deutschen Übersetzung entschärft. Allerdings machen die Spione bei ihrer Arbeit vor Donalds Fenster entscheidende Fehler, denn die hinterlassen Spuren und schmeißen die Flasche mit den Medikamenten schlicht ins nächste Gebüsch. Somit ergibt sich eine sehr ähnliche Konstruktion wie bei der Micky-Geschichte.
Interessanterweise zeigt ''Die falsche Flasche'' einige deutliche Parallelen; sowohl in Bezug auf die Umstände, die damals in den USA herrschten als auch in Bezug auf den Micky-Maus-Strip, der die sowjetischen Spione mit gewitztem Humor dumm aussehen lassen will. Bereits in seinem vorhergegangenen Zehnseiter (''[[Ein toller Schwindel]]'') lässt Barks einen Bezug auf den Kalten Krieg erkennen, indem er sich Trick eine Zukunft vorstellen lässt, in der es „Gebäude[] aus Gummi [gibt], die sich bei Atombombeneinsätzen wegbiegen können“.<ref name="CBC">[[Geoffrey Blum]]: Barks dunkle Vision. [[Carl Barks Collection VII]], S. 9–10.</ref> Diese Vorstellungen werden in ''Die falsche Flasche'' konkreter. Es tauchen echte Spione auf, die im englischen Original „Nieder mit Amerika!“ („Down with H’America!“) rufen, bewaffnet sind und geheime Dokumente schmuggeln, ähnlich, wie es die Sowjetunion mit den Konstruktionsplänen für die Atombombe gemacht hat. Gleichermaßen unwohl fühlt sich der Leser mit dem Erscheinen der Spione im Comic, denn sie sind bewaffnet und würden im Zweifelsfall auch nicht vor Mord zurückschrecken – ganz im Sinne der Sowjetunion. Der Ausruf ''rocket ship'', der sich im englischsprachigen Original findet, ist eine weitere Anspielung auf die Atombombe und wurde in der deutschen Übersetzung entschärft. Allerdings machen die Spione bei ihrer Arbeit vor Donalds Fenster entscheidende Fehler, denn die hinterlassen Spuren und schmeißen die Flasche mit den Medikamenten schlicht ins nächste Gebüsch. Somit ergibt sich eine sehr ähnliche Konstruktion wie bei der Micky-Geschichte.


Der Agent, den Barks den Spionen entgegenstellt, entspricht einem gewachsenen Mannsbild: Er ist von großer Statur, direkt, hart und seine Ermittlungsmethoden sind von Zielstrebigkeit sowie Eifer geprägt, womit er einen Kontrast gegenüber den Spionen bildet und sie qualitativ – zugunsten der USA – klar übertrifft. Nur wenige Augenblicke nach seinem Erscheinen verbünden sich Tick, Trick und Track mit ihm; sie setzen sich gar über ihren Erziehungsonkel hinweg. Während sich Donald oft mit den Neffen streitet, gebieten sie beim Sicherheitsdienstchef (der im Original sogar ein Geheimdienstchef ist) vollstes Vertrauen und Gehorsam. Damit verdeutlicht Barks zum einen, dass gegen ausländische und feindselige Kräfte ein gemeinsames Handeln folgen muss, zum anderen wird Donald degradiert. Er darf, so ordnet der Staatsmann an, nichts von den geheimen Dokumenten wissen, auch wenn er sie selbst bei sich trägt. Damit erschwert er Tick, Trick und Track ihre Aufgabe. Es scheint aber so, als würde Donald, der vom Pech geplagte Erpel, nicht ganz im Sinne des Sicherheitsdienstchefs agieren – ein nicht zu unterschätzender Seitenhieb auf die oben erwähnten antikommunistischen Bestrebungen der USA, nach denen schon kleinste und eigentlich unproblematische Taten als Gefährdung für die Nation angesehen wurden.
Der Agent, den Barks den Spionen entgegenstellt, entspricht einem gewachsenen Mannsbild: Er ist von großer Statur, direkt, hart und seine Ermittlungsmethoden sind von Zielstrebigkeit sowie Eifer geprägt, womit er einen Kontrast gegenüber den Spionen bildet und sie qualitativ – zugunsten der USA – klar übertrifft. Nur wenige Augenblicke nach seinem Erscheinen verbünden sich Tick, Trick und Track mit ihm; sie setzen sich gar über ihren Erziehungsonkel hinweg. Während sich Donald oft mit den Neffen streitet, gebieten sie beim Sicherheitsdienstchef (der im Original sogar ein Geheimdienstchef ist) vollstes Vertrauen und Gehorsam. Damit verdeutlicht Barks zum einen, dass gegen ausländische und feindselige Kräfte ein gemeinsames Handeln folgen muss, zum anderen wird Donald degradiert. Er darf, so ordnet der Staatsmann an, nichts von den geheimen Dokumenten wissen, auch wenn er sie selbst bei sich trägt. Damit erschwert er Tick, Trick und Track ihre Aufgabe. Es scheint aber so, als würde Donald, der vom Pech geplagte Erpel, nicht ganz im Sinne des Sicherheitsdienstchefs agieren – ein nicht zu unterschätzender Seitenhieb auf die oben erwähnten antikommunistischen Bestrebungen der USA, nach denen schon kleinste und eigentlich unproblematische Taten als Gefährdung für die Nation angesehen wurden.
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*[[DDSH 97]] (1988)
*[[DDSH 97]] (1988)
*[[MM|Micky Maus]] 05/1995 (1995)
*[[MM|Micky Maus]] 05/1995 (1995)
*[[Barks Library]] 17 (1995)
*[[Barks Library 17]] (1995)
*[[Barks Comics & Stories 6]] (2002)  
*[[Barks Comics & Stories 6]] (2002)  
*[[Carl Barks Collection 7]] (2007)
*[[Carl Barks Collection VII]] (2007)
*[[Entenhausen-Edition 17]] (2012)
*[[Entenhausen-Edition 17]] (2012)
*[[LTB Classic Edition 5]] (2020)
*[[LTB Classic Edition 5]] (2020)