Die Kriegswaisen

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Die Kriegswaisen
The War Orphans
Erstveröffentlichung: 13. März 1944 – 15. April 1944
Entstehungsdatum: 1944
Storycode: YM 061
Story: Bill Walsh
Zeichnungen: Floyd Gottfredson & Dick Moores
Seiten: 30 Tagesstrips, 10 Seiten in der FGL
Deutsche Übersetzung: Susanne Walter
Weiterführendes
Liste der Fortsetzungsgeschichten von Floyd Gottfredson
Infos zu Die Kriegswaisen beim I.N.D.U.C.K.S.
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Die Kriegswaisen (engl. The War Orphans) ist eine Comicgeschichte von Floyd Gottfredson und Bill Walsh aus dem Jahr 1944, die unmittelbar an die Geschichte Spionjäger Pluto anschließt.

Figuren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Inhaltlich geht es um drei verirrte Kinder, zwei europäische und ein chinesisches Kind, die an einem stürmischen Abend bei Micky auftauchen. Micky nimmt sie auf, obwohl sie kein Englisch sprechen, überlässt ihnen sein Bett und versucht, sie vor der Öffentlichkeit und sogar vor der Polizei zu verstecken.

Die Situation eskaliert, als der vermeintlich mit den Nazis verbündete Jazzmusiker Tommy Tobias die Kinder entführen lässt und ihren Tod ankündigt. Eine Frau, die Marlene Dietrich ähnlich sieht, lockt Micky in einen Vergnügungspark, wo sich die Kinder befinden sollen. Im Gegensatz zu früheren Micky-Maus-Kriegsabenteuern werden viele Hintergründe nicht ausführlich erklärt.

Am Ende kann Micky die Nazis am Riesenrad aufhängen und stellt sich heraus, dass die beiden Kinder Thronfolger des europäischen Königreichs Zebravia im Herzen Europas sind. Der chinesische Junge war nur zufällig dabei um Mickys Wäsche auszuliefern. Die beiden Kinder verzichten auf ihre Thronfolge, wenden sich der amerikanischen Demokratie und Moderne zu und ziehen in die USA.

Hintergrund und Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Leonardo Gori und Francesco Stajano zufolge beginnt „Die Kriegswaisen“ mit einer für Micky ungewöhnlichen Begegnung: In einer stürmischen Nacht stehen drei völlig durchnässte Kinder vor seiner Tür. Obwohl sie kein Englisch sprechen, nimmt Micky sie selbstverständlich auf und überlässt ihnen sein Bett. Die Begegnung macht ihm erstmals die Schrecken des Krieges unmittelbar bewusst, denn die Kinder sind mit Kämpfen, Luftangriffen, Entführungen und möglicherweise sogar dem Tod ihrer Eltern konfrontiert. Dadurch werde dem amerikanischen Publikum der 1940er-Jahre das Ausmaß der Kriegsgräuel besonders eindringlich vor Augen geführt.

Als Gegenspieler trete der Bandleader Tommy Tobias auf, der an den Jazztrompeter Harry James erinnere. Walsh nutze die Figur, um Swingmusik, Jitterbug und jugendliche Modetrends der Zeit satirisch darzustellen. Gori und Stajano erkennen darin ein wiederkehrendes Muster, nach dem Jazz und Swing mit Unzuverlässigkeit und teilweise sogar mit einer fremden oder feindlichen Macht verbunden würden. Kritisch beurteilen die Autoren zudem den Umgang mit dem ostasiatischen Kulturraum. Obwohl Bong als Chinese bezeichnet werde, enthielten die von Gottfredson und Walsh verwendeten Schriftzeichen offenbar sowohl erfundene als auch japanische Elemente. Dies zeuge von einer für die damalige Zeit typischen Unkenntnis chinesischer und japanischer Kultur.

Darüber hinaus verweisen Gori und Stajano auf zahlreiche subtile zeitgeschichtliche Anspielungen. So könne etwa die im Comic auftretende Milchfrau als Ersatz für den an der Front eingesetzten Milchmann verstanden werden. Gerade solche heute leicht übersehbaren Details machten die Geschichten zu wertvollen Dokumenten der Popkultur. Die während der Kriegsjahre entstandenen Abenteuer vermittelten zugleich einen Eindruck von den Ängsten und Hoffnungen, die das Leben der damaligen Menschen prägten.[1]

Deutsche Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Es ist ein Bild von Adolf Hitler mit Eselsohren in der Geschichte zu sehen.
  • Es existieren zwei Hauptversionen der Geschichte, eine mit allen Panels und eine mit denselben, jedoch gekürzten Panels. Die vollständige Fassung wurde in den Ausgaben von Walt Disneys „Comics and Stories“ zwar vollständig, aber neu zusammengesetzt veröffentlicht, nachdem die Geschichte kurz zuvor in den Zeitungen erschienen war. Der Nachdruck von Fantagraphics vermischt hingegen kurioserweise beide Versionen, weshalb zahlreiche Strips nicht in der erweiterten Fassung enthalten sind.[2]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. ↑ Gori L & Stajano F. (2022). Im Auge des Sturms. In F. Gottfredson, Floyd Gottfredson Library (A. Voigtmann, Übers., Bd. 7, S. 222). Berlin: Egmont Verlagsgesellschaften mbH.
  2. ↑ https://disneycomicguide.wordpress.com/topolino-e-gli-orfani-di-guerra-%C2%BD-1944/