Pocahontas: Unterschied zwischen den Versionen

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[[Bild:Pocahontas.jpg|thumb|right|US Poster (© Disney)]]
{{Infobox Meisterwerk
'''Pocahontas''' ist das 33. [[Walt Disney Meisterwerk]] und das bisher einzige, das (wenn auch lose) auf wahren Begebenheiten beruht.
| NR = 33
Die Weltpremiere fand am 15. Juni 1995 in New York statt, regulär kam ''Pocahontas'' am 23. Juni in die US-Kinos. Deutschlandstart war am 16. November 1995.
| TITEL = Pocahontas
Der Film ist, wie die meisten Disney-Zeichentrickfilme der 90er Jahre, ein Musical und gehört mit seinem Vorgänger (''[[Der König der Löwen]]'') und seinem Nachfolger (''[[Der Glöckner von Notre Dame]]'') zu den eher erwachsenenorientierten, ernsteren Filmen dieser Ära.
| PLAKAT = Pocahontas.jpg
| URDATUM = 15. Juni 1995
| URDATUM-DE = 16. November 1995
| PRODUKTION = [[James Pentecost]]
| REGIE = [[Mike Gabriel]] & [[Eric Goldberg]]
| AUTOR = [[Carl Binder]] & [[Susannah Grant]]
| MUSIK = [[Alan Menken]]
| LAENGE = 81 Minuten
| FSK = o.A.
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'''Pocahontas''' ist das 33. [[Walt Disney Meisterwerk]] und das bisher einzige, das (wenn auch lose) auf wahren Begebenheiten beruht. Die Weltpremiere fand am 15. Juni 1995 in New York statt, regulär kam ''Pocahontas'' am 23. Juni in die US-Kinos. Deutschlandstart war am 16. November 1995. Der Film ist, wie die meisten Disney-Zeichentrickfilme der 1990er Jahre, ein Musical und gehört mit seinem Vorgänger (''[[Der König der Löwen]]'') und seinem Nachfolger (''[[Der Glöckner von Notre Dame]]'') zu den eher erwachsenenorientierten, ernsteren Filmen dieser Ära.


==Inhaltsangabe==
==Inhaltsangabe==


Anfang des 17. Jahrhunderts in England: Eine Gruppe von Männern, darunter der mittlerweile berühmte englische Abenteurer John Smith, soll im Auftrag der Virgina Company das noch „junge“ Amerika erkunden.
Das Jahr 1607: Im Auftrag der englischen Handelsgesellschaft Virginia Company bricht eine große Gruppe von Seemännern und Soldaten, darunter der berühmte und mit Ureinwohnern erfahrene Abenteurer Captain John Smith und der Neuling Thomas, per Schiff in die neue Welt auf, um das noch junge Amerika zu erkunden, nach Gold zu suchen und dort die erste dauerhafte englische Siedlung zu gründen. John Ratcliffe - Gouverneur der neuen Siedlung - ist besonders habgierig, skrupellos und egozentrisch und will das Gold finden und - falls nötig - die Indianer bekämpfen, um so zu Ruhm und Reichtum zu kommen. Auch der Rest der Besatzung ist kolonialistisch eingestellt und sieht in den Ureinwohnern gefährliche Wilde und der neuen Welt einen rückständigen Ort, den es zu verbessern gilt. Während der Überfahrt ins heutige Virginia gerät das Schiff in einen Sturm und Thomas geht dabei über Bord. John rettet ihn jedoch mithilfe der anderen. Nachdem die Gefahr vorüber ist, befeuert Ratcliffe seine Besatzung in der Vorfreude auf die neue Welt. Thomas schmiedet bereits Zukunftspläne, während John als erfahrener Entdecker der Meinung ist, diese Welt sei nicht anders als die anderen, die er bislang bereist hat.


Ratcliff, der Leiter der Expedition und selbsternannter Gouverneur des neu gegründeten Jamestown, ist besonders egozentrisch und versucht das Land auszubeuten. Auch die restliche Besatzung sind in der neuen Welt einen rückständigen Ort, den es zu verbessern gilt.
In dieser vermeintlich rückständigen neuen Welt kehrt der Indianer-Häuptling Powhatan gerade mit seinen Kriegern siegreich aus einem Kampf gegen einen feindlichen Indianerstamm in sein Dorf zurück und verspricht dort seine schöne Tochter Pocahontas seinem stärksten und mutigsten Krieger Kokoum. Während ihre beste Freundin Nakoma von Kokoums gutem Aussehen angetan ist, ist er für Pocahontas‘ Geschmack jedoch zu ernst. Des Weiteren beschäftigt sie noch etwas anderes: seit einiger Zeit verfolgt sie immer wieder ein seltsamer Traum, in dem sie durch einen Wald läuft und einen kreisenden Pfeil sieht, welcher plötzlich anhält. Sie glaubt, dass dieser Traum etwas bevorstehendes, aufregendes ankündigt, ihr aber einen anderen Weg weist als eine Ehe mit Kokoum, auch wenn ihr Vater diesen als guten künftigen Ehemann betrachtet. Pocahontas sucht Rat bei Großmutter Weide, einer alten, sehr weisen und sprechenden Trauerweide, erzählt ihr von ihrem Traum und fragt sie, welcher Weg ihr künftig bestimmt sein wird. Dem Rat von Großmutter Weide, die dieselbe Frage schonmal von der verstorbenen Mutter gehört hat, lauscht Pocahontas mit dem Herz, um zu verstehen. Gleich darauf entdeckt sie „seltsame Wolken“.
Zugleich verspricht der eingeborene Indianerhäuptling Powhatan seine Tochter Pocahontas dem größten Krieger des Volkes, doch diese empfindet keine Sympathie für ihn. Er sei zu ernst.  
Pocahontas dagegen ist eine abenteuerlustige und fröhliche Person, die mit ihren Freunden Meeko (ein Waschbär) und Flit (ein Kolibri) durch die Wildnis streift.
Neulich träumte sie von einem sich bewegenden Pfeil (ein Kompass, wie sich später rausstellt). Die alte weise Weide rät Pocahontas, auf ihr Herz zu hören.


Schließlich verliebt sie sich auf einem Erkundungsgang in den Engländer Smith. Zwar verstehen sie einander zunächst nicht, doch Pocahontas erinnert sich an den Rat der weisen Weide, sie solle auf ihr Herz hören und lässt sie sich deshalb auf Smith ein.
Bei diesen „Wolken“ handelt es sich in Wahrheit um die Segel des Schiffes, welches nun in der Bucht anlegt. Auf Anordnung des Gouverneurs geht John mit einem Spähtrupp an Land und beginnt, es zu erkunden. Schließlich gehen auch Ratcliffe und die restliche Besatzung an Land. Ratcliffe erklärt dieses Land zum Besitz seiner Majestät König James I. von England und lässt seine Männer die Siedlung errichten, die zu Ehren des Königs Jamestown genannt wird, und nach Gold graben. John erkundet währenddessen weiter das umgebende Land und wird dabei von Pocahontas und ihren beiden tierischen Freunden, dem Waschbären Meeko und dem Kolibri Flit, beobachtet. Als es zur ersten Begegnung zwischen John und Pocahontas kommt, zielt John zuerst mit seiner Muskete auf die junge Indianerin, senkt sein Gewehr dann aber und beginnt, mit ihr zu sprechen. Dank Großmutter Weide kann Pocahontas den bislang noch sehr kolonialistisch eingestellten Engländer verstehen und lässt sich auf ihn ein.
Während Pocahontas John Smith die Natur zeigt und die zwei eine Liebe zueinander entwickeln, bahnt sich zwischen den anderen Engländern und Indianern ein Krieg an.
Ratcliffe, glaubt zu wissen, dass die Indianer das zu ergatternde Gold vor ihm verstecken, während Powhatan der Auffassung ist, dass die Neulinge gekommen sind, um sein Land zu zerstören.  
Der Zwist zwischen beiden Seiten führt zu einem ersten Menschenopfer, das nun gerächt werden soll.  


Pocahontas tritt allerdings selbstbewusst als Mittlerin auf und rettet so John Smith vor der Enthauptung. So kann sie dank ihrer Zuneigung zu John eine verbindende Brücke zwischen den beiden Parteien schlagen und die drohende Auseinandersetzung schlichten. Ratcliffe allerdings ist vom friedlichen Ausgang der Auseinandersetzung gar nicht angetan und versucht Powhatan zu erschießen. John wirft sich aber in die Schusslinie und rettet so, tödlich verletzt, das Leben des Häuptlings. Nun sehen auch Ratcliffes Männer ein, dass die Indianer keine so wilden menschen sind wie bisher gedacht, der wahre Wilde dagegen Ratcliff ist.
Die Indianer bemerken schon bald die Ankunft der Engländer und sind um ihre Sicherheit besorgt. Kekata, der Schamane des Stammes, sieht die Engländer in einer Vision und bezeichnet sie als „seltsame Tiere mit wie die Sonne glänzenden Körpern und Feuer und Donner speienden Waffen, die wie ausgehungerte Wölfe über die Erde herziehen und alles verschlingen, was sie bekommen“. Kokoum schlägt vor, die Eindringlinge ebenso zu vernichten wie den besiegten feindlichen Indianerstamm, doch Powhatan widerspricht ihm, da die Engländer ihnen im Gegensatz zum vorigen Feind fremd sind. Stattdessen beauftragt er ihn, mit einem Spähtrupp die Engländer zu beobachten, um zu erfahren, was diese vorhaben. Er hofft, dass die Engländer nicht bleiben wollen. Dabei werden die Indianer jedoch von Percy, dem Hund des Gouverneurs, entdeckt und es kommt zu einer ersten gewaltsamen Auseinandersetzung zwischen ihnen und den Engländern, wobei zwar niemand getötet, ein Indianer aber angeschossen wird, worauf sich der Erkundungstrupp zurückzieht.
Aufgrund seiner schweren Verletzung muss Smith schnellstens zurück nach England um fachmännisch behandelt zu werden und so lässt er schweren Herzens Pocahontas in ihrer Heimat zurück.
 
Zunächst bekommen Pocahontas und John davon nichts mit. Sie unterhalten sich miteinander und John zeigt ihr einige Dinge aus England, darunter einen Kompass, und erzählt ihr von seiner Heimat und dem Vorhaben der Engländer in Amerika. Zwar ist Pocahontas, die ihm erklärt, dass es dort kein Gold gibt, von seinen Erzählungen fasziniert, doch als sie seine durch den Kolonialismus bedingten Vorurteile gegenüber scheinbar unzivilisierten und wilden Ureinwohnern bemerkt, ist sie verärgert und will in Ruhe gelassen werden. John erweist sich jedoch als hartnäckig und sie bleibt daher bei ihm. Sie macht ihn mit der Kultur ihres Volkes und der Natur vertraut und schafft es so, dass er seine engstirnigen Vorurteile überdenkt und in den Indianern statt unzivilisierten Wilden nun vielmehr eine Hilfe für die Engländer sieht. Außerdem lernt er durch sie auch Großmutter Weide kennen.
 
Während sich Johns und Pocahontas‘ Bekanntschaft zu einer Freundschaft und schließlich mehr und mehr zu einer heimlichen Liebesbeziehung entwickelt, geraten die Indianer und die Engländer, deren Lebensweisen und -ideologien unterschiedlicher nicht sein könnten, zunehmend feindlich aneinander. Gouverneur Ratcliffe ist nach der ersten Auseinandersetzung und angesichts des ausbleibenden Erfolgs der Goldsuche überzeugt, dass die Indianer das von ihm begehrte Gold verstecken und sie alle töten wollen, während Powhatan nach Kekatas Vision und der Auseinandersetzung berechtigterweise der Meinung ist, dass die Engländer gekommen sind, um das Land der Indianer zu zerstören und auszubeuten. Er ordnet an, den Kontakt mit den Engländern zu meiden und Verbündete um Hilfe zu ersuchen, um die Eindringlinge zu bekämpfen, während Ratcliffe plant, die Indianer in einer Schlacht auszurotten. Pocahontas wird in ihrem Dorf zusammen mit Nakoma Zeugin, wie der Kriegsrat der Indianer sich versammelt. Sie will einen Krieg vermeiden und fragt ihren Vater, ob er bereit wäre, mit einem Engländer deshalb zu reden, was dieser tun würde, gäbe es die Möglichkeit dazu. John wiederum kehrt nach Jamestown zurück und erfährt dort von der geplanten Schlacht. Er versucht, Ratcliffe dessen Pläne auszureden, und erzählt in Anwesenheit der anderen von seiner Begegnung mit Pocahontas und dass die Indianer sehr hilfreich sein können, da sie das Land kennen, wissen, wie man die Flüsse befährt, und mit Mais ein den Engländern zu dieser Zeit noch unbekanntes Nahrungsmittel anbauen. Als Ratcliffe behauptet, die Indianer wollten die Engländer töten und hätten deren Gold, erzählt John, dass es dort kein Gold gibt, worauf Ratcliffe dies als Lüge abtut, Johns Einwand, dieses Land gehöre den Indianern, widerspricht und sogleich verkündet, jeden wegen Hochverrats zum Tode zu verurteilen, der einen gesehenen Indianer nicht sofort tötet. John schleicht sich dennoch abends heimlich aus der Siedlung, um sich mit Pocahontas, deren Freundin Nakoma bereits von John weiß und sie schonmal gedeckt hat, zu treffen. Thomas folgt ihm auf Anweisung des Gouverneurs heimlich. Beide treffen sich bei Großmutter Weide und erzählen einander von den gegenseitigen Kriegsplänen. Pocahontas und Großmutter Weide befürworten eine Unterredung zwischen John und Powhatan, um den drohenden Krieg noch abzuwenden, doch John bezweifelt, dass dies erfolgreich wäre. Großmutter Weide macht den beiden anhand größer werdender Wellen im Wasser klar, dass diese Wellen jemand in Bewegung bringen müsse, und verdeutlicht damit, dass sie nur zusammen sein können, wenn das durch Kämpfen durch beiderseitigen Dialog aufhört. John erklärt sich nun bereit, mit Pocahontas‘ Vater zu reden. Dann jedoch führt der Zwist zwischen beiden Parteien zu einem dramatischen Höhepunkt, als Kokoum, der von der besorgten Nakoma informiert wurde, die beiden im Wald zusammen sieht. Er stößt einen Kampfschrei aus, greift John an und versucht, ihn zu töten. John wehrt sich mit Pocahontas‘ Hilfe gegen Kokoum, bis dieser von Thomas, der alles gesehen hatte, erschossen wird. Pocahontas ist entsetzt und John befiehlt Thomas wütend, zu verschwinden. Erst danach treffen weitere Indianer ein, missverstehen die Indizien und glauben, John habe Pocahontas und Kokoum angegriffen und letzteren getötet. Sie nehmen ihn gefangen und bringen ihn zum Häuptling. Mit Kokoum führt der Konflikt nun zu einem ersten Todesopfer, das gerächt werden soll. Powhatan weist seine Tochter scharf zurecht und wirft ihr vor, durch Gedankenlosigkeit und Ungehorsam Schande bereitet zu haben und schuld an Kokoums Tod zu sein. Er erklärt den Krieg gegen die Engländer und kündigt an, John bei Sonnenaufgang zuerst zu töten. Pocahontas ist über diese dramatische Wendung der Ereignisse zutiefst erschüttert. Nakoma bereut es, ihre beste Freundin verpetzt zu haben, und entschuldigt sich bei ihr dafür. Sie ermöglicht es ihr, John vor der Exekution wenigstens noch einmal sehen zu können, wobei dieser ihr erklärt, lieber morgen zu sterben, als ohne sie zu leben.
 
Thomas kehrt alarmiert nach Jamestown zurück und erzählt den anderen von Johns Gefangennahme, die er als Entführung interpretiert. Ratcliffe will diesen Vorfall für seine Zwecke ausnutzen und ruft seinerseits zum Krieg gegen die Indianer auf, vorgeblich um John zu befreien, in Wahrheit jedoch wegen des vermeintlichen Goldes. Sowohl er als auch Powhatan bereiten ihre Krieger auf die nun unausweichlich erscheinende Schlacht vor.
 
Pocahontas befürchtet, dass nun alles vorbei sei und dem falschen Weg gefolgt zu sein, doch Großmutter Weide macht ihr klar, dass sie nicht aufgeben darf. Als sie Johns Kompass, dessen kreisende Nadel wie ein Pfeil aussieht, betrachtet, wird klar, dass dies der Pfeil aus ihrem Traum ist und dieser nun in Richtung der drohenden Kampfhandlungen zeigt. Sofort macht sich Pocahontas auf, um die Kampfhandlungen doch noch zu verhindern, wobei sie sich, Großmutter Weides Rat folgend, von den Geistern der Erde leiten lässt. Währenddessen rücken bei Tagesanbruch Engländer und Indianer gegeneinander an und stehen sich schließlich an einer Klippe gegenüber. Gerade als Powhatan John hinrichten will, erreicht Pocahontas den Ort des Geschehens und hält ihren Vater davon ab, indem sie sich auf John wirft und klarstellt, andernfalls auch getötet werden zu müssen und John zu lieben. Sie macht ihrem Vater deutlich, wohin der Weg des Hasses sie alle nun geführt hat und fragt ihn, welchen Weg er wählen werde, nachdem sie bereits den des Mutes und des Verständnisses gewählt hat. Powhatan erkennt die Weisheit in den Worten seiner Tochter, erklärt, nun doch kein Blutvergießen beginnen zu wollen, und lässt John frei. Pocahontas ist es somit gelungen, die drohende Auseinandersetzung doch noch zu verhindern. Ratcliffe ist vom positiven Ausgang der Ereignisse gar nicht beeindruckt und erteilt seinen Männern den Feuerbefehl. Sie verweigern diesen jedoch, nachdem die Indianer John freigelassen haben und Frieden wollen. Nun beabsichtigt er, Powhatan zu erschießen. John bemerkt die Gefahr jedoch rechtzeitig. Er wirft sich in die Schusslinie, stößt Powhatan weg und rettet so - schwer verletzt - das Leben des Häuptlings. Auch die anderen Engländer erkennen nun, dass John die ganze Zeit recht hatte und ihr Anführer nicht länger seines Amtes walten kann. Sie machen Ratcliffe unschädlich und führen ihn gefesselt und geknebelt ab.
 
Die Indianer versuchen nun, John bei der Linderung seiner Schmerzen zu helfen. Powhatan bedankt sich bei ihm für die Rettung seines Lebens und verspricht ihm, jederzeit bei seinem Volk willkommen zu sein. Thomas erklärt Pocahontas, dass John nach England zurückkehren muss, um gerettet werden zu können. John möchte bei ihr bleiben oder sie mitkommen lassen, doch da sie noch von ihrem Volk gebraucht wird, entscheidet sich Pocahontas schweren Herzens dafür, zu bleiben und ihn gehen zu lassen, in der Hoffnung, ihn wieder zu sehen. John wird schließlich per Schiff in Richtung England gebracht, während Pocahontas dem Schiff von einer Klippe aus nachsieht.
 
== Synchronisation ==
Für die Synchronisation war die Berliner Synchron GmbH Wenzel Lüdecke in Berlin verantwortlich. Das Dialogbuch wurde von Marianne Groß erstellt. Die Liedtexte übersetzte Lutz Riedel, der auch die Dialogregie übernahm. Für die Musikalische Leitung war Andreas Hommelsheim verantwortlich. <ref>[https://www.synchronkartei.de/film/2540 Pocahontas], auf synchronkartei.de</ref>
 
{| class="wikitable"
|+ Synchronisation
|-
! Rolle !! Originalsprecher !! Synchronsprecher
|-
| Pocahontas (Sprache) || [[Irene Bedard]] || [[Alexandra Marisa Wilcke]]
|-
| Pocahontas (Gesang) || [[Judy Kuhn]] || Alexandra Marisa Wilcke
|-
| John Smith || [[Mel Gibson]] || Sigmar Solbach
|-
| Lord Ratcliffe || [[David Ogden Stiers]] || [[Joachim Kemmer]]
|-
| Ben || Billy Connolly || Stefan Fredrich
|-
| Großmutter Weide || Linda Hunt || Hildegard Knef
|-
| Kekata || Gordon Tootoosis || Helmut Heyne
|-
| Kokoum || James Apaumut Fall || Bernd Vollbrecht
|-
| Lon || Joe Baker || Karl Schulz
|-
| Nakoma || Michelle St. John || Irina von Bentheim
|-
| Powhatan || Russell Means || Gerd Holtenau
|-
| Thomas || Christian Bale || Gunnar Helm
|-
| Wiggins || David Ogden Stiers || Wilfried Herbst
|-
| Krieger || ''unbekannt'' || Lutz Riedel
|-
|}


==Produktionsgeschichte==
==Produktionsgeschichte==


Eine große Inspiration für ''Pocahontas'' wird wohl [[Die Schöne und das Biest]] gewesen sein. [[Jeffrey Katzenberg]], damaliger Chef von [[Walt Disney Feature Animation]], sah in der Geschichte um die amerikanische Legende um Pocahontas das Potential für einen ernsten, erwachsenenorientierten Film. Angespornt von dem Erfolg von [[Die Schöne und das Biest]] und der Oscar-Nominierung für den besten Film, wollte Katzenberg mit dieser Geschichte den Erfolg romantischer Zeichentrickfilme weiterentwickeln.
Eine große Inspiration für ''Pocahontas'' wird wohl [[Die Schöne und das Biest (1991)|Die Schöne und das Biest]] gewesen sein. [[Jeffrey Katzenberg]], damaliger Chef von [[Walt Disney Feature Animation]], sah in der Geschichte um die amerikanische Legende um Pocahontas das Potential für einen ernsten, erwachsenenorientierten Film. Angespornt von dem Erfolg von Die Schöne und das Biest und der Oscar-Nominierung für den besten Film, wollte Katzenberg mit dieser Geschichte den Erfolg romantischer Zeichentrickfilme weiterentwickeln.
Mit seinem Optimismus hat Katzenberg zahlreiche seiner Angestellten angesteckt. So kam es, dass viele darum baten, an diesem Film arbeiten zu dürfen, und nicht an ''[[Der König der Löwen]]''. Dieser Film wurde gegenüber von ''Pocahontas'' nämlich als „zweitrangiges“ Projekt gesehen.
Mit seinem Optimismus hat Katzenberg zahlreiche seiner Angestellten angesteckt. So kam es, dass viele darum baten, an diesem Film arbeiten zu dürfen, und nicht an ''[[Der König der Löwen]]''. Dieser Film wurde gegenüber von ''Pocahontas'' nämlich als „zweitrangiges“ Projekt gesehen.


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Dennoch wurde ''Pocahontas'' nicht der erwartete Erfolg. Disney hoffte auf ein besseres Einspielergebnis als noch bei ''[[Der König der Löwen]]''. Zwar wurde Pocahontas durchaus ein Erfolg, doch er blieb weit unter dem Ergebnis seines Vorgängers.
Dennoch wurde ''Pocahontas'' nicht der erwartete Erfolg. Disney hoffte auf ein besseres Einspielergebnis als noch bei ''[[Der König der Löwen]]''. Zwar wurde Pocahontas durchaus ein Erfolg, doch er blieb weit unter dem Ergebnis seines Vorgängers.


==Stab und weitere Filmangaben==
== Weitere Filmangaben ==


*'''Regie''': [[Mike Gabriel]] und [[Eric Goldberg]]
*'''Drehbuch''': [[Carl Binder]] und [[Susannah Grant]]
*'''Produzent''': [[James Pentecost]]
*'''Musik (Score)''': [[Alan Menken]]
*'''Songs, Musik''': [[Alan Menken]]
*'''Songs, Musik''': [[Alan Menken]]
*'''Songs, Texte''': [[Stephen Schwartz]]
*'''Songs, Texte''': [[Stephen Schwartz]]
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*'''Kunstregie''': [[Michael Giaimo]]
*'''Kunstregie''': [[Michael Giaimo]]


*'''Länge''': 81 Minuten
*'''FSK''': o.A.


==Weitere Filminformationen==
==Weitere Filminformationen==


*Erstes [[Walt Disney Meisterwerk]], das auf Fakten basiert.
*Erstes ''Walt Disney Meisterwerk'', das auf Fakten basiert.


*Erster On-Screen Tod eines menschlichen Charakters in einem [[TWDC|Disney]]-Zeichentrickfilm.
*Erster On-Screen Tod eines menschlichen Charakters in einem [[TWDC|Disney]]-Zeichentrickfilm.
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*Die Premiere von ''Pocahontas'' fand vor 100.000 Menschen auf dem Central Plaza in New York statt. Somit hält sie noch bis heute den Rekord für die größte Filmpremiere aller Zeiten.
*Die Premiere von ''Pocahontas'' fand vor 100.000 Menschen auf dem Central Plaza in New York statt. Somit hält sie noch bis heute den Rekord für die größte Filmpremiere aller Zeiten.


*Lange Zeit versuchte man, den Film, ähnlich wie ''[[Der König der Löwen]]'' und ''[[Die Schöne und das Biest]]'', für den Broadway zu adaptieren. Da sich aber die „Farbenspiel des Winds“ und Schiffsszenen als zu schwierig erwiesen, legte man diese Idee ad acta.
*Lange Zeit versuchte man, den Film, ähnlich wie ''Der König der Löwen'' und ''Die Schöne und das Biest'', für den Broadway zu adaptieren. Da sich aber die „Farbenspiel des Winds“ und Schiffsszenen als zu schwierig erwiesen, legte man diese Idee ad acta.
 
*In den [[Disney-MGM-Studios]] spielt das Finale von ''Pocahontas'' eine wichtige Rolle in der ''[[Fantasmic!]]''-Show.


*In den [[Disney-MGM-Studios]] spielt das Finale von ''Pocahontas'' eine wichtige Rolle in der ''[[Fantasmic!]]''-Show.  
*Der Song „If I Never Knew You“ wurde kurz vor Produktionsschluss rausgeschnitten. Als Pocahontas 1997 auf ABC lief, zeigte man die unfertige Szene. Eine in Deutschland unveröffentlichte DVD Fassung zeigt die Szene erstmals komplett animiert.
*Der [[Pocahontas Soundtrack|offizielle Soundtrack]] erschien 1995 auf CD.


*Der Song „If I Never Knew You“ wurde kurz vor Produktionsschluss rausgeschnitten. Als Pocahontas 1997 auf ABC lief, zeigte man die unfertige Szene. Eine, in Deutschland unveröffentlichte DVD Fassung zeigt die Szene erstmals komplett animiert.
== Einzelnachweise ==
* Der [[Pocahontas Soundtrack|offizielle Soundtrack]] erschien 1995 auf CD.
<references />




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[[Kategorie: Walt Disney Meisterwerk]]

Aktuelle Version vom 27. Juni 2026, 13:42 Uhr


Walt Disney Meisterwerke

33

Pocahontas
© Disney
Uraufführung: 15. Juni 1995
Deutsche Uraufführung: 16. November 1995
Produktion: James Pentecost
Regie: Mike Gabriel & Eric Goldberg
Drehbuch: Carl Binder & Susannah Grant
Musik: Alan Menken
Länge: 81 Minuten
Altersfreigabe: FSK o.A.
Weiterführendes
Liste aller Walt Disney Meisterwerke

Pocahontas ist das 33. Walt Disney Meisterwerk und das bisher einzige, das (wenn auch lose) auf wahren Begebenheiten beruht. Die Weltpremiere fand am 15. Juni 1995 in New York statt, regulär kam Pocahontas am 23. Juni in die US-Kinos. Deutschlandstart war am 16. November 1995. Der Film ist, wie die meisten Disney-Zeichentrickfilme der 1990er Jahre, ein Musical und gehört mit seinem Vorgänger (Der König der Löwen) und seinem Nachfolger (Der Glöckner von Notre Dame) zu den eher erwachsenenorientierten, ernsteren Filmen dieser Ära.

Inhaltsangabe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Jahr 1607: Im Auftrag der englischen Handelsgesellschaft Virginia Company bricht eine große Gruppe von Seemännern und Soldaten, darunter der berühmte und mit Ureinwohnern erfahrene Abenteurer Captain John Smith und der Neuling Thomas, per Schiff in die neue Welt auf, um das noch junge Amerika zu erkunden, nach Gold zu suchen und dort die erste dauerhafte englische Siedlung zu gründen. John Ratcliffe - Gouverneur der neuen Siedlung - ist besonders habgierig, skrupellos und egozentrisch und will das Gold finden und - falls nötig - die Indianer bekämpfen, um so zu Ruhm und Reichtum zu kommen. Auch der Rest der Besatzung ist kolonialistisch eingestellt und sieht in den Ureinwohnern gefährliche Wilde und der neuen Welt einen rückständigen Ort, den es zu verbessern gilt. Während der Überfahrt ins heutige Virginia gerät das Schiff in einen Sturm und Thomas geht dabei über Bord. John rettet ihn jedoch mithilfe der anderen. Nachdem die Gefahr vorüber ist, befeuert Ratcliffe seine Besatzung in der Vorfreude auf die neue Welt. Thomas schmiedet bereits Zukunftspläne, während John als erfahrener Entdecker der Meinung ist, diese Welt sei nicht anders als die anderen, die er bislang bereist hat.

In dieser vermeintlich rückständigen neuen Welt kehrt der Indianer-Häuptling Powhatan gerade mit seinen Kriegern siegreich aus einem Kampf gegen einen feindlichen Indianerstamm in sein Dorf zurück und verspricht dort seine schöne Tochter Pocahontas seinem stärksten und mutigsten Krieger Kokoum. Während ihre beste Freundin Nakoma von Kokoums gutem Aussehen angetan ist, ist er für Pocahontas‘ Geschmack jedoch zu ernst. Des Weiteren beschäftigt sie noch etwas anderes: seit einiger Zeit verfolgt sie immer wieder ein seltsamer Traum, in dem sie durch einen Wald läuft und einen kreisenden Pfeil sieht, welcher plötzlich anhält. Sie glaubt, dass dieser Traum etwas bevorstehendes, aufregendes ankündigt, ihr aber einen anderen Weg weist als eine Ehe mit Kokoum, auch wenn ihr Vater diesen als guten künftigen Ehemann betrachtet. Pocahontas sucht Rat bei Großmutter Weide, einer alten, sehr weisen und sprechenden Trauerweide, erzählt ihr von ihrem Traum und fragt sie, welcher Weg ihr künftig bestimmt sein wird. Dem Rat von Großmutter Weide, die dieselbe Frage schonmal von der verstorbenen Mutter gehört hat, lauscht Pocahontas mit dem Herz, um zu verstehen. Gleich darauf entdeckt sie „seltsame Wolken“.

Bei diesen „Wolken“ handelt es sich in Wahrheit um die Segel des Schiffes, welches nun in der Bucht anlegt. Auf Anordnung des Gouverneurs geht John mit einem Spähtrupp an Land und beginnt, es zu erkunden. Schließlich gehen auch Ratcliffe und die restliche Besatzung an Land. Ratcliffe erklärt dieses Land zum Besitz seiner Majestät König James I. von England und lässt seine Männer die Siedlung errichten, die zu Ehren des Königs Jamestown genannt wird, und nach Gold graben. John erkundet währenddessen weiter das umgebende Land und wird dabei von Pocahontas und ihren beiden tierischen Freunden, dem Waschbären Meeko und dem Kolibri Flit, beobachtet. Als es zur ersten Begegnung zwischen John und Pocahontas kommt, zielt John zuerst mit seiner Muskete auf die junge Indianerin, senkt sein Gewehr dann aber und beginnt, mit ihr zu sprechen. Dank Großmutter Weide kann Pocahontas den bislang noch sehr kolonialistisch eingestellten Engländer verstehen und lässt sich auf ihn ein.

Die Indianer bemerken schon bald die Ankunft der Engländer und sind um ihre Sicherheit besorgt. Kekata, der Schamane des Stammes, sieht die Engländer in einer Vision und bezeichnet sie als „seltsame Tiere mit wie die Sonne glänzenden Körpern und Feuer und Donner speienden Waffen, die wie ausgehungerte Wölfe über die Erde herziehen und alles verschlingen, was sie bekommen“. Kokoum schlägt vor, die Eindringlinge ebenso zu vernichten wie den besiegten feindlichen Indianerstamm, doch Powhatan widerspricht ihm, da die Engländer ihnen im Gegensatz zum vorigen Feind fremd sind. Stattdessen beauftragt er ihn, mit einem Spähtrupp die Engländer zu beobachten, um zu erfahren, was diese vorhaben. Er hofft, dass die Engländer nicht bleiben wollen. Dabei werden die Indianer jedoch von Percy, dem Hund des Gouverneurs, entdeckt und es kommt zu einer ersten gewaltsamen Auseinandersetzung zwischen ihnen und den Engländern, wobei zwar niemand getötet, ein Indianer aber angeschossen wird, worauf sich der Erkundungstrupp zurückzieht.

Zunächst bekommen Pocahontas und John davon nichts mit. Sie unterhalten sich miteinander und John zeigt ihr einige Dinge aus England, darunter einen Kompass, und erzählt ihr von seiner Heimat und dem Vorhaben der Engländer in Amerika. Zwar ist Pocahontas, die ihm erklärt, dass es dort kein Gold gibt, von seinen Erzählungen fasziniert, doch als sie seine durch den Kolonialismus bedingten Vorurteile gegenüber scheinbar unzivilisierten und wilden Ureinwohnern bemerkt, ist sie verärgert und will in Ruhe gelassen werden. John erweist sich jedoch als hartnäckig und sie bleibt daher bei ihm. Sie macht ihn mit der Kultur ihres Volkes und der Natur vertraut und schafft es so, dass er seine engstirnigen Vorurteile überdenkt und in den Indianern statt unzivilisierten Wilden nun vielmehr eine Hilfe für die Engländer sieht. Außerdem lernt er durch sie auch Großmutter Weide kennen.

Während sich Johns und Pocahontas‘ Bekanntschaft zu einer Freundschaft und schließlich mehr und mehr zu einer heimlichen Liebesbeziehung entwickelt, geraten die Indianer und die Engländer, deren Lebensweisen und -ideologien unterschiedlicher nicht sein könnten, zunehmend feindlich aneinander. Gouverneur Ratcliffe ist nach der ersten Auseinandersetzung und angesichts des ausbleibenden Erfolgs der Goldsuche überzeugt, dass die Indianer das von ihm begehrte Gold verstecken und sie alle töten wollen, während Powhatan nach Kekatas Vision und der Auseinandersetzung berechtigterweise der Meinung ist, dass die Engländer gekommen sind, um das Land der Indianer zu zerstören und auszubeuten. Er ordnet an, den Kontakt mit den Engländern zu meiden und Verbündete um Hilfe zu ersuchen, um die Eindringlinge zu bekämpfen, während Ratcliffe plant, die Indianer in einer Schlacht auszurotten. Pocahontas wird in ihrem Dorf zusammen mit Nakoma Zeugin, wie der Kriegsrat der Indianer sich versammelt. Sie will einen Krieg vermeiden und fragt ihren Vater, ob er bereit wäre, mit einem Engländer deshalb zu reden, was dieser tun würde, gäbe es die Möglichkeit dazu. John wiederum kehrt nach Jamestown zurück und erfährt dort von der geplanten Schlacht. Er versucht, Ratcliffe dessen Pläne auszureden, und erzählt in Anwesenheit der anderen von seiner Begegnung mit Pocahontas und dass die Indianer sehr hilfreich sein können, da sie das Land kennen, wissen, wie man die Flüsse befährt, und mit Mais ein den Engländern zu dieser Zeit noch unbekanntes Nahrungsmittel anbauen. Als Ratcliffe behauptet, die Indianer wollten die Engländer töten und hätten deren Gold, erzählt John, dass es dort kein Gold gibt, worauf Ratcliffe dies als Lüge abtut, Johns Einwand, dieses Land gehöre den Indianern, widerspricht und sogleich verkündet, jeden wegen Hochverrats zum Tode zu verurteilen, der einen gesehenen Indianer nicht sofort tötet. John schleicht sich dennoch abends heimlich aus der Siedlung, um sich mit Pocahontas, deren Freundin Nakoma bereits von John weiß und sie schonmal gedeckt hat, zu treffen. Thomas folgt ihm auf Anweisung des Gouverneurs heimlich. Beide treffen sich bei Großmutter Weide und erzählen einander von den gegenseitigen Kriegsplänen. Pocahontas und Großmutter Weide befürworten eine Unterredung zwischen John und Powhatan, um den drohenden Krieg noch abzuwenden, doch John bezweifelt, dass dies erfolgreich wäre. Großmutter Weide macht den beiden anhand größer werdender Wellen im Wasser klar, dass diese Wellen jemand in Bewegung bringen müsse, und verdeutlicht damit, dass sie nur zusammen sein können, wenn das durch Kämpfen durch beiderseitigen Dialog aufhört. John erklärt sich nun bereit, mit Pocahontas‘ Vater zu reden. Dann jedoch führt der Zwist zwischen beiden Parteien zu einem dramatischen Höhepunkt, als Kokoum, der von der besorgten Nakoma informiert wurde, die beiden im Wald zusammen sieht. Er stößt einen Kampfschrei aus, greift John an und versucht, ihn zu töten. John wehrt sich mit Pocahontas‘ Hilfe gegen Kokoum, bis dieser von Thomas, der alles gesehen hatte, erschossen wird. Pocahontas ist entsetzt und John befiehlt Thomas wütend, zu verschwinden. Erst danach treffen weitere Indianer ein, missverstehen die Indizien und glauben, John habe Pocahontas und Kokoum angegriffen und letzteren getötet. Sie nehmen ihn gefangen und bringen ihn zum Häuptling. Mit Kokoum führt der Konflikt nun zu einem ersten Todesopfer, das gerächt werden soll. Powhatan weist seine Tochter scharf zurecht und wirft ihr vor, durch Gedankenlosigkeit und Ungehorsam Schande bereitet zu haben und schuld an Kokoums Tod zu sein. Er erklärt den Krieg gegen die Engländer und kündigt an, John bei Sonnenaufgang zuerst zu töten. Pocahontas ist über diese dramatische Wendung der Ereignisse zutiefst erschüttert. Nakoma bereut es, ihre beste Freundin verpetzt zu haben, und entschuldigt sich bei ihr dafür. Sie ermöglicht es ihr, John vor der Exekution wenigstens noch einmal sehen zu können, wobei dieser ihr erklärt, lieber morgen zu sterben, als ohne sie zu leben.

Thomas kehrt alarmiert nach Jamestown zurück und erzählt den anderen von Johns Gefangennahme, die er als Entführung interpretiert. Ratcliffe will diesen Vorfall für seine Zwecke ausnutzen und ruft seinerseits zum Krieg gegen die Indianer auf, vorgeblich um John zu befreien, in Wahrheit jedoch wegen des vermeintlichen Goldes. Sowohl er als auch Powhatan bereiten ihre Krieger auf die nun unausweichlich erscheinende Schlacht vor.

Pocahontas befürchtet, dass nun alles vorbei sei und dem falschen Weg gefolgt zu sein, doch Großmutter Weide macht ihr klar, dass sie nicht aufgeben darf. Als sie Johns Kompass, dessen kreisende Nadel wie ein Pfeil aussieht, betrachtet, wird klar, dass dies der Pfeil aus ihrem Traum ist und dieser nun in Richtung der drohenden Kampfhandlungen zeigt. Sofort macht sich Pocahontas auf, um die Kampfhandlungen doch noch zu verhindern, wobei sie sich, Großmutter Weides Rat folgend, von den Geistern der Erde leiten lässt. Währenddessen rücken bei Tagesanbruch Engländer und Indianer gegeneinander an und stehen sich schließlich an einer Klippe gegenüber. Gerade als Powhatan John hinrichten will, erreicht Pocahontas den Ort des Geschehens und hält ihren Vater davon ab, indem sie sich auf John wirft und klarstellt, andernfalls auch getötet werden zu müssen und John zu lieben. Sie macht ihrem Vater deutlich, wohin der Weg des Hasses sie alle nun geführt hat und fragt ihn, welchen Weg er wählen werde, nachdem sie bereits den des Mutes und des Verständnisses gewählt hat. Powhatan erkennt die Weisheit in den Worten seiner Tochter, erklärt, nun doch kein Blutvergießen beginnen zu wollen, und lässt John frei. Pocahontas ist es somit gelungen, die drohende Auseinandersetzung doch noch zu verhindern. Ratcliffe ist vom positiven Ausgang der Ereignisse gar nicht beeindruckt und erteilt seinen Männern den Feuerbefehl. Sie verweigern diesen jedoch, nachdem die Indianer John freigelassen haben und Frieden wollen. Nun beabsichtigt er, Powhatan zu erschießen. John bemerkt die Gefahr jedoch rechtzeitig. Er wirft sich in die Schusslinie, stößt Powhatan weg und rettet so - schwer verletzt - das Leben des Häuptlings. Auch die anderen Engländer erkennen nun, dass John die ganze Zeit recht hatte und ihr Anführer nicht länger seines Amtes walten kann. Sie machen Ratcliffe unschädlich und führen ihn gefesselt und geknebelt ab.

Die Indianer versuchen nun, John bei der Linderung seiner Schmerzen zu helfen. Powhatan bedankt sich bei ihm für die Rettung seines Lebens und verspricht ihm, jederzeit bei seinem Volk willkommen zu sein. Thomas erklärt Pocahontas, dass John nach England zurückkehren muss, um gerettet werden zu können. John möchte bei ihr bleiben oder sie mitkommen lassen, doch da sie noch von ihrem Volk gebraucht wird, entscheidet sich Pocahontas schweren Herzens dafür, zu bleiben und ihn gehen zu lassen, in der Hoffnung, ihn wieder zu sehen. John wird schließlich per Schiff in Richtung England gebracht, während Pocahontas dem Schiff von einer Klippe aus nachsieht.

Synchronisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Synchronisation war die Berliner Synchron GmbH Wenzel Lüdecke in Berlin verantwortlich. Das Dialogbuch wurde von Marianne Groß erstellt. Die Liedtexte übersetzte Lutz Riedel, der auch die Dialogregie übernahm. Für die Musikalische Leitung war Andreas Hommelsheim verantwortlich. [1]

Synchronisation
Rolle Originalsprecher Synchronsprecher
Pocahontas (Sprache) Irene Bedard Alexandra Marisa Wilcke
Pocahontas (Gesang) Judy Kuhn Alexandra Marisa Wilcke
John Smith Mel Gibson Sigmar Solbach
Lord Ratcliffe David Ogden Stiers Joachim Kemmer
Ben Billy Connolly Stefan Fredrich
Großmutter Weide Linda Hunt Hildegard Knef
Kekata Gordon Tootoosis Helmut Heyne
Kokoum James Apaumut Fall Bernd Vollbrecht
Lon Joe Baker Karl Schulz
Nakoma Michelle St. John Irina von Bentheim
Powhatan Russell Means Gerd Holtenau
Thomas Christian Bale Gunnar Helm
Wiggins David Ogden Stiers Wilfried Herbst
Krieger unbekannt Lutz Riedel

Produktionsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine große Inspiration für Pocahontas wird wohl Die Schöne und das Biest gewesen sein. Jeffrey Katzenberg, damaliger Chef von Walt Disney Feature Animation, sah in der Geschichte um die amerikanische Legende um Pocahontas das Potential für einen ernsten, erwachsenenorientierten Film. Angespornt von dem Erfolg von Die Schöne und das Biest und der Oscar-Nominierung für den besten Film, wollte Katzenberg mit dieser Geschichte den Erfolg romantischer Zeichentrickfilme weiterentwickeln. Mit seinem Optimismus hat Katzenberg zahlreiche seiner Angestellten angesteckt. So kam es, dass viele darum baten, an diesem Film arbeiten zu dürfen, und nicht an Der König der Löwen. Dieser Film wurde gegenüber von Pocahontas nämlich als „zweitrangiges“ Projekt gesehen.

Um den anfänglichen Ansprüchen gerecht zu werden, wurde die Handlung allerdings mehrfach überarbeitet. So gaben die Drehbuchautoren der Handlung eine von „Romeo und Julia“-inspirierte Grundlage. Außerdem entschied man sich während der Produktion, die Tiere nicht reden zu lassen, da es nicht zum gewünschten „reiferen“ Stil gepasst hätte. Des weiteren entfernte man den Charakter Redfeather, einen Truthahn der von John Candy gesprochen wurde, unter anderem weil er ohne die Texte nicht mehr nötig war.

Während der Produktion erhielt Pochahontas von den Künstlern außerordentlich viel Respekt. Es hieß, er sei der schwerste Film, den Disneys Zeichentrickschmiede je gemacht hatte. Vor allem das komplexe Farbschema und die realistischen Geschichtsausdrücke von Pocahontas und John Smith sorgten dafür, dass der Film diesen Ruf erhielt.

Rezeption und Erfolg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schon im Vorfeld wurde Pocahontas kritisiert, da der Film angeblich stereotype Vorstellungen über die Indianer unterstützt, wie etwa das „sprechen mit der Natur“ oder die mystische Verwendung von Rauch, der schließlich bewegte Zeichen bildet. Weitere Kritik erhielt Disney von einigen Leuten, die meinten, die Hauptfigur sähe wie Naomi Campbell aus, und nicht wie eine Indianerin.

Diese Kritik schmetterte Disney damit ab, dass Pocahontas auf ihrer Sprecherin basiere, die wiederum indianischer Abstammung ist. Doch die meisten negativen Stimmen erbosten sich über zahlreiche absichtliche historische Inkorrektheiten. Pocahontas war in Wahrheit viel jünger und Jamestown hatte eine weniger bezaubernde geographische Lage. Lob dagegen erhielt der Film für seine Kunstregie, die sich ein reifes und komplexes Farbschema für Pocahontas ausdachte. Neben der bloßen Verwendung von besonders vielen Farben, lobte man die Farbbedeutung. Die Farben symbolisieren durchgehend eine Emotion, Rot etwa Wut, Blau Liebe und Pink sowie Lila symbolisierten die Natur. Passion und Schönheit wurden durch das wiederkehrende „der Geist von Großmutter Weide spricht durch Blättern im Wind“-Motiv ausgedrückt. Auch die Animationen seien besonders gelungen und flüssig, lobte man. Der Score von Alan Menken galt lange als einer der reifsten und durchdachtesten Scores aller Zeiten und erhielt einen Oscar.

Dennoch wurde Pocahontas nicht der erwartete Erfolg. Disney hoffte auf ein besseres Einspielergebnis als noch bei Der König der Löwen. Zwar wurde Pocahontas durchaus ein Erfolg, doch er blieb weit unter dem Ergebnis seines Vorgängers.

Weitere Filmangaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Weitere Filminformationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Erstes Walt Disney Meisterwerk, das auf Fakten basiert.
  • Erster On-Screen Tod eines menschlichen Charakters in einem Disney-Zeichentrickfilm.
  • Die Premiere von Pocahontas fand vor 100.000 Menschen auf dem Central Plaza in New York statt. Somit hält sie noch bis heute den Rekord für die größte Filmpremiere aller Zeiten.
  • Lange Zeit versuchte man, den Film, ähnlich wie Der König der Löwen und Die Schöne und das Biest, für den Broadway zu adaptieren. Da sich aber die „Farbenspiel des Winds“ und Schiffsszenen als zu schwierig erwiesen, legte man diese Idee ad acta.
  • Der Song „If I Never Knew You“ wurde kurz vor Produktionsschluss rausgeschnitten. Als Pocahontas 1997 auf ABC lief, zeigte man die unfertige Szene. Eine in Deutschland unveröffentlichte DVD Fassung zeigt die Szene erstmals komplett animiert.
  • Der offizielle Soundtrack erschien 1995 auf CD.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Pocahontas, auf synchronkartei.de


Offizielle Walt Disney Meisterwerke

Schneewittchen und die sieben Zwerge (1937) • Pinocchio (1940) • Fantasia (1940) • Dumbo (1941) • Bambi (1942) • Saludos Amigos (1942) • Drei Caballeros (1944) • Make Mine Music (1946) • Fröhlich, Frei, Spaß dabei (1947) • Musik, Tanz und Rhytmus (1948) • Die Abenteuer von Ichabod und Taddäus Kröte (1949) • Cinderella (1950) • Alice im Wunderland (1951) • Peter Pan (1953) • Susi und Strolch (1955) • Dornröschen (1959) • 101 Dalmatiner (1961) • Die Hexe und der Zauberer (1963) • Das Dschungelbuch (1967) • Aristocats (1970) • Robin Hood (1973) • Die vielen Abenteuer von Winnie Puuh (1977) • Bernard und Bianca (1977) • Cap und Capper (1981) • Taran und der Zauberkessel (1985) • Basil, der große Mäusedetektiv (1986) • Oliver & Co (1988) • Arielle, die Meerjungfrau (1989) • Bernard und Bianca im Känguruland (1990) • Die Schöne und das Biest (1991) • Aladdin (1992) • Der König der Löwen (1994) • Pocahontas (1995) • Der Glöckner von Notre Dame (1996) • Hercules (1997) • Mulan (1998) • Tarzan (1999) • Fantasia 2000 (1999) • Dinosaurier (2000) • Ein Königreich für ein Lama (2000) • Atlantis – Das Geheimnis der verlorenen Stadt (2001) • Lilo & Stitch (2002) • Der Schatzplanet (2002) • Bärenbrüder (2003) • Die Kühe sind los (2004) • Himmel und Huhn (2005) • Triff die Robinsons (2007) • Bolt – Ein Hund für alle Fälle (2008)  Küss den Frosch (2009)  Rapunzel – Neu verföhnt (2010) • Winnie Puuh (2011) • Ralph reichts (2012) • Die Eiskönigin – Völlig unverfroren (2013) • Baymax – Riesiges Robowabohu (2014) • Zoomania (2016) • Vaiana (2016) • Chaos im Netz (2018) • Die Eiskönigin II (2019) • Raya und der letzte Drache (2021) • Encanto (2021) • Strange World (2022)  Wish (2023) • Vaiana 2 (2024) • Zoomania 2 (2025)