Die waghalsigen Walfänger

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Die waghalsigen Walfänger
The Mighty Whale Hunter
Erstveröffentlichung: 7. Februar 1938 – 1. Juli 1938
Entstehungsdatum: 1938
Storycode: YM 035
Story: Floyd Gottfredson & Merrill De Maris
Zeichnungen: Floyd Gottfredson, Bill Wright & Ted Thwaites
Seiten: 125 Tagesstrips, 43 Seiten in der FGL
Deutsche Übersetzung: Jonas Zitzmann (FGL)
Weiterführendes
Liste der Fortsetzungsgeschichten von Floyd Gottfredson
Infos zu Die waghalsigen Walfänger beim I.N.D.U.C.K.S.
Der königliche Doppelgänger

Die waghalsigen Walfänger oder auch Die kühnen Walfänger (engl. The Mighty Whale Hunter) ist eine Comicgeschichte von Floyd Gottfredson und Merrill De Maris aus dem Jahr 1938, die unmittelbar an die Geschichte Der königliche Doppelgänger anschließt.

Figuren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um der Eintönigkeit des Alltags zu entfliehen, heuert Micky Maus gemeinsam mit Goofy auf dem Walfangschiff „Narzisse“ an. Das Schiff steht unter dem Kommando eines mürrischen, alternden Kapitäns, der kurz vor dem finanziellen Ruin steht. Nur die hohe Belohnung für die Erlegung eines gewaltigen Wals könnte ihn noch vor dem Verlust seines Schiffes bewahren.

Der Wal, den die Seeleute „der alte Barney“ nennen, treibt in den eisigen nördlichen Gewässern nahe der Gletscherregion sein Unwesen. Der Legende nach greift er Schiffe an und raubt den Fischern ganze Fänge. Als Micky und Goofy zum Vorstellungsgespräch erscheinen, begegnen ihnen Kapitän und Mannschaft wegen ihres Aussehens und ihrer mangelnden Erfahrung mit offener Verachtung. Dennoch werden sie aus Mangel an Besatzungsmitgliedern eingestellt. Während Goofy zunächst an Deck und später im Krähennest arbeitet, wird Micky wegen seiner geringen Körpergröße als Schiffsjunge in die Kombüse geschickt, wo ihn ein strenger chinesischer Koch antreibt.

Schon bald zeigt sich, wie hart das Leben auf See wirklich ist. Die Mannschaft lebt unter ständigem Druck, der Kapitän wird zunehmend verbitterter, und Goofy sorgt mit seiner eigensinnigen Art immer wieder für Chaos. Nach und nach erkennt Micky jedoch, dass hinter der Jagd auf den Wal mehr steckt als bloße Habgier. Der Kapitän kämpft verzweifelt um seine Existenz und sieht in der Tötung des Tieres seine letzte Hoffnung. Als der alte Barney schließlich auftaucht und unter den Schiffen Panik auslöst, entwickelt Micky zunehmend Mitleid mit dem gewaltigen Geschöpf. Er erkennt, dass der Wal nicht das blinde Monster ist, als das ihn die Seeleute darstellen. Zwischen seiner Loyalität zur Mannschaft und seinem Mitgefühl für Barney hin- und hergerissen, versucht Micky einen Weg zu finden, den Wal zu retten, ohne seiner Crew den verdienten Lohn zu verwehren. Die Situation spitzt sich weiter zu, als ein rivalisierendes Schiff, die „Orca“, unter der Führung von Kater Karlo auftaucht. Dessen skrupelloser Plan besteht darin, den Wal mit einer explosiven Harpune zu töten. Micky muss nun nicht nur Barney vor seiner eigenen Mannschaft schützen, sondern auch verhindern, dass Karlo den Wal auf brutale Weise zur Strecke bringt.

Kater Karlo schleicht sich eines Nachts auf die „Narzisse“ und sabotiert die Maschinen. Als Micky ihn dabei entdeckt, wird er von Karlo auf die „Orca“ entführt. Der Kapitän der „Narzisse“ hält Micky daraufhin für einen Saboteur und Deserteur. Goofy entdeckt Micky jedoch vom Ausguck aus auf der „Orca“, rudert heimlich zu dem Schiff und befreit ihn, während Karlo schläft. Da sie in der Dunkelheit die „Narzisse“ nicht wiederfinden, treiben sie bis zum nächsten Morgen auf das offene Meer hinaus und gelangen schließlich zu einer gewaltigen Eisscholle. Dort entdecken sie einen weiblichen Wal, der im Eis eingeschlossen ist. Nachdem Micky und Goofy zur „Narzisse“ zurückgekehrt sind und den Kapitän von Mickys Unschuld überzeugt haben, brechen sie mit Dynamit erneut zur Eisscholle auf, um das Tier zu befreien.

Anschließend locken sie den weiblichen Wal zum alten Barney, und die beiden Tiere finden zueinander. Kater Karlo versucht daraufhin, beide Wale mit seiner explosiven Harpune zu erlegen. Doch Micky hat die Waffe zuvor heimlich sabotiert, sodass die Harpune explodiert und unbrauchbar wird. Das Walpaar macht sich daraufhin gemeinsam auf die Suche nach neuen Jagdgründen.

Die Ereignisse werden von Vertretern der Vereinigung der Fischkonservenfabriken beobachtet, die sich auf einem nahegelegenen Schiff befinden. Beeindruckt von den Geschehnissen sprechen sie dem Kapitän der „Narzisse“ schließlich die Belohnung zu. Micky und Goofy kehren daraufhin nach Entenhausen zurück. Doch ihre Freude währt nur kurz: Aus der Zeitung erfahren sie, dass ein Börsencrash ihr gesamtes Geld vernichtet hat und sie erneut mittellos sind.

Hintergrund und Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Byron Erickson vertritt die Ansicht, dass die Geschichte als unterschätztes Meisterwerk gelten könne. Die Geschichte zeichne sich durch Spannung, eine realistische Atmosphäre sowie gelungene Nebenfiguren aus und verbinde Action, Humor und emotionale Momente. Dabei sei der Walfang selbst keineswegs verherrlicht worden, da Micky in der Handlung sogar zwei Wale vor Kater Karlo rette. Weiterhin wird argumentiert, dass weder das heute problematische Thema Walfang noch die stereotype Darstellung einzelner Figuren wie des chinesischen Kochs Hi See oder Pedros das Ausbleiben von Nachdrucken erklären könnten. Zwar entsprächen diese Figuren den Klischees ihrer Entstehungszeit, dennoch würden sie differenzierter dargestellt, als man zunächst annehmen könnte. Als eigentlicher Grund für die seltenen Nachdrucke wird vielmehr Floyd Gottfredsons aufwendiger Einsatz von Craftint-Papier genannt. Dieses spezielle Zeichenpapier habe besonders atmosphärische Schattierungen und malerische Effekte ermöglicht, sei jedoch teuer und kaum korrigierbar gewesen. Zudem habe die verwendete Technik spätere Nachdrucke erschwert, da Verkleinerungen, Kolorierungen und Umformatierungen der Comicseiten zu erheblichen Qualitätsproblemen führten. [1]

Die Geschichte hat eine außerordentlich gute Bewertung auf Inducks und belegt derzeit (Stand Mai 2026) den Platz 213.[2]

Deutsche Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Remake und Fortsetzungen mit der Crew der Narzisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Mighty Whale Hunter (W WDC 123-22P), Remake – nicht auf Deutsch veröffentlicht
  • Paperino nel mare di Groenlandia, nicht auf Deutsch veröffentlicht
  • Paperino e la grande ammiraglia, nicht auf Deutsch veröffentlicht
  • Topolino lupo di mare, nicht auf Deutsch veröffentlicht

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Geschichte basiert sehr lose auf den Kurzfilm Wal in Sicht aus dem Jahr 1938.
  • Die Figur Pedro soll an Spencer Tracy in der Rolle des Manuel Fidello im Film Manuel (1937) angelehnt sein.
  • Obwohl Micky in der Geschichte Der königliche Doppelgänger an Kinetose leidet, will er nun Walfänger werden.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Erickson B. (2021). Gewichtige Geschichte. In F. Gottfredson, Floyd Gottfredson Library (A. Voigtmann, Übers., Bd. 5, S. 18). Berlin: Egmont Verlagsgesellschaften mbH.
  2. https://inducks.org/recommend.php?top100=1